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Commentary

Das Licht des Messias

In der Advents- und Weihnachtszeit besinnen sich Christen weltweit auf die Geburt Jesu, der als Licht in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht in der Finsternis bliebe (Johannes 12,46). Auch für das jüdische Volk, das des Wunders von Chanukka gedenkt, ist Licht ein zentrales Thema in dieser Jahreszeit. Licht ist ein in der Bibel immer wiederkehrendes Motiv, dem die Autoren des Alten Testaments eine tiefere Bedeutung zukommen ließen.

Foto: Pixabay, Chanukkia, Symbolbild

Das wahre Licht

Zu Beginn seines Evangeliums bezeichnet Johannes Jesus als „das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet“ (Johannes 1,9). Was der jüdische Leser im ersten Jahrhundert sofort verstand, ist vielen von uns heutzutage kaum bewusst. Johannes‘ Aussage über das „wahre Licht“ ist keine kunstvolle Dichtung oder gar ein neues theologisches Konzept. Stattdessen greift Johannes explizit die Wortwahl der Thora und der Propheten auf, die über den kommenden Messias weissagten.

Immer wieder spricht das Alte Testament von einem ewigen Licht, das bei Gott ist und Gott gleich ist. Wenn Johannes also sagt, Jesus sei „das wahre Licht“, erklärt er ohne Umschweife, dass Jesus ewig und von Gott ausgegangen ist. Sein anschließender Bericht über das Wirken Jesu – das Johannesevangelium – ist sein Plädoyer, mit dem er diese Aussage bekräftigt.

Es werde Licht

Sicherlich ist es kein Zufall, dass der Prolog des Johannesevangeliums stark an den Schöpfungsbericht erinnert. Johannes möchte seine Leser darauf hinweisen, dass er von demselben Licht berichtet, von dem bereits in den ersten Versen der Bibel die Rede ist. In 1. Mose 1,3 heißt es: „Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.“ Dieses Licht, das offenbar wurde, war nicht das Licht der Sonne. Diese wurde erst am vierten Tag erschaffen. Rabbinische Schriften sind sich einig, dass es sich hier um das „Licht des Messias“ handelt, das bereits vor Erschaffung der Welt existiert hat.[1]

Bevor die Sonne war

Salomo bekräftigt dies in Psalm 72,17. Im hebräischen Urtext lesen wir dort: „Sein Name bleibe ewiglich; bevor die Sonne [war], möge sprossen [yinon] sein Name“. Im Midrasch, der rabbinischen Auslegung biblischer Schriften, heißt es, dass der König, von dem Psalm 72 spricht, mit dem Spross Isais aus Jesaja 11,1-4 identisch sei. Der Name dieses Königs sei demnach yinon („möge sprossen“) und yinon habe bereits vor Erschaffung der Sonne existiert.

Die Erkenntnis, dass Jesus nicht erschaffen wurde, sondern bei der Schöpfung präsent war, ist somit keine speziell „christliche“ Offenbarung. Jüdische Gelehrte hatten bereits anhand der Schriften erkannt, dass der kommende Messias ewigen Ursprungs sein würde. Nach rabbinischer Tradition hat Gott ihn jedoch verborgen.[2] Möglicherweise spielt der Apostel Paulus auf genau diese Überlieferung an, als er in Kolosser 1,26 Jesus das „Geheimnis“ nennt, das „verborgen war seit ewigen Zeiten und Geschlechtern“.

Bei ihm wohnt das Licht

Auch im Buch Daniel finden wir eine bemerkenswerte Aussage über das „wahre Licht“. Als Daniel und seine Freunde in einer gemeinsamen Gebetsnacht Gott baten, ihnen Nebukadnezars Traum zu offenbaren, antwortete Gott ihnen durch eine Vision. In seinem anschließenden Lobpreis sagte Daniel dann: „Er offenbart das Tiefe und das Verborgene; er weiß, was in der Finsternis ist, und bei ihm wohnt das Licht.“ (Daniel 2,22, ELB) Es ist einleuchtend, dass Daniel sich hier nicht auf physisches Licht bezieht, sondern auf jenes Licht, dass die Rabbiner das „Licht des Messias“ nennen. Im aramäischen Urtext wird Licht mit nehora wiedergegeben. Die jüdischen Gelehrten sind sich einig, dass nehora, Licht, einer der geheimen Namen des Messias ist. Somit bestätigt Daniel 2,22, dass der Messias ewig ist und bei Gott wohnt.

Zions Licht

Andere Weissagungen in der Bibel bezeichnen Gott selbst als das Licht und bekräftigen somit den göttlichen Ursprung des Messias. David nennt den HERRN, also Jahwe, „mein Licht und mein Heil [Jeschua]“ (Psalm 27,1).Jesaja verkündet in seiner Vision von der künftigen Herrlichkeit Zions, dass Gott selbst Zions Licht sein wird: „Die Sonne soll nicht mehr dein Licht sein am Tage, und der Glanz des Mondes soll dir nicht mehr leuchten, sondern der HERR wird dein ewiges Licht und dein Gott wird dein Glanz sein. Deine Sonne wird nicht mehr untergehen und dein Mond nicht den Schein verlieren; denn der HERR wird dein ewiges Licht sein, und die Tage deines Leidens sollen ein Ende haben.“ (Jesaja 60, 19-20) Der Apostel Johannes berichtet ähnliches in seiner Offenbarung über das himmlische Jerusalem. Er sagt voraus, dass das Lamm Gottes - der Messias - die himmlische Stadt erleuchten wird(Offenbarung 21,23 + 22,5).

Das Licht der Heiden

Jesaja spricht auch von dem Gottesknecht, den Gott „zum Bund für das Volk, zum Licht der Heiden“ bestimmt hat (Jesaja 42,6). Bis ins Mittelalter waren die jüdischen Gelehrten der Ansicht, dass der Messias dieser Gottesknecht und damit das „Licht der Heiden“ sei. Erst Raschi, der bedeutende jüdische Gelehrte Rabbi Schlomo ben Jizchak aus dem 11. Jahrhundert, der das heutige rabbinische Judentum stark beeinflusst hat, brachte eine neue Interpretation dieser Verse. Er sagte, allein Israel sei der Gottesknecht und somit auch das Licht der Heiden.

Dass diese Sichtweise im ersten Jahrhundert jedoch noch nicht vorherrschend war, bekräftigt die Weissagung Simeons über den neugeborenen Jesus. Als Josef und Maria ihn in den Tempel brachten, sagte Simeon: „Denn meine Augen haben dein Heil [Jeschua] gesehen, das du bereitet hast im Angesicht aller Völker: ein Licht zur Offenbarung für die Nationen und zur Herrlichkeit deines Volkes Israel.“ (Lukas 2,30-32, ELB) Simeon, ein gerechter und gottesfürchtiger Mann, auf dem der Heilige Geist war (Lukas 2,25), war vertraut mit der damals geläufigen Ansicht, dass der Messias, auf den er sein Leben lang gewartet hatte, das Licht der Heidenvölker sein würde.

Ich bin das Licht der Welt

Dies bezeugte Jesus auch von sich selbst: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8,12) Seine jüdischen Zuhörer verstanden sofort, dass dieser galiläische Wanderprediger, der Zimmermann aus Nazareth, mit diesen Worten den Anspruch stellte, nehora, der in Jesaja verheißene Gottesknecht, der Messias zu sein, der bereits vor Erschaffung der Sonne existiert hatte.

Jesus sagte in Johannes 5,39, dass die Schriften - also das Alte Testament - von ihm zeugen. Es sind die Weissagungen des Alten Testaments und ihre Erfüllung in Jesus, die dem Neuen Testament Autorität verleihen. Ohne die Voraussagungen der Propheten und der Thora wären Johannes‘ Worte vom „wahren Licht“ nichts weiter als eine poetische Formulierung gewesen und Jesu Aussage, das „Licht der Welt“ zu sein, hätte keine tiefere Bedeutung.

Ihr seid das Licht der Welt

Während des jüdischen Chanukka-Fests erinnert sich das jüdische Volk an die Wiedereinweihung des Jerusalemer Tempels nach dem erfolgreichen Makkabäer-Aufstand gegen die Griechen im Jahre 164 v. Chr. Nachdem sie den heidnischen Zeus-Altar aus Gottes Heiligtum entfernt hatten, stellten die Juden fest, dass der Vorrat an geweihtem Öl, das für den siebenarmigen Leuchter im Tempel – die Menora – bestimmt war, nur noch für einen Tag ausreichen würde. Durch das „Wunder von Chanukka“ brannte es jedoch acht Tage lang – so lange dauerte es, neues geweihtes Öl herzustellen. Somit konnten sie Gottes Gebot erfüllen, wonach die Menora beständig brennen sollte (3. Mose 24,2-3).

Jesus, das Licht

Die Menora ist wie der Tempel selbst „ein Schatten des Zukünftigen“ (Kolosser 2,17). Sie symbolisiert den Messias, das „wahre Licht, dass alle Menschen erleuchtet“ (Johannes 1,9). In Matthäus 5,14 bezeichnet Jesus uns - seine Jünger – ebenfalls als „das Licht der Welt“. Wir sind aufgefordert, licht zu werden, denn unser Licht – Jesus, der Messias – ist gekommen. „So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ (Matthäus 5,16)

Seien auch Sie ein Licht und schicken Sie der jüdischen Gemeinde in Ihrem Ort eine Karte zu Chanukka - als Zeichen der Solidarität von Christen mit unseren jüdischen Mitbürgern! Bitte beten Sie auch für das Wohlergehen der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland.

[1]Pesikta Rabbati 61.1; Jalkut Schimoni 56

[2]Pesikta Rabbati 36.1


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Unser Auftrag als Christen: Antisemitismus entgegentreten

Ende August begingen Juden und Christen den 125. Jahrestag des Ersten Zionistenkongresses in Basel. Dieser historische Kongress von 1897 unter dem Vorsitz des jüdischen Visionärs Theodor Herzl fand auch unter bedeutsamer Hilfeleistung von Christen statt. Genau 50 Jahre später, 1947, kamen erneut Christen und Juden in der Schweiz, diesmal in Seelisberg, zusammen. Eine Konferenz, die von großer Bedeutung für die jüdisch-christlichen Beziehungen wurde. (Foto: ICEJ/Levi Dörflinger, Solidaritätskundgebung mit Israel und dem jüdischen Volk, Archivbild)

Ein Neuanfang in den jüdisch-christlichen Beziehungen

Zwei Jahre nach dem Holocaust formulierten die versammelten Christen zehn Thesen, um eine Änderung im Verhalten der Christen gegenüber den Juden zu bewirken. Diese zehn Thesen von Seelisberg sollten dazu beitragen, die Vorurteile gegenüber den Juden, die es im christlichen Denken gab, anzugehen.

Seitdem haben wir viel Fortschritt in den jüdisch-christlichen Beziehungen gesehen. In den westlichen Kirchen hört man heutzutage kaum mehr die falsche Behauptung, dass das jüdische Volk verworfen, verflucht und für beständiges Leiden bestimmt sei, oder dass Christen die Stellung der Juden im ewigen Bund Gottes eingenommen hätten.

