Change Region:Germany

Commentary

Der Ursprung des aschkenasischen Judentums

Deutschland nimmt in der Geschichte der jüdischen Diaspora eine bedeutende Rolle ein – nicht allein wegen des Holocaust. Noch heute weisen schätzungsweise 11 Millionen Juden weltweit auf diese Relevanz hin: die aschkenasischen Juden, auch Aschkenasim genannt.

Foto: Thesaurus Picturarum/Marcus zum Lamm, Darstellung Wormser Juden (16. Jh.): Der Knoblauch (Hebräisch „Schum“) deutet auf die Herkunft aus den SchUM-Städten hin

„Aschkenas“

Diese Bezeichnung ist üblich für Juden, die aus Mittel- und Osteuropa stammen. Sie leitet sich vom biblischen Namen Aschkenas ab, der erstmals in den rabbinischen Schriften des Mittelalters auftauchte und die Region entlang des Rheins bezeichnete. „Aschkenasische“ Juden sind demnach „deutsche“ Juden – Nachfahren jener Juden, die ab dem 10. Jahrhundert v.a. in den Bischofsstädten entlang des Rheins lebten.

Blütezeit

Obwohl Juden keine Bürger waren, genossen sie dennoch bis zu den Kreuzzug-Pogromen relative Freiheit, was sich u.a. in der wachsenden Bevölkerungszahl widerspiegelte: Lebten Ende des 10. Jahrhunderts noch etwa 4.000 bis 5.000 Juden in Deutschland, wuchsen die jüdischen Gemeinden in den nächsten einhundert Jahren auf bis zu 25.000 Personen an. Bis ins Mittelalter waren die jüdischen Zentren in Mesopotamien die geistliche Autorität der in der Zerstreuung lebenden Juden gewesen. Als Ende des 10. Jahrhunderts in Speyer (Schpiro), Worms (Urmaisia) und Mainz (Magenza), den sogenannten SchUM-Städten, Jeschiwas (Talmudschulen) gegründet wurden, entwickelte sich ein von der babylonischen Tradition unabhängiges Judentum: das aschkenasische Judentum, mit eigenen Rechtsauslegungen.

Zentren jüdischen Lernens

Aus ganz Europa lernten jüdische Männer an den Jeschiwas in den SchUM-Städten. Der berühmteste Talmudschüler war Rabbi Schlomo ben Isaak, genannt Raschi, der von 1055 bis 1065 in Worms studierte. Raschi gilt bis heute als der bedeutendste Kommentator der Hebräischen Bibel und des Babylonischen Talmuds. Die SchUM-Gemeinden sind auch wegen ihrer Rechtsbestimmungen (Takkanot) berühmt. Diese wurden beim Auftreten neuer Rechtsprobleme, für die es nach jüdischem Recht noch keine Verordnungen gab, erlassen. Nicht mehr zeitgemäße Rechtsbestimmungen wurden angepasst.

Pogrome und Abwanderung

Während des ersten Kreuzzugs 1096 zogen Kreuzritter gemeinsam mit tausenden Bettlern und verarmten Bauern plündernd und mordend an Rhein, Main und der Donau entlang. Tausende Juden wurden brutal ermordet, mussten unter Zwang zum Christentum konvertieren oder begingen Selbstmord, um der Zwangstaufe zu entgehen. Dies wiederholte sich während später wiederkehrender Pogrome. Durch die darauf folgenden Auswanderungswellen vom 13. bis ins 15. Jahrhundert verlagerte sich der Mittelpunkt des europäischen Judentums nach Polen und Litauen. Zwar existierten weiterhin jüdische Gemeinden in Deutschland, doch erst mit Beginn des 19. Jahrhunderts erlebte das jüdische Leben hierzulande eine neue Blütezeit.

Jiddisch

Ein weiteres Vermächtnis des mittelalterlichen Judentums in Deutschland ist Jiddisch. Jiddisch (wörtlich: jüdisch) entwickelte sich vermutlich im 9. bis 12. Jahrhundert in Südwestdeutschland. Es verbindet mitteldeutsche, hebräische und aramäische Elemente. Auch ein romanischer Einfluss ist zu finden. Jiddisch gehörte neben Hebräisch und Aramäisch zu den drei Sprachen der aschkenasischen Juden und war am Vorabend des Zweiten Weltkriegs die Alltagssprache von schätzungsweise 11 Millionen Menschen. Mit der Emigration der Juden aus Russland und Osteuropa Ende des 19. Jahrhunderts verbreitete sich Jiddisch auch in Nord- und Südamerika, Australien und Südafrika und wurde somit zur weltweit am weitesten verbreiteten Sprache.

Mitte des 20. Jahrhunderts wurde Jiddisch fast gänzlich ausgelöscht. Im Holocaust wurde etwa die Hälfte der weltweit Jiddisch sprechenden Menschen ermordet. In der stalinistischen Sowjetunion wurden, beginnend mit dem Großen Terror von 1936-1938, jiddische und hebräische Bibliotheken und Schulen geschlossen, jiddische Theater und Zeitungen verboten und zahlreiche jiddische Poeten und Schriftsteller exekutiert. Heute sprechen noch rund 1,5 Millionen Menschen Jiddisch, viele von ihnen sind ultraorthodoxe Juden.

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Schma Israel – Höre, Israel!

„Höre, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR ist einer. Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich niederlegst oder aufstehst. Und du sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sie sollen dir ein Merkzeichen zwischen deinen Augen sein, und du sollst sie schreiben auf die Pfosten deines Hauses und an die Tore.“(5. Mose 6,4-9)

Foto: Unsplash, Betender Jude an der Klagemauer, Symbolbild

Das „Schma Israel“

Schma Israel, Adonai Eloheinu, Adonai Echad! „Höre, Israel! Der HERR ist unser Gott, der HERR ist einer!“

Diese Worte sind bekannt als das Schma – als das zentrale Gebet des Judentums. Es gilt als das wichtigste Bekenntnis des jüdischen Glaubens. Als solches unterscheidet es sich von unseren christlichen Glaubensbekenntnissen, die normalerweise in einer Reihe von Erklärungen erfolgen: „Wir glauben …“ Das jüdische Bekenntnis dagegen ist nicht so sehr eine „Wir glauben“-Aussage, sondern eine göttliche Anweisung, zu hören, auf die Stimme Gottes zu hören hinsichtlich dessen, wer er ist – der eine wahre Gott. Das Schma hat einen solch heiligen Stellenwert, dass der kurze Ausdruck „Schma Israel“ dem Namen Gottes gleichkommt. Es wird oft nur durch den Buchstaben ש[Schin] symbolisiert.

Laut dem bedeutenden jüdischen Weisen Schammai, der etwa zur Zeit Jesu lebte, soll jeder Jude das Schma mindestens zweimal am Tag beten, wie es die Textstelle 5. Mose 6,4-9 vorgibt: Es soll gesprochen werden, „wenn du dich niederlegst“ [am Abend] und „aufstehst“ [am Morgen].

Das gesamte tägliche Gebet besteht aus drei biblischen Textstellen. Die erste stammt aus 5. Mose 6,4-5 – das Gebot, den Herrn „von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft“ zu lieben. Der zweite Teil des traditionellen Schma-Gebets findet sich in 5. Mose 11,13-21. Diese Verse unterstreichen die geistliche Bedeutung des Gebets: Segen kommt mit Gehorsam, doch sollte sich Israel von Adonai abwenden, würde es „ausgetilgt werdet aus dem guten Lande“ (Vers 17), das der Herr ihnen gegeben hat. Der dritte Teil umfasst schließlich 4. Mose 15,15-41. Hier wird geboten, praktische Schritte zu unternehmen, um das Schma in tägliche Rituale und Gebräuche zu integrieren. Das schließt das Gebot ein, Quasten (Zizit) an der Kleidung und eine Mesusa an jedem Türpfosten anzubringen und die Gebetsriemen (Tefillin) um den Arm und auf die Stirn zu binden. All das ist in dem genannten Bibelabschnitt enthalten. Die uralte Tradition, diese Texte im Schma-Gebet zu kombinieren, geht mehr als 2.000 Jahre zurück und wird bereits in den Qumran-Schriftrollen erwähnt.

Ein Gebet für Leben und Tod

Rabbiner lehren, dass jeder Jude mit jeder Rezitation des Schma-Gebets das Joch des Reiches Gottes auf seine Schultern nimmt. Das Schma ist das erste Gebet, das jüdischen Kindern beigebracht wird, wenn sie anfangen, sprechen zu lernen. Und es ist das letzte Gebet, das ein Jude auf seinem Sterbebett spricht. Es wurde besonders wegen seines dramatischen Gebrauchs während des Holocaust bekannt.

Der ehemalige israelische Oberrabbiner Israel Meir Lau hat oft erzählt, dass während des Holocaust viele jüdische Kinder in christlichen Waisenhäusern versteckt wurden. Als diese jüdischen Kinder nach dem Krieg gesucht wurden, war es oft schwierig, die jüdischen von den christlichen Heranwachsenden zu unterscheiden. Doch Rabbi Lau erklärte, es habe bereits ausgereicht, die Worte „Schma Israel“ anzustimmen, denn die jüdischen Kinder antworteten instinktiv mit den Worten „Adonai Eloheinu, Adonai Echad.“ Viele dieser geretteten Kinder leben heute noch in Israel.

Zudem starben mehr als eine Million Juden mit dem Schma-Gebet auf den Lippen in den Gaskammern der Nazis in Auschwitz, mehr als 33.000 ukrainische Juden sprachen es, als sie beim Massaker in Babi Jar außerhalb von Kiew ermordet wurden, ebenso wie viele Juden, die an der Exekutionsmauer des Konzentrationslagers Sachsenhausen bei Berlin erschossen wurden.

Das wichtigste Gebot

Wir müssen uns fragen: Hat das Schma eine Bedeutung für uns als Christen und für die Kirche? Jesus selbst gibt darauf die Antwort. Gefragt, welches das wichtigste Gebot der Bibel sei, sagte er: „Das höchste Gebot ist das: »Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft«.“ (Markus 12,29-30) Jesus zufolge ist es das biblische Gebot mit der höchsten Bedeutung für seine Jünger und alle, die ihm nachfolgen. Für Christen ist es beachtenswert, dass Gott seine Beziehung zu seinem Volk am deutlichsten über das Hören definiert: „Höre, Israel!“

Gott hätte auch andere Sinne nutzen können, um seine Beziehung zu uns zu erklären. Neben dem Hören können wir auch schmecken, tasten, fühlen, sehen und sogar riechen. Jesus selbst fordert seine Jünger wiederholt auf: „Kommt und seht“. Er hätte zum Beispiel Psalm 34,9 als prägenden Vers für unsere Beziehung zu ihn nehmen können: „Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist!“

Die mittelalterlichen Kathedralen mit ihren beeindruckenden Buntglas-Fenstern, vergoldeten Statuen, Malereien und der von Weihrauch erfüllten Luft haben besonders die Sinne angesprochen. Doch das Hören kam bedauerlicherweise viel zu kurz. Damals wurde auf Lateinisch gepredigt, in einer Sprache, die nur wenige verstanden. Auch heute werden unsere Gefühle durch spektakuläre neue Kirchengebäude und ganzheitliche Erfahrungen in unseren Gottesdiensten gut bedient, doch oft vergessen wir, dass das Reich Gottes weniger ein „Show-Geschäft“ als ein „Hör-Geschäft“ sein sollte.

