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Deutsch-israelische Beziehungen auf Tiefpunkt

Nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen befinden sich die deutsch-israelischen Beziehungen auf einem Tiefpunkt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters in einem Kommentar, der Montag auf dem israelischen Internetportal Ynet veröffentlicht wurde. Auch israelische Vertreter gestehen ein, dass es zwischen beiden Ländern nicht zum Besten stehe, betonen jedoch, dass die Beziehungen „immer noch stark“ seien. Grund für die substantielle Abkühlung zwischen Berlin und Jerusalem scheint die Nähe zwischen dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump zu sein. „Netanjahu hört nicht auf uns, und die Lage wird mit Trump wahrscheinlich nur noch schlimmer“, erklärte ein hochrangiger deutscher Vertreter gegenüber Reuters. Trump bekennt sich nicht eindeutig zu einem Palästinenserstaat im Nahen Osten. Die Regierung von Bundeskanzlerin Merkel hingegen betrachtet die Schaffung eines solchen Staates als das Hauptziel ihrer Nahost-Politik. Auch in der Siedlungsfrage gibt es Uneinigkeit. Berlin sagte kürzlich die geplanten Regierungskonsultationen mit Netanjahu und seinem Kabinett ab, um gegen die israelische Siedlungspolitik zu protestieren. Trump hingegen äußerte bisher nur sehr milde Kritik am Bau neuer israelischer Wohnungen in den umstrittenen Gebieten.

Lieberman: Trump hat uns vor Annexion der Westbank gewarnt
US-Präsident Trump hat die israelische Regierung davor gewarnt, das Westjordanland zu annektieren. Das erklärte der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman am Montag vor Journalisten in Jerusalem. Eine Ausdehnung der israelischen Souveränität auf diese Gebiete würde zu einer „sofortigen Krise“ mit Washington führen. Am Wochenende hatte Knessetmitglied Mikki Zohar von der Likud-Partei in einem Fernsehinterview zur Annexion des gesamten Westjordanlandes aufgerufen, was zu wütenden Reaktionen der internationalen Gemeinschaft führte. „Wir müssen uns von den Palästinensern trennen und sie nicht in unser Territorium eingliedern“, erklärte Lieberman, der selbst Vorsitzender der konservativen Partei „Israel Beiteinu“ ist. Unterdessen wurde am Wochenende eine Abstimmung in der Knesset über die Ausweitung der israelischen Souveränität auf die Stadt Ma’ale Adumim am Rande Jerusalems erneut verschoben. Ma’ale Adumim hat knapp 40 000 Einwohner, hauptsächlich säkulare Juden. Es liegt im Westjordanland und würde bei einer verhandelten Friedenslösung mit den Palästinensern auf jeden Fall Israel zugeschlagen. 78 Prozent der Israelis befürworten eine Einverleibung der Stadt in das israelische Staatsgebiet.

Logo „50 Jahre Jerusalem vorgestellt“

Die israelische Kultusministerin Miri Regev hat am Sonntag in Jerusalem das neue Logo für die Feiern zum fünfzigsten Jahrestag der Wiedervereinigung Jerusalems vorgestellt. Es zeigt die Zahl 50 angereichert mit mehreren grafischen Elementen. „Es erklärt die wahre Geschichte Jeruschalajims (hebräischer Name Jerusalems)“, sagte Regev.

 

„Der untere Teil der Fünf ist eine Harfe. Sie erinnert an König David, der Jerusalem vor 3000 Jahren als unsere ewige Hauptstadt gründete. Der Kopf der Fünf ist ein Löwe – das Symbol der modernen Stadt Jerusalem.“ Die Zahl Fünf verweise auch auf das Fallschirmjäger – Bataillon 55, „das als erstes 1967 das Löwentor durchschritt und Jerusalem befreite“, sagte Regev, die selbst früher als Armeesprecherin arbeitete. Innerhalb der Null wehe die israelische Flagge über den Mauern Jerusalems, der Westmauer und dem Tempelberg – so, wie sie es 1967 zum ersten Mal wieder tat. Zur goldenen Farbe des Logos verwies Regev auf das „fast-prophetische Lied Naomi Schemers ‚Jeruschalajim schel Zahav‘“ (Jerusalem aus Gold), das kurz vor dem Sechstagekrieg verfasst und danach noch um eine Strophe erweitert wurde. Unter der Fünfzig lautet der Schriftzug „50 Jahre seit der Befreiung Jerusalems: geeintes und verbindendes Jerusalem.“  

Knesset: Keine Einreise für BDS-Aktivisten
Das israelische Parlament, die Knesset, hat am Montag ein Gesetz verabschiedet, dass ausländischen Anhängern der antiisraelischen BDS-Bewegung die Einreise nach Israel verweigert. Die Abkürzung BDS steht für Boykott, Divestment (=Kapitalabzug) und Sanktionen. Das Gesetz, welches das Einreiserecht nach Israel abändert, wurde mit 46 zu 28 Stimmen verabschiedet und war stark umstritten. Oppositionspolitiker kritisierten, dass die Meinungsfreiheit dadurch unangemessen eingeschränkt würde. Die Initiatoren des Entwurfs betonten, man dürfe Menschen, die dem eigenen Staat schaden wollten, nicht die andere Wange hinhalten und ihnen erlauben, die Infrastruktur Israels gegen das Land zu missbrauchen.

DIG veröffentlicht Broschüre gegen Boykottbewegungen
Pünktlich zur sogenannten antiisraelischen „Israel Apartheid Woche“, die gerade an vielen Universitäten in Europa, Nordamerika und Afrika stattfindet, hat die Deutsch-Israelische Gesellschaft eine informative und hilfreiche Broschüre veröffentlicht. Das Heft „Boykottbewegungen gegen Israel“ stattet den Leser mit Informationen und Argumenten aus, um antiisraelischen Boykottbewegungen argumentativ und fundiert zu begegnen. Die Broschüre kann als PDF hier heruntergeladen werden. Eine Niederlage musste die pro-palästinensische BDS-Bewegung am Wochenende in Österreich einstecken. Das WUK (Werkstätten- und Kulturhaus) in Wien, eines der größten Kulturzentren Europas, verweigerte Aktivisten die Erlaubnis, in seinen Räumen eine BDS-Veranstaltung abzuhalten. „Es gibt hier keinen Raum für irgendeine Art des Antisemitismus” erklärte das Zentrum.

Einen hilfreichen Artikel zur Apartheid-Anklage gegen Israel von Rev. Malcolm Hedding, dem früheren ICEJ-Geschäftsführer in Jerusalem, der selbst gegen die Rassentrennung in Südafrika kämpfte, finden Sie hier 

Bombendrohungen gegen jüdische Einrichtungen in den USA

Mindestens 29 jüdische Gemeinden und Schulen in den USA haben am Montag Bombendrohungen erhalten. Die Einrichtungen wurden evakuiert. Es war die fünfte Welle solcher Drohungen in weniger als zwei Monaten. Am Wochenende wurde zudem erneut ein jüdischer Friedhof in den USA geschändet, diesmal in Philadelphia. „Wir haben so etwas noch nie erlebt“, kommentierte Oren Segal, Direktor einer Einrichtung der jüdischen Menschenrechtsorganisation ADL. „Wir müssen herausfinden, wer so etwas tut – doch die Auswirkungen auf unsere Gemeinden sind unsere drängendste Sorge. “ Nach Orens Einschätzung ist hauptsächlich die Verbreitung antisemitischer Hetze über die sozialen Medien für den Anstieg antisemitischer Angriffe verantwortlich.

Iran setzt aggressives Verhalten fort
Die iranische Marine hat am Wochenende großangelegte Militärmanöver nahe der Straße von Hormus abgehalten. Durch diese Meerenge werden täglich fast 35 Prozent des weltweiten Erdölbedarfs verschifft. Mit diesen Manövern wollte Teheran offensichtlich seine Fähigkeit unterstreichen, diesen wichtigen Handelsweg zu schließen. Zudem kündigte der Iran an, in den nächsten drei Jahren 950 Tonnen Uranerz von Kasachstan kaufen zu wollen, angeblich zur friedlichen Energiegewinnung.

Ägyptische Christen fliehen vor dem IS
Ägyptische Christen auf der Sinai-Halbinsel sind in das Fadenkreuz des IS geraten und befinden sich auf der Flucht. Unterdessen setzt sich der Konflikt zwischen der ägyptischen Regierung in Kairo und den Anhängern der islamischen Fundamentalisten fort. Der IS hat sich zu mehreren Morden an Christen im Norden der Sinai-Halbinsel bekannt. Seine Anhänger stellten Videos ins Internet, welche die Christen aufforderten, dieses Gebiet zu verlassen oder getötet zu werden.

Israelische Ärzte retten afghanisches Kleinkind

Israelische Ärzte haben den zweijährigen Yakub aus Afghanistan im Wolfson Medical Center bei Tel-Aviv am Herzen operiert und ihm dadurch das Leben gerettet. Der kleine Junge, der an einem angeborenen Herzfehler litt, wurde mit Hilfe der Organisation „Save a Child’s Heart“ (Rette das Herz eines Kindes) mit seinem Vater heimlich über die Türkei nach Israel geflogen. Ein Krankenwagen brachte Yakub, der bereits blau angelaufen war und erschöpft wirkte, sofort in die Klinik, wo die Ärzte den lebensrettenden Eingriff vornahmen. „Yakub kam in allerletzter Minute zu uns“, sagte Dr. Rachaeli Sion Sarid. „Er befand sich in schlechtem Zustand und war extrem unterernährt. Wir mussten ihn zweimal wiederbeleben, bevor wir ihn in den OP bringen konnten.“ Mittlerweile befinde er sich aber in stabilem Zustand, könne selbständig essen und habe den Ärzten schon die Hand geschüttelt. Israelische Juden mit afghanischen Wurzeln übersetzen für Yakubs Vater, der nur Paschtu spricht.

Erster Palästinenser erhält schmerzlose Gehirn-OP

Ein 60jähriger Palästinenser aus Bethlehem, der unter einem schweren Essentiellen Tremor (rhythmisches Schütteln) litt, ist nach einer erfolgreichen Gehirn- Ablation aus dem israelischen Rambam Krankenhaus in Haifa entlassen worden. Es war das erste Mal, dass dieser minimalinvasive Eingriff an einem palästinensischen Patienten durchgeführt wurde. Er konnte nach dem Eingriff seine Tätigkeit als Restaurantbesitzer wieder aufnehmen. Bei dieser neuen Technik wird tiefsitzendes Hirngewebe durch Hitze mittels Ultraschall abgelöst, ohne dass dabei die Schädeldecke geöffnet werden müsste. Das israelische Rambam-Krankenhaus war eines der ersten weltweit, das diese schmerzlose Prozedur durchführte.

Israel schlägt Saudi-Arabien Verteidigungsbündnis gegen Iran vor

Israel hat Saudi-Arabien ein Nato-ähnliches Verteidigungsbündnis gegen den Iran vorgeschlagen. Das erklärte der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman in einem heute veröffentlichten Interview mit der „Welt“. „Es ist Zeit, öffentlich ein formelles Bündnis zu bilden, eine Koalition aller gemäßigten Kräfte im Nahen Osten gegen den Terror“, so Lieberman. Die gemäßigten sunnitischen Staaten hätten verstanden, dass „die größte Gefahr für sie nicht Israel ist, oder der Zionismus, oder die Juden, sondern der Iran.“ Zu den gemäßigten Staaten zählte er die Golfstaaten, namentlich auch Saudi-Arabien. Lieberman sagte, es sei egal, „ob es sich bei den Partnern einer solchen Allianz „um Muslime, Juden oder Christen handelt“.

Informationen über eine bedeutende Annäherung Israels an sunnitische Staaten im Nahen Osten kommen auch aus Jerusalem. Entgegen der allgemeinen Wahrnehmung sei Israel alles andere als diplomatisch isoliert, erklärte Dore Gold Ende letzter Woche. Der frühere Generaldirektor des israelischen Außenministeriums berichtete von regelmäßigen geheimen Treffen mit hochrangigen saudischen Vertretern. Diese mündeten im Juli letzten Jahres im Besuch einer saudischen Delegation in Jerusalem. Auch die Eröffnung einer israelischen Gesandtschaft in Abu Dhabi zeuge von dieser neuen Offenheit. Schließlich deutete der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu bei seinem USA-Besuch Mitte Februar ebenfalls an, dass neue diplomatische Initiativen in der Nahost-Region Früchte trügen.

UN-Resolution 2334 und die Pariser Friedenskonferenz

Nach der UN-Sicherheitsresolution 2334 vom 23. Dezember 2016, die erstmals den israelischen Siedlungsbau als rechtswidrig verurteilte und dem jüdischen Staat jegliche Rechte an seinen heiligsten Stätten, einschließlich Klagemauer und Tempelberg, absprach, waren viele Israelfreunde zu Recht alarmiert. Mit Blick auf die Pariser „Friedenskonferenz“ am 15. Januar 2017 und eine weitere Sitzung des UN-Sicherheitsrates am 17. Januar befürchtete man noch mehr Druck auf Israel und zusätzliche antiisraelische Maßnahmen mit weitreichenden Folgen.

Der schlimmste denkbare Fall

Im schlimmsten Falle hätte dies die einseitige Ausrufung eines Palästinenserstaates bedeutet, ohne vorherige Verhandlungen mit Israel. Eine solche Entscheidung im UN-Sicherheitsrat hätte auch der neue US-Präsident Donald Trump nach seiner Amtseinführung am 20. Januar, nur fünf Tage später, nicht wieder rückgängig machen können. Die Folgen wären mit hoher Wahrscheinlichkeit noch mehr palästinensischer Terrorismus und möglicherweise ein weiterer Krieg im Nahen Osten gewesen, statt einer ausgehandelten Friedenslösung näherzukommen. Zu sehr hätte ein solches Ergebnis die bisherige Strategie der Palästinenserführung bekräftigt, direkte Verhandlungen mit Israel zu verweigern und durch internationale Gremien und Terrorakte den Druck auf den jüdischen Staat immer weiter zu erhöhen.

Versöhnungstreffen Hamas-Fatah

Das zeitgleich zur Pariser Konferenz stattfindende Versöhnungstreffen zwischen den palästinensischen Fraktionen der Fatah und der Hamas in Moskau verstärkte die Besorgnis umso mehr, da es doch der Streit zwischen diesen beiden Gruppen war, der eine einheitliche und handlungsfähige palästinensische Regierung bisher verhindert hatte. Viele christliche Werke und Organisationen, unter ihnen auch die ICEJ, mobilisierten ihre Fürbitter und kontaktierten Politiker, während die israelische Regierung eine konzertierte diplomatische Initiative startete, um weiteren Schaden für Israel auf dem internationalen Parkett zu verhindern.

Abgeschwächte Abschlusserklärung

Gott sei Dank konnten die Pläne der internationalen Staatengemeinschaft weder in Paris noch bei den Vereinten Nationen umgesetzt werden. Das Treffen in Paris, an dem mehr als 70 Länder und internationale Organisationen teilnahmen, jedoch weder die Israelis noch die Palästinenser, führte zu einer von israelischen Diplomaten als sehr „abgeschwächt“ bezeichneten Abschlusserklärung. Darin forderten die beteiligten Staaten Israel und die Palästinenser dazu auf, sich erneut offiziell zur Zweistaatenlösung zu bekennen und von einseitigen Handlungen Abstand zu nehmen. Passagen aus der problematischen UN-Resolution 2334 wurden nicht wiederholt. Es kam weder zu einer weiteren einheitlichen Erklärung der EU-Außenminister am Folgetag noch zu einer neuen Resolution des UN-Sicherheitsrates zwei Tage später. Was war auf dem politischen Parkett in Paris passiert?

Großbritannien schert aus

Großbritannien, das ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat ist und dort ein Veto-Recht hat, scherte aus dem internationalen Konsens aus. Es begann damit, dass die Briten nicht, wie die meisten anderen Staaten, ihren Außenminister nach Paris schickten, sondern nur Diplomaten niederen Ranges. Während der französische Präsident François Hollande, US-Außenminister John Kerry und die Außenminister von 36 weiteren Staaten (einschließlich Deutschlands) an dem Gipfel teilnahmen, blieb Boris Johnson dem Treffen fern. Am Ende verweigerten die britischen Vertreter, ebenso wie Australien und mehrere osteuropäische Staaten, der Abschlusserklärung ihre Unterschrift. Damit waren dann auch mögliche Folgeaktionen im UN-Sicherheitsrat und eine einstimmige Erklärung der EU-Außenminister vom Tisch.

Überraschende Kehrtwende

„Ich war völlig baff”, erklärte Jonathan Hoffman, früherer stellvertretender Vorsitzender der „Zionist Federation“ (Zionistischer Dachverband) Großbritanniens Mitte Januar in der Jerusalem Post. „Es war ein Wendepunkt in den britisch-israelischen Beziehungen und eine riesige Veränderung gegenüber allem, was ich bis dahin gesehen habe.“ Normalerweise würde das Vereinigte Königreich sich regelmäßig der Politik seiner Verbündeten gegenüber dem jüdischen Staat anschließen. Die Kehrtwende in Paris kam umso überraschender, als der britische Außenminister Johnson die antiisraelische Resolution des UN-Sicherheitsrates vom 23. Dezember, der sich nachträglich leider auch Deutschland anschloss, entscheidend vorangetrieben hatte. Dort hieß es noch, der israelische Siedlungsbau sei eine „eklatante Verletzung internationalen Rechts“, Ausdrücke, die sich in der Abschlusserklärung von Paris nicht wiederholten. 

Geopolitischer Ursachenmix

Zusätzlich zur anhaltenden Fürbitte vieler Israelfreunde (siehe Jesaja 62,1ff) und den diplomatischen Bemühungen Jerusalems gibt es einen Mix geopolitischer Ursachen für die neue britische Linie. Israelische Experten wie beispielsweise Yigal Palmor, früherer Sprecher des israelischen Außenministeriums und aktuell Direktor der Öffentlichkeitsarbeit der Jewish Agency, sieht britische Unabhängigkeitsbestrebungen von der EU nach dem Brexit-Referendum als einen motivierenden Faktor. Hoffman unterdessen erklärt den offensichtlichen Widerspruch zwischen der britischen Unterstützung der UN-Resolution und der Ablehnung des Paris-Gipfels mit Machtkämpfen zwischen der britischen Premierministerin Theresa May und Außenminister Johnson, der ihre pro-israelische Einstellung nicht teilt.

Intervention Trumps

Das britische Außenministerium selbst begründete seine Weigerung, die Abschlusserklärung von Paris zu unterzeichnen, folgendermaßen: „Der Gipfel findet nur wenige Tage vor der Machtübernahme eines neuen amerikanischen Präsidenten statt, wobei die Vereinigten Staaten der letztgültige Garant jeder Vereinbarung sein werden.“ Während US-Außenminister Kerry die Konferenz voll und ganz unterstützte, signalisierten Mitglieder von Trumps Übergangsteam den Franzosen ihre Missbilligung. Laut der britischen Zeitung The Guardian ordnete May die britische Kehrtwende in Paris an, um ihre Politik mit der Trumps in Einklang zu bringen. „Es ist solch eine dramatische Abweichung von der bisherigen Linie, dass eine Intervention Trumps das einzige ist, was Sinn macht“, kommentierte Hoffman.

Fazit

Der für Israel glimpfliche Ausgang dieses internationalen Politdramas sollte uns sehr dankbar machen. Gott hält nach wie vor die Geschicke dieser Welt und Israels in seinen Händen – und er hört auf die Gebete seiner Kinder! Gleichzeitig können und dürfen wir in der Fürbitte für Israel und für unsere eigene Regierung sowie im Einsatz für Gottes Land und sein Volk nicht nachlassen! Die UN-Resolution 2334 steht weiterhin im Raum und kann juristisch sehr negative Folgen für Israel haben. „Um Zions willen dürfen wir nicht schweigen, um Jerusalems willen wollen wir nicht ruhen, bis das Recht in ihm aufstrahlt wie das Morgenlicht, und seine Rettung wie eine Fackel in der Nacht.“ (siehe Jesaja 62,1). Gebetstreffen der Jesaja62-Initiative der ICEJ finden an jedem ersten Mittwoch im Monat statt. Weitere Informationen unter: https://de.icej.org/jesaja-62-initiative-der-icej

Trump dämpft Erwartungen auf schnellen Botschaftsumzug

Trump dämpft Erwartungen auf schnellen Botschaftsumzug
Der neue US-Präsident Donald Trump hat die Erwartungen auf einen schnellen Umzug der amerikanischen Botschaft von Tel-Aviv nach Jerusalem gedämpft. Vor dem ersten Telefongespräch Trumps mit dem israelischen Premierminister Netanjahu am Sonntag erklärte Trumps Pressesprecher Sean Spicer: „Wir sind noch ganz am Anfang dieses Thema überhaupt zu diskutieren“. Am Montag sagte Spicer dann: „Es gibt noch keine Entscheidungen“. Israelische Quellen berichten, dass Netanjahu und Trump das Thema in ihrem halbstündigen Telefonat kaum behandelt hätten. Es sehe so aus, dass der Botschaftsumzug auf der Prioritätenliste weiter nach unten gerutscht sei. Trump lud Netanjahu während des Telefonats zu einem offiziellen Besuch Anfang Februar nach Washington ein. Netanjahu hat Entscheidungen über das Westjordanland und andere aktuelle Fragen auf die Zeit nach seinem Treffen mit Trump verschoben, um die neu belebten Beziehungen zur amerikanischen Regierung nicht zu gefährden.

Europäische Juden besorgt über populistische Rechtsparteien
Europäische Juden sind besorgt über die wachsende Beliebtheit populistischer Rechtsparteien in Europa. Das wurde auf der alljährlichen Leiterkonferenz der European Jewish Association (Europäisch-jüdische Vereinigung, EJA) in Brüssel am Montag deutlich. „Zusätzlich zur Bedrohung jüdischer Gemeinden durch den radikalen Islam sehen wir eine sehr reale Bedrohung durch populistische Bewegungen in ganz Europa”, erklärte Rabbiner Menachem Margolin, Leiter der EJA, in seiner Eröffnungsrede. Das Erstarken der AfD in Deutschland, ebenso wie der Front National in Frankreich, der Freiheitspartei in den Niederlanden und der Lega Nord in Italien ließen die Furcht vor einer Intensivierung des klassischen Antisemitismus weiter wachsen, hieß es auf der Konferenz. Unterdessen ist ein Parteiausschluss des thüringischen AfD-Vorsitzenden Björn Höcke offensichtlich vom Tisch. Gegen Höcke, der das Holocaustmahnmal in Berlin als „Denkmal der Schande“ bezeichnete, von einer „dämlichen Bewältigungspolitik“ gesprochen und eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ gefordert hatte, will laut FAZ der AfD-Bundesvorstand nur „Ordnungsmaßnahmen wegen parteischädigenden Verhaltens“ verhängen.

Obama: Millionenschweres Abschiedsgeschenk an Palästinenser
Der frühere US-Präsident Barack Obama hat am vergangenen Freitag, Stunden vor der Amtseinführung seines Nachfolgers Donald Trump, 221 Millionen Dollar an die Palästinensische Autonomiebehörde überwiesen. Die scheidende US-Regierung informierte den Kongress offiziell darüber, dass sie die Gelder Freitagmorgen überweisen würde, erklärte ein Sprecher des US-Außenministeriums. Mindestens zwei Abgeordnete der Republikaner hatten die designierte Summe zuvor mit einer Sperre versehen. In der Regel werden solche Sperren von der Exekutive respektiert, sie sind jedoch rechtlich nicht verbindlich.

Große Online-Gedenkaktion des WJC zum 27. Januar

Der World Jewish Congress (WJC, jüdischer Weltkongress), dem die ICEJ in tiefer Freundschaft verbunden ist, ruft anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages am 27. Januar (diesen Freitag) zur Online-Gedenkaktion #WeRemember auf. Beteiligen auch Sie sich an dieser wichtigen und einzigartigen Aktion!

Der WJC bittet Menschen auf der ganzen Welt, sich bis diesen Freitag mit einem Schild, auf dem We remember (wir gedenken) steht, selbst zu fotografieren und dieses Schild mit dem Hashtag #WeRemember auf Facebook, Twitter und Instagram zu posten oder eine Kopie des Bildes per E-Mail an den WJC weremember@wjc.org zu schicken. Ziel ist es, dass sich mindestens sechs Millionen Menschen weltweit an dieser wohl größten Online-Gedenkaktion beteiligen, um jedes einzelne jüdische Holocaust-Opfer zu ehren. Einige der Bilder sollen bei der offiziellen Gedenkfeier am 27. Januar in Auschwitz-Birkenau auf eine Großleinwand projiziert werden.

Lassen Sie uns als Christen, gerade aus Deutschland, ein starkes Zeichen setzen, dass wir die Vergangenheit nicht verschweigen und nicht vergessen, dass wir Verantwortung übernehmen, gegen Holocaustleugnung eintreten und an der Seite des jüdischen Volkes stehen!

Ein inspirierendes Video zur Online-Gedenkaktion finden Sie hier:

http://www.worldjewishcongress.org/en/weremember

Die deutsche Übersetzung des Sprechertextes lautet:

1933 gab es weltweit zirka 16 Millionen Juden. 1945, nach dem Holocaust, waren es nur noch zehn Millionen. Sechs Millionen Menschen, unschuldige Männer, Frauen und Kinder wurden brutal ermordet, nur weil sie Juden waren. 2017 gibt es erneut ungefähr 16 Millionen Juden auf der ganzen Welt. Am 27. Januar, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag, ermutigen wir Sie sehr dazu, unserer Vergangenheit zu gedenken. Lassen Sie uns sechs Millionen Menschen erreichen, um jedes einzelne jüdische Opfer zu ehren. Wir dürfen nicht vergessen, denn die Überlebenden unter uns werden immer weniger. Wir müssen uns erinnern, denn heute ist es unsere Verantwortung, gemeinsam mit den Kindern und Enkeln der Überlebenden, unsere Zukunft zu schützen. Wir müssen uns erinnern, denn der Antisemitismus wächst heute wieder auf der ganzen Welt. Wir müssen erinnern, weil die Holocaust-Leugner unerbittlich sind. Wir müssen uns erinnern, weil „Nie wieder“ sich leider immer und immer wieder wiederholt. Vom Holocaust zu den Killing Fields, Bosnien, Ruanda, Darfur, die Jesiden und weitere Gruppen…Wir müssen uns erinnern, denn wir schulden es unseren Vorfahren und unseren Kindern. Nehmen Sie daher bitte einen Stift, einen Pinsel oder einen Buntstift und schreiben Sie: „We Remember“ (wir erinnern uns). Machen Sie ein Bild von sich selbst und posten Sie es auf Facebook, Twitter und Instagram. Benutzen Sie dabei das Hashtag „WeRemember“. Bitte, vergessen Sie es nicht.

Massive Schäden durch Waldbrände in Israel

Bessere Wetterbedingungen und massive Hilfe aus dem Ausland haben dazu beigetragen, dass Israel am letzten November-Wochenende die massiven Waldbrände unter Kontrolle bekam, die eine Woche lang in weiten Teilen des Landes wüteten. Einige der Feuer brannten jedoch auch am Montag noch weiter. Der Schaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf über 2 Milliarden Schekel (über 400 Millionen Euro); damit handelt es ich um eine der teuersten Katastrophen in der israelischen Geschichte.

Massive Schäden

„Die Schäden sind enorm, sie gehen über alles hinaus, was wir bisher an Naturkatastrophen erlebt haben – dieses Ausmaß haben wir bisher nur in Kriegen erlitten“, sagte ein Vertreter des israelischen Finanzministeriums. „Die abschließende Berechnung der Brandschäden, die den Staat und die Allgemeinheit betreffen, wird erst in einigen Wochen vorliegen. Es sind sehr komplizierte Kalkulationen, die wir anstellen müssen.“

Die israelischen Feuerwehren und die Sicherheitsdienste gehen mittlerweile davon aus, dass viele der Feuer absichtlich aus nationalistischen Motiven gelegt wurden, andere wurden durch die anhaltende Trockenheit und unbeabsichtigtes Fehlverhalten ausgelöst. In Haifa, im Norden Israels, mussten 70 000 Menschen vorübergehend evakuiert werden. Viele von ihnen fanden bei ihrer Rückkehr nur noch Trümmer vor, da mehr als 700 Wohnhäuser durch die Flammen beschädigt oder zerstört wurden.

Liebevolle Aufnahme im Haifa-Heim

Das Heim für bedürftige Holocaust-Überlebende der ICEJ blieb von den Bränden unberührt, nahm jedoch über Nacht zusätzliche 27 Senioren auf, die ihre Häuser verlassen mussten. Viele weitere ältere Menschen besuchten die Einrichtung als ersten Zufluchtsort, an dem sie eine warme Mahlzeit und Ansprache erhielten, bevor sie sich auf den Weg zu ihren Verwandten und Freunden machten.

Die meisten dieser Evakuierten waren selbst Holocaust-Überlebende. Viele von ihnen kannten das Haifa-Heim bisher noch nicht, fühlten sich jedoch gleich willkommen und gut aufgehoben. Ein Team der ICEJ-Sozialabteilung nahm sie liebevoll in Empfang und half ihnen, sich nach dem Schrecken wieder zu beruhigen. Ein Arzt und eine Krankenschwester kümmerten sich um diejenigen, die unter Erschöpfung und hohem Blutdruck litten. Zahlreiche Besucher konnten mittlerweile wieder in ihre Häuser zurückkehren, doch 17 blieben über das Wochenende im Haifa-Heim, da ihre Wohnungen beschädigt oder zerstört wurden; sie brauchen nun eine Langzeitperspektive.

Weitere Hilfe wird benötigt

Die ICEJ konnte dank der Großzügigkeit ihrer Unterstützer 180 Feldbetten bereitstellen, die im Haifa-Heim und in anderen Notunterkünften aufgestellt wurden. Viele der Evakuierten sind nur mit dem, was sie am Leibe trugen, aus ihren Häusern und Wohnungen geflohen und haben nun kein Zuhause mehr.

Bitte beten Sie für diese Menschen und unterstützen Sie auch weiterhin unsere Hilfsmaßnahmen. Das Team unserer ICEJ-Sozialabteilung ist regelmäßig vor Ort und prüft, wo Unterstützung am dringendsten benötigt wird. Als Verwendungszweck bitte „Waldbrände“ angeben, herzlichen Dank!

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Kontoverbindungen:

ICEJ-Deutschland
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Verwendungszweck: Waldbrände

ICEJ-Österreich
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Israelische Trauma-Experten schulen Flüchtlingshelfer in Deutschland

Fünf Experten der Israel Trauma Coalition (ITC) fliegen am kommenden Sonntag, den 11. September nach Berlin, um Ärzte, Pfleger und Freiwillige zu schulen, die sich in zwei Erstaufnahmestellen um Flüchtlinge aus dem Nahen Osten kümmern. ITC-Direktorin Tali Levanon war vor sechs Wochen in Berlin, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Sie leitet die israelische Delegation, die fünf Tage lang ihr Wissen und ihre Erfahrungen weitergeben wird.

„Es gibt viele Tausende syrische und andere Flüchtlinge in Berlin”, erklärt sie gegenüber Israel21c. „Wir wurden von zwei Einrichtungen eingeladen, die jeweils 350 Männern, Frauen und Kindern für zirka sechs Monate Unterkunft bieten, bis sie die Erlaubnis erhalten, sich an einem anderen Ort in Deutschland niederzulassen.”

„Die Teams dort sind sehr engagiert, sie haben jedoch keine Ausbildung, um traumatisierten oder vertriebenen Menschen zu helfen“, so Levanon. „Die Flüchtlinge tragen die Geschichten des Krieges in ihrer Heimat mit sich herum und auch ihrer Reise nach Deutschland, die oft sehr traumatisch war, und ihrer Versuche, in einem neuen Land zurechtzukommen, wo sie weder die Kultur noch die Sprache verstehen.”

Die Israelis werden sich auf zwei Aspekte konzentrieren: Sie werden den Helfern grundlegende Werkzeuge „emotionaler Erster Hilfe” vermitteln, um die Flüchtlingen besser unterstützen zu können. Und sie werden Anleitung geben, wie die Helfer den eigenen Zusammenhalt stärken und Burnout und das sog. Mitgefühlserschöpfungssyndrom vermeiden können.

 

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