Und nicht nur das: Das theologische Bekenntnis von Seelisberg hat inzwischen gute Früchte auf praktischer Ebene hervorgebracht. Viele Organisationen sind entstanden, die dieses Bekenntnis in die Praxis umsetzen. Die 1980 gegründete Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (ICEJ) ist ein gutes Beispiel: Seit 42 Jahren setzen sich tausende von Christen unermüdlich für das jüdische Volk und den Staat Israel ein, inspiriert von den Worten des Propheten Jesaja, der im 40. Kapitel ruft:

„Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott. Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr, dass ihre Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld vergeben ist; denn sie hat die volle Strafe empfangen von der Hand des HERRN für alle ihre Sünden.“

Heute hilft die ICEJ Bedürftigen in Israel, betreibt ein einzigartiges Heim für Holocaustüberlebende in Haifa, errichtet hunderte Luftschutzbunker in bedrohten Ortschaften und schenkt Benachteiligten im ganzen Land neue Hoffnung. Dank der Unterstützung von Christen weltweit konnte die ICEJ mehr als 160.000 Olim (jüdische Neueinwanderer) auf ihrem Weg in ihre alt-neue Heimat helfen.

Darüber hinaus vereint die ICEJ engagierte Teams von Christen in mehr als 90 Ländern auf allen Kontinenten, die Israel und Juden vor physischen sowie verbalen Attacken verteidigen und entschlossen gegen Antisemitismus stehen.

Antisemitismus im neuen Gewand

Unsere Erfahrung bringt mich zum nächsten Punkt. Heute, mehr als 75 Jahre nach der Schoa, ist der Antisemitismus leider nicht verschwunden – er kommt lediglich in neuem Gewand daher. Die meisten antijüdischen Vorfälle geschehen heutzutage unter dem Deckmantel der Kritik an Israel, dem einzigen jüdischen Staat.

Antiisraelische Demonstrationen auf den Straßen Europas sind eine klare Bestätigung, wie ernst die Situation geworden ist. „Zionismus“ ist zum Schimpfwort geworden und Israel wird das Existenzrecht abgesprochen.

Diese Entwicklungen machen eine Ergänzung der zehn Thesen von Seelisberg dringend notwendig. Als diese Thesen 1947 formuliert wurden, gab es noch keinen jüdischen Staat. Man reagierte auf die jahrhundertelange Tradition der Judenfeindlichkeit in der Kirche und wagte einen mutigen ersten Schritt zur Wiederherstellung des biblischen Verständnisses der Christen hinsichtlich des jüdischen Volkes. Um es mit den Worten des Neuen Testaments auszudrücken: Die Juden sind „Geliebte um der Väter willen. Denn Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen.“ (Römer 11,28-29) Gottes Bund mit Abraham und seinen Nachkommen ist nie aufgehoben worden.

Diese Wahrheiten sind vor 75 Jahren in Seelisberg klar zum Ausdruck gebracht worden. Heute sind sie unter Christen fast unbestritten. Es besteht aber weniger Klarheit, wenn Christen Antiisraelismus begegnen, hinter dem sich unter dem Vorwand der Kritik am jüdischen Staat der alte Antisemitismus verbirgt.

Israel wird an den Pranger gestellt

In wenigen Tagen wird in Karlsruhe die Sitzung der Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen stattfinden, bei der eine mögliche Verurteilung Israels als „Apartheid-Staat“ erwogen wird, ausgerechnet auf deutschem Boden. Zwar sollen deutsche Bischöfe versucht haben, zu intervenieren, um das abzuwenden, aber vergeblich. Vom Weltkirchenrat hieß es, auf deutsche „Befindlichkeiten“ werde man wohl keine Rücksicht nehmen. (Foto: Unsplash, Anti-israelische Demo, Symbolbild)

Sollten wir nicht unsere Stimme erheben und unsere Brüder und Schwestern an die Worte des Apostels Paulus erinnern, „nicht gleichförmig dieser Welt“ zu sein? So wie sich damals Christen in Seelisberg mutig gegen die jahrhundertelange Tradition und die allgemein verbreiteten Vorurteile gestellt haben, rufen wir heute zum mutigen Widerstand gegen diese neue Form der Judenfeindlichkeit auf.

Es ist nämlich nichts anderes als eine neue Form des alten Hasses – früher wurde behauptet, die Juden hätten Christus gekreuzigt, die Juden hätten die Pest verursacht, die Juden wären Kosmopoliten und wollten unsere Gesellschaft verderben, die Juden wären Kapitalisten, die Juden wären Kommunisten. Heute befindet sich im Fadenkreuz der Antisemiten ein neues Ziel: der jüdische Staat. Heute nimmt der Staat Israel die Rolle des „kollektiven Juden“ in der Weltgemeinschaft ein – und wird absurder Verbrechen beschuldigt. Hier einige Beispiele, die jedoch nicht ausreichen, die Absurdität vollständig darzulegen:

  • Der UN-Menschenrechtsrat (der ebenfalls in der Schweiz seinen Sitz hat) führt jedes Jahr einen Tagesordnungspunkt in seiner Agenda, der allein Israel „gewidmet“ ist: Tagesordnungspunkt 7 schreibt vor, dass der Rat bei jeder Sitzung über die „israelischen Verletzungen der Menschenrechte in den palästinensischen Gebieten“ debattiert. Einen vergleichbaren Tagesordnungspunkt für andere Länder gibt es nicht.
  • Im vergangenen Jahr verabschiedete die UN-Vollversammlung 14 Resolutionen gegen Israel, aber nur fünf gegen andere Länder. Die UNO verurteilte Israel als einziges Land wegen angeblicher Verletzung der Frauenrechte, jedoch nicht den Iran, nicht Nordkorea, nicht Afghanistan, sondern eben das Land, in dem Frauen größere Freiheiten und Gleichberechtigung genießen als in den meisten Ländern der Welt.
  • Israel ist der einzige Staat in der Welt, dessen Hauptstadt Jerusalem von den meisten Ländern nicht anerkannt wird. Und die BDS-Bewegung („Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen“) spricht den Juden ganz einfach das Recht auf Selbstbestimmung ab.

Das Gefährliche an dieser Entwicklung ist, dass diese antisemitischen Ansichten immer größere Verbreitung finden und mehr und mehr zur Mehrheitsmeinung werden. Man findet antiisraelische Vorurteile in den Medien, an den Universitäten, in multilateralen Gremien und in der Gesellschaft.

Diesem Trend müssen wir entschlossen entgegentreten!

Was kann ein einzelner Mensch bewirken?

Man kann sich fragen, was ein einzelner Mensch bewirken kann.

Die nachfolgende Geschichte zeigt, wie eng der Kampf gegen Antisemitismus mit freundlichen Beziehungen zum jüdischen Staat verbunden ist, und verdeutlicht zugleich, wie viel ein einzelner Mensch, der gegen den Strom schwimmt und sich gegen die Mehrheitsmeinung stellt, bewegen kann.

Ich bin in der Tschechoslowakei aufgewachsen. Es ist ein Land, in dem vor dem Zweiten Weltkrieg drei Zionistenkongresse stattfanden, das einzige Land, das nach dem Krieg wagte, dem neugeborenen Staat Israel Waffen zu liefern, ein Land, das bis heute als einer der treuesten Freunde Israels in Europa gilt. Wie ist es dazu gekommen?

Den Anfang dieser Geschichte finden wir im Jahr 1899. Zwei Jahre nach dem Ersten Zionistenkongress grassierte der Antisemitismus in Europa. In Böhmen kam es damals zu einem großen antisemitischen Prozess, der mit der bekannten Dreyfuss-Affäre in Frankreich vergleichbar ist. Ein armer Jude namens Leopold Hilsner wurde des Ritualmordes beschuldigt und die gesamte damalige Gesellschaft, inklusive der Medien, griff den mittelalterlichen Aberglauben wieder auf, die Juden bedürften des Bluts christlicher Kinder für Ritualhandlungen.

Nur wenige stellten sich dem entgegen. Der bekannteste unter ihnen war der damalige Philosophieprofessor an der Prager Universität, Tomáš Masaryk. Er erlebte heftigen Widerstand, doch seine Liebe zur Wahrheit trieb ihn zu einem leidenschaftlichen Kampf gegen diese antisemitische Verleumdung. Masaryk war katholisch aufgewachsen und hatte sich zunächst nicht besonders für Juden interessiert, aber sein Engagement in der Hilsner-Affäre wurde zu einem Wendepunkt in seinem Leben. Eine lebenslange Freundschaft mit dem jüdischen Volk begann, die in Begeisterung für den Zionismus mündete. (Foto: Wikipedia, Tomáš Masaryk)

Im Jahr 1918 wurde Masaryk der erste Präsident der neugegründeten Tschechoslowakei. Als einziges europäisches Staatsoberhaupt reiste er in das damalige britische Mandatsgebiet Palästina, um seine Unterstützung für die zionistische Bewegung zu demonstrieren. Das jüdische Volk vergisst niemals, wer seine Freunde sind, und daher finden wir heute in jeder größeren israelischen Stadt eine Masaryk-Straße oder einen Masaryk-Platz.

Diese Begeisterung vererbte Masaryk seinem Sohn Jan, der in der Nachkriegsrepublik das Amt des Außenministers bekleidete. Jan Masaryk spielte eine entscheidende Rolle bei den Waffenlieferungen, die der neu entstandene Staat Israel trotz des weltweiten Embargos in den Jahren 1948-49 von der Tschechoslowakei erhielt. Israels Staatsgründer David Ben-Gurion machte die berühmte Aussage, dass ohne tschechoslowakische Gewehre der Unabhängigkeitskrieg nicht hätte gewonnen werden können.

Ein einzelner Mann, Tomáš Masaryk, stellte sich gegen die öffentliche Meinung – und seine konsequente Haltung veränderte für Generationen die Atmosphäre im ganzen Land.

Sein Sohn Jan Masaryk stellte sich gegen die ganze Völkergemeinschaft – und seine mutige Entscheidung trug zum Erhalt des jüdischen Staates bei.

An der Seite des jüdischen Volkes

Es gibt eine lange Reihe christlicher Zionisten, die sich über die Jahrhunderte hinweg an die Seite des jüdischen Volks stellten und durch ihre Gebete, Schriften und Taten dazu beitrugen, dass es heute einen jüdischen Staat gibt, der zum Zufluchtsort für Juden aus aller Welt geworden ist, der seine Bürger schützen kann und gleichzeitig in vielerlei Hinsicht zum Licht für die Nationen geworden ist.

Wir befinden uns in guter Gesellschaft, wenn wir uns heute an die Seite des jüdischen Volkes und gegen Judenhass, Vorurteile und Lügen stellen sowie das Recht Israels auf Existenz in Frieden und Sicherheit bekräftigen.

Dabei darf die Rolle eines Einzelnen nicht unterschätzt werden.

 


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Resolution anlässlich 125 Jahre Zionistenkongress in Basel

Am heutigen 28. August 2022 sind wir als christliche Delegierte in Basel mit unseren jüdischen Freunden zusammengekommen, um den 125. Jahrestag des Ersten Zionistenkongresses zu begehen, der im August 1897 in den Hallen des damaligen Stadtcasinos stattfand. Seither hat die bei jenem ersten Kongress von Theodor Herzl geteilte zionistische Vision viele großartige Errungenschaften hervorgebracht, allen voran die Wiedergeburt Israels als Nation im Mai 1948.

