Change Region:Germany

Commentary

ENVISION-Konferenz 2021- Leitung in Krisenzeiten

„Das Licht scheint in der Finsternis …“ (Johannes 1,5)

Liebe Pfarrer, Pastoren und Leiter,

unsere Welt verändert sich rasend schnell: Die Corona-Krise, die US-Wahlen, eine weltweit drohende Konjunkturschwäche - das ist nur eine Auswahl der jüngsten Schlagzeilen. Gleichzeitig werden jüdisch-christliche Werte in unserer postmodernen Zeit mehr und mehr abgelehnt.

Foto: ICEJ, ICEJ-Präsident Jürgen Bühler (Mitte) mit den österreichischen Pastoren Harald Mitterhofer (links) und Ing. Stefan Hanl, Januar 2020

Wenn die Grundpfeiler unseres Lebens erschüttert werden, fällt es schwer, nicht die Richtung zu verlieren. Wir brauchen mehr denn je klare Leitung. Als Kirchen- und Gemeindeleiter sowie christliche Führungskräfte sind wir berufen, in diesen stürmischen Zeiten wie Leuchttürme Orientierung zu geben und auf die soliden Fundamente unseres Glaubens und auf Jesus, das Licht in dieser dunkler werdenden Welt, hinzuweisen.

Ich lade Sie ein, mit Leitern aus aller Welt bei unserer dynamischen Online-Konferenz in Jerusalem dabei zu sein und eine frische Vision zu empfangen. Gemeinsam wollen wir darauf vertrauen, dass der Heilige Geist uns und diejenigen, denen wir in der kommenden Zeit dienen werden, befähigen und leiten wird.

Ich würde mich freuen, Sie bei der ENVISION Online-Konferenz 2021 begrüßen zu dürfen.

Herzlichst, Ihr

Dr. Jürgen Bühler

ICEJ-Präsident, Jerusalem

Die ENVISION-Konferenz für Pastoren und christliche Leiter wird 2021 vom 25. bis 28. Januar online stattfinden (auf Englisch). Geben Sie die Anmeldeinformationen an Ihren Leiter oder Pastor weiter! Anmeldung unter: envision.icej.org

Nachfolgend ein kurzer Bericht von unserer ENVISION-Konferenz 2020

Pastoren und christliche Leiter in Israel

Mehr als 80 Pastoren und christliche Leiter aus aller Welt nahmen Ende Januar 2020 an der ENVISION-Konferenz der ICEJ für Pastoren und Führungskräfte teil, um das Land und Volk Israel zu erleben und Gottes Wegweisung in Jerusalem zu suchen.

Besonders wertvoll waren biblische Lehreinheiten von lokalen messianischen und arabischen Pastoren und Leitern. Durch die Botschaften konnten die Teilnehmer Gottes Herzschlag für Israel nachspüren. „Es ist nicht leicht, als arabischer Pastor über Gottes Herz für Israel zu predigen“, erzählte Saleem Shalash aus Nazareth. „Aber wie können wir an die Ersatztheologie glauben? Wenn Gott Israel durch die Kirche ersetzt, kann er die Kirche durch etwas anderes ersetzen.“ Der messianische Pastor Daniel Yahav aus Tiberias erklärte: „Langsam durchdringt die Liebe von Christen die Herzen des jüdischen Volkes. Sie erkennen, dass diese Liebe echt ist. Das Licht des wiedergeborenen Leibes Christi weckt Eifersucht in ihnen.”

Neue Wertschätzung

Zur Konferenz angereist waren auch Pastoren und Leiter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Schon viele Jahre ist Israel ein wesentlicher Teil unseres Gemeindelebens. Ich erlebte die Konferenz als eine Zeit, in der mir der Herr in Bezug auf das Volk der Verheißung eine ganz neue, vertiefte Wertschätzung und Connection schenkte“, erklärte der österreichische Pastor Ing. Stefan Hanl von der Christengemeinde Freistadt - Strom des Lebens. „Es war ganz speziell, zu sehen und mitzuerleben, in welch spannender und heilsgeschichtlich bedeutsamer Zeit wir uns befinden. Die Agenda Gottes, sein Herzschlag bezüglich der Wiederherstellung Israels und der Erfüllung aller Verheißungen und Zusagen sowohl für Israel als auch für die Nationen wurde für mich regelrecht greifbar. Es war großartig zu sehen, in welch einer Fülle und Bandbreite der Dienst der ICEJ in Israel und international tätig ist. Kontakte sind entstanden, die in Zukunft wohl auch eine vermehrte Rolle spielen werden.“

Profunde Einblicke

Harald Mitterhofer, Pastor der Freien Christengemeinde Zwettl/Rodl in Österreich berichtete: „Die Impulse und Themen der Sprecher waren vielfältig und in vielen Bereichen Augen öffnend. Meine Sichtweisen über Gottes Plan mit Israel und seine Bedeutung wurden erfrischt und gestärkt. Auch die profunden Einblicke in die derzeitige Lage Israels, die Kämpfe und Herausforderungen, die politische Lage und das weltpolitische Geschehen, haben mir sehr geholfen. Ich durfte Gottes Handschrift im Aufblühen Israels neu erkennen und die Arbeit der ICEJ in Israel mit ihren vielfältigen Beziehungen und Projekten als Brückenbauer vor Ort wahrnehmen.“

„Gott hat mich zu dieser Konferenz gebracht und mir ist hier besonders wichtig, Kontakte mit den anderen aus aller Welt zu knüpfen“, sagte Birgit Kirsch, die mit der deutschen Gruppe teilnahm. „Ich bin so dankbar dafür, dass die ICEJ es uns hier ermöglicht, mehr über Israel zu erfahren.“

ENVISION Online-Konferenz 2021 (auf Englisch)

25.-28. Januar 2021

Lernen Sie Leiter aus aller Welt kennen • Erfahren Sie mehr über die erstaunliche Erfolgsgeschichte des modernen Staates Israel • Hören Sie von internationalen Leitern, die Krisen überwunden haben und daran gewachsen sind • Gespräche mit wichtigen Führungskräften Israels • Begegnen Sie israelischen Geschäftsleuten, Politikern, Rabbinern und messianischen und arabischen Pastoren • Hören Sie prophetische Lehre über Israel • Beten Sie mit Leitern aus Israel und weltweit

PROGRAMM: Jeden Tag eine Stunde Livestream aus dem TBN-Studio mit Blick über Jerusalem • Täglich einstündige Live-Ausstrahlungen von der Knesset, Yad Vashem und anderen Orten • Mehr als 20 Seminare mit Pastoren sowie Leitern aus Politik und Wirtschaft • Gebetstreffen mit bekannten Leitern • Täglicher Online-Austausch mit Pastoren und Leitern aus Politik und Wirtschaft, aus Israel und aller Welt • Israelischer und internationaler Lobpreis

SPRECHER: Pastor Peter Tsukahira (Israel), Calev Myers (Israel), Ingolf Ellßel (Deutschland), Pastor Mats Ola Ishoel (Russland), Kenneth Meshoe (Abgeordneter aus Südafrika), Mike Sodrel (US-Kongressabgeordneter) und weitere!

TEILNAHMEKOSTEN: 100$ (85€)

ANMELDUNG: envision.icej.org (Englisch) oder im deutschen ICEJ-Büro: info@icej.de / Tel. 0711 - 83 88 94 80

Bitte beachten Sie, dass keine deutsche Übersetzung angeboten wird.

Änderungen vorbehalten


Die Überquerung des Jordan

Als ich vor Kurzem am Jordan stand dachte ich an die großartigen Ereignisse, die sich dort ereignet hatten – insbesondere, dass Josua eine ganze Nation in eine neue Bestimmung hineinführte. In den letzten Jahren habe ich mich oft mit der Geschichte von Josua und den Israeliten, die das Gelobte Land eroberten, beschäftigt.

Foto: Wikipedia, Die Überquerung des Jordan von Benjamin West, Symbolbild

Grundlegende Veränderung

Nachdem sie vierzig Jahre durch die Wüste gewandert waren, erreichten sie endlich ihr Ziel– das Land Kanaan. Dieses Ereignis bedeutete in vielerlei Hinsicht eine grundlegende Veränderung. Das Volk Israel musste sein Denken, seine Einstellung und sein Verhalten ändern. Sobald Israel den Jordan überquerte, war eine neue Vorgehensweise nötig. Was in der Wüste funktioniert hatte, genügte im neuen Land nicht mehr. Das ist auch eine Lektion für uns heute.
 
Josuas Aufstieg zum Anführer Israels war von einer dramatischen Veränderung für Israel begleitet. Die nomadischen Wüstenstämme wurden zu einer siegreichen Nation, die das Land Kanaan einnahm. Diese Verwandlung wurde durch ein Wunder Gottes möglich. An dem Tag, an dem das Volk Israel den Jordan überquerte, feierten sie das erste Passahfest im Gelobten Land. Obwohl Jericho noch nicht eingenommen war, feierten sie Pessach mit den Früchten, die im Land Israel wuchsen. Auf einmal geschah etwas, das sie womöglich nicht erwartet hatten: Das Manna, das „Brot der Engel“ (Psalm 78,25), erschien nicht mehr. „Und das Manna hörte auf am andern Morgen, als sie vom Getreide des Landes aßen. Seither hatten die Israeliten kein Manna mehr, sondern aßen von der Ernte des Landes Kanaan in diesem Jahr.“ (Josua 5,12)


In vielerlei Hinsicht war diese Veränderung schon lange zu erwarten gewesen, denn das tägliche Nahrungsspektrum war von nun an sehr viel vielfältiger. Aber die eigentlich große Veränderung war, dass Israel nun säen und ernten und das Land bearbeiten musste. Saatzeit und Ernte verlangten eine neue Arbeitsweise auf den Feldern und in den Obsthainen, um die jährliche Ernte einzuholen.

Neue Strategien

Auch ihre Militärstrategie veränderte sich radikal. Waren sie zuvor eine Nation gewesen, die sich nur gegen Angreifer in der Wüste verteidigt hatte, musste Israel nun in die Offensive gehen und neue Gebiete einnehmen. Bisher hatten sie ein nomadisches Leben geführt und waren Gott durch unfruchtbares Wüstenland gefolgt. Nun mussten sie befestigte Städte einnehmen und sich in den ihnen zugewiesenen Teilen des Landes niederlassen.

Als Josua das Volk Israel über den Jordan führte, trug er ihnen deshalb auf, ihre Augen auf die Bundeslade gerichtet zu halten und ihrer Leitung zu folgen – denn „so werdet ihr wissen, auf welchem Wege ihr gehen sollt; denn ihr seid den Weg bisher noch nicht gegangen.“ (Josua 3,4b) Ein neuer Weg und neue Erfahrungen warteten auf sie. Darum brauchte Israel eine neue Denkweise des Glaubens und der Erwartung. In gewisser Weise bedurften sie auch einer neuen Theologie, denn sie befanden sich in einem völlig anderen Abschnitt der Heilsgeschichte als ihre Väter.

Wüstenzeiten

Während der vierzigjährigen Wanderung durch die Wüste lebte Israel von einer „sich hinziehenden Hoffnung“. Viele Christen leben heute in genau demselben Modus der aufgeschobenen Hoffnung. Sie sind zufrieden, in einer geistlichen Wüste zu leben, die nie wirklich für sie als Kinder Gottes bestimmt war. Es ist wahr, dass Israel eine Zeit der Wüstenwanderung bestimmt gewesen ist. Wegen ihres Unglaubens erlaubte Gott ihnen nicht, auf direktem Weg ins Gelobte Land zu eilen. Stattdessen führte er sie eine längere Wegstrecke durch die Wüste. Dies war ein wichtiger Teil ihrer Reise. Es gibt Zeiten, in denen Gott Sie und mich durch Wüstenzeiten führen mag, weil diese Zeiten uns oft formen und verändern – mehr als Zeiten des Segens und des Überflusses.

Aber es war nie Gottes Absicht, dass die Israeliten ihr ganzes Leben in der Wüste verbringen sollten. Es war vielmehr Gottes gerechtes Urteil, eine gesamte Generation vier Jahrzehnte lang an diesem Ort der Unfruchtbarkeit umherwandern und in der Wildnis umkommen zu lassen. Ja, es war eine Zeit göttlicher Bewahrung, Versorgung und der Treue Gottes. Ihre Kleidung nutzte sich nicht ab (5. Mose 8,4) und unter ihnen gab es niemanden, der schwach oder krank war. Gott kümmerte sich treu um sein Volk. Aber die Wüste war eigentlich nur als kurze Übergangszeit gedacht, durch die sie zu einer größeren Bestimmung geführt werden sollten. Tragischerweise sah eine ganze Generation nie das Gelobte Land und verpasste das, was Gott für sie bereitet hatte.


Ich glaube, dass dies heute auf viele Leute in der Gemeinde Jesu zutrifft. Viel zu oft sind wir bereit, uns mit weniger zufrieden zu geben, als Gott für uns bestimmt hat. Doch Gott ruft uns wie Josua auf, den Jordan zu überqueren und die Verheißungen und die Zukunft, die er für seine Kinder vorgesehen hat, einzunehmen.

Es gibt fünf biblische Prinzipien in der Geschichte Josuas, die ich hervorheben möchte:

1. Die Erwartung neuer Dinge

Dies ist eine zentrale Eigenschaft, die nicht nur auf Josua zutraf, sondern auf alle großen Männer und Frauen der Bibel und sogar der Kirchengeschichte. Erweckungen kamen, weil Menschen den Status quo ansahen, ihn mit den Aussagen der Bibel verglichen und feststellten, dass Gottes Volk zu Größerem bestimmt ist. Das ist der Grund, weshalb Martin Luther, John Knox, John Wesley und viele andere nicht nur Erweckung sahen, sondern auch ganze Nationen beeinflussten.

Josua wagte es, im Glauben voranzugehen auf dem „Weg, den du zuvor nicht betreten hast“. Der Prophet Jesaja ermutigt uns, für das Neue, das Gott auch in unserer Zeit tun möchte, bereit zu sein. „Gedenkt nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige! Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr's denn nicht? Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde.“ (Jesaja 43,18-19; siehe auch Jesaja 42,9; 48,6) Gott ermutigt uns, Neues zu erwarten, sogar „Wasserströme in der Einöde” - egal wie trocken unsere Situation sein mag!

