Change Region:Germany

Commentary

Der Bundestagsbeschluss zu Israels Annexionsplänen

Der Deutsche Bundestag hat am Mittwoch die Annexionspläne der israelischen Regierung als „im Widerspruch zu internationalem Recht“ kritisiert und die israelische Regierung dazu aufgefordert, die Pläne fallen zu lassen. Eine Verurteilung Israels oder gar Strafmaßnahmen lehnte eine Mehrheit der Abgeordneten jedoch ab. Sie forderten stattdessen die Bundesregierung dazu auf, sich innerhalb der EU gegen „einseitige Sanktionen oder Sanktionsforderungen“ einzusetzen. Für den von CDU/CSU und SPD eingereichten Antrag stimmten neben den Koalitionsfraktionen auch ein Teil der FDP-Abgeordneten. Grüne, Linke, AFD und einzelne FDP-Abgeordnete enthielten sich.

Im Vorfeld des Bundestagsbeschlusses zu Israels Annexionsplänen vom 1. Juli 2020 hat die ICEJ-Deutschland folgenden Brief an Mitglieder des Deutschen Bundestages geschrieben.

Foto: Pixabay, Symbolbild

 

Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete,

anlässlich der aktuellen Beratungen des deutschen Bundestags zur Nahost-Politik und mehrerer Anträge verschiedener Parteien zu diesem Thema möchten wir Ihnen als Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (ICEJ) - Deutscher Zweig e.V. folgende Gedanken zukommen lassen.

Wir begrüßen ausdrücklich die Absicht des deutschen Bundestages, sich zu Deutschlands Freundschaft und Verpflichtung gegenüber Israel zu bekennen und Sanktionen gegen Israel entgegenzutreten. Angesichts der Forderungen zahlreicher Staaten, Israel mit schweren Sanktionen zu belegen, ist ein deutliches Signal des deutschen Bundestages gegen die Isolierung Israels notwendiger denn je.

Eine Isolierung Israels würde den Frieden im Nahen Osten nicht fördern und könnte der Koexistenz von Israelis und Palästinensern schaden. Insbesondere würde die palästinensische Zivilbevölkerung unter Sanktionen leiden. Mehr als 100.000 Palästinenser, rund 20% der Beschäftigten, arbeiten in jüdischen Betrieben und Einrichtungen in Israel und im Westjordanland (Judäa und Samaria). Sie verdienen dort ein Vielfaches des Durchschnittsgehalts in den Palästinensergebieten. Da ein palästinensischer Arbeiter mit seinem Gehalt bis zu zehn Angehörige versorgt, sind rund eine Million Menschen von diesen israelischen Arbeitsplätzen abhängig. Außerdem arbeiten in diesen Betrieben Palästinenser und Israelis Seite an Seite. Es sind Orte der Begegnung und der Verständigung. Sanktionen gegen Israel würden die Lebensgrundlage dieser einen Million Palästinenser und diese friedliche Verständigung gefährden.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, seit Jahren ohne demokratische Legitimation im Amt, lehnt eine solche Koexistenz ab. 2013 erklärte er, es werde kein Israeli, auch keine Zivilisten, in einem künftigen Palästinenserstaat geduldet werden. Dies entspricht nicht unserem Verständnis eines Miteinanders verschiedener Völker und kann nicht das Ziel deutscher Außenpolitik im Nahen Osten sein.

Ein solcher Palästinenserstaat wäre das Ende der gewachsenen nachbarschaftlichen Koexistenz zwischen Israelis und Palästinensern. Auch würde der Zugang zu israelischen Arbeitsplätzen erschwert, wenn nicht sogar unmöglich werden. Bis zu einer Million Palästinenser wären ihrer Lebensgrundlage und Perspektive beraubt. Beides würde Radikalisierung und Terror begünstigen.

Auch die Sicherheit Israels wäre nicht mehr gewährleistet. Wie bereits vor dem Sechs-Tage-Krieg 1967 bestünde die Gefahr, dass Israels dicht besiedelter Küstenstreifen - in dem rund vier Millionen Menschen leben - aus den militärstrategisch bedeutsamen Bergen Judäas und Samarias mit Raketen beschossen würde. Dass dies ein realistisches Szenario ist, belegt nicht nur Mahmud Abbas‘ Ablehnung friedlicher Koexistenz, sondern auch Israels leidvolle Erfahrung nach dem vollständigen Abzug aus dem Gazastreifen 2005. Die seit 2007 dort herrschende islamistische Terrororganisation Hamas unterdrückt nicht nur die eigene Bevölkerung, sondern terrorisiert und traumatisiert die in Südisrael lebenden Israelis mit andauerndem Raketenbeschuss.

Wir bitten Sie eindringlich, wirken Sie Sanktionen und Verurteilungen Israels durch unsere Partner in der EU und bei den Vereinten Nationen entgegen. Unterstützen Sie die bereits langjährig bestehenden Initiativen und Orte der Koexistenz. Nur durch Begegnungen im Alltag ist gegenseitige Verständigung möglich und nur so kann langfristig Frieden, Sicherheit und Stabilität im Nahen Osten geschaffen werden.

Wir begrüßen sehr, dass Sie im Mai 2019 die israelfeindliche BDS-Kampagne verurteilt haben. Bitte handeln Sie nun mit derselben Entschlossenheit.

Hochachtungsvoll

Gottfried Bühler

Erster Vorsitzender ICEJ Deutscher Zweig


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„Israel“ aus der Bibel löschen?

Im April berichteten Christen in Dänemark von einer neuen Bibelübersetzung der dänischen Bibelgesellschaft, die hunderte Erwähnungen „Israels“ im Alten wie im Neuen Testament weglässt oder ersetzt.

„Israel“ mehr als 250-mal „bearbeitet“

In der „Zeitgenössischen Dänischen Bibel 2020“ ist bei 58 der rund 60 Nennungen Israels im Neuen Testament je nach Gebrauch „Israel“ weggelassen oder mit „Juden“ bzw. „Land der Juden“ oder anderen Ausdrücken ersetzt worden. So wurde Matthäus 15,31 „und sie priesen den Gott Israels“ zu „und sie priesen Gott“ geändert. Im Alten Testament wurde „Israel“ an rund 200 Stellen ersetzt, ca. 10% aller Nennungen Israels. Hier wird z.B. Psalm 121,4: „Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht“ in der „Bibel 2020“ mit „siehe, unser Hüter schläft noch schlummert nicht“ wiedergegeben.

Die dänische Bibelgesellschaft betont, man beabsichtige mit der „Bibel 2020“, säkulare und kirchenfremde Menschen, denen zahlreiche biblische Ausdrücke fremd seien, mit der Liebe Gottes zu erreichen. Die Leser sollen nicht irrtümlicherweise das biblische Israel mit dem heutigen Israel verwechseln. Dies rechtfertigt jedoch niemals einen solchen Angriff auf die Unversehrtheit der Heiligen Schrift und ihren ewigen Wahrheitsgehalt. Da die meisten nationalen Bibelgesellschaften weltweit die breite Unterstützung gläubiger Christen genießen, ist es wichtig, dass wir angesichts dieser fehlgeleiteten Bibelübersetzung unsere Stimme erheben.

Direkt zur Petition an die dänische Bibelgesellschaft

Die Unantastbarkeit der Heiligen Schrift

Zuerst müssen wir respektieren, dass die Heilige Schrift unantastbar ist – ihre eigentliche, wesentliche Bedeutung darf niemals verändert werden. In Jeremia 1,12 lesen wir, dass Gott selbst über seinem Wort wacht und dass er danach handeln wird. Über Jahrtausende hinweg hat das Volk Israel die Bibel, die mehrheitlich von jüdischen Autoren niedergeschrieben wurde, mit großer Sorgfalt erhalten und bewahrt. Ein Beispiel dafür sind die Schriftrollen vom Toten Meer, die Mitte des 20. Jahrhunderts bei Qumran entdeckt wurden. Sie belegen, dass die Heilige Schrift, die wir heute in unseren Händen halten, mit den mehr als 2.000 Jahre alten Texten von Qumran übereinstimmt. Nichts wurde verändert.

Die Übersetzung der Bibel in andere Sprachen kann viele Herausforderungen mit sich bringen, insbesondere, wenn es um bestimmte hebräische und griechische Worte geht, die weniger gebräuchlich sind oder mehrere Bedeutungen haben. Aber „Israel“ ist „Israel“ und es besteht kein Bedarf und kein Grund, dies jemals zu ändern.

Israels Rolle in Gottes Heilsplan

Zweitens ist es nicht möglich, die Nation und das Volk Israel aus ihrer zentralen Rolle zu entfernen, die sie in Gottes Heilsplan für die gesamte Menschheit innehaben, was in den hebräischen und griechischen Schriften durchgehend bestätigt wird. Das Neue Testament stimmt mit dem Alten Testament überein, dass Gottes Erwählung des Landes und des Volkes Israel untrennbar zusammengehören und weiterhin Bestand haben. Die dänische Bibelgesellschaft jedoch versucht, diese Verbindung im Verständnis der Menschen zu durchtrennen. Dies würde die vielen Verheißungen Gottes zur endzeitlichen Wiederherstellung Israels wirkungslos machen und würde bedeuten, dass Gott untreu oder nicht vertrauenswürdig ist, seine Versprechungen zu halten. Dies würde Gott als Lügner darstellen!

Es ist eine Sache, biblische Passagen so zu interpretieren, dass man das jüdische Volk seiner einzigartigen Rolle in der Heiligen Schrift oder seines unwiderruflichen Erbteils im Land Israel beraubt. Dies ist ein schwerer Fehler, den viele Christen seit Jahrhunderten begehen. Aber biblische Passagen so zu übersetzen, dass Schlüsselverweise auf Israel entfernt werden, ist eine noch viel größere Verzerrung. Wo wird dies enden? Wird eines Tages das Wort „Gemeinde“ mit dem Namen einer politischen Bewegung ersetzt werden? Oder wird man den Namen Jesus mit dem Namen eines falschen Erlösers ersetzen?

Der „Gott Israels“

Auch würde man Gott seiner eigenen Identität berauben, da er sich wiederholt selbst als „Gott Israels” bezeichnet (vgl. 2. Mose 5,1; 2. Samuel 12,7; Psalm 72,18; Jesaja 45,3; Jeremia 31,23; Hesekiel 44,2; Maleachi 2,16; Matthäus 15,31; Lukas 1,68; Apostelgeschichte 13,17). Er war der Gott eines alten Volks namens Israel, aber er gab diesem Volk auch ein besonderes Land als „ewigen Besitz” (1. Mose 17,8), pflanzte es in dieses Land, damit es zu einer einzigartigen Nation auf Erden würde, und versprach, in diesem Land über dieses Volk zu wachen. Einige mögen nicht einverstanden sein mit dem, was die heutige Nation Israel tut, aber Gott hat das jüdische Volk in sein ewiges Heimatland gebracht, um dort große und wunderbare Dinge mit ihm zu wirken, die der ganzen Welt zum Segen sein werden.

Das internationale Netzwerk der Bibelgesellschaften ist in der christlichen Welt hoch angesehen dafür, dass es seiner wichtigen Mission nachkommt, Gottes Wort allen Völkern und Nationen in ihrer Muttersprache zugänglich zu machen. Aber die dänische Bibelgesellschaft hat sich nun mit diesen beunruhigenden und inakzeptablen Handlungen nicht mit Ruhm bekleckert. Sie muss die Unversehrtheit der Heiligen Schrift anerkennen, indem sie diese höchst fehlerhafte Bibelübersetzung aus dem Umlauf nimmt.

Stellen Sie sich heute an die Seite Israels und des Wortes Gottes!