Heute übersteigt der Erfolg des israelischen Staates vermutlich die Erwartungen der Kongressteilnehmer in Basel 1987. Israel ist heute ein strahlendes Licht im Nahen Osten – die einzige freie und blühende Demokratie in der Region. Israel ist zu einer bedeutenden globalen Wirtschaftsmacht geworden und die Durchbrüche der ‚Start-up Nation‘ in den Bereichen Forschung und Wissenschaft sind atemberaubend und beeinflussen heute jede Nation weltweit.

Doch die Erfüllung von Herzls Traum hatte einen hohen Preis. Sechs Millionen Juden wurden während des Völkermords, den Nazi-Deutschland im Holocaust von 1938 bis 1945 verübte, brutal ermordet. In Gedenken an den Ersten Zionistenkongress möchten wir die wesentlichen Ereignisse und Bemühungen im Laufe der Jahrzehnte, die schließlich zur Gründung des jüdischen Staates und der Neugestaltung der jüdisch-christlichen Beziehungen führten, in Erinnerung rufen und bekräftigen. Gleichzeitig befassen wir uns auch mit den wesentlichen Problemen, denen der jüdische Staat sowie das jüdische Volk bis heute gegenüberstehen.

Zunächst bedenken wir mit großer Dankbarkeit die historische Konferenz von Seelisberg, die hier in der Schweiz unmittelbar nach dem Holocaust 1947 abgehalten wurde. Bedeutende christliche und jüdische Leiter strebten in Seelisberg danach, Christen für einen entschiedeneren Einsatz im Kampf gegen Antisemitismus zu gewinnen und eine neue Basis für den weiteren jüdisch-christlichen Dialog zu schaffen. Bei diesem Anlass bekräftigen wir die zehn Thesen von Seelisberg wie folgt:

  1. Es ist hervorzuheben, dass ein und derselbe Gott durch das Alte und das Neue Testament zu uns allen spricht.

  2. Es ist hervorzuheben, dass Jesus von einer jüdischen Mutter aus dem Geschlechte Davids und dem Volke Israels geboren wurde, und dass seine ewige Liebe und Vergebung sein eigenes Volk und die ganze Welt umfasst.

  3. Es ist hervorzuheben, dass die ersten Jünger, die Apostel und die ersten Märtyrer Juden waren.

  4. Es ist hervorzuheben, dass das höchste Gebot für die Christenheit, die Liebe zu Gott und zum Nächsten, schon im Alten Testament verkündigt, von Jesus bestätigt, für beide, Christen und Juden, gleich bindend ist, und zwar in allen menschlichen Beziehungen und ohne jede Ausnahme.

  5. Es ist zu vermeiden, dass das biblische und nachbiblische Judentum herabgesetzt wird, um dadurch das Christentum zu erhöhen.

  6. Es ist zu vermeiden, das Wort „Juden“ in der ausschließlichen Bedeutung „Feinde Jesu“ zu gebrauchen oder auch die Worte „die Feinde Jesu“, um damit das ganze jüdische Volk zu bezeichnen.

  7. Es ist zu vermeiden, die Passionsgeschichte so darzustellen, als ob alle Juden oder die Juden allein mit dem Odium der Tötung Jesu belastet seien. Tatsächlich waren es nicht alle Juden, welche den Tod Jesu gefordert haben. Nicht die Juden allein sind dafür verantwortlich, denn das Kreuz, das uns alle rettet, offenbart uns, dass Christus für unser aller Sünden gestorben ist.

  8. Es ist zu vermeiden, dass die Verfluchung in der Heiligen Schrift oder das Geschrei einer rasenden Volksmenge: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder“ behandelt wird, ohne daran zu erinnern, dass dieser Schrei die Worte unseres Herrn nicht aufzuwiegen vermag: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“, Worte, die unendlich mehr Gewicht haben.

  9. Es ist zu vermeiden, dass der gottlosen Meinung Vorschub geleistet wird, wonach das jüdische Volk verworfen, verflucht und für ein ständiges Leiden bestimmt sei.

  10. Es ist zu vermeiden, die Tatsache unerwähnt zu lassen, dass die ersten Mitglieder der Kirche Juden waren.

 

Zweitens bedenken wir, dass die Konferenz von Seelisberg ein Jahr vor der Wiederherstellung Israels als Nation stattfand. Deshalb fordern wir alle Christen dazu auf, folgende „Zusatzthesen“ im Geist von Seelisberg aufzunehmen:

  11. Wir bekräftigen, dass die wiedergeborene Nation des heutigen Israel einen Beweis für Gottes Treue zu seiner beständigen Bundesbeziehung mit dem jüdischen Volk darstellt, die erstmals mit dem Stammvater Abraham vor rund viertausend Jahren besiegelt wurde. Dieser Bund, der zwei Jahrtausende vor der Entstehung des christlichen Glaubens geschlossen wurde, ist nie aufgelöst worden und ist gemäß dem Wort Gottes tatsächlich unwiderruflich. Es ist wichtig, dass Christen die zentrale Bedeutung des Landes Israel im Judentum und für die jüdische Identität verstehen und respektieren.

  12. Wir bekräftigen, dass das Existenzrecht Israels, in Frieden und Sicherheit, unbestreitbar ist. Dieser Grundsatz wurde durch die Anerkennung der historischen, bereits bestehenden Rechte und Ansprüche des jüdischen Volkes auf das Land Israel von der internationalen Gemeinschaft gebührend bestätigt – im Zuge der Balfour-Erklärung 1917, der Konferenz von Sanremo 1920, des britischen Völkerbundmandats für Palästina 1922, dem Teilungsplan der Vereinten Nationen von 1947 und der Aufnahme Israels als UN-Mitgliedsstaat 1949. Wir feiern dieses Erbe, dass Israel seinen rechtmäßigen Platz unter den Nationen eingenommen hat. Dies ist eine Erfüllung der Vision Herzls von einem wiederhergestellten jüdischen Staat, der angesichts der doppelten Bedrohung durch Antisemitismus und Assimilation als sicherer Hafen für die jüdischen Gemeinschaften dient.

  13. Wir bekräftigen, dass Jerusalem die ewige und ungeteilte Hauptstadt des Staates Israel ist. Die historische Verbindung des jüdischen Volkes mit Jerusalem reicht 3.000 Jahre auf König David zurück, der Zion zum geistlichen und politischen Zentrum des Volkes Israel erklärte. Seither hat das jüdische Volk selbst in der Diaspora diese ewige Verbindung am Leben gehalten und davon geträumt, „nächstes Jahr in Jerusalem“ zu sein.

  14. Wir bekräftigen, dass Antisemitismus auch heute eine weit verbreitete Bedrohung für das jüdische Volk ist und dass Christen allerorten ihn ablehnen sowie bekämpfen müssen. Antisemitismus ist nie hinnehmbar, weder in der klassischen Form von Antijudaismus noch in den moderneren Ausprägungen von Antiisraelismus und Antizionismus. In dieser Hinsicht nehmen wir mit großer Sorge die derzeitigen globalen Bemühungen zur Kenntnis, den Staat Israel zu delegitimieren. Wir sind zutiefst besorgt darüber, dass im Herzen Europas Stimmen geduldet werden, wie bei den heutigen Demonstrationen in Basel und anderen europäischen Städten, die das Existenzrecht des Staates Israel an sich in Frage stellen. Dies ist inakzeptabel. Wir rufen alle Christen und alle Regierungsverantwortlichen auf, klar und kompromisslos gegen diese modernen Formen des Antisemitismus Stellung zu beziehen.

  15. Wir bekräftigen den biblischen Ruf an die weltweite Gemeinde, Israel zu trösten. Der Apostel Paulus beschreibt die Gemeinde als „Schuldner“ des jüdischen Volkes, da sie von ihnen den Messias und die Schriften erhalten haben, und Jesus selbst sagte: „Das Heil kommt von den Juden“. Deshalb sind Christen in aller Welt heute dazu gerufen, für den Frieden Jerusalems und das Wohlergehen des israelischen Staates zu beten, Israel in Freundschaft und Unterstützung zur Seite zu stehen und dem jüdischen Volk weltweit bedingungslos Liebe und Unterstützung zu zeigen.

  16. Schließlich erkennen wir heute mit Freude an, dass in der schnell wachsenden globalen evangelikalen Gemeinschaft ein Paradigmenwechsel im Gange ist, im Zuge dessen sich die Haltung von hunderten Millionen Gläubigen gegenüber Israel und dem jüdischen Volk bedeutend verändert. Auf allen Kontinenten, insbesondere im globalen Süden, verstehen christliche Gemeinden und Denominationen zunehmend die biblischen, hebräischen Wurzeln ihres Glaubens und sind zu wahren und bedingungslosen Freunden Israels und des jüdischen Volkes geworden. Diese wachsende Bewegung muss weiter gestärkt und genährt werden.

 


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Die Theologie des christlichen Zionismus

„Der Zionismus, die Nationalbewegung für die Rückkehr des jüdischen Volkes in sein Heimatland und die Wiedererlangung jüdischer Souveränität über das Land Israel, verfolgte von Anfang an sowohl materielle als auch geistliche Ziele. Juden aller Überzeugungen, linke und rechte, religiöse und säkulare, schlossen sich in der zionistischen Bewegung zusammen und arbeiteten gemeinsam auf diese Ziele hin. Meinungsverschiedenheiten führten zu Zerwürfnissen, aber letztlich wurde das gemeinsame Ziel eines jüdischen Staates im uralten Heimatland erreicht. Der Begriff „Zionismus“ wurde 1890 von Nathan Birnbaum geprägt.“ (Jewish Virtual Library, frei übersetzt) (Foto: Unsplash, Israelfahne, Symbolbild)

Wenn Zionismus der Glaube an das Rückkehrrecht des jüdischen Volkes in sein Heimatland ist, dann ist per Definition ein christlicher Zionist einfach ein Christ, der dieses Recht des jüdischen Volkes unterstützt. Diese breitgefasste Definition trifft sicher auf viele Christen zu, ganz gleich welche Beweggründe sie für ihre Unterstützung haben. So wie Juden verschiedener Überzeugungen die zionistische Bewegung bildeten, können auch Christen jeder Überzeugung unter diese Definition eines christlichen Zionisten fallen.

Genau dies ist der Grund, warum ein Christ vielerlei Antwortmöglichkeiten auf die Frage hat, warum er Israel unterstützt. Es können politische, historische und/oder religiöse Gründe sein.

Biblischer Zionismus

Die eigentliche Theologie des christlichen Zionismus, auch biblischer Zionismus genannt, unterstützt das Rückkehrrecht des jüdischen Volkes in sein Heimatland auf biblischer Grundlage – Gottes Bund mit Abraham. In diesem Bund erwählt Gott Abraham, damit dieser Vater eines Volkes wird, durch das Gott die Welt erlöst. Um dies tun zu können, gab er Abrahams Nachkommen ein Land, in dem sie als auserwähltes Volk leben können.