2. Glaube und Mut

Als Mose seinen Nachfolger mit der Führung des Volkes beauftragte, forderte er Josua wiederholt auf, „stark und mutig“ zu sein (Josua 1,6-9). Mose verstand, dass dies die wichtigste Eigenschaft war, die Josua haben musste, um das Land zu betreten und es einzunehmen. Der Hebräerbrief bestätigt, dass es ein „böses, ungläubiges Herz“ (Hebräer 3,12) war, das die Israeliten daran hinderte, in ihre Ruhe im Land der Verheißung einzugehen. Gott sucht ein Volk, das sich nicht von den Riesen in der Welt und den Angriffen des Bösen verunsichern lässt. Er sucht vielmehr Männer und Frauen, die wissen, dass mit Gott nichts unmöglich ist, und die verstehen, dass wenn Gott mit ihnen ist, niemand gegen sie sein kann (Römer 8,31).

3. Nach Gerechtigkeit hungern und dürsten

Eine weitere wesentliche Eigenschaft in Josuas Leben war seine vollkommene Abhängigkeit von Gottes Wort. Er handelte nicht auf seine Weise, sondern auf Gottes Weise. Immer wieder hält das Buch Josua fest, dass er alles tat „genau wie Mose geboten hatte“ (Josua 4,10; 8,30-31; 8,35; 10,40 usw.). Genau das hatte der Herr ihm aufgetragen, von Beginn seiner Berufung an. „Sei nur getrost und ganz unverzagt, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem Gesetz, das dir Mose, mein Knecht, geboten hat. Weiche nicht davon, weder zur Rechten noch zur Linken, auf dass du es recht ausrichten kannst, wohin du auch gehst.“ (Josua 1,7) Der Schlüssel zu Josuas Erfolg war sein Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes, seine Umsicht, keine Kompromisse einzugehen – weder zur Linken noch zur Rechten. Machen auch Sie es sich zur Gewohnheit, täglich Zeit mit Gottes Wort zu verbringen. Es ist ein Schlüssel zu Ihrem eigenen Erfolg.

4. Den Blick auf die Bundeslade richten

So wie Josua den Israeliten auftrug, ihren Blick auf die Bundeslade gerichtet zu halten, die die Priester auf ihren Schultern trugen, so müssen auch wir Menschen sein, die ihren Blick auf Jesus gerichtet halten. Er ist der gute Hirte, dem wir folgen, wohin er uns führt. Auch hier spielt das Wort Gottes eine wesentliche Rolle. Gottes Wort ist unseres Fußes Leuchte (Psalm 119,105) und er hat versprochen, dass sein Geist uns führen wird. Ein Buch, das mich ungemein berührt hat, ist „Die Übung der Gegenwart Gottes“ von einem gewissen Bruder Lorenz. Er war ein einfacher Mönch, der in der Küche eines europäischen Klosters arbeitete. Sein Rat wurde von führenden Persönlichkeiten seiner Zeit gesucht, denn er lebte tatsächlich in der Gegenwart Gottes. Er war ein Mann des Gebets. In Zeiten des Coronavirus sind wir gezwungen, auf Wegen zu gehen, die wir nie zuvor betreten haben. Wir können es uns nicht leisten, Jesus aus dem Blick zu verlieren!

5. Ein Volk des Kampfes

Das Gelobte Land war kein Paradies auf Erden, sondern ein Schlachtfeld, das erobert werden musste. Das Land einzunehmen war kein Kinderspiel. Gott warnte Israel mehrmals, dass nach der Überquerung des Jordans neue Herausforderungen, die ihre Fähigkeiten überstiegen, auf sie warten würden. Gott verkündete durch Mose, dass sie beim Betreten des Landes auf „sieben Völker, die größer und stärker sind als du“, treffen würden (5. Mose 7,1). In 5. Mose 9 ist diese Warnung sogar noch deutlicher: „Höre, Israel, du wirst heute über den Jordan gehen, damit du hineinkommst, das Land der Völker einzunehmen, die größer und stärker sind als du, große Städte, ummauert bis an den Himmel, ein großes, hochgewachsenes Volk, die Anakiter, die du kennst, von denen du auch hast sagen hören: Wer kann wider die Anakiter bestehen?“ (5. Mose 9,1-2)

Es war genau diese scheinbar hoffnungslose Situation, in der die Generation vor ihnen gescheitert war, so dass sie 40 Jahre in der Wüste umherwandern musste. Heute sucht Gott Menschen wie Josua und Kaleb und Debora, die bereit sind, den Kampf an die Tore des Feindes zu tragen und das einzunehmen, was Gott verheißen hat.

Eine Zeit der Möglichkeiten

Heute führt Gott sein Volk an die Grenze des Gelobten Landes. Es ist ein Land, das wunderbare Verheißungen für uns bereithält. Doch es wird Mut und Glauben kosten, den Riesen, die zwischen uns und unserer Bestimmung stehen, gegenüberzutreten. Ich glaube wirklich, dass die aktuelle Corona-Krise viele von uns an das Ufer des Jordan stellt, und dass Gott uns einlädt, in ein neues Land der Verheißung hineinzukommen. Er lädt uns ein, den Ort des mittelmäßigen Christentums hinter uns zu lassen, der charakterisiert wird von wöchentlichen, zwei Stunden langen Gottesdienstbesuchen mit peppiger Musik und Motivationsreden, die uns zwar helfen, uns gut zu fühlen, aber nicht, unseren Riesen gegenüberzutreten.

Ich höre heute leider viel zu oft die Aussage: „Ich hoffe, dass die Corona-Krise bald vorbei ist und alles wieder so sein wird, wie es einmal war.“ Ehrlich gesagt wage ich nicht, so wie bisher weiterzumachen. Als ICEJ haben wir in den letzten sechs Monaten mehr gebetet als je zuvor. Wir haben erlebt, dass Gott Gebet erhört und Menschen von schweren Krankheiten heilt. Jeden Monat schließen sich uns mehr Zweigstellen an, für Erweckung in Israel und ihren eigenen Nationen zu beten. Sie haben miterlebt, dass ein neuer Hunger nach mehr von Gott und nach Erweckung ihre Zusammenkünfte erfüllt.

In Gottes Verheißungen eintreten

Ins Gelobte Land zu kommen bedeutet, eine neue Hingabe und einen neuen Hunger nach den Verheißungen, die Gott uns in seinem Wort gegeben hat, zu entwickeln. Wir müssen mit einer ganz neuen Entschlossenheit den Staub unserer Religiosität abschütteln und vor Gott, uns selbst und dem Feind erklären, dass ein neuer Tag anbricht und dass wir entschlossen sind, in Gottes Verheißungen einzutreten. Wir brauchen einen neuen Hunger nach dem Wort Gottes und seiner Gegenwart.

Was ist also das Gebiet, das Gott uns verheißen hat? Was ist die Bestimmung, in die wir hineinkommen sollen? Es mag für jeden von uns anders aussehen, denn wir alle haben unterschiedliche Berufungen. Doch einer der Bereiche, von dem die Bibel sagt, dass wir ihn einnehmen sollen, ist unsere Familie. Josua prophezeite mit Kühnheit über seiner Familie: „Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen.“ (Josua 24,15) Als Eltern und insbesondere als Väter sollte dies unser Schlachtruf sein im Blick auf unsere Kinder und Kindeskinder.

Für andere ist das Schlachtfeld vielleicht dämonische Gebundenheit und Unterdrückung von Familienangehörigen oder Freunden. Erinnern wir uns, dass Jesus nicht kam, um das Lager des Feindes zu beschwichtigen. Er kam, um die Werke des Teufels zu zerstören. In Markus 16,17-18 finden wir eine Beschreibung des Gelobten Landes, das alle, die glauben, erben sollen: „Die Zeichen aber, die folgen werden denen, die da glauben, sind diese: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, in neuen Zungen reden, Schlangen mit den Händen hochheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird's ihnen nicht schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, so wird's gut mit ihnen.“

Ein weiteres Schlachtfeld sind unsere Städte und Nationen. Wir leben in Zeiten, in denen unsere Nationen in Aufruhr sind - nicht nur die USA, sondern auch viele andere Länder der Welt. Es ist ein Kampf um die Seele unserer Nationen. Heute wenden sich Länder von ihrem göttlichen und christlichen Erbe ab und gleiten in einen Sumpf offen gelebter Unmoral und Sünde. Gott sucht ein Volk, das willens ist, in den Riss zu treten, und bereit ist, seine Nation für Gott zurückzugewinnen.

Eine Quelle der Hoffnung sein

Eine der Kernaussagen, die die Wiederherstellung Israels uns heute lehrt, ist, dass Gott nicht nur an der Errettung von Einzelpersonen interessiert ist, sondern dass er sich um ganze Nationen sorgt. „Bitte mich“, sagt Gott, „so will ich dir Völker zum Erbe geben und der Welt Enden zum Eigentum.“ (Psalm 2,8) In einer unserer weltweiten Online-Gebetstreffen sagte Suzette Hattingh, dass unsere fatalistische prophetische Vorstellung von der Endzeit uns leider viel zu oft untätig und selbstzufrieden sein lässt. Wie wahr! Einer der wesentlichen Charakterzüge, die die Gemeinde braucht, ist, eine Quelle der Hoffnung zu sein. Diese Hoffnung lässt nie zuschanden werden (Römer 5,5). Lassen Sie uns für unsere Nation hoffen und beten bis Jesus wiederkommt.

Treffen Sie heute, wenn Sie dies lesen, eine persönliche Entscheidung, Ihr persönliches Gelobtes Land einzunehmen. Bitten Sie Gott, Sie in das Neue hineinzuführen, das er für Sie bereitet hat, und bitten Sie ihn, auch inmitten dieser schwierigen Zeit große Taten zu tun (Daniel 11,32b). Denken Sie daran: Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein?

Lesen Sie auch:

Bereitet den Weg - Teil 1: Der Dienst des Elia

Bereitet den Weg - Teil 2: Die Wiederherstellung von Vätern und Söhnen


Wort aus Jerusalem - kostenlos abonnieren

Abonnieren Sie unsere kostenlose Zeitschrift "Wort aus Jerusalem" (6 Ausgaben im Jahr) mit tiefgehender Bibellehre und interessanten Artikeln und Berichten aus Israel. Zur Anmeldung.

Christliche Unterstützung hilft Yad Vashem

Liebe Freunde,

im Mai baten wir Sie um Unterstützung für die Internationale Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Israel, die den modernen Antisemitismus und Holocaustleugnung weltweit entschieden bekämpft und der Opfer des Holocaust gedenkt. Anfang Oktober erhielt ich ein Schreiben von Avner Shalev, Vorsitzender der Direktion von Yad Vashem, in dem er sich erneut für die Hilfe der Freunde Yad Vashems bedankt und seine Hoffnung ausdrückt, dass Yad Vashem das Jahr 2020 ohne Defizit abschließen wird. Daran hatten auch Sie durch Ihre Gaben und Gebete Anteil, herzlichen Dank dafür!

Foto: Unsplash, Yad Vashem, Halle der Namen

Herausforderung zweiter Lockdown

Die andauernde Pandemie überschattet jedoch den Ausblick auf 2021. Durch Zusatzangebote für Besucher generiert Yad Vashem einen wichtigen Teil seiner Einnahmen. Doch seit dem 18. September ist sowohl das Holocaustmuseum als auch das Bildungszentrum mit der Internationalen Schule für Holocaust-Studien, dem weltweit größten Holocaustarchiv, dem Forschungsinstitut und der renommierten Bibliothek bis auf weiteres geschlossen. Wie bereits während des ersten Lockdowns im Frühjahr ist auch in diesem Herbst kein Besuch in der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem möglich. Das bedeutet, dass ihre Haupteinnahmequelle wegfällt. Finanzielle Unterstützung aus anderen Quellen wurde zudem gekürzt oder aufgeschoben.

Besuchen Sie Yad Vashem online

Trotz der Corona-Krise werden viele Aktivitäten Yad Vashems unbeirrt fortgesetzt. Die meisten Mitarbeiter arbeiten von zu Hause aus. „Unsere Manager und unser Fachpersonal, darunter Forscher, Archivare und Pädagogen, haben kreative Maßnahmen entwickelt, um unsere umfangreichen und vielfältigen Online-Angebote zu optimieren“, schreibt Shalev. „Yad Vashem wird seinem einzigartigen Auftrag treu bleiben und muss effektive Wege suchen, um die Corona-bedingten Schwierigkeiten zu überwinden oder zumindest zu reduzieren.“ Das reichhaltige digitale Angebot Yad Vashems kann jederzeit unter www.yadvashem.org/de abgerufen werden.

Solidarität in der Krise

Seit 2006, als die „Christlichen Freunde Yad Vashems“ (CFYV) als christliche Abteilung in Yad Vashem gegründet wurden, ist die ICEJ in einer strategischen Partnerschaft mit Yad Vashem verbunden. Darin äußert sich nicht nur die Liebe von Christen zu Israel und dem jüdischen Volk, sondern auch unsere Verantwortung angesichts des jahrhundertealten christlichen Antisemitismus. Es ist ein Wunder, dass heute diese christlich-jüdische Zusammenarbeit entstanden ist. Seit Jahren fördert die ICEJ Schulungen der CFYV für christliche Leiter, Pastoren und Pädagogen zum Thema Holocaust und Antisemitismus. Wir freuen uns besonders über die gute Zusammenarbeit mit Shaya Ben Yehuda, Direktor für internationale Beziehungen Yad Vashems, und Sari Granitza, Direktorin der Christlichen Freunde Yad Vashems. Jetzt ist es Zeit, Solidarität mit unseren Freunden zu zeigen und gerade in dieser Krise den Kampf gegen Antisemitismus entschlossen zu unterstützen. Bitte helfen Sie mit Ihren Gebeten und Gaben, die einzigartige christlich-jüdische Partnerschaft zu fördern, vielen Dank!

Gott segne Sie, Ihr

Gottfried Bühler

Erster Vorsitzender ICEJ Deutscher Zweig

 

Bitte unterstützen Sie würdiges Gedenken, Holocaust-Studien und Kampf gegen Antisemitismus. Als Verwendungszweck bitte „Yad Vashem“ angeben. Herzlichen Dank!

 

 

Zum Spendenportal

ICEJ Deutschland

IBAN: DE63 5206 0410 0004 0202 00

BIC: GENODEF1EK1

 

 

ICEJ Österreich

IBAN: AT34 2032 0174 0070 0370

BIC: ASPKAT2LXXX

 

 

ICEJ Schweiz

Bankverbindung: Postkonto 60-719578-3

IBAN: CH44 0900 0000 6071 9578 3


 

Das Licht des Messias

In der Advents- und Weihnachtszeit besinnen sich Christen weltweit auf die Geburt Jesu, der als Licht in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht in der Finsternis bliebe (Johannes 12,46). Auch für das jüdische Volk, das des Wunders von Chanukka gedenkt, ist Licht ein zentrales Thema in dieser Jahreszeit.

