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Commentary

Die Wiederherstellung von Vätern und Söhnen

In der christlichen Bibel ist Maleachi das letzte Buch des Alten Testaments. Dieser Prophet repräsentiert die allerletzten Worte der alttestamentlichen Zeit. Einige Theologen nennen die nachfolgenden 400 Jahre „die Zeit des Schweigens“, in der Gott bis zur Ankunft seines Sohnes Jesus nicht mehr redete.

Foto: Unsplash, Symbolbild

Gottes Boten

Mit diesen Worten endet das Alte Testament: „Siehe, ich will euch senden den Propheten Elia, ehe der große und schreckliche Tag des HERRN kommt. Der soll das Herz der Väter bekehren zu den Kindern und das Herz der Kinder zu ihren Vätern, auf dass ich nicht komme und das Erdreich mit dem Bann schlage.“ (Maleachi 3,23-24) Es ist die zweite Botschaft im Buch Maleachi, in der es heißt „ich sende“. Bereits in Maleachi 3,1 sagt Gott: „Siehe, ich sende meinen Boten, damit er den Weg vor mir her bereite.“ (ELB) – das ist ein klarer Hinweis auf Johannes den Täufer (Matthäus 11,10). Ganz am Ende dieses Buches verkündet Gott erneut: „Siehe ich will senden...“ – dies offenbart eine andere Facette des Dienstes von Johannes dem Täufer, der im Geist und in der Vollmacht des Elia kam (Lukas 1,17).

Der Dienst des Elia

Es gibt zwei grundlegende Prinzipien, die Elias Dienst ausmachen. Erstens ist er eine Initiative Gottes. Es ist nicht der Plan eines Menschen, sondern Gott sagt: „Ich werde es tun!“ Das lässt uns hoffen, denn da er nicht von Menschen abhängig ist, sondern von Gott, ist sein Erfolg gewiss! Wir müssen uns nur nach diesem großartigen Plan Gottes richten und uns ihm unterordnen. Zweitens benötigt Elias Dienst größtmögliche Aufmerksamkeit. Maleachi warnt, dass Elias Erfolg von immenser Wichtigkeit ist, da Gott sonst „das Erdreich mit dem Bann schlagen“ wird. Das bedeutet, dass wir die Bedeutung des Elia-Dienstes in der Endzeit nicht unterschätzen dürfen. Er verlangt die Aufmerksamkeit aller. Nicht nur die Pastoren und Leiter, jedes Mitglied des Leibes Christi muss sich dieser himmlischen Agenda unterordnen.

Familienbeziehungen

Diese Mission im Geist des Elia erscheint etwas ungewöhnlich. Elias Ruf konzentriert sich auf die familiären Beziehungen. Er wird die Herzen der Väter ihren Kindern zuwenden und die Herzen der Kinder ihren Vätern. Väter und Söhne. Mütter und Töchter. Die Beziehungen zwischen Generationen und innerhalb der Familie sind Gott sehr wichtig. In unserer individualistischen westlichen Gesellschaft verlieren Familien ihre Bedeutung. Heute wird die Familienstruktur stärker angegriffen als je zuvor. Selbst die Politik vieler Regierungen weltweit untergräbt das biblische Konzept einer Familie nach dem Maßstab Gottes – mit einem Vater und einer Mutter, die integre Nachkommen zeugen und großziehen. Der biblische Maßstab von Mann und Frau wird angegriffen. Scheidungsraten sind auf Rekordhöhe. Unterdessen wird der Mutterleib, der einst ein sprichwörtliches Symbol für Geborgenheit war, zum unsichersten Ort für ein ungeborenes Kind: Millionen Babys werden im Mutterleib getötet bevor sie die Chance haben, zu leben.

Die Beziehung zwischen Vätern und Söhnen und zwischen Gott, dem Vater, und seinen Kindern kann auf drei verschiedenen Ebenen definiert werden. Alle drei gelten auch für unser Leben.

1.      Familienberufung

Als Gott Abraham dazu berief, ein Segen für die Welt zu sein und Vater eines Volkes zu werden, das Errettung und Glauben an die Enden der Erde bringen würde, stellte er klar, dass dies nicht nur ein Segen für ein paar Einzelpersonen war. Vielmehr erklärte Gott: „In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.“ (1. Mose 12,3) (im Hebräischen heißt es „Familien“ – Anm. d. Übersetzers) Es ist wichtig anzumerken, dass Gott selbst bei der Berufung Abrahams dessen Familie im Blick hatte: „Denn dazu habe ich ihn auserkoren, dass er seinen Kindern befehle und seinem Hause nach ihm, dass sie des HERRN Wege halten und tun, was recht und gut ist, auf dass der HERR auf Abraham kommen lasse, was er ihm verheißen hat.“ (1. Mose 18,19) Es war wesentlich für Abrahams Berufung, dass er nicht nur als Einzelperson Gott dienen sollte. Für Gott stand die familiäre Bindung über die Generationen hinweg im Mittelpunkt dieser Berufung.

Zweifellos ist das jüdische Volk heutzutage aller Welt ein Vorbild für einen Glauben und eine Tradition, die nicht nur individuell bewahrt und gelebt, sondern an die nächste Generation weitergereicht werden: Durch Studieren (das erste Buch, das Kinder frommer Juden zu lesen lernen, ist das 3. Buch Mose) und feierliche Zeremonien (z.B. die Bar Mitzwa). In der neutestamentlichen Zeit änderte sich dies nicht. Oft lesen wir davon, dass ganze Haushalte errettet und getauft wurden. Als Gott Kornelius berief, den allerersten Nichtjuden, der das Evangelium annahm, versprach er ihm, dass „… du selig wirst und dein ganzes Haus.“ (Apostelgeschichte 11,14) Paulus versprach dem Kerkermeister in Philippi dasselbe: „Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du und dein Haus selig!“ (Apostelgeschichte 16,31) Meine eigene Familie erlebte dies, als Gott vor rund 80 Jahren in das Haus der Bühlers einzog. Er berührte meine Großmutter in mächtiger Weise und ihre gesamte Familie wurde gerettet. Und dieser Segen setzt sich fort, sogar bis zu allen ihren Enkeln und Urenkeln.

Ich und mein Haus

Wenn Sie dies lesen, möchte ich Sie bitten, Gott zu glauben – nicht nur, dass Sie selbst errettet werden, sondern auch Ihr ganzes Haus. Gott möchte, dass „alle Familien auf Erden” gesegnet sind. Dies bedeutet auch, dass insbesondere Sie als Väter Ihre Rolle als Priester Ihrer Familien einnehmen sollen. Die priesterliche Rolle bedeutet, für Ihre Kinder zu beten und sie Gottes Wege zu lehren. Überlassen Sie diese wichtige Aufgabe nicht dem Kindergottesdienst am Sonntag. Väter sind die wichtigsten Vorbilder im Leben eines Kindes. Selbstverständlich gilt das auch für Mütter. Während ich dies schreibe, trauere ich noch über den Heimgang meiner Mutter vor wenigen Tagen. Meine Eltern waren für mich Vorbilder in der Nachfolge Jesu. Entscheiden Sie sich heute wie Josua es einst getan hat: „Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen.“ (Josua 24,15)


Natürlich gilt dieser Bibeltext auch für Kinder. Gott hat die Beziehung zwischen Kindern und ihren Eltern inmitten der Zehn Gebote eingraviert. „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird.“ (2. Mose 20,12) Paulus weist darauf hin, dass dieses Gebot das erste ist, das eine Verheißung hat – die eines langen Lebens. Er erinnert uns auch daran, dass in den letzten Tagen dieses biblische Gebot ausgehöhlt werden wird, wenn Kinder „den Eltern ungehorsam“ werden (Römer 1,30). Als Kinder sind wir aufgefordert, unsere Väter und Mütter zu ehren, ganz gleich wie alt wir sind oder wie alt sie sind!

Noch viel mehr könnte dazu gesagt werden. Es gibt jedoch noch eine weitere Ebene der „Elia-Wiederherstellung“, die für uns gilt und die wir beachten müssen.

2.      Der Glaube unserer Väter

In einer weiteren Beziehung geht es um Väter, und zwar um „den Glauben unserer Väter“. In Maleachi 2,10 warnt Gott Israel, weil es „den Bund mit unseren Vätern“ entheiligt hat. Der biblische Glaube ist ein Glaube der „neuen Dinge“. Jede Generation muss herausfinden, wie sie Gott auf ihre eigene Art und Weise dienen kann. Immer wieder kündigt Gott durch die Propheten an, dass er „Neues“ wirkt (Jesaja 42,9; 43,19). Folglich tadelt er Menschen, die sich nie ändern, sondern in ihren alten Traditionen und Handlungsweisen festgefahren sind. (Jeremia 48,11).

Unveränderliche Wahrheiten

Veränderungen sollten jedoch niemals die Grundlagen unseres Glaubens, die im Wort Gottes offenbart sind, ändern oder erschüttern. Biblische Wahrheiten, Werte und Lehren ändern sich nie – weil Gott sich nicht ändert. Unsere Kommunikationsmittel, Musikstile und Rhetorik oder unser Gottesdienstablauf mögen sich verändern, aber die Botschaft selbst darf sich nie ändern. Was Gott vor 2.000 Jahren „Sünde“ nannte, ist auch heute noch Sünde. Was Gott in der Bibel „gerecht und rechtmäßig“ nennt, ist heute nicht ungerecht und unrechtmäßig.

Gemeinden und Gläubige täten gut daran, sich an der frühen Gemeinde in Jerusalem zu orientieren – der Vorbild-Gemeinde, die die ersten Apostel gründeten. Die vier großartigen Prinzipien der ersten Gemeinde – die Lehre der Apostel, die Gemeinschaft der Heiligen, das Brotbrechen und das Gebet – sind unabdingbar für jede Gemeinde oder Gruppe, die sich nach einem Wirken Gottes sehnt. Aus diesem Grund riefen Israels Propheten denen zu, „die ihr der Gerechtigkeit nachjagt...: Schaut den Fels an, aus dem ihr gehauen seid... Schaut Abraham an, euren Vater, und Sara, von der ihr geboren seid.“ (Jesaja 51,1-2)

Die Wahrheiten, die vor 200 Jahren Erweckung herbeiführten, sind heute nicht ungültig geworden. Buße und Gebet sind heute genauso wesentlich, wie sie es in vergangenen Erweckungen gewesen sind. Es gibt keine kurzfristige, unmittelbare Erweckung, die man mal eben schnell „downloaden“ kann, passend zu unserem modernen Lebensstil. Die Lebensweise von John Wesley, George Whitefield, William J. Seymour oder Reinhard Bonnke mag höchst unterschiedlich gewesen sein, aber alle trugen dieselbe DNA eines heiligen und Jesus geweihten Lebens. Das „alt‘ rauhe Kreuz“ ist heute immer noch alt und rau. Aber wenn wir daran festhalten und es verkünden, wird das Kreuz seine Kraft in Fülle und Frische sogar in unserer postmodernen Welt freisetzen. Der Ruf Elias fordert uns auf, alte Quellen aufzugraben, die vielleicht über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte zugeschüttet waren. Wenn wir das tun, wird erneut frisches und lebendiges Wasser aus diesen Quellen fließen. Genau das machte Elia, als er den Altar Gottes, der in Trümmern lag, wieder aufbaute. (1. Könige 18,30)

Feste Grundlagen

Fundamente nehmen für unseren Glauben eine so zentrale Bedeutung ein, dass das himmlische Jerusalem auf dem unerschütterlichen und unveränderlichen Fundament der zwölf Apostel erbaut ist. Die zwölf Eingangstore der Stadt sind sogar noch älter, da sie die Namen der zwölf Stammesväter Israels tragen. Das war wahrscheinlich der Grund, warum der Engel, der Zacharias erschien, die Worte aus Maleachi 3,23 leicht verändert wiedergab: „Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft des Elia, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist.“ (Lukas 1,17) Johannes der Täufer trat in einer Generation auf, die dringend zu den überlieferten Maßstäben zurückkehren musste. Sie hatten sich so weit davon entfernt, dass der Engel sie „ungehorsam“ nannte. Johannes zentrale Botschaft war daher Buße. „Buße“ bedeutet im Hebräischen zurückkehren, umkehren in die Richtung, aus der man kam.

Der Geist des Elia repräsentiert daher nicht nur eine große Erwartung und Hoffnung auf Erweckung und auf Zeichen und Wunder. Er repräsentiert auch das Leben von radikal hingegebenen Gläubigen, die kompromisslos auf den Wegen der Väter gehen und auf diese Weise neues Land einnehmen!

3.      Die Väter unseres Glaubens

Die dritte Auswirkung betrifft einen Bereich, in dem die Gemeinde sich die meiste Zeit ihres Bestehens schwer getan hat. Es geht um unsere Beziehung zum jüdischen Volk. Wenn man in einer Online-Bibel oder einer Konkordanz das Wort „Väter“ (im Plural) nachschlägt, stellt man schnell fest, dass dieses Wort hauptsächlich im Neuen Testament auf besondere Weise eingesetzt wird. Von den 41 Erwähnungen des Wortes „Väter“ in der Lutherbibel beziehen sich die meisten auf die Väter Israels, zum Beispiel „der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs, der Gott unsrer Väter“ (Apostelgeschichte 3,13), „eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen“ (Johannes 6,49) oder „mit Recht hat der Heilige Geist durch den Propheten Jesaja zu euren Vätern gesprochen“ (Apostelgeschichte 28,25).