Im Lauf der Geschichte hat es immer wieder Versuche gegeben, die Bibel zu verändern und Israel und das jüdische Volk aus der Bibel zu entfernen – auch in Deutschland. Stellen wir uns heute an die Seite Israels und des Wortes Gottes!

Zur Petition an die dänische Bibelgesellschaft

Weitere Informationen zur "Bibel 2020" finden Sie bei der Bibelgesellschaft in Israel (auf Englisch).


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Der Gott, der Nationen heilt

„Denn so spricht der HERR Zebaoth: Es ist nur noch eine kleine Weile, dass ich Himmel und Erde, das Meer und das Trockene erschüttere.“ (Haggai 2,6).

Der Prophet Haggai sah eine Zeit der globalen Erschütterung voraus. Er sah, wie nicht nur die Erde, sondern auch die Himmel erschüttert wurden. Eine Erschütterung des Himmels bedeutet nicht etwa, dass der himmlische Wohnort Gottes in irgendeiner Weise erschüttert würde. Gott ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. Sein Thron und seine Herrschaft stehen für immer. Dieser Ausdruck bezieht sich vielmehr auf die himmlischen Reiche, von denen aus die Mächte und Gewalten der Finsternis Einfluss auf unsere Welt ausüben (Epheser 6,12). Es heißt, unsere Erde werde derart in Aufruhr geraten, dass dämonische Mächte über ganzen Nationen in Unruhe versetzt werden und möglicherweise sogar Regierungswechsel herbeiführen können.

Foto: Pixabay, Brandenburger Tor

Erschütterungen

Wir befinden uns definitiv in einer Zeit nie dagewesener globaler Erschütterungen. Das Coronavirus verursacht weltweit Verwerfungen und löst damit eine beispiellose Flut ungewöhnlicher Regierungsentscheidungen rund um den Globus aus. Wie nie zuvor beeinflusst eine Plage jeden Teil unseres Planeten und alle Nationen zugleich.

Auch die jüngsten Aufstände und Demonstrationen, die durch den Tod eines afroamerikanischen Mannes, George Floyd, ausgelöst wurden, gehen wie ein Lauffeuer um die Welt. Die größten und alarmierendsten Auswirkungen sind in den USA zu spüren, wo Floyds Tod die vorhandene Polarisierung innerhalb der Gesellschaft bereits zum Aufflammen gebracht hat und sogar die bevorstehende Präsidentschaftswahl beeinflussen könnte. Viele dieser Demonstrationen sind von zerstörerischen Kräften vereinnahmt worden, die kein harmonisches Verhältnis zwischen den Volksgruppen sowie den Frieden der Nation im Sinn haben, sondern vielmehr ihre Zerstörung. Ich persönlich habe das Gefühl, dass ein Großteil der Gewaltausbrüche bösen geistlichen Ursprungs ist und deshalb auch im geistlichen Kampf durch Gebet angegangen werden muss.

Wie Wunden heilen

Sowohl die Covid-19-Pandemie als auch die Aufstände reißen eine landesweite Wunde in Amerika und in aller Welt auf, die nach Heilung schreit. Genau an dieser Stelle gibt uns das Wort Gottes Hoffnung.

„[Wenn] mein Volk, über das mein Name genannt ist, sich demütigt, dass sie beten und mein Angesicht suchen und sich von ihren bösen Wegen bekehren, so will ich vom Himmel her hören und ihre Sünde vergeben und ihr Land heilen.“ (2. Chronik 7,14)

Dieser Vers zeigt uns, dass Gebet die Heilung und Wiederherstellung ganzer Nationen bewirken kann. Gebet ist nicht nur eine Waffe, um unsere persönlichen Kämpfe in den Bereichen Finanzen, Gesundheit oder Familie zu führen. Gebet kann eine strategische Waffe mit nationaler Durchschlagskraft sein, die in Verbindung mit Fasten jedes Joch zerbrechen und jede Festung zerstören kann. Gott ermutigt uns, in diesen Dimensionen zu denken.

„Bitte mich“, spricht Gott, „so will ich dir Völker zum Erbe geben und der Welt Enden zum Eigentum“ (Psalm 2,8). Als Daniel in Babylon für das Volk Israel in der Zerstreuung betete, setzte sein Gebet Engelfürsten in Bewegung, die in den himmlischen Gefilden über die Weltreiche Griechenland und Persien regierten. Das bedeutet, dass gezieltes und bewusstes Gebet die Atmosphäre über Nationen und Regionen verändern kann.

Einheit durch Gebet

Ein Beispiel dafür sind die Geschehnisse in Deutschland während der späten 1980er Jahre. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland streng gerichtet und erlebte eine nationale Teilung in zwei Staaten. Ostdeutschland wurde von der Sowjetunion kontrolliert und unterdrückt und stand als Region schließlich unter der Aufsicht eines KGB-Agenten namens Wladimir Putin (das KGB, Komitee für Staatssicherheit, war von 1954 bis 1991 der sowjetische In- und Auslandsgeheimdienst). Die andere Seite Deutschlands war Teil der freien westlichen Welt unter Leitung der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Konfrontationslinie zwischen Ost und West während des Kalten Krieges verlief durch Deutschland und mitten durch Berlin. Deutsche spionierten sich gegenseitig aus und wurden sogar darauf trainiert, einander im Falle eines Krieges zu bekämpfen.

Noch zur Jahreshälfte 1989 schien eine Wiedervereinigung Deutschlands unmöglich. Einige der prophetischen Stimmen, die eine Wiedervereinigung voraussahen, wie der britische Bibellehrer David Pawson und Loren Cunningham, Gründer von „Jugend mit einer Mission“, wurden von Pastoren in Deutschland belächelt. Deutschland war nicht nur durch eine nationale Kluft gespalten, sondern auch durch globale politische Blocks, die bereit waren, ihren Teil Deutschlands zu verteidigen und dafür zu kämpfen. Ich kann mich noch gut an die Manöver des US-Militärs in der Nähe meiner Heimatstadt bei Stuttgart während meiner Kindheit erinnern.

Als ich letzten Sommer, 30 Jahre nach der Wiedervereinigung, in Deutschland war, sprach ich mit Pastoren und Leitern aus dem Osten und aus dem Westen. Ich wurde durch ihre Worte sehr ermutigt. Schon in den späten 1970er Jahren bildeten sich insbesondere im kommunistischen Ostdeutschland Gebetsgruppen, die für die Heilung unseres Landes beteten. Im Jahr vor der Wiedervereinigung gingen verschiedenste Einzelpersonen und Gebetsgruppen durch Gottes Führung und ohne voneinander zu wissen an die Mauer und beteten dafür, dass sie fallen möge. Auf beiden Seiten der Berliner Mauer nahmen Menschen das Abendmahl, und ahnten nicht, dass andere es ihnen gleichtaten.

Die Demonstrationen, die zum Fall der Berliner Mauer führten, hatten ihren eigentlichen Ursprung in den Friedensgebeten, die jeden Montag in der Nikolaikirche in Leipzig stattfanden. Das wöchentliche Gebetstreffen wurde bereits 1982 ins Leben gerufen. Und Gott antwortete auf diese Gebete! Was tatsächlich in der Nacht des 9. Novembers 1989 geschah, weiß bis heute niemand ganz genau. Doch alle sind sich einig, dass es ein Wunder war, als ein hoher SED-Funktionär in Ostdeutschland, Günter Schabowski, die Grenze für geöffnet erklärte.

Wenn Gottes Volk betet

Ich schreibe diese Worte heute in einer Zeit, in der die Nationen der Welt Heilung brauchen. Es geht eine Mauer durch die Vereinigten Staaten – und dabei spreche ich nicht von der Mauer, die die südliche Grenze der USA sichern soll. Die Mauer, die ich meine, teilt und polarisiert die Nation und bedroht möglicherweise nicht nur das Gefüge Amerikas, sondern auch die globale Rolle der USA als „Nation unter Gott“. Amerika braucht unsere Gebete mehr als je zuvor. Besonders wir Christen in der westlichen Welt sind das den USA mehr als irgendjemandem sonst schuldig, standen sie doch jahrzehntelang an unserer Seite.

Gott kann Korea ebenso heilen und vereinen, wie er Deutschland wiedervereint hat. Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang war einst als „Jerusalem des Ostens“ oder „Jerusalem Asiens“ bekannt, als vor einem Jahrhundert eine große Erweckung über das Land kam. Was uns heute unmöglich scheint, ist Gott möglich. Der Schlüssel dafür liegt allerdings nicht in den Händen von Politikern, sondern in den Händen des Volkes Gottes. Beachten Sie, dass es nicht heißt „wenn der Präsident“ oder „wenn die Regierung“ oder „wenn das Parlament“ etwas tut. Gott sagt vielmehr: „Wenn mein Volk, über das mein Name genannt ist, sich demütigt, dass sie beten […], so will ich […] ihr Land heilen.“ (2. Chronik 7,14) Der Schlüssel zur Heilung unserer Nationen liegt in den Händen gewöhnlicher Leute, Menschen wie Sie und ich, die an den Trennmauern stehen und proklamieren, dass sie im Namen Jesu fallen müssen!

Bitte beten Sie mit uns für die USA, für Korea und für Israel. Vielleicht braucht auch Ihre eigene Nation eine Berührung Gottes. Gott heilt die Nationen. In Jakobus 5,16 lesen wir: „Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.“ Unsere Gebete können die dämonischen Mächte der Spaltung, des Liberalismus und des Rassismus brechen, weil Jesus der Herr aller Herren und der König aller Könige ist. Nichts ist ihm unmöglich, wenn sein Volk betet. Tun wir uns zusammen und packen wir es gemeinsam an!

Gott segne Sie aus Jerusalem, während wir die Welt gemeinsam verändern!


Jesaja-62-Gebet

Bitte informieren Sie sich über unsere Jesaja-62-Gebetsgruppen in Ihrem Land und schließen Sie sich einer unserer Gebetsgruppen an, die von unseren nationalen ICEJ-Zweigstellen derzeit über die Internetplattform ZOOM angeboten werden. Gerne können Sie sich jeden Mittwoch auch unserem weltweiten Gebetstreffen der ICEJ aus Jerusalem anschließen, ebenso wie unserer neuen, monatlichen, globalen Gebetsbewegung Rosch Chodesch. Es gibt viele weitere Menschen wie Sie, die gemeinsam mit anderen Gläubigen ihre Stimme erheben wollen und daran glauben, dass sie ihre Nationen nachhaltig beeinflussen können.

Hier geht es zum Jesaja-62-Gebet der ICEJ-Deutschland: www.Jesaja62.icej.de

Klicken Sie hier, um weitere Informationen zu den internationalen Gebetsgruppen zu erhalten (auf Englisch).

Sehen Sie außerdem zwei faszinierende Videos, die darüber berichten, wie Gott in den Herzen seines Volkes auf beiden Seiten der Berliner Mauer gewirkt hat (Deutsch und Englisch):

Im Osten

Im Westen


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Stellungnahme der ICEJ zu Israels Annexionsplänen

Seitdem die neue israelische Regierung nun endlich vereidigt wurde, ist die Debatte, ob Israel Teile Judäas und Samarias gemäß der Bedingungen des Trump-Friedensplans „annektieren“ sollte, in vollem Gange – im Inland wie im Ausland.

Foto: GPO: Benjamin Netanjahu und Donald Trump, 28. Januar 2020

Inmitten der sich entwickelnden Debatte respektiert die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (ICEJ) die israelische Demokratie und das Recht der israelischen Staatsbürger, über diese weitreichenden nationalen Angelegenheiten zu entscheiden. Dennoch ist uns bewusst, dass nicht jeder Israel denselben Respekt entgegenbringen wird. Daher stehen wir zu Israels historischem Anspruch auf die betreffenden Gebiete und Israels Recht, diese Entscheidungen frei von unberechtigten Einmischungen, Druckausübungen oder Drohungen zu treffen.

Der Ausdruck „Annexion“ ist in diesem Fall genau genommen eine Fehlbezeichnung, da er üblicherweise die gewaltsame Einnahme des Gebiets eines anderen bezeichnet. Jedoch hatte Israel bereits einen legitimen historischen Anspruch auf Judäa und Samaria, noch bevor es 1967 in einem Akt der Selbstverteidigung in Besitz dieses Gebiets gekommen ist. Die Frage, die sich Israel nun stellt, ist, ob es seinen Souveränitätsanspruch voll geltend macht, indem es seine Rechtsprechung auf bestimmte Teile dieses Gebiets ausweitet.

Der Anspruch des jüdischen Volks auf das Land Israel wurde von der internationalen Gemeinschaft auf der San Remo Konferenz 1920 und in den Mandatsentscheidungen des Völkerbunds 1922 anerkannt. Dabei handelte es sich nicht um das Erteilen eines neuen Rechtsanspruchs auf das Land, sondern um die Anerkennung des bereits existierenden Anspruchs des jüdischen Volks: Als alteingesessenes Volk war es darum bemüht, seine nationale Souveränität im Land seiner Vorfahren wiederherzustellen. Dieses Recht auf Souveränität über das Land Israel – einschließlich der Gebiete, die heutzutage oft Westjordanland genannt werden, – ist seitdem weder aufgehoben noch für ungültig erklärt worden.

Faktisch ist Israels völkerrechtlicher Anspruch auf Judäa und Samaria heutzutage genauso gültig wie die Souveränitätsansprüche des Libanons, Syriens und des Iraks auf ihre jeweiligen Länder, denn ihr Besitzanspruch entstammt demselben Ursprung. Das heißt, dieselben Entscheidungsträger beschlossen in denselben grundlegenden Vorgängen, die jeweiligen Rechte dieser Nationen basierend auf denselben Rechtsgrundsätzen anzuerkennen.

Ihrem Wesen nach schließt Souveränität auch das Recht mit ein, Gebiete abzutreten. Das israelische Volk muss nun entscheiden, ob es sein Recht auf bestimmte Teile Judäas und Samarias geltend macht und andere Gebiete den Palästinensern, die ebenfalls einen Anspruch erheben, um des Friedens willen abtritt. Traurigerweise wurden bisherige Bestrebungen Israels, Frieden durch die Abtretung umstrittener Gebiete an die Palästinenser zu erreichen, mit Ablehnung, Gewalt und Blutvergießen beantwortet.

Der Trump-Friedensplan stellt eine klare Abkehr von diesen gescheiterten Friedensbemühungen der Vergangenheit dar. Er kehrt den Trend der vergangenen Jahrzehnte, in denen die internationale Gemeinschaft nach und nach Israels Rechte und Standpunkte aushöhlte, ohne Zugeständnisse seitens der Palästinenser einzufordern, um. Er stellt auch – zum ersten Mal – die wahren Absichten der Palästinenserführung auf den Prüfstand.

Der Trump-Plan bietet Israel viele Vorteile. Aber er würde auch schmerzhafte Zugeständnisse verlangen und enorme Sicherheitsrisiken mit sich bringen. Es gibt zudem zahlreiche andere Faktoren, die zu berücksichtigen sind, wie die Auswirkungen in der Region und US-Präsident Donald Trumps Chancen auf eine Wiederwahl. Aber diese Entscheidungen muss das israelische Volk treffen. Wie sie auch ausfallen mögen, die Leitung und die weltweiten Unterstützer der ICEJ werden Israel in einer verantwortungsvollen, konstruktiven Rolle als treue Freunde und Unterstützer zur Seite stehen.

 


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Unterstützung für die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem

Ein Freund liebt allezeit, und ein Bruder wird für die Not geboren.   (Sprüche 17,17) 

Liebe Freunde,

heute wende ich mich mit einem wichtigen Anliegen an Sie. Die Internationale Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem hat die wichtige Aufgabe, das Gedenken an den Holocaust zu bewahren und seine Bedeutung künftigen Generationen zu vermitteln. Für den weltweiten Kampf gegen Antisemitismus ist die Existenz Yad Vashems von größter Wichtigkeit. Darüber hinaus stellt sie sicher, dass die Leidensgeschichten der Holocaust-Überlebenden nicht vergessen werden und den Versuchen, den Holocaust zu leugnen, entschieden entgegengetreten wird. Doch bedingt durch die Corona-Krise ist der hervorragende Einsatz Yad Vashems im Kampf gegen den modernen Antisemitismus bedroht. Anfang Mai erhielt ich einen Brief von Avner Shalev, Vorsitzender der Direktion von Yad Vashem, und Shaya Ben Yehuda, Direktor für internationale Beziehungen Yad Vashems, in dem sie um unsere Solidarität und partnerschaftliche Unterstützung bitten.

Foto: ICEJ, Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem

Folgen der Corona-Schließung

Mit dem Ausbruch des Coronavirus in Israel musste Yad Vashem Mitte März wie andere israelische Organisationen auch auf Anordnung der Regierung die Türen für Besucher und den Großteil der Mitarbeiter schließen. Yad Vashems Leitung setzt dennoch alles daran, den Kernauftrag des Holocaustgedenkens in aller Welt weiterhin treu auszuführen und gleichzeitig die Gesundheit und das Wohlergehen der engagierten, professionellen Mitarbeiter zu schützen. In den letzten zwei Monaten wurden Yad Vashems Aktivitäten erheblich eingeschränkt. Zudem hat die israelische Regierung ihre Unterstützung für viele Einrichtungen, darunter Yad Vashem, gekürzt.

Shalev und Ben Yehuda berichteten, dass das Budget Yad Vashems für 2020 bereits erheblich gekürzt, Abläufe so effizient wie möglich gestaltet und nicht dringend notwendige Aktivitäten ausgesetzt wurden. Im März und April war es noch möglich, allen Mitarbeitern ihr Gehalt zu zahlen. Doch nun musste Yad Vashem mit großem Bedauern zu einschneidenden Maßnahmen greifen, u.a. sind ein Teil der Mitarbeiter bis Ende August in unbezahlten Urlaub geschickt worden. „Die COVID-19-Krise hat unsere Einnahmen durch Besucher und aus anderen Quellen versiegen lassen“, schreiben Shalev und Ben Yehuda. „Zu diesem Zeitpunkt können wir nicht davon ausgehen, dass unsere Aktivitäten oder Einnahmen in den kommenden Monaten wieder das Niveau vor der Krise erreichen.“

Mehr als ein Museum

Yad Vashem ist viel mehr als ein Holocaustmuseum, es ist ein Bildungszentrum. Neben dem weltweit größten Holocaustarchiv gehören auch ein erstklassiges Forschungsinstitut, eine Publikationsabteilung, eine renommierte Bibliothek und die Internationale Schule für Holocaust-Studien zu Yad Vashem. Durch diese verschiedenen Abteilungen auf dem „Berg der Erinnerung“ wird sichergestellt, dass nicht nur der Opfer des Holocaust gedacht, sondern dass auch der moderne Antisemitismus entlarvt und bekämpft wird.

Seit 2006 ist die ICEJ mit Yad Vashem in einer strategischen Partnerschaft verbunden. Damals wurden die „Christlichen Freunde Yad Vashems“ (CFYV) als christliche Abteilung in Yad Vashem gründet, um die besondere Liebe der Christen zu Israel und dem jüdischen Volk und unsere Verantwortung angesichts der schrecklichen Verbrechen des Holocaust auszudrücken. Nach Jahrhunderten des christlichen Antisemitismus ist dies ein Wunder! Die ICEJ fördert seit Jahren Bildungsprojekte der CFYV wie internationale Konferenzen und Schulungen für christliche Leiter, Pastoren, Pfarrer und Pädagogen zum Thema Holocaust und Antisemitismus. Wir schätzen es sehr, dass wir dabei mit Shaya Ben Yehuda und Sara Granitza, Direktorin der Christlichen Freunde Yad Vashems, in unerschütterlicher Partnerschaft eng verbunden sind.

Zeit für Solidarität

Gerade jetzt ist es ist äußerst wichtig, Antisemitismus in unserer Zeit zu erkennen und ihm entschlossen entgegenzutreten. Yad Vashem in dieser Krisenzeit zu unterstützen ist das Gebot der Stunde. Deshalb bitte ich Sie: Helfen Sie mit, unsere einzigartige christlich-jüdische Partnerschaft zu fördern, um die Erinnerung an die Opfer und Überlebenden des Holocaust aufrecht zu erhalten und aktiv gegen den weltweit wachsenden Antisemitismus vorzugehen. Lassen Sie uns auch im Gebet für Yad Vashem eintreten, dass der normale Betrieb schneller als gedacht wieder aufgenommen werden kann. Es wäre ein wichtiges Signal, dass gerade von christlichen Freunden aus Deutschland Solidarität gezeigt wird. Danke für Ihre Gaben und Gebete!

 

Herzlichst, Ihr

Gottfried Bühler

Erster Vorsitzender ICEJ Deutscher Zweig

 

Bitte helfen Sie in dieser Krisenzeit, dass würdiges Gedenken, Holocaust-Studien und Kampf gegen Antisemitismus fortgesetzt werden können. Als Verwendungszweck bitte „Yad Vashem“ angeben, herzlichen Dank!

 

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ICEJ Deutschland

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ICEJ Österreich

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Der verheißene Geist

Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen... Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein. (Jeremia 31, 31+33)

An diesem Wochenende feiern wir das biblische Fest Schawuot. In christlichen Kreisen ist es als Pfingstfest bekannt und wird oft als die Geburtsstunde der Kirche bezeichnet. Über viele Jahrhunderte betrachtete man Pfingsten als den Beginn einer neuen Institution, die das Volk Israel ersetzt oder abgelöst hatte. Das war das Verständnis der meisten traditionellen Kirchen im Verlauf der Kirchengeschichte. Die Annahme war, dass Gott mit Israel als seinem Volk abgeschlossen hatte und wir, die Kirche, das neue und bessere Volk Gottes seien. Viele Christen waren der Ansicht, dass Gott sein Volk enterbt und dementsprechend ein „Neues Testament“ geschrieben hatte, indem er den Segen von Israel nahm und ihn auf die neue Heiden-Kirche regnen ließ.

Eine neue Realität

Als Paulus seine Briefe an die Gemeinden in Kleinasien, Griechenland und Rom schrieb, betrachtete er sein Schreiben jedoch nicht als die Kapitel eines neuen Buches namens „Neues Testament“. Für die Gläubigen der ersten Gemeinde war der Begriff „Neues Testament“ nicht der Titel eines Buchs oder der Name einer neuen religiösen Bewegung. Für sie beschrieb er vielmehr eine neue geistliche Realität, die ihr Leben auf dramatische Weise formte und veränderte. Der „Neue Bund“ beschreibt eine Erfahrung, auf die das jüdische Volk seit vielen Jahrhunderten gewartet und gehofft hatte. Es war eine wesentliche Erfüllung der prophetisch angekündigten Erlösung, die Israel seit Generationen erwartete. Die Person, die den Begriff „Neuer Bund“ ursprünglich prägte, war nicht Jesus oder die ersten Apostel, sondern einer der großen hebräischen Propheten – Jeremia.

Die Wiederherstellung Israels

Jeremia kündigte nicht nur die Zerstörung des Tempels in Jerusalem und das babylonische Exil an, er war auch einer der größten Verkünder einer herrlichen, zukünftigen Wiederherstellung Israels. Die bekannteste Schriftstelle zu dieser Wiederherstellung findet sich in Jeremia, Kapitel 30-33, wo Gott seine „ewige Liebe“ zu Israel bestätigt (31,3) und verspricht, es wieder aus dem „Norden“ und von den „Enden der Erde“ in ihr Land zurückzubringen (31,8). Dieser Prozess der Wiederherstellung Israels ist eine Botschaft, die den Nationen verkündet werden muss, ja, sogar den entlegensten Regionen der Erde: „Der Israel zerstreut hat, der wird's auch wieder sammeln und wird es hüten wie ein Hirte seine Herde“ (31,10). Gott bekräftigt sogar durch Jeremia, dass er mit derselben Entschlossenheit, mit der er Israel zerstreut hatte, es wieder sammeln, aufbauen und in das Land pflanzen würde (31,28).

Als Höhepunkt dieses Wiederherstellungsprozesses kündigt Gott durch Jeremia etwas Brandneues an, das über die bloße Wiederherstellung der vergangenen Herrlichkeit Israels hinausgehen wird. Gott verkündet, dass ein herrlicher Neuer Bund bevorsteht!

„Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen, nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, mein Bund, den sie gebrochen haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der HERR; sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.“ (Jeremia 31, 31-33)

Der „Neue Bund”

Der Begriff „Neues Testament” kommt aus der Vulgata, der lateinischen Übersetzung der Bibel, die vom Kirchenvater Hieronymus in Bethlehem zusammengestellt wurde. Er übersetzte „neuer Bund“ mit „neues Testament“ und dieser Ausdruck hat sich seitdem im Christentum gehalten.

Allerdings ist der Ausdruck „Neuer Bund” in vielerlei Hinsicht besser als „Neues Testament”, da er viel mehr eine Beziehung und weniger ein rechtliches Dokument beschreibt. Jeremia sieht für sein Volk eine neue Art der Beziehung voraus, die wie ein „Upgrade“ des Bundes vom Berg Sinai sein würde. Auf dem Berg Sinai gab Gott der Herr Israel ein Gesetz, das im Grundsatz makellos und geistlich war. Das Problem war aber nicht so sehr das Gesetz, sondern die Menschen. Israel – und mit ihnen die ganze Menschheit – tat sich schwer damit, Gottes Gebote zu erfüllen, so dass König David ausrief: „Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer“ (Psalm 14,3). Und dieser verheißene Neue Bund würde sich des größten Problems der Menschheit annehmen – des menschlichen Herzes.

Es ist der Heilige Geist, der diesen neuen Bund umsetzt. Hesekiel beschreibt es auf diese Weise: „Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun.“ (Hesekiel 36,26-27)

Eine Herzensumwandlung

Dieser angekündigte Neue Bund würde eine tiefgreifende Veränderung des Herzens sein. Gott würde seine Thora („Gesetz“) nicht wie auf dem Berg Sinai auf Steintafeln, sondern auf Menschenherzen schreiben. Und gemäß Hesekiel würde diese Umwandlung von „steinernen Herzen“ in „fleischerne Herzen“ dadurch geschehen, dass der Heilige Geist auf Gottes Volk kommt.

Im Lichte genau dieses verheißenen Neuen Bundes muss Pfingsten verstanden werden.

„Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle beieinander an einem Ort. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab.“ (Apostelgeschichte 2, 1-4)

Anders als auf dem Berg Sinai, als Gott im Feuer auf den Berg herabkam und Mose das auf Steintafeln geschriebene Gesetz gab, ließen sich im Obergemach Feuerflammen auf menschlichen Gefäßen nieder. Das Ergebnis war die Herzensumwandlung der ersten jüdischen Jünger. Ihr Leben änderte sich radikal.

Jesus lehrte, dass diese Umwandlung durch den Heiligen Geist so tiefgreifend ist, dass es sich anfühlen würde, als sei man „von neuem geboren“. Jesus machte diese berühmte Aussage gegenüber Nikodemus, einem der führenden Thora-Gelehrten seiner Zeit: „Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ (Johannes 3,3) Der Thora-Gelehrte war verwirrt: „Wie kann das sein? Kann ein Mensch wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden?“ (vgl. Johannes 3,4+9). Jesus antwortete erstaunt: „Du bist Israels Lehrer und weißt das nicht?“ (Johannes 3,10). Mit anderen Worten, als erfahrender Gelehrter der hebräischen Schriften hätte Nikodemus darüber Bescheid wissen müssen. Die Propheten waren erfüllt mit Verheißungen einer göttlichen Herzensumwandlung. Bereits Mose sehnte sich nach einer nationalen Ausgießung des Heiligen Geistes (4. Mose 11,29). Er sah eine Zeit voraus, in der Gott das Herz des Volkes beschneiden würde (5. Mose 30,6-8), so dass Israel infolgedessen seine Gebote befolgen würde.

Erfüllte Verheißung

Kurzum, das Kommen des Heiligen Geistes an jenem Pfingsttag war nichts unerwartet Neues, das jeden überrascht hätte. Es war verheißen, wurde erwartet und vorausgeahnt. Darum befahl Jesus seinen Jüngern, in Jerusalem zu bleiben und auf die „Verheißung des Vaters“ zu warten.

Als der Heilige Geist an Pfingsten endlich ausgegossen wurde, stand Petrus im Hof des Tempels auf und verkündete seinen jüdischen Zuhörern, dass dies die Verheißung war, die Gott ihnen und ihren Kindern gegeben hatte (Apostelgeschichte 2,39). Der Apostel Paulus bezeichnete den Heiligen Geist später als „verheißenen Geist“ (Galater 3,14; Epheser 1,13).

Den Juden zuerst

Das bedeutet, dass der Neue Bund und die Geburtsstunde der Kirche nicht die Enterbung Israels und die Übertragung eines Neuen Testaments auf die Heidenkirche waren – ganz im Gegenteil! Es war die Bundestreue Gottes zu seinem Volk Israel, alles, was er ihnen verheißen hatte, zu erfüllen. Als Gläubige aus den Heidenvölkern sollten wir darum nicht auf Israel herabsehen, sondern vielmehr dankbar sein, dass wir in diesen unglaublichen Segen des Heiligen Geistes mit eingeschlossen wurden, der zuallererst Israel und weniger den Heidenvölkern verheißen war. Paulus erklärte, dass das Evangelium Jesu Christi „den Juden zuerst und ebenso den Griechen“ gelte (Römer 1,16). Dasselbe trifft auch auf die Ausgießung des Heiligen Geistes zu, die zuerst den Juden verheißen war.

Wir müssen auch verstehen, dass die große Mehrheit der biblischen Verheißungen des Heiligen Geistes im Zusammenhang einer endzeitlichen Wiederherstellung Israels in seinem Land gegeben werden (Jesaja 44,3; Jeremia 31,31; Hesekiel 36 und 37, Joel 2,28; Sacharja 12,10-14 u.a.). Heute sehen wir wie Israel nach 2000 Jahren des Exils in einer unglaublichen Geschwindigkeit wiederhergestellt wird. Israel übertrifft sogar die Erwartungen vieler Christen, die an seine Wiederherstellung glauben. Wir können daher erwarten, dass Gott auch alle Verheißungen, die er Israel hinsichtlich der Ausgießung des Heiligen Geistes gemacht hat, erfüllen wird. Dies sollte an diesem Pfingstfest, bzw. Schawuot, unser Gebet sein.

Ein neues Wirken Gottes

Lasst uns das diesjährige Pfingstfest nicht einfach wie jedes Jahr begehen, sondern lasst uns Gott vertrauen, Neues zu wirken – insbesondere für Israel. Diese Corona-Krise hat eine weltweite Gebetswelle wie nie zuvor ausgelöst. Es herrscht eine nie zuvor dagewesene weltweite Erwartung auf einen neuen Durchbruch im Reich Gottes, wie ich sie bisher nicht erlebt habe. Lasst uns erwarten, dass Gott uns in diesem Jahr neu begegnet. Lasst uns auch dankbar sein, dass wir Teilhaber der wunderbaren Verheißungen Gottes sein dürfen, die er Israel gegeben hat, und dass er uns mit einbezogen hat, am unbeschreiblichen Segen des Geistes teilzuhaben.

Lasst uns den Heiligen Geist einladen, sein Werk in unserem Herzen zu tun. Erlauben Sie ihm, Ihr Herz zu verändern und umzugestalten. Wenn Sie es noch nie zuvor getan haben, laden Sie Jesus an diesem Pfingstfest ein und bitten Sie ihn, Ihr Herz mit seinem Heiligen Geist zu füllen. Sie werden nie wieder der- oder dieselbe sein!

 


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Die Tora – Wegweisung für ein Leben mit Gott

Im engeren Sinne bezeichnet das Wort „Tora“ die fünf Mose-Bücher der Bibel. Das hebräische Wort Tora wird in deutschen Bibeln fast überall mit „Gesetz“ übersetzt. Doch die Bibel ist ein orientalisches Buch. Im hebräischen Denken beinhaltet Tora viel mehr als Regeln und gute Ordnungen Gottes für ein gelingendes Miteinander im Bund mit ihm und untereinander.

Foto: Pixabay, Torarolle

Denken in Kreisen

Menschen in der westlichen Welt sind es gewohnt, logische Zusammenhänge herzuleiten, sie folgen meist einem geradlinigen Denkweg mit einer abschließenden Definition. In der orientalischen Kultur werden keine geradlinigen kausalen Zusammenhänge gesucht. Stattdessen wird ein Thema wieder und wieder umkreist, wie bei der Wanderung um einen Berg. Bei jeder Runde wird Neues entdeckt, von jeder Seite zeigen sich andere Perspektiven und Facetten. Im Laufe der Zeit entwickelt sich eine tiefe Beziehung zu diesem „Berg“. In der orientalischen Kultur geht es vor allem um Beziehung. Abstraktes ist der Sprache fremd, die geprägt ist von Beziehungsworten und Beziehungsbildern. Beim Umkreisen eines Themas kann nur gesagt werden, wo man sich im Moment auf dieser Reise befindet. Es ist klar, dass man weiter damit unterwegs sein, damit wachsen wird. Beziehung bleibt immer im Werden. Nie muss es eine endgültige Definition geben.

Das Denken in Kreisen ist kindlich und demütig genug, um das Begrenzte der eigenen Wahrnehmung und weiteres Dazulernen zu akzeptieren, ebenso die unterschiedlichen Sichtweisen anderer Wanderer um den gleichen „Berg“. Und es lässt sich in sehr persönlicher Weise auf Begegnung mit einem Thema ein, es ist keine distanzierte Theorie und braucht kein abschließendes „So ist es!“. Dementsprechend ist auch der Begriff Tora nicht mit einer einmaligen Definition erklärbar, vielmehr lädt er auf eine Entdeckungsreise ein.

Zielgerichtet durchs Leben führen

Sprachlich ist Tora abgeleitet von der hebräischen Wurzel j-r-hin eine Richtung zielen, werfen, verwandt mit den Worten horim – Eltern, und moreh, morah – Lehrer, Lehrerin. Schon hier wird deutlich, dass es nicht nur um Gebote und Verbote gehen kann. Eltern und Lehrer nehmen ein Kind an die Hand, um es ins Leben zu begleiten, und genau dazu hat Gott Tora gegeben. Wir können es besser mit Unterweisung, Lehre übersetzen. Tora ist Offenbarung Gottes, sei es in seinem Handeln an Menschen oder in der Festlegung dessen, was ihm wichtig ist. Die fünf Mose-Bücher erzählen von Gott als Schöpfer, Bundesgott, Erlöser, Versorger und davon, dass Gott Beziehung zu Menschen sucht, von seinen Wegen mit Noah, Abraham, Joseph, Mose und Israel.

Unterwegs sein mit Gott

In seinem Buch „Engel, Propheten und das gute Auge“ führt Horst Krüger aus, dass Tora weniger ein göttliches Gesetz ist als ein göttlicher Weg. Gehen mit Gott ist der älteste Ausdruck von Frömmigkeit, den wir bei Henoch, Noah und Abraham sehen. In 1. Mose 26,5 heißt es von Abraham, dass er Gottes Unterweisung (Tora) folgte, lange bevor das Gesetz am Sinai gegeben wurde. Auch Mose wollte Gottes Wege wissen: „‚Israel, was fordert der Herr … von dir, als … auf allen seinen Wegen zu gehen…‘“ (5. Mose 10,12). In der Apostelgeschichte werden die Gläubigen ‚die des Weges sind‘ genannt.

Geschenk Gottes

Juden feiern jedes Jahr zu Schawu´ot (Pfingsten) Gottes Geschenk der Tora am Sinai. Betrachten wir hier Tora im engeren Sinne als die „Gebote Gottes“, so fällt auf, dass sie nicht als Weg zur Erlösung gegeben wurden, sondern nach der Erlösung aus der Sklaverei in Ägyptens als Ausdruck der Freiheit und als Grundlage des gemeinsamen Weges im Bund mit Gott. Das Herzstück sind die „10 Worte“ (die hebräische Bibel nennt sie nicht die „10 Gebote“). Hier geht es um gelebte Beziehung mit Gott und untereinander. „Menschen brauchen für eine lebenswerte Gemeinschaft sittlich-moralische Regeln, darum lehrt die Tora Harmonie, Höflichkeit, Aufmerksamkeit und Reinheit, Rücksichtnahme auf Frauen, Schwache und Arme, Respekt vor Eltern und Vorgesetzten“, erläutert Horst Krüger. Psalmendichter und Sänger wie David „lobten das Gesetz des Herrn in den höchsten Tönen und wachten nachts auf, um über sein Gesetz nachzudenken und sich darüber zu freuen.“ Noch heute tanzen die Juden am Tora-Freudenfest im Herbst mit den Torarollen und preisen Gottes Tora in ihren täglichen Gebeten.

Grundlage der Bibel

Tora bildet die Grundlage für alles, was danach kommt. Die Propheten rufen das Volk immer neu in ein Leben unter Gottes Tora zurück, die Psalmen singen davon. Auch der Neue Bund in Jesus baut auf dem Boden der Tora auf, geht nicht darüber hinaus, sondern vertieft, erfüllt und macht ein Leben in den Bahnen von Gottes Tora erst richtig möglich. In Jeremia 31,31ff. lesen wir, dass Gott im Neuen Bund seine Tora direkt in Israels Herzen hineinschreibt, dass er Menschen von innen heraus verändert und so befähigt, in seinen Wegen zu laufen. In diesen Bund sind wir aus den Nationen als Quereinsteiger mit eingeladen.

Jesus – Dreh- und Angelpunkt der Tora

Leider wird der Begriff Tora in der Septuaginta und im Neuen Testament mit dem griechischen Wort nómos – Gesetz wiedergegeben, wie Horst Krüger ausführt. Die wohltuende Weite von Tora geht dabei verloren. Zusätzlich verstehen wir nómos automatisch vom Gesetzesbegriff unserer heutigen Kultur her, der anders geprägt ist als die Lebensordnungen Gottes in der Bibel. Eine weitere Herausforderung für Bibelleser ist, dass Paulus mit nómos oft Tora meint, manchmal aber auch das pharisäische Religionsgesetz. Hier müssen wir gut auf den Kontext achten. Jesus sagte von sich, er sei nicht gekommen, die Tora aufzulösen, sondern zu erfüllen (Matthäus 5,17). Die rabbinischen Fachbegriffe „Tora erfüllen“ und „Tora auflösen“ bedeuten „Gottes Wort tun“ bzw. „nicht tun“. Jesus intensiviert die Tora sogar, indem er z.B. Ehebruch schon beim gedanklichen Begehren ansetzt. In der Bergpredigt beschreibt er ein Leben in Gottes Tora (Matthäus 5,3 ff). Und Paulus verkündet in Römer 10,4 den Messias als Ziel und Zweck der Tora, d.h. als ihren Dreh- und Angelpunkt.

In der Tora Gott begegnen

Ich möchte Sie ermutigen, wieder einmal die gesamte Tora zu lesen und dabei mit unserem Gott ins Gespräch zu kommen. Fragen Sie ihn nach seinem Herzschlag und seinen Absichten, um ihn tiefer kennenzulernen und neu ins Staunen zu kommen. Ich wünsche Ihnen, dass Sie dabei auf eine neue Art auch Jesus‘ Herzschlag entdecken und ihm begegnen!

 

 


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Ein Lamm pro Haus

„Das diesjährige Passah wird anders sein als alle bisherigen Passahfeste“, erzählte mir neulich ein israelischer Freund. „Wir werden es alle Haus für Haus und Familie für Familie feiern. Besuche von anderen Verwandten sind nicht erlaubt.“

Die neuen Gesundheitsmaßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus‘ haben viele uralte Passah-Traditionen der jüdischen Bevölkerung in Israel zum ersten Mal verändert. Zu Passah fanden für gewöhnlich große Familientreffen statt, an denen sich alle gemeinsam trafen, um dieses wichtige Fest des Herrn zu feiern. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu erklärte neulich in seiner jährlichen Ansprache vor dem Passahfest, dass es dieses Jahr anders verlaufen würde: „[…] wir werden die Feier des Passahfestes wie unsere Vorväter in Ägypten gestalten – Passah zu Hause! Alle Väter und Mütter werden mit den Kindern, die in ihrem Zuhause leben, Passah feiern.“

Während mein Freund mit mir sprach, wurde ich an den ursprünglichen Beginn des Passahfestes erinnert, als Israel in Ägypten war. Gott befahl den Israeliten: „Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am zehnten Tage dieses Monats nehme jeder Hausvater ein Lamm, je ein Lamm für ein Haus“ (2. Mose 12,3).

Die Errettung von Familien

Das Konzept, dass alle Mitglieder eines Haushaltes erlöst werden, ist das Herzstück des biblischen Passah-Berichts. Das Blut des Passah-Lamms musste an die Türpfosten jedes jüdischen Hauses in Ägypten gestrichen werden. „Denn der HERR wird umhergehen und die Ägypter schlagen. Wenn er aber das Blut sehen wird am Türsturz und an den beiden Pfosten, wird er an der Tür vorübergehen und den Verderber nicht in eure Häuser kommen lassen, um euch zu schlagen“ (2. Mose 12,23). Das Blut des Passah-Lamms war ein Zeichen vor Gott, dass für den Haushalt, dessen Türpfosten damit bestrichen waren, Blut vergossen worden war, sodass die Bewohner darin verschont wurden. In gewisser Hinsicht haben die Corona-Maßnahmen – zumindest in diesem Jahr – eine zwingende Rückkehr zu den Traditionen bewirkt, wie sie vor rund 3.500 Jahren eingeführt wurden.

Zurück auf Anfang – diesen Eindruck hatte ich auch beim ersten Treffen unserer Gemeinde in Jerusalem nach Einführung der neuen Gesundheitsmaßnahmen. Wir kamen nicht wie sonst in unserem Gemeindesaal zusammen, sondern trafen uns zu Hause. Wir alle waren über die Internetplattform ZOOM verbunden, sangen Lobpreislieder und unser Pastor teilte seine Gedanken zu einem Bibeltext. Dann feierten wir gemeinsam das Abendmahl und ich sah auf dem Bildschirm, wie wir Brot und Wein wie jeden Monat miteinander teilten, nur eben von unseren Häusern aus.

„So haben es die ersten Gemeinden gemacht“, dachte ich mir. „Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen“ (Apostelgeschichte 2,46). Vor 2.000 Jahren stellten die verschiedenen Hausgemeinschaften den Kern der damaligen Kirche dar, der so kraftvoll war, dass er die gesamte Welt beeinflusste und veränderte.

Vor kurzem sprach ich mit einem Pastor aus China über die jüngste Welle an Repressalien, die die chinesische Regierung gegen die Gemeinden im Land verhängt hat. Seine Reaktion überraschte mich: „Das ist gut“, sagte er. „Die Freiheit der letzten Jahre hatte aus uns sehr ‚westliche‘ Kirchen gemacht. Wir hielten riesige Treffen ab, die von der Bühne aus gesteuert wurden. Jetzt sind wir dazu gezwungen, zurück in unsere Häuser zu gehen“, fügte er hinzu. „So ist die Erweckung nach China gekommen.“

Heute, inmitten der Coronakrise, ist mein Eindruck, dass Gott auch in unserem Leben den Reset-Knopf gedrückt hat. Wir sind gezwungen, zu dem wirklich Notwendigen zurückzukehren, zum Kern unserer Gesellschaft. Wir werden reduziert auf unsere Beziehungen zum Herrn und zu unseren Familien! Die Krise ist eine schwierige Zeit, die viele Leben kostet und Existenzgrundlagen nimmt, doch sie kann auch eine riesige Chance darstellen, die wir nicht verpassen sollten. An unsere Häuser gebunden zu sein ist wahrscheinlich ein seltener Moment, der sich uns womöglich nicht noch einmal bietet – eine Gelegenheit für Erneuerung und Neustart in unserer Beziehung zu Gott. Diese einzigartige Zeit sollte unser Gebetsleben, unsere Zeiten des Bibellesens und unsere Gemeinschaft in Gottes Gegenwart neu beleben.

Wir haben außerdem die Chance, uns wieder auf unsere Familien zu fokussieren. Sorgen Sie inmitten dieser ungewöhnlichen Zeit dafür, einen Altar in Ihrer Familie zu errichten. Gott beauftragte sein Volk damit: „Das Feuer auf dem Altar soll brennen und nie verlöschen“ (3. Mose 6,5). Lassen Sie mich Ihnen diese Frage stellen: Brennt das Feuer auf Ihrem Familienaltar? Nutzen Sie diese Zeit dazu, als Familie im Gebet zusammenzukommen und Gottes Wort zu studieren?

Denken Sie daran, bei Passah geht es um die Errettung von Familien. Bei der Berufung Noahs trug Gott ihm auf: „Geh in die Arche, du und dein ganzes Haus; denn dich habe ich für gerecht befunden vor mir zu dieser Zeit“ (1. Mose 7,1). Noah baute die Arche für sich und seine Familie. Jesus starb nicht nur für einzelne Personen, sondern für „dich und dein ganzes Haus“. Abraham wurde verheißen, dass in ihm alle „Familien“ der Erde gesegnet sein würden (1. Mose 12,3).

Auch Josua nahm bei seiner letzten Rede zum Volk Israel eine mutige und prophetische Stellung ein. Er war sich nicht sicher, ob Israel sich dazu entscheiden würde, Gott uneingeschränkt nachzufolgen. Trotzdem erklärte er, egal wie Israel sich entscheiden würde: „Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen“ (Josua 24,15). Nutzen Sie also diese einzigartige Zeit, um dieselbe Entscheidung für Ihr eigenes Haus zu treffen. Jesus ist das Lamm für Ihre Familie!

Unübliche Zeiten in Israel

Hier in Israel ist das diesjährige Passahfest anders als in jedem anderen Jahr, in dem ich es erlebt habe, und sehr wahrscheinlich auch anders als in allen vergangenen Jahren vor meiner Zeit in Jerusalem. Am ersten Tag des Monats Nissan (dieses Jahr der 26. März), in dem das Passahfest gefeiert wird, hat Israels Oberrabbiner zu einer Zeit der nationalen Buße vor den anstehenden Passah-Feiertagen aufgerufen. Er bezog sich darauf, dass nach 2. Mose 12,2 der Monat Nissan den Beginn des biblischen Jahres darstellt, und erklärte, dass diese Zeit wie die zehn Tage der Ehrfurcht von Rosch HaSchana bis Jom Kippur begangen werden sollte – mit Buße, Gebet und Fasten.

Israel zeigt heute als Nation nach außen hin eine Gottesfurcht, die sich von den meisten Nationen der Welt unterscheidet. In einem Fernsehinterview zur Corona-Krise wurde Premierminister Netanjahu kürzlich gefragt, was seine Botschaft an das israelische Volk inmitten dieses weltweiten gesundheitlichen Angstzustands sei. Seine Antwort brachte es auf den Punkt: „Zunächst müssen wir alle zu Gott beten, dass die Corona-Plage bald ein Ende hat.“ Der Journalist unterbrach ihn unhöflich und entgegnete, dass die Nation doch eher zum Weizmann-Institut für Wissenschaften beten solle, wo entscheidende Corona-Forschung betrieben wird. Daraufhin erwiderte Netanjahu: „Ja, aber auch im Weizmann-Institut wird gebetet.“ Ungewöhnliche Worte für einen Premierminister.

Einige Tage später nahm Netanjahu in seiner Ansprache zum Passahfest einen unüblichen Bezug zum Passah-Bericht aus 2. Mose, wo vom Blut auf den Türpfosten die Rede ist: „Wie beim Auszug aus Ägypten ist auch unser Auftrag klar. Und Gott wird an der Tür vorüberziehen und den Verderber nicht in eure Häuser kommen lassen, um euch zu plagen.“

Hier in Israel haben wir alle den Eindruck, dass wir momentan eine besondere Zeit erleben. Als mein Freund erzählte: „Wir werden es alle Haus für Haus feiern, Familie für Familie“, kam mir noch eine andere Stelle aus dem hebräischen Propheten Sacharja in den Sinn:

„Aber über das Haus David und über die Bürger Jerusalems will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets. Und sie werden mich ansehen, den sie durchbohrt haben, und sie werden um ihn klagen, wie man klagt um das einzige Kind, und werden sich um ihn betrüben, wie man sich betrübt um den Erstgeborenen. Zu der Zeit wird große Klage sein in Jerusalem, wie die um Hadad-Rimmon in der Ebene von Megiddo war. Und das Land wird klagen, ein jedes Geschlecht für sich: das Geschlecht des Hauses David für sich und die Frauen für sich, das Geschlecht des Hauses Nathan für sich und die Frauen für sich, das Geschlecht des Hauses Levi für sich und die Frauen für sich, das Geschlecht Schimis für sich und die Frauen für sich; so auch alle andern übrig gebliebenen Geschlechter, ein jedes für sich und die Frauen für sich“ (Sacharja 12,10-14).

Gott zeigte Sacharja, dass die Zeit der geistlichen Erneuerung und Offenbarung von ihm, „den sie durchbohrt haben“, Familie für Familie und Haus für Haus stattfinden würde. Noch nie in der Geschichte Israels gab es eine Zeit, in der das Passahfest auf solche Weise gefeiert wurde wie heute, jedes Haus für sich. Im Talmud wird die spannende Frage gestellt, um wen sie denn „klagen, wie man klagt um das einzige Kind“? Im Traktat Sanhedrin antworten die Weisen, dass es sich dabei um „Mosiach ben Joseph“ handle, der getötet wurde.

Die jüdische Tradition unterscheidet zwischen Mosiach ben David, dem königlichen Messias, der wie David über sein Volk regieren wird, und Mosiach ben Joseph, dem leidenden Messias, der getötet werden muss, um den königlichen Messias auf den Thron zu bringen.

Auch die christliche Tradition sieht Joseph im 1. Buch Mose als den größten Vorboten Jesu Christi. Nachdem er von seinen Brüdern verkauft worden war (und getötet werden sollte), wurde er zum Lebensretter und Erlöser unter den Heiden. Alle Welt reiste nach Ägypten, um bei Joseph Brot zu kaufen (1. Mose 41,57). So wie alle Nationen kamen, um Brot zu kaufen, erreichten ihn auch seine Brüder, die anderen Söhne Jakobs, um sich um seine Gunst zu bemühen. Doch sie erkannten ihren Bruder nicht, denn sein Aussehen, seine Sprache und sein Verhalten glichen dem eines Ägypters, eines Ausländers. Nachdem er seine Identität eine Zeit lang vor seinen Brüdern verborgen hatte, kam der Moment, an dem Joseph nicht mehr an sich halten konnte und sich endlich seinen Brüdern zu erkennen gab (1. Mose 45,1ff). Davor tat er aber etwas Interessantes: „[E]r rief: Lasst jedermann von mir hinausgehen! Und stand kein Mensch bei ihm, als sich Josef seinen Brüdern zu erkennen gab“ (1. Mose 45,1).

Anfang März fing Israel an, seine Grenzen und Einfuhrhäfen für Ausländer zu schließen – nur israelischen Staatsbürgern und Einwohnern mit Daueraufenthaltsgenehmigung wurde die Einreise gestattet. Niemand sonst durfte nach Israel einreisen und alle Besucher, die bereits im Land waren, mussten es verlassen. Auf ähnliche Weise gab sich Joseph seinen Brüdern zu erkennen – es war eine persönliche, intime Angelegenheit innerhalb der Familie ohne die Anwesenheit von Heiden.

Ich hätte mir nie ausmalen können, wie wohl Sacharja 12,14 und 1. Mose 45,1 erfüllt werden können. Ist dies die Zeit, in der sich diese Prophetien erfüllen? Ich weiß es nicht. In jedem Fall ist es aber eine nie dagewesene Generalprobe des glorreichen kommenden Tages. Wir leben wirklich in erstaunlichen Zeiten!

Schlussfolgerung

Zum Abschluss bitte ich Sie darum, in diesen Tagen für Israel zu beten wie nie zuvor. Wir feiern dieses Jahr ein ungewöhnliches Passahfest und wir beten und glauben, dass Gott mächtige und ungewöhnliche Dinge in unserer Mitte tun wird, wie in den Tagen der Bibel.

Darüber hinaus möchte ich Sie daran erinnern: In welchem Teil der Erde Sie diesen Text auch lesen, Jesus ist das Lamm für Ihr und mein Haus. Egal wie groß Ihre Familienprobleme auch sein mögen, Jesus ist es ein Leichtes, Ihnen darin mit seiner Hilfe zu begegnen. Vielleicht haben Sie die Hoffnung für enge Familienmitglieder aufgegeben, die dem Herrn nicht nachfolgen. Jesus ist das Lamm für ihre Familie. Beziehen Sie heute mutig Stellung und erklären Sie wie Josua: „Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen“. Der Herr segne Sie und antworte Ihnen, während Sie dies bezeugen!


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Coronavirus - ein Weckruf!

„Selig ist, wer Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben.“Jakobus 1,12

Liebe Botschaftsfreunde,

wir befinden uns inmitten einer Ausnahmesituation mit globaler Gewichtung. Ein mikroskopisch kleiner Coronavirus mit dem Namen Sars-CoV-2 zwingt starke Industrieländer in die Knie, erschüttert die Börse und die Finanzmärkte mit noch nicht absehbaren Folgen, bringt den internationalen Reiseverkehr weitgehend zum Stillstand und verängstigt die Weltbevölkerung mit einer möglichen Ansteckungsgefahr.

Foto: Symbolbild, Pixabay

 

Corona-Pandemie

Der Name dieser Pandemie ist Corona, das lateinische Wort für Krone. Wie gehen wir heute mit dem Coronavirus um? Viele Länder verordnen ihren Bewohnern eine Auszeit. Eine Zeit der Quarantäne. Unter anderem werden Geschäfte, Kinos, Restaurants, Einkaufszentren und Schulen geschlossen. Das sind gute und weise Entscheidungen, um das Coronavirus einzudämmen.

Gott ist König

Die Krone ist ein Symbol der Herrschaft und gilt auch als Synonym eines Königtums. Die Bibel spricht oft vom Königreich Gottes. Gott wollte schon am Berg Horeb - an dem Berg, an dem Gott dem jüdischen Volk die 10 Worte und seine Weisungen offenbarte – Israels König sein. Doch zur Zeit Samuels sehen wir, dass das Volk Israel Gott als seinen König verworfen hat. Um das kostbare Wort Gottes zu schützen, hüllen Juden ihre Torarollen bis heute in Toramäntel. Interessanterweise ziert eine Krone den oberen Teil der Torarolle (Hebräisch: Keter Tora). Das ist ein bemerkenswertes Symbol für Gott, den König, der seine Weisungen durch das jüdische Volk in die Welt brachte – die Grundlage für unsere Ethik und unsere Moral.

Die Lektion der 10 Plagen

Das jüdische Volk steht zurzeit kurz vor dem Passahfest und erinnert sich der 10 Plagen, die über Ägypten kamen. Das damalige Ägypten hatte die Lektionen der 10 Plagen nicht gelernt. Es gab keine Demut, keine Buße, keine Sinnesänderung, keine Hinwendung zum jüdischen Volk und dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Die Bibel spricht immer wieder von Seuchen, Pest, Plagen (Hebräisch: deber). Eine Begebenheit sticht besonders hervor. Als König Salomo während des Laubhüttenfestes in Jerusalem den Tempel einweihte, erschien ihm Gott in der Nacht und sprach zu ihm: „Wenn ich den Himmel verschließe und kein Regen fällt oder wenn ich der Heuschrecke gebiete, das Land abzufressen, und wenn ich eine Pest (Hebräisch: deber) unter mein Volk sende, und mein Volk, über dem mein Name ausgerufen ist, demütigt sich, und sie beten und suchen mein Angesicht und kehren um von ihren falschen Wegen, dann werde ich vom Himmel her hören und ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen.“ (2. Chronik 7,13-14)

Aufruf zur Umkehr

Könnte es sein, dass dieses Reden Gottes vor ca. 3.000 Jahren auch eine wichtige Botschaft für das Volk Gottes in diesen Tagen ist? Eine Standortbestimmung? Ein Aufruf zur Demut und zur Umkehr! Ein Aufruf, Gottes Angesicht zu suchen! Ein Aufruf zum Gebet!Ist vielleicht manches für uns selbstverständlich geworden? Könnte dieses momentane Ereignis eine Mahnung und ein Weckruf des Himmels sein? Eine Bewertung und Neuausrichtung unserer Beziehungen zu Israel und zum jüdischen Volk? Jetzt ist noch Gnadenzeit! Gott ändert sich auch in Zeiten der Erschütterung nicht. Er ist der Herrscher des Himmels und der Erde. Er will und kann unser Land heilen! Beten wir, dass der Name des Vaters geheiligt wird und sein Wille auf Erden geschieht. Lassen Sie uns für unsere Politiker und Mediziner beten, damit die Bedrohung der Gesundheit eingedämmt und ausgetilgt wird. Lassen Sie uns darauf achten, dass Gebet und Fürbitte in unseren Bereichen zu einem Hauptbestandteil wird.

Die richtige Blickrichtung

In diesem Zusammenhang werden wir auch wachgerüttelt, Gottes Wort und seine Weisungen intensiver denn je zu studieren. In seinem Vermächtnis möchte der Apostel Petrus die Gemeinde Jesu förmlich dazu wachrütteln, ständig die Worte der heiligen Propheten und die Worte Jesu vor Augen zu haben (2. Petrus 3,1-2). Die Bibel ist auch in schwierigen Zeiten ein Leuchtturm, auf den wir achten sollten. Ich möchte Sie ermutigen, die Bibel zu Ihrer täglichen Hauptlektüre zu machen. Gottes Wort ist ein großes Geschenk, das uns Weisung und Richtung auch in schwierigen Zeiten gibt. Vor allem gibt es uns die Gewissheit, dass Gott treu ist, ein Helfer in der Not für jeden, der den Namen des Herrn anrufen wird. Die Bibel ist das einzige Buch, das uns eine verlässliche Vorausschau auf die kommenden Ereignisse gibt: „Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, euch diese Dinge für die Gemeinden zu bezeugen. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der glänzende Morgenstern. Und der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört, spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme! Wer da will, nehme das Wasser des Lebens umsonst!“ (Offenbarung 22, 16-17)

Was wir tun können

Als ICEJ möchten wir Sie zum Beten und Bibel lesen ermutigen, denn der Gott Israels ist ein barmherziger, gebetserhörender Gott! Lassen Sie uns in dieser Situation auch praktisch helfen und sicherstellen, dass bedürftigen Familien und älteren Menschen in unserem Land und in Israel geholfen wird. Danke, dass Sie sich ermutigen lassen, ins Gebet zu gehen. Danke, dass Sie an Israel denken, während auch wir gegen die Bedrohung des Coronavirus kämpfen.

In Jesus verbunden

Ihr

Gottfried Bühler

Erster Vorsitzender, ICEJ Deutscher Zweig e.V.

 

Spenden Sie an den ICEJ-Hilfsfonds für Israel

Die ICEJ hat einen Hilfsfonds eingerichtet, durch den wir in Krisenzeiten in Israel drängender Not begegnen können. Jetzt ist solch eine Krisenzeit. Aktuell befinden sich viele israelische Familien in Quarantäne. Auch ältere und andere gefährdete Menschen wurden von den Behörden angewiesen, zu Hause zu bleiben. Jüdische Neueinwanderer dürfen weiterhin Alijah (Einwanderung nach Israel) machen, aber auch sie müssen sich für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben. Daher werden wir mit israelischen Hilfsdiensten kooperieren, um Lebensmittel und andere Bedarfsartikel an diejenigen zu liefern, die nun zu Hause bleiben müssen, darunter zahlreiche Holocaustüberlebende.

 Wir verstehen, dass das Coronavirus in vielen Nationen auf der ganzen Welt ein Problem darstellt. Aber wir möchten Ihnen die Gelegenheit geben, Ihre Liebe und Ihre Sorge für Israel in Zeiten dieser weltweiten Notsituation auszudrücken, indem Sie uns helfen, bedürftige Israelis zu versorgen. Dieser Aufruf gründet auf dem Beispiel der nichtjüdischen Gläubigen in Antiochia – die ersten, die man „Christen“ nannte – wie Apostelgeschichte 11 berichtet. In der damals bekannten Welt herrschte zur Zeit des römischen Kaisers Claudius eine große Hungersnot. Und obwohl sie selbst dringende Nöte hatten, „beschloss ein jeder, nach seinem Vermögen den Brüdern, die in Judäa wohnten, eine Gabe zu senden.“ (Apostelgeschichte 11,26-30)

 Bitte erwägen Sie eine Gabe, damit wir denen helfen und sie versorgen können, die ihr Haus zurzeit nicht verlassen dürfen. Wir wollen sicherstellen, dass diese Familien und ältere Menschen Lebensmittel und andere notwendige Artikel erhalten, während sie darauf warten, dass diese gesundheitliche Bedrohung vorübergeht. Danke, dass Sie an Israel denken, während auch Ihre eigene Nation gegen die Bedrohung des Coronavirus kämpft. Als Verwendungszweck bitte „ICEJ-Hilfsfonds für Israel“ angeben, herzlichen Dank!

 

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ICEJ Deutschland
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Das Coronavirus: Eine Betrachtung aus Jerusalem

Anfang März kehrte ich aus Deutschland nach Israel zurück. In beiden Ländern berichteten die Fernsehsender und Nachrichtenseiten ausgiebig über das Coronavirus und seine Auswirkungen auf die Gesellschaft, das Gesundheitswesen, die Weltwirtschaft und den internationalen Reiseverkehr. Einen Tag nachdem ich wieder zuhause angekommen war, ordnete die israelische Regierung an, dass jeder, der aus bestimmten europäischen Ländern (einschließlich Deutschland) zurückkehrte, sich in 14-tägige häusliche Quarantäne zu begeben hatte. Während der vergangenen Tage hatte ich also die Gelegenheit, zu beten und darüber zu nachzudenken, welche Bedeutung diese globale Bedrohung, deren weltweite Auswirkungen fast täglich neue Höhen erreichen, für die Gemeinde Jesu und Israel haben könnte. Während ich dies schreibe, habe ich die Hälfte meiner Zeit in Quarantäne erreicht.

Foto: Israelische Frau mit Mundmaske am Flughafen in Tel Aviv

Dieses winzige Virus – kleiner als ein Mikrometer – hat die Weltwirtschaft in die Knie gezwungen: die Finanzmärkte stürzen ab, der internationale Reiseverkehr ist praktisch zum Stillstand gekommen und viele Völker und Nationen hat die Angst vor einer möglichen Pandemie gepackt. Einer der wichtigsten Ratschläge, die den Menschen so oft nahegelegt werden, ist, sich die Hände zu waschen. Das wird so ernst genommen, dass Desinfektionsmittel in großen Mengen aus europäischen Krankenhäusern gestohlen werden.

1. Ein Aufruf zur Reinheit

 

In westlichen Kulturen ist die übliche Handhabung des Händewaschens nicht so alt, wie wir vielleicht denken. Es wurde erst vor rund 150 Jahren eingeführt. Bis dahin hatte es keine Erkenntnis über Bakterien und Viren oder deren Rolle bei der Verbreitung von Krankheiten gegeben. Es war der ungarische Arzt Ignaz Semmelweis (1818-1865), der während seiner Arbeit in einer Entbindungsklinik in Budapest entdeckte, dass wenn Ärzte ihre Hände in einer Chlorlösung wuschen, bevor sie die Frauen behandelten, die durch Infektionen verursachte Sterberate bei Gebärenden drastisch zurückging. Man nannte ihn den „Retter der Mütter“.

Aber die Nation mit der ältesten bekannten Tradition körperlicher Reinlichkeit ist das jüdische Volk. Deshalb waren die Juden im Mittelalter weniger vom „Schwarzen Tod“, der Pest, betroffen. Der Grund war, dass Juden – im Gegensatz zu den übrigen europäischen Kulturen – die biblische Gepflogenheit der Handwaschung praktizierten, bevor sie Speisen zu sich nahmen. Ihre nichtjüdischen Nachbarn verstanden dies nicht, was zu Verschwörungstheorien und gewaltsamen Wellen des Antisemitismus führte, denen tausende europäische Juden zum Opfer fielen.

Diese Tradition der Reinheit lässt sich bis zum Anfang des jüdischen Volkes zurückverfolgen, als Israel das Gesetz Moses erhielt. Darin befiehlt Gott den Priestern, bei ihrer Einsetzung als Priester vollständig in Wasser einzutauchen (2. Mose 29,4). Jedes Mal wenn sie die Stiftshütte betraten, um Gott dort zu dienen, mussten sie ihre Hände und Füße im bronzenen Becken vor dem Zelt der Begegnung waschen (2. Mose 30,17-21).

 Gottes Volk verstand, dass dies nicht einfach ein Ritual körperlicher Reinheit war, sondern eine viel tiefergehende Wahrheit wiederspiegelte: die Notwendigkeit der Reinheit unserer Herzen. In Psalm 24,3-4 fragt König David: „Wer darf auf des HERRN Berg gehen, und wer darf stehen an seiner heiligen Stätte? Wer unschuldige Hände hat und reinen Herzens ist, wer nicht bedacht ist auf Lüge und nicht schwört zum Trug.”

 Durch den Propheten Jesaja warnte Gott auch, dass er die Gottesdienste, Opferungen und Gesänge seines Volkes nicht mehr ertragen konnte, denn „eure Hände sind voll Blut.” (Jesaja 1,15) Diese Schriftstelle verdeutlicht, dass der Prophet nicht über tatsächliches Blut sprach, sondern über die Sünden seines Volkes.

Auch der Prophet Joel befiehlt, die „Posaune zu Zion“ zu blasen, das Volk Gottes zusammenzurufen, um Buße zu tun und ihn zu suchen, denn „wer weiß, ob er nicht umkehrt und es ihn reut und er Segen zurücklässt,...“ (Joel 2,1+14).

 Das Coronavirus sollten wir alle als ein himmlisches Schofar-Blasen verstehen, das uns aufruft, Gott zu suchen und unsere Herzen zu prüfen. Lasst uns Jakobus‘ Rat folgen, des Bruders Jesu: „Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch. Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, ihr Wankelmütigen.“ (Jakobus 4,8)

Jesus selbst lehrt, dass ein reines Herz wichtiger ist als körperliche Hygiene und Händewaschen, denn es ist unser Herz, das uns verunreinigt und täuscht (Matthäus 15,16-20)

Natürlich bedeutet dies NICHT, dass wir jeglichen praktischen Rat oder hygienische und gesetzliche Vorschriften hinsichtlich dieses Virus missachten können (wie die Vorschriften in Israel, die meine Familie gerade befolgt). Aber es bedeutet, dass wir mit derselben und sogar mit größerer Entschlossenheit unsere Herzen reinigen sollen, denn das wird sich auf unser geistliches Leben auswirken.

2. Eine Zeit globaler Erschütterung

 

Anfang Februar kamen viele Leiter unseres Dienstes aus der ganzen Welt nach Jerusalem, um an strategischen Besprechungen hinsichtlich des 40. Jubiläums der ICEJ teilzunehmen. In einer der Gebetszeiten berichtete Dag Øyvind Juliussen, ICEJ-Vorstandsmitglied und Nationaler Direktor der ICEJ-Norwegen, wie eindrücklich der Herr in den zurückliegenden Monaten zu ihm aus dem Buch Haggai, Kapitel 2, gesprochen hatte. Dort verkündet der Prophet: „Denn so spricht der HERR Zebaoth: Es ist nur noch eine kleine Weile, dass ich Himmel und Erde, das Meer und das Trockene erschüttere. Dann will ich alle Völker erschüttern, dass aller Völker Kostbarkeiten kommen, und ich will dies Haus mit Herrlichkeit füllen, spricht der HERR Zebaoth.“ (Haggai 2,6-7; siehe auch V. 21-23)

 Diese Prophetie wird auch im Hebräerbrief 12,27-29 zitiert. Himmlische und irdische Mächte und Systeme werden erschüttert werden. Nur wenige Wochen nach unserem Treffen in Jerusalem erlebt die Welt nun wahrhaftig eine Erschütterung, die zu vielen zuvor nie dagewesenen Konsequenzen geführt hat, wie zum Beispiel, dass Israel Touristen die Einreise verwehrt.

Diese prophetischen Beben werden so wirkungsreich sein, dass Jesus selbst warnt, „die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen.“ (Lukas 21,26)

Die Auswirkungen der derzeitigen Erschütterungen sind vielfältig. Weltweit droht eine unerwartete Wirtschaftskrise. Einigen Medien zufolge bewegt sich der durch das Coronavirus verursachte wirtschaftliche Schaden aufgrund von Flugstornierungen, nicht gelieferter Ware usw. bereits im Bereich von einer Billion US-Dollar. Dies ist nicht einfach eine Zahl – Menschenleben sind davon betroffen. Zum Beispiel hat die israelische Fluggesellschaft El Al die meisten ihrer Mitarbeiter in unbezahlten Urlaub geschickt, große Teile ihrer Flotte befinden sich am Boden. Die Aktien des Computerriesen Apple sind im Januar und Februar deutlich abgestürzt, da Teile seiner Smartphones in der chinesischen Region Wuhan produziert werden und nicht mehr lieferbar sind. Die britische Wochenzeitung Spectator schätzt, dass all dies zu einem – zumindest vorübergehenden – Zusammenbruch der Globalisierung führen wird.

 Die Corona-Krise verdeutlicht auf jeden Fall, wie zerbrechlich das Welthandelssystem ist. Es ist möglicherweise ein Vorgeschmack auf den großen Tag, der in der Offenbarung beschrieben wird, wenn das Weltsystem zu einem plötzlichen Ende kommt, denn „sie ist gefallen, sie ist gefallen, Babylon, die Große“ (Offenbarung 14,8).

Zugleich beschreibt der Prophet Haggai, wie dieses Erschüttern ein neues Maß an Herrlichkeit in Gottes Tempel freisetzt. Mit anderen Worten: während die Welt in Aufruhr ist, nimmt sein Reich auf der Erde an Stärke zu. Eine der eher positiven Auswirkungen des Coronavirus-Ausbruchs im Iran ist, das rund 70.000 Gefangene – viele von ihnen verfolgte Christen – angeblich aus dem Gefängnis entlassen wurden.

 Diese Erschütterungen können einen Hunger nach Gott freisetzen - und die Gemeinde Jesu muss dafür vorbereitet sein. Was diese Stelle im Buch Haggai verdeutlicht, wird in einer anderen Weise in Hebräer 12 ausgedrückt. Hier werden die kommenden Erschütterungen das erschüttern, was erschüttert werden kann, damit die Dinge offenbar werden, die nicht erschüttert werden können (Hebräer 12,27ff).

 Die Schriftstelle endet mit einer Aufforderung an uns alle: „Darum, weil wir ein Reich empfangen, das nicht erschüttert wird, lasst uns dankbar sein und so Gott dienen mit Scheu und Furcht, wie es ihm gefällt; denn unser Gott ist ein verzehrendes Feuer.“ (Hebräer 12,28-29)

3. Nur ein Vorschatten

 

Während ich das Wort Gottes lese und die Nachrichten höre, komme ich nicht umhin zu denken, dass dies nur ein kleiner Vorschatten dessen ist, was kommen wird. Die hebräischen Propheten und das Neue Testament sprechen von einer Zeit, in der Gott mit der Welt hart ins Gericht gehen wird - wegen ihrer Ungerechtigkeit und Rebellion gegen Gott.

Wenn jemand Anfang Januar 2020 das Wort „Corona“ gegoogelt hätte, hätten die Suchergebnisse entweder zu einem mexikanischen Bier oder zu Bildern der Sonnenkorona geführt, die während einer Sonnenfinsternis zu sehen ist. Dies geschieht, wenn der Mond die Sonne vollkommen verdeckt und dabei eine helle Korona (eine Krone) in Gestalt eines Feuerrings um den Mond herum bildet. Nur der äußerste Kranz der Sonne ist zu sehen, nicht aber die Sonne selbst. Im Gebet kam mir der Gedanke, dass dies genau das ist, was wir heute sehen. Die Coronavirus-Pandemie ist nicht das eigentliche Gericht Gottes, sondern ein Vorbote dessen, was in noch größerem Ausmaß kommen wird, sollte die Welt keine Buße tun. In diesem Sinne ist das Coronavirus ein Zeichen der künftigen Dinge, wenn bestimmte Plagen die Erde zerstören werden und die Menschheit dennoch nicht Buße tun wird (Offenbarung 9,18-21). Aber es ist auch eine Mahnung, dass jetzt noch Gnadenzeit ist, in der gilt: „Wer des HERRN Namen anrufen wird, der soll errettet werden.“ (Joel 3,5; Apostelgeschichte 2,21) Es ist Weckruf an die Gemeinde, die Zeit, in der wir leben, zu erkennen und entsprechend zu handeln.

 Erlauben Sie mir, Ihnen den folgenden Rat zu geben. Diese Vorschläge sollen in keiner Weise die sehr vernünftigen Maßnahmen und Vorschriften Ihrer jeweiliger Gesundheitsbehörden ersetzen. Aber wir sollten diese Situation als eine Gelegenheit sehen:

a)      Nähern wir uns Gott, überdenken wir unsere Handlungen und reinigen wir unsere Hände, wo immer das nötig ist. Lassen Sie uns unsere Herzen prüfen und unsere Beziehung zu Gott erneuern, der in der Tat „ein verzehrendes Feuer“ ist (Hebräer 12,29; Jakobus 4,8). Der Apostel Petrus ermahnt uns in Hinblick auf diese letzten Tage: „Wenn nun das alles so zergehen wird, wie müsst ihr dann dastehen in heiligem Wandel und frommem Wesen, die ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und ihm entgegeneilt, wenn die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen.“ (2. Petrus 3,11-12)

b)      Erinnern wir uns in dieser Zeit der Erschütterung, dass Gott sich nicht ändert. Unser Leben ist in seinen Händen. Er sagt uns, „fürchtet euch nicht, denn ich bin bei euch.“ Gerade in diesen dunklen und herausfordernden Zeiten kann unser Licht noch heller leuchten. Andere Menschen werden uns beobachten. Lassen Sie uns Strahlen des Lichts und der Hoffnung in Jesus, dem vom Tod Auferstandenen, sein.

c)       Erkennen wir, dass wir in Zeiten leben, in denen wir mit weiteren Erschütterungen rechnen sollten. Und darum lassen Sie uns ein sicheres Fundament legen. Im Lukasevangelium erinnert Jesus uns: „Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“ (Lukas 21,28) In der Tat, Jesus kommt bald!

d)      Jesus ermutigt seine Jünger, das Gebet als unabdingbar zu betrachten, um diese herausfordernde Zeit bestehen zu können: „Wachet aber allezeit und betet, dass ihr stark werdet, zu entfliehen diesem allen, was geschehen soll, und zu stehen vor dem Menschensohn.“ (Lukas 21,36) Legen Sie sich heute fest, mehr Zeit im Gebet zu verbringen und Gott zu suchen, wie nie zuvor.

e)      Der Apostel Petrus erinnert uns daran, dass das prophetische Reden Gottes als Licht in Zeiten der Finsternis dienen soll. „Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.“ (2. Petrus 1,19) Das Wort Gottes wird uns in diesen unsicheren Zeiten als ein Leuchtfeuer und ein Kompass dienen. Achten Sie darauf, dass Sie Ihre tägliche Portion von seinem lebendigen Wort zu sich nehmen.

f)        Es ist eine großartige Gelegenheit, sich Gottes Plänen für Israel anzuschließen. Aufgrund des Coronavirus wurden dieser Nation strenge Einschränkungen auferlegt, die in erster Linie dazu dienen, Menschenleben zu retten. Insbesondere ältere Menschen (darunter viele Holocaustüberlebende) sind von den Quarantänemaßnahmen und Einschränkungen stark beeinträchtigt. Jüdische Neueinwanderer dürfen weiterhin Alijah (Einwanderung nach Israel) machen, aber auch sie müssen sich für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben. Die ICEJ-Sozialabteilung hat bereits Anfragen von Hilfsdiensten hier im Land erhalten, verschiedene Projekte zu unterstützen, um denjenigen, die von der aktuellen Situation am meisten betroffen sind, beizustehen. Bitte helfen Sie uns, diese dringende Not zu lindern.

Aufruf zum Gebet

In den letzten Wochen wurde der weltweite Reiseverkehr, einschließlich des Tourismus nach Israel, stark von der Bedrohung durch das Coronavirus beeinträchtigt. Israel hat strengere Maßnahmen ergriffen als die meisten anderen Nationen, einschließlich einer 14-tägigen Quarantäne für alle Einreisenden und die Absage großer öffentlicher Veranstaltungen, wie z.B. der Jerusalem-Marathon. Wir gehen davon aus, dass diese Einschränkungen bis zur Zeit des ICEJ-Laubhüttenfests Anfang Oktober wieder aufgehoben werden und wir bis dahin zum normalen Leben zurückgefunden haben. Und ganz gleich was passieren mag, wir beabsichtigen „das Fest zu halten“, wie Sacharja 14,16 uns aufträgt! Aber wir bitten Sie, ernsthaft mit uns für das diesjährige Laubhüttenfest zu beten, und dafür, dass die Bedrohung durch das Coronavirus so bald wie möglich eingedämmt und beseitigt wird.

 Das diesjährige Laubhüttenfest ist ein besonderes für die ICEJ, da wir das 40-jährige Bestehen unseres Dienstes hier in Israel feiern. Aus diesem Grund benötigen wir zusätzliche Weisheit und Voraussicht, um dieses besondere Fest zu planen und den Ablauf den Herausforderungen anzupassen, die sich durch die aktuelle Situation ergeben. Bitte beten Sie, dass wir „den Sinn Christi“ haben, während wir das diesjährige Fest planen (1. Korinther 2,16). Beten wir, dass die richtigen Sprecher und Lobpreisleiter dieses Jahr zu Sukkot in Jerusalem dienen. Beten wir, dass Israelis besonders gesegnet werden durch die Christen, die kommen und ihre Solidarität mit Israel während des Laubhüttenfests zum Ausdruck bringen.

 Zudem bitten wir Sie zu beten, dass der Herr sich mächtig erweist und Menschenleben verschont und das Leid und die Furcht, die das Coronavirus verursacht, beseitigt. Beten wir, dass Gottes Wille auf Erden geschieht, inmitten dieser globalen Krise. Beten wir, dass Mediziner und Regierungen diese weltweite Bedrohung der Gesundheit eindämmen und austilgen können. Und beten wir, dass Israel die Nation sein wird, die die Lösung zur Beseitigung dieser Bedrohung hat.

 


Spenden Sie an den ICEJ-Hilfsfonds für Israel

Die ICEJ hat einen Hilfsfonds eingerichtet, durch den wir in Krisenzeiten in Israel drängender Not begegnen können. Jetzt ist solch eine Krisenzeit. Aktuell befinden sich viele israelische Familien in Quarantäne. Auch ältere und andere gefährdete Menschen wurden von den Behörden angewiesen, zu Hause zu bleiben. Jüdische Neueinwanderer dürfen weiterhin Alijah (Einwanderung nach Israel) machen, aber auch sie müssen sich für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben. Daher werden wir mit israelischen Hilfsdiensten kooperieren, um Lebensmittel und andere Bedarfsartikel an diejenigen zu liefern, die nun zu Hause bleiben müssen, darunter zahlreiche Holocaustüberlebende.

 Wir verstehen, dass das Coronavirus in vielen Nationen auf der ganzen Welt ein Problem darstellt. Aber wir möchten Ihnen die Gelegenheit geben, Ihre Liebe und Ihre Sorge für Israel in Zeiten dieser weltweiten Notsituation auszudrücken, indem Sie uns helfen, bedürftige Israelis zu versorgen. Dieser Aufruf gründet auf dem Beispiel der nichtjüdischen Gläubigen in Antiochia – die ersten, die man „Christen“ nannte – wie Apostelgeschichte 11 berichtet. In der damals bekannten Welt herrschte zur Zeit des römischen Kaisers Claudius eine große Hungersnot. Und obwohl sie selbst dringende Nöte hatten, „beschloss ein jeder, nach seinem Vermögen den Brüdern, die in Judäa wohnten, eine Gabe zu senden.“ (Apostelgeschichte 11,26-30)

 Bitte erwägen Sie eine Gabe, damit wir denen helfen und sie versorgen können, die ihr Haus zurzeit nicht verlassen dürfen. Wir wollen sicherstellen, dass diese Familien und ältere Menschen Lebensmittel und andere notwendige Artikel erhalten, während sie darauf warten, dass diese gesundheitliche Bedrohung vorübergeht. Danke, dass Sie an Israel denken, während auch Ihre eigene Nation gegen die Bedrohung des Coronavirus kämpft. Als Verwendungszweck bitte „ICEJ-Hilfsfonds für Israel“ angeben, herzlichen Dank!

 

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