Dabei geht es um mehr als Lichterketten und Kerzenschein. Licht ist ein in der Bibel immer wiederkehrendes Motiv, dem die Autoren des Alten Testaments eine tiefere Bedeutung zukommen ließen. „Es werde Licht“ ist Gottes erster Ausspruch in der Bibel.

Foto: Pixabay, Chanukkia, Symbolbild

Das wahre Licht

Zu Beginn seines Evangeliums bezeichnet Johannes Jesus als „das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet“ (Johannes 1,9). Was der jüdische Leser im ersten Jahrhundert sofort verstand, ist vielen von uns heutzutage kaum bewusst. Johannes‘ Aussage über das „wahre Licht“ ist keine kunstvolle Dichtung oder gar ein neues theologisches Konzept. Stattdessen greift Johannes explizit die Wortwahl der Thora und der Propheten auf, die über den kommenden Messias weissagten.

Immer wieder spricht das Alte Testament von einem ewigen Licht, das bei Gott ist und Gott gleich ist. Wenn Johannes also sagt, Jesus sei „das wahre Licht“, erklärt er ohne Umschweife, dass Jesus ewig und von Gott ausgegangen ist. Sein anschließender Bericht über das Wirken Jesu – das Johannesevangelium – ist sein Plädoyer, mit dem er diese Aussage bekräftigt.

Es werde Licht

Sicherlich ist es kein Zufall, dass der Prolog des Johannesevangeliums stark an den Schöpfungsbericht erinnert. Johannes möchte seine Leser darauf hinweisen, dass er von demselben Licht berichtet, von dem bereits in den ersten Versen der Bibel die Rede ist. In 1. Mose 1,3 heißt es: „Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.“ Dieses Licht, das offenbar wurde, war nicht das Licht der Sonne. Diese wurde erst am vierten Tag erschaffen. Rabbinische Schriften sind sich einig, dass es sich hier um das „Licht des Messias“ handelt, das bereits vor Erschaffung der Welt existiert hat.[1]

Bevor die Sonne war

Salomo bekräftigt dies in Psalm 72,17. Im hebräischen Urtext lesen wir dort: „Sein Name bleibe ewiglich; bevor die Sonne [war], möge sprossen [yinon] sein Name“. Im Midrasch, der rabbinischen Auslegung biblischer Schriften, heißt es, dass der König, von dem Psalm 72 spricht, mit dem Spross Isais aus Jesaja 11,1-4 identisch sei. Der Name dieses Königs sei demnach yinon („möge sprossen“) und yinon habe bereits vor Erschaffung der Sonne existiert.

Die Erkenntnis, dass Jesus nicht erschaffen wurde, sondern bei der Schöpfung präsent war, ist somit keine speziell „christliche“ Offenbarung. Jüdische Gelehrte hatten bereits anhand der Schriften erkannt, dass der kommende Messias ewigen Ursprungs sein würde. Nach rabbinischer Tradition hat Gott ihn jedoch verborgen.[2] Möglicherweise spielt der Apostel Paulus auf genau diese Überlieferung an, als er in Kolosser 1,26 Jesus das „Geheimnis“ nennt, das „verborgen war seit ewigen Zeiten und Geschlechtern“.

Bei ihm wohnt das Licht

Auch im Buch Daniel finden wir eine bemerkenswerte Aussage über das „wahre Licht“. Als Daniel und seine Freunde in einer gemeinsamen Gebetsnacht Gott baten, ihnen Nebukadnezars Traum zu offenbaren, antwortete Gott ihnen durch eine Vision. In seinem anschließenden Lobpreis sagte Daniel dann: „Er offenbart das Tiefe und das Verborgene; er weiß, was in der Finsternis ist, und bei ihm wohnt das Licht.“ (Daniel 2,22, ELB) Es ist einleuchtend, dass Daniel sich hier nicht auf physisches Licht bezieht, sondern auf jenes Licht, dass die Rabbiner das „Licht des Messias“ nennen. Im aramäischen Urtext wird Licht mit nehora wiedergegeben. Die jüdischen Gelehrten sind sich einig, dass nehora, Licht, einer der geheimen Namen des Messias ist. Somit bestätigt Daniel 2,22, dass der Messias ewig ist und bei Gott wohnt.

Zions Licht

Andere Weissagungen in der Bibel bezeichnen Gott selbst als das Licht und bekräftigen somit den göttlichen Ursprung des Messias. David nennt den HERRN, also Jahwe, „mein Licht und mein Heil [Jeschua]“ (Psalm 27,1).Jesaja verkündet in seiner Vision von der künftigen Herrlichkeit Zions, dass Gott selbst Zions Licht sein wird: „Die Sonne soll nicht mehr dein Licht sein am Tage, und der Glanz des Mondes soll dir nicht mehr leuchten, sondern der HERR wird dein ewiges Licht und dein Gott wird dein Glanz sein. Deine Sonne wird nicht mehr untergehen und dein Mond nicht den Schein verlieren; denn der HERR wird dein ewiges Licht sein, und die Tage deines Leidens sollen ein Ende haben.“ (Jesaja 60, 19-20) Der Apostel Johannes berichtet ähnliches in seiner Offenbarung über das himmlische Jerusalem. Er sagt voraus, dass das Lamm Gottes - der Messias - die himmlische Stadt erleuchten wird(Offenbarung 21,23 + 22,5).

Das Licht der Heiden

Jesaja spricht auch von dem Gottesknecht, den Gott „zum Bund für das Volk, zum Licht der Heiden“ bestimmt hat (Jesaja 42,6). Bis ins Mittelalter waren die jüdischen Gelehrten der Ansicht, dass der Messias dieser Gottesknecht und damit das „Licht der Heiden“ sei. Erst Raschi, der bedeutende jüdische Gelehrte Rabbi Schlomo ben Jizchak aus dem 11. Jahrhundert, der das heutige rabbinische Judentum stark beeinflusst hat, brachte eine neue Interpretation dieser Verse. Er sagte, allein Israel sei der Gottesknecht und somit auch das Licht der Heiden.

Dass diese Sichtweise im ersten Jahrhundert jedoch noch nicht vorherrschend war, bekräftigt die Weissagung Simeons über den neugeborenen Jesus. Als Josef und Maria ihn in den Tempel brachten, sagte Simeon: „Denn meine Augen haben dein Heil [Jeschua] gesehen, das du bereitet hast im Angesicht aller Völker: ein Licht zur Offenbarung für die Nationen und zur Herrlichkeit deines Volkes Israel.“ (Lukas 2,30-32, ELB) Simeon, ein gerechter und gottesfürchtiger Mann, auf dem der Heilige Geist war (Lukas 2,25), war vertraut mit der damals geläufigen Ansicht, dass der Messias, auf den er sein Leben lang gewartet hatte, das Licht der Heidenvölker sein würde.

Ich bin das Licht der Welt

Dies bezeugte Jesus auch von sich selbst: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8,12) Seine jüdischen Zuhörer verstanden sofort, dass dieser galiläische Wanderprediger, der Zimmermann aus Nazareth, mit diesen Worten den Anspruch stellte, nehora, der in Jesaja verheißene Gottesknecht, der Messias zu sein, der bereits vor Erschaffung der Sonne existiert hatte.

Jesus sagte in Johannes 5,39, dass die Schriften - also das Alte Testament - von ihm zeugen. Es sind die Weissagungen des Alten Testaments und ihre Erfüllung in Jesus, die dem Neuen Testament Autorität verleihen. Ohne die Voraussagungen der Propheten und der Thora wären Johannes‘ Worte vom „wahren Licht“ nichts weiter als eine poetische Formulierung gewesen und Jesu Aussage, das „Licht der Welt“ zu sein, hätte keine tiefere Bedeutung.

Ihr seid das Licht der Welt

Während des jüdischen Chanukka-Fests erinnert sich das jüdische Volk an die Wiedereinweihung des Jerusalemer Tempels nach dem erfolgreichen Makkabäer-Aufstand gegen die Griechen im Jahre 164 v. Chr. Nachdem sie den heidnischen Zeus-Altar aus Gottes Heiligtum entfernt hatten, stellten die Juden fest, dass der Vorrat an geweihtem Öl, das für den siebenarmigen Leuchter im Tempel – die Menora – bestimmt war, nur noch für einen Tag ausreichen würde. Durch das „Wunder von Chanukka“ brannte es jedoch acht Tage lang – so lange dauerte es, neues geweihtes Öl herzustellen. Somit konnten sie Gottes Gebot erfüllen, wonach die Menora beständig brennen sollte (3. Mose 24,2-3).

Jesus, das Licht

Die Menora ist wie der Tempel selbst „ein Schatten des Zukünftigen“ (Kolosser 2,17). Sie symbolisiert den Messias, das „wahre Licht, dass alle Menschen erleuchtet“ (Johannes 1,9). In Matthäus 5,14 bezeichnet Jesus uns - seine Jünger – ebenfalls als „das Licht der Welt“. Wir sind aufgefordert, licht zu werden, denn unser Licht – Jesus, der Messias – ist gekommen. „So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ (Matthäus 5,16)

Seien auch Sie ein Licht und schicken Sie der jüdischen Gemeinde in Ihrem Ort eine Karte zu Chanukka - als Zeichen der Solidarität von Christen mit unseren jüdischen Mitbürgern! Bitte beten Sie auch für das Wohlergehen der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland.

[1]Pesikta Rabbati 61.1; Jalkut Schimoni 56

[2]Pesikta Rabbati 36.1


Buchtipp: Du bist der Gott, der mich sieht

Dieses kurzweilige Andachtsbuch birgt überraschende Erkenntnisse. Es enthält 100 Namen, Titel und Beschreibungen Gottes, die uns den Schöpfer der Welt näherbringen.

Gebunden, 320 Seiten, 16,00 € zzgl. Versandkosten

 Zur Bestellung im ICEJ-Shop


Wort aus Jerusalem - kostenlos abonnieren

Abonnieren Sie unsere kostenlose Zeitschrift "Wort aus Jerusalem" (6 Ausgaben im Jahr) mit tiefgehender Bibellehre und interessanten Artikeln und Berichten aus Israel. Zur Anmeldung.

Eine Kultur der Dankbarkeit

Dankbarkeit ist ein sehr wichtiges Thema und es hat etwas mit „feiern“ oder „Festen“ zu tun. Im Judentum ist es Brauch, Feste zu feiern. Wenn die Juden feiern, dann tun sie das mit fröhlichem Herzen, erfreut und dankbar dafür, ihrem Gott zu dienen. Ob es Chanukka, Purim, der israelische Unabhängigkeitstag Jom HaAtzmaut, Sukkot oder die vielen anderen Feste sind, sie erinnern immer an Gottes übernatürliche Versorgung und seine vielfältigen Wunder. Ebenso symbolisieren die Feste die Abhängigkeit von Gott im Heute und weisen hoffnungsvoll auf die kommende Friedenszeit, das messianische Zeitalter, hin.

Foto: Pixabay, Symbolbild

Gottes Feste

Gott gebraucht zwei unterschiedliche Worte für Feste. In der Bibel finden wir zum einen das hebräische Wort chag, das so viel wie Festversammlung bedeutet. In Israel wünscht man sich bei Festen „chag sameach“, ein frohes Fest. Das andere Wort ist moed. Es bedeutet so viel wie eine festgesetzte Zeit oder eine Verabredung für eine heilige Zusammenkunft. In 3. Mose 23 entdecken wir einen Terminkalender des Himmels, in dem festgesetzte Termine stehen, die Gott selbst festgelegt und eingeplant hat. In Vers 2 heißt es: „Die Feste (moed) des HERRN, die ihr als heilige Versammlungen ausrufen sollt, meine Feste sind diese.“ Und dann benennt Gott seine Feste, festgesetzte Zeiten, an denen der Richter und König, der Vater der Barmherzigkeit, in eine ganz besondere Beziehung mit seinem Volk treten möchte.

Um diese biblischen Termine auf der ganzen Welt und zu allen Zeiten genau einhalten zu können, hat Gott Lichter geschaffen: „Und Gott sprach: Es sollen Lichter an der Wölbung des Himmels werden, um zu scheiden zwischen Tag und Nacht, und sie sollen dienen als Zeichen und [zur Bestimmung von] Zeiten (moed) und Tagen und Jahren.“ (1. Mose 1,14). Vor wenigen Wochen haben wir Sukkot,das Laubhüttenfest, gefeiert. Der erste Tag des 8-tägigen Festes beginnt laut der Bibel immer bei Vollmond. Ein deutliches Zeichen des Himmels, das Gottes Volk an diesen wichtigen Termin mit Ihm erinnern soll.

Der jüdische oder biblische Kalender orientiert sich an den Mondphasen, um die heiligen Termine des HERRN genau einhalten zu können. Es sind genau sieben Feste, die Gott in 3. Mose 23 neben dem wöchentlichen Schabbat als seine Feste bezeichnet: das Passahfest, das Fest der ungesäuerten Brote, das Fest der Erstlingsfrüchte, das Fest der Wochen (Schawuot), das Fest des Lärmblasens (der Neujahrstag), der Versöhnungstag (Jom Kippur) und das Laubhüttenfest (Sukkot). Feste prägen ein Volk!

Das Laubhüttenfest

Eines der drei großen Feste des HERRN, an denen ganz Israel jährlich vor Gott in Jerusalem erscheinen sollte, ist das Fest der Hütten, das Laubhüttenfest (Sukkot). Auch Jesus und die Ur-Gemeinde haben das Laubhüttenfest gefeiert. Es ist ein Fest der Erinnerung an Gottes spektakuläre Versorgung während der 40-jährigen Wanderung in einer unwirtlichen, heißen Wüstenlandschaft. Es wird in der Gegenwart gefeiert, um sich an Gottes Versorgung in der Vergangenheit zu erinnern und gleichzeitig auf die Ereignisse in derZukunft vorauszuschauen.

Gott hat seinem Volk den Auftrag erteilt, die Geschichte nicht zu vergessen. In 5. Mose 31,13 sehen wir den Zusammenhang von Erinnerung und dem gebührenden Respekt vor Gott: „Und ihre Kinder, die es nicht wissen, sollen zuhören, damit sie den HERRN, euren Gott, fürchten lernen alle Tage.“ Gott schafft sogar einen Zusammenhang zwischen Erinnerung und Leben: Richtet euer Herz auf all die Worte, die ich euch heute bezeuge, damit ihr sie euren Kindern gebietet, dass sie darauf achten, alle Worte dieser Weisung zu tun! Denn nicht ein leeres Wort ist es für euch, sondern es ist euer Leben. (5. Mose 32,46-47)

Ein Freudenfest für alle

Die Verfolgungen und Stürme in der Geschichte des jüdischen Volkes konnten die Laubhütte nicht wegfegen. Im wiedergegründeten Staat Israel steht die Laubhütte jedes Jahr im Mittelpunkt des jüdischen Lebens. Im fröhlichen, familiären Beisammensein prägen Erinnerung, Freude, Gastfreundschaft, Dankbarkeit und Hoffnung auf eine Zeit des kommenden Friedens diese acht Tage. Das Fest endet mit dem Höhepunkt der Torah-Lesung und führt hinein in die dankbare Freude über Gottes Weisungen.