Insgesamt gibt es rund fünfzig Passagen im Neuen Testament, die sich auf das jüdische Volk aus alttestamentlicher Zeit beziehen. Paulus erklärt, dass Israel „auch die Väter gehören“ (Römer 9,5). Das bedeutet, dass alle Generationen Israels – von Abraham über Mose bis hin zu den Propheten – als unsere Väter gelten. Dies ist ein traditionelles Verständnis, das Israel über Jahrhunderte geprägt hat. Der Talmud nennt sogar ein ganzes Buch Pirkei Avot, „die Sprüche der Väter“.


Nun kann man natürlich einwenden, dies treffe nur auf „gute Israeliten“ zu, wie Abraham, Mose usw. Aber zwei Stellen im Neuen Testament sind besonders beachtenswert. In der Apostelgeschichte sahen sich Stephanus und Paulus jeweils feindlich gesinnten Menschenmengen gegenüber, die sie umbringen wollten. Bevor sie angegriffen wurden, predigten beide der Volksmenge. Und beide sprachen die Menschen auf dieselbe wunderbare Weise an: „Brüder und Väter, hört...“ (Apostelgeschichte 7,2; 22,1). Das erinnert an das, was Paulus ebenfalls über Israel sagte: selbst wenn sie Feinde des Evangeliums wären, „nach der Erwählung sind sie Geliebte um der Väter willen.“ (Römer 11,28)

Von Vätern und Kindern

Wenn wir zudem in Betracht ziehen, wie das Neue Testament die Gemeinde darstellt, stellen wir fest, dass Jesus seine Jünger „Kinder” nannte (z.B. Johannes 21,5). Auch Paulus und Johannes bezeichneten die Gemeinde als „Kinder” (Galater 4,19; 1. Johannes 2,1). Das heißt, dass die Beziehung zwischen der Gemeinde und Israel wie eine Beziehung zwischen Vätern und Kindern betrachtet werden kann. In jüngster Zeit nannten einige Päpste das jüdische Volk oft „unsere älteren Brüder”. Es wäre jedoch nicht falsch, sie „unsere Väter“ zu nennen. Die Apostel bezeichneten sie so.

Das Christentum ist aus dem Bund Gottes mit Israel geboren worden. Alles, was unseren Glauben ausmacht, wurde uns von den Juden gegeben. Unsere Bibel wurde von Juden geschrieben. Jüdische Patriarchen, Propheten und Apostel weisen uns alle auf einen jüdischen Messias hin, der im Himmel noch immer „der Löwe aus dem Stamm Juda“ heißt. Darum erklärte Jesus der Samariterin: „Das Heil kommt von den Juden.“ (Johannes 4,22) Das bedeutet, dass unsere Beziehung als Gemeinde zu Israel so wichtig ist, wie es die Beziehung zwischen Vätern und Kindern ist. Natürlich trifft das auch umgekehrt zu. Aber es war hauptsächlich die Gemeinde, die über die Jahrhunderte hinweg ihre Väter in vielerlei Hinsicht respektlos behandelt hat. Es ist an der Zeit, nicht nur Buße zu tun, sondern „die Frucht der Buße“ zu zeigen, wie Johannes der Täufer predigte.

Der Dienst des Elia ist ein endzeitlicher Dienst, daher kann ihn kein Gläubiger und keine Gemeinde in diesen letzten Tagen ignorieren. Ich glaube, die endzeitliche Gemeinde – die Braut Christi – kann es sich nicht leisten, die Familie Jesu – das jüdische Volk – weiterhin zu ignorieren oder beiseitezuschieben. Der Geist des Elia drängt uns, eine gute Beziehung zu den Vätern zu haben. Diese ist bedingungslos und kann nicht davon abhängig sein, wie gut sie sind, ob sie das glauben, was wir möchten, oder ob die israelische Regierung perfekt ist. Auch unsere irdischen Väter sind nicht perfekt, dennoch werden wir aufgefordert, sie zu ehren. Dasselbe gilt für Israel. Wir müssen sie ehren, lieben und segnen.

Der Geist des Elia wird uns helfen und uns lehren, wie wir auf die richtige Weise mit Gottes Volk verbunden sein und die richtige Einstellung zu dem Land Israel, das Gott ihm in einem ewigen Bund verheißen hat, haben können. Paulus warnt, dass wir andernfalls die Grundlage unserer Existenz gefährden – und das könnte böse enden (Römer 11,16ff). Angesichts des fünften Gebots könnten wir den Segen verpassen, der uns verheißen wird, wenn wir Vater und Mutter ehren.

Bereitet den Weg

Das Thema des diesjährigen Laubhüttenfests ist „Bereitet den Weg”. Das hat sehr viel mit dem Geist des Elia zu tun. Es geht um die Wiederherstellung von Familien und Generationen. Diese sind Gott wichtig, denn sie gründen auf dem Wesen Gottes. Er ist unser Vater! Und seine väterliche Sorge drückt sich am prägnantesten durch den Propheten Maleachi aus: „Ein Sohn soll seinen Vater ehren und ein Knecht seinen Herrn. Bin ich nun Vater, wo ist meine Ehre? Bin ich Herr, wo fürchtet man mich?, spricht der HERR Zebaoth...“ (Maleachi 1,6)

Gott als unseren Vater ehren, unsere irdischen Väter ehren, uns wieder dem Glauben unserer Väter anschließen und die Väter unseres Glaubens zu ehren – auf diese Weise spiegeln wir Gottes Wesen wieder. Lassen Sie uns den Herrn bitten, die Salbung Elias über unserem Leben und unserer Nation freizusetzen. Bitte beten Sie mit uns für das Laubhüttenfest, dass dieses Wort wie ein klarer und lauter Ruf auf der ganzen Welt gehört wird. Lassen Sie uns gemeinsam den Weg des Herrn bereiten!

Lesen Sie auch Bereitet den Weg! Teil 1: Der Dienst des Elia


Laubhüttenfest 2020 - das erste Online-Laubhüttenfest

„Bereitet den Weg für den Herrn“ ist das Thema des diesjährigen ICEJ-Laubhüttenfestes. Als wir es wählten, ahnten wir noch nicht, wie relevant dieses Thema 2020 sein würde! Es ist wahrhaftig das Jahr des Rufes: „Bereitet den Weg für den Herrn!”

Wir laden Sie herzlich ein, dieses Jahr an unserem ersten Online-Laubhüttenfest teilzunehmen!

Wir besuchen neue und bekannte Orte in Jerusalem und Israel und begegnen Israelis.

Rund 50 Online-Seminare mit vielfältigen Themen: u.a. Laubhüttenfest, Gottes Pläne für Israel, aktuelle Entwicklungen, biblische Prophetie, christlicher Zionismus, Archäologie und Spannendes für die junge Generation.

Die Online-Seminare sind bis Ende Dezember 2020 abrufbar.

Für den Livestream und für viele Seminare wird eine deutsche Übersetzung angeboten.

Für 50 $ (ca. 45 €) sind Sie dabei!

Weitere Infos und Anmeldung zum ICEJ-Laubhüttenfest 2020

 


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Bereitet den Weg!

Auf dem Weg hinauf nach Jerusalem konnten wir in den letzten zehn Jahren viele Veränderungen beobachten. Schwere Erdbaumaschinen ebneten steile Steigungen und begradigten die Kurven der Autobahn 1, die Tel Aviv mit Jerusalem verbindet. Bergkuppen wurden abgetragen und Täler überbrückt oder aufgefüllt, um hinsichtlich der täglichen Verkehrsstaus in die Hauptstadt Israels Abhilfe zu schaffen.

Foto: ICEJ, Straßenbau in Jerusalem, Symbolbild

Straßenbauprojekte

Die Bibel spricht darüber, dass solche gewaltigen Umwälzungen auch im geistlichen Bereich geschehen werden. Nicht etwa, um dem stetig wachsenden Strom von Touristen den Weg nach Jerusalem zu ebnen oder um dem zunehmenden Bedarf weiterer Infrastruktur in der schnell wachsenden Start-up-Nation nachzukommen. Es handelt sich um eine geistliche Straße, die den Weg für etwas weitaus Wichtigeres bahnt. Dieses Straßenbauprojekt wird das Kommen der Herrlichkeit des Herrn vorbereiten.

„Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott! Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig ist, soll eben werden; denn die Herrlichkeit des HERRN soll offenbart werden, und alles Fleisch miteinander wird es sehen; denn des HERRN Mund hat's geredet.“ (Jesaja 40,3-5)

Das aktuelle Straßenbauprojekt um Jerusalem herum geschieht auf staatliche Initiative. Aber Jesaja spricht von einem Straßenbauprojekt, das vom Himmel initiiert wird. Er hört eine Stimme, ähnlich des Schalls einer Trompete, die jeden an jedem Ort einlädt, sich an dieser prophetischen Mission zu beteiligen.

Johannes‘ Auftrag

Durch Johannes den Täufer war diese Stimme bereits vor 2.000 Jahren zu hören. Und ich glaube, dass diese Stimme heute wieder gehört wird. Damals war es tatsächlich ein umstrittener Ruf. Johannes der Täufer war in vielerlei Hinsicht ein Sonderling. Er erfüllte nicht die Erwartungen des Mainstreams seiner Zeit. Seine Versammlungsorte waren nicht die glänzenden Marmorhallen des Tempels, sondern die raue und feindselige Umgebung der Wüste. Sein Redestil war nicht von den großen Rednern seiner Zeit geschult worden. Er gebrauchte eine raue Sprache und fand deutliche Worte. Er kritisierte die religiösen Leiter seiner Zeit als „Otterngezücht“ und forderte den König auf, Buße zu tun über seinen unmoralischen Lebensstil (Matthäus 14,4). Seine Kleidung war bestenfalls rustikal und, wie Jesus es ausdrückte, nicht geeignet für die Häuser der Könige (Matthäus 11,8). Seine Nahrung war auf jeden Fall eigenartig – Heuschrecken mit Honig.

Johannes der Täufer war ein Prediger, der Menschen mit seinem Erscheinungsbild und seiner Botschaft verärgerte. Viele jedoch liebten ihn und spürten, dass dieser merkwürdige Unruhestifter in der Wüste ein Wort des Herrn für ihre Generation hatte. Sie spürten, dass Gott wieder einen Mann wie in früherer Zeit Elia geschickt hatte, der ihre Lauheit und ihren widerspenstigen Lebensstil anprangerte. Sie kamen aus ganz Israel, um ihn zu hören und die Taufe des Johannes zu empfangen. Jesus machte ihm später das höchste Kompliment, das ein Menschen bekommen kann: „Wahrlich, ich sage euch: Unter allen, die von einer Frau geboren sind, ist keiner aufgetreten, der größer ist als Johannes der Täufer.“ (Matthäus 11,11)

Als man ihn selbst fragte, wer er sei, erklärte Johannes überraschenderweise ganz schlicht, dass es überhaupt nicht um ihn ginge, sondern um den Einen, der nach ihm kommen würde. „Ich bin die Stimme eines Predigers in der Wüste: ‚Ebnet den Weg des Herrn!‘, wie der Prophet Jesaja gesagt hat.“ (Johannes 1,23). Seine Botschaft traf mitten ins Herz der religiösen Elite und der Vorstellung, dass die Zugehörigkeit zu Gottes auserwähltem Volk, den Juden, eine Eintrittskarte in den Himmel sei (Lukas 3,7-9). Stattdessen suchte Gott ein Volk mit zerbrochenem Geist, das bußfertig war - und zwar nicht nur mit Worten. Wenn nötig könnte Gott sich ein Volk aus Steinen auferwecken, erklärte Johannes. Für Johannes war Buße nicht einfach das Ablesen eines Bekenntnisses in der Kirche (oder im Tempel), sondern sie bedurfte einer grundlegenden Änderung des Lebensstils. „Seht zu, bringt rechtschaffene Frucht der Buße!“ (Matthäus 3,8)

Johannes war der Wegbereiter für den Messias. Er führte seinen Dienst aus „im Geist und in der Kraft des Elia... zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist.“ (Lukas 1,17) Oder wie Jesus es selbst später sagte: „Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll.“ (Matthäus 11,10)

Elia muss kommen

Der Prophet Maleachi verknüpft diesen Dienst der Wegbereitung mit Israels größtem Propheten - Elia. Bis heute hält das jüdische Volk an der Tradition fest, am Seder-Tisch beim Passahfest in Erwartung seines Kommens einen Platz für Elia zu reservieren. Im Verlauf des Seder-Abends wird sogar die Haustür geöffnet, um zu sehen, ob Elia gekommen ist.

Jesus und seine Jünger waren auf dem Rückweg vom Berg der Verklärung. Soeben hatten die Jünger gesehen, wie Elia und Mose sich mit Jesus unterhielten. Sie fragen Jesus: „‚Warum sagen denn die Schriftgelehrten, zuerst müsse Elia kommen?‘ Er antwortete und sprach: ‚Ja, Elia kommt und wird alles zurechtbringen. Doch ich sage euch: Elia ist schon gekommen, und sie haben ihn nicht erkannt, sondern haben mit ihm getan, was sie wollten. So wird auch der Menschensohn durch sie leiden müssen.‘ Da verstanden die Jünger, dass er von Johannes dem Täufer zu ihnen geredet hatte.“ (Matthäus 17,10-13)

Jesus antwortete ihnen in einer fast rätselhaften Weise: „Elia kommt“ und „Elia ist schon gekommen.“ Er deutet an, dass es einen zweifachen Dienst des Elia gibt. Einer erfolgte durch die Person Johannes des Täufers. Dieser Dienst war sehr mächtig, endete jedoch mit der Enthauptung Johannes des Täufers. „Sie… haben mit ihm getan, was sie wollten.“ Dennoch spricht Jesus auch von einem künftigen Dienst des Elia. „Elia kommt!“ Demnach wird dieser Dienst des Elia in seiner Wirkung anders sein. Dieser künftige Dienst des Elia „wird alles zurechtbringen.“

Das Wiederauftreten und die andauernde Wiederherstellung des modernen Staats Israel, das beispiellose Wachstum der Gemeinde Jesu weltweit und die globalen Erschütterungen (wie die aktuelle Corona-Krise) deuten darauf hin, dass wir in einer Zeit von großer geistlicher Bedeutung leben. Jesus kommt bald! Doch wenn dies wahr ist, müssen wir uns den Dienst von Johannes dem Täufer genauer ansehen. Ich persönlich glaube, dass die aktuelle Krise ein Ruf des Himmels an uns alle ist: „Bereitet dem HERRN den Weg!“

Diesmal ist es nicht die Stimme einer einzelnen Person, einer Gemeinde oder eines Dienstes, sondern ein Ruf des Geistes Gottes, der auf der ganzen Welt von denen gehört wird, die nach mehr von seiner Herrlichkeit und nach dem Kommen ihres Retters hungern und dürsten. Heute hören wir, dass die Bibel in vielen Buchhandlungen auf der ganzen Welt ausverkauft ist. Inmitten der Quarantänezeit schießen Online-Gebetstreffen wie Pilze aus dem Boden. Diese aktuelle Krise fordert die Gemeinde zweifellos heraus und verändert sie – und Israel. Sie wird dazu beitragen, dem Herrn den Weg zu bereiten.