Der christliche Zionismus wird im Alten Testament, der hebräischen Bibel, immer wieder bestätigt. Die großen und kleinen Propheten verkündigen übereinstimmend, dass dies Israels nationale Berufung ist, kündigen an, dass auf eine Zeit des Exils die Rückkehr in das Land folgen wird, und sprechen von seiner geistlichen Erneuerung und Erlösung, die Licht in die Welt bringt.

Der Irrtum der Ersatztheologie

Christlicher Zionismus widerspricht der Ersatztheologie. Diese behauptet, dass Israel seine besondere Beziehung mit Gott hinsichtlich seiner nationalen Bestimmung und seines nationalen Heimatlandes verloren habe, weil es Jesus als Messias abgelehnt hat. Nun sei die Kirche das „neue Israel“ geworden. Dieser Theologie zufolge hat die Kirche nun alle Segnungen, die Israel verheißen waren, geerbt – Gericht und Fluch bleiben jedoch, praktischerweise, auf dem jüdischen Volk.

Christlicher Zionismus hingegen lehrt anhand der Bibel (Altes und Neues Testament), dass Gottes Bund mit Abraham noch heute gültig ist. Die nationale Bestimmung des jüdischen Volkes besteht weiterhin und sein nationales Heimatland ist ewiglich sein Besitz – entsprechend Gottes Plänen und Absichten. Das Neue Testament bestätigt nicht nur den Abrahams-Bund, sondern bekräftigt auch den historischen Auftrag Israels sowie die Unwiderruflichkeit seiner Gaben und Berufung.

Gottes Bund mit Abraham

Christlicher Zionismus gründet nicht auf Prophetie oder künftigen Ereignissen in der Endzeit. Die meisten christlichen Zionisten würden jedoch der Aussage zustimmen, dass Israels Wiederauftreten auf der Weltbühne, ganz so wie Gott es verheißen hatte, darauf hindeutet, dass auch andere in der Bibel vorhergesagte Ereignisse eintreten werden.

Israels Recht, das Land Kanaan zu besitzen, gründet auf Gottes Verheißungen. Nicht nur einmal, sondern immer wieder sicherte Gott Abraham zu, dass er ihm und seinen Nachkommen das verheißene Land geben würde.

„Hebe deine Augen auf und sieh von der Stätte aus, wo du bist, nach Norden, nach Süden, nach Osten und nach Westen.“(1. Mose 13,14)

Dieselben göttlichen Verheißungen wurden auch den Patriarchen Isaak und Jakob gegeben. Sie wurden gegenüber Mose bestätigt, in den Psalmen bekräftigt und sind in den ganzen prophetischen Schriften zu finden. Es sind biblische Verheißungen, die in ihrer Festigkeit und ihrer Verbindlichkeit nicht übertroffen werden können.

In 1. Mose 15 lesen wir, dass Gott die Grenzen des verheißenen Landes festlegte und diese Verheißung durch seinen Bund mit Abraham untermauerte.

An dem Tage schloss der HERR einen Bund mit Abram und sprach: Deinen Nachkommen gebe ich dies Land von dem Strom Ägyptens an bis an den großen Strom, den Euphrat.“ (1. Mose 15,18)

Zu biblischer Zeit war es üblich, dass ein Bundesschluss mit dem Schlachten eines Tieres einherging. Das Tier wurde in zwei Hälften geteilt, die einander gegenüber gelegt wurden. Beide Bundespartner gingen dann gemeinsam  zwischen diesen Hälften hindurch und brachten so ihre Verpflichtung, den Bund zu halten, zum Ausdruck (vgl. Jeremia 34,18).

Man beachte: als Gott diesen Bund mit Abraham schloss, fuhr nur Gott zwischen den Tierhälften hindurch, in Gestalt einer brennenden Fackel. Abraham schlief während all dem (1. Mose 15,12+17-18). Der Bund, den Gott mit Abraham schloss, ist demnach ein einseitiger Bund, durch den Gott ausdrückte: „Ganz gleich was du und deine Nachkommen tun werden, heute schließe ich einen Bund mit dir, Abraham, um dir und deinen Nachkommen dieses Land als ewigen Besitz zu geben.“

Es ist dieser göttliche Bund und eine Vielzahl von Verheißungen, auf denen der christliche Zionismus gründet. Das Fundament unserer Unterstützung für das jüdische Volk und das Land Israel ist der Glaube an einen Gott, der seinen Bund hält:„Ich will meinen Bund nicht entheiligen und nicht ändern, was aus meinem Munde gegangen ist.“ (Psalm 89,35)

Wer darf im Gelobten Land wohnen?

Die Bibel spricht jedoch nicht nur über das Recht, das Gelobte Land zu besitzen, sondern auch über das Recht, darin zu wohnen. Das 5. Buch Mose, in dem Moses letzte Worte aufgezeichnet sind, bevor Israel das Land Kanaan eroberte, legt mehr als jedes andere Buch fest, dass das Recht, im Land Kanaan zu wohnen, an strenge Bedingungen geknüpft ist. Diese Bedingungen ziehen sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch Deuteronomium.

„Darum sollt ihr alle die Gebote halten, die ich dir heute gebiete, auf dass ihr stark werdet, hineinzukommen und das Land einzunehmen, dahin ihr zieht, es einzunehmen, und dass du lange lebest in dem Lande, das der HERR, wie er euren Vätern geschworen hat, ihnen und ihren Nachkommen geben will.“(5. Mose 11,8-9)

Wollte Israel das Land erobern und für lange Zeit darin wohnen, musste es dort als ein heiliges Volk leben. Das bedeutet: das Besitzrecht ist eindeutig in Gottes Wort und seiner Verheißung verankert. Das Land gehört für immer dem jüdischen Volk. Aber das Wohnrecht gründet auf dem geistlichen Zustand des jüdischen Volkes.

5. Mose 28, das Kapitel über „Segen und Fluch“, fasst dies in einer sehr dramatischen Art und Weise zusammen: wenn Israel in Gottes Wegen geht, wird der „HERR dich segnen in dem Land, das dir der HERR, dein Gott, gibt“ (V. 8). Aber wenn Israel sich dauerhaft weigert, sein Wort zu befolgen, und anderen Göttern nachläuft, werden sie letztendlich „herausgerissen werden aus dem Lande, in das du jetzt ziehst, es einzunehmen.“ (V. 63)

Im Buch Josua finden wir dies auf eindrückliche Weise dargestellt: Kurz vor der Eroberung Jerichos ging Josua hinaus in die Wüste, um Gottes Angesicht vor dieser ersten und entscheidenden Schlacht zu suchen. Dort erschien ihm der Engel des Herrn. Josua stellte ihm eine auf den ersten Blick rhetorisch anmutende Frage: „Gehörst du zu uns oder zu unseren Feinden?“ Gott musste doch selbstverständlich zu Israel gehören! Aber die Antwort des Boten Gottes muss Josua ziemlich ernüchtert haben: „Nein, sondern ich bin der Fürst über das Heer des HERRN und bin jetzt gekommen. [...] Zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn die Stätte, darauf du stehst, ist heilig.“ (Josua 5,13-15)

Mit anderen Worten sagte er: „Ich gehöre nicht zwangsweise zu dir. Wenn du möchtest, dass ich an deiner Seite bleibe, musst du deine Schuhe ausziehen, denn dies ist heiliger Boden.“ Gott hat in seiner Souveränität dieses Land zwischen Jordan und Mittelmeer für seinen Heilsplan erwählt. Aus diesem Grund erwartet er, dass das Volk, das darin lebt, heilig ist und sich seiner Königsherrschaft unterordnet.

Wenn Israel heute im Land Israel leben will, muss es seine Schuhe ausziehen.

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Abrahams Reise durchs „Land der Verheißung“

Gott hat Abraham das Land Kanaan verheißen. Was war das für ein Land? Wer waren die Bewohner? Wovon lebten sie? Und ist Israel auch heute noch das verheißene Land für das jüdische Volk? (Foto: Flash90, Kraniche im Hule-Tal, Symbolbild)

Ankunft im Norden

Als Abraham von Ur in Chaldäa nach Israel zog, erreichte er das Land von Norden her über eine bekannte Landmarke – den Berg Hermon. Die drei über 2.800 Meter hohen Gipfel des majestätischen Bergmassivs sind fast das halbe Jahr hindurch mit Schnee bedeckt. Es war nicht nur ein Wegweiser für all diejenigen, die Afrika oder Europa über die Via Maris („Meeresstraße“) erreichen wollten, sondern dienst seit alter Zeit auch als wichtiger Orientierungspunkt für hunderte Millionen Zugvögel, die jährlich auf dem Weg zu ihren Brutgebieten in Europa und Asien und ihren Winterquartieren in Ostafrika durch das Jordantal fliegen.

Berge, Täler und Küsten

Auf den Golanhöhen traf Abraham auf die rauschenden Wasser der Flüsse Dan, Banjas und Hasbani, die sich zum oberen Jordan vereinigen. Dieser nördliche Zweig des Jordans verläuft durch das sumpfige Hula-Tal und fließt in den glitzernden See Genezareth –Hebräisch „Kinneret“ in Anlehnung an seinen Harfen-förmigen Umriss. Hier senkt sich das Land unter den Meeresspiegel. Der untere Jordan verbindet den See mit dem 140 Kilometer südlichen biblischen „Salzmeer“ (Totes Meer) rund 430 Meter unter dem Meeresspiegel – der tiefste Punkt der Erde. Weiter südlich erhebt sich das Land wieder langsam durch trockenes, unfruchtbares Gelände zum Golf von Eilat am Roten Meer. Westlich von Jordantal und Totem Meer erheben sich die Bergzüge Judäas und Samarias 160 Kilometer in Nord-Süd-Richtung. Noch weiter westlich senkt sich das Land wieder und wird zur sandigen, jedoch urbaren Küstenebene am Mittelmeer.

Abraham durchzieht das Land

Abraham zog durch das untere Jordantal, wandte sich aber auf halber Strecke in Richtung Tirza - ein Tal, das in Hohelied 6,4 einfach als „schön“ bezeichnet wird. Es windet sich die Hügel Samarias hinauf und umgibt Elon More, einen hohen runden Gipfel, der das biblische Sichem (heute Nablus) überblickt. Hier schlug Abraham sein Zelt auf und erkundete das Land in alle Richtungen (1. Mose 12,6). Die „Straße der Patriarchen“, eine antike Handelsroute, die auf den Bergrücken Judäas und Samarias verlief, führte über Schilo und Bethel zur Jebusiter-Stadt Jerusalem und bis nach Hebron. In Hebron schlug Abraham sein Lager unter den Terebinthen von Mamre auf (1. Mose 13,18).

Zu der Zeit schlichtete er die Streitigkeiten zwischen seinen Hirten und denen seines Neffen Lot. Sie teilten das Land zwischen sich auf. Lot wählte das üppige Jordantal bei Jericho und lebte unter den verdorbenen Bewohnern Sodoms. Später führte Abraham seine Herden nach Gerar, nahe Gaza (1. Mose 20,1), und schließlich nach Beerscheba (1. Mose 22,19). In diesem Land mit trockenem Klima, das Gott ihm verheißen hatte, ließ Abraham sich an Wasserquellen nieder, schlug auf den Höhen seine Zelte auf und baute Gott Altäre.