Es ist ein von Gott festgesetzter Termin, ein heiliger Zeitpunkt Gottes, mit einem universalen Charakter, der auch die Nichtjuden miteinbezieht. Das Laubhüttenfest ist insofern ein einzigartiges Fest, da auch die Nationen nach Jerusalem eingeladen werden, um den Herrn gemeinsam mit dem jüdischen Volk anzubeten. Der Herr sagte damals schon zu Mose, dass alle Israeliten sowie alle Ausländer im Land sich zum Laubhüttenfest versammeln sollten, um zu lernen, Gott zu ehren (5. Mose 31,12). Besonders ist auch die ausdrückliche Anordnung, dieses Fest Gottes als Freudenfest zu feiern: „Und du sollst dich an deinem Fest freuen, du und dein Sohn und deine Tochter und dein Sklave und deine Sklavin und der Levit und der Fremde und die Waise und die Witwe, die in deinen Toren wohnen. (5. Mose 16,14)

Der jüdische Prophet Sacharja sieht eine Zeit kommen, in der alle Nationen Jahr für Jahr nach Jerusalem kommen werden, um „anzubeten den König, den Herrn der Heerscharen und um das Laubhüttenfest zu feiern.“ Im messianischen Zeitalter wird die gesamte Welt nach Jerusalem hinaufziehen, um Gott während des Laubhüttenfestes anzubeten. In den letzten 40 Jahren sind Jahr für Jahr tausende Christen aus aller Welt nach Jerusalem gekommen, um das Laubhüttenfest zu feiern. Das ist ein prophetischer Vorgeschmack dessen, was Sacharja angekündigt hat.

Zurückschauen und danken

Was können wir als Christen von den „festgesetzte Zeiten“ für das jüdische Volk lernen? Vor allem das Laubhüttenfest fordert uns auf, Gott unsere besondere Dankbarkeit auszudrücken. Am Ende des Erntejahres erwartet Gott von seinem Volk ein besonderes DANKE für seine Versorgung. In diesem Jahr ist besonders deutlich geworden, wie zerbrechlich und instabil unsere äußeren Sicherheiten und Fundamente sind. Und doch haben wir allen Grund zu danken: Danke für Gottes Versorgung in diesem besonderen Jahr, Danke für 30 Jahre Wiedervereinigung, Danke für 71 Jahre BRD. Ein Dankeschön hat etwas mit Anstand zu tun. Hand aufs Herz: haben wir uns für das zurückliegende - in vielerlei Hinsicht schwierige - Jahr mit allem Anstand und Respekt für Gottes Versorgung bedankt? Als Familie, als Gemeinde, als Land?

Dieser Termin, dieser moed, zeigt uns Nichtjuden auch, wie wichtig unsere Beziehungen zum jüdischen Volk und zu Israel sind. Im Zurückschauen sehen wir, dass die Geschichte des Christentums 1900 Jahre lang von tiefem Hass und Gleichgültigkeit gegenüber dem jüdischen Volk begleitet wurde. Antisemitismus und Judenhass haben gerade auch in diesem Jahr wieder in Besorgnis erregender Weise zugenommen. Und doch gilt Gottes Zusage aus 2. Chronik 7,14: „Wenn mein Volk … sich demütigt, dass sie beten und mein Angesicht suchen und sich von ihren bösen Wegen bekehren, so will ich vom Himmel her hören und ihre Sünde vergeben und ihr Land heilen.“

Fester Grund

Auch wenn unsere Welt instabiler wird, möge es uns bewusst sein, dass wir aufgebaut sind auf der Grundlage der jüdischen Apostel und der jüdischen Propheten. Unser Glaubensfundament ist dieser stabile Felsen, der auserwählte kostbare Eckstein, gelegt in Zion, in Jerusalem. Dort ist Jesus Christus für die Menschheit gestorben, damit der Segen Abrahams auch zu den Nationen kommt. Daran sollten wir uns regelmäßig erinnern und Gott unsere Dankbarkeit dafür ausdrücken.

In schwierigen Zeiten, in denen sich Geschichtsvergessenheit breit macht und Judenhass wieder zunimmt, kann uns das hebräische Denken eine göttliche Hilfe sein. Wir brauchen eine gesunde Kultur der Erinnerung, die uns lehrt, in Dankbarkeit zu leben. Ich wünsche Ihnen dazu Gottes reichen Segen.


Buchtipp: Set „Biblischer Zionismus“, Band 1-5.

Theologisch fundiert und leicht verständlich spricht Pastor Malcolm Hedding, Geschäftsführender ICEJ-Direktor von 2001 bis 2011, über Grundfragen des biblischen Zionismus. Zur Bestellung im ICEJ-Shop


Wort aus Jerusalem - kostenlos abonnieren

Abonnieren Sie unsere kostenlose Zeitschrift "Wort aus Jerusalem" (6 Ausgaben im Jahr) mit tiefgehender Bibellehre und interessanten Artikeln und Berichten aus Israel. Zur Anmeldung.

Die Spaltung: Getrennte Wege der Kirche und Israels

Nie vergesse ich den Besuch in der chinesischen 10-Millionen-Stadt Whenchou bei einer Gruppe Hauskirchenleiter, die rund eine Million einheimische Gläubige repräsentierten. Ich war der erste Gast aus Israel. Als ich zu erklären begann, warum Israel wichtig ist, stellte ich schnell fest, dass dies für sie nichts Neues war. Ich fragte den Leiter: „Wer hat euch über Israel gelehrt?“ Überrascht antwortete er: „Es steht alles in der Bibel.“

Foto: Wikipedia, Konzil von Nicäa, gemeinfrei

Das wirft die Frage auf: Was geschah in der Kirche, dass sie sich so weit von dieser einfachen Wahrheit entfernte und in den letzten 1.500 Jahren zur stärksten Antriebskraft des Antisemitismus wurde? Hasspredigten voll Verachtung gegenüber den Juden, Pogrome, Zwangsbekehrungen, Inquisitionen und schließlich der Holocaust – all dies machte das Christentum zum Erzfeind der Juden – in weit größerem Maße noch als der Islam.

Paulus Israel-Lehre

Dies ist umso erschreckender, da der Apostel Paulus eine sehr klare Israel-Lehre hat: „Sie sind Israeliten, denen die Kindschaft gehört und die Herrlichkeit und die Bundesschlüsse und das Gesetz und der Gottesdienst und die Verheißungen, denen auch die Väter gehören und aus denen Christus herkommt nach dem Fleisch. Gott, der da ist über allem, sei gelobt in Ewigkeit.” (Römer 9,4-5) Paulus erkannte: Auch wenn die meisten Juden Jeschua nicht als ihren Messias annehmen, bleiben sie dennoch „Geliebte um der Väter willen.“ (Römer 11,28). Ihre Ablehnung Jesu sah Paulus als vorübergehenden Zustand, den schon die hebräischen Propheten voraussagten (z.B. Jesaja 6). Doch er glaubte, dass einst „ganz Israel gerettet werde“ (Römer 11,26). Deshalb warnte er die Gläubigen aus den Nationen vor Arroganz gegenüber den Juden (Römer 11,18) und mahnte sie zu bedenken: „…dass ihr zu jener Zeit ohne Christus wart, ausgeschlossen vom Bürgerrecht Israels und den Bundesschlüssen der Verheißung fremd; daher hattet ihr keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt.“ (Epheser 2,12) Durch Gnade näherten sie sich und erhielten Anteil an Gottes Verheißungen.

Beginnende Spaltung

Die Antwort darauf, warum und wo sich die Kirche von Israel trennte, ist zu komplex, um sie in einem kurzen Artikel vollständig darlegen zu können. Zum Teil liegt die Schuld bei der römischen Politik. Viel wichtiger aber ist zu erkennen, dass die Kirche selbst Verantwortung übernehmen muss für die Entscheidungen, die ihre Leiter in den ersten Jahrhunderten nach Christus getroffen haben. Nach dem ersten Kirchenkonzil, von dem Apostelgeschichte 15 berichtet, begannen sich die Dinge zu ändern – auch hinsichtlich der Demografie der Kirche.

Das Christentum begann in Jerusalem als hundertprozentig jüdische Kirche, doch nach etwa einem Jahrhundert bildeten „Heiden“ die Mehrheit. Anfangs war Jerusalem das spirituelle Zentrum des Glaubens, aber die römischen Kriege veränderten die Verbindung der Kirche zu Jerusalem und Israel dramatisch. 70 n. Chr. zerstörte Titus den Tempel, einige Jahrzehnte später vertrieb Hadrian praktisch alle Juden aus Jerusalem und Israel. 136 n. Chr. wurde Marcus der erste nichtjüdische Bischof Jerusalems. Der spirituelle Schwerpunkt verlagerte sich allmählich Richtung Rom und Konstantinopel.

Nicäa und die Juden

Zum endgültigen Bruch kam es 325 n. Chr. in Nicäa (heute Iznik, Nordwest-Türkei), einem Ort, von dem nur noch Ruinen zu finden sind. Das Konzil von Nicäa war das bedeutendste der Kirchengeschichte. Es kam zustande als die Christen erstmals keine verfolgte Minderheit mehr waren. Konstantin bereitete dem Christentum den Weg, das im Jahre 380 von Theodosius I. zur offiziellen Staatsreligion erklärt wurde. Konstantin berief das Konzil ein, um die Kirche als konsolidierende Kraft in seinem Reich zu nutzen.In Nicäa beschäftigte man sich vor allem mit dem gleichzeitig göttlichen und menschlichen Wesen Jesu. Diese „Jesus-Frage“ wurde in der Kirche sehr kontrovers diskutiert. Nach langen und hitzigen Debatten wurde schließlich ein Konsens erzielt. Für die meisten Teilnehmer waren Fragen, die sich auf „jüdische“ Themen bezogen, dabei zweitrangig.

In Nicäa und den folgenden Konzilen und Synoden begann die Trennung der „Heiden“-Kirche von ihrer jüdischen Herkunft. Diese Verschiebung ereignete sich in drei Hauptbereichen: Erstens durch Änderung des Kalenders und der religiösen Feiertage, zweitens durch eine veränderte Einstellung der Kirche gegenüber Juden und drittens durch strenge Vorschriften gegen einen Umgang von Christen mit Juden.

Änderung der Feiertage

Bis zum Konzil von Nicäa waren die Kirchen uneins, wie Ostern (Passah) zu feiern sei. Die Kirchen in Rom und anderen westlichen Regionen hatten beschlossen, die Osterfeier an den biblischen Bericht zu knüpfen, dass Jesus am ersten Tag der Woche auferstanden war und sich am Julianischen statt am hebräischen Kalender zu orientieren. Jeder Bezug zum biblischen Passah-Fest wurde ignoriert. Die Kirchen im Osten verbanden die Passionswoche weiterhin mit dem Passahfest. Damit lagen sie eher auf einer Linie mit dem Alten Testament und den von Jesus und seinen Jüngern vorgelebten Traditionen.

In Nicäa verlangte Konstantin nun einen einheitlichen christlichen Kalender für sein Reich. In einem Synodalbrief an alle Kirchen hieß es: „Wir haben gute Nachrichten für euch! … Von jetzt an feiern wir Ostern nicht länger nach der Tradition der Juden!“ Kaiser Konstantin selbst schrieb an die Kirchen im Osten: „Es wurde festgestellt, dass es besonders unwürdig ist, am heiligsten aller Feste (Ostern) dem Brauch der Juden zu folgen, die ihre Hände mit dem größten aller Verbrechen beschmutzt haben und deren Geist verblendet ist.“

Bekannt für seine Feindseligkeit gegen die Juden fuhr Konstantin fort: „Wir sollten uns von der abscheulichen Gesellschaft der Juden trennen, denn es ist wahrlich beschämend für uns, sie damit prahlen zu hören, dass wir ohne ihre Anleitung dieses Fest nicht feiern könnten. Außerdem ist es unsere Pflicht, nichts gemein zu haben mit den Mördern unseres Herrn.“ Er folgerte, da die Juden für den Tod Jesu verantwortlich seien, müssten auch ihre Traditionen falsch sein. Zudem folgten die meisten Christen zu diesem Zeitpunkt dem jüdischen Kalender ohnehin nicht mehr. Die Entscheidung entsprach einem demokratischen Konsens, der keine theologische Basis hatte.

Jesus und das Passahfest

Konstantins radikales Vorgehen missachtete die zahlreichen Parallelen der letzten Tage Jesu und des biblischen Passahfests. Jesus gebot seinen Jüngern, das Passahmahl vorzubereiten (Lukas 22,7-8) und erklärte: „Mich hat herzlich verlangt, dies Passah-Lamm mit euch zu essen, ehe ich leide“ (Lukas 22,15). Er feierte das Passahfest in vielen Details so, wie es Juden bis heute tun: Nach dem Mahl nahm er den Becher und segnete ihn (1. Korinther 11,25). Bis heute betrachten Juden diesen dritten Becher als den „Becher der messianischen Erlösung“. Nach dem „Hallel“, der traditionellen Lesung der Psalmen 115 bis 118, ging er zum Ölberg (Matthäus 26,30). Paulus erklärt außerdem, dass Jesus unser Passah-Lamm ist (1. Korinther 5,7).

Sonntag ersetzt Schabbat

Mit derselben Ignoranz wurde der Sonntag als neuer wöchentlicher Feiertag eingeführt. Bis dahin war der Sonntag ein gewöhnlicher Arbeitstag, an dem lediglich einige Christen morgens beteten und Bibel lasen - in Erinnerung an Jesus Auferstehung am ersten Tag der Woche. Konstantins Ziel war es, die Christen vollständig von allen jüdischen Gewohnheiten zu trennen. Um Christen davon abzuhalten, den Schabbat zu halten, erklärte er den Sonntag zum neuen heiligen Tag. Viele Christen wehrten sich dagegen. Doch das nachfolgende Konzil von Laodicea zementierte die Entscheidung. Christen, die weiterhin den jüdischen Schabbat hielten, wurden exkommuniziert.