Ein heiliger Weg

Gott baut einen Weg in unserer Zeit. Egal mit wem ich weltweit spreche, jeder empfindet, dass Gott in unseren Tagen etwas Neues und Frisches wirkt. Neue Weinschläuche! Und dieser neue Weg, der gebaut wird, ist nicht nach Denominationen oder Diensten benannt. Es ist nicht der Weg eines Menschen, sondern der „Weg des Herrn“.


In Jesaja 35,8 beschreibt der Prophet ihn als einen „heiligen Weg“. Dieses Wirken Gottes verlangt von uns, das wir uns einen neuen Lebensstil der Heiligkeit und der Buße aneignen. Diese Worte – Heiligkeit und Buße – sind heute in vielen christlichen Kreisen gefährlich rar geworden, aber in den Botschaften Elias und Johannes des Täufers standen sie im Mittelpunkt. Johannes‘ Aufruf zur Buße richtete sich nicht an die Heidenvölker oder an das Römische Reich. Dieser Ruf erging an sein eigenes Volk, an Gottes Volk. Er rief Israel auf, mit seinem Gott ins Reine zu kommen. Heute ruft der Herr uns, die Gemeinde, mit Gott ins Reine zu kommen. Von den sieben Gemeinden im Buch der Offenbarung (Kapitel 2 bis 3) war Gott nur mit zweien völlig zufrieden. Die meisten (fünf von sieben!) mussten dringend Buße zu tun.

Wie Israel zur Zeit Johannes des Täufers müssen wir uns von der Vorstellung befreien, dass die Gemeinde eine Eintrittskarte in den Himmel hat. Ein gewaltiges Wirken Gottes in unserer Zeit bedarf einer gewaltigen Veränderung in unserem Leben.

Zu Beginn dieses Jahres empfand unser Team in Jerusalem, dass Gott uns zur Buße rief. Nicht, weil unverfrorene Sünde unter uns grassiert hätte, sondern weil wir empfanden, dass Gott uns zu einer größeren Absonderung von der Welt und einer engeren Gemeinschaft mit ihm rief. Charles Finney, einer der größten Erweckungsprediger Amerikas, schreibt in seinem Beststeller „Lectures on Revival“, dass eine Welle der Buße jeder Erweckung vorangeht und sie begleitet. Lasst uns diese heilige Tugend wiederentdecken!

Eine Stimme in der Wüste

Dieser Ruf, dem Herrn den Weg zu bereiten, wird nicht unbedingt die Aufmerksamkeit und den Zuspruch der Welt erhalten. Wie zur Zeit Johannes des Täufers wird es eine Stimme in der Wüste sein. Es ist möglich, dass sie von unseren Freunden und Familien nicht gehört werden wird. Es mag sein, dass es nicht in den sozialen Netzwerken und großen Versammlungen geschieht. Stattdessen wird es ein intimes Wirken Gottes sein, das zwischen Ihnen und ihm geschieht. Ein Segen, den die aktuelle Corona-Krise bewirkt, ist, dass sie uns auf unser Zuhause beschränkt, auf unsere Familienbeziehungen und unsere Beziehung zu Gott. Die Bibel verheißt uns: Wenn wir uns ihm nahen, naht er sich auch uns (Jakobus 4,8).

Berge, Täler und krumme Wege

In den Tagen Johannes des Täufers holte seine Botschaft das Volk Gottes aus dem Tal der Gleichgültigkeit und des Kompromisses heraus. Er füllt das auf, was in unserem Leben fehlt. Das kann der Verlust unserer ersten Liebe und Leidenschaft für Jesus sein. Es kann die Vernachlässigung der „Gnadenmittel“ sein, durch die Gott sein Reich aufbauen möchte – die Gemeinschaft der Heiligen, das Abendmahl, das Studium von Gottes Wort und unser persönliches Gebetsleben.

In vielen Herzen gibt es Berge des Stolzes, menschlicher Philosophien und Religiosität, die Gottes Wirken verhindern. Paulus schreibt an die Gemeinde in Korinth, dass er seine geistlichen Waffen gegen alles Hohe, das sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, einsetzt (2. Korinther 10, 4-5). Auch wenn es keine leibhaftigen Berge sind, können sie dennoch entmutigend aufragen wie die Rocky Mountains oder der Himalaya. Wir müssen die krummen, verdrehten Wege unseres Herzen geraderücken, damit die Herrlichkeit des Herrn in ihrer ganzen Fülle kommt! Das hebräische Wort für krumm ist „akóv“. Dasselbe Word wird vom Propheten Jeremia verwendet: „Trügerisch (akóv) ist das Herz, mehr als alles, und unheilbar ist es. Wer kennt sich mit ihm aus?“ (Jeremiah 17,9 / ELB)

Derek Prince wies immer wieder darauf hin, dass das Adjektiv „trügerisch“ nicht im Passiven sondern im Aktiven gebraucht wird. Es bedeutet also nicht, dass unser Herz leicht zu betrügen ist, sondern dass unser Herz uns aktiv betrügen möchte. Darum ruft der Prophet ein paar Verse später zu Gott: „Heile du mich, HERR, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen.“ (Jeremia 17,14)

Herzenssache

Dem Herrn einen Weg zu bereiten betrifft unser Herz. Jeremia – und mit ihm andere Propheten – verstanden, dass unser Herz unheilbar krank ist, und dass wir eine himmlische Herztransplantation durch den Heiligen Geist brauchen. Hesekiel sagt dies voraus (Hesekiel 36,24ff). Jeremia spricht von einem neuen Bund Gottes, der mit unserem Herzen zu tun hat (Jeremia 31,31ff). Und Jesus sagte, diese verheißene, vom Heiligen Geist bewirkte Herzensumwandlung wird so grundlegend sein, dass man sich wie von neuem geboren fühlt (Johannes 3,6).

Genau hierin liegt das Geheimnis, worin der Dienst Johannes des Täufers sich von dem unterscheidet, was Gott ins unserer Zeit tun wird. Damals wurden zahlreiche Menschen von ihm erreicht und ließen sich taufen. Aber das bewirkte beim Volk keine dauerhafte Herzensänderung. Gleichermaßen bewirkte Elia, als er das Volk auf dem Berg Karmel herausforderte, nur eine kurzlebige Veränderung. Der Prophet Hosea hat es zutreffend beschrieben: „Was soll ich dir tun, Ephraim? Was soll ich dir tun, Juda? Ist doch eure Liebe wie eine Wolke am Morgen und wie der Tau, der frühmorgens vergeht!“ (Hosea 6,4)

Aus diesem Grund wird und muss dieser letzte Ruf in der Wüste ein mächtiges und herzensveränderndes Wirken des Heiligen Geistes sein, ansonsten wird es nichts bewirken! Der große Unterschied zwischen der Zeit Johannes des Täufers und unserer Zeit ist, dass der Heilige Geist damals noch nicht ausgegossen war. Aber Pfingsten und die große Erwartung einer Ausgießung des Geistes Gottes in den letzten Tagen lassen uns auf ein spannendes Wirken Gottes in unserer Zeit hoffen. Mein Freund Angus Buchan sagte neulich während einer unserer weltweiten Online-Gebetstreffen, dass er mit der größten Erweckung der Geschichte rechnet, sobald diese Corona-Krise vorüber ist.

Die Zeit auskaufen

Wir leben wahrhaftig in einer Zeit, die es in der Geschichte nie zuvor gegeben hat. Vier Milliarden Menschen sind auf verschiedene Weise von Quarantänemaßnahmen betroffen, bedingt durch das Coronavirus. Lasst uns diese Zeit nicht vergeuden, sondern für Gottes Absichten auskaufen. Es ist eine Zeit, in der Gott vom Himmel her redet, in der Gott erklärt: „Noch einmal will ich erschüttern nicht allein die Erde, sondern auch den Himmel.“ Durch dieses Erschüttern bewirkt Gott, „dass das, was erschüttert wird, weil es geschaffen ist, verwandelt werden soll, auf dass bleibe, was nicht erschüttert wird.“ (Hebräer 12,26-27)


Alle Dinge, die auf menschlicher Herrlichkeit und durch menschliche Mühen erbaut wurden, werden erschüttert werden, damit die Dinge, die auf Gottes unerschütterlichem Reich gebaut wurden, bleiben. Wenn wir alle gemeinsam diesen göttlichen Weg bereiten, werden wir sehen, wie die Herrlichkeit des Herrn in Macht erscheint. Es wird eine noch größere Herrlichkeit sein als die des bisherigen Hauses und alle Welt wird es sehen!

Lesen Sie auch Bereitet den Weg! Teil 2: Die Wiederherstellung von Vätern und Söhnen


Laubhüttenfest 2020 - das erste Online-Laubhüttenfest

„Bereitet den Weg für den Herrn“ ist das Thema des diesjährigen ICEJ-Laubhüttenfestes. Als wir es wählten, ahnten wir noch nicht, wie relevant dieses Thema 2020 sein würde! Es ist wahrhaftig das Jahr des Rufes: „Bereitet den Weg für den Herrn!”

Wir laden Sie herzlich ein, dieses Jahr an unserem ersten Online-Laubhüttenfest teilzunehmen!

Wir besuchen neue und bekannte Orte in Jerusalem und Israel und begegnen Israelis.

Rund 50 Online-Seminare mit vielfältigen Themen: u.a. Laubhüttenfest, Gottes Pläne für Israel, aktuelle Entwicklungen, biblische Prophetie, christlicher Zionismus, Archäologie und Spannendes für die junge Generation.

Die Online-Seminare sind bis Ende Dezember 2020 abrufbar.

Für den Livestream und für viele Seminare wird eine deutsche Übersetzung angeboten.

Für 50 $ (ca. 45 €) sind Sie dabei!

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Warum Christen das Laubhüttenfest feiern

Es ist ein großartiges prophetisches Zeichen unserer Zeit, wenn Christen aus aller Welt zu Sukkot, dem Laubhüttenfest, in Jerusalem sind - eine starke Vorausschau auf noch herrlichere Tage, die kommen werden.

Foto: ICEJ, Christen aus Deutschland in einer Laubhütte

Der Rat des Rabbis

Als Merv und Merla Watson 1979 die erste christliche Laubhüttenfestfeier in Jerusalem planten, waren sie unsicher, wie die Völker dieses biblische Fest feiern sollten. Deshalb baten sie einen israelischen Rabbi um Rat. Als sie gerade gehen wollten, rief der Rabbi sie zurück: „Mr. und Mrs. Watson, dass Sie als Nichtjuden mich um Vorschläge für Ihre Sukkotfeier bitten, ist sehr ungewöhnlich. Unsere Propheten verkünden, dass in der messianischen Zeit alle Völker nach Jerusalem kommen werden, um dieses Fest mit uns zu feiern. Als Sie mich heute fragten, wie Sie Sukkot feiern sollen, hörte ich die Schritte des Messias näherkommen.“

Den Weg bereiten

Die ICEJ hat das Vorrecht, diese einzigartige Feier des Laubhüttenfestes nun schon seit 40 Jahren zu organisieren. Es ist nicht einfach eine weitere christliche Konferenz, sondern eine prophetische Proklamation für Israel und die Kirche, dass der Messias bald kommt. Letztendlich geht es um Jesus – nicht um uns, nicht einmal um Israel, sondern um den König, der wiederkommt. Gemäß dem diesjährigen Thema „Bereitet den Weg für den Herrn“ wollen wir beim ICEJ-Laubhüttenfest 2020 den Weg für Jesus, den König aller Könige, bereiten, der zurückkehrt in seine Stadt: Jerusalem.

Laubhüttenfest 2020 - das erste Online-Laubhüttenfest

„Bereitet den Weg für den Herrn“ ist das Thema des diesjährigen ICEJ-Laubhüttenfestes. Als wir es wählten, ahnten wir noch nicht, wie relevant dieses Thema 2020 sein würde! Es ist wahrhaftig das Jahr des Rufes: „Bereitet den Weg für den Herrn!”

Wir laden Sie herzlich ein, dieses Jahr an unserem ersten Online-Laubhüttenfest teilzunehmen!

Wir besuchen neue und bekannte Orte in Jerusalem und Israel und begegnen Israelis.

Rund 50 Online-Seminare mit vielfältigen Themen: u.a. Laubhüttenfest, Gottes Pläne für Israel, aktuelle Entwicklungen, biblische Prophetie, christlicher Zionismus, Archäologie und Spannendes für die junge Generation.

Die Online-Seminare sind bis Ende Dezember 2020 abrufbar.

Für 50 $ (ca. 45 €) sind Sie dabei!

Weitere Infos und Anmeldung zum ICEJ-Laubhüttenfest 2020

 


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Die Hisbollah: Gefahr für Israel und den Libanon

Die Suche nach den Schuldigen für die verheerenden Explosionen in der libanesischen Hauptstadt Beirut am 4. August 2020 führt ohne Frage auch zur schiitisch-libanesischen Terrororganisation Hisbollah, die das Land politisch wie militärisch im Würgegriff hält.

Foto: Pixabay, Hisbollah-Poster im Libanon, Symbolbild

Explosionen in Beirut

Die libanesischen Behörden fanden schnell heraus, dass im Hafen bei Schweißarbeiten in einer Halle gelagerte Feuerwerkskörper in Brand gerieten. Diese entzündeten in der benachbarten Lagerhalle 2.750 Tonnen hochexplosives Ammoniumnitrat. Es soll seit 2014 unsachgemäß im Hafen gelagert worden sein. Ammoniumnitrat wird als Düngemittel oder zur Herstellung von Sprengstoff verwendet. Die Explosion verursachte eine gewaltige Druckwelle, die noch in 20 km Entfernung Schäden verursachte. Mehr als 220 Menschen starben, Tausende wurden verletzt und Hunderttausende obdachlos.

Von Krisen geschüttelt

Schon vor dieser Katastrophe befand sich der Libanon in einer schweren Wirtschaftskrise, die das Land ernsthaft destabilisieren und zu einem erneuten gesellschaftlichen Bruch entlang der Konfessionen führen könnte. Die Landeswährung hatte beinahe 80% ihres Wertes verloren und damit viele Libanesen in die Armut getrieben. Auf Facebook tauschten Menschen ihre Güter und Dienstleistungen gegen Lebensmittel ein. Die schwächelnde Regierung hatte damit begonnen, Kisten mit Obst und Gemüse an die Straßen zu stellen, um die verzweifelte Bevölkerung mit Nahrung zu versorgen. Das hatte es nicht einmal während des 15-jährigen Bürgerkriegs (1975-1990) gegeben. Bevor die Corona-Pandemie das Land traf, befand es sich schon lange in einer finanziellen Notlage. Viele Beobachter machen die Hisbollah dafür verantwortlich. Diese soll die Ressourcen des Landes zur Befeuerung ihrer Zerstörungs-Kampagne gegen Israel und zur Finanzierung ihrer Militärpräsenz in Syrien verwendet haben. Laut dem Bericht einer amerikanischen Stiftung für Demokratie, der Anfang August 2020 veröffentlicht wurde, hatte der Libanon bereits vor den Explosionen 78 Milliarden Euro Schulden. Die Schäden durch die Katastrophe werden auf mindestens 4,2 Milliarden Euro geschätzt.

Machtübernahme

In den frühen 1980er Jahren entstand die Hisbollah als rivalisierende Terrormiliz zur Amal-Miliz. Beide richteten sich gegen Israel, wurden vom Iran finanziert und suchten die Unterstützung der schiitischen Bevölkerung des Libanon in Beirut und im südlichen Grenzgebiet zu Israel. Amal gab ihre militärischen Agitationen auf und wurde zu einer politischen Partei. In den frühen 1990er Jahren ging auch die Hisbollah in die Politik, behielt aber ihre schwer bewaffnete Miliz bei. Im Laufe der Zeit wurde die Hisbollah-Miliz so stark wie die libanesischen Streitkräfte. Das gab ihr ein größeres politisches Gewicht, als es ihr der Größe ihrer kleinen Fraktion im Parlament nach zugekommen wäre. Infolgedessen erhielt die Hisbollah im Grunde ein Vetorecht hinsichtlich der Entscheidungen der libanesischen Regierung und wurde sogar im Doha-Abkommen (Mai 2008), das eine 18-monatige politische Krise beendete, festgeschrieben.

Bedrohungslage

Für die jüngsten Explosionen in Beirut wird die Hisbollah mitverantwortlich gemacht. Ihr wird vorgeworfen, die „inoffizielle Kontrolle“ über den Hafen zu haben - kein Im- und Export erfolgt ohne ihre Zustimmung und bei allen verdient sie mit, auch an den Rauschgiftexporten aus der Bekaa-Ebene. Die Hisbollah wusste um die tödliche Explosionskraft des Ammoniumnitrats und hielt es höchstwahrscheinlich zurück, um es gegen Israel einzusetzen. Dass das Ammoniumnitrat in einem geschäftigen Stadtgebiet gelagert wurde, schien die Hisbollah nicht zu stören. Seit Jahrzehnten versteckt sie Raketen und Munition inmitten jeder Stadt und in jedem Dorf im Südlibanon. Mit Hilfe Syriens baute der Iran die Hisbollah zu einer regionalen Militärmacht auf. Nur eine Handvoll Staaten verfügt über mehr Raketen als die Terrororganisation. Ihr Raketenarsenal umfasst mehr als 150.000 Raketen und ist eine reale Bedrohung für den jüdischen Staat. Inzwischen gehören auch zahlreiche präzisionsgesteuerte Langstreckenraketen dazu, die Ziele in ganz Israel treffen können, und verbesserte „Killer“-Drohnen, deren Fähigkeiten der israelischen Armee bisher anscheinend nicht bekannt sind.

Aufruhr im Libanon

Vom wirtschaftlichen Zusammenbruch und der Corona-Krise jeglicher Hoffnung beraubt, kritisierten viele mutige Libanesen die Hisbollah bereits vor den Explosionen in aller Öffentlichkeit für ihre Rolle in der nationalen Krise. Darunter sind auch viele Schiiten, die anprangern, dass die Hisbollah ihre Nation in den Bankrott getrieben und ihre Söhne in den syrischen Bürgerkrieg geschickt hat. Hisbollah-Führer Scheich Hassan Nasrallah, der in der arabischen Welt einst als Held galt, wird nun offen von arabischen Führern und Medien verspottet, weil er sich immer in seinem Bunker versteckt hält. Doch gleichzeitig wächst die Befürchtung, dass die radikale Terrororganisation einen Krieg mit Israel suchen könnte, um sich der Verantwortung für die prekäre wirtschaftliche Lage zu entziehen. Die Explosionen im Hafen von Beirut am 4. August haben die Krise im Libanon noch verschlimmert und die Wut der Bevölkerung auf die korrupte und scheinbar inkompetente Regierung angefeuert. Nach Massenprotesten trat die libanesische Regierung unter Premierminister Hassan Diab am 10. August 2020 zurück.

Gebetsanliegen: Beten wir, dass Gott sich über den Libanon erbarmt und den Menschen Frieden und Freiheit schenkt. Lassen Sie uns um Trost für die Trauernden, Versorgung für alle Betroffenen und für einen schnellen Wiederaufbau bitten. Beten wir um eine Verbesserung der Beziehungen zwischen dem Libanon und Israel. Israel hat dem Libanon, mit dem es keine diplomatischen Beziehungen unterhält und seit 1948 im Krieg ist, Hilfe in der Krise angeboten.


Libanonhilfe nach Explosionen in Beirut

ICEJ hilft libanesischen Christen

Durch die verheerenden Explosionen am 4. August 2020 im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut sind große Teile der Stadt zerstört oder beschädigt worden. Mehr als 150 Menschen starben, etwa 6.000 wurden zum Teil schwer verletzt und rund 300.000 Bewohner der Hafenstadt sind obdachlos. Auch örtliche Kirchen und Gemeinden sowie christliche Werke sind betroffen. Seit 40 Jahren unterstützt die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (ICEJ) Christen im Nahen Osten, die unter Verfolgung, Konflikten, Katastrophen und vielen weiteren Herausforderungen leiden. Derzeit sind wir dabei, unseren libanesischen Brüdern und Schwestern nach den verheerenden Explosionen in Beirut zu helfen. Wir unterstützen örtliche christliche Kirchen und Dienste, so dass sie die Schäden beseitigen und in der Liebe Christi auch anderen, die dringend auf Hilfe angewiesen sind, beistehen und helfen können.

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns mit Ihren Gebeten und Gaben helfen, unseren Geschwistern im Libanon zur Seite zu stehen! Als Verwendungszweck bitte „Libanonhilfe” angeben, herzlichen Dank!

 

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Sitzt der Nahe Osten auf einem Pulverfass?

Seit fast einem Jahrzehnt führt Israel einen Schattenkrieg gegen den Iran und ist dabei ziemlich erfolgreich – vielleicht sogar ein bisschen zu erfolgreich. Das radikale Regime in Teheran befindet sich unter wachsendem Druck, entweder eine Reihe von Missgeschicken im Land einzugestehen oder Rache an Israel und seiner vermeintlichen Sabotage-Kampagne zu verüben. Angesichts anderer Entwicklungen in der Region könnte selbst die Corona-Pandemie nicht imstande sein, eine ernsthafte militärische Eskalation zu verhindern.

Foto: Pixabay, Karte Nahost, Symbolbild

Mysteriöse Explosionen im Iran

Seit Ende Juni hat es acht mysteriöse „Vorfälle“ in verschiedenen Militär- und Industrieanlagen des Iran gegeben (Stand Anfang Juli). Dazu zählten Explosionen und/oder Brände in einer Fabrik für ballistische Raketen, einem Raketendepot, einer Klinik in Teheran, einem Kraftwerk und einer petrochemischen Fabrik im Süden des Landes, einem Automobilwerk, einer Gaslagerstätte nahe der Militärbasis Parchin und einer Lagerhalle in der Atomanlage Natanz, in der Uranium angereichert wird.

Die letzten beiden Standorte sind besonders bemerkenswert. Auf der Militärbasis Parchin soll der Iran einst Atomwaffentests durchgeführt haben. Der Iran hat den UN-Inspektoren wiederholt den Zugang zu diesem Stützpunkt verwehrt. Die Explosion in Natanz zerstörte ein Gebäude, in dem Zentrifugen vor ihrer Inbetriebnahme ausgeglichen wurden. Man erinnere sich: Natanz war bereits vor zehn Jahren vorübergehend durch den Computervirus Stuxnet untauglich gemacht worden, der gemeinsam von den USA und Israel kreiert worden sein soll. Vor nicht allzu langer Zeit begannen die iranischen Behörden mit der Verdopplung ihrer Anreicherungskapazität – ein Verstoß gegen das 2015 unterzeichnete Atomabkommen, das das Streben des Irans nach Atomwaffen eindämmen sollte. Experten vermuten, dass die Explosion in Natanz Anfang Juli weitere Aktivitäten in der Anlage für bis zu zwei Jahre unmöglich gemacht haben könnte.

Das Mullah-Regime in Teheran hat versucht, all diese Missgeschicke mit defekten Gasleitungen und voneinander unabhängigen Unfällen zu erklären. Langsam aber sicher sieht es jedoch nach einer Serie geplanter Sabotageangriffe aus – auch in den Augen der iranischen Öffentlichkeit. Sie fordern Antworten und selbst im Parlament werden die Rufe lauter, Präsident Hassan Rohani seines Amtes zu entheben, angesichts seiner scheinbaren Inkompetenz.

Falls diese jüngsten Ereignisse tatsächlich Teil des verdeckten Konflikts zwischen Israel und dem Iran sind, würde in diesem Wettkampf die „zionistische“ Seite weit vorne liegen.

Luftschläge, Cyberangriffe und Geheimdienstoperationen

In den letzten Jahren hat Israel über 1.000 Luftschläge gegen Stützpunkte des Irans, Syriens und der schiitisch-libanesischen Terrororganisation Hisbollah auf syrischem Boden ausgeführt. Einige dieser Bombardements und Raketenangriffe waren sehr zerstörerisch: Waffenlager wurden vernichtet, wichtige Luftstützpunkte im ganzen Land lahmgelegt und dutzende Kämpfer der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) und pro-iranischer Schiiten-Milizen getötet. Berichten zufolge soll Israel auch pro-iranische Milizen und Raketenstützpunkte im westlichen Teil des Iraks angegriffen haben.

2018 brachen israelische Agenten in einer waghalsigen Aktion in eine unscheinbare Lagerhalle in Teheran ein und schmuggelten einen Schatz voller Geheimdokumente zum verborgenen iranischen Atomwaffenprogramm heraus.

Letztes Jahr entdeckte und zerstörte die israelische Armee mehrere Terror-Tunnel, die die Hisbollah aus dem Südlibanon nach Israel gegraben hatte, und beraubte den Iran somit einer wichtigen Geheimstrategie, Israel anzugreifen.

Im Januar dieses Jahres tötete die US-Armee Qasem Soleimani, Kommandeur der Quds-Brigaden, einer Eliteeinheit der IRGC, auf dem Flughafen von Bagdad. Diese gezielte Tötung durch eine US-Drohne soll u.a. durch Informationen israelischer Nachrichtendienste ermöglicht worden sein.

Und nachdem Israel einen Cyberangriff, der das Trinkwasser im Land hätte vergiften können, abgewehrt hatte, richtete es im Mai mit einem eigenen Cyberangriff große Verwirrung im wichtigsten Hafen des Iran an.

Merkwürdigerweise haben die Iraner auf diese verschiedenen Schläge durch Israel kaum reagiert. Die wenigen Gegenschläge waren ungewohnt schwach. Einige wenige Raketen wurden aus Syrien auf die Golanhöhen gefeuert, aber die meisten wurden abgeschossen oder schlugen noch vor der israelischen Grenze ein. In Nordisrael drangen ein paar feindliche Drohnen ein, die aber schnell entdeckt und unschädlich gemacht werden konnten.

Die israelische Armee hat der iranischen Achse also zahlreiche Kinnhaken verpasst, während der israelische Geheimdienst Mossad die Handtaschen der Ajatollahs leerte und auch den wichtigsten Exporteur der iranischen Revolution ausschaltete. Angesichts der vermuteten Sabotage-Kampagne, die gerade den Iran erschüttert, wächst der Druck auf das Regime, entweder eine Erklärung für all diese Zwischenfälle zu liefern oder mit der Rache an Israel zu beginnen. Die iranische Regierung spielt die Vielzahl an Explosionen und Bränden herunter. Aber sie erscheint dabei sehr stümperhaft, vor allem wenn man auch die schwächelnde Wirtschaft, den Absturz der Währung, die tatsächlichen Corona-Fallzahlen im Land und ihre Lügen über das im Januar abgeschossene ukrainische Flugzeug in Betracht zieht.

Die Taktik des Mullah-Regimes

Es ist verwunderlich warum der Iran bisher noch keine Gegenschläge unternommen hat. Teheran hat bewiesen, dass es sehr wohl in der Lage ist, zu bestimmten Anlässen gewaltige, ausgeklügelte Militäroperationen durchzuführen. Zum Beispiel kamen bei dem Überraschungsangriff auf Ölfelder im östlichen Saudi-Arabien letzten September zahlreiche bewaffnete Drohnen und Lenkraketen zum Einsatz, die der fortschrittlichen Luftabwehr „Made in USA“ entgingen.

Und iranische Beamte sind bekannt dafür, jedes Mal mit sehr viel Lärm und Getöse Vergeltungsschläge gegen Israel und seinen amerikanischen Verbündeten anzukündigen, wenn sie einen Schlag wegstecken müssen.

Aber, so sagt man, die Iraner haben auch das Schachspiel erfunden. Sie denken gerne langfristig, wiegen ab und planen mehrere Züge im Voraus. Daher ist es für sie wichtiger, ihre Truppen in Syrien und im Irak zu etablieren, ihren Griff nach dem Libanon zu festigen, Riad durch die verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen zu bedrohen, Öl an Venezuela zu liefern und zuhause ihre Raketen und Nuklearkapazitäten weiterzuentwickeln.

Wenn sie in der Zwischenzeit hin und wieder einen Militärschlag durch eine ihrer verbündeten Milizen verüben – und diesen dann umgehend abstreiten – können, kommt es ihnen gerade gelegen. Jüngste Meldungen deuten darauf hin, dass die Iraner beim Versuch ertappt wurden, eine altbekannte Taktik anzuwenden, nämlich Anschläge auf israelische Botschaften im Ausland zu verüben.

Die Hisbollah: Gefahr für Israel und für den Libanon

Dennoch haben sie tödliche Aktivposten vor Israels Haustür platziert, die eine reale Bedrohung für den jüdischen Staat darstellen. Dazu zählt insbesondere das Raketenarsenal der Hisbollah im Libanon, das mehr als 150.000 Raketen umfasst. Inzwischen gehören auch zahlreiche präzisionsgesteuerte Langstreckenraketen dazu, die Ziele in ganz Israel treffen können, und verbesserte „Killer“-Drohnen, deren Fähigkeiten der israelischen Armee weiterhin nicht bekannt  sind.

Der Libanon selbst befindet sich inmitten einer schweren wirtschaftlichen Krise, die das Land ernsthaft destabilisieren und zu einem erneuten gesellschaftlichen Bruch entlang der Konfessionen führen könnte. Die Landeswährung hat beinahe 80% ihres Wertes verloren und damit viele Libanesen in die Armut getrieben. Auf Facebook tauschen Menschen ihre Güter und Dienstleistungen gegen Lebensmittel ein. Die schwächelnde Regierung hat damit begonnen, Kisten mit Obst und Gemüse entlang der Straßen zu stellen, um die verzweifelte Bevölkerung mit Nahrung zu versorgen. So etwas hatte es nicht einmal während des 15-jährigen Bürgerkriegs gegeben.

Viele mutige Libanesen, unter ihnen auch Schiiten, die vom wirtschaftlichen Zusammenbruch und der Corona-Krise jeglicher Hoffnung beraubt sind, kritisieren die Hisbollah in aller Öffentlichkeit für ihre Rolle angesichts dieser nationalen Krise. Zur gleichen Zeit gibt es Hinweise, dass die radikale Terrororganisation einen Krieg mit Israel sucht, um sich selbst aus der Verantwortung zu ziehen. Jede der mysteriösen Explosionen im fernen Iran heizt diese Befürchtungen nur weiter an.

Vermutlich wissen die Libanesen bereits etwas, das wir gerade erst realisieren: Der Nahe Osten sitzt auf einem Pulverfass und der kleinste „Unfall“ könnte ihn zum Explodieren bringen.


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Der Gott der umfassenden Gnade – Chessed

„Gibt es im Alten Testament überhaupt Gnade?“ Das ist eine Frage, die bis heute hartnäckig gestellt wird. Wie ist es zu dieser Frage gekommen, die auch Theologen noch immer beschäftigt? Ihr Ursprung liegt in einer alten unseligen Geschichte, die sich um ca. 150 n. Chr. in Rom abspielte.

Foto: Pixabay, Klagemauer, Symbolbild

Ablehnung des Alten Testaments

Der reiche Reeder Marcion aus Pontus kam nach Rom und nahm in der Gemeinde schnell eine einflussreiche Position ein. Bald wirkte er auch als Lehrer. Er erklärte den Gläubigen, der Gott des Alten Testamentes (AT) sei nicht der Vater von Jesus, er sei grausam, zornig und unberechenbar. Das AT sei schädlich, in ihm gebe es keine Gnade. Marcion ließ nur das Lukasevangelium und sieben Briefe von Paulus gelten. Die Kirchenväter Irenäus und Tertullian bekämpften ihn, aber umsonst. Die Früchte dieses bösen Samens wachsen noch immer. Vor einiger Zeit hörte ich auf einer Tagung einen jungen freikirchlichen Pastor zu einem Kollegen sagen: „Letzten Sonntag habe ich das erste Mal aus dem Alten Testament gepredigt.“ Aussagen wie „Wir sind nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade; wir brauchen das Alte Testament nicht!“ sind häufig zu hören.

Gnade im Alten Testament

Falsche Lehren können sich lange halten, besonders die, dass im AT keine Gnade zu finden sei. Die Unwissenheit ist groß, vor allem auch, weil sich die Kirche schon früh vom Judentum getrennt hat. Das hebräische Wort für Gnade heißt chessed (חסד). Es kommt im AT gut 245 Mal vor, allein in den Psalmen 127 Mal. Der fromme Jude preist die Gnade Gottes, denn dieser Begriff besagt viel mehr als das, was wir gewöhnlich darunter verstehen. Das hebräische chessed umfasst das Erleben der Güte, Gnade und vor allem der unveränderlichen Liebe und Freundlichkeit Jahwes. Diese Worte finden wir an vielen Stellen im ersten Teil unserer Bibel.

Gnade, chessed, ist ein starkes Wort aus dem Vorderen Orient. Es betrifft den Bund (brit) Gottes mit seinem Volk Israel und entstammt folgender Situation: Wenn ein Fürst Gefallen an einem Vasallen oder einem schwächeren Fürsten an seiner Seite hat, bietet er ihm an: „Hier ist mein Bund mit dir. Du kannst dich auf mich verlassen.“ Grundlage des Bundes ist chessed - Liebe, Gnade, Güte - und zwar als feste, unverrückbare Größe. Einer kann dem anderen vertrauen.

 JHWH, Jahwe, Gott, barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und reich an Gnade und Wahrheit!(2. Mose 34,6)

Gottes Wesen: Gnade und Wahrheit

Neben chessed ist emet ein weiterer wichtiger Begriff, um das Wesen Gottes zu beschreiben. Emet bedeutet Wahrheit, aber auch Treue, und hat die Wurzel amn, Amen. Gott ist treu! Dieser wunderbare Doppel-Begriff Gnade und Wahrheit (chessed & emet) wird in den Psalmen zwölf Mal verwendet, ein weiteres Dutzend Mal findet er sich in weiteren Schriften des AT. In 1. Mose 24 sendet Abraham seinen Knecht nach Haran, um für Isaak um eine Frau zu werben. Als der Knecht die glückliche Lösung schon fast greifen kann, sagt er:Gepriesen sei der HERR, der Gott meines Herrn Abraham, der seine Gnade und Treue/Wahrheit (chessed & emet) gegenüber meinem Herrn nicht hat aufhören lassen!“ (1. Mose 24,26-27) Und die Familie, die durch einen Bund mit Abraham verbunden ist, bittet er: „Wenn ihr Gnade und Treue/Wahrheit (chessed & emet) an meinem Herrn erweisen wollt, teilt es mir mit.“ (Vers 49)

In 2. Mose 34,6 hörte Mose Gottes Worte: „JHWH, Jahwe, Gott, barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und reich an Gnade und Wahrheit (chessed & emet).“ Diesem Ausspruch war die Sünde des Volkes Israel, das das goldene Kalb anbetete, und Moses Bitte um Vergebung direkt vorausgegangen. Gott sagt auf dem Höhepunkt der verzweifelten Lage unzweideutig: Ich stehe treu zu meinem Bund, auch wenn ihr euch versündigt habt. Ich bin gnädig und vergebe! Die Gnade als Wesensart Gottes wirkt auch für Nichtjuden Rettung. Die israelitischen Kundschafter in Jericho versprechen der Rahab für ihre Hilfe: „Wenn der HERR uns das Land gibt, dann werden wir Gnade und Treue/Wahrheit (chessed & emet) an dir erweisen.“ (Josua 2,14)

Gesetz und Gnade: kein Gegensatz

Auf dem Sinai empfing Israel das Gesetz aus Gottes Hand und durfte nach der Anbetung des goldenen Kalbes die Gnade Gottes erfahren. Kein Wunder, dass Israel den Sinai liebt - als Symbol der Liebe und der Gnade Gottes, die Gottes absolute Zuverlässigkeit zwischen ihm und uns bezeugt. Gesetz und Gnade sind keine Gegensätze. Das Gesetz, durch das Menschen eine hohe Lebensqualität als Individuen, als Familien und als Staat erleben, ist Ausdruck der Gnade Gottes. Auf dieser Grundlage ist auch Jesus gekommen, wie es in Johannes 1,14+17 heißt: „Wir sahen seine Herrlichkeit voller Gnade und Wahrheit.“ Israel sollte wissen: Gottes Wort bürgt für Leben. Jetzt ist Jesus da, ihr könnt ihn erleben, in seine Augen schauen, seine Worte hören, seine liebevolle Hand spüren – seine Herrlichkeit voller Gnade und Wahrheit. Gott steht noch immer fest zu seinem Bund!

Als Mose mit der Botschaft von Gnade und Wahrheit zu seinem Volk kam, strahlte sein Gesicht. Aber Mose war nur ein Mensch. Ihm war das, was Jesus ausstrahlte, nicht eigen. In 2. Mose 34,6 lesen wir auch das Wort rachamim, was barmherzig bedeutet. Es wird von dem Wort für Mutterleib hergeleitet: In diesem hebräischen Wort klingt an, was eine Mutter empfindet, wenn sie ihr gerade neugeborenes Kind zappelnd und noch blutig vor sich liegen sieht. Dasselbe empfindet Gott für uns in seiner Gnade, seiner chessed! Wenn Jesus die Menschen voller Mitleid ansah, strahlte er Gnade und Wahrheit aus.

Gottes Gnade

In Verbindung mit dem ewigen Bund zwischen Gott und Israel gewinnt der Ausdruck Gnade und Wahrheit eine überragende Bedeutung. Gott wird seinen chessed–Bund nie brechen, auch wenn Israel untreu ist! Auch wenn die Propheten selten chessed anführen, ist das göttliche Prinzip klar. Paulus erklärt das im Römerbrief, Kapitel 9-11, und schreibt auch an Timotheus: Wenn wir untreu sind, ist Gott doch treu, er kann sich selbst nicht verleugnen.“ (2. Timotheus 2,13) Gottes Gnade ist aktiv, sozial und ewigwährend. Er schenkt seine Gnade (Micha 7,20), erinnert sich an sie (Psalm 25,6), lässt sie andauern (Jeremia 31,3), sendet sie (Psalm 57,4), zeigt sie (Psalm 85,8), macht sie groß (Psalm 103,11), er kann sie auch wegnehmen (Jeremia 16,5) oder ihr befehlen (Psalm 42,9). Wir können sie durch unsere Liebe, chessed, erwidern.

Was chessed auch bedeuten kann

Zuletzt ein interessantes Detail. Prof. Shmuel Safrai erklärt die Bedeutung der Bezeichnung Worte der Gnade, mit denen Jesus‘ Worte in der Synagoge von Nazareth in vielen Bibelübersetzungen beschrieben werden: „Sie gaben ihm Zeugnis und wunderten sich über die Worte der Gnade ...“ (Lukas 4,22) Nur wenige Verse später berichtet Lukas, dass alle Synagogenbesucher Jesus voller Zorn umbringen wollten (Lukas 4,28-29). Wir sind verwirrt. Wie kann Begeisterung so schnell in Hass umschlagen? Worte der Gnade heißt im Hebräischen divrei chessed. Ihre wahre Bedeutung ist: falsche, üble Lehre. Chessed kann demnach auch etwas Negatives ausdrücken, wie in Sprüche 14,34 deutlich wird: Gerechtigkeit erhöht eine Nation, aber Sünde ist die Schande (chessed) der Völker.“ Diesen Zusammenhang sieht der hebräische Übersetzer sofort. Aber wer einen griechischen Satz übersetzt, kann das hebräische Idiom dahinter oft nicht erkennen. Die Leute in Nazareth sind sofort wütend, weil Jesus die Jesaja-Worte auf sich bezieht und weil sie das für eine falsche Lehre halten. Für sie ist er nur der Sohn Josephs.

Zur Eingangsfrage „Gibt es Gnade im Alten Testament?“ können wir festhalten: Ja, sehr viel. Gottes chessed ist so groß, dass sogar Heiden davon profitiert haben - zum ewigen Leben.

 

Buchtipp: „Der Jude Paulus“ von Horst Krüger

Der Jude Paulus verfasste seine Briefe an die Gemeinde in Rom auf Griechisch. In seinem Buch „Der Jude Paulus - Sein Brief an die Römer“ hilft uns Horst Krüger, Paulus besser zu verstehen, indem er fragt: Was mag der Apostel wohl auf Hebräisch gemeint haben?

Zur Bestellung im ICEJ-Shop.

 


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Wurde Israel aufgebaut, um erneut zerstört zu werden?

Wehe! Denn groß ist jener Tag, keiner ist wie er, und es ist eine Zeit der Bedrängnis für Jakob; doch wird er aus ihr gerettet werden.“ (Jeremia 30,7)

 

Vor ein paar Jahren hörte ich die Predigt eines bekannten Bibellehrers. Er sagte zusammengefasst etwa Folgendes: „Das jüdische Volk hat die Lektionen aus dem Holocaust noch nicht gelernt. Daher muss es noch mehr Leid erleben. Im Vergleich dazu wird der Holocaust unbedeutend erscheinen.“ Eine ähnliche Aussage, die immer wieder gemacht wird, lautet: „Zwei Drittel aller Juden werden in der großen Trübsal umkommen.“ Mit anderen Worten: Das schlimmste Kapitel der jüdischen Geschichte liegt noch vor uns. Oder, um es direkter zu formulieren: Gott bringt das jüdische Volk zurück in seine Heimat Israel, um zwei Drittel in einem massiven Feuersturm zu töten. Diese These wird normalerweise mit unheilvollen Ankündigungen der Propheten des Alten Testaments verknüpft, die diese Ansicht zu untermauern scheinen. Eine dieser Passagen ist der oben genannte Vers aus dem Propheten Jeremia, der über die „Zeit der Bedrängnis für Jakob“ spricht. Andere Bibelstellen, die als Belege herangezogen werden, sind Sacharja 13,8+9 sowie Hesekiel 5. Beide handeln von einer Zeit, in der zwei Drittel der Bewohner des Lands vernichtet werden.

 

Der prophetische Kontext
Ich persönlich habe große Vorbehalte gegen diese Art der Interpretation, weil ich glaube, dass diese Passagen aus ihrem Kontext gerissen werden. Und was noch wichtiger ist: Die oben genannten Deutungen stellen den Charakter Gottes und seine aktuellen Absichten für Israel falsch dar. Zudem zeigt die Bibel, dass die „Zeit der Bedrängnis für Jakob“ und die Vernichtung von zwei Dritteln der israelischen Bevölkerung zwei verschiedene Ereignisse in der jüdischen Geschichte betreffen. Das werde ich im Folgenden erläutern.

 

     A. Jeremia und Jakobs Bedrängnis

Das 30. Kapitel des Propheten Jeremia ist die Einleitung zu einer Abfolge großartiger biblischer Vorhersagen (30-33) über die Wiederherstellung Israels. Sie finden ihren Höhepunkt in einem „neuen Bund“, der Herzen verändert, und in der Herrschaft eines „Sprosses der Gerechtigkeit“. Gott stellt sicher, dass diese Verheißungen nicht verlorengehen, sondern künftigen Generationen bekanntwerden. Er weist Jeremia nämlich ausdrücklich an, diese Worte niederzuschreiben, „denn es kommt die Zeit, in der ich das Schicksal meines Volkes wieder zum Guten wende. Ich bringe die Israeliten und die Judäer zurück in das Land….“ (30,2+3).

 

Dann erläutert Gott ab Vers 4, in welcher Reihenfolge er dieses Erlösungswerk vollbringen wird. Zunächst sieht man ein Bild der Verzweiflung und großer Not: „Angstgeschrei und Entsetzen” machen sich breit. Dann folgt der Ausruf: „Wehe! Denn groß ist jener Tag, keiner ist wie er, und es ist eine Zeit der Bedrängnis für Jakob…“ (30,7) Direkt danach beginnt das Wiederherstellungsprogramm Gottes sich zu entfalten. Der Herr kündigt an, dass es Veränderungen geben wird. Er wird das Joch der Bedrückung zerbrechen (30,8), bis Israel schließlich Gott und seinem Messias dienen wird. Er fährt fort:

 

„Fürchtet euch nicht, ihr Nachkommen von Jakob, meine Diener! … Denn ich, der HERR, verspreche euch: Aus einem fernen Land werde ich euch zurückholen. Ja, ich befreie eure Nachkommen aus dem Land, in dem sie Gefangene sind. Dann werdet ihr in Frieden und Sicherheit leben, niemand bedroht euch mehr. “(30,10)
 

Eine ähnliche Abfolge von Ereignissen finden wird im darauffolgenden Kapitel 31. Dort erklärt der Prophet: „Das Volk derer, die dem Schwert entronnen sind, hat Gnade gefunden in der Wüste…“ (31,2) Israel entrann dem Schwert und Gott rettete sie. Auf diese Erklärung folgt erneut das Versprechen der Rückkehr aus dem Exil: „Siehe, ich bringe sie herbei aus dem Land des Nordens und sammle sie von dem äußersten Ende der Erde, …als eine große Volksversammlung kehren sie hierher zurück“ (31,8). Das deutet darauf hin, dass die „Zeit der Bedrängnis Jakobs“ eine beispiellose Katastrophe darstellt („kein Tag ist wie er“), während sich Israel noch im Exil befindet. Aus dieser Krise heraus bringt Gott sie wieder in ihr Land zurück.


Genau diese Entwicklung können wir an der modernen Geschichte Israels ablesen: Ein Volk, das mit knapper Not seiner vollständigen Vernichtung im Holocaust entkommen ist und sechs Millionen Tote zu betrauern hat, erhebt sich aus der Asche dieser großen Tragödie. Es kehrt in seine Heimat zurück, um die Nation Israel wiederherzustellen, genau, wie es der Prophet Hesekiel vorausgesagt hatte:

 

„Und er sprach zu mir: Menschensohn, diese Gebeine, sie sind das ganze Haus Israel. Siehe, sie sagen: Unsere Gebeine sind vertrocknet, und unsere Hoffnung ist verloren; es ist aus mit uns. Darum weissage und sprich zu ihnen: So spricht der Herr, HERR: Siehe, ich öffne eure Gräber und lasse euch aus euren Gräbern heraufkommen als mein Volk und bringe euch ins Land Israel.“ (Hesekiel 37,11+12)

 

Der Holocaust war tatsächlich das dunkelste Kapitel der jüdischen Geschichte. Es war eine Zeit der Bedrängnis für Jakob. Alle Historiker sind sich einig, dass diese Tragödie in der Menschheitsgeschichte einzigartig ist. Doch aus dieser Zeit der Verwüstung und Hoffnungslosigkeit rettete Gott sein Volk und brachte es in sein Land zurück.

 

     B.  Hesekiel und die verstreuten Haare

Hesekiel war der erste Prophet, der die Katastrophe vorhersagte, dass nämlich zwei Drittel der Volkes Israel umkommen würden (Hesekiel 5,1-4). Er prophezeite über diese Geschehnisse während des babylonischen Exils. Gott forderte ihn auf, eine merkwürdige Handlung vorzunehmen, um zu zeigen, was kommen würde: Mit einem Schermesse sollte er seine Haare und seinen Bart abschneiden! Dann hieß es: „Ein Drittel sollst du mitten in der Stadt mit Feuer verbrennen, … und ein Drittel sollst du nehmen und es rings um sie her mit dem Schwert schlagen; und ein Drittel sollst du in den Wind streuen!“ (5,2)„Das ist Jerusalem!“, erklärt ihm der Herr. Die Bevölkerungsmehrheit von zwei Dritteln würde durch Hunger, Gericht und Krieg sterben, während das verbleibende Drittel keine Erlösung fände, sondern in die ganze Welt zerstreut würde; selbst im Exil wären sie heftiger Verfolgung ausgesetzt (5, 2-4).

 

     C.  Sacharja und der Hirte

Zu Lebzeiten des Propheten Sacharja kehrte Israel aus Babylon zurück. Die Kapitel 12-14 berichten über den endzeitlichen Kampf um Jerusalem und die Wiederherstellung der Stadt. Höhepunkt dieses Prozesses wird die Erlösung Israels sein, wenn „der Geist der Gnade und des Flehens“ über ihnen ausgegossen wird. Doch zwischen diese Weissagungen fügte der Prophet eine Vision über den Messias ein…

 

„Wach auf, Schwert, gegen meinen Hirten und gegen den Mann, der mein Gefährte ist!, spricht der HERR der Heerscharen. Schlage den Hirten, dass die Schafe sich zerstreuen! Und ich werde meine Hand den Kleinen zuwenden.“ (Sacharja 13,7)


Jesus selbst zitiert diese Schriftstelle (Markus 14,27). Dabei sieht er ihre Erfüllung in den Geschehnissen im Garten von Gethsemane, als seine Jünger flohen und ihn in seinem Leiden allein ließen. Allgemeiner gesehen ist es auch ein Bild für das gesamte Volk Israel. Es wurde drei Jahrzehnte nachdem Christus, der große Hirte „geschlagen“ wurde und starb, in alle Welt zerstreut. In diesem Zusammenhang sagt Sacharja tragische Zeiten für ganz Israel voraus: „Und es wird im ganzen Land geschehen, spricht der HERR, zwei Teile davon werden ausgerottet, verscheiden, und nur der dritte Teil davon bleibt übrig.“(Sacharja 13,8)
 

Der jüdische Historiker Josephus Flavius berichtet, dass vor der Zerstörung des Tempels zirka 1,1 Millionen Juden während des ersten jüdischen Aufstandes ihr Leben im Land Israel verloren. Nur wenige Jahrzehnte später, während der Bar-Kochba-Revolte, beziffert der römische Historiker Cassius Dio die Anzahl der jüdischen Todesopfer auf 580.000 Personen. Die Überlebenden wurden ins Exil geschickt. Somit betrug die Gesamtanzahl der Getöteten in beiden Aufständen über 1,7 Millionen Menschen.

 

Der jüdische Historiker Salo Wittmayer Baron schätzt, dass die Bevölkerung Israels zur Zeit des römischen Kaisers Claudius (41-54 AD) zirka 2,3 Millionen Menschen ausmachte. Zwei Drittel davon wären zirka 1,5 Millionen. Es gibt also eine erstaunliche Übereinstimmung zwischen der säkularen Geschichtsschreibung und den Worten der hebräischen Propheten, die 500 Jahre zuvor verkündet worden waren. Sowohl die Geschichtsbücher als auch der prophetische Kontext des „geschlagenen Hirten“ veranlassen uns dazu, diese Ereignisse in der Vergangenheit zu verorten und nicht in der Zukunft.

 

Jesus selbst sah diese Katastrophe für Israel voraus und weinte über Jerusalem. „Und sie werden fallen durch die Schärfe des Schwertes und gefangen weggeführt werden unter alle Nationen“ (Lukas 21,24). Auch Sacharja weissagte über eine lange Zeit des Gerichts für Israel. Zwei Drittel würden sterben, während der Überrest durch das „Feuer“ des Exils hindurchgehen müsste; dann erst würde endlich ihre Erlösung kommen.

 

Es gibt also einen gemeinsamen roten Faden, der sich durch die Prophezeiungen in Jeremia 30-33, Hesekiel 5 und Sacharja 13 hindurchzieht. Der Prozess der Erlösung Israels beginnt mit der Ablehnung und dem Schlagen des Hirten. Darauf folgen riesige Turbulenzen im Land, in deren Verlauf zwei Drittel der Bevölkerung getötet und das verbleibende Drittel in alle Welt zerstreut werden. Dieses Exil ist durch das läuternde Feuer ständiger Verfolgung gekennzeichnet. Es findet seinen Höhepunkt in einer letzten Katastrophe außerhalb des Landes, die als „Jakobs Bedrängnis“ bekannt ist. Das Exil endet mit der Wiederherstellung des Staates Israel, auf die schließlich die geistliche Wiedergeburt der Nation folgt.  

 

Genau dieselbe Abfolge finden wir auch in den fantastischen Kapiteln 36 und 37 des Propheten Hesekiel, während Psalm 102 ebenfalls eine Zeit schwerer Prüfung voraussagt, die große Ähnlichkeit mit dem Holocaust hat. Danach erklärt Gott schließlich, dass die Zeit, Zion zu begnadigen gekommen sei.

 

Das neue Paradigma der Gnade für Zion

Von den Propheten erfahren wir, dass nichts den Wiederherstellungsprozess Israels mehr stoppen kann, wenn er einmal in Gang gesetzt wird. Sacharja prophezeit, dass Jerusalem zu einem „Taumelbecher“ für die Welt werden wird und dass sich die Länder dieser Erde schließlich gegen Jerusalem wenden werden. Doch derselbe Prophet verheißt, dass die Nationen gerichtet werden, während Israel Befreiung erfährt und am Ende als Sieger aus dem Konflikt hervorgeht.

 

Die Wiederherstellung Israels ist ein Paradigmenwechsel in Gottes Verhalten gegenüber dem jüdischen Volk. Der Prophet Jesaja beginnt seine Kapitel über die Wiederherstellung (40-48) mit dem Ausruf „Tröstet, tröstet mein Volk“ und der Aufforderung Israel zu verkünden, dass „sein Heeresdienst vollendet, dass seine Schuld abgetragen ist; denn es hat von der Hand des Herrn das Doppelte empfangen für all seine Sünden.“ (Jesaja 40,1+2) Diesen Ausdruck „dass seine Schuld abgetragen ist” könnte man aus dem Hebräischen auch übersetzen mit „es hat für seine Sünden bezahlt.” Statt um Gnade oder Vergebung geht es hier vielmehr darum, dass Gott sein Gericht an Israel abgeschlossen hat. Er handelt an seinem Volk nicht mehr so, wie es seinen Sünden entsprechen würde. Gott fordert die Welt dazu auf, Israel Folgendes zuzurufen: Dein Kriegsdienst und die Zeit des Gerichts sind vorbei! Eine neue Zeit der Wiederherstellung ist angebrochen!


Ganz ähnlich formuliert es Sacharja: „Nun aber will ich für den Rest dieses Volkes nicht wie in den früheren Tagen sein, spricht der HERR der Heerscharen… Ebenso wie ich mir vorgenommen hatte, euch Böses zu tun, als eure Väter mich zum Zorn reizten, spricht der HERR der Heerscharen, und ich es mir nicht leid tun ließ, so habe ich mir wieder vorgenommen, in diesen Tagen Jerusalem und dem Haus Juda Gutes zu tun. Fürchtet euch nicht.” (Sacharja 8,11-15) Das bedeutet, dass Gott einen unumkehrbaren Wiederherstellungsprozess eingeleitet hat. Er stellt eine radikale Veränderung in seinem Verhalten zu Israel dar. Das bedeutet nicht, dass er Israel nie wieder korrigieren würde, wie ein liebender Vater es seinem Sohn gegenüber tut, doch es wird „mit rechtem Maß“ geschehen (Jeremia 30,11).

 

Der Weg zur Erlösung

Schließlich stellt die Annahme, dass Israel seinen Messias nur durch eine weitere Zeit schweren Gerichts empfangen wird, den Charakter Gottes und sogar der Menschheit falsch dar. Normalerweise führen große menschliche Katastrophen nicht zur Buße, sondern zum genauen Gegenteil. Nach der schlimmsten aller Plagen verhärtete der Pharao sein Herz nur noch mehr. Das Buch der Offenbarung zieht eine Parallel zur Endzeit und beschreibt die Menschheit in einem Zustand hoffnungsloser Rebellion gegen Gott – selbst nachdem sein großer Zorn sich über sie ausgießt: „…und lästerten den Gott des Himmels wegen ihrer Schmerzen und wegen ihrer Geschwüre, und sie taten nicht Buße von ihren Werken.“ (Offenbarung 16,11)

Das katastrophale Gericht, das im Jahr 70 n.Chr. über Israel hereinbrach, war nicht Gottes Art, sein Volk zu sich zurückzurufen; vielmehr war es ein Ausdruck dessen, dass das Maß ihrer Sünden voll war und nach göttlicher Gerechtigkeit verlangte. Jesus erklärte: „Seht, euer Haus wird verlassen sein und verwüstet daliegen.“ (Matthäus 23,38)

 

In ähnlicher Art und Weise führte die große Tragödie des Holocaust nicht dazu, dass die meisten Juden Gott gesucht hätten. Sie fragten vielmehr: „Wo war Gott?“ Viele von ihnen verloren ihren Glauben. Wie ein Holocaustüberlebender mir einmal sagte: „Für mich ist Gott in Auschwitz gestorben.“ Der Apostel Paulus erklärte andererseits, dass uns „die Güte Gottes zur Umkehr leitet.” (Römer 2,4)

 

Gott erlöst sein Volk, indem er seinem Bund treu bleibt und es in seiner ewigen Lieben wiederherstellt (Jeremia 31,2). Im Gegensatz dazu besteht die Botschaft, die Gott in unseren Tagen an die Nationen richtet, nicht darin, dass er Israel weiteres Gericht ankündigen würde. Vielmehr erklärt er: „Höret, ihr Völker, des HERRN Wort und verkündet's fern auf den Inseln und sprecht: Der Israel zerstreut hat, der wird's auch wieder sammeln und wird es hüten wie ein Hirte seine Herde. „(Jeremiah 31,10) Das kann natürlich auch wohlüberlegte erzieherische Maßnahmen durch den Stab des guten Hirten beinhalten, doch diese Disziplinierung wird das Volk auf grüne Weiden führen.

 

Zu diesem Auftrag sieht sich die Christliche Botschaft verpflichtet: Israel und den Nationen Gottes Gnade und seine Treue zu verkündigen. Wir erklären, dass eine neue Zeit der Wiederherstellung angebrochen ist. Wir fordern die Christenheit dazu auf, mit Gott an diesem großen Werk der Wiederherstellung Israels zusammenzuarbeiten. Unsere Berufung besteht darin „Gottes Volk zu trösten“ und Israel zu verkündigen, dass ein neues Kapitel begonnen hat. Es wird nicht zu weiterem Gericht führen, sondern dazu, dass ganz Israel gerettet wird!

Der Bundestagsbeschluss zu Israels Annexionsplänen

Der Deutsche Bundestag hat am Mittwoch die Annexionspläne der israelischen Regierung als „im Widerspruch zu internationalem Recht“ kritisiert und die israelische Regierung dazu aufgefordert, die Pläne fallen zu lassen. Eine Verurteilung Israels oder gar Strafmaßnahmen lehnte eine Mehrheit der Abgeordneten jedoch ab. Sie forderten stattdessen die Bundesregierung dazu auf, sich innerhalb der EU gegen „einseitige Sanktionen oder Sanktionsforderungen“ einzusetzen. Für den von CDU/CSU und SPD eingereichten Antrag stimmten neben den Koalitionsfraktionen auch ein Teil der FDP-Abgeordneten. Grüne, Linke, AFD und einzelne FDP-Abgeordnete enthielten sich.

Im Vorfeld des Bundestagsbeschlusses zu Israels Annexionsplänen vom 1. Juli 2020 hat die ICEJ-Deutschland folgenden Brief an Mitglieder des Deutschen Bundestages geschrieben.

Foto: Pixabay, Symbolbild

 

Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete,

anlässlich der aktuellen Beratungen des deutschen Bundestags zur Nahost-Politik und mehrerer Anträge verschiedener Parteien zu diesem Thema möchten wir Ihnen als Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (ICEJ) - Deutscher Zweig e.V. folgende Gedanken zukommen lassen.

Wir begrüßen ausdrücklich die Absicht des deutschen Bundestages, sich zu Deutschlands Freundschaft und Verpflichtung gegenüber Israel zu bekennen und Sanktionen gegen Israel entgegenzutreten. Angesichts der Forderungen zahlreicher Staaten, Israel mit schweren Sanktionen zu belegen, ist ein deutliches Signal des deutschen Bundestages gegen die Isolierung Israels notwendiger denn je.

Eine Isolierung Israels würde den Frieden im Nahen Osten nicht fördern und könnte der Koexistenz von Israelis und Palästinensern schaden. Insbesondere würde die palästinensische Zivilbevölkerung unter Sanktionen leiden. Mehr als 100.000 Palästinenser, rund 20% der Beschäftigten, arbeiten in jüdischen Betrieben und Einrichtungen in Israel und im Westjordanland (Judäa und Samaria). Sie verdienen dort ein Vielfaches des Durchschnittsgehalts in den Palästinensergebieten. Da ein palästinensischer Arbeiter mit seinem Gehalt bis zu zehn Angehörige versorgt, sind rund eine Million Menschen von diesen israelischen Arbeitsplätzen abhängig. Außerdem arbeiten in diesen Betrieben Palästinenser und Israelis Seite an Seite. Es sind Orte der Begegnung und der Verständigung. Sanktionen gegen Israel würden die Lebensgrundlage dieser einen Million Palästinenser und diese friedliche Verständigung gefährden.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, seit Jahren ohne demokratische Legitimation im Amt, lehnt eine solche Koexistenz ab. 2013 erklärte er, es werde kein Israeli, auch keine Zivilisten, in einem künftigen Palästinenserstaat geduldet werden. Dies entspricht nicht unserem Verständnis eines Miteinanders verschiedener Völker und kann nicht das Ziel deutscher Außenpolitik im Nahen Osten sein.

Ein solcher Palästinenserstaat wäre das Ende der gewachsenen nachbarschaftlichen Koexistenz zwischen Israelis und Palästinensern. Auch würde der Zugang zu israelischen Arbeitsplätzen erschwert, wenn nicht sogar unmöglich werden. Bis zu einer Million Palästinenser wären ihrer Lebensgrundlage und Perspektive beraubt. Beides würde Radikalisierung und Terror begünstigen.

Auch die Sicherheit Israels wäre nicht mehr gewährleistet. Wie bereits vor dem Sechs-Tage-Krieg 1967 bestünde die Gefahr, dass Israels dicht besiedelter Küstenstreifen - in dem rund vier Millionen Menschen leben - aus den militärstrategisch bedeutsamen Bergen Judäas und Samarias mit Raketen beschossen würde. Dass dies ein realistisches Szenario ist, belegt nicht nur Mahmud Abbas‘ Ablehnung friedlicher Koexistenz, sondern auch Israels leidvolle Erfahrung nach dem vollständigen Abzug aus dem Gazastreifen 2005. Die seit 2007 dort herrschende islamistische Terrororganisation Hamas unterdrückt nicht nur die eigene Bevölkerung, sondern terrorisiert und traumatisiert die in Südisrael lebenden Israelis mit andauerndem Raketenbeschuss.

Wir bitten Sie eindringlich, wirken Sie Sanktionen und Verurteilungen Israels durch unsere Partner in der EU und bei den Vereinten Nationen entgegen. Unterstützen Sie die bereits langjährig bestehenden Initiativen und Orte der Koexistenz. Nur durch Begegnungen im Alltag ist gegenseitige Verständigung möglich und nur so kann langfristig Frieden, Sicherheit und Stabilität im Nahen Osten geschaffen werden.

Wir begrüßen sehr, dass Sie im Mai 2019 die israelfeindliche BDS-Kampagne verurteilt haben. Bitte handeln Sie nun mit derselben Entschlossenheit.

Hochachtungsvoll

Gottfried Bühler

Erster Vorsitzender ICEJ Deutscher Zweig


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„Israel“ aus der Bibel löschen?

Im April berichteten Christen in Dänemark von einer neuen Bibelübersetzung der dänischen Bibelgesellschaft, die hunderte Erwähnungen „Israels“ im Alten wie im Neuen Testament weglässt oder ersetzt.

„Israel“ mehr als 250-mal „bearbeitet“

In der „Zeitgenössischen Dänischen Bibel 2020“ ist bei 58 der rund 60 Nennungen Israels im Neuen Testament je nach Gebrauch „Israel“ weggelassen oder mit „Juden“ bzw. „Land der Juden“ oder anderen Ausdrücken ersetzt worden. So wurde Matthäus 15,31 „und sie priesen den Gott Israels“ zu „und sie priesen Gott“ geändert. Im Alten Testament wurde „Israel“ an rund 200 Stellen ersetzt, ca. 10% aller Nennungen Israels. Hier wird z.B. Psalm 121,4: „Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht“ in der „Bibel 2020“ mit „siehe, unser Hüter schläft noch schlummert nicht“ wiedergegeben.

Die dänische Bibelgesellschaft betont, man beabsichtige mit der „Bibel 2020“, säkulare und kirchenfremde Menschen, denen zahlreiche biblische Ausdrücke fremd seien, mit der Liebe Gottes zu erreichen. Die Leser sollen nicht irrtümlicherweise das biblische Israel mit dem heutigen Israel verwechseln. Dies rechtfertigt jedoch niemals einen solchen Angriff auf die Unversehrtheit der Heiligen Schrift und ihren ewigen Wahrheitsgehalt. Da die meisten nationalen Bibelgesellschaften weltweit die breite Unterstützung gläubiger Christen genießen, ist es wichtig, dass wir angesichts dieser fehlgeleiteten Bibelübersetzung unsere Stimme erheben.

Direkt zur Petition an die dänische Bibelgesellschaft

Die Unantastbarkeit der Heiligen Schrift

Zuerst müssen wir respektieren, dass die Heilige Schrift unantastbar ist – ihre eigentliche, wesentliche Bedeutung darf niemals verändert werden. In Jeremia 1,12 lesen wir, dass Gott selbst über seinem Wort wacht und dass er danach handeln wird. Über Jahrtausende hinweg hat das Volk Israel die Bibel, die mehrheitlich von jüdischen Autoren niedergeschrieben wurde, mit großer Sorgfalt erhalten und bewahrt. Ein Beispiel dafür sind die Schriftrollen vom Toten Meer, die Mitte des 20. Jahrhunderts bei Qumran entdeckt wurden. Sie belegen, dass die Heilige Schrift, die wir heute in unseren Händen halten, mit den mehr als 2.000 Jahre alten Texten von Qumran übereinstimmt. Nichts wurde verändert.

Die Übersetzung der Bibel in andere Sprachen kann viele Herausforderungen mit sich bringen, insbesondere, wenn es um bestimmte hebräische und griechische Worte geht, die weniger gebräuchlich sind oder mehrere Bedeutungen haben. Aber „Israel“ ist „Israel“ und es besteht kein Bedarf und kein Grund, dies jemals zu ändern.

Israels Rolle in Gottes Heilsplan

Zweitens ist es nicht möglich, die Nation und das Volk Israel aus ihrer zentralen Rolle zu entfernen, die sie in Gottes Heilsplan für die gesamte Menschheit innehaben, was in den hebräischen und griechischen Schriften durchgehend bestätigt wird. Das Neue Testament stimmt mit dem Alten Testament überein, dass Gottes Erwählung des Landes und des Volkes Israel untrennbar zusammengehören und weiterhin Bestand haben. Die dänische Bibelgesellschaft jedoch versucht, diese Verbindung im Verständnis der Menschen zu durchtrennen. Dies würde die vielen Verheißungen Gottes zur endzeitlichen Wiederherstellung Israels wirkungslos machen und würde bedeuten, dass Gott untreu oder nicht vertrauenswürdig ist, seine Versprechungen zu halten. Dies würde Gott als Lügner darstellen!

Es ist eine Sache, biblische Passagen so zu interpretieren, dass man das jüdische Volk seiner einzigartigen Rolle in der Heiligen Schrift oder seines unwiderruflichen Erbteils im Land Israel beraubt. Dies ist ein schwerer Fehler, den viele Christen seit Jahrhunderten begehen. Aber biblische Passagen so zu übersetzen, dass Schlüsselverweise auf Israel entfernt werden, ist eine noch viel größere Verzerrung. Wo wird dies enden? Wird eines Tages das Wort „Gemeinde“ mit dem Namen einer politischen Bewegung ersetzt werden? Oder wird man den Namen Jesus mit dem Namen eines falschen Erlösers ersetzen?

Der „Gott Israels“

Auch würde man Gott seiner eigenen Identität berauben, da er sich wiederholt selbst als „Gott Israels” bezeichnet (vgl. 2. Mose 5,1; 2. Samuel 12,7; Psalm 72,18; Jesaja 45,3; Jeremia 31,23; Hesekiel 44,2; Maleachi 2,16; Matthäus 15,31; Lukas 1,68; Apostelgeschichte 13,17). Er war der Gott eines alten Volks namens Israel, aber er gab diesem Volk auch ein besonderes Land als „ewigen Besitz” (1. Mose 17,8), pflanzte es in dieses Land, damit es zu einer einzigartigen Nation auf Erden würde, und versprach, in diesem Land über dieses Volk zu wachen. Einige mögen nicht einverstanden sein mit dem, was die heutige Nation Israel tut, aber Gott hat das jüdische Volk in sein ewiges Heimatland gebracht, um dort große und wunderbare Dinge mit ihm zu wirken, die der ganzen Welt zum Segen sein werden.

Das internationale Netzwerk der Bibelgesellschaften ist in der christlichen Welt hoch angesehen dafür, dass es seiner wichtigen Mission nachkommt, Gottes Wort allen Völkern und Nationen in ihrer Muttersprache zugänglich zu machen. Aber die dänische Bibelgesellschaft hat sich nun mit diesen beunruhigenden und inakzeptablen Handlungen nicht mit Ruhm bekleckert. Sie muss die Unversehrtheit der Heiligen Schrift anerkennen, indem sie diese höchst fehlerhafte Bibelübersetzung aus dem Umlauf nimmt.

Stellen Sie sich heute an die Seite Israels und des Wortes Gottes!

Im Lauf der Geschichte hat es immer wieder Versuche gegeben, die Bibel zu verändern und Israel und das jüdische Volk aus der Bibel zu entfernen – auch in Deutschland. Stellen wir uns heute an die Seite Israels und des Wortes Gottes!

Zur Petition an die dänische Bibelgesellschaft

Weitere Informationen zur "Bibel 2020" finden Sie bei der Bibelgesellschaft in Israel (auf Englisch).


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Der Gott, der Nationen heilt

„Denn so spricht der HERR Zebaoth: Es ist nur noch eine kleine Weile, dass ich Himmel und Erde, das Meer und das Trockene erschüttere.“ (Haggai 2,6).

Der Prophet Haggai sah eine Zeit der globalen Erschütterung voraus. Er sah, wie nicht nur die Erde, sondern auch die Himmel erschüttert wurden. Eine Erschütterung des Himmels bedeutet nicht etwa, dass der himmlische Wohnort Gottes in irgendeiner Weise erschüttert würde. Gott ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. Sein Thron und seine Herrschaft stehen für immer. Dieser Ausdruck bezieht sich vielmehr auf die himmlischen Reiche, von denen aus die Mächte und Gewalten der Finsternis Einfluss auf unsere Welt ausüben (Epheser 6,12). Es heißt, unsere Erde werde derart in Aufruhr geraten, dass dämonische Mächte über ganzen Nationen in Unruhe versetzt werden und möglicherweise sogar Regierungswechsel herbeiführen können.

Foto: Pixabay, Brandenburger Tor

Erschütterungen

Wir befinden uns definitiv in einer Zeit nie dagewesener globaler Erschütterungen. Das Coronavirus verursacht weltweit Verwerfungen und löst damit eine beispiellose Flut ungewöhnlicher Regierungsentscheidungen rund um den Globus aus. Wie nie zuvor beeinflusst eine Plage jeden Teil unseres Planeten und alle Nationen zugleich.

Auch die jüngsten Aufstände und Demonstrationen, die durch den Tod eines afroamerikanischen Mannes, George Floyd, ausgelöst wurden, gehen wie ein Lauffeuer um die Welt. Die größten und alarmierendsten Auswirkungen sind in den USA zu spüren, wo Floyds Tod die vorhandene Polarisierung innerhalb der Gesellschaft bereits zum Aufflammen gebracht hat und sogar die bevorstehende Präsidentschaftswahl beeinflussen könnte. Viele dieser Demonstrationen sind von zerstörerischen Kräften vereinnahmt worden, die kein harmonisches Verhältnis zwischen den Volksgruppen sowie den Frieden der Nation im Sinn haben, sondern vielmehr ihre Zerstörung. Ich persönlich habe das Gefühl, dass ein Großteil der Gewaltausbrüche bösen geistlichen Ursprungs ist und deshalb auch im geistlichen Kampf durch Gebet angegangen werden muss.

Wie Wunden heilen

Sowohl die Covid-19-Pandemie als auch die Aufstände reißen eine landesweite Wunde in Amerika und in aller Welt auf, die nach Heilung schreit. Genau an dieser Stelle gibt uns das Wort Gottes Hoffnung.

„[Wenn] mein Volk, über das mein Name genannt ist, sich demütigt, dass sie beten und mein Angesicht suchen und sich von ihren bösen Wegen bekehren, so will ich vom Himmel her hören und ihre Sünde vergeben und ihr Land heilen.“ (2. Chronik 7,14)

Dieser Vers zeigt uns, dass Gebet die Heilung und Wiederherstellung ganzer Nationen bewirken kann. Gebet ist nicht nur eine Waffe, um unsere persönlichen Kämpfe in den Bereichen Finanzen, Gesundheit oder Familie zu führen. Gebet kann eine strategische Waffe mit nationaler Durchschlagskraft sein, die in Verbindung mit Fasten jedes Joch zerbrechen und jede Festung zerstören kann. Gott ermutigt uns, in diesen Dimensionen zu denken.

„Bitte mich“, spricht Gott, „so will ich dir Völker zum Erbe geben und der Welt Enden zum Eigentum“ (Psalm 2,8). Als Daniel in Babylon für das Volk Israel in der Zerstreuung betete, setzte sein Gebet Engelfürsten in Bewegung, die in den himmlischen Gefilden über die Weltreiche Griechenland und Persien regierten. Das bedeutet, dass gezieltes und bewusstes Gebet die Atmosphäre über Nationen und Regionen verändern kann.

Einheit durch Gebet

Ein Beispiel dafür sind die Geschehnisse in Deutschland während der späten 1980er Jahre. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland streng gerichtet und erlebte eine nationale Teilung in zwei Staaten. Ostdeutschland wurde von der Sowjetunion kontrolliert und unterdrückt und stand als Region schließlich unter der Aufsicht eines KGB-Agenten namens Wladimir Putin (das KGB, Komitee für Staatssicherheit, war von 1954 bis 1991 der sowjetische In- und Auslandsgeheimdienst). Die andere Seite Deutschlands war Teil der freien westlichen Welt unter Leitung der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Konfrontationslinie zwischen Ost und West während des Kalten Krieges verlief durch Deutschland und mitten durch Berlin. Deutsche spionierten sich gegenseitig aus und wurden sogar darauf trainiert, einander im Falle eines Krieges zu bekämpfen.

Noch zur Jahreshälfte 1989 schien eine Wiedervereinigung Deutschlands unmöglich. Einige der prophetischen Stimmen, die eine Wiedervereinigung voraussahen, wie der britische Bibellehrer David Pawson und Loren Cunningham, Gründer von „Jugend mit einer Mission“, wurden von Pastoren in Deutschland belächelt. Deutschland war nicht nur durch eine nationale Kluft gespalten, sondern auch durch globale politische Blocks, die bereit waren, ihren Teil Deutschlands zu verteidigen und dafür zu kämpfen. Ich kann mich noch gut an die Manöver des US-Militärs in der Nähe meiner Heimatstadt bei Stuttgart während meiner Kindheit erinnern.

Als ich letzten Sommer, 30 Jahre nach der Wiedervereinigung, in Deutschland war, sprach ich mit Pastoren und Leitern aus dem Osten und aus dem Westen. Ich wurde durch ihre Worte sehr ermutigt. Schon in den späten 1970er Jahren bildeten sich insbesondere im kommunistischen Ostdeutschland Gebetsgruppen, die für die Heilung unseres Landes beteten. Im Jahr vor der Wiedervereinigung gingen verschiedenste Einzelpersonen und Gebetsgruppen durch Gottes Führung und ohne voneinander zu wissen an die Mauer und beteten dafür, dass sie fallen möge. Auf beiden Seiten der Berliner Mauer nahmen Menschen das Abendmahl, und ahnten nicht, dass andere es ihnen gleichtaten.

Die Demonstrationen, die zum Fall der Berliner Mauer führten, hatten ihren eigentlichen Ursprung in den Friedensgebeten, die jeden Montag in der Nikolaikirche in Leipzig stattfanden. Das wöchentliche Gebetstreffen wurde bereits 1982 ins Leben gerufen. Und Gott antwortete auf diese Gebete! Was tatsächlich in der Nacht des 9. Novembers 1989 geschah, weiß bis heute niemand ganz genau. Doch alle sind sich einig, dass es ein Wunder war, als ein hoher SED-Funktionär in Ostdeutschland, Günter Schabowski, die Grenze für geöffnet erklärte.

Wenn Gottes Volk betet

Ich schreibe diese Worte heute in einer Zeit, in der die Nationen der Welt Heilung brauchen. Es geht eine Mauer durch die Vereinigten Staaten – und dabei spreche ich nicht von der Mauer, die die südliche Grenze der USA sichern soll. Die Mauer, die ich meine, teilt und polarisiert die Nation und bedroht möglicherweise nicht nur das Gefüge Amerikas, sondern auch die globale Rolle der USA als „Nation unter Gott“. Amerika braucht unsere Gebete mehr als je zuvor. Besonders wir Christen in der westlichen Welt sind das den USA mehr als irgendjemandem sonst schuldig, standen sie doch jahrzehntelang an unserer Seite.

Gott kann Korea ebenso heilen und vereinen, wie er Deutschland wiedervereint hat. Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang war einst als „Jerusalem des Ostens“ oder „Jerusalem Asiens“ bekannt, als vor einem Jahrhundert eine große Erweckung über das Land kam. Was uns heute unmöglich scheint, ist Gott möglich. Der Schlüssel dafür liegt allerdings nicht in den Händen von Politikern, sondern in den Händen des Volkes Gottes. Beachten Sie, dass es nicht heißt „wenn der Präsident“ oder „wenn die Regierung“ oder „wenn das Parlament“ etwas tut. Gott sagt vielmehr: „Wenn mein Volk, über das mein Name genannt ist, sich demütigt, dass sie beten […], so will ich […] ihr Land heilen.“ (2. Chronik 7,14) Der Schlüssel zur Heilung unserer Nationen liegt in den Händen gewöhnlicher Leute, Menschen wie Sie und ich, die an den Trennmauern stehen und proklamieren, dass sie im Namen Jesu fallen müssen!

Bitte beten Sie mit uns für die USA, für Korea und für Israel. Vielleicht braucht auch Ihre eigene Nation eine Berührung Gottes. Gott heilt die Nationen. In Jakobus 5,16 lesen wir: „Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.“ Unsere Gebete können die dämonischen Mächte der Spaltung, des Liberalismus und des Rassismus brechen, weil Jesus der Herr aller Herren und der König aller Könige ist. Nichts ist ihm unmöglich, wenn sein Volk betet. Tun wir uns zusammen und packen wir es gemeinsam an!

Gott segne Sie aus Jerusalem, während wir die Welt gemeinsam verändern!


Jesaja-62-Gebet

Bitte informieren Sie sich über unsere Jesaja-62-Gebetsgruppen in Ihrem Land und schließen Sie sich einer unserer Gebetsgruppen an, die von unseren nationalen ICEJ-Zweigstellen derzeit über die Internetplattform ZOOM angeboten werden. Gerne können Sie sich jeden Mittwoch auch unserem weltweiten Gebetstreffen der ICEJ aus Jerusalem anschließen, ebenso wie unserer neuen, monatlichen, globalen Gebetsbewegung Rosch Chodesch. Es gibt viele weitere Menschen wie Sie, die gemeinsam mit anderen Gläubigen ihre Stimme erheben wollen und daran glauben, dass sie ihre Nationen nachhaltig beeinflussen können.

Hier geht es zum Jesaja-62-Gebet der ICEJ-Deutschland: www.Jesaja62.icej.de

Klicken Sie hier, um weitere Informationen zu den internationalen Gebetsgruppen zu erhalten (auf Englisch).

Sehen Sie außerdem zwei faszinierende Videos, die darüber berichten, wie Gott in den Herzen seines Volkes auf beiden Seiten der Berliner Mauer gewirkt hat (Deutsch und Englisch):

Im Osten

Im Westen


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