Das Land in Besitz nehmen

Im Land lebten bereits die Kanaaniter, Nachkommen von Noahs verfluchtem Sohn Ham. Abraham war ein Nachkomme Sems, der laut Überlieferung ein gerechter Diener Gottes war. Dieser Kontrast gibt uns einen Einblick in große geistliche Wahrheiten, wenn wir in Besitz nehmen wollen, was Gott uns verheißt, und ein gottloses Volk ebenfalls Anspruch darauf erhebt. Die in der Bibel genannten Völker, die Amoriter, Jebusiter, Girgaschiter, Hetiter usw., waren möglicherweise kanaanitische Hirten, die vor allem in der Bergregion des Landes lebten. Zeitgleich war die Küstenebene von den Philistern besiedelt, die von Jafet abstammten, meist Bauern und Seefahrer. Immer wieder kämpfte Israel gegen Kanaaniter und Philister um die Vorherrschaft im Land der Verheißung.

Israel gilt als Land, „darin Milch und Honig fließt“ (u.a. 3. Mose 20,24). In 5. Mose 11,11-12 beschreibt der Herr es voller Begeisterung: „Es hat Berge und Auen, die der Regen vom Himmel tränkt, – ein Land, auf das der HERR, dein Gott, achthat und die Augen des HERRN, deines Gottes, immerdar sehen vom Anfang des Jahres bis an sein Ende.“ Der Herr führt sieben Früchte des Landes auf, die Israel ernähren sollen: Wein, Oliven, Datteln, Feigen, Granatäpfel, Weizen und Gerste. Das fruchtbare Jesreel-Tal ist die größte natürliche „Kornkammer“ im großen Umkreis. Aber das Land der Verheißung lag auch am Rande der Wüste. Immer wieder gebrauchte Gott Dürren und Hungersnöte, um sein Volk zu prüfen und zu korrigieren.

Die Verheißung ergreifen

Abraham folgte gehorsam dem Ruf Gottes, verließ seine Heimat und zog mutig in ein unbekanntes Land. Die Reise war voller Schwierigkeiten und Herausforderungen, aber sie brachte ihm großen Segen, Wohlstand und ließ ihn zum Vater des Glaubens werden. Abraham betrat ein einzigartiges, schönes Land, das für viele nachfolgende Generationen auch zu einem Ort der Glaubensprüfung wurde. Bis heute muss das Volk Israel die grundlegende Frage beantworten, wie sehr sie dieses besondere Land, das ihnen als „ewiger Besitz“ (1. Mose 17,8) verheißen wurde, schätzen.

 

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Der Irrtum der Ersatztheologie

Die Ersatztheologie ist eine unbiblische Lehre, die behauptet, dass Gottes Pläne mit Israel abgeschlossen bzw. aufgehoben sind, und dass Israel seine Berufung als Volk Gottes „verloren“ hat.

Leider hat sich die Ersatztheologie im Laufe der Jahrhunderte in Kirchen und Gemeinden vieler Traditionen festgesetzt und prägt das Verständnis vieler Gläubiger hinsichtlich Gottes Plänen mit Israel bis heute. Es ist wichtig, diesen Irrtum anhand des Wortes Gottes aufzudecken und ihm entgegenzutreten. (Foto: Pixabay, Judenfeindliche Darstellung von "Ecclesia" und "Synagoga", Symbolbild)

Trügerische Halbwahrheiten

Die Ersatztheologie ist deshalb so trügerisch, weil sie auf Halbwahrheiten beruht. Zum Beispiel sagt die Bibel, dass die Kirche das „Israel Gottes“ sei – jedoch nicht im Sinne eines Ersatzes (Galater 6,14-16).

Um die Ersatztheologie mit wenigen Worten zu beschreiben, sei gesagt, dass sie das Volk Israel von seiner nationalen Bestimmung im Land Kanaan abtrennt, weil es Jesus als Messias abgelehnt hat. Alle biblischen Aussagen, dass Israel künftige Segnungen im Land Kanaan erfahren wird, werden als Beschreibungen der geistlichen Segnungen ausgelegt, die jetzt angeblich der Kirche gehören.

Auch die Erwartung eines physischen Königreiches wurde „vergeistlicht“, Israel weggenommen und den Heiden gegeben (Matthäus 21,43), obwohl Jesus niemals die Wiederherstellung des physischen Königreichs für Israel verneinte oder gar abstritt (Apostelgeschichte 1,6-7).

Die Prinzipien biblischer Auslegung

Dass diese Art, die Heilige Schrift auszulegen, vollkommen den Prinzipien biblischer Auslegung widerspricht, scheint Ersatztheologen nicht zu interessieren. Wir sollten die Schrift immer anhand der Art des Textes interpretieren. Wenn er wörtlich ist, dann sollten wir ihn wörtlich interpretieren. Wenn er geistlich oder bildlich ist, sollten wir ihn entsprechend auslegen. Wenn beispielsweise Jesus sagt, „Ich bin die Tür!“ – bedeutet dies etwa, dass er tatsächlich eine Tür ist? Natürlich nicht! Der Kontext ist eindeutig bildlich und muss als solcher interpretiert werden.

Wir sind nicht der einen oder anderen Art biblischer Auslegung verpflichtet, sei es wörtlich oder bildlich, sondern vielmehr dem Kontext. Es ist der Kontext, der unsere Auslegung bestimmt, und wir bestätigen so die Integrität und Autorität der Schrift.

Was die Ersatztheologie lehrt

Die Ersatztheologie gründet allein auf dem Gedanken, dass Gottes Bund mit Abraham teilweise oder gar vollständig aufgehoben wurde, denn dieser Bund verheißt Israels ewigen Besitzanspruch auf das Land Kanaan (1. Mose 17,7-8). Wäre diese Verheißung tatsächlich aufgehoben worden, würde die heutige Wiederherstellung Israels im Land Kanaan überhaupt nichts bedeuten.

Es sei an dieser Stelle ganz klar gesagt, dass wir glauben, dass Errettung nur in Jesus Christus zu finden ist – dies gilt sowohl für Juden als auch für Nichtjuden (Römer 1,16-17). Dennoch glauben wir nicht, dass die Verheißung, die Gott dem Abraham gab, d.h. die Zusage des Landes Kanaan an Israel, aufgehoben wurde.

Aus diesem Grund ist die Wiederherstellung Israels in unserer Zeit eine Erfüllung dieser Verheißung. Sie stellt auch einen Meilenstein bei Israels „Heimkehr“ zu seinem Messias dar (Hesekiel 36,24-28).

Zwei Ansätze der Ersatztheologie

Die Ersatztheologen teilen sich hinsichtlich des Abraham-Bundes meist in zwei Lager auf:

1. Aufhebung des Abraham-Bundes

Dieses Lager vertritt die Ansicht, dass Gottes Bund mit Abraham vollständig aufgehoben wurde. Dadurch ergeben sich aber ernsthafte Schwierigkeiten, denn Paulus sagt in seinem Brief an die Galater, dass Jesus starb, damit der Segen des Abraham-Bundes zu uns kommt, und dass wir, wenn wir zu Jesus gehören, Abrahams Kinder nach der Verheißung sind (Galater 3,13-14; 29). Wäre dieser Bund tatsächlich aufgehoben worden, dann wäre das, was Paulus sagt, falsch!

Darüber hinaus sagt der Verfasser des Hebräerbriefs, dass wir Gott vertrauen können, treu zum Neuen Bund zu stehen, weil er treu zum Bund mit Abraham stand (Hebräer 6,13-20). Dies stellt ein ernstes Problem für diesen Ansatz dar, denn wenn der Abraham-Bund tatsächlich aufgehoben wurde, würde dies bedeuten, dass Gott ein Lügner und ganz und gar nicht treu wäre – obwohl der Hebräerbrief bekräftigt, dass er treu ist.

Viele Ersatztheologen haben diese Problematik erkannt und sind ins andere Lager gewechselt:

2. Umdeutung des Abraham-Bundes

Diese Theorie behauptet, dass Gottes Bund mit Abraham nicht aufgehoben, sondern umgedeutet worden ist. Das heißt, der Aspekt des Bundes, der Israel das Land Kanaan verheißt, sei heutzutage geistlich und nicht mehr wörtlich zu verstehen.

Das Problem mit dieser Theorie ist, dass sie eine sog. „Vorannahme“ darstellt (eine bereits zuvor bestehende Meinung), die die Schriften nirgends bestätigen. Dass alle Nationen in Christus gesegnet werden, war von Anfang an Ziel des Abraham-Bundes, aber dies nimmt dem jüdischen Volk seine nationale Bestimmung im Heiligen Land nicht weg.

Same oder Samen?

Verfechter dieses Ansatzes verweisen gerne auf Paulus’ Lehre im Galaterbrief, dass Gottes Verheißung an Abraham nicht seinen „Samen“ (Plural), d.h. Israel, sondern seinem „Samen“ (Singular), d.h. Jesus, galt (Galater 3,15-18). Weil der „Same“ (Christus) gekommen ist, schlussfolgern sie, dass die Verheißung für Abrahams „Samen“ (das Volk) entfernt wurde! Demnach hätte das Volk Israel seinen Anspruch auf das Land verwirkt!

In Wahrheit versteht Paulus den Ausdruck „Abrahams Same“ auch im Plural – in Römer 9,6-7! Beide Interpretationen des Wortes „Same“ sind demnach richtig! Abrahams Same ist im Singular und im Plural zu verstehen. Der Segen, den Gott in Abraham verheißt, ist allein in Christus Jesus zu finden, denn er starb für die ganze Welt. Aber das Mittel, durch den der gesegnete „Same“ in die Welt kommt, sind Abrahams „Samen“ (Plural) – das Volk Israel.

Die eine Wahrheit widerspricht der anderen nicht. Genau genommen sind beide Wahrheiten voneinander abhängig (Römer 9,1-5), und aus diesem Grund finden wir im Matthäus- und Lukasevangelium den detailliert aufgeführten Stammbaum Jesu (Matthäus 1,1-17; Lukas 3,23-38).

Bestätigung statt Umdeutung

Ein weiteres Problem mit dem Ansatz der „Umdeutung“ ist, dass er der Schrift widerspricht. Jesus kam, um das, was den Vätern verheißen worden war, zu bestätigen – nicht um es umzudeuten oder abzuwandeln (Römer 15,7-9). Bestätigen bedeutet bestätigen! Jesus nahm nichts weg, sondern bekräftigte jede Verheißung, die Gott den Vätern gegeben hatte (Apostelgeschichte 3,22-26).

Auch Petrus bekräftigt, dass es eine Zeit der „Wiederherstellung aller Dinge“ geben muss, bevor der Messias zurückkommt (Apostelgeschichte 3,21). Diese „Wiederherstellung aller Dinge“ wird von allen Propheten vorhergesagt: Es ist die endzeitliche Wiederherstellung Israels im Land Kanaan und seine Buße, die durch Jesus zur Errettung führt (Amos 9,11-15).

Die Bibel widerlegt die Ersatztheologie

Nirgendwo spricht die Bibel davon, dass Gottes Verheißungen an Abraham hinsichtlich Israels ewigem Besitzrecht am Land Kanaan aufgehoben oder umgedeutet wurden. Überall bestätigt die Bibel das Gegenteil! Sie spricht davon, dass der Tag kommen wird, an dem das physische Israel mit seinem Land und seinem Messias wieder vereint sein wird (Hesekiel 36,24-32).