Der Einstellungswandel

Paulus hatte eine große Liebe zu seinem Volk. Wenn möglich hätte er auf seine eigene Erlösung verzichtet, wenn dadurch einige seiner jüdischen Brüder gerettet worden wären (Römer 9,3). Aber den späteren Konzilen fehlte die leidenschaftliche Liebe zum jüdischen Volk komplett. Alles Jüdische war unwillkommen, einschließlich der Juden selbst. Ihnen wurde es so schwer wie möglich gemacht, sich der Kirche anzuschließen. Konvertierte Juden mussten sogar ihre jüdischen Namen ablegen. Dabei wurde vollständig ignoriert, dass alle Apostel jüdische Namen hatten und Maria Jesus den Namen „Jeschua“, das hebräische Wort für „Retter“, gegeben hatte. Jesus Mutter hieß nicht wirklich „Maria“, sondern trug den jüdischen Namen „Mirijam“.

Für die Apostel im Neuen Testament bestand die Welt aus „dem Haus Israel“ und den Heiden. Nur durch die Gnade Gottes konnten Heiden in den Ölbaum Israels, des Bundesvolkes Gottes, eingepfropft werden. Paulus betrachtete seine jüdische Abstammung als Vorrecht (Römer 3,1; Galater 2,15), auch wenn sie ihn nicht retten würde. Doch Nicäa kehrte diese biblische Sicht um. Aus den „Geliebten um der Väter willen“ (Römer 11,28) wurden „Christusmörder“. Den Juden wurde tiefer Hass entgegengebracht. Paulus sagt, dass die Heiden ohne Gott und ohne Hoffnung waren (Epheser 2,12). Das galt nun für das jüdische Volk – eine Doktrin, die der Lehre des Neuen Testaments völlig widersprach.

Umgangsregeln

Strenge Gesetze verboten Christen den Umgang mit Juden. Wenn Christen Synagogen besuchten, drohten ihnen Amtsenthebung und harte Sanktionen. Die Teilnahme an jüdischen Festen war streng verboten, ebenso der Verzehr von ungesäuertem Brot während des Passahfests. Wer dies tue oder den Schabbat halte, verspotte Christus, erklärten die Bischöfe.

Nicäas Einfluss auf die Kirchengeschichte

All diese neuen Einstellungen schufen nicht nur eine Spaltung zwischen der Kirche und den Juden, sondern brachten die Kirche auch auf einen Weg, der schließlich zum Gräuel der Kreuzzüge führte und die Ermordung von Juden als gottgefällige Tat darstellte. So wurde auch der Weg zur Inquisition und letztlich zum Holocaust bereitet. Hitler konnte sich auf den deutschen Reformator Luther berufen, um seinen Hass auf Juden zu rechtfertigen.

Während die jüdische Kirche im „ersten Konzil“ in Apostelgeschichte 15 weit über ihre Traditionen und Gefühle hinausging, um Heidenchristen willkommen zu heißen, verstieß die Heiden-Kirche die Juden in Nicäa schamlos aus dem Kirchenleben und schürte einen über Generationen andauernden Hass auf sie. Nur wenige christliche Bewegungen wie die Waldenser Erweckungsprediger in Italien und die Puritaner in England wagten es, diese judenfeindliche Einstellung anzufechten.

Modernes Wunder

Mit der Wiedergeburt des Staates Israel und der Entstehung einer neuen, evangelikalen Strömung im Christentum, sind wir nun seit der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts Zeugen eines tief greifenden Wandels in den Beziehungen zwischen der Kirche und Israels. Während die traditionellen Kirchen immer noch mit ihren antisemitischen Einstellungen kämpfen, hat sich durch die wachsende evangelikale Bewegung viel geändert. Die Spaltung zwischen Juden und Christen scheint schneller zu heilen, als viele erwartet haben. Angesichts der blutigen und leidvollen Geschichte gleicht es einem Wunder, dass Israels Premierminister evangelikale Christen als „Israels beste Freunde“ bezeichnet. Viele jüdische Organisationen haben ihre Türen heute für christliche Freundeskreise geöffnet – sogar die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem.

Heilende Beziehungen

Viele Christen nehmen heute ganz selbstverständlich an Passahfeiern teil und besuchen die örtliche Synagoge. Christen aus aller Welt unterstützen zahlreiche Projekte in Israel und in jüdischen Gemeinden ihrer eigenen Länder. Besonders erstaunlich: chinesische Christen nehmen jüdische, biblische Namen an – das Gegenteil von dem, was in Nicäa geschah. Jedes Jahr besuchen tausende Christen messianische Glaubensgeschwister in Israel, um von ihnen mehr über ihre biblischen Traditionen zu erfahren. Für Israel und die Kirche ist eine neue prophetische Zeit angebrochen. Die ICEJ hat das Vorrecht und ist gesegnet, zur Heilung der historischen Spaltung zwischen Judentum und Christentum beizutragen und den Weg für eine Aussöhnung in diesen letzten Tagen zu ebnen. Wir leben in spannenden Zeiten!

Sehen Sie eine Dokumentarsendung zum Thema "Wo sind unsere Wurzeln?" auf unserem Youtube-Kanal.


Wort aus Jerusalem - kostenlos abonnieren

Abonnieren Sie unsere kostenlose Zeitschrift "Wort aus Jerusalem" (6 Ausgaben im Jahr) mit tiefgehender Bibellehre und interessanten Artikeln und Berichten aus Israel. Zur Anmeldung.

Der Gott, der Nationen heilt

„Denn so spricht der HERR Zebaoth: Es ist nur noch eine kleine Weile, dass ich Himmel und Erde, das Meer und das Trockene erschüttere.“ (Haggai 2,6).

Der Prophet Haggai sah eine Zeit der globalen Erschütterung voraus. Er sah, wie nicht nur die Erde, sondern auch die Himmel erschüttert wurden. Eine Erschütterung des Himmels bedeutet nicht etwa, dass der himmlische Wohnort Gottes in irgendeiner Weise erschüttert würde. Gott ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. Sein Thron und seine Herrschaft stehen für immer. Dieser Ausdruck bezieht sich vielmehr auf die himmlischen Reiche, von denen aus die Mächte und Gewalten der Finsternis Einfluss auf unsere Welt ausüben (Epheser 6,12). Es heißt, unsere Erde werde derart in Aufruhr geraten, dass dämonische Mächte über ganzen Nationen in Unruhe versetzt werden und möglicherweise sogar Regierungswechsel herbeiführen können.

Foto: Pixabay, Brandenburger Tor

Erschütterungen

Wir befinden uns definitiv in einer Zeit nie dagewesener globaler Erschütterungen. Das Coronavirus verursacht weltweit Verwerfungen und löst damit eine beispiellose Flut ungewöhnlicher Regierungsentscheidungen rund um den Globus aus. Wie nie zuvor beeinflusst eine Plage jeden Teil unseres Planeten und alle Nationen zugleich.

Auch die jüngsten Aufstände und Demonstrationen, die durch den Tod eines afroamerikanischen Mannes, George Floyd, ausgelöst wurden, gehen wie ein Lauffeuer um die Welt. Die größten und alarmierendsten Auswirkungen sind in den USA zu spüren, wo Floyds Tod die vorhandene Polarisierung innerhalb der Gesellschaft bereits zum Aufflammen gebracht hat und sogar die bevorstehende Präsidentschaftswahl beeinflussen könnte. Viele dieser Demonstrationen sind von zerstörerischen Kräften vereinnahmt worden, die kein harmonisches Verhältnis zwischen den Volksgruppen sowie den Frieden der Nation im Sinn haben, sondern vielmehr ihre Zerstörung. Ich persönlich habe das Gefühl, dass ein Großteil der Gewaltausbrüche bösen geistlichen Ursprungs ist und deshalb auch im geistlichen Kampf durch Gebet angegangen werden muss.

Wie Wunden heilen

Sowohl die Covid-19-Pandemie als auch die Aufstände reißen eine landesweite Wunde in Amerika und in aller Welt auf, die nach Heilung schreit. Genau an dieser Stelle gibt uns das Wort Gottes Hoffnung.

„[Wenn] mein Volk, über das mein Name genannt ist, sich demütigt, dass sie beten und mein Angesicht suchen und sich von ihren bösen Wegen bekehren, so will ich vom Himmel her hören und ihre Sünde vergeben und ihr Land heilen.“ (2. Chronik 7,14)

Dieser Vers zeigt uns, dass Gebet die Heilung und Wiederherstellung ganzer Nationen bewirken kann. Gebet ist nicht nur eine Waffe, um unsere persönlichen Kämpfe in den Bereichen Finanzen, Gesundheit oder Familie zu führen. Gebet kann eine strategische Waffe mit nationaler Durchschlagskraft sein, die in Verbindung mit Fasten jedes Joch zerbrechen und jede Festung zerstören kann. Gott ermutigt uns, in diesen Dimensionen zu denken.

„Bitte mich“, spricht Gott, „so will ich dir Völker zum Erbe geben und der Welt Enden zum Eigentum“ (Psalm 2,8). Als Daniel in Babylon für das Volk Israel in der Zerstreuung betete, setzte sein Gebet Engelfürsten in Bewegung, die in den himmlischen Gefilden über die Weltreiche Griechenland und Persien regierten. Das bedeutet, dass gezieltes und bewusstes Gebet die Atmosphäre über Nationen und Regionen verändern kann.

Einheit durch Gebet

Ein Beispiel dafür sind die Geschehnisse in Deutschland während der späten 1980er Jahre. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland streng gerichtet und erlebte eine nationale Teilung in zwei Staaten. Ostdeutschland wurde von der Sowjetunion kontrolliert und unterdrückt und stand als Region schließlich unter der Aufsicht eines KGB-Agenten namens Wladimir Putin (das KGB, Komitee für Staatssicherheit, war von 1954 bis 1991 der sowjetische In- und Auslandsgeheimdienst). Die andere Seite Deutschlands war Teil der freien westlichen Welt unter Leitung der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Konfrontationslinie zwischen Ost und West während des Kalten Krieges verlief durch Deutschland und mitten durch Berlin. Deutsche spionierten sich gegenseitig aus und wurden sogar darauf trainiert, einander im Falle eines Krieges zu bekämpfen.

Noch zur Jahreshälfte 1989 schien eine Wiedervereinigung Deutschlands unmöglich. Einige der prophetischen Stimmen, die eine Wiedervereinigung voraussahen, wie der britische Bibellehrer David Pawson und Loren Cunningham, Gründer von „Jugend mit einer Mission“, wurden von Pastoren in Deutschland belächelt. Deutschland war nicht nur durch eine nationale Kluft gespalten, sondern auch durch globale politische Blocks, die bereit waren, ihren Teil Deutschlands zu verteidigen und dafür zu kämpfen. Ich kann mich noch gut an die Manöver des US-Militärs in der Nähe meiner Heimatstadt bei Stuttgart während meiner Kindheit erinnern.

Als ich letzten Sommer, 30 Jahre nach der Wiedervereinigung, in Deutschland war, sprach ich mit Pastoren und Leitern aus dem Osten und aus dem Westen. Ich wurde durch ihre Worte sehr ermutigt. Schon in den späten 1970er Jahren bildeten sich insbesondere im kommunistischen Ostdeutschland Gebetsgruppen, die für die Heilung unseres Landes beteten. Im Jahr vor der Wiedervereinigung gingen verschiedenste Einzelpersonen und Gebetsgruppen durch Gottes Führung und ohne voneinander zu wissen an die Mauer und beteten dafür, dass sie fallen möge. Auf beiden Seiten der Berliner Mauer nahmen Menschen das Abendmahl, und ahnten nicht, dass andere es ihnen gleichtaten.

Die Demonstrationen, die zum Fall der Berliner Mauer führten, hatten ihren eigentlichen Ursprung in den Friedensgebeten, die jeden Montag in der Nikolaikirche in Leipzig stattfanden. Das wöchentliche Gebetstreffen wurde bereits 1982 ins Leben gerufen. Und Gott antwortete auf diese Gebete! Was tatsächlich in der Nacht des 9. Novembers 1989 geschah, weiß bis heute niemand ganz genau. Doch alle sind sich einig, dass es ein Wunder war, als ein hoher SED-Funktionär in Ostdeutschland, Günter Schabowski, die Grenze für geöffnet erklärte.

Wenn Gottes Volk betet

Ich schreibe diese Worte heute in einer Zeit, in der die Nationen der Welt Heilung brauchen. Es geht eine Mauer durch die Vereinigten Staaten – und dabei spreche ich nicht von der Mauer, die die südliche Grenze der USA sichern soll. Die Mauer, die ich meine, teilt und polarisiert die Nation und bedroht möglicherweise nicht nur das Gefüge Amerikas, sondern auch die globale Rolle der USA als „Nation unter Gott“. Amerika braucht unsere Gebete mehr als je zuvor. Besonders wir Christen in der westlichen Welt sind das den USA mehr als irgendjemandem sonst schuldig, standen sie doch jahrzehntelang an unserer Seite.

Gott kann Korea ebenso heilen und vereinen, wie er Deutschland wiedervereint hat. Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang war einst als „Jerusalem des Ostens“ oder „Jerusalem Asiens“ bekannt, als vor einem Jahrhundert eine große Erweckung über das Land kam. Was uns heute unmöglich scheint, ist Gott möglich. Der Schlüssel dafür liegt allerdings nicht in den Händen von Politikern, sondern in den Händen des Volkes Gottes. Beachten Sie, dass es nicht heißt „wenn der Präsident“ oder „wenn die Regierung“ oder „wenn das Parlament“ etwas tut. Gott sagt vielmehr: „Wenn mein Volk, über das mein Name genannt ist, sich demütigt, dass sie beten […], so will ich […] ihr Land heilen.“ (2. Chronik 7,14) Der Schlüssel zur Heilung unserer Nationen liegt in den Händen gewöhnlicher Leute, Menschen wie Sie und ich, die an den Trennmauern stehen und proklamieren, dass sie im Namen Jesu fallen müssen!

Bitte beten Sie mit uns für die USA, für Korea und für Israel. Vielleicht braucht auch Ihre eigene Nation eine Berührung Gottes. Gott heilt die Nationen. In Jakobus 5,16 lesen wir: „Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.“ Unsere Gebete können die dämonischen Mächte der Spaltung, des Liberalismus und des Rassismus brechen, weil Jesus der Herr aller Herren und der König aller Könige ist. Nichts ist ihm unmöglich, wenn sein Volk betet. Tun wir uns zusammen und packen wir es gemeinsam an!

Gott segne Sie aus Jerusalem, während wir die Welt gemeinsam verändern!


