Change Region:Germany

Buchempfehlung: Die Tulpen sind rot

Autorin: Leesha Rose

DruckversionSend by email

Tulpen sind rot
Das versteckte Leben der Leesha Rose

Die holländische Jüdin Leesha Rose ist 17 Jahre alt, als die Deutschen 1940 die Niederlande besetzen. Ihre Familie wird deportiert und ermordet, sie selbst kann mit knapper Not entkommen. Leesha schließt sich dem holländischen Widerstand an, Codewort „Tulpen sind rot.“ Unter neuer Identität hilft sie unzähligen Juden, organisiert Verstecke, Nahrung und Kleidung. Eine wahre Geschichte über Hass und Liebe, Mut und Triumph. Hier ein Leseauszug aus diesem äußerst spannenden, autobiographischen Buch, dessen deutsche Veröffentlichung die ICEJ unterstützt hat. Leesha Rose ist mittlerweile 90 Jahre alt und lebt in Jerusalem.

Verlag: SCM Hänssler ;Originaltitel: Tulips are red, gebunden , ca. 352 S., 1. Auflage , Oktober 2012, Preis 16,95 Euro,

Hier zu bestellen unter www.icej-shop.de oder telefonisch unter 0711 8388 9480.

Leesha Rose


Leseprobe „Tulpen sind rot“


Überfall
Es war ein kalter, klarer Tag und ich strampelte gegen den Wind an, bis ich die Rapenburg direkt gegenüber von der Rotterdamse Bank erreicht hatte. Dann traf Julie ein und wir stellten uns gegenüber voneinander auf, mit den Fahrrädern an der Hand und täuschten ein Gespräch vor, während wir heimlich Ausschau hielten. Bald sahen wir, wie unsere Männer die Bank betraten, einer nach dem anderen; Hans blieb draußen am Eingang stehen. Julie und ich sprachen nervös miteinander: »Nein, keiner. Ich sehe niemanden. Keine Moffen. Keine Polizei in Sicht. Ich hoffe,alles wird gut gehen. Vic ist ein Profi. Er hat alles genau geplant. Oh Gott, bitte lass keine Nazis kommen! Ich hoffe, die Jungs haben alles im Griff und keiner wird verletzt!«
Nach einer gefühlten Ewigkeit – in Wahrheit waren es nur wenige Minuten – kamen die Männer nacheinander in Zweier und Dreiergruppen heraus, einige von ihnen trugen Aktentaschen. Es hatte funktioniert! Julie und ich sprangen auf unser Fahrrad und fuhren in entgegengesetzte Richtungen los. Als ich an der Oude Singel ankam, sah ich zwei große, grüne Transporter der Deutschen auf beiden Seiten des Kanals stehen. Soldaten hatten die Straße abgesperrt und jeder Passant, egal ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad, wurde nach dem Ausweis gefragt und nach Waffen und Schwarzmarktlebensmitteln durchsucht.
Oh, jetzt war ich in Schwierigkeiten! In meinem Gürtel steckte eine kleine Pistole und in meinem BH waren ungefähr fünfzig gerollte Lebensmittelmarken und zwei Blanko-Ausweise versteckt. Diese Art von Beweismittel würde auf jeden Fall belasten. Die Gefahr lag auf der Hand, aber ich sah keinen Ausweg, noch nicht einmal eine Gasse, in die ich hätte abbiegen können. Schnell drehte ich mich um und fuhr gegen den Verkehr. Einer der deutschen Soldaten hatte mich dabei beobachtet und rief »Halt! Halt!«. Er sprang auf ein Fahrrad und eilte mir hinterher.
Ich war verzweifelt. Wenn er mich einholte, wäre das mein Ende. Wer könnte mir jetzt helfen?

Hier zu bestellen unter www.icej-shop.de oder telefonisch unter 0711 8388 9480
 

 

Share this: