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Einsatz für verfolgte Christen

Während der Feier des Laubhüttenfestes im letzten Herbst hat die ICEJ gemeinsam mit zwei großen jüdischen und christlichen Organisationen insgesamt120 Staats- und Regierungschefs eindringlich dazu aufgefordert, effektive Maßnahmen gegen die brutale Christenverfolgung im Nahen Osten zu ergreifen. Zusätzlich zu den westlichen Luftangriffen zur Rückgängigmachung der Gebietsgewinne des IS im Irak und Syrien haben demokratische Staaten bisher durch humanitäre Hilfe in den Flüchtlingslagern und die Zulassung höherer Flüchtlingskontingente reagiert. Doch darüber hinaus hat sich die Weltgemeinschaft als wenig effektiv erwiesen, um diese andauernde Tragödie zu beenden, so dass die ICEJ sich gedrängt fühlte, Alarm zu schlagen.

Historische christlich-jüdische Initiative

Der Geschäftsführende ICEJ-Direktor Dr. Jürgen Bühler, der Präsident des „World Jewish Congress“ Ronald S. Lauder und Dr. William M. Wilson, Präsident und Vorsitzender des Empowered 21 Global Councils, unterzeichneten den Brief gemeinsam. Dr. Bühler erklärte, dass die Beteiligung Lauders, als Leiter der Hauptdachorganisation des Judentums weltweit, diese Initiative zu einer historischen machte. In den letzten Monaten hat die ICEJ offizielle Antwortschreiben mehrerer Staatsoberhäupter und Außenministerien erhalten.

Auszüge aus den Antwortschreiben:

Die Regierung Südkoreas schreibt, dass sie sich „verpflichtet sieht, die Beachtung der Menschenrechte für alle ohne Unterschied nach Rasse, sexueller Orientierung, Sprache oder Religion zu fördern und zu ermutigen...Wir werden weiterhin eng mit Regierungen, Bürgern anderer Länder und der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten, um Diskriminierungen aus religiösen Gründen zu bekämpfen.“

Der Präsident Portugals schreibt: „Christliche Gemeinschaften...müssen im Namen der universalen Werte der Toleranz zwischen allen Menschen und im Namen der Religionsfreiheit verteidigt werden.“

Das Bundeskanzleramt in Berlin versprach, „weiterhin gegen jede Art der Verfolgung die Stimme zu erheben.“

Der Präsident Mazedoniens schreibt: „Christliche Gemeinschaften sind die Opfer engstirniger Individuen und Gruppen, die von religiösem Fundamentalismus durchdrungen sind. Während die Welt über Einheit in Vielfalt spricht, sind sich die radikalen Extremisten in ihrer Intention einig, die Vielfalt nieder zu reißen und ihre Jahrhunderte alten Kulturkreise zu zerstören.“

Das Büro des australischen Premierministers erklärt: „Das Niederbrennen von Kirchen, das Plündern von Geschäften, erzwungene Glaubensübertritte von Familienmitgliedern und der Mangel an Gerechtigkeit im Angesicht der Verfolgung sind vollkommen inakzeptabel. Wir werden weiterhin nach Möglichkeiten suchen, das Leiden von Minderheiten bekannt zu machen und rufen zu weiteren internationalen Maßnahmen auf, um sie zu schützen und ihre Not zu lindern.“

Das Außenministerium der Niederlande schreibt: „Menschenrechte sind der Eckstein unserer Außenpolitik“. Es versicherte, dass es das Ziel der holländische Regierung sei, „ein starker Verteidiger der Menschenrechte und aller Minderheiten, einschließlich der christlichen Minderheiten im Nahen Osten“ zu sein. 

Das britische Außenministerium erwähnte, dass es kürzlich Meriam Ibrahim Asyl gewährt habe, einer sudanesischen Christin, die wegen Übertritt vom Islam zum Tode verurteilt worden war. “Wir arbeiten daran sicherzustellen, dass das Recht auf Gedanken-, Gewissen- und Glaubensfreiheit den internationalen rechtlichen Schutz erfährt, den es verdient.”

 

ICEJ und Shai-Fund helfen Jesiden und Christen

Mitte Dezember war ein Team des christlich-jüdischen Shai-Fund, unterstützt von der ICEJ, erneut für eine Woche im Kurdengebiet im Nordirak, um Jesiden und Christen zu helfen, die vor der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) geflohen sind. Unter der Leitung der Entwicklungshelferin Charmaine Hedding vom Shai-Fund besuchten zwei Gynäkologen, vermittelt durch die Deutsch-Israelische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe,und drei christliche Volontäre aus München Krankenhäuser, Flüchtlingslager und christliche Dörfer. „Unser Hauptschwerpunkt war es, Liebe weiterzugeben“, sagt Maureen Hoppe (25), die die Frauenarbeit der ICF-Gemeinde in München leitet. Das Team war in Dohuk stationiert; während die Ärzte im Krankenhaus junge Vergewaltigungsopfer des IS behandelte, packten Maureen und die übrigen Freiwilligen  Hilfspakete und lieferten sie in umliegende Dörfer und Flüchtlingslager aus.

Zuflucht in christlichen Dörfern
„Unsere Hilfe konzentrierte sich u.a. auf zwei abgelegene christliche Dörfer, direkt an der Grenze des Kurdengebietes, nahe Mossul“, berichtet Charmaine, die oft abseits ausgetretener Pfade dort im Einsatz ist, wo die großen Hilfsorganisationen nicht hinkommen „Beide Dörfer bestanden ursprünglich aus 30 bzw. 70 Familien. Sie haben über 300 jesidische und 150 christliche Familien aufgenommen, die vor dem IS flüchten mussten. Die Flüchtlinge sagten uns: Wir sind hierhergekommen, weil wir wussten, dass wir bei den Christen in Sicherheit sind!“ Die Haltung der christlichen Dorfbewohner beeindruckte Charmaine zutiefst. „In einem der beiden Dörfer erzählten sie mir, dass sie eines Morgens aufwachten und auf ihrer Dorfstraße hunderte von Flüchtlingen vorfanden, Christen, Jesiden und Schabaks. Sie waren aus der Ebene von Niniveh vor dem IS geflohen, die ganze Nacht hindurch gelaufen und dann auf dem Dorfplatz zusammen gebrochen.“ Die Jesiden hatten sich zehn Tage lang im Sindschar-Gebirge versteckt, ohne Lebensmittel und Wasser. Der Dorfpriester berichtete, dass viele der Kinder so ausgetrocknet waren, dass sie sich die Zunge zerbissen hatten. „Die christlichen Dorfbewohner haben sich nicht beklagt, sondern die Menschen aufgenommen, so gut es eben ging. Sie sagten: Das ist die Aufgabe, die Gott uns jetzt gestellt hat“, erzählt Charmaine. Das Team verteilte dringend benötigte Lebensmittelpakete, Decken und Matratzen an die Flüchtlingsfamilien, die von humanitärer Hilfe abhängig sind.

Not in den Flüchtlingslagern
Die Lastwagen mit den Hilfsgütern steuerten auch mehrere Flüchtlingslager an, u.a. ein neu errichtetes Lager, das 3000 jesidischen Familien Platz bieten soll. „Für die Jesiden war es das Größte und kaum fassbar, dass wir als Christen ihnen, den Jesiden, helfen“, erzählt Maureen. „Am meisten hat mich die Gastfreundschaft der Menschen beeindruckt. Die Flüchtlinge wollten uns unbedingt zu einer Tasse Tee einladen, obwohl sie in ihren Zelten wirklich gar nichts hatten.“ Als Charmaine eines der Zelte betrat, bot sich ihr ein erschütternder Anblick. „Ein alter Mann lag auf dem Betonboden, auf ihm und dicht an ihn gedrängt lagen mehrere kleine Kinder; es gab nur eine Decke – sie alle versuchten so, sich warm zu halten. Ansonsten war das Zelt komplett leer.“ Das Team bemerkte später, dass die Flüchtlinge sogar die Pappkartons, in denen die Decken geliefert wurden, verwerteten und sie benutzten, um den kalten Boden zu „isolieren“. Viele Flüchtlingsfamilien mussten ihre Häuser im Sommer verlassen, ohne etwas mitnehmen zu können, als sie vor dem IS flohen; sie haben nichts als die Kleider, die sie am Leibe tragen. 

Obdachlose Kinder
Das Hilfsteam machte sich in der Umgebung des neuen Lagers auf die Suche nach obdachlosen Flüchtlingen. Viele von ihnen hatten in halbfertigen oder halbverfallenen Gebäuden Unterschlupf gefunden. „Unter diesen Flüchtlingen waren so viele Kinder“, berichtet Charmaine. „Oft sind sie die einzigen Überlebenden ihrer Familien, ohne erwachsene Begleitung oder Schutz.“ Wenn das Team ein Gebäude betrat, bot sich immer wieder dasselbe Bild: Kinder, die sich an einem offenen Feuer wärmten; die Fensterhöhlen des Gebäudes notdürftig mit Plastik verhängt, um Wind und Kälte abzuhalten.  „Am bewegendsten war für mich, wie diese Kinder auf unsere Lebensmittelpakete reagierten. Sie waren offensichtlich sehr hungrig. Fast ungläubig schauten sie auf die Pakete, berührten sie fast ehrfürchtig mit der Hand, sahen sie nur an. Wir haben so viele Pakete an diese Kinder verteilt, bis wir keine mehr hatten.“ 

Medizinische Hilfe
Im Krankenhaus von Dohuk kümmerten sich unterdessen die Gynäkologen um die Mädchen, die vom IS gefangen gehalten und missbraucht worden waren. Das jüngste Mädchen war zwölf Jahre alt, die übrigen zwischen 13 und 16. „Die Geschichten dieser Mädchen brechen einem das Herz“, sagt Charmaine. Die Ärzte nahmen nicht nur die notwendigen medizinischen Maßnahmen vor, sondern sie bildeten dabei gleichzeitig vier irakische Ärzte aus, die die Behandlung weiterer Vergewaltigungsopfer nun selbständige übernehmen können. Einer der beiden aus Deutschland angereisten Gynäkologen kommt ursprünglich aus einem Nachbarland des Irak. „Er stammt aus Aleppo in Syrien, ist Moslem und lebt jetzt in Deutschland“, verrät Charmaine. „Er war sofort dabei, als er hörte, dass ein jüdisch-christliches Hilfsteam sich auf den Weg in den Irak macht!“ 

Weitere Hilfseinsätze im Nordirak sind geplant. Bitte unterstützen Sie diese lebensrettende und friedensstiftende Arbeit auch weiterhin! Als Verwendungszweck bitte „Nordirak“ angeben. Herzlichen Dank!

Zum Spendenportal

Lichtblicke im Alltag

Ein ganz besonderer Teil des Dienstes der ICEJ in Israel ist unser häuslicher Pflegedienst, der von Corrie van Maanen koordiniert wird. Die passionierte Krankenschwester aus den Niederlanden kümmert sich liebevoll um ältere Neueinwanderer aus der früheren Sowjetunion, darunter viele Holocaust-Überlebende. Sie besucht ihre Patienten zu Hause und hilft ihnen bei der Körper- und Gesundheitspflege.

Auf Corries Wochenplan stehen viele Hausbesuche. Oft ist sie die einzige Besucherin, vielen ist sie zu einer vertrauten Freundin geworden. Corrie bringt Ermutigung und Lichtblicke in die Einsamkeit dieser Senioren und erinnert sie immer wieder daran, dass es Christen gibt, denen sie wichtig sind. 

Schwieriger Neuanfang
Über die häusliche Pflege hinaus hat Corrie eine große Sensibilität dafür entwickelt, wie sie ihren Patienten eine Freude machen kann. Einer ihrer wöchentlichen Hausbesuche führt sie zu Tanya und Jashe, einem Ehepaar, das gemeinsam mit Tanyas Eltern Ende der 1990er Jahre aus  der Ukraine nach Israel eingewandert ist. Tanya kümmerte sich bis zu deren Tod um ihre kranken und alten Eltern. Später half sie der Familie ihres Sohnes bei der Kinderbetreuung. Diese vielfältigen Aufgaben ließen ihr keine Zeit zum Hebräisch Lernen, was ihr Gefühl der Isolation noch verstärkte. 

Praktische Hilfe
Heute sind Tanya und Jashe selbst krank. Seit Jahren sind sie nicht mehr mobil. Einfachste Bewegungsabläufe wie Treppensteigen und das Tragen der Einkaufstaschen fallen ihnen schwer. Corrie gehörte praktisch schon mit zur Familie, als sie bei der Pflege von Tanyas Vater half. Jetzt brauchen Tanya und Jashe Unterstützung. Nachdem sich Jashes Gesundheit in den letzten Jahren merklich verschlechtert hatte, wurde er in ein Pflegeheim gebracht. Tanya hat ihre eigenen Einschränkungen, doch sie besucht ihren Ehemann, so oft sie kann. Die Spenden holländischer Christen decken die Fahrtkosten ihrer regelmäßigen Besuche bei Jashe.

Trost und Würde
Zusätzlich zu dieser praktischen Hilfe bringen Corries wöchentliche Besuche immer wieder weitere Lichtblicke in ihr Leben. “Es sind die kleinen Dinge, die mir die Kraft geben durchzuhalten”, erklärt Tanya. Bei ihrem letzten Besuch brachte Corrie Tanya neues Geschirr, Küchenhandtücher und Lebensmittel mit. Tanyas Kraft nimmt langsam ab, auch in den Händen. Oft lässt sie unbeabsichtigt Dinge fallen. Das ist ihr peinlich, genauso wie ihr mittlerweile fast leerer Geschirrschrank. Das neue Geschirrset aus Tellern und Tassen gibt Tanya ein Gefühl des Trostes und der Würde; jetzt kann sie wieder Gäste empfangen, ohne sich zu schämen.  

Nächstenliebe
“Das ist das Herz unseres Dienstes”, sagt Corrie. “Wir sehen die Not und helfen ihr ab, soweit wir können.”  Beim häuslichen Pflegedienst geht es um Beziehungen, eine sanfte Berührung, ein offenes Herz und ganz praktische Unterstützung. Dieser Dienst bringt Nächstenliebe in die Häuser der einsamen, alten und manchmal ans Bett gebundenen Menschen.

ICEJ-Direktor im Niger von muslimischen Terroristen angegriffen

Während sich die Geißel der islamistischen Gewalt immer weiter ausbreitet, bekommen auch Mitglieder unserer weltweiten ICEJ-Familie ihren giftigen und schmerzhaften Stachel zu spüren. Insbesondere in Zentralafrika werden unsere christlichen Geschwister auf brutale Art und Weise von Muslimen angegriffen. 

Anschläge in Zentralafrika

Als die Terroranschläge von Paris im Januar die Schlagzeilen bestimmten, wandte sich unser ICEJ-Direktor in Nigeria, Rev. Mosy Madugba mit einem dringenden Gebets- und Hilferuf an uns. Gerade war die gesamte Bevölkerung eines christlichen Dorfes in Nordnigeria, insgesamt 2000 Menschen, von der Boko-Haram-Miliz massakriert worden. 

Nur wenige Tage später informierte uns unser ICEJ-Direktor im Niger, Rev. Moctar Soumana, dass 55 Gemeinden gerade von einem muslimischen Mob niedergebrannt worden seien, aus Protest gegen das französische Satiremagazin Charlie Hebdo mit seinen Mohammed Cartoons. Auch Moctars eigene Gemeinde und sein Wohnhaus in Niamey gingen in Flammen auf.  Ein Mob von 1000 Demonstranten umstellte sein Haus und forderte ihn und seine Familie zur Flucht auf. Alles, was die Familie besaß, wurde verbrannt.

Hoher Preis für Pressefreiheit

Im Westen verteidigten wir stolz unsere Pressefreiheit, doch in Afrika mussten einfache Gläubige einen hohen Preis dafür bezahlen, obwohl sie mit den Ereignissen im fernen Paris nicht das Geringste zu tun hatten. Die Berichte, die wir über die kriminellen und unmenschlichen Angriffe auf Christen in Afrika erhalten, sind entsetzlich! Wenn muslimische Terroristen in ein christliches Dorf einfallen, töten sie die Männer und machen die Frauen zu Sex-Sklavinnen. Den Kindern werden oft die Hände und Füße abgetrennt oder auch sie werden als Sklaven verkauft. Boko Haram verübt diese grausamen Verbrechen nicht nur gegen Christen, sondern auch gegen andere Muslime – im Namen des Islam und des Koran.

Beziehungen zu Israel

Gleichzeitig haben wir bei Treffen mit Regierungsmitgliedern zentralafrikanischer Länder mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit immer wieder festgestellt, dass sie gegen diese Angriffe sind und mit dem radikalen Islam nichts zu tun haben wollen. Ihren Angaben zufolge werden Gewalt und Waffen von ausländischen Arabern und dem Iran nach Afrika importiert. Gleichzeitig wollen diese afrikanischen Politiker  guten Beziehungen zu Israel wieder aufnehmen und von den israelischen Errungenschaften im Bereich Medizin, High-Tech und Landwirtschaft profitieren.

Gebet und Unterstützung
Daher bitten wir Sie, liebe Unterstützer und Freunde der ICEJ, sehr herzlich um ernstliche Fürbitte für unsere christlichen Geschwister in Afrika! Bitte erheben Sie Ihre Stimme in Ihren eigenen Herkunftsländern und protestieren Sie deutlich hörbar gegen das, was Christen durch muslimische Terroristen angetan wird. Jetzt ist die Zeit zu handeln!


 

Jewish Agency ehrt ICEJ

Die ICEJ und andere christliche Gruppen sind Ende Februar in Jerusalem von der Jewish Agency (JA) für ihre Unterstützung der Alijah ( der jüdischen Einwanderung) nach Israel geehrt worden. Das Direktorium der JA hob am Ende seiner Jahrestagung insbesondere das Engagement der christlichen Gruppen bei der Alijah aus der umkämpften Ukraine hervor.

Zu den geehrten Gruppen gehörten neben der ICEJ Ezra International, Christians for Israel, Ebenezer, Ebenezer-Deutschland, the Patmos Foundation, One Mission, und das Kim Clement Center. Vertreter dieser Gruppen waren bei der Zeremonie in Jerusalem anwesend.
 

Nachdem JA-Direktor Natan Sharansky beschrieben hatten, wie christliche Volontäre der genannten Organisationen ihre eigene Sicherheit aufs Spiel setzten, um in den vom Bürgerkrieg zerrütteten Regionen der Ostukraine jüdischen Flüchtlingen bei ihrer Heimkehr nach Israel beizustehen, gab es stehende Ovationen seitens der JA-Delegierten.

“Die christliche Beteiligung an unseren Alijah-Operationen hat eine lange Geschichte. Es ist immer angemessen, Danke zu sagen, doch heute ist es besonders wichtig, unsere Wertschätzung auszudrücken, da christliche Organisationen uns täglich helfen, jüdische Menschenleben in der Ukraine zu retten“, sagte Sharansky.
 

Die ICEJ hat in den vergangenen 25 Jahren mehr als 115 000 Juden bei ihrem Umzug nach Israel geholfen, hauptsächlich aus der früheren Sowjetunion. Letztes Jahr unterstützte die ICEJ fast 2300 Juden bei ihrer Einwanderung aus der Ukraine, Frankreich und Indien. Der Bürgerkrieg in der Ukraine, wachsender Antisemitismus und islamischer Terrorismus in Frankreich lassen die jüdische Einwanderung aus diesen Ländern nach Israel stark ansteigen.

Das Schwert des Islam

Die Anschläge von Paris und Kopenhagen sind Teil einer beispiellosen weltweiten islamischen Terrorwelle. Europa hat schon vorher unter Terrorangriffen gelitten, wie zum Beispiel unter den Zuganschlägen von Madrid oder den Angriffen auf die Londoner U-Bahn vor zehn Jahren.

Doch die aktuelle Welle muslimischer Militanz schockt mit ihrem Ausmaß an Unmenschlichkeit die ganze Welt. Die britische Zeitung The Economist hat sogar eine tagsaktuelle Grafik erstellte, um den alarmierenden Anstieg islamistischer Gewalt auf der ganzen Welt zu verfolgen. 

Insbesondere der Islamische Staat (IS) und die Boko-Haram-Terrorgruppe verfolgen heute eine dschiadistische Agenda, die selbst einige Al-Kaida-Anhänger zurückschrecken lässt. Sie hängen einer sehr strengen und grausamen Anwednung der Scharia an und handeln auf dem Schlachtfeld sehr barbarisch. Ihre Opfer sind nicht nur rivalisierenden Schiiten, Christen und westliche Ungläubige, sondern auch sunnitische Muslime, einschließlich der Staatenführer arabischer Regime.

Reformaufruf

Dieser Umstand hat mehrere arabische Politiker dazu gebracht, zu einer “Reform” des Islam aufzurufen, unter ihnen der Kronprinz von Bahrain und der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi. Vor islamischen Gelehrten an der Al-Azhar-Universität fragte al-Sisi im Januar: “Ist es möglich, dass 1,6 Milliarden Menschen wirklich den Rest der Erdenbewohner, sieben Milliarden, töten wollen, damit sie selbst leben können? Unmöglich!...Wir brauchen eine religiöse Revolution. Ihr, Imame, seid vor Allah verantwortlich. Die gesamte Welt wartet auf Euren nächsten Schritt. “
 

Die Lehren Mohammeds und Jesu'

US-Präsident Barack Obama mahnte zur Vorsicht und verteidigte den Islam erneut als eine “Religion des Friedens”. Gleichzeitig führte er historische Beispiele dafür an, dass Christen ebenfalls in unmenschliches Verhalten verfallen seien. Natürlich stimmt es, dass heute viele Muslime eine friedliche Version des Islam praktizieren und dass einige Christen vom Pfad des Friedens, den Jesus verkündigte, abgewichen sind.

Doch die Radikalen des IS können mit Fug und Recht behaupten, dass sie der Art des Islam folgen, die ursprünglich von Mohammed eingeführt wurde, etwas, was die Kreuzfahrer nicht mit Blick auf die Lehren Jesu' sagen könnten. Der Prophet des Islam schuf einen wenig friedlichen Präzedenzfall als Befehlsführer einer Miliz, die zu einer großen Armee wurde. Darüber hinaus schuldet der Islam seine schnelle Verbreitung mehr dem Schwert als seinen geistlichen Lehren. 

Jesus hingegen mied das Schwert und verließ sich auf die Kraft moralischer Überzeugung. Die frühe Christenheit wuchs aufgrund des Mutes der Apostel so schnell. Sie wurden zu Märtyrern ihres Glaubens, statt andere umzubringen.

Heute wird das Schwert des Islam erneut gegen ganze Nationen und Regionen erhoben. Es hängt seit der ersten palästinensischen Intifada und der Gründung der Hamas 1989 über Israel. Jetzt bedroht es den gesamten Nahen Osten und schwebt drohend über Europa und weit darüber hinaus.
 

Terrortaktik


Um diese Bedrohung zu konfrontieren, muss man sie zunächst klar identifzieren. Wir stehen nicht in einem “Kampf gegen den Terror”, sondern kämpfen gegen eine extremistische religiöse Ideologie, die Terror als Taktik benutzt. Auch die Art und Weise dieser Bedrohung müssen wir verstehen. Der radikale Islam ist darauf angewiesen, Furcht zu verbreiten, um andere in eine unfreiwillige Unterwerfung unter seine Ziele zu zwingen.

Zusätzlich zu guter Geheimdienstarbeit und militärischer Entschlossenheit sollten Staats- und Regierungschefs daher interne Stimmen der Reform innerhalb des Islam ermutigen, die einen friedlicheren Charakter dieser Religion vertreten. Der Westen sollte auch die Vertreter der jüngeren Generation unterstützen, die aus den lähmenden Beschränkungen des Islam ausbrechen wollen. Auch muslimische Frauen müssen von der historischen Unterdrückung durch den Islam befreit werden. 
 

Solidarität und Besonnenheit

Unterdessen sollten wir Christen unsere Glaubensgeschwister unterstützen, die im Nahen Osten und Nordafrika von muslimischer Seite schwer verfolgt werden. Gleichzeitig müssen wir die aktuelle Erweckung in diesen Gegenden fördern. Viele Muslime werden durch den radikalen Islam abgestoßen und suchen anderswo nach Antworten. Schließlich sollte niemand der Furcht und Einschüchterung nachgeben, die der radikale Islam uns allen aufzuerlegen versucht. “Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.” (2. Timotheus 1,7)
 

Luthers Schreibtisch

Der Traum wiederholt sich oft. Darin sehe ich einen Mann, der tagelang wie ein Getriebener schreibt. Die Tage werden zu Wochen und Monaten, schließlich zu Jahren. Die Nächte kommen und gehen, und er schreibt immer weiter. Dabei ist er konzentriert und still, doch die Intensität und Bedeutungsschwere der Worte, die er niederschreibt, sind fast körperlich spürbar; ein Gefühl großer Dringlichkeit liegt in der Luft. Seine Feder schreibt Geschichte. Er weiß, dass die Welt diese Botschaft braucht, um das Licht zu erkennen; nach Jahren akribischer Übersetzungsarbeit ist sein Meisterwerk endlich fertig. Voller Stolz schlägt er sein Buch zu. Diese Botschaft wird Nationen verändern, und er weiß das. Müde und zufrieden zugleich erhebt der Mann sich von seinem alten, schweren und mit Tintenflecken übersäten Schreibtisch, ergreift sein dickes Buch und verlässt den Raum. Plötzlich erfüllt eine fürchterliche Ahnung den Raum. Ist etwas Wichtiges vergessen worden? Der Mann hat den Raum verlassen und kommt nicht wieder. Doch auf seinem Tisch schimmert etwas auf – ein kleiner, glänzender Davidsstern liegt verlassen auf der schweren Tischplatte.

 

Vor fast 500 Jahren nagelte Martin Luther 1517 seine 95 Thesen an das Hauptportal der Schlosskirche zu Wittenberg. Obwohl diese Handlung historisch nicht belegt ist, wissen wir heute, dass seine Thesen, die die katholische Glaubenspraxis kritisierten, tatsächlich existierten. Gemeinsam mit seiner Bibelübersetzung in die Volkssprache haben sie die Welt auf dramatische Art und Weise verändert.



Luthers Antisemitismus


In seinen frühen Jahren war Luther einer der schärfsten Kritiker des Papsttums gerade wegen dessen Misshandlung der Juden. Doch seine große Enttäuschung darüber, dass die Juden seine Lehren nicht annahmen, ließ in ihm eine tiefe Feindschaft gegenüber dem jüdischen Volk entstehen.


Luthers Antisemitismus machte ihn blind für eine der großen Wahrheiten, die unter der Reformation begraben blieb: Dass Gott für die Juden immer noch eine zentrale Rolle in seinem Plan zur Welterlösung reserviert hatte; Israels Wiederherstellung lag vergessen auf Luthers Schreibtisch. Das führte zu einem Riss im Fundament der Reformation, der viele Christen bis heute daran hindert, den vollen Umfang des Erlösungsplanes Gottes zu erkennen.

 

Gottes Treue zu Israel


Wir wollen nicht blind sein für diese Wahrheit. Gott hält heute immer noch an seinem Bund mit Israel fest, und daran erkennen wir, dass wir einem treuen Gott dienen. Unsere Generation hat diese Treue am Beispiel der Rückkehr des jüdischen Volkes in sein altes Heimatland und an der Wiedergeburt der Nation Israel erkennen dürfen. Luther lebte nicht lang genug, um die Erfüllung dieser Prophezeiungen zu sehen, doch wir sind ihre Zeugen. Lasst uns Israel und das jüdische Volk nicht auf dem Schreibtisch unseres alltäglichen Lebens vergessen!

Reformation

.. bis Gott die neue Ordnung (engl. Reformation) in Kraft setzte.“ (Hebräer 9,10)

Das evangelikale Christentum kann man sich heute ohne die als „Reformation“ benannte historische Zeitspanne kaum vorstellen. Große Reformatoren der Vergangenheit wie Martin Luther, Johannes Calvin, John Wesley und viele andere brachten Veränderung und Wandel in das Christentum, die für das Überleben der Kirche notwendig waren. Die oben erwähnte Schriftstelle aus dem Hebräerbrief spricht von eine künftigen Zeitspanne der messianischen Reformation, die insbesondere für das Volk Israel anbrechen wird. Nach einer solchen Reformation werden alte Traditionen des Tempel-Gottesdienstes überflüssig und eine neue Zeit der Gottesverehrung für das Volk Gottes anbrechen.


Reformation in Israel

 

Das Wort Gottes berichtet über verschiedene Reformationszeiten in der Geschichte des Volkes Israels. Männer Gottes wurde in der Bibel immer wieder von Gott gebraucht, um Gottes Volk wichtige Reformen zu bringen. Asa (2. Chronik 15), Hiskia (2 . Chronik 30-31), Josia (2. Chronik 34) und Nehemia sind nur einige Beispiele großer reformatorischer Leiter, welche den geistlichen Zustand Israels erneuerten. Reformen wurden notwendig, als die Israeliten sich von Gott entfernten. Durch die Generationen hindurch wurden Bräuche und Traditionen angenommen, die dem offenbarten Willen Gottes widersprachen. Diese Traditionen beinhalteten entweder Tempeldienst, der dem Wort Gottes widersprach, eine Aufweichung verbindlicher Regeln für das Zusammenleben in der Familie, Götzendienst oder allgemeinen moralischen Verfall in der Gesellschaft. Während solcher Zeitabschnitte waren die geistlichen Leiter der Nation (die Priester und die Propheten) oft gleichgültig gegenüber dem moralischen Niedergang des Volkes oder sie spielten sogar eine entscheidende Rolle dabei.

Herzensveränderung

 

Doch wenn die Reformatoren dem Volk den Willen Gottes neu verdeutlichten, veränderte dies nicht nur sein Verständnis, sondern viel wichtiger noch, sein Herz und sein Verhalten. Die ganze Nation fing an, Gott zu suchen (2. Chronik 15, 12). Infolgedessen begann Gott wieder, sein Volk zu segnen, und Israel erlebte Zeiten des Friedens, der Sicherheit und des Wohlstandes. Manchmal führten Zeiten der Reformation zur Wiederentdeckung alter Wahrheiten und Lehrsätze, die schon die ganze Zeit im Wort Gottes enthalten waren, aber nie wirklich einen Teil der geistlichen Traditionen des Volkes bildeten. Hiskia beispielsweise entdeckte das Passahfest wieder neu. Jahrhunderte lang hatte Israel es nicht mehr gefeiert - „seit den Tagen Davids“, um genau zu sein.

Wiederentdeckung alter Feste

Wahrscheinlich hatten die Theologen der damaligen Zeit viele Begründungen parat, warum dieser einzigartige Ausdruck des Glaubens Israels, das Passahfest, nicht mehr als relevant angesehen wurde. Doch nur so lange, bis Hiskia die mutige Entscheidung traf, dieses heilige biblische Fest wieder einzuführen. Noch bemerkenswerter war die “Wiederentdeckung” der ordnungsgemäßen Feier des Laubhüttenfestes zur Zeit Nehemias. Das ist beachtenswert, da dieses Fest in der Geschichte Israels bis zur Zeit Nehemias nie eine besondere Rolle gespielt zu haben schien...

Und die ganze Versammlung, alle, die aus der Gefangenschaft zurückgekehrt waren, machten Laubhütten und wohnten in den Hütten. Denn die Söhne Israel hatten es nicht mehr so gehalten seit den Tagen Josuas, des Sohnes Nuns, bis auf jenen Tag. Und es war eine sehr große Freude.“ (Nehemia 8,17)

Nach fast 1000 Jahren jüdischer Geschichte wurde dieses Fest endlich gefeiert, in einer Reform, die das jüdische Volk sogar noch bis heute beeinflusst.

 

Reformation des Christentums

 

Die christliche Gemeinde ist auch durch verschiedene Phasen der Reformation und der Wiederentdeckung alter Wahrheiten gegangen. Eine von ihnen war beispielsweise die Wiederentdeckung des Aufrufs zur Weltmission. Die meisten Gemeinden hatten keine große Vision für die verlorenen und oft „unzivilisierten“ Volksstämme dieser Erde. Das änderte sich, als die Herrenhuter Brüder und später Männer wie Hudson Taylor und William Carey ihre Heimatländer verließen, um als Missionare in weit entfernten Gegenden zu wirken. Sie wurden zu Reformatoren, als sie der Kirche die Vision zur Weltmission zurückgaben. Heute kann man sich kaum eine Ortsgemeinde ohne ein Budget für Mission und Evangelisation vorstellen.

Die Notwendigkeit der Reformation

Während verschiedener Zeitabschnitte in der Geschichte Israels riefen die Propheten zur Erneuerung, zur Reformation auf. Es war insbesondere Jeremia, der die kurz bevorstehende Zerstörung Israels vorhersah und die Nation wiederholt zur Buße und Erneuerung aufrief.

So spricht der HERR: Siehe, ich bereite ein Unglück gegen euch vor und plane einen Anschlag gegen euch! Kehrt doch um, jeder von seinem bösen Weg, und bessert eure Wege und eure Taten!“ (Jeremia 18,11)

Wenn sie diese Erneuerung ablehnte, würde Israel als Nation von Gott gerichtet. Bereits durch Mose hatte Gott Israel gewarnt: Wenn sie einen Wandel ihres Verhaltens ablehnten, würde er sich Israels Rebellion annehmen. „Und wenn ihr euch dadurch nicht von mir zurechtweisen lasst und euch mir entgegenstellt, dann werde ich meinerseits mich euch entgegenstellen.“ (3. Mose 26, 23). Ebenso sind die sieben Sendschreiben an die Gemeinden in der Offenbarung im Kapitel 2 und 3 dringende Aufforderungen zur Reform. Von den sieben erwähnten Gemeinden brauchten fünf ganz dringend Veränderung.


Veränderung der Gesellschaft

Reformation ist nicht nur eine Zeit der individuellen Buße. Sie beeinflusst immer das gesamte Volk Gottes. Gesetze ändern sich, neue und von Gott inspirierte Gesellschaftsordnungen werden eingeführt, und die Nation als ganze kommt unter den Segen Gottes.

Genau das erreichte auch die Reformation Martin Luthers und Johannes Calvins, ebenso wie der Dienst John Wesleys in England. Ein Großteil unseres Wertekatalogs und unserer Kultur in der westlichen Welt gründet sich auf die reformatorischen Kräfte, die zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert Europa erfassten. Sie beeinflussten in einem noch größeren Maße auch die Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika. Viele der Reformatoren, die in Europa verfolgt wurden, fanden in der neuen Welt ihre Heimat und waren aktiv daran beteiligt, ein frühe amerikanische Kultur zu schaffen, die auf biblischen Wahrheiten beruhte. Die Reformen begannen immer innerhalb der Gemeinde und hatten dann auch einen Einfluss auf die Gesellschaft als Ganze.


Reformation der westlichen Welt

 

Eine neue Zeit der Reformation ist in der heutigen Gemeinde dringend erforderlich. In unseren westlichen Gemeinden in Europa und Nordamerika sorgt man sich über den wachsenden Einfluss der Säkularisierung in unseren Gesellschaften. Europa hat schon seit langem seine christlichen Wurzeln aufgegeben, und viele amerikanische Christen befürchten, dass ihr ursprüngliches Erbe als „eine Nation unter Gott“ (a nation under God) bedroht ist. Eine weitere Reformation in der Gemeinde der westlichen Welt ist nötig, da die Gemeinde nicht nur ihren Einfluss auf die Gesellschaft verloren hat, sondern die Welt mittlerweile die Gemeinde beeinflusst.

Viele Christen erwarten eine Lösung von ihrer Regierung. „Wenn wir nur eine andere Regierung hätten, sähe die Lage besser aus“, höre ich oft. Ja, die Gemeinde ist dazu berufen, für die Regierung zu beten und diese Berufung muss ernst genommen werden. Doch Gott sieht die nationale Veränderung weniger von der Regierung, sondern vielmehr vom Volk Gottes ausgehen.

„..
.und mein Volk, über dem mein Name ausgerufen ist, demütigt sich, und sie beten und suchen mein Angesicht und kehren um von ihren bösen Wegen, dann werde ich vom Himmel her hören und ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen.“ (2. Chronik 7,14)

Gottes Volk ist gefragt

 

Der Schlüssel für nationale Wiederherstellung und Heilung liegt beim Volk Gottes. Wenn das Volk Gottes sein Angesicht sucht, sein Verhalten verändert und seine Glaubenskultur wieder ihren apostolischen Wurzeln anpasst, dann verheißt Gott eine Zeit der nationalen Heilung. Lassen Sie uns gemeinsam im Jahr 2015 für Reformation beten und Reformation anstreben, damit die Gemeinde des lebendigen Gottes erneuert wird.

Selbstverteidigung und Erste Hilfe für Europas Rabbiner

Nach den tödlichen Anschlägen auf Synagogen in Paris und Kopenhagen lässt sich eine Gruppe europäischer Rabbiner in Selbstverteidigung und Erster Hilfe ausbilden. Am Dienstag fand eine erste Konferenz in Prag statt, an der 100 Rabbiner aus ganz Europa teilnahmen, organisiert von der „European Jewish Association“ (EJA) und dem Europäischen Rabbinerzentrum.

(Bild: Moped eines jüdischen Ersthelfers in der Jerusalemer Altstadt)

Leider werden die meisten jüdischen Institutionen in Europa von den verschiedenen Regierungen nicht ausreichend geschützt“, erklärte Rabbiner Menachem Margolin, Generaldirektor der EJA. „Aus diesem Grunde haben wir beschlossen, Rabbiner und jüdische Gemeindeleiter auf dem gesamten Kontinent mit Wissen und dem nötigen Handwerkszeug auszustatten, um während eines Terrorangriffs Erste Hilfe leisten und sich selbst verteidigen zu können.“

Letztes Wochenende erneuerte der israelische Botschafter in Deutschland, Jakov Hadas-Handelsman, das Angebot an europäische Juden zur Auswanderung nach Israel. „Wer sich bedroht fühlt, hat heute die Möglichkeit, jederzeit zu uns (nach Israel) zu kommen“, so Hadas-Handelsman gegenüber dem Tagesspiegel am Sonntag. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, entgegnete, auch in Israel sei es nicht absolut sicher. Am Freitag war bekannt geworden, dass die Jüdische Gemeinde Berlin zum Schutz ihrer Mitglieder ihre eigene Zeitung künftig in einem neutralen Umschlag ohne aufgedrucktes Logo versendet.


 

IS entführt 90 assyrische Christen

Nach dem Bericht einer syrischen Oppositionsgruppe vom Dienstag hat die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) mindestens 90 Einwohner assyrisch-christlicher Dörfer im Nordosten Syriens entführt.  Am Montag berichteten die Vereinten Nationen, dass viele der Handlungen des IS im benachbarten Irak aller Wahrscheinlichkeit nach "Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord" darstellten. Unterdessen diskutieren Abgeordnete in Washington einen Antrag von US-Präsident Barak Obama auf ein erneutes Mandat, mit militärischer Gewalt gegen den IS vorzugehen. Die französische Marine hat mittlerweile ihren Flugzeugträger Charles de Gaulle in den Persischen Golf verlegt, um an Luftschlägen gegen IS-Positionen im Irak teilzunehmen.

 

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