Dieser Abschnitt im Buch Hesekiel lehrt das genaue Gegenteil der Ersatztheologie: Israels Rebellion und Sünde hat nicht zu Landverlust geführt, sondern zu Gericht und Korrektur. Doch am Ende wird Gott, um seines Namens willen, Israel zurück ins Land seiner Vorväter und zurück zu sich selbst führen! Er tut dies trotz Israels Rebellion und Sünde.

Die Wahrheit ist: Ersatztheologie spiegelt das Herz des Menschen wider, nicht das Herz Gottes!

Zweck der Ersatztheologie

Israel ist von Anfang an Gottes Werkzeug zur Errettung der Welt gewesen (Römer 9,1-5). Gewissermaßen ist Israel Gottes Mikrofon, das Mittel, durch das er zu einer verlorenen Welt spricht. Außerdem hat Israel dieser Welt alle Bündnisse Gottes geschenkt und ist nun, dank der Verheißung des Abraham-Bundes, in sein altes Heimatland zurückgekehrt, um das letzte große Bündnis in die Welt zu bringen: den Bund mit David. Dieser Bund ist das eigentliche Ziel der Wiederherstellung Israels: Jesus wird nach Zion zurückkehren als die Wurzel und der Trieb Davids (Offenbarung 22,16; Psalm 2,1-12; Psalm 72,5-11).

Es verwundert nicht, dass um Zion ein heftiger Streit tobt. Unsere Aufgabe ist es, gemeinsam mit Ihnen, die Steine des Anstoßes aus Zion zu entfernen und auf diese Weise den Weg seines großen und gesegneten Königs vorzubereiten (Jesaja 62,10; Jesaja 40,3-5).

Die Ersatztheologie ist ein Werkzeug der Mächte der Finsternis, die Absichten Gottes aufzuhalten, indem es die Kirche von diesem letzten großartigen Erlösungswerk abkoppelt. Wir lehnen dies entschieden ab und stellen uns voll und ganz auf die Verheißungen Gottes hinsichtlich Israels und der Kirche.

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Palästina: ist das Israel?

Der Name Palästina für Eretz Israel אֶרֶץ יִשְׂרָאֵל, das Land Israel, wird auf Kaiser Hadrian zurückgeführt, der etwa 135 n. Chr. die von den Römern unterworfene Provinz Judäa-Syrien so benannte. Die Tradition verbindet die Benennung mit dem hebräischen Namen Peléschet פְלֶשֶׁת, Land der Philister. Offenbar sollte Israel gedemütigt werden. Doch Prof. Dr. Dr. David Jacobson vom University College London kommt aufgrund seiner geographischen, archäologischen und philologischen Studien über „Palästina“ zu einem überzeugenden anderen Ergebnis (siehe Biblical Archaeology Review, Mai/Juni 2001), das klar auf Israel und nicht auf Peléschet, das Land der Philister, weist. (Foto: Unsplash, Masada, Symbolbild)

Zur Geschichte der Philister

Als der Babylonier-König Nebukadnezar 604 v. Chr. die Philister an dem schmalen Küstenstreifen besiegte, gab es nur wenige Überlebende. Sie wurden nach Babylon gebracht und kehrten nicht wieder zurück. In den königlichen babylonischen Chroniken heißt es: „Im ersten Jahr Nebukadnezars, 604/603, im Monat Simanunote, sammelte er sein Heer und … marschierte … zur Stadt Aschkelon und eroberte sie im Monat Kislîmu. Er nahm ihren König gefangen, plünderte sie aus und erbeutete sie. Er verwandelte die Stadt in einen Hügel und einen Trümmerhaufen und zog dann im Monat Šabatu zurück nach Babylon.“

Auch die Worte der hebräischen Propheten hatten sich blutig und brutal erfüllt: „Siehe, ich strecke meine Hand gegen die Philister aus und rotte die Kreter aus und tilge den Überrest an der Küste des Meeres aus. (Hesekiel 25,16) „Gaza wird verlassen und Aschkelon zum Ödland werden. … Wehe den Bewohnern des Landstrichs am Meer, der Nation der Kreter! … Land der Philister, ich werde dich vernichten, sodass kein Bewohner mehr bleibt. … es wird ein Landstrich für den Rest des Hauses Juda sein. (Zefanja 2,4-7)

Das haben die archäologischen Forschungen (z.B. von Dr. Trude und Moshe Dothan) der letzten Jahrzehnte bestätigt. Wer die Philister waren, woher sie kamen, wann sie im heutigen Gazastreifen siedelten, liegt trotz vieler Untersuchungen weitgehend im Dunkeln. Jüngere Forschungen setzen etwa 1300 v. Chr. für die Besiedlung an, obwohl Abraham bereits Jahrhunderte zuvor mit ihnen zu tun hatte. Das kulturell hochstehende Volk hatte enge Beziehungen zur minoischen Kultur im Mittelmeerraum. Ihre Heimat kann Kaphtor, Kreta oder Zypern gewesen sein. Zahlreiche ägyptische Berichte nennen sie Seevölker, mit denen das Volk vom Nil viele Kämpfe bestritt. In den Nachbarländern nannte man sie nicht plischtim פְלִשְתִּים, sondernKeftiu, Keft, Keftu, Kaftu, Kafta, Kefdet. Weitere Bezeichnungen sind kaptaritum (Akkadisch); kaptara (Assyrisch); kptwr, kptr (Ugarit) und Kaphtor (Altes Testament). Einen Philisterstaat hat es nie gegeben, es gab nur Stadtstaaten, die jeweils von einem König regiert wurden. Das Gedächtnis an die Philister wurde 604 v. Chr. von den Babyloniern gnadenlos ausgelöscht!

„Palästina“ bei Herodot

Der griechische Weltenbummler und Geschichtsschreiber Herodotkam um 450 v. Chr. ins Land, etwa um die Zeit, als Esra und Nehemia in Jerusalem wirkten. Er berichtet in seinen Werken über Palästina (Griechisch: Παλαιστίνη Palaistínē). Von Philistern ist darin keine Rede. „Palästina“, so sagt er, „ist das weite zusammenhängende Land vom Mittelmeer bis zum Jordan und nach Syrien hinein, kein schmaler Landstreifen am Meer.“ Offenbar hielt er sich eine längere Zeit dort auf und lernte das Land gut kennen. Er nennt Palästina sechsmal (1,105; 2,104 und 106 3. 5.; 3,91; 4,39). Hier nur zwei Zitate aus Buch 1 und 4: „als sie in Syrien waren, das Palästina heißt, begegnete ihnen Psammetich, der König von Ägypten. – … aber nach Phönizien geht die Halbinsel am Ufer unseres Meeres entlang nach Palästina, Syrien und Ägypten, wo sie endet; in ihr gibt es nur drei Völker.“

Herodot beschreibt keinen schmalen Streifen am Meer, sondern ein weites Land mit dem Namen Palästina-Syrien, das vom Mittelmeer bis weit nach Osten, über ganz Eretz Israel bis nach Syrien und an den Jordan reicht. Im Land erfährt Herodot, dass die Menschen dort die Beschneidung von den Ägyptern gelernt haben. Die eher europäischen Philister in den Berichten der Bibel werden jedoch Unbeschnittene genannt (z.B. 1. Samuel 17,26). Hundert Jahre nach Herodot erwähnt der griechische Philosoph Aristoteles in der Meteorologie, 2,3 Palästina. Weitere Nennungen finden sich bei den Autoren Polemon von Ilion, Ovid und Dion Chrysostomos.

„Palästina“ in der Septuaginta

Betrachten wir die sprachliche Seite. Die Ergebnisse wiegen schwerer und zeigen deutlicher, dass mit Palästina nicht das Land der Philister, sondern das Land Israel gemeint sein muss. In der Septuaginta (LXX), der griechischen Übersetzung der hebräischen Bibel durch jüdische Gelehrte in Alexandria zwischen etwa 250 und 100 v. Chr., entschieden sich die Dolmetscher beim Übersetzen der Worte Philister und Land der Philister von 1. Mose bis Josua in 13 Fällen für den griechischen Ausdruck Φυλιστιίμ Phylistiim, (1. Mose 10,14; 21,32.34; 26,1.14-15.18; 2. Mose 13,17; 15,14; 23,31; Josua 13,2-3), und Gê ton Phylistiim, Land der Philister – und nicht für Palaistina! Von Richter 3,3 an werden die Philister als Fremde, allophyloi bezeichnet! Warum?

Den Übersetzern der Septuaginta war Griechisch wohlvertraut. Warum wählten sie also die Bezeichnung Phylistiim? Sie kannten mit Sicherheit das Wort Palaistina, benutzten es aber wie selbstverständlich nicht. Sollte den versierten Auslegern mit ihrer Übersetzung von Peleschet etwa ein Fehler unterlaufen sein? Der Begriff Phylistiim in der Septuaginta ist eine mehr buchstäbliche Umsetzung des hebräischen Wortes Plischtim, eine Transliteration, die während der Hellenisierung üblich war.

Herkunft des Begriffes „Palästina“

Woher kommt nun das Wort Palästina? Wenn mein Griechisch-Lehrer fragt: „Was heißt pálaistesauf Deutsch?“, antworte ich, ohne zu zögern: „Ringer, Ringkämpfer.“ Das ist ein bekanntes, beliebtes Motiv der antiken griechischen Schriftsteller. Schon 1939 wies der Theologe Martin Noth, ein anerkannter Orientalist, auf den Zusammenhang zwischen παλαιστής pálaistes und Palästina hin (siehe Zeitschrift des deutschen Palästina-Vereins, 62, S. 133, FN Nr. 3), verfolgte seine Erkenntnis aber nicht weiter. Theologen haben sie nicht aufgegriffen.

Prof. Jacobson vermutet, dass Herodot damals, 150 Jahre nach der Ausrottung der Philister und fast 600 Jahre vor Hadrian, Juden fragte: „Was bedeutet der Name Israel?“ Darauf wird man ihm ein Ereignis aus der Frühgeschichte erzählt haben, das eindrucksvoll in 1. Mose 32,25-33 geschildert wird. Jakob wird von einer übernatürlichen Persönlichkeit in einen Ringkampf verwickelt. Jakob, der Pálaistes, der Ringer, empfängt bei der Gelegenheit des Ringkampfes den Namen Israel: „Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte heraufkamkai epálaien anthroōpos met’ autou.“ (V. 25, Griechisch)Nicht mehr Jakob soll dein Name heißen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast überwältigt ki sarita im elohim.“(V. 29, Hebräisch). Die Annahme liegt nahe, dass Herodot von dem Pálaistes Jakob inspiriert wurde und folgerichtig das Land Palaistina nannte, Ringerinien oder Ringkämpferland. Der Bericht in 1. Mose 32,25 wird von den Übersetzern der hebräischen Bibel ins Griechische mit dem Wort epálaien, er rang, (von paláiō, palaiós) geschmückt. Die Sache ist logisch und linguistisch ein interessantes Wortspiel. Jakob kämpfte (Hebräisch sarita שָׂרִ֧יתָ) mit Gott (Elאֱל ). Daraus ergibt sich Isra-El יִשְׂרָאֵל. Pálaistes, Palästina ist demnach Israel!

„Palästina“ ist das Land Israel!

Die antiken Autoren bezogen Palaistina auf das Land Israel! Herodot lebte im 5., Aristoteles im 4. Jh. v. Chr. Damals gab es keine Erinnerung mehr an die Philister. Ob Hadrian nach dem Ende der Bar-Kochba-Revolte im Jahr 135, also 600 Jahre später, das jüdische Volk mit der Bezeichnung Palästina demütigen wollte, ob er überhaupt Ahnung von einem Volk der Philister hatte, kann nach Meinung von Jacobson bezweifelt werden. Er sieht die Bezeichnung Syria-Palaistina als eine rationale Namensgebung für das große Gebiet Judäa-Syrien an, das mehr umfasste als nur den schmalen Landstrich, auf dem die Philister gewohnt hatten. Mithin haben wir es mit einem Wortspiel zu tun: Palästina = Israel: Land des Ringkämpfers. Wir werden das Problem zwar heute nicht lösen, der Fall ist jedoch unter diesen Gesichtspunkten zu betrachten. Demnach hätten die Araber in Israel und im Gazastreifen wenig Anspruch darauf, das von ihnen bewohnte und beanspruchte Land Palästina und sich selbst Palästinenser zu nennen. Sie sind ohnehin sehr spät eingewandert. (Ursprünglich, so erinnere ich mich, lehnte selbst Jassir Arafat den Namen ab.) Die Benennung Palästina trifft nur auf Israel und die Israelis zu.

Zur Themenseite: Schätze des Hebräischen Denkens


Buchtipp: „Erst die Trauben, dann der Wein“

(von Horst Krüger)

Viele Bibelleser denken nicht darüber nach, dass sie mit der einen unbeschriebenen Seite zwischen Altem und Neuem Testament einen Zeitraum von 500 Jahren überblättern. Für Israel und das Judentum ist es eine sehr reiche, spannende Epoche, die bis in die Tage Jesu hereinragt. In diese Zeit fällt die 2. Tempelperiode (450 v. Chr. - ca. 200 n. Chr.). Horst Krüger zeigt uns eine bislang eher unbekannte Welt.

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Sukkot – Ein Fest beispielloser Einheit

Der Herr befahl seinem Volk, drei Mal im Jahr, zu den drei wichtigsten Pilgerfesten Pessach, Schawuot und Sukkot, nach Jerusalem hinaufzuziehen. Die Bibel bezeichnet sie als die „Feste des Herrn“, was bedeutet, dass Gott diese Feiertage festgesetzt hat und erwartet, dass sein Volk sie hält (3. Mose 23,1ff). Die Heilige Schrift bezeichnet jeden dieser Feiertage als mo’ed, als eine „festgesetzte Zeit“. Man könnte sagen, es sind Einträge in einen himmlischen Kalender – Termine, an denen Gott seinem Volk in besonderer Weise begegnen möchte. Von diesen drei Hauptfesten gilt das Laubhüttenfest (Sukkot) als das größte Fest. (Foto: IMOT/Dana Friedlander, Die vier Arten, Symbolbild)

Christen entdecken Sukkot

Im Lauf der Jahrhunderte feierten Christen die ersten beiden Feste zu Ostern und Pfingsten. Aber das dritte Fest, Sukkot, wurde in der Kirchengeschichte kaum gefeiert. Es wurde von der katholischen Kirche sogar einmal als „ketzerisch“ gebrandmarkt. Erst seit einigen Jahrzehnten findet Sukkot mehr und mehr Beachtung unter den Christen. Dies ist zu einem nicht unwesentlichen Teil auf die Laubhüttenfestfeier zurückzuführen, die die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (ICEJ) nun seit über 40 Jahren in Jerusalem organisiert.

Die Botschaft der Feste

Zwei wichtige Merkmale der beiden anderen Pilgerfeste gelten auch für das Laubhüttenfest. Erstens sind alle drei Feste an spezielle Zeiten im landwirtschaftlichen Kalender geknüpft. An Pessach wird das „Fest der Erstlingsfrüchte“ gefeiert (3. Mose 23,10ff), Schawuot (Pfingsten) fällt in die Zeit der Weizen- und Gerstenernte. An Sukkot wird nicht nur die letzte Erntezeit gefeiert (Wein, Granatäpfel und Oliven – die kostbarste aller Ernten), sondern auch für Gottes Treue und Versorgung im ganzen Jahr gedankt.

Außerdem erinnert jedes Fest an eine bestimmte Zeit in der Geschichte Israels. Zu Pessach wird an die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten gedacht. Schawuot erinnert an den Tag, an dem Gott im Feuer auf den Berg Sinai herabkam und die Zehn Gebote gab. Und während Sukkot gedenkt das Volk Israel seiner 40-jährigen Wüstenwanderung, als es in behelfsmäßigen Hütten wohnte und dennoch Gottes übernatürliche Versorgung erlebte.

Alle drei Feste erfüllen sich in Jesus Christus. Ostern ehrt Jesus als unser makelloses Passah-Lamm, das von den Toten auferstand, als„Erstling unter denen, die entschlafen sind“ (1. Korinther 15,20). An Pfingsten kam der Geist Gottes mit Feuer auf die Jünger Jesu und schrieb Gottes Gesetz in ihre Herzen. Eine erste Ernte von 3.000 Seelen wurde dem Reich Gottes hinzugetan und seit jenem Tag kamen unzählige weitere hinzu.

An Sukkot feiern wir die letzte und kostbarste Ernte des Jahres: Zweifellos erleben wir in unseren Tagen die größte Seelenernte in der gesamten Kirchengeschichte. Heute wird in jeder Nation das Evangelium vom Reich Gottes verkündet und es werden große Anstrengungen unternommen, um die letzten Völker und Sprachen mit der Frohen Botschaft von Jesus Christus zu erreichen.

Die Laubhütten

Eine weitere Erfüllung hat mit dem Hauptmerkmal des Laubhüttenfests zu tun, der Laubhütte. Für die meisten Leute ist das wichtigste Symbol für Sukkot das Errichten einer Hütte bzw. Laubhütte (auf Hebräisch Sukka), wie es Gott befohlen hatte: „Sieben Tage sollt ihr in Laubhütten wohnen. Wer einheimisch ist in Israel, soll in Laubhütten wohnen”. (3. Mose 23,42) Es ist jedes Jahr faszinierend zu sehen, wie jüdische Familien überall in Israel Sukkas auf ihren Balkonen oder in ihren Gärten errichten. Gott befiehlt seinem Volk, eine ganze Woche lang in diesen instabilen Hütten zu wohnen – um die Erfahrung der Wüstenwanderung nachzuvollziehen. Diese kleinen Hütten haben dünne, fragile Wände. Das Dach ist mit Zweigen dürftig abgedeckt. Nach Anweisung der Rabbis müssen nachts noch die Sterne durch die Zweige zu erkennen sein. In diesem improvisierten „Zelt“ soll die ganze Familie ihre Mahlzeiten einnehmen, das Wort Gottes studieren und sogar übernachten.

Diese „Wüstenwanderungs-Erfahrung“ soll jeden daran erinnern, dass wir in einer vergänglichen Welt leben und trotz unseres Wohlstands weiterhin von Gottes Versorgung abhängig sind. Paulus verweist auf die bleibende Wahrheit, dass wir in irdischen Hütten leben: „Denn wir wissen: Wenn unser irdisches Haus, diese Hütte, abgebrochen wird, so haben wir einen Bau, von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist im Himmel. Denn darum seufzen wir auch und sehnen uns danach, dass wir mit unserer Behausung, die vom Himmel ist, überkleidet werden.“ (2. Korinther 5,1-2)

Die globale Pandemie der letzten beiden Jahre sowie der brutale Krieg, der in der Ukraine herrscht, haben uns alle daran erinnert, wie zerbrechlich das Leben sein kann. Auch Christen sind durch diese Ereignisse erschüttert und fragen sich oft: „Wo ist Gott in all dem?“ Aber Paulus ermutigt uns, wenn wir mit unserer Schwäche konfrontiert sind und uns „von allen Seiten bedrängt“ fühlen und „uns bange ist“, nicht zu verzagen (2. Korinther 4,8). Dies gehört zum Leben eines jeden, der an Christus glaubt, und es sollte uns nicht erdrücken, sondern uns näher zu ihm bringen. Erst bei der Wiederkunft Christi werden wir unsere volle Erlösung empfangen – in einem neuen, wiederauferstandenen Körper. Aber bis dahin seufzen wir (2. Korinther 5,2) und warten wie Abraham auf die Stadt, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist (Hebräer 11,10).

Die vier Arten

Das Wort Gottes verbindet den Befehl, eine Sukka zu bauen, mit einem weiteren göttlichen Auftrag: „Ihr sollt am ersten Tage Früchte nehmen von schönen Bäumen, Palmwedel und Zweige von Laubbäumen und Bachweiden und sieben Tage fröhlich sein vor dem HERRN, eurem Gott.“ (3. Mose 23,40)

Israel sollte Früchte und Zweige von solchen Bäumen nehmen, die im Mittelmeerraum beheimatet sind. Palmwedel, Bachweiden und Zweige von Laubbäumen bilden zusammen den Lulav. Ergänzt wird dies durch die Frucht eines „prächtigen Baumes“ (ez hadar). Seit der Zeit der Makkabäer versteht man darunter eine Zitrusfrucht namens Etrog. Wenn Juden einen Etrog kaufen, prüfen sie ihn immer sorgfältig auf mögliche Makel und „Schönheitsfehler“. Nicht selten wird ein perfekter Etrog zu einem hohen Preis erstanden! Juden schwenken diese vier Arten beim täglichen Gebet während Sukkot in alle vier Himmelsrichtungen sowie nach oben und nach unten. Damit würdigt das jüdische Volk Gottes Königsherrschaft über die ganze Erde.

Den Rabbis zufolge symbolisieren diese vier Arten die vielen unterschiedlichen Charaktere innerhalb des Volkes Israel sowie die Gesamtheit der während der Wüstenwanderung gemachten Erfahrungen. Die Palmen sind ein Sinnbild für die Wanderung durch die Täler und Ebenen, die Laubbäume für die Büsche der Berghöhen, die Bachweiden repräsentieren die von Gott geschenkten Wasserbäche und die prächtigen Bäume drücken die Hoffnung auf die Früchte des Verheißenen Landes aus.

Zur Zeit des Zweiten Tempels verwendeten die Sadduzäer diese Zweige zum Bau der Sukka. Auch im Buch Nehemia werden sie in diesem Zusammenhang erwähnt: „und sie sollen in Jerusalem und in allen ihren Städten ausrufen und bekannt machen: ‚Geht auf die umliegenden Berge und holt frische Zweige von edlen und wilden Ölbäumen, Myrten, Dattelpalmen und anderen dicht belaubten Bäumen, damit wir Laubhütten bauen können, wie das Gesetz es vorschreibt!‘“ (Nehemia 8,15; GNB)

Für Nehemia waren die vier Arten das Baumaterial der Laubhütten. Doch es gibt einen wesentlichen Unterschied: statt dem „schönen Baum“ (ez hadar) wird hier der der Ölbaum aufgeführt. Die Jewish Encyclopedia erläutert, dass Zitruspflanzen wie der Etrog ursprünglich aus Indien stammten und erst nach dem Babylonischen Exil in Israel auftauchten. Könnte es daher sein, dass mit dem „prächtigen Baum“ in der Antike eigentlich der Ölbaum gemeint war? Wir wissen es nicht sicher, aber Bibelstellen wie Sacharja 4,12 reden von der Pracht des „goldenen Öls“, das von den beiden Ölbäumen herabfließt. Und Nehemia forderte das Volk auf, edle und wilde Ölzweige zu bringen, „damit wir Laubhütten bauen können, wie das Gesetz es vorschreibt!“

Wilde und edle Ölbäume

Es ist auch faszinierend, dass in der gesamten Bibel nur in Nehemia 8,15 und in Römer 11,24 der wilde und der natürliche (kultivierte) Ölbaum gemeinsam erwähnt werden. Die Gute Nachricht Bibel und einige wichtige Bibelkommentare sprechen von „dem wilden und dem edlen“ Ölbaum. Für Paulus repräsentieren diese beiden Zweige in Römer 11 Gottes Hausgemeinschaft, seine Familie, die sich aus Juden (der natürliche bzw. edle Ölbaum) und Heiden (den wilden Ölzweigen) zusammensetzt. Paulus sah, wie die wilden Zweige in den edlen Baum eingepfropft wurden, beide vereint durch den Glauben an den jüdischen Messias, Jeschua. Beide haben Anteil am nahrhaften Saft, der im edlen Baum („ez hadar“), Israel, fließt. In Römer 9,1-5 erläutert Paulus, dies beinhaltet „die Kindschaft ... und die Herrlichkeit und die Bundesschlüsse und das Gesetz und der Gottesdienst und die Verheißungen, denen auch die Väter gehören und aus denen Christus herkommt nach dem Fleisch.“ Aus diesem Grund fordert Paulus die Gemeinde aus den Nationen auf, den Juden dankbar zu sein und sie im Gegenzug mit unseren materiellen Gaben zu segnen (Römer 15,27).

Es scheint, dass bereits zu Zeiten Nehemias, als Gott Jerusalem und den jüdischen Tempel wiederherstellte, diese beiden Zweige, der edle und der wilde Ölbaum, einen prophetischen Schatten auf unsere Zeit warfen. Wie in den Tagen Nehemias sehen wir die Wiederherstellung Jerusalems und den Bau des weltweiten Tempels des Herrn, der aus „lebendigen Steinen“, Gläubigen aus jedem Stamm und jeder Nation, zu einem geistlichen Hause erbaut wird (1. Petrus 2,5). Paulus betrachtete diese neue Realität, Juden und Nichtjuden vereint als ein Leib, als „Geheimnis“, das seit Urzeiten verborgen, aber nun durch die heiligen Apostel und Propheten offenbart wurde (Epheser 3,5-10). Dieser „eine neue Mensch“ (Epheser 2,15), vereint durch das sühnende Blut Jesu Christi, wird geformt zu einem „Wohnort Gottes im Geist“ (Epheser 2,22).

Der Prophet Sacharja sah in einer Vision zwei Ölbäume ihre Zweige ausbreiten und ihr Öl in einen goldenen Leuchter herabfließen. „Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist“, erklärte der Herr dem Propheten. Und dann sah Sacharja, dass Gott den Schlussstein herausbrachte und auf den Tempel setzte, unter dem Klang lauter Zurufe: „Gnade, Gnade für ihn!“ (Sacharja 4,1-7; ELB)

Zur Zeit Salomos wurde der Tempel während des Laubhüttenfests vollendet (1. Könige 8,1ff). Daher ist es nicht überraschend, dass Sacharja auch die Völker nach Jerusalem kommen und das Laubhüttenfest mit Israel feiern sieht (Sacharja 14,16).

Ich glaube, es ist von großer prophetischer Bedeutung, dass Gott das Laubhüttenfest der weltweiten Gemeinde Jesu aufs Herz legt. Wir leben in einer Zeit, in der Gott den Schlussstein auf seinen Tempel setzt. Gott bereitet seine Braut aus natürlichen und wilden Zweigen vor und wird dies durch eine erneute Ausgießung des Heiligen Geistes und großartige Gnadenerweise für sein Volk vollenden.

„Hoschana Raba”

Es gibt eine weitere Lektion, die wir von den vier Arten lernen können. Im Tempel in Jerusalem umkreisten die Priester während des Laubhüttenfests jeden Tag den Altar, schwenkten dabei die vier Arten in ihren Händen und beteten und proklamierten einen Psalm: „O HERR, hilf! O HERR, lass wohlgelingen!” (Psalm 118,25)

Am letzten Tag von Sukkot, dem Hoschana Raba (Hoschana bedeutet „bitte rette uns“), umkreisten die Priester den Altar nicht nur einmal, sondern sieben Mal. Ihr Gebet war eine Bitte um Segen, Regen und Gottes überreichliche Versorgung. Indem sie die Eroberung Jerichos „nachstellten“, drückten sie ihr Flehen für einen Durchbruch in ihrem persönlichen Leben, ihren Familien und ihrer Nation aus.

In den letzten vierzig Jahren haben wir genau dies erleben dürfen! Wir haben während unseres Laubhüttenfests ein Zeugnis nach dem anderen gehört: Gott erhörte Gebete für persönliche Durchbrüche und segnete auf außergewöhnliche Weise. Fest-Teilnehmer wurden in den Dienst Gottes berufen, erlebten finanzielle Durchbrüche und wurden von Krankheiten geheilt. In verschiedenen Ländern erlebten Gemeinden Erweckungen, Parlamentarier wurden in den öffentlichen Dienst berufen, unfruchtbare Frauen konnten Kinder bekommen – dies sind nur einige der Zeugnisse, die wir von Teilnehmern des Laubhüttenfests hörten.

Eines der Wallfahrtslieder, die zu Sukkot gesungen werden, verkündet: „Siehe, wie fein und lieblich ist's, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen!“ (Psalm 133,1) Dies, so ergänzt der Psalmist, setzt Gottes Salbung frei und „dort verheißt der HERR Segen und Leben bis in Ewigkeit.“

Wir haben so oft erlebt, dass wenn der Leib des Messias zusammenkommt und bittet „Herr hilf“, dass Gott auf überraschende Weise antwortet und bestätigt, dass Sukkot tatsächlich ein mo’ed ist, eine festgesetzte Zeit, dem König der Könige, dem nichts unmöglich ist, zu begegnen!

In vieler Hinsicht ist das Laubhüttenfest zu einer weltweiten Sukka für die Juden und die Völker geworden. Diese besondere Einheit, die wir in Jeschua haben, wird zu einem Katalysator Gottes für einen Durchbruch. Ich bete, dass Sie sich uns in diesem Jahr anschließen können und den überfließenden Segen des Laubhüttenfests selbst erleben werden!

 

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Die christlichen Zionisten des 19. Jahrhunderts

Infolge der protestantischen Reformbewegungen des 16. und 17. Jahrhunderts spielte das persönliche Bibelstudium eine zentrale Rolle im Leben der Gläubigen. Es bestärkte viele Christen in Deutschland und England in ihrer glaubensvollen Erwartung der bevorstehenden Wiederherstellung Israels im Heiligen Land. Im Laufe der Jahrzehnte wuchs ihre Überzeugung, dass Christen berufen waren, dieses Ereignis vorzubereiten. (Foto: Boston Public Library, Michael Solomon Alexander, CC BY 2.0)

Ein protestantisches Bistum in Jerusalem

1841 regte Friedrich Wilhelm IV., der vom Pietismus geprägte König von Preußen, ein preußisch-britisches protestantisches Bistum in Jerusalem an, das sich damals unter der Herrschaft des Osmanischen Reiches befand. Großbritannien hatte zwei Jahre zuvor auf Anregung evangelikaler Anglikaner ein Konsulat in Jerusalem eröffnet und übernahm die Führungsrolle. Der erste protestantische Bischof von Jerusalem wurde Michael Salomo Alexander, ein in Preußen geborener anglikanischer Priester mit jüdischen Wurzeln. Er ließ eine Handwerksschule, eine hebräische Schule und das erste Krankenhaus im Heiligen Land errichten. Sein Nachfolger, der Schweizer Samuel Gobat, führte diese Pionierarbeit fort und weitete sie auch auf die christlich-arabische Bevölkerung aus.

Gegenreaktion

Neben ihrer karitativen Arbeit waren die Protestanten sehr missionarisch aktiv – insbesondere unter den Juden. Dies rief jüdische Philanthropen wie James Mayer de Rothschild und Moses Montefiore auf den Plan, sich der Bedürfnisse der armen Juden Jerusalems anzunehmen und sie aus den „Fängen“ der christlichen Missionare zu „retten“. Sie ließen Krankenhäuser, ein Armenhaus und neue jüdische Stadtteile erbauen.

Jüdische Landwirtschaft

1855 initiierten der britische Konsul James Finn und seine Frau, beide überzeugte christliche Zionisten, den ersten modernen jüdischen Landwirtschaftsbetrieb. Neben dem Wunsch, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, hofften die Finns, europäische Juden vom landwirtschaftlichen Potenzial des Landes zu überzeugen und sie zu ermutigen, ins Land ihrer Vorväter zurückzukehren – zu einem Zeitpunkt, zu dem Europas Juden noch nicht von der Urbarmachung des Landes überzeugt waren.

Conrad Schick: Ein Deutscher prägt Jerusalem

Ein deutscher christlicher Zionist, der Jerusalem wohl am meisten geprägt hat, war Conrad Schick. Der Direktor der Handwerksschule für jüdische Jugendliche war, ohne formelle Ausbildung, ein begeisterter Architekt. Er entwarf den Bau zahlreicher Gebäude in Jerusalem. Sein berühmtestes Werk ist das Stadtviertel Mea Schearim, geplant als neues Zuhause für die bedürftigen orthodoxen Juden Jerusalems. Weitere Bauten sind u.a. das Leprakrankenhaus Jesus-Hilfe, die arabisch-anglikanische St. Pauluskirche und die arabische Mädchenschule Talitha Kumi. Mit Erlaubnis der islamischen Behörden erforschte Schick den Tempelberg, einschließlich der Moscheen und unterirdischen Anlagen. Er schuf detailgetreue Modelle, die einen einzigartigen Einblick in die sonst kaum zugänglichen Stätten ermöglichten. Schick wurde zu einem bedeutenden Topographen und Archäologen Jerusalems und entdeckte u.a. die Siloah-Inschrift sowie den Teich Bethesda.

Das christlich-zionistische Erbe

Die Mehrheit der Juden stand den christlichen Zionisten des 19. Jahrhunderts wegen ihrer Missionsbemühungen sehr kritisch gegenüber. Dennoch gehörten diese Christen zu den ersten, die das Land Israel für die Heimkehr des jüdischen Volkes im großen Umfang vorbereiteten. Die erste große Alijah-Welle, mit der rund 30.000 Juden zurückkehrten, setzte ab 1882 ein. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits erste Infrastruktur wie Schulen, Handwerksbetriebe und Krankenhäuser, initiiert von Christen. Viele ihrer Projekte gingen im Laufe