Jesaja-62-Gebet

Bitte informieren Sie sich über unsere Jesaja-62-Gebetsgruppen in Ihrem Land und schließen Sie sich einer unserer Gebetsgruppen an, die von unseren nationalen ICEJ-Zweigstellen derzeit über die Internetplattform ZOOM angeboten werden. Gerne können Sie sich jeden Mittwoch auch unserem weltweiten Gebetstreffen der ICEJ aus Jerusalem anschließen, ebenso wie unserer neuen, monatlichen, globalen Gebetsbewegung Rosch Chodesch. Es gibt viele weitere Menschen wie Sie, die gemeinsam mit anderen Gläubigen ihre Stimme erheben wollen und daran glauben, dass sie ihre Nationen nachhaltig beeinflussen können.

Hier geht es zum Jesaja-62-Gebet der ICEJ-Deutschland: www.Jesaja62.icej.de

Klicken Sie hier, um weitere Informationen zu den internationalen Gebetsgruppen zu erhalten (auf Englisch).

Sehen Sie außerdem zwei faszinierende Videos, die darüber berichten, wie Gott in den Herzen seines Volkes auf beiden Seiten der Berliner Mauer gewirkt hat: Die andere Seite der Mauer: Christen in Ost- und Westberlin


Wort aus Jerusalem - kostenlos abonnieren

Abonnieren Sie unsere kostenlose Zeitschrift "Wort aus Jerusalem" (6 Ausgaben im Jahr) mit tiefgehender Bibellehre und interessanten Artikeln und Berichten aus Israel. Zur Anmeldung.

Die Wiederherstellung von Vätern und Söhnen

In der christlichen Bibel ist Maleachi das letzte Buch des Alten Testaments. Dieser Prophet repräsentiert die allerletzten Worte der alttestamentlichen Zeit. Einige Theologen nennen die nachfolgenden 400 Jahre „die Zeit des Schweigens“, in der Gott bis zur Ankunft seines Sohnes Jesus nicht mehr redete.

Foto: Unsplash, Symbolbild

Gottes Boten

Mit diesen Worten endet das Alte Testament: „Siehe, ich will euch senden den Propheten Elia, ehe der große und schreckliche Tag des HERRN kommt. Der soll das Herz der Väter bekehren zu den Kindern und das Herz der Kinder zu ihren Vätern, auf dass ich nicht komme und das Erdreich mit dem Bann schlage.“ (Maleachi 3,23-24) Es ist die zweite Botschaft im Buch Maleachi, in der es heißt „ich sende“. Bereits in Maleachi 3,1 sagt Gott: „Siehe, ich sende meinen Boten, damit er den Weg vor mir her bereite.“ (ELB) – das ist ein klarer Hinweis auf Johannes den Täufer (Matthäus 11,10). Ganz am Ende dieses Buches verkündet Gott erneut: „Siehe ich will senden...“ – dies offenbart eine andere Facette des Dienstes von Johannes dem Täufer, der im Geist und in der Vollmacht des Elia kam (Lukas 1,17).

Der Dienst des Elia

Es gibt zwei grundlegende Prinzipien, die Elias Dienst ausmachen. Erstens ist er eine Initiative Gottes. Es ist nicht der Plan eines Menschen, sondern Gott sagt: „Ich werde es tun!“ Das lässt uns hoffen, denn da er nicht von Menschen abhängig ist, sondern von Gott, ist sein Erfolg gewiss! Wir müssen uns nur nach diesem großartigen Plan Gottes richten und uns ihm unterordnen. Zweitens benötigt Elias Dienst größtmögliche Aufmerksamkeit. Maleachi warnt, dass Elias Erfolg von immenser Wichtigkeit ist, da Gott sonst „das Erdreich mit dem Bann schlagen“ wird. Das bedeutet, dass wir die Bedeutung des Elia-Dienstes in der Endzeit nicht unterschätzen dürfen. Er verlangt die Aufmerksamkeit aller. Nicht nur die Pastoren und Leiter, jedes Mitglied des Leibes Christi muss sich dieser himmlischen Agenda unterordnen.

Familienbeziehungen

Diese Mission im Geist des Elia erscheint etwas ungewöhnlich. Elias Ruf konzentriert sich auf die familiären Beziehungen. Er wird die Herzen der Väter ihren Kindern zuwenden und die Herzen der Kinder ihren Vätern. Väter und Söhne. Mütter und Töchter. Die Beziehungen zwischen Generationen und innerhalb der Familie sind Gott sehr wichtig. In unserer individualistischen westlichen Gesellschaft verlieren Familien ihre Bedeutung. Heute wird die Familienstruktur stärker angegriffen als je zuvor. Selbst die Politik vieler Regierungen weltweit untergräbt das biblische Konzept einer Familie nach dem Maßstab Gottes – mit einem Vater und einer Mutter, die integre Nachkommen zeugen und großziehen. Der biblische Maßstab von Mann und Frau wird angegriffen. Scheidungsraten sind auf Rekordhöhe. Unterdessen wird der Mutterleib, der einst ein sprichwörtliches Symbol für Geborgenheit war, zum unsichersten Ort für ein ungeborenes Kind: Millionen Babys werden im Mutterleib getötet bevor sie die Chance haben, zu leben.

Die Beziehung zwischen Vätern und Söhnen und zwischen Gott, dem Vater, und seinen Kindern kann auf drei verschiedenen Ebenen definiert werden. Alle drei gelten auch für unser Leben.

1.      Familienberufung

Als Gott Abraham dazu berief, ein Segen für die Welt zu sein und Vater eines Volkes zu werden, das Errettung und Glauben an die Enden der Erde bringen würde, stellte er klar, dass dies nicht nur ein Segen für ein paar Einzelpersonen war. Vielmehr erklärte Gott: „In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.“ (1. Mose 12,3) (im Hebräischen heißt es „Familien“ – Anm. d. Übersetzers) Es ist wichtig anzumerken, dass Gott selbst bei der Berufung Abrahams dessen Familie im Blick hatte: „Denn dazu habe ich ihn auserkoren, dass er seinen Kindern befehle und seinem Hause nach ihm, dass sie des HERRN Wege halten und tun, was recht und gut ist, auf dass der HERR auf Abraham kommen lasse, was er ihm verheißen hat.“ (1. Mose 18,19) Es war wesentlich für Abrahams Berufung, dass er nicht nur als Einzelperson Gott dienen sollte. Für Gott stand die familiäre Bindung über die Generationen hinweg im Mittelpunkt dieser Berufung.

Zweifellos ist das jüdische Volk heutzutage aller Welt ein Vorbild für einen Glauben und eine Tradition, die nicht nur individuell bewahrt und gelebt, sondern an die nächste Generation weitergereicht werden: Durch Studieren (das erste Buch, das Kinder frommer Juden zu lesen lernen, ist das 3. Buch Mose) und feierliche Zeremonien (z.B. die Bar Mitzwa). In der neutestamentlichen Zeit änderte sich dies nicht. Oft lesen wir davon, dass ganze Haushalte errettet und getauft wurden. Als Gott Kornelius berief, den allerersten Nichtjuden, der das Evangelium annahm, versprach er ihm, dass „… du selig wirst und dein ganzes Haus.“ (Apostelgeschichte 11,14) Paulus versprach dem Kerkermeister in Philippi dasselbe: „Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du und dein Haus selig!“ (Apostelgeschichte 16,31) Meine eigene Familie erlebte dies, als Gott vor rund 80 Jahren in das Haus der Bühlers einzog. Er berührte meine Großmutter in mächtiger Weise und ihre gesamte Familie wurde gerettet. Und dieser Segen setzt sich fort, sogar bis zu allen ihren Enkeln und Urenkeln.

Ich und mein Haus

Wenn Sie dies lesen, möchte ich Sie bitten, Gott zu glauben – nicht nur, dass Sie selbst errettet werden, sondern auch Ihr ganzes Haus. Gott möchte, dass „alle Familien auf Erden” gesegnet sind. Dies bedeutet auch, dass insbesondere Sie als Väter Ihre Rolle als Priester Ihrer Familien einnehmen sollen. Die priesterliche Rolle bedeutet, für Ihre Kinder zu beten und sie Gottes Wege zu lehren. Überlassen Sie diese wichtige Aufgabe nicht dem Kindergottesdienst am Sonntag. Väter sind die wichtigsten Vorbilder im Leben eines Kindes. Selbstverständlich gilt das auch für Mütter. Während ich dies schreibe, trauere ich noch über den Heimgang meiner Mutter vor wenigen Tagen. Meine Eltern waren für mich Vorbilder in der Nachfolge Jesu. Entscheiden Sie sich heute wie Josua es einst getan hat: „Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen.“ (Josua 24,15)


Natürlich gilt dieser Bibeltext auch für Kinder. Gott hat die Beziehung zwischen Kindern und ihren Eltern inmitten der Zehn Gebote eingraviert. „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird.“ (2. Mose 20,12) Paulus weist darauf hin, dass dieses Gebot das erste ist, das eine Verheißung hat – die eines langen Lebens. Er erinnert uns auch daran, dass in den letzten Tagen dieses biblische Gebot ausgehöhlt werden wird, wenn Kinder „den Eltern ungehorsam“ werden (Römer 1,30). Als Kinder sind wir aufgefordert, unsere Väter und Mütter zu ehren, ganz gleich wie alt wir sind oder wie alt sie sind!

Noch viel mehr könnte dazu gesagt werden. Es gibt jedoch noch eine weitere Ebene der „Elia-Wiederherstellung“, die für uns gilt und die wir beachten müssen.

2.      Der Glaube unserer Väter

In einer weiteren Beziehung geht es um Väter, und zwar um „den Glauben unserer Väter“. In Maleachi 2,10 warnt Gott Israel, weil es „den Bund mit unseren Vätern“ entheiligt hat. Der biblische Glaube ist ein Glaube der „neuen Dinge“. Jede Generation muss herausfinden, wie sie Gott auf ihre eigene Art und Weise dienen kann. Immer wieder kündigt Gott durch die Propheten an, dass er „Neues“ wirkt (Jesaja 42,9; 43,19). Folglich tadelt er Menschen, die sich nie ändern, sondern in ihren alten Traditionen und Handlungsweisen festgefahren sind. (Jeremia 48,11).

Unveränderliche Wahrheiten

Veränderungen sollten jedoch niemals die Grundlagen unseres Glaubens, die im Wort Gottes offenbart sind, ändern oder erschüttern. Biblische Wahrheiten, Werte und Lehren ändern sich nie – weil Gott sich nicht ändert. Unsere Kommunikationsmittel, Musikstile und Rhetorik oder unser Gottesdienstablauf mögen sich verändern, aber die Botschaft selbst darf sich nie ändern. Was Gott vor 2.000 Jahren „Sünde“ nannte, ist auch heute noch Sünde. Was Gott in der Bibel „gerecht und rechtmäßig“ nennt, ist heute nicht ungerecht und unrechtmäßig.

Gemeinden und Gläubige täten gut daran, sich an der frühen Gemeinde in Jerusalem zu orientieren – der Vorbild-Gemeinde, die die ersten Apostel gründeten. Die vier großartigen Prinzipien der ersten Gemeinde – die Lehre der Apostel, die Gemeinschaft der Heiligen, das Brotbrechen und das Gebet – sind unabdingbar für jede Gemeinde oder Gruppe, die sich nach einem Wirken Gottes sehnt. Aus diesem Grund riefen Israels Propheten denen zu, „die ihr der Gerechtigkeit nachjagt...: Schaut den Fels an, aus dem ihr gehauen seid... Schaut Abraham an, euren Vater, und Sara, von der ihr geboren seid.“ (Jesaja 51,1-2)

Die Wahrheiten, die vor 200 Jahren Erweckung herbeiführten, sind heute nicht ungültig geworden. Buße und Gebet sind heute genauso wesentlich, wie sie es in vergangenen Erweckungen gewesen sind. Es gibt keine kurzfristige, unmittelbare Erweckung, die man mal eben schnell „downloaden“ kann, passend zu unserem modernen Lebensstil. Die Lebensweise von John Wesley, George Whitefield, William J. Seymour oder Reinhard Bonnke mag höchst unterschiedlich gewesen sein, aber alle trugen dieselbe DNA eines heiligen und Jesus geweihten Lebens. Das „alt‘ rauhe Kreuz“ ist heute immer noch alt und rau. Aber wenn wir daran festhalten und es verkünden, wird das Kreuz seine Kraft in Fülle und Frische sogar in unserer postmodernen Welt freisetzen. Der Ruf Elias fordert uns auf, alte Quellen aufzugraben, die vielleicht über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte zugeschüttet waren. Wenn wir das tun, wird erneut frisches und lebendiges Wasser aus diesen Quellen fließen. Genau das machte Elia, als er den Altar Gottes, der in Trümmern lag, wieder aufbaute. (1. Könige 18,30)

Feste Grundlagen

Fundamente nehmen für unseren Glauben eine so zentrale Bedeutung ein, dass das himmlische Jerusalem auf dem unerschütterlichen und unveränderlichen Fundament der zwölf Apostel erbaut ist. Die zwölf Eingangstore der Stadt sind sogar noch älter, da sie die Namen der zwölf Stammesväter Israels tragen. Das war wahrscheinlich der Grund, warum der Engel, der Zacharias erschien, die Worte aus Maleachi 3,23 leicht verändert wiedergab: „Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft des Elia, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist.“ (Lukas 1,17) Johannes der Täufer trat in einer Generation auf, die dringend zu den überlieferten Maßstäben zurückkehren musste. Sie hatten sich so weit davon entfernt, dass der Engel sie „ungehorsam“ nannte. Johannes zentrale Botschaft war daher Buße. „Buße“ bedeutet im Hebräischen zurückkehren, umkehren in die Richtung, aus der man kam.

Der Geist des Elia repräsentiert daher nicht nur eine große Erwartung und Hoffnung auf Erweckung und auf Zeichen und Wunder. Er repräsentiert auch das Leben von radikal hingegebenen Gläubigen, die kompromisslos auf den Wegen der Väter gehen und auf diese Weise neues Land einnehmen!

3.      Die Väter unseres Glaubens

Die dritte Auswirkung betrifft einen Bereich, in dem die Gemeinde sich die meiste Zeit ihres Bestehens schwer getan hat. Es geht um unsere Beziehung zum jüdischen Volk. Wenn man in einer Online-Bibel oder einer Konkordanz das Wort „Väter“ (im Plural) nachschlägt, stellt man schnell fest, dass dieses Wort hauptsächlich im Neuen Testament auf besondere Weise eingesetzt wird. Von den 41 Erwähnungen des Wortes „Väter“ in der Lutherbibel beziehen sich die meisten auf die Väter Israels, zum Beispiel „der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs, der Gott unsrer Väter“ (Apostelgeschichte 3,13), „eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen“ (Johannes 6,49) oder „mit Recht hat der Heilige Geist durch den Propheten Jesaja zu euren Vätern gesprochen“ (Apostelgeschichte 28,25).

Insgesamt gibt es rund fünfzig Passagen im Neuen Testament, die sich auf das jüdische Volk aus alttestamentlicher Zeit beziehen. Paulus erklärt, dass Israel „auch die Väter gehören“ (Römer 9,5). Das bedeutet, dass alle Generationen Israels – von Abraham über Mose bis hin zu den Propheten – als unsere Väter gelten. Dies ist ein traditionelles Verständnis, das Israel über Jahrhunderte geprägt hat. Der Talmud nennt sogar ein ganzes Buch Pirkei Avot, „die Sprüche der Väter“.


Nun kann man natürlich einwenden, dies treffe nur auf „gute Israeliten“ zu, wie Abraham, Mose usw. Aber zwei Stellen im Neuen Testament sind besonders beachtenswert. In der Apostelgeschichte sahen sich Stephanus und Paulus jeweils feindlich gesinnten Menschenmengen gegenüber, die sie umbringen wollten. Bevor sie angegriffen wurden, predigten beide der Volksmenge. Und beide sprachen die Menschen auf dieselbe wunderbare Weise an: „Brüder und Väter, hört...“ (Apostelgeschichte 7,2; 22,1). Das erinnert an das, was Paulus ebenfalls über Israel sagte: selbst wenn sie Feinde des Evangeliums wären, „nach der Erwählung sind sie Geliebte um der Väter willen.“ (Römer 11,28)

Von Vätern und Kindern

Wenn wir zudem in Betracht ziehen, wie das Neue Testament die Gemeinde darstellt, stellen wir fest, dass Jesus seine Jünger „Kinder” nannte (z.B. Johannes 21,5). Auch Paulus und Johannes bezeichneten die Gemeinde als „Kinder” (Galater 4,19; 1. Johannes 2,1). Das heißt, dass die Beziehung zwischen der Gemeinde und Israel wie eine Beziehung zwischen Vätern und Kindern betrachtet werden kann. In jüngster Zeit nannten einige Päpste das jüdische Volk oft „unsere älteren Brüder”. Es wäre jedoch nicht falsch, sie „unsere Väter“ zu nennen. Die Apostel bezeichneten sie so.

Das Christentum ist aus dem Bund Gottes mit Israel geboren worden. Alles, was unseren Glauben ausmacht, wurde uns von den Juden gegeben. Unsere Bibel wurde von Juden geschrieben. Jüdische Patriarchen, Propheten und Apostel weisen uns alle auf einen jüdischen Messias hin, der im Himmel noch immer „der Löwe aus dem Stamm Juda“ heißt. Darum erklärte Jesus der Samariterin: „Das Heil kommt von den Juden.“ (Johannes 4,22) Das bedeutet, dass unsere Beziehung als Gemeinde zu Israel so wichtig ist, wie es die Beziehung zwischen Vätern und Kindern ist. Natürlich trifft das auch umgekehrt zu. Aber es war hauptsächlich die Gemeinde, die über die Jahrhunderte hinweg ihre Väter in vielerlei Hinsicht respektlos behandelt hat. Es ist an der Zeit, nicht nur Buße zu tun, sondern „die Frucht der Buße“ zu zeigen, wie Johannes der Täufer predigte.

Der Dienst des Elia ist ein endzeitlicher Dienst, daher kann ihn kein Gläubiger und keine Gemeinde in diesen letzten Tagen ignorieren. Ich glaube, die endzeitliche Gemeinde – die Braut Christi – kann es sich nicht leisten, die Familie Jesu – das jüdische Volk – weiterhin zu ignorieren oder beiseitezuschieben. Der Geist des Elia drängt uns, eine gute Beziehung zu den Vätern zu haben. Diese ist bedingungslos und kann nicht davon abhängig sein, wie gut sie sind, ob sie das glauben, was wir möchten, oder ob die israelische Regierung perfekt ist. Auch unsere irdischen Väter sind nicht perfekt, dennoch werden wir aufgefordert, sie zu ehren. Dasselbe gilt für Israel. Wir müssen sie ehren, lieben und segnen.

Der Geist des Elia wird uns helfen und uns lehren, wie wir auf die richtige Weise mit Gottes Volk verbunden sein und die richtige Einstellung zu dem Land Israel, das Gott ihm in einem ewigen Bund verheißen hat, haben können. Paulus warnt, dass wir andernfalls die Grundlage unserer Existenz gefährden – und das könnte böse enden (Römer 11,16ff). Angesichts des fünften Gebots könnten wir den Segen verpassen, der uns verheißen wird, wenn wir Vater und Mutter ehren.

Bereitet den Weg

Das Thema des diesjährigen Laubhüttenfests ist „Bereitet den Weg”. Das hat sehr viel mit dem Geist des Elia zu tun. Es geht um die Wiederherstellung von Familien und Generationen. Diese sind Gott wichtig, denn sie gründen auf dem Wesen Gottes. Er ist unser Vater! Und seine väterliche Sorge drückt sich am prägnantesten durch den Propheten Maleachi aus: „Ein Sohn soll seinen Vater ehren und ein Knecht seinen Herrn. Bin ich nun Vater, wo ist meine Ehre? Bin ich Herr, wo fürchtet man mich?, spricht der HERR Zebaoth...“ (Maleachi 1,6)

Gott als unseren Vater ehren, unsere irdischen Väter ehren, uns wieder dem Glauben unserer Väter anschließen und die Väter unseres Glaubens zu ehren – auf diese Weise spiegeln wir Gottes Wesen wieder. Lassen Sie uns den Herrn bitten, die Salbung Elias über unserem Leben und unserer Nation freizusetzen. Bitte beten Sie mit uns für das Laubhüttenfest, dass dieses Wort wie ein klarer und lauter Ruf auf der ganzen Welt gehört wird. Lassen Sie uns gemeinsam den Weg des Herrn bereiten!

Lesen Sie auch Bereitet den Weg! Teil 1: Der Dienst des Elia


Laubhüttenfest 2020 - das erste Online-Laubhüttenfest

„Bereitet den Weg für den Herrn“ ist das Thema des diesjährigen ICEJ-Laubhüttenfestes. Als wir es wählten, ahnten wir noch nicht, wie relevant dieses Thema 2020 sein würde! Es ist wahrhaftig das Jahr des Rufes: „Bereitet den Weg für den Herrn!”

Wir laden Sie herzlich ein, dieses Jahr an unserem ersten Online-Laubhüttenfest teilzunehmen!

Wir besuchen neue und bekannte Orte in Jerusalem und Israel und begegnen Israelis.

Rund 50 Online-Seminare mit vielfältigen Themen: u.a. Laubhüttenfest, Gottes Pläne für Israel, aktuelle Entwicklungen, biblische Prophetie, christlicher Zionismus, Archäologie und Spannendes für die junge Generation.

Die Online-Seminare sind bis Ende Dezember 2020 abrufbar.

Für den Livestream und für viele Seminare wird eine deutsche Übersetzung angeboten.

Für 50 $ (ca. 45 €) sind Sie dabei!

Weitere Infos und Anmeldung zum ICEJ-Laubhüttenfest 2020

 


Wort aus Jerusalem - kostenlos abonnieren

Abonnieren Sie unsere kostenlose Zeitschrift "Wort aus Jerusalem" (6 Ausgaben im Jahr) mit tiefgehender Bibellehre und interessanten Artikeln und Berichten aus Israel. Zur Anmeldung.

Bereitet den Weg!

Auf dem Weg hinauf nach Jerusalem konnten wir in den letzten zehn Jahren viele Veränderungen beobachten. Schwere Erdbaumaschinen ebneten steile Steigungen und begradigten die Kurven der Autobahn 1, die Tel Aviv mit Jerusalem verbindet. Bergkuppen wurden abgetragen und Täler überbrückt oder aufgefüllt, um hinsichtlich der täglichen Verkehrsstaus in die Hauptstadt Israels Abhilfe zu schaffen.

Foto: ICEJ, Straßenbau in Jerusalem, Symbolbild

Straßenbauprojekte

Die Bibel spricht darüber, dass solche gewaltigen Umwälzungen auch im geistlichen Bereich geschehen werden. Nicht etwa, um dem stetig wachsenden Strom von Touristen den Weg nach Jerusalem zu ebnen oder um dem zunehmenden Bedarf weiterer Infrastruktur in der schnell wachsenden Start-up-Nation nachzukommen. Es handelt sich um eine geistliche Straße, die den Weg für etwas weitaus Wichtigeres bahnt. Dieses Straßenbauprojekt wird das Kommen der Herrlichkeit des Herrn vorbereiten.

„Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott! Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig ist, soll eben werden; denn die Herrlichkeit des HERRN soll offenbart werden, und alles Fleisch miteinander wird es sehen; denn des HERRN Mund hat's geredet.“ (Jesaja 40,3-5)

Das aktuelle Straßenbauprojekt um Jerusalem herum geschieht auf staatliche Initiative. Aber Jesaja spricht von einem Straßenbauprojekt, das vom Himmel initiiert wird. Er hört eine Stimme, ähnlich des Schalls einer Trompete, die jeden an jedem Ort einlädt, sich an dieser prophetischen Mission zu beteiligen.

Johannes‘ Auftrag

Durch Johannes den Täufer war diese Stimme bereits vor 2.000 Jahren zu hören. Und ich glaube, dass diese Stimme heute wieder gehört wird. Damals war es tatsächlich ein umstrittener Ruf. Johannes der Täufer war in vielerlei Hinsicht ein Sonderling. Er erfüllte nicht die Erwartungen des Mainstreams seiner Zeit. Seine Versammlungsorte waren nicht die glänzenden Marmorhallen des Tempels, sondern die raue und feindselige Umgebung der Wüste. Sein Redestil war nicht von den großen Rednern seiner Zeit geschult worden. Er gebrauchte eine raue Sprache und fand deutliche Worte. Er kritisierte die religiösen Leiter seiner Zeit als „Otterngezücht“ und forderte den König auf, Buße zu tun über seinen unmoralischen Lebensstil (Matthäus 14,4). Seine Kleidung war bestenfalls rustikal und, wie Jesus es ausdrückte, nicht geeignet für die Häuser der Könige (Matthäus 11,8). Seine Nahrung war auf jeden Fall eigenartig – Heuschrecken mit Honig.

Johannes der Täufer war ein Prediger, der Menschen mit seinem Erscheinungsbild und seiner Botschaft verärgerte. Viele jedoch liebten ihn und spürten, dass dieser merkwürdige Unruhestifter in der Wüste ein Wort des Herrn für ihre Generation hatte. Sie spürten, dass Gott wieder einen Mann wie in früherer Zeit Elia geschickt hatte, der ihre Lauheit und ihren widerspenstigen Lebensstil anprangerte. Sie kamen aus ganz Israel, um ihn zu hören und die Taufe des Johannes zu empfangen. Jesus machte ihm später das höchste Kompliment, das ein Menschen bekommen kann: „Wahrlich, ich sage euch: Unter allen, die von einer Frau geboren sind, ist keiner aufgetreten, der größer ist als Johannes der Täufer.“ (Matthäus 11,11)

Als man ihn selbst fragte, wer er sei, erklärte Johannes überraschenderweise ganz schlicht, dass es überhaupt nicht um ihn ginge, sondern um den Einen, der nach ihm kommen würde. „Ich bin die Stimme eines Predigers in der Wüste: ‚Ebnet den Weg des Herrn!‘, wie der Prophet Jesaja gesagt hat.“ (Johannes 1,23). Seine Botschaft traf mitten ins Herz der religiösen Elite und der Vorstellung, dass die Zugehörigkeit zu Gottes auserwähltem Volk, den Juden, eine Eintrittskarte in den Himmel sei (Lukas 3,7-9). Stattdessen suchte Gott ein Volk mit zerbrochenem Geist, das bußfertig war - und zwar nicht nur mit Worten. Wenn nötig könnte Gott sich ein Volk aus Steinen auferwecken, erklärte Johannes. Für Johannes war Buße nicht einfach das Ablesen eines Bekenntnisses in der Kirche (oder im Tempel), sondern sie bedurfte einer grundlegenden Änderung des Lebensstils. „Seht zu, bringt rechtschaffene Frucht der Buße!“ (Matthäus 3,8)

Johannes war der Wegbereiter für den Messias. Er führte seinen Dienst aus „im Geist und in der Kraft des Elia... zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist.“ (Lukas 1,17) Oder wie Jesus es selbst später sagte: „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll.“ (Matthäus 11,10)

Elia muss kommen

Der Prophet Maleachi verknüpft diesen Dienst der Wegbereitung mit Israels größtem Propheten - Elia. Bis heute hält das jüdische Volk an der Tradition fest, am Seder-Tisch beim Passahfest in Erwartung seines Kommens einen Platz für Elia zu reservieren. Im Verlauf des Seder-Abends wird sogar die Haustür geöffnet, um zu sehen, ob Elia gekommen ist.

Jesus und seine Jünger waren auf dem Rückweg vom Berg der Verklärung. Soeben hatten die Jünger gesehen, wie Elia und Mose sich mit Jesus unterhielten. Sie fragen Jesus: „‚Warum sagen denn die Schriftgelehrten, zuerst müsse Elia kommen?‘ Er antwortete und sprach: ‚Ja, Elia kommt und wird alles zurechtbringen. Doch ich sage euch: Elia ist schon gekommen, und sie haben ihn nicht erkannt, sondern haben mit ihm getan, was sie wollten. So wird auch der Menschensohn durch sie leiden müssen.‘ Da verstanden die Jünger, dass er von Johannes dem Täufer zu ihnen geredet hatte.“ (Matthäus 17,10-13)

Jesus antwortete ihnen in einer fast rätselhaften Weise: „Elia kommt“ und „Elia ist schon gekommen.“ Er deutet an, dass es einen zweifachen Dienst des Elia gibt. Einer erfolgte durch die Person Johannes des Täufers. Dieser Dienst war sehr mächtig, endete jedoch mit der Enthauptung Johannes des Täufers. „Sie… haben mit ihm getan, was sie wollten.“ Dennoch spricht Jesus auch von einem künftigen Dienst des Elia. „Elia kommt!“ Demnach wird dieser Dienst des Elia in seiner Wirkung anders sein. Dieser künftige Dienst des Elia „wird alles zurechtbringen.“

Das Wiederauftreten und die andauernde Wiederherstellung des modernen Staats Israel, das beispiellose Wachstum der Gemeinde Jesu weltweit und die globalen Erschütterungen (wie die aktuelle Corona-Krise) deuten darauf hin, dass wir in einer Zeit von großer geistlicher Bedeutung leben. Jesus kommt bald! Doch wenn dies wahr ist, müssen wir uns den Dienst von Johannes dem Täufer genauer ansehen. Ich persönlich glaube, dass die aktuelle Krise ein Ruf des Himmels an uns alle ist: „Bereitet dem HERRN den Weg!“

Diesmal ist es nicht die Stimme einer einzelnen Person, einer Gemeinde oder eines Dienstes, sondern ein Ruf des Geistes Gottes, der auf der ganzen Welt von denen gehört wird, die nach mehr von seiner Herrlichkeit und nach dem Kommen ihres Retters hungern und dürsten. Heute hören wir, dass die Bibel in vielen Buchhandlungen auf der ganzen Welt ausverkauft ist. Inmitten der Quarantänezeit schießen Online-Gebetstreffen wie Pilze aus dem Boden. Diese aktuelle Krise fordert die Gemeinde zweifellos heraus und verändert sie – und Israel. Sie wird dazu beitragen, dem Herrn den Weg zu bereiten.