Herausforderung „Hören“

Interessanterweise war es gerade das „Hören“, mit dem Israel oft Probleme hatte. Der Prophet Jeremia ist Israel wiederholt angegangen, weil sie nicht auf das hörten, was Gott gesprochen hatte: „Hört doch dieses, törichtes Volk … die Ohren haben und nicht hören!“ (Jeremia 5,21); „Siehe, ihr Ohr ist unbeschnitten, und sie können nicht achtgeben.“ (Jeremia 6,10); „… und ich zu euch geredet habe, früh mich aufmachend und redend, ihr aber nicht gehört habt, und ich euch gerufen, ihr aber nicht geantwortet habt“ (Jeremia 7,13). Als Konsequenz dessen sah Jeremia, dass Israel von Gott gerichtet und nach Babylon ins Exil verbannt wurde.

Wenn wir uns selbst gegenüber ehrlich sind, war das nicht nur Israels Problem – sehr oft ist es heute auch unser Problem. Sogar die Jünger kämpften mit dem Hören und Verstehen der Botschaft Jesu (Markus 8,17ff; 16,14). Das bedeutet, dass wir alle wachsam sein müssen, wie wir hören. Dementsprechend mahnt Jesus seine Jünger: „Seht nun zu, wie ihr hört!“ (Lukas 8,18) Das heißt, in Jesu Augen gibt es Hören und „echtes Hören“. Man kann hören, aber nicht wirklich zuhören, was Gott spricht. Es ist ein andauerndes Ringen, ihn zu hören, was vielleicht die größte Herausforderung für uns als Gläubige darstellt.

Seien wir ehrlich! Wie viele Predigten haben wir gehört, an wie vielen Bibelstunden teilgenommen, wie oft haben wir die Bibel gelesen – und doch hat sich so wenig in unserem Leben geändert. Allzu oft wählen wir zwischen dem, was wir hören wollen, und dem, was wir als nicht relevant für uns erachten. Schon zur Zeit des Paulus wurden Christen von Lehrern angezogen, „nach denen ihnen die Ohren jucken“ (2. Timotheus 4,3), die lehrten, was die Menschen hören wollten – und nicht, was sie hören mussten. Mehr noch, oft werden wir im Herzen durch eine Predigt oder in unserer täglichen Bibellese von Gottes Stimme berührt, doch unser beschäftigter Lebensstil lenkt uns gleich wieder ab und wir werden zu dem, was der Apostel Jakobus „vergessliche Hörer“ nennt (Jakobus 1,23ff).

Gott spricht auf viele Arten zu uns. Natürlich hauptsächlich durch das Wort Gottes, die Bibel, und durch die Predigt des Wortes Gottes. Doch oft spricht er auch durch Umstände zu uns oder in unserem ganz normalen Alltag. Aber hören wir zu?

Empfänglich für Gottes Reden

Ich erinnere mich gut an einen Besuch in Holland vor einigen Jahren. Mit unserem niederländischen nationalen Direktor Jacob Keegstra besuchte ich Westerbork, eines der wenigen Konzentrationslager in den Niederlanden. Als wir durch den Wald nach Westerbork gingen, kamen wir an einigen riesigen Radioteleskopen vorbei, die gen Himmel gerichtet waren. Jacob erklärte mir, dort könnten selbst die schwächsten Signale aus dem Weltraum aufgespürt werden. Wie erstaunlich die Menschheit ist. Wir sind so fortschrittlich, dass wir die leisesten Geräusche aus dem All hören können, aber dort in Westerbork, ebenso wie in Dachau und Auschwitz, versagte die Menschheit, den ohrenbetäubenden Schrei Gottes zu hören: „Wo ist dein Bruder Abel?“ In unserem geschäftigen Leben können wir nicht hören, wie er uns sogar jetzt noch zuruft: „Adam, wo bist du?“ Schma Israel!

Doch manche haben während Hitlers Herrschaft in Deutschland zugehört, wie Pfarrer Theodor Dipper (1906-1967), der Dutzende anderer Pastoren im Raum Stuttgart anführte, um während des Holocaust Juden zu verstecken und zu retten – unter Einsatz ihres eigenen Lebens. Und Pastor Dietrich Bonhoeffer predigte regelmäßig gegen Hitler und sein irreführendes und böses Reich.

Gott spricht auch heute noch, durch Israel. Der Schweizer Theologe Karl Barth schrieb 1967, als Jerusalem nach dem Sechs-Tage-Krieg wiedervereint war: „Jetzt können wir es in den Zeitungen lesen: Gott hält seine Versprechen!“ Doch hören wir zu? Reagieren wir, wenn er spricht? Und handeln wir auf das hin, was wir hören und sehen? Schma Israel!

In den Tagen Elias sprach Gott durch drei Jahre verheerender Dürre zu seinem Volk. Das Leben wurde sehr schwer, als die Ernten verloren waren, Menschen verhungerten und kein lebenserhaltendes Wasser hatten. Sicherlich sind Menschen gestorben. Aber als Elias Stimme vom Berg Karmel erklang, heißt es: „Wie lange hinkt ihr auf beiden Seiten? Ist der HERR Gott, so wandelt ihm nach, ist's aber Baal, so wandelt ihm nach. Und das Volk antwortete ihm nichts.“ (1. Könige 18,21)

Hören wir zu?

Die Frage ist: Hören wir inmitten der gegenwärtigen Corona-Krise? Ich bin beunruhigt, wenn Menschen sagen, alles, was sie wollen und wofür sie beten, ist die Rückkehr zur Normalität, zu dem Leben, das sie vor Corona führten. Ein paar Tage, bevor die Corona-Pandemie über uns hereinbrach, sprach Gott zu uns bei der Christlichen Botschaft durch den Propheten Haggai. Dieser sah voraus, dass eine große Erschütterung über die Erde kommen würde. Es ist eine Zeit des göttlichen Neustarts, in der Gott uns zu ihm zurückruft, zu mehr Gebet, mehr Zeit in seiner Gegenwart und zu einer Neubewertung der Prioritäten in unserem Leben. Hören wir zu?

Schma Israel bedeutet für uns nicht nur zu hören, sondern auch zu handeln. Unser Hören muss sich in der praktischen Veränderung zeigen, wie wir mit unseren Nächsten umgehen, unseren Ehepartnern und Kindern oder wie wir unsere Zeit verbringen und unser Geld ausgeben. „Höre, Israel“ heißt, dass all unser Sein, unsere Kraft, unser Herz und unser Verstand in Liebe auf Gott ausgerichtet sind.

Denken wir daran, dass Schma Israel für Juden bedeutet, das Joch des Reiches Gottes auf sich zu nehmen. Es unterstellt uns somit einer höheren Autorität: Der Herr ist Gott, der Herr ist einer! Er ist der Schöpfer des Himmels und der Erde, er ist Ihr Schöpfer und mein Schöpfer. Er ist der König der Könige und der Herr der Herren. Deshalb beansprucht er, die ultimative Autorität über unser Leben zu haben – bis ins kleinste Detail. Doch er möchte das als liebender Vater tun, der unser Bestes will und weiß, was gut für jeden von uns ist.

Gleichzeitig ist er derjenige, der die Lebenden und die Toten richten und uns für jedes unnütze Wort zur Rechenschaft ziehen wird. Deshalb ist zuhören und entsprechend antworten am weisesten und vernünftigsten für unser aller Leben. Es ist dieser Ruf, den der Hebräerbrief an uns alle richtet: „Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht.“ (Hebräer 4,7).

Lassen Sie uns sowohl Hörer als auch Täter des Wortes Gottes sein! Schma Israel!

Sehen Sie hier einen Israelgottesdienst mit einer Predigt von Dr. Jürgen Bühler zum Thema "Schma Israel - Höre Israel!"


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Der Gott, der Nationen heilt

„Denn so spricht der HERR Zebaoth: Es ist nur noch eine kleine Weile, dass ich Himmel und Erde, das Meer und das Trockene erschüttere.“ (Haggai 2,6).

Der Prophet Haggai sah eine Zeit der globalen Erschütterung voraus. Er sah, wie nicht nur die Erde, sondern auch die Himmel erschüttert wurden. Eine Erschütterung des Himmels bedeutet nicht etwa, dass der himmlische Wohnort Gottes in irgendeiner Weise erschüttert würde. Gott ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. Sein Thron und seine Herrschaft stehen für immer. Dieser Ausdruck bezieht sich vielmehr auf die himmlischen Reiche, von denen aus die Mächte und Gewalten der Finsternis Einfluss auf unsere Welt ausüben (Epheser 6,12). Es heißt, unsere Erde werde derart in Aufruhr geraten, dass dämonische Mächte über ganzen Nationen in Unruhe versetzt werden und möglicherweise sogar Regierungswechsel herbeiführen können.

Foto: Pixabay, Brandenburger Tor

Erschütterungen

Wir befinden uns definitiv in einer Zeit nie dagewesener globaler Erschütterungen. Das Coronavirus verursacht weltweit Verwerfungen und löst damit eine beispiellose Flut ungewöhnlicher Regierungsentscheidungen rund um den Globus aus. Wie nie zuvor beeinflusst eine Plage jeden Teil unseres Planeten und alle Nationen zugleich.

Auch die jüngsten Aufstände und Demonstrationen, die durch den Tod eines afroamerikanischen Mannes, George Floyd, ausgelöst wurden, gehen wie ein Lauffeuer um die Welt. Die größten und alarmierendsten Auswirkungen sind in den USA zu spüren, wo Floyds Tod die vorhandene Polarisierung innerhalb der Gesellschaft bereits zum Aufflammen gebracht hat und sogar die bevorstehende Präsidentschaftswahl beeinflussen könnte. Viele dieser Demonstrationen sind von zerstörerischen Kräften vereinnahmt worden, die kein harmonisches Verhältnis zwischen den Volksgruppen sowie den Frieden der Nation im Sinn haben, sondern vielmehr ihre Zerstörung. Ich persönlich habe das Gefühl, dass ein Großteil der Gewaltausbrüche bösen geistlichen Ursprungs ist und deshalb auch im geistlichen Kampf durch Gebet angegangen werden muss.

Wie Wunden heilen

Sowohl die Covid-19-Pandemie als auch die Aufstände reißen eine landesweite Wunde in Amerika und in aller Welt auf, die nach Heilung schreit. Genau an dieser Stelle gibt uns das Wort Gottes Hoffnung.

„[Wenn] mein Volk, über das mein Name genannt ist, sich demütigt, dass sie beten und mein Angesicht suchen und sich von ihren bösen Wegen bekehren, so will ich vom Himmel her hören und ihre Sünde vergeben und ihr Land heilen.“ (2. Chronik 7,14)

Dieser Vers zeigt uns, dass Gebet die Heilung und Wiederherstellung ganzer Nationen bewirken kann. Gebet ist nicht nur eine Waffe, um unsere persönlichen Kämpfe in den Bereichen Finanzen, Gesundheit oder Familie zu führen. Gebet kann eine strategische Waffe mit nationaler Durchschlagskraft sein, die in Verbindung mit Fasten jedes Joch zerbrechen und jede Festung zerstören kann. Gott ermutigt uns, in diesen Dimensionen zu denken.

„Bitte mich“, spricht Gott, „so will ich dir Völker zum Erbe geben und der Welt Enden zum Eigentum“ (Psalm 2,8). Als Daniel in Babylon für das Volk Israel in der Zerstreuung betete, setzte sein Gebet Engelfürsten in Bewegung, die in den himmlischen Gefilden über die Weltreiche Griechenland und Persien regierten. Das bedeutet, dass gezieltes und bewusstes Gebet die Atmosphäre über Nationen und Regionen verändern kann.

Einheit durch Gebet

Ein Beispiel dafür sind die Geschehnisse in Deutschland während der späten 1980er Jahre. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland streng gerichtet und erlebte eine nationale Teilung in zwei Staaten. Ostdeutschland wurde von der Sowjetunion kontrolliert und unterdrückt und stand als Region schließlich unter der Aufsicht eines KGB-Agenten namens Wladimir Putin (das KGB, Komitee für Staatssicherheit, war von 1954 bis 1991 der sowjetische In- und Auslandsgeheimdienst). Die andere Seite Deutschlands war Teil der freien westlichen Welt unter Leitung der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Konfrontationslinie zwischen Ost und West während des Kalten Krieges verlief durch Deutschland und mitten durch Berlin. Deutsche spionierten sich gegenseitig aus und wurden sogar darauf trainiert, einander im Falle eines Krieges zu bekämpfen.

Noch zur Jahreshälfte 1989 schien eine Wiedervereinigung Deutschlands unmöglich. Einige der prophetischen Stimmen, die eine Wiedervereinigung voraussahen, wie der britische Bibellehrer David Pawson und Loren Cunningham, Gründer von „Jugend mit einer Mission“, wurden von Pastoren in Deutschland belächelt. Deutschland war nicht nur durch eine nationale Kluft gespalten, sondern auch durch globale politische Blocks, die bereit waren, ihren Teil Deutschlands zu verteidigen und dafür zu kämpfen. Ich kann mich noch gut an die Manöver des US-Militärs in der Nähe meiner Heimatstadt bei Stuttgart während meiner Kindheit erinnern.

Als ich letzten Sommer, 30 Jahre nach der Wiedervereinigung, in Deutschland war, sprach ich mit Pastoren und Leitern aus dem Osten und aus dem Westen. Ich wurde durch ihre Worte sehr ermutigt. Schon in den späten 1970er Jahren bildeten sich insbesondere im kommunistischen Ostdeutschland Gebetsgruppen, die für die Heilung unseres Landes beteten. Im Jahr vor der Wiedervereinigung gingen verschiedenste Einzelpersonen und Gebetsgruppen durch Gottes Führung und ohne voneinander zu wissen an die Mauer und beteten dafür, dass sie fallen möge. Auf beiden Seiten der Berliner Mauer nahmen Menschen das Abendmahl, und ahnten nicht, dass andere es ihnen gleichtaten.

Die Demonstrationen, die zum Fall der Berliner Mauer führten, hatten ihren eigentlichen Ursprung in den Friedensgebeten, die jeden Montag in der Nikolaikirche in Leipzig stattfanden. Das wöchentliche Gebetstreffen wurde bereits 1982 ins Leben gerufen. Und Gott antwortete auf diese Gebete! Was tatsächlich in der Nacht des 9. Novembers 1989 geschah, weiß bis heute niemand ganz genau. Doch alle sind sich einig, dass es ein Wunder war, als ein hoher SED-Funktionär in Ostdeutschland, Günter Schabowski, die Grenze für geöffnet erklärte.

Wenn Gottes Volk betet

Ich schreibe diese Worte heute in einer Zeit, in der die Nationen der Welt Heilung brauchen. Es geht eine Mauer durch die Vereinigten Staaten – und dabei spreche ich nicht von der Mauer, die die südliche Grenze der USA sichern soll. Die Mauer, die ich meine, teilt und polarisiert die Nation und bedroht möglicherweise nicht nur das Gefüge Amerikas, sondern auch die globale Rolle der USA als „Nation unter Gott“. Amerika braucht unsere Gebete mehr als je zuvor. Besonders wir Christen in der westlichen Welt sind das den USA mehr als irgendjemandem sonst schuldig, standen sie doch jahrzehntelang an unserer Seite.

Gott kann Korea ebenso heilen und vereinen, wie er Deutschland wiedervereint hat. Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang war einst als „Jerusalem des Ostens“ oder „Jerusalem Asiens“ bekannt, als vor einem Jahrhundert eine große Erweckung über das Land kam. Was uns heute unmöglich scheint, ist Gott möglich. Der Schlüssel dafür liegt allerdings nicht in den Händen von Politikern, sondern in den Händen des Volkes Gottes. Beachten Sie, dass es nicht heißt „wenn der Präsident“ oder „wenn die Regierung“ oder „wenn das Parlament“ etwas tut. Gott sagt vielmehr: „Wenn mein Volk, über das mein Name genannt ist, sich demütigt, dass sie beten […], so will ich […] ihr Land heilen.“ (2. Chronik 7,14) Der Schlüssel zur Heilung unserer Nationen liegt in den Händen gewöhnlicher Leute, Menschen wie Sie und ich, die an den Trennmauern stehen und proklamieren, dass sie im Namen Jesu fallen müssen!

Bitte beten Sie mit uns für die USA, für Korea und für Israel. Vielleicht braucht auch Ihre eigene Nation eine Berührung Gottes. Gott heilt die Nationen. In Jakobus 5,16 lesen wir: „Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.“ Unsere Gebete können die dämonischen Mächte der Spaltung, des Liberalismus und des Rassismus brechen, weil Jesus der Herr aller Herren und der König aller Könige ist. Nichts ist ihm unmöglich, wenn sein Volk betet. Tun wir uns zusammen und packen wir es gemeinsam an!

Gott segne Sie aus Jerusalem, während wir die Welt gemeinsam verändern!


Jesaja-62-Gebet

Bitte informieren Sie sich über unsere Jesaja-62-Gebetsgruppen in Ihrem Land und schließen Sie sich einer unserer Gebetsgruppen an, die von unseren nationalen ICEJ-Zweigstellen derzeit über die Internetplattform ZOOM angeboten werden. Gerne können Sie sich jeden Mittwoch auch unserem weltweiten Gebetstreffen der ICEJ aus Jerusalem anschließen, ebenso wie unserer neuen, monatlichen, globalen Gebetsbewegung Rosch Chodesch. Es gibt viele weitere Menschen wie Sie, die gemeinsam mit anderen Gläubigen ihre Stimme erheben wollen und daran glauben, dass sie ihre Nationen nachhaltig beeinflussen können.

Hier geht es zum Jesaja-62-Gebet der ICEJ-Deutschland: www.Jesaja62.icej.de

Klicken Sie hier, um weitere Informationen zu den internationalen Gebetsgruppen zu erhalten (auf Englisch).

Sehen Sie außerdem zwei faszinierende Videos, die darüber berichten, wie Gott in den Herzen seines Volkes auf beiden Seiten der Berliner Mauer gewirkt hat: Die andere Seite der Mauer: Christen in Ost- und Westberlin


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Das Laubhüttenfest: Gottes Treue und Versorgung feiern

Das Laubhüttenfest ist das dritte der großen Pilgerfeste Israels und der Höhepunkt seiner prophetischen Bestimmung.

Foto: ICEJ, Eine Sukka in Jerusalem

Die drei Pilgerfeste der Bibel

Das Passahfest (oder Pessach) erinnert an den Auszug aus Ägypten und daran, dass das Blut eines fehlerlosen Lammes alle diejenigen rettete, die sein Blut an ihre Türpfosten strichen. Als Christen erinnern wir uns daran, dass das Blut Jesu Christi, des fehlerlosen Lammes Gottes, uns ewiges Heil gebracht hat.

Beim Pfingstfest (Schawuot) feiert Israel den Empfang des Gesetzes, wie der Herr im Feuer auf den Berg Sinai herabkam. Die Christenheit erinnert sich daran, wie der Geist Gottes auf die junge Gemeinde am Pfingstfest herabkam, wieder mit Feuer und einem mächtigen Brausen des Windes. Er erfüllte das Leben der Gläubigen mit der Gegenwart Gottes.

Das letzte große Fest ist das Laubhüttenfest (Sukkot). Hauptbestandteil ist die Sukka (Laubhütte). Sieben Tage sollt ihr in Laubhütten wohnen… dass eure Nachkommen wissen, wie ich die Israeliten habe in Hütten wohnen lassen, als ich sie aus Ägyptenland führte. Ich bin der HERR, euer Gott.”(3. Mose 23,42-43)

Jahwe Jireh – Gott unser Versorger

Israel ist dazu aufgerufen, sich an die Versorgung Gottes während der 40 Jahre ihrer Wüstenwanderung zu erinnern. Die Zeit im Sinai war schwierig und hart, doch gleichzeitig versorgte Gott sie und wirkte Zeichen und Wunder. Er versorgte Israel mit allem, was sie für ihr tägliches Leben brauchten, auf ganz außergewöhnliche Weise. Er war Jahwe Jireh (Gott unser Versorger) in jeglicher Hinsicht. Er gab ihnen Wasser aus dem Felsen und tägliches Brot, das für Engel gedacht war. Ihre Kleidung verschliss 40 Jahre lang nicht und ein übernatürliches „Gesundheitsprogramm“ stellte sicher, dass keine Schwachen unter denen waren, die Ägypten verließen (Psalm 105). Gottes eigene Gegenwart leitete sie in einer Wolke bei Tag und einer Feuersäule bei Nacht. Gott kümmerte sich um jedes Detail ihres Lebens.

Im 1. Korintherbrief 10,11 wird dieser Zeitabschnitt der Geschichte Israels als Beispiel für die heutige Gemeinde bezeichnet, über die das Ende der Zeitalter gekommen ist.“Doch es ist bemerkenswert, dass die Christenheit zwar Passah/Ostern und Pfingsten feiert, aber niemals das Laubhüttenfest angenommen hat. Das hat einen einfachen Grund: Die Christenheit befindet sich immer noch „auf dem Weg in das verheißene Land“. Das bedeutet, wir leben heute immer noch in unseren Hütten, d.h. in unseren irdischen Körpern. Darauf bezieht sich Paulus im 2. Korinther 5,1-2: „Denn wir wissen: Wenn unser irdisches Haus, diese Hütte, abgebrochen wird, so haben wir einen Bau, von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist im Himmel. Denn darum seufzen wir auch und sehnen uns danach, dass wir mit unserer Behausung, die vom Himmel ist, überkleidet werden“.

Die irdische Hütte

Paulus schreibt, dass wir in unserer irdischen Hütte seufzen. Für ihn war das Leben nicht immer einfach. Leid gehört zum Leben des Gläubigen hier auf der Erde dazu. „Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit das Übermaß der Kraft von Gott sei und nicht aus uns. In allem sind wir bedrängt, aber nicht erdrückt; keinen Ausweg sehend, aber nicht ohne Ausweg; verfolgt, aber nicht verlassen; niedergeworfen, aber nicht vernichtet.“(2. Korinther 4,7-9)

Unser Leben ähnelt oft der Wüstenerfahrung Israels. Manchmal bekommen wir die glühende Hitze zu spüren. Es gibt Zeiten, in denen wir aufgeben wollen. Selbst der große Apostel des Glaubens fand sich selbst in diesem Zustand wieder und bekannte, „dass wir übermäßig beschwert wurden, über Vermögen, so dass wir sogar am Leben verzweifelten.“(2. Korinther 1,8) Doch in dieser verzweifelten Lage erfuhr er eine wunderbare Befreiung, die sein Vertrauen und seine Hoffnung auf Gott stärkte.

Hoffnung in schwierigen Zeiten

Es waren die großen Herausforderungen in der Wüste, die es Israel erlaubten, Gott als seinen großen Befreier zu erkennen. Ohne Wassermangel hätte es kein Wasser aus dem Felsen gegeben. Es war ihre verzweifelte Lage zwischen der ägyptischen Armee und dem Roten Meer, die es ihnen erlaubte, eines der größten Wunder der Geschichte zu erleben, die Teilung des Meeres.

Daher ist unsere Lektion des Laubhüttenfestes heute, dass wir immer noch in zerbrechlichen Hütten leben. Vielleicht befinden Sie sich in schwierigen und herausfordernden Umständen. Sie verzweifeln vielleicht gerade am Leben. Doch diese Situationen sollten Hoffnung in uns wecken. Wenn wir seufzen, sollten wir uns nie beschweren. Je größer unser Bedürfnis, desto größer ist das Wunder, das Gott für uns wirken kann.

Ich ermutige Sie, auf eine Berührung Jesu bei diesem Laubhüttenfest zu hoffen und zu vertrauen. Vielleicht fühlen sich geistlich ausgetrocknet. Doch ER kann lebendiges Wasser aus dem Felsen Christi gerade für Sie hervorbringen!

Warum Christen das Laubhüttenfest feiern

Die Erfüllung des Laubhüttenfestes erwarten wir erst in der Zukunft, wenn Jesus nach Jerusalem zurückkehrt und seine tausendjährige Herrschaft hier auf der Erde errichten wird. Dann werden die Nationen nach Jerusalem kommen und sich an Gottes Versorgung während ihres langen Weges nach Hause erinnern, als es Gründe gab, zu seufzen. Letztendlich warten wir auf unsere himmlische Behausung, das himmlische Jerusalem!

Doch warum feiern wir dann heute schon Sukkot? Diese Laubhüttenfestfeier ist immer ein wundervoller Vorgeschmack auf die Zeit, wenn alle Völker nach Jerusalem hinaufziehen werden, um Sukkot zu feiern. Sie ist eine prophetische Proklamation, dass unser Herr bald wiederkommen wird. Und sie verkündet Israel und den Nationen, dass ein neuer Tag anbricht. Der König kommt, und wir sind hier, um uns an seiner verändernden Kraft zu freuen und über seine baldige Ankunft fröhlich zu sein.

Es ist auch der richtige Zeitpunkt, an Israels Seite zu stehen und den Menschen hier zu versichern, dass der Gott, der sie aus Ägypten befreit hat, sie auch heute befreien wird. Der Gott Israels wird kommen und unter seinem Volk wohnen. Daher ist es ein Fest großer Freude, großer Hoffnung und großer Wunder!

Seien Sie dieses Jahr bei unserem Online-Laubhüttenfest mit dabei und feiern Sie mit Christen aus der ganzen Welt gemeinsam dieses freudige Fest des Herrn! Kommen Sie mit zum ICEJ-Laubhüttenfest 2021 - Die Tage des Elia


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Die Tage des Elia

„Ja, Elia kommt und wird alles zurechtbringen.“ (Matthäus 17,11)

Elia wird kommen

Für viele – Juden wie Christen – ist Elia der bedeutendste Prophet, der je in Israel gewirkt hat. Elia ist der am häufigsten im Neuen Testament erwähnte Prophet. Als Jesus auf dem Berg verklärt wurde, erschienen Mose und Elia und sprachen mit ihm von seinem „Weggang“ (Lukas 9,31). Es ist bis heute eine der großen Erwartungen im Judentum, dass Elia als der Wegbereiter des Messias kommen wird. Gott selbst verkündet durch den Propheten Maleachi: „Siehe, ich will euch senden den Propheten Elia, ehe der große und schreckliche Tag des HERRN kommt.“ (Maleachi 3,23) Bei jedem Sederabend, dem Auftakt des Passahfestes, wird deshalb ein Stuhl für Elia freigehalten. So ist es nicht verwunderlich, dass Johannes der Täufer und Jesus von vielen für Elia, der da kommen sollte, gehalten wurden (Lukas 9,19; Johannes 1,21).

Foto: Elia auf dem Berg Karmel, Symbolbild

Als der Engel Gabriel Zacharias im Tempel erschien und ihm die Geburt seines Sohnes (Johannes der Täufer) ankündigte, teilte er dem überwältigten Priester mit, dass sein Sohn dem Messias „im Geist und in der Kraft des Elia“ (Lukas 1,17) vorangehen werde. Jesus selbst bestätigte die alte Tradition vom Kommen Elias. Als er vom Berg der Verklärung zurückkehrte, fragten seine Jünger ihn nach der alten Elia-Tradition. Jesus antwortete klar: „Elia kommt zwar und wird alle Dinge wiederherstellen. Ich sage euch aber, dass Elia schon gekommen ist, und sie haben ihn nicht erkannt, sondern an ihm getan, was sie wollten. Ebenso wird auch der Sohn des Menschen von ihnen leiden. Da verstanden die Jünger, dass er von Johannes dem Täufer zu ihnen sprach.“ (Matthäus 17,11-13)

Jesus scheint davon zu sprechen, dass Elia zweimal kommt. Das eine Kommen liegt in der Zukunft, um „alle Dinge wiederherzustellen“, das andere lag in der unmittelbaren Vergangenheit der Jünger und betraf Johannes den Täufer.

Schließlich spricht das Buch der Offenbarung von zwei Zeugen, die in den letzten Tagen erscheinen und einen besonderen Endzeit-Dienst haben werden. Dieser Dienst, der in Offenbarung 11,1-14 beschrieben wird, trägt die Kennzeichen von Elia und Mose. Sie werden als zwei Leuchter und zwei Ölbäume (V. 4) bezeichnet – eine Bildsprache, die die Gemeinde (Offenbarung 1,20) und in Römer 11,17ff den einen neuen Menschen, bestehend aus einem Ölbaum mit edlen und wilden Zweigen, symbolisiert. Doch sie können ebenso den Dienst einzigartiger Individuen, die in der Kraft des Elia in Jerusalem wirken werden, darstellen.

All die oben angeführten Textstellen deuten darauf hin, dass es in den letzten Tagen bevor Jesus wiederkommt einen Dienst geben wird, der das Volk auf das Kommen des Messias vorbereiten wird. Dieser Dienst wird heute ebenso sehr gebraucht wie zur Zeit der Könige Israels.

Die Tage des Elia

Als Elia in 1. Könige 17,1 seinen Dienst begann, hatte Israel den Höhepunkt der Gottlosigkeit erreicht. In vielerlei Hinsicht war es die schlimmste aller Zeiten – nicht wirtschaftlich oder politisch, sondern geistlich, in Bezug auf Israels Beziehung zu seinem Gott. In den Jahren, ehe Elia auftrat, war die zweite große Dynastie des nördlichen Königreichs Israel gerade begründet worden. Die vorangegangene Dynastie des Jerobeam kam nach vier Generationen zum Ende, weil sie taten, „was böse war in den Augen des HERRN“ (1. Könige 15,34 - ELB; 16,11ff). Nach einigen kurzlebigen Königreichen kam Omri, der Generalstabschef des Heeres, an die Macht und errichtete erneut ein stabiles Königtum für Israel. Die Bibel sagt über Omri, dass er „tat, was dem HERRN missfiel, und trieb es ärger als alle, die vor ihm gewesen waren“ (1. Könige 16,25).

Als Omri starb, ging die Königswürde auf seinen Sohn Ahab über, der ein neues Level der Bosheit erreichte und„tat, was böse war in den Augen des HERRN, mehr als alle, die vor ihm gewesen waren“ (1. Könige 16,30 - ELB). Er übertraf nicht nur die Rebellion seines Vaters, sondern ging auch eine verhängnisvolle Beziehung ein. Durch Heirat verband er sich mit dem Haus des Ethbaal oder Ithobal, wie er in den Geschichtsbüchern genannt wird, – einem führenden politischen und wirtschaftlichen Machtzentrum der Region. Dieser phönizische Klan herrschte über den Stadtstaat Tyrus und kontrollierte einen Großteil des mediterranen Handels. Einer der bekanntesten Handelsposten, den sie gründeten, war die antike Stadt Karthago. Ithobal hatte nicht nur das Königsamt inne, sondern war gleichzeitig der oberste Baals- und Astarte-Priester in seinem Königreich.

Ahab mag gedacht haben, dass sein Königreich finanziell und politisch profitieren würde, wenn er Isebel, die zügellose Tochter Ithobals, heiratete. Aber was wie ein großartiger politischer Schachzug aussah, öffnete die Tore der Hölle in Israel. Mit der Tochter des Priester-Königs und Schifffahrts-Magnaten zogen nicht nur am politischen Himmel Wolken auf, sie brachte auch eine Wolke der Bosheit und Gottlosigkeit mit, die Ahab nicht kontrollieren konnte. Isebel setzte in Israel 400 Priester für die heidnischen Götter Baal und Astarte ein, errichtete Heiligtümer für diese dämonischen Götter und verfolgte die Propheten des Gottes Israels. Israel befand sich in seiner dunkelsten Stunde.

Die alten Gebräuche des Gottes Israels gab es zwar noch, doch nun hatten sie starke Konkurrenz. Alte biblische Traditionen wurden verhöhnt und Grenzen aus alter Zeit überschritten. Ein Nutznießer von Ahabs gottloser Herrschaft war Hiel aus Bethel. Er missachtete die uralte Warnung von Josua, Jericho nicht wieder aufzubauen, und tat sie als dummes Gerede ab: „Verflucht sei vor dem HERRN, wer sich aufmacht und diese Stadt Jericho wieder aufbaut! Wenn er ihren Grund legt, das koste ihn seinen erstgeborenen Sohn, und wenn er ihre Tore setzt, das koste ihn seinen jüngsten Sohn!“ (Josua 6,26) Hiel aus Bethel war ein zweifacher Dummkopf, da er die Stadt für den Preis des Lebens seines ältesten und jüngsten Sohnes wieder aufbaute (1. Könige 16,34).

Der richtende Gott

Gemäß rabbinischer Tradition erschien Elia auf der Beerdigung von Hiels jüngstem Sohn. Er ging auf den König zu, der an der Beerdigung teilnahm, und forderte ihn heraus: Siehst du nicht, wie Gott die Worte seines Dieners Josua ehrt? Wie viel mehr wird er die Worte seines Dieners Mose wahr machen, der erklärte: „Wenn du aber nicht gehorchen wirst der Stimme des HERRN, deines Gottes, … Der Himmel, der über deinem Haupt ist, wird ehern werden und die Erde unter dir eisern.“ (5. Mose 28,15; 23ff) Der biblische Bericht fährt fort: „Und es sprach Elia, der Tischbiter, aus Tischbe in Gilead zu Ahab: So wahr der HERR, der Gott Israels, lebt, vor dem ich stehe: Es soll diese Jahre weder Tau noch Regen kommen, ich sage es denn.“ (1. Könige 17,1) Hier begann der Prophet plötzlich, wie aus dem Nichts, seinen Auftrag und verkündete das Gericht Gottes über Israel. Die folgende Dürre löste eine Zeit unvorstellbarer Not in Israel aus. Dreieinhalb Jahre lang sollte der Himmel wolkenlos bleiben und der Regen zurückgehalten werden. Elia floh vor dem Zorn Ahabs, erst an den Bach Krit und dann in die Stadt Sarepta nahe Sidon, und Gott versorgte ihn.

Heute können wir daraus lernen. Zuerst einmal müssen wir verstehen, dass die Gerichtsankündigung zu Beginn von Elias Dienst kein typisches Markenzeichen eines strengen, alttestamentlichen Gottes ist. Die Offenbarung stellt fest, dass zum Endzeit-Dienst der mysteriösen zwei Zeugen genau diese Autorität, der Menschheit den Regen vorzuenthalten, gehören wird (Offenbarung 11,6). Das sollte uns daran erinnern, dass der Gott, dem wir dienen, ein verzehrendes Feuer ist (Hebräer 12,29). Er ändert sich nicht, sondern ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit! Jesus selbst erklärte, dass jeder, der nicht Buße tut, dem Gericht Gottes verfällt (Lukas 13,2-5). Jesus warnte die Städte Kapernaum, Chorazin und Betsaida vor göttlichem Gericht, weil sie sich weigerten, Buße zu tun (Matthäus 11,20ff).

Als Petrus im Haus des Cornelius seine erste Predigt vor einer Versammlung von Nichtjuden hielt, machte er eine bemerkenswerte Aussage über Jesus: „Und er hat uns geboten, dem Volk zu predigen und zu bezeugen, dass er von Gott bestimmt ist zum Richter der Lebenden und der Toten. Von diesem bezeugen alle Propheten, dass durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen.“ (Apostelgeschichte 10,42f) Petrus erklärte, dass Jesus seine Jünger ausdrücklich lehrte, dass er, Jesus, sowohl Richter als auch Retter ist. Unsere säkulare Welt reagiert mit Spott auf die Auffassung, dass Jesus kam, um uns zu erlösen. „Uns erlösen?“, fragen sie, „Von was?“ Die zunehmend wohlhabenden Gesellschaften von heute, mit umfassender ärztlicher Versorgung und mehreren Renten-Fonds, denken nicht, dass sie errettet werden müssen. Sie glauben, es ohne die Einschränkungen einer altmodischen Religion besser zu haben.

Wie Gott handelt

Leider haben auch viele Christen vergessen, dass Jesus nicht nur gekommen ist, um uns ein freudigeres und bedeutsameres Leben zu geben, sondern um uns von dem kommenden Zorn zu retten (1. Thessalonicher 1,10). Wir haben vergessen, dass einem Menschen ohne Jesus nicht nur Trost und Frieden, die in Jesus gefunden werden, fehlen, nein, „der Zorn Gottes bleibt über ihm“ (Johannes 3,36). Sie sind der ewigen Verdammnis verfallen. Das Endgericht Gottes warf schon in den Tagen Elias seinen Schatten voraus. Dreieinhalb Jahre einer gottgesandten Dürre verdarben die Pläne des Wirtschaftswachstums für das Volk Israel. Gott richtete seine eigene, auserwählte Nation.

Allzu oft habe ich im letzten Jahr gehört, dass Gott das Coronavirus bestimmt nicht geschickt habe. Gott würde das nicht zulassen. Ich habe keine göttliche Offenbarung darüber, wer oder was den COVID-19-Ausbruch verursacht hat. Wir wissen aber genau, dass Gott die Dürre zur Zeit Elias bewirkte. Der Prophet Hosea appellierte an Israel: „Kommt und lasst uns zum HERRN umkehren! Denn er hat uns zerrissen und wird uns auch wieder heilen; er hat uns geschlagen und wird uns auch verbinden“ (Hosea 6,1 – ELB). Gegenüber der Gemeinde in Thyatira wies Jesus „diese Frau Isebel“ zurecht, die die Gemeinde mit ihrer Sittenlosigkeit unterwanderte: „Siehe, ich werfe sie aufs Krankenbett und die, welche Ehebruch mit ihr treiben, in große Bedrängnis, wenn sie nicht Buße tun von Isebels Werken.“ (Offenbarung 2,22)

Vielleicht gebraucht Gott diese Corona-Zeit tatsächlich, um uns zu sich zurückzuziehen, näher zu Jesus. Es ermutigt mich, dass das Gebet in unserer weltweiten ICEJ-Familie während der Corona-Pandemie stark zugenommen hat. Ein bekannter Pastor in Deutschland erzählte mir, dass er im letzten Jahr öfter als je zuvor gebeten wurde, über „die Furcht Gottes“ zu sprechen.

Israels Unglück

Als Ahab schließlich am Ende der Dürre auf Elia traf, grüßte er ihn: „Bist du es, der Israel ins Unglück stürzt?“ (1. Könige 18,17) In unserer postmodernen Welt, in der alles erlaubt ist, aber nichts absolut, ist derjenige, der an den heiligen Gott der Bibel glaubt, der moderne Unruhestifter. Ein Gott, der radikale Ansprüche an seine Jünger stellt, passt nicht mehr in eine Welt, die Absolutem trotzt und „Offenheit“, Vielfalt“ und „Inklusion“ feiert. Doch gerade in dieser Zeit muss die Stimme Elias wieder gehört werden.

Dienst in Vollmacht

Um das klarzustellen: Elia war nicht hauptsächlich dazu berufen, Gericht über Israel zu bringen, sondern das Herz seines Volkes wieder seinem Gott zuzuwenden. Elias Dienst (ebenso wie der seines Nachfolgers Elisa, auf dem der Geist des Elia ruhte) brachte eine der großartigsten Zeiten mit Zeichen und Wundern in Israel – später nur noch vom Messias selbst übertroffen. Elia und Elisa zeigten die übernatürliche Macht Gottes stärker als jeder andere Prophet vor und nach ihnen. Sie weckten Tote auf, heilten Kranke, beugten das Gesetz der Schwerkraft, bahnten einen trockenen Weg durch den Jordan, vermehrten Essen, schlugen die Feinde mit Blindheit und öffneten dem Volk Gottes die Augen. Es war eine einzigartige Zeit, in der sich Gott seinem Volk auf einmalige Weise offenbarte. Es war kein Dienst der „billigen Gnade“, im Gegenteil: Gott forderte sein Volk heraus, sich zu entscheiden, wem sie dienen wollten – dem Gott Israels oder Baal.

Jesus kündigte an, dass Elia kommen und „alle Dinge wiederherstellen“ werde. Ich glaube, bei diesen Worten dachte Jesus nicht an das Reich der Römer oder Babylonier, sondern an seine eigenen Leute, das Volk des Königreiches Gottes. Das bedeutet, dass wir auch mitten in stürmischen Zeiten erwarten dürfen, dass Gott seine Absichten mit Israel und der Gemeinde zum Ziel bringt.

Der Gott, vor dem ich stehe

Wir mögen uns fragen, was hinter der Kraft und dem Dienst des Elia steckte. Elia selbst erklärt es durch seine ersten Worte, die er an König Ahab richtete: „So wahr der HERR, der Gott Israels, lebt, vor dem ich stehe.“ Elia stand als ein Mann mit einer klaren Haltung vor Gott. Aus der Gegenwart Gottes erwuchs sein Dienst. Seine Worte wurden nicht von den theologischen Schulen seiner Tage geprägt, noch von bedeutenden Rednern – sie kamen direkt vom Thron Gottes, vor dem Elia stand. Hier sind wir alle herausgefordert. Auch in unserer Zeit brauchen wir Menschen, die vor Gott stehen, die der Aufforderung Jesu in Gethsemane nachkommen: „Konntet ihr denn nicht eine Stunde mit mir wachen?“ (Matthäus 26,40) Wir müssen uns daran erinnern, dass alle großen Erweckungen durch Gebet geboren wurden. Die Azusa-Street-Erweckung wird mit dem betenden William Seymour in Verbindung gebracht, die Waliser Erweckung mit den Gebeten von Evan Roberts und durch die Gebete zweier älterer Frauen gab es die Erweckung auf den Hebriden.

Unsere Welt braucht heute dringend Menschen, die sagen können „So wahr der HERR lebt, vor dem ich stehe!“ In einer Zeit, da Millionen Babys auf dem Altar des Wohlstands geopfert, Familienwerte mit Füßen getreten und sowohl Israel als auch die Gemeinde marginalisiert werden, sind wir aufgefordert, Hoffnung zu haben. Während die Welt allem Anschein nach dunkler wird, ermutigt Jesus uns, dass er seine Gemeinde bauen wird. Und während wir unseren Stand vor ihm einnehmen, sollen die Tore der Hölle uns nicht überwältigen (Matthäus 16,18). Stattdessen möchte Jesus uns zu einem Dienst im Geist des Elia bevollmächtigen.

Kommen Sie mit zum ICEJ-Laubhüttenfest 2021 - Thema: Die Tage des Elia


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Israel-Nachrichten:

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ICEJ begrüßt US-Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels

Die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (ICEJ) begrüßt die wichtige Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und die US-Botschaft nach Jerusalem zu verlegen. Dies ist ein lange überfälliger Schritt. Die ICEJ setzt sich seit fast vierzig Jahren dafür ein, dass Jerusalem als Hauptstadt des jüdischen Staates Israel anerkannt wird. Als im Jahr 1980 alle Botschaften nach Tel Aviv umzogen, demonstrierten rund tausend Christen aus aller Welt während des Laubhüttenfestes ihre Solidarität mit Israel und dem jüdischen Volk, indem sie die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem gründeten.

Historische Wahrheit

Die tiefe Sehnsucht der Juden nach Jerusalem ist der ICEJ sehr bewusst. Unterstützt von Millionen Christen aus aller Welt erkennt sie die Jahrtausende alte biblisch und historisch begründete Verbundenheit des jüdischen Volkes mit Jerusalem an. Gerade in Zeiten, in denen die Weltgemeinschaft diese Verbindung wiederholt leugnet und damit Geschichtsklitterung betreibt, begrüßt die ICEJ die Bestätigung dieser historischen Wahrheit.

Politische Realität

Seit der Wiedererlangung der Unabhängigkeit des Staates Israel vor knapp 70 Jahren ist Jerusalem wieder die Hauptstadt des jüdischen Staates. Die Zeit ist nun gekommen, diese politische Realität anzuerkennen. Die Christliche Botschaft hofft, dass andere Länder dem konsequentenSchritt der US-Regierung folgen und ihre Botschaften ebenfalls nach Jerusalem verlegen werden. Dafür wird sich die ICEJ weiterhin einsetzen.

Religionsfreiheit und Frieden

Die ICEJ ruft Christen in Deutschland und weltweit dazu auf, beständig im Gebet für den Frieden Jerusalems einzutreten, dass die Stadt ruhig, vereint und in jüdischen Händen bleibt. Die Geschichte hat gezeigt, dass nur unter israelischer Souveränität die Religionsfreiheit für Christen, Muslime und Juden gleichermaßen gewährleistet ist. Die Bibel spricht davon, dass einst Frieden sein wird. Es gibt bereits viele gute und segensreiche Projekte, in denen Juden, muslimische Araber und Christen zusammenarbeiten. Die Christliche Botschaft wird diese Zusammenarbeit weiterhin unterstützen und sich für die Stärkung von Friedensbemühungen einsetzen.

Die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem wurde 1980 gegründet und gilt als größter christlicher Pro-Israel-Dienst weltweit. Die ICEJ hat Zweigstellen in mehr als 90 Ländern und Unterstützer in mehr als 160 Ländern in aller Welt.

Weitere Informationen: www.icej.de | www.faszinationisrael.de | www.patenschaft.icej.de

We'eleh Schemot - Und dies sind die Namen

Das erste Buch der Bibel trägt den hebräischen Titel „Bereschit – Im Anfang“. Das zweite Buch Mose wird auf Hebräisch שְׁמֹותוְאֵ֗לֶּה We’eleh Schemot, „Und dies sind die Namen“ (2. Mose 1,1) genannt, bzw. es wird einfach aufשְׁמֹות  Schemot = Namen verkürzt. In der Tora, den fünf Mose-Büchern, wird jedes Buch mit den ersten Worten des Textes benannt. Erst einmal mag das eine unscheinbare Bezeichnung sein, doch tatsächlich birgt dieses Buch etwas sehr Besonderes.

Foto: Shutterstock, Die Zwölf Stämme Israels, Illustrierung

Die Söhne Israels

Das 2. Buch Mose fängt mit der Aufzählung der Namen der Söhne Israels an. Aufgrund einer schrecklichen Hungersnot in Israel siedelten sie mit ihren Familien nach Ägypten um. Josef, ihr Bruder, machte dies durch seine hohe politische Stellung möglich. Nach ihrer zahlenmäßigen Multiplikation schlug die Stimmung ihrer ägyptischen Gastgeber um, und sie wurden zu harter Arbeit gezwungen. Durch die Berufung von Mose kam eine göttliche Wende in diese schwere Schicksalszeit. Diese Wende begann mit dem großen Auszug aus dem Land Ägypten. Auf den ersten Blick könnte man denken, dass der Auszug aus der Sklaverei das absolute Kernstück dieses Buches ist. Deshalb nennt auch die griechische Bibelübersetzung (Septuaginta) das 2. Buch Mose Exodus = Auszug.

Bei genauerer Betrachtung entdecken wir jedoch, dass es in diesem zweiten Buch der Bibel wirklich sehr stark um תשְׁמֹו Schemot = Namen geht. Gott kennt jeden Namen. Er kennt die Namen der Söhne Israels: Ruben, Simeon, Levi ... Als Gott im dritten Kapitel dieses Buches Mose begegnet, ruft er ihn zuerst beim Namen: „Mose, Mose!“ Gott zeigt sich ganz nah und persönlich.

Wer ist dieser rufende Gott?

Dann folgt etwas Unglaubliches und das ist wirklich das Herzstück dieses Buches. Gott stellt sich höchstpersönlich vor! Gott nennt sich selbst: „Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.“ (2. Mose 3,6). Ein Gott, der sich deutlich und ewig zum jüdischen Volk bekennt. Ein Gott der Generationen! Er ist aber auch ein Gott, der das Elend seines Volkes sieht, und er möchte ihnen zur Freiheit verhelfen. Er beruft Mose und sendet ihn zum Pharao. Mose fühlt sich jedoch nicht fähig für diese Mission. Gott ermutigt ihn mit den starken Worten (Vers 12): „עִמָּ֔ךְאֶֽהְיֶ֣ה Ehjeh imach!“,„Ich werde mit dir sein!“ Trotzdem bewegt Mose sehr intensiv die Frage: Wer ist dieser Gott genau? Und er fragt Gott: „Wenn ich zu dem Volk Israel sage: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie mich fragen: Was ist sein Name? – Was soll ich dann zu ihnen sagen?“ Da sprach Gott: „אֶֽהְיֶ֖האֲשֶׁ֣ר אֶֽהְיֶ֑ה, Ehjeh ascher Ehjeh!“ Das heißt: „Ich bin, der ich bin“ oder „ich werde sein der ich sein werde!“ So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: „JHWH, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name in Ewigkeit.“ (nach 2. Mose 3,13-15)

Der Name Gottes

Jetzt ist der Name raus: JHWH! Da man in der hebräischen Schrift keine Vokale verwendet, fragt man sich heute: „Wie wird dieses geheimnisvolle Tetragramm der Konsonanten korrekt ausgesprochen?“ Im Laufe der Zeit wurde im Judentum, aus tiefem Respekt vor diesem Gottesnamen, JHWH nicht mehr in den Mund genommen. Stellvertretend wurden Namen wie אֲדֹנָי Adonai = mein Herr, אֱלֹהִים Elohim = Gott (Plural) oder הַשֵּׁם haSchem = der Name verwendet. Aus griechischen Umschriften konnte man erschließen, dass die Aussprache wahrscheinlich Jahweh lautet.

Was bedeutet JHWH? Sprachlich wird der Name JHWH von dem hebräischen Verb הָיָה hajah abgeleitet, was „sein“, „da sein“, „werden“ und „existieren“ bedeutet. In 2. Mose 3,14 wird die Zukunftsform אֶֽהְיֶ֖ה ehjeh verwendet, „ich werde sein“. Diese Verbform hat dieselbe Wortwurzel wie hajah. Man erkennt sehr schnell, dass dieser geheimnisvolle Name Gottes Ewigkeitscharakter hat. Wenn Gott uns versichert: „Ich bin der ich bin bzw. ich werde sein der ich sein werde!“ heißt das vor allem: Ich bin mit dir und ich werde mit dir sein! Ich bin der Gott, der für immer existiert, der an deiner Seite steht, der für dich da ist, der dich nicht verlässt!

Gott mit uns

Später taucht in der Bibel ein sehr ähnliches Wort für Jesus auf: אֵֽלעִמָּ֥נוּ Immanuel = Gott mit uns! Ein anderer Name, aber mit der gleichen Bedeutung. „Und die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird seinen Namen Immanuel nennen.“ (Jesaja 7,14) Das ist fantastisch! Gott bestätigt uns erneut durch Jesus Christus: Ich bin mit euch!

Vollkommen bestätigt Gott seinen heiligen Namen JHWH am Kreuz von Jesus. Es war im Römischen Reich Vorschrift, dass über jedem Kreuz bei einer erfolgten Kreuzigung eine Schuldtafel (Titulus) hing, mit dem Namen des Verbrechers, seiner Herkunft und seiner Schuld. Außerdem musste dort der Text bzw. das Kürzel des Textes in drei Sprachen stehen, Lateinisch, Griechisch und Hebräisch. Im Hebräischen lautete der Anklagetext mit großer Wahrscheinlichkeit:ומלך היהודים  ישוע הנצרי  "Jeschua-HaNotzri-WeMelech-HaJehudim“ (Jesus, der Nazarener und König der Juden). Aus dieser Anklageschrift ergab sich das Kürzel: JHWH! Dies war die absolut kraftvollste Bestätigung von Gottes Namen!

Es kommt heute immer wieder die Frage auf: „Ist Gott im Alten Testament nicht ein anderer Gott als im Neuen Testament?“ Zuerst war Gott streng, kriegerisch, ungnädig ... Im Neuen Testament änderte er sich und wurde liebevoll, barmherzig, nahbar ... Ist das wirklich so? Die Antwort ist ganz klar: Nein! Schon allein der Gottesname JHWH ist ein Beweis dafür. Der Gott JHWH ist absolut verlässlich. Er ist nicht heute so und morgen anders. Auch ist er nicht den Trends der Zeit unterworfen. Er muss sich nicht neu erfinden, muss sich nicht dem jeweiligen Zeitgeist anpassen. „Ich bin der ich bin!“ Am Ende der Bibel bekräftigt Gott noch einmal in Offenbarung 4,8: „Heilig, heilig, heilig, Herr, Gott, Allmächtiger, der war und der ist und der kommt!“ Gott ist der Gleiche gestern, heute und in Ewigkeit!

Buch der Namen

שְׁמֹותוְאֵ֗לֶּה We‘eleh Schemot, das Buch der Namen, ist ein treffender Titel für das 2. Buch Mose. Es existiert in der Bibel noch ein weiteres Buch der Namen, das „Buch des Lebens“ oder noch passender „das Buch der Lebenden“ סֶפֶר הַחַיִים Sefer haChaijim. In diesem Buch sind die Namen von allen gottesfürchtigen Menschen notiert, die die Ewigkeit bei Gott und in seiner Herrlichkeit verbringen werden (z.B. Offenbarung 3,5; 20,12).

Ich wünsche Ihnen, dass Ihr Name im Buch der Lebenden steht. Falls Sie sich unsicher sind, beschäftigen Sie sich mit dem großen, ewigen Gott: JHWH!

Eine Anmerkung: אַנטִשֵׁמִיוּת Antischemiut: Antisemitismus

In dem Wort Antisemitismus steckt ebenfalls das Wort שֵּׁם Schem = Name. Interessanterweise hat der Begriff Antisemitismus eine Doppelbedeutung. Antisemiten sind erstens Menschen, die gegen die Juden, die Nachkommen von שֵׁם Schem = Sem eingestellt sind, und zweitens sind es Menschen, die sich gegen הַשֵּׁם haSchem = Gott erheben! Umgekehrt bedeutet es für uns: Wenn wir gegen Antisemitismus aufstehen, stellen wir uns an die Seite des jüdischen Volkes und Israels – und damit auf die Seite des ewigen Gottes!


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Bereschit – Im Anfang

Die ersten Worte der Bibel lauten: 

תֹהוּ וָבֹהוּ הָיְתָה וְהָאָרֶץ  אֱלֹהִים בָּרָא אֵת הַשָּׁמַיִם וְאֵת הָאָֽרֶץבְּרֵאשִׁית  

Bereschit bara Elohim et haschamajim ve et ha’arez ve ha‘arez hajtah tohu vawohu. „Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde und die Erde war wüst und leer.“ (1. Mose 1,1-2, ELB) Es ist Gott, der die Weltgeschichte beginnt. Das 1. Buch Mose, auch Genesis genannt, heißt auf Hebräisch Bereschit.

Foto: Unsplash, Symbolbild

Das erste Wort der Bibel

Das 1. Buch Mose beginnt mit dem Wort בְּרֵאשִׁיתbereschit. Es setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: בְּ be = im undרֵאשִׁית  reschit = Anfang. Zusammengenommen kann bereschit also mit „im Anfang“ übersetzt werden. Manche Bibelübersetzungen beginnen das 1. Buch Mose auch mit den Worten: „Am Anfang“. Diese Wortwahl fixiert einen bestimmten Zeitpunkt. Die wörtliche Übersetzung „im Anfang“ ist hier jedoch passender, denn sie bedeutet, dass Gott bereits in der Vergangenheit existierte – und zwar schon ehe der bestehende Kosmos ins Leben gerufen wurde.

Das Wort reschit wird von dem hebräischen Wort רֹאשׁ rosch = Haupt, Kopf, Anfang abgeleitet. Der jüdische Neujahrsbeginn heißt deshalb  רֹאשׁ הַשָׁנָה rosch haschana, d. h. Anfang oder Beginn des Jahres. Viele meinen, dass das Wort „Rutsch“ von dem hebräischen Wort rosch herkommt. Wenn wir uns einen „Guten Rutsch!“ zu Jahresbeginn wünschen, bedeutet das nicht wörtlich, dass wir rutschen sollen, sondern wir drücken damit den Wunsch für einen guten Jahresanfang aus.

Vom Ursprung der Schöpfung

Das Buch Bereschit offenbart uns den Ursprung von Himmel und Erde, aller Lebewesen, der Pflanzen, von Tag und Nacht, den Planeten – der gesamten Schöpfung. Das nächste Wort im ersten Vers der Bibel, בָּרָא bara, hat ebenfalls eine ganz besondere Bedeutung. Bara heißt erschaffen, etwas absolut Neues kreieren. Es wird nur in Bezug auf Gott verwendet! Nur er kann aus dem Nichts etwas noch nie Dagewesenes ins Sichtbare bringen. Gott erschuf die Himmel und die Erde. Das war ein gewaltiger Schöpfungsakt! In der Bibel gibt es diverse Möglichkeiten auszudrücken, dass etwas erschaffen wird. So gibt es das Verb יָצַר jazar, was formen oder bilden heißt. Zum Beispiel werden Adam und Eva geformt. In 1. Mose 2,7 wird dafür das Wort jazar verwendet: „Da bildete (jazar) Gott den Menschen aus Staub vom Erdboden.“ Dann gibt es das Verb  עָשָֹהasah. Es bedeutet machen oder herstellen. Zum Beispiel machte Gott Adam und Eva Leibröcke aus Fell (1. Mose 3,21).

Beim ersten Schöpfungswerk von Himmel und Erde muss noch erwähnt werden, dass das Wort Himmel im Plural steht:   שָּׁמַיִם Schamajim = Himmel. Die Endung -im deutet im Hebräischen immer auf einen Plural hin. Gott hat nicht nur den sichtbaren blauen Himmel geschaffen, den wir von der Erde aus sehen, sondern er hat mindestens noch einen weiteren Himmel geschaffen, den wir Menschen nicht sehen. In Matthäus 6,9 steht bestätigend: „Unser Vater, der du bist in den Himmeln.“ (ELB) Auch steht das Wort für Gott =אֱלֹהִים  Elohim im Plural. Das kann entweder ein Hinweis auf Gottes Dreieinigkeit sein oder es zeigt einfach die unvorstellbare Größe und Allmacht Gottes auf.

Tohuwabohu

Die nächste Aussage ist nicht sehr idyllisch. Es steht geschrieben: „Die Erde war wüst und leer.“ (1. Mose 1,2). Im Hebräischen stehen hier die Worte תֹהוּ וָבֹהוּtohu vawohu: tohu = Öde, Wüste, Leere / va = und / wohu = ungeordnet sein. (Der Buchstabe ב bet kann je nach Punktation als  בּb oder als ב w ausgesprochen werden.) Daraus entstand im Deutschen das Wort Tohuwabohu. Ein Tohuwabohu ist der Inbegriff eines unschönen Zustandes, einer großen Leere oder einer Unordnung, eines Durcheinanders.

Das kraftvolle Wort Gottes

Doch Gott setzt dem Tohuwabohu etwas Kraftvolles entgegen. Dabei benutzt er eine weitere Variante des Erschaffens, indem er spricht (אָמַר amar) und nicht wie in Vers 1 etwas Neues kreiert. In 1. Mose 1,3 lesen wir: „Gott sprach: ‚Es werde Licht!‘ Und es wurde Licht.“ Das ist sehr interessant und lässt aufhorchen. Dieses besondere Licht muss schon irgendwo in der Ewigkeit präsent gewesen sein. Gott rief dieses Licht herbei, um es der herrschenden Dunkelheit entgegenzusetzen. Was für ein herrlicher und unbeschreiblicher Moment muss es gewesen sein, als plötzlich das göttliche Licht hell in der Finsternis erstrahlte!

Dieses Licht hat nichts mit dem uns bekannten natürlichen Licht zu tun, denn die Himmelskörper, Sonne und Mond, werden erst am 4. Tag der Schöpfung erschaffen (vgl. 1. Mose 1,14-19). Vielmehr wird es als das Licht des Messias gedeutet (siehe den Artikel „Das Licht des Messias“). Der Messias Jesus Christus bezeichnet sich später selbst als Licht der Welt! „Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8,12)

Gottes Licht wirkt

Auch wir befinden uns heute persönlich wie auch weltweit in einem ungewissen Zustand, in einem Tohuwabohu. Sicherheiten und Gewohnheiten sind gewaltig am Wanken. Große Ratlosigkeit herrscht in Politik, Wirtschaft, Kultur ... Viele Menschen fühlen sich wie gelähmt. Doch wir dürfen sicher sein: Gottes helles Licht wird in unsere Schwierigkeiten, Nöte und Probleme hineinwirken! Er möchte Licht in das Tohuwabohu bringen! Er möchte Lösungen erschaffen, formen, bilden, herstellen ... auf welche Weise auch immer, er hat unbegrenzte Möglichkeiten. Er ist der Schöpfergott!

Wir dürfen mit großer Zuversicht, Hoffnung und Freude Gottes Wirken erwarten und dafür beten. Er, der das Weltgeschehen in 1. Mose 1, mit dem Buch Bereschit, begonnen hat, wird auch heute weiter schöpferisch wirken – bis zum Zeitpunkt der Vollendung der Weltgeschichte.


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Unterstützung Israels vor dem IStGH

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag nimmt in internationalen Angelegenheiten eine wichtige Rolle ein. Er soll fair und unabhängig sicherstellen, dass Kriegsverbrechen, Völkermorde und andere Gräueltaten, die „das Gewissen der Menschheit erschüttern“, nicht ungestraft bleiben. Vor Kurzem ist der IStGH jedoch von diesem Auftrag abgewichen, als er offizielle Ermittlungen gegen Israel aufgenommen hat – wegen angeblicher Kriegsverbrechen während und seit des Raketen-Kriegs 2014 mit der Hamas im Gazastreifen sowie wegen Israels Bau und Erhalt jüdischer Ortschaften im Westjordanland (Judäa und Samaria) und in Ost-Jerusalem. Direkt zur Petition: israelpetition.icej.de

Foto: Gebäude des IStGH in Den Haag

Unrechtmäßige Ermittlungen gegen Israel

Dies war eine im höchsten Maße politische Entscheidung, die auf fadenscheinigen Behauptungen gründet und eine unrechtmäßige Ausweitung der Gerichtsbarkeit des IStGH zur Folge hat. Die Ermittlungen wurden von einer übereifrigen Chefanklägerin, Fatou Bensouda, eingeleitet. Sie zeigte ihre Voreingenommenheit gegenüber dem jüdischen Staat, als sie sich in den letzten Jahren mit der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) hinter verschlossenen Türen ausgiebig über diese Angelegenheit beriet.

Die PA wiederum versucht, den Gerichtshof zu benutzen, um Israel das Recht auf Selbstverteidigung abzusprechen und den rechtmäßigen Anspruch des jüdischen Volkes, in Frieden und Sicherheit in seinem uralten Heimatland zu leben, als Straftat darzustellen. Jeder, der Wert auf Fairness und Gerechtigkeit in internationalen Angelegenheiten legt, sollte gegen das Gerichtsverfahren Stellung beziehen. Insbesondere Christen sind historisch und moralisch dazu verpflichtet, solchen diskriminierenden Handlungen gegenüber Israel entgegenzutreten.

Darstellung der Rechtslage

Der IStGH ist ein ‚letztinstanzliches Gericht‘, das Gerichtsbarkeit nur über solche Rechtsfälle ausüben kann, die ihm ausdrücklich vom Rom-Statut, seinen Unterzeichnerstaaten oder dem UN-Sicherheitsrat übertragen wurden. Daher sind seine gegenwärtigen Ermittlungen gegen Israel aus verschiedenen Gründen unrechtmäßig und fehlerhaft:

1.      Israel ist kein Unterzeichnerstaat des Rom-Statuts, der rechtlichen Grundlage des IStGH, hat der Gerichtsbarkeit des IStGH nicht zugestimmt und verfügt über ein eigenes, bewährtes und respektiertes Rechtssystem, um solche Verbrechen zu untersuchen und ggf. strafrechtlich zu verfolgen.

2.      Die Palästinenser stellen keinen souveränen Staat im Sinne des Rom-Statuts dar. Den Oslo-Abkommen zufolge haben sie keine Befugnis, Strafgerichtsbarkeit über Israelis im Westjordanland und im Gazastreifen auszuüben oder zu übertragen.

3.      Daher hat der Gerichtshof keine rechtliche Grundlage oder Befugnis, Ermittlungen gegen Israelis wegen Kriegsverbrechen in den ‚besetzten Gebieten‘ aufzunehmen oder gegen sie Anklage zu erheben. Diese Ansicht teilen zahlreiche westliche demokratische Staaten und internationale Rechtsexperten.

4.      IStGH-Chefanklägerin Frau Fatou Bensouda hat Voreingenommenheit gegenüber Israel gezeigt, als sie sich seit 2015 mit der PA ausgiebig und im Geheimen über diese Angelegenheit beraten hat. Diese Voreingenommenheit wird auch damit belegt, dass sie den Zeitraum der offiziellen Ermittlungen bis zum 13. Juni 2014 zurückdatiert – genau einen Tag nach der Entführung und Ermordung dreier israelischer Jugendlicher durch die islamistische Terrororganisation Hamas. Damit konzentriert sie sich bewusst auf Israels Reaktion auf ein abscheuliches Verbrechen, nicht aber auf das ursprüngliche, von Palästinensern begangene Verbrechen selbst.

5.      In den mit Israel unterzeichneten Oslo-Abkommen stimmten die Palästinenser ausdrücklich zu, dass sie keine Strafgerichtsbarkeit über Israelis im Westjordanland, im Gazastreifen und in Ost-Jerusalem haben. Demnach haben sie auch kein Recht, diese Gerichtsbarkeit einem anderen Gremium zu übertragen. Der IStGH selbst missachtet also die Oslo-Abkommen und untergräbt diese wichtige Quelle der Stabilität für die Region.

6.      Damit verletzt der IStGH seine Unparteilichkeit und schadet seinem Ansehen. Gleichzeitig schwächt er die Aussichten auf Frieden in der Region, indem er sich unrechtmäßig in einen bilateralen politischen Streit zugunsten der Palästinenser einmischt – zu einem Zeitpunkt, an dem Israel historische Fortschritte in Richtung Frieden und Normalität mit mehreren arabischen Nationen gemacht hat.

Helfen Sie, diese rechtswidrigen und ungerechten Ermittlungen gegen Israel aufzuhalten, indem Sie unsere Petition an den IStGH unterzeichnen.

Petition unterzeichnen: www.israelpetition.icej.de


  

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Raketen der Hamas: Ein Nein zum Frieden

Wie üblich ist die Wahrheit das erste Opfer eines jeden Krieges. Viele wollen uns glauben machen, dass der neueste Hamas-Raketenkrieg gegen Israel durch einen Streit um Grundbesitz im Ostjerusalemer Stadtteil Scheikh Jarrah und der Entweihung der Al-Aksa-Moschee ausgelöst wurde. Aber beide Ereignisse sind nur ein Vorwand, mit dem die wahre Agenda hinter dieser palästinensischen Gewalt- und Terrorkampagne verborgen werden soll. Die Krawalle, der Raketenterror und das damit ausgelöste Chaos und Leid in ganz Israel sind eine Botschaft der Fatah und der Hamas, mit der sie verdeutlichen, dass sie Frieden mit Israel weiterhin ablehnen – insbesondere jenen arabisch-israelischen Frieden, den die „Abraham-Abkommen“ verkörpern.

Foto: IDF, Raketenabwehrsystem Iron Dome, 16.05.2021

Die Spannungen in Jerusalem bauten sich in den letzten Wochen auf, bis ein Zusammenspiel von Ereignissen sie zum Überkochen brachten. Fast täglich standen sich kleinere Gruppen arabischer und jüdischer Aufwiegler an den umstrittenen Häusern in Scheikh Jarrah gegenüber – wie schon oft zuvor. Aber diesmal ereigneten sich die Proteste während des muslimischen Fastenmonats Ramadan – eine Zeit, in der muslimische Vorurteile gegenüber Israel und dem jüdischen Volk leicht entfacht werden können, insbesondere wenn der Streit um Jerusalem bedient wird.

Einige arabische Jugendliche begannen, nichtsahnende ultraorthodoxe Juden in der Jerusalemer Straßenbahn zu ohrfeigen und veröffentlichten Videoaufnahmen dieser Demütigungen auf TikTok, einer Social-Media-Plattform. Eine Gruppe nationalistischer Juden reagierte, indem sie gegenüber Arabern auf der Jaffa-Straße handgreiflich wurde. Die israelische Polizei musste eingreifen und die Beteiligten zerstreuen. Zeitgleich hatte die Polizei auch den Vorplatz des Damaskus-Tores zur Jerusalemer Altstadt abgesperrt, auf dem Palästinenser aus Ostjerusalem immer wieder randalieren. Palästinensische Führer gaben sich empört und hetzten ihr Volk zu noch mehr Gewalt auf.

Vorsätzliche Eskalation

Dann kam der letzte Freitag des Ramadan – 1979 vom iranischen Ajatollah Ruhollah Chomeini als „Al-Quds-Tag“ ausgerufen, um zum „Dschihad“ für Jerusalem anzustacheln. Wie gerufen horteten Palästinenser Berge von Steinbrocken in der Al-Aksa-Moschee am Südende des Tempelberges, um damit an der Klagemauer betende Juden zu bewerfen. Israelische Sicherheitskräfte schritten ein, die Steinewerfer zogen sich in die Moschee zurück. Im Verlauf des Wochenendes eskalierte die Situation.

Am Montag, 10. Mai, entschied sich die Hamas, die bis dahin vom Gazastreifen aus wie ein Zaungast zugesehen hatte, mitzumischen und eine Explosion auszulösen – auch um Israels jährliche Feier anlässlich des Jerusalem-Tags zu verderben. Die islamistische Terrororganisation stellte ein Ultimatum, mit der sie den Rückzug israelischer Sicherheitskräfte vom Tempelberg und aus Scheikh Jarrah sowie die Freilassung der festgenommenen Randalierer forderte – alles bis 18 Uhr am 10. Mai. Als ihre Bedingungen nicht erfüllt wurden, feuerten die Terroristen sieben Raketen auf Jerusalem – der vierte Raketenkrieg der Hamas mit Israel war ausgebrochen.

Foto: MFA/Facebook, Steinbrocken auf dem Tempelberg, 10.05.2021

Die Eskalation muss jedoch in einem viel größeren Kontext betrachtet werden.

Friedensschub in Nahost

Seitdem unter Vermittlung der USA 2020 die „Abraham-Abkommen” zwischen Israel und vier sunnitisch-arabischen Ländern (die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Sudan und Marokko) zustande kamen, haben regionale Friedensbemühungen an Fahrt gewonnen. Die Palästinenser standen zunehmend isoliert da und gerieten unter Druck – auch seitens arabischer Nachbarstaaten –, endlich Frieden mit Israel zu schließen. Sogar arabisch-israelische Knesset-Mitglieder änderten ihre Einstellung: die arabische Ra’am-Partei war drauf und dran, ein langjähriges politisches Tabu zu brechen und eine Regierungskoalition zu unterstützen, wenn auch nur von außen.

Palästinenser unter Druck

Durch den Friedensschub in die Enge getrieben suchte die palästinensische Führung zunächst einen Ausweg, indem sie Wahlen ansetzte – die ersten seit 16 Jahren. Aber als die Fatah-Partei feststellte, dass sie sehr wahrscheinlich gegen die Hamas verlieren würde, sagte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas die Wahlen ab (und beschuldigte Israel, für die Verschiebung der Wahlen auf unbestimmte Zeit verantwortlich zu sein). Dies führte zu wachsendem Unmut in den Palästinensergebieten. Palästinensische Politiker erkannten schnell, dass die einzige andere Möglichkeit, sich aus der Verantwortung zu stehlen, das Ausspielen der „Jerusalem-Karte“ darstellte – darin sind sie Experten! Seit mittlerweile 100 Jahren tischen die palästinensischen Führer ihrem Volk und der gesamten muslimischen Welt immer wieder die Lüge auf, dass Israel die Al-Aksa-Moschee bedrohe. Traurigerweise findet diese Falschbeschuldigung immer wieder Gehör.

Seit einigen Wochen schon verschärften Fatah und Hamas die Rhetorik gegen Israel, insbesondere wenn es um Jerusalem ging. Während des Ramadans haben sie offen zu einer Konfrontation mit Israel aufgerufen – in der Stadt und „auf den Straßen“, und zeitgleich ihre Aufrufe zum Märtyrertum verstärkt. Sie haben auch die arabischen Bürger Israels gedrängt, sich dem „Kampf“ anzuschließen. Leider sind viele diesem Ruf gefolgt. Die Hamas übertrumpfte dann von einem Moment auf den anderen ihre innerpalästinensischen Rivalen von der Fatah, indem sie Raketen auf Jerusalem feuerte – angeblich, um „Al-Aksa zu verteidigen” – etwas, zu dem die Fatah (glücklicherweise) zurzeit nicht in der Lage ist.

Die Fakten

Die Wahrheit ist, dass der Streit um die Grundstücke in Scheikh Jarrah die israelischen Gerichte schon seit einigen Jahren beschäftigt. Es handelt sich hier um private Kläger, die angesichts rückständiger Mietzahlungen den Rechtsweg genommen haben. Es handelt sich nicht um drakonische Räumungsanordnungen seitens der israelischen Regierung, wie es vielerorts dargestellt wird. Außerdem hatten die israelischen Behörden bereits entschieden, eine gerichtliche Entscheidung erst nach Ende des Ramadans zu treffen, um die angespannte Situation nicht weiter anzuheizen.

Was die Al-Aksa-Moschee betrifft: Es waren palästinensische Krawallmacher und Steinewerfer, die die Moschee (wieder einmal) entweihten, indem sie dort haufenweise Steinbrocken sammelten, um sie bei vorab geplanten Angriffen gegen jüdische Beter und israelische Polizisten einzusetzen. Dann suchten sie in der Moschee Zuflucht, um sich ihrer Verhaftung wegen eindeutig krimineller Machenschaften zu entziehen.

Gegen Frieden

Weder der Rechtsstreit in Scheikh Jarrah noch die palästinensische Lüge bezüglich Al-Aksa können die aktuelle Welle der Gewalt und des Terrors rechtfertigen, die Fatah und Hamas gerade auf alle Bewohner dieses Landes losgelassen haben. So betrachtet waren diese Krawalle und Raketen einfach nur ein Mittel, mit dem beide palästinensische Gruppierungen ihre unerschütterliche Ablehnung eines Friedens mit Israel zum Ausdruck brachten.

Es ist bedauerlich, denn die Israelis waren einem wahrhaftigen, historischen Durchbruch der Versöhnung mit ihren arabischen Nachbarn schon so nahe gekommen – sowohl im Nahen Osten, als auch innerhalb ihrer eigenen Grenzen. Diese Hoffnungen scheinen nun am Boden zerstört zu sein. Auch der Druck auf die Palästinenser, langfristigen Frieden mit Israel zu schließen, hat nachgelassen. Diese wütenden Flammen, die sie entfacht haben, können jederzeit wieder auflodern.


Stellungnahme: ICEJ unterstützt Israel, verurteilt palästinensische Gewalt


  

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