Ein heiliger Weg

Gott baut einen Weg in unserer Zeit. Egal mit wem ich weltweit spreche, jeder empfindet, dass Gott in unseren Tagen etwas Neues und Frisches wirkt. Neue Weinschläuche! Und dieser neue Weg, der gebaut wird, ist nicht nach Denominationen oder Diensten benannt. Es ist nicht der Weg eines Menschen, sondern der „Weg des Herrn“.


In Jesaja 35,8 beschreibt der Prophet ihn als einen „heiligen Weg“. Dieses Wirken Gottes verlangt von uns, das wir uns einen neuen Lebensstil der Heiligkeit und der Buße aneignen. Diese Worte – Heiligkeit und Buße – sind heute in vielen christlichen Kreisen gefährlich rar geworden, aber in den Botschaften Elias und Johannes des Täufers standen sie im Mittelpunkt. Johannes‘ Aufruf zur Buße richtete sich nicht an die Heidenvölker oder an das Römische Reich. Dieser Ruf erging an sein eigenes Volk, an Gottes Volk. Er rief Israel auf, mit seinem Gott ins Reine zu kommen. Heute ruft der Herr uns, die Gemeinde, mit Gott ins Reine zu kommen. Von den sieben Gemeinden im Buch der Offenbarung (Kapitel 2 bis 3) war Gott nur mit zweien völlig zufrieden. Die meisten (fünf von sieben!) mussten dringend Buße zu tun.

Wie Israel zur Zeit Johannes des Täufers müssen wir uns von der Vorstellung befreien, dass die Gemeinde eine Eintrittskarte in den Himmel hat. Ein gewaltiges Wirken Gottes in unserer Zeit bedarf einer gewaltigen Veränderung in unserem Leben.

Zu Beginn dieses Jahres empfand unser Team in Jerusalem, dass Gott uns zur Buße rief. Nicht, weil unverfrorene Sünde unter uns grassiert hätte, sondern weil wir empfanden, dass Gott uns zu einer größeren Absonderung von der Welt und einer engeren Gemeinschaft mit ihm rief. Charles Finney, einer der größten Erweckungsprediger Amerikas, schreibt in seinem Beststeller „Lectures on Revival“, dass eine Welle der Buße jeder Erweckung vorangeht und sie begleitet. Lasst uns diese heilige Tugend wiederentdecken!

Eine Stimme in der Wüste

Dieser Ruf, dem Herrn den Weg zu bereiten, wird nicht unbedingt die Aufmerksamkeit und den Zuspruch der Welt erhalten. Wie zur Zeit Johannes des Täufers wird es eine Stimme in der Wüste sein. Es ist möglich, dass sie von unseren Freunden und Familien nicht gehört werden wird. Es mag sein, dass es nicht in den sozialen Netzwerken und großen Versammlungen geschieht. Stattdessen wird es ein intimes Wirken Gottes sein, das zwischen Ihnen und ihm geschieht. Ein Segen, den die aktuelle Corona-Krise bewirkt, ist, dass sie uns auf unser Zuhause beschränkt, auf unsere Familienbeziehungen und unsere Beziehung zu Gott. Die Bibel verheißt uns: Wenn wir uns ihm nahen, naht er sich auch uns (Jakobus 4,8).

Berge, Täler und krumme Wege

In den Tagen Johannes des Täufers holte seine Botschaft das Volk Gottes aus dem Tal der Gleichgültigkeit und des Kompromisses heraus. Er füllt das auf, was in unserem Leben fehlt. Das kann der Verlust unserer ersten Liebe und Leidenschaft für Jesus sein. Es kann die Vernachlässigung der „Gnadenmittel“ sein, durch die Gott sein Reich aufbauen möchte – die Gemeinschaft der Heiligen, das Abendmahl, das Studium von Gottes Wort und unser persönliches Gebetsleben.

In vielen Herzen gibt es Berge des Stolzes, menschlicher Philosophien und Religiosität, die Gottes Wirken verhindern. Paulus schreibt an die Gemeinde in Korinth, dass er seine geistlichen Waffen gegen alles Hohe, das sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, einsetzt (2. Korinther 10, 4-5). Auch wenn es keine leibhaftigen Berge sind, können sie dennoch entmutigend aufragen wie die Rocky Mountains oder der Himalaya. Wir müssen die krummen, verdrehten Wege unseres Herzen geraderücken, damit die Herrlichkeit des Herrn in ihrer ganzen Fülle kommt! Das hebräische Wort für krumm ist „akóv“. Dasselbe Word wird vom Propheten Jeremia verwendet: „Trügerisch (akóv) ist das Herz, mehr als alles, und unheilbar ist es. Wer kennt sich mit ihm aus?“ (Jeremiah 17,9 / ELB)

Derek Prince wies immer wieder darauf hin, dass das Adjektiv „trügerisch“ nicht im Passiven sondern im Aktiven gebraucht wird. Es bedeutet also nicht, dass unser Herz leicht zu betrügen ist, sondern dass unser Herz uns aktiv betrügen möchte. Darum ruft der Prophet ein paar Verse später zu Gott: „Heile du mich, HERR, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen.“ (Jeremia 17,14)

Herzenssache

Dem Herrn einen Weg zu bereiten betrifft unser Herz. Jeremia – und mit ihm andere Propheten – verstanden, dass unser Herz unheilbar krank ist, und dass wir eine himmlische Herztransplantation durch den Heiligen Geist brauchen. Hesekiel sagt dies voraus (Hesekiel 36,24ff). Jeremia spricht von einem neuen Bund Gottes, der mit unserem Herzen zu tun hat (Jeremia 31,31ff). Und Jesus sagte, diese verheißene, vom Heiligen Geist bewirkte Herzensumwandlung wird so grundlegend sein, dass man sich wie von neuem geboren fühlt (Johannes 3,6).

Genau hierin liegt das Geheimnis, worin der Dienst Johannes des Täufers sich von dem unterscheidet, was Gott ins unserer Zeit tun wird. Damals wurden zahlreiche Menschen von ihm erreicht und ließen sich taufen. Aber das bewirkte beim Volk keine dauerhafte Herzensänderung. Gleichermaßen bewirkte Elia, als er das Volk auf dem Berg Karmel herausforderte, nur eine kurzlebige Veränderung. Der Prophet Hosea hat es zutreffend beschrieben: „Was soll ich dir tun, Ephraim? Was soll ich dir tun, Juda? Ist doch eure Liebe wie eine Wolke am Morgen und wie der Tau, der frühmorgens vergeht!“ (Hosea 6,4)

Aus diesem Grund wird und muss dieser letzte Ruf in der Wüste ein mächtiges und herzensveränderndes Wirken des Heiligen Geistes sein, ansonsten wird es nichts bewirken! Der große Unterschied zwischen der Zeit Johannes des Täufers und unserer Zeit ist, dass der Heilige Geist damals noch nicht ausgegossen war. Aber Pfingsten und die große Erwartung einer Ausgießung des Geistes Gottes in den letzten Tagen lassen uns auf ein spannendes Wirken Gottes in unserer Zeit hoffen. Mein Freund Angus Buchan sagte neulich während einer unserer weltweiten Online-Gebetstreffen, dass er mit der größten Erweckung der Geschichte rechnet, sobald diese Corona-Krise vorüber ist.

Die Zeit auskaufen

Wir leben wahrhaftig in einer Zeit, die es in der Geschichte nie zuvor gegeben hat. Vier Milliarden Menschen sind auf verschiedene Weise von Quarantänemaßnahmen betroffen, bedingt durch das Coronavirus. Lasst uns diese Zeit nicht vergeuden, sondern für Gottes Absichten auskaufen. Es ist eine Zeit, in der Gott vom Himmel her redet, in der Gott erklärt: „Noch einmal will ich erschüttern nicht allein die Erde, sondern auch den Himmel.“ Durch dieses Erschüttern bewirkt Gott, „dass das, was erschüttert wird, weil es geschaffen ist, verwandelt werden soll, auf dass bleibe, was nicht erschüttert wird.“ (Hebräer 12,26-27)


Alle Dinge, die auf menschlicher Herrlichkeit und durch menschliche Mühen erbaut wurden, werden erschüttert werden, damit die Dinge, die auf Gottes unerschütterlichem Reich gebaut wurden, bleiben. Wenn wir alle gemeinsam diesen göttlichen Weg bereiten, werden wir sehen, wie die Herrlichkeit des Herrn in Macht erscheint. Es wird eine noch größere Herrlichkeit sein als die des bisherigen Hauses und alle Welt wird es sehen!

Lesen Sie auch Bereitet den Weg! Teil 2: Die Wiederherstellung von Vätern und Söhnen


Laubhüttenfest 2020 - das erste Online-Laubhüttenfest

„Bereitet den Weg für den Herrn“ ist das Thema des diesjährigen ICEJ-Laubhüttenfestes. Als wir es wählten, ahnten wir noch nicht, wie relevant dieses Thema 2020 sein würde! Es ist wahrhaftig das Jahr des Rufes: „Bereitet den Weg für den Herrn!”

Wir laden Sie herzlich ein, dieses Jahr an unserem ersten Online-Laubhüttenfest teilzunehmen!

Wir besuchen neue und bekannte Orte in Jerusalem und Israel und begegnen Israelis.

Rund 50 Online-Seminare mit vielfältigen Themen: u.a. Laubhüttenfest, Gottes Pläne für Israel, aktuelle Entwicklungen, biblische Prophetie, christlicher Zionismus, Archäologie und Spannendes für die junge Generation.

Die Online-Seminare sind bis Ende Dezember 2020 abrufbar.

Für den Livestream und für viele Seminare wird eine deutsche Übersetzung angeboten.

Für 50 $ (ca. 45 €) sind Sie dabei!

Weitere Infos und Anmeldung zum ICEJ-Laubhüttenfest 2020

 


Wort aus Jerusalem - kostenlos abonnieren

Abonnieren Sie unsere kostenlose Zeitschrift "Wort aus Jerusalem" (6 Ausgaben im Jahr) mit tiefgehender Bibellehre und interessanten Artikeln und Berichten aus Israel. Zur Anmeldung.

Warum Christen das Laubhüttenfest feiern

Es ist ein großartiges prophetisches Zeichen unserer Zeit, wenn Christen aus aller Welt zu Sukkot, dem Laubhüttenfest, in Jerusalem sind - eine starke Vorausschau auf noch herrlichere Tage, die kommen werden.

Foto: ICEJ, Christen aus Deutschland in einer Laubhütte

Der Rat des Rabbis

Als Merv und Merla Watson 1979 die erste christliche Laubhüttenfestfeier in Jerusalem planten, waren sie unsicher, wie die Völker dieses biblische Fest feiern sollten. Deshalb baten sie einen israelischen Rabbi um Rat. Als sie gerade gehen wollten, rief der Rabbi sie zurück: „Mr. und Mrs. Watson, dass Sie als Nichtjuden mich um Vorschläge für Ihre Sukkotfeier bitten, ist sehr ungewöhnlich. Unsere Propheten verkünden, dass in der messianischen Zeit alle Völker nach Jerusalem kommen werden, um dieses Fest mit uns zu feiern. Als Sie mich heute fragten, wie Sie Sukkot feiern sollen, hörte ich die Schritte des Messias näherkommen.“

Den Weg bereiten

Die ICEJ hat das Vorrecht, diese einzigartige Feier des Laubhüttenfestes nun schon seit 40 Jahren zu organisieren. Es ist nicht einfach eine weitere christliche Konferenz, sondern eine prophetische Proklamation für Israel und die Kirche, dass der Messias bald kommt. Letztendlich geht es um Jesus – nicht um uns, nicht einmal um Israel, sondern um den König, der wiederkommt. Gemäß dem diesjährigen Thema „Bereitet den Weg für den Herrn“ wollen wir beim ICEJ-Laubhüttenfest 2020 den Weg für Jesus, den König aller Könige, bereiten, der zurückkehrt in seine Stadt: Jerusalem.

Laubhüttenfest 2020 - das erste Online-Laubhüttenfest

„Bereitet den Weg für den Herrn“ ist das Thema des diesjährigen ICEJ-Laubhüttenfestes. Als wir es wählten, ahnten wir noch nicht, wie relevant dieses Thema 2020 sein würde! Es ist wahrhaftig das Jahr des Rufes: „Bereitet den Weg für den Herrn!”

Wir laden Sie herzlich ein, dieses Jahr an unserem ersten Online-Laubhüttenfest teilzunehmen!

Wir besuchen neue und bekannte Orte in Jerusalem und Israel und begegnen Israelis.

Rund 50 Online-Seminare mit vielfältigen Themen: u.a. Laubhüttenfest, Gottes Pläne für Israel, aktuelle Entwicklungen, biblische Prophetie, christlicher Zionismus, Archäologie und Spannendes für die junge Generation.

Die Online-Seminare sind bis Ende Dezember 2020 abrufbar.

Für 50 $ (ca. 45 €) sind Sie dabei!

Weitere Infos und Anmeldung zum ICEJ-Laubhüttenfest 2020

 


Wort aus Jerusalem - kostenlos abonnieren

Abonnieren Sie unsere kostenlose Zeitschrift "Wort aus Jerusalem" (6 Ausgaben im Jahr) mit tiefgehender Bibellehre und interessanten Artikeln und Berichten aus Israel. Zur Anmeldung.

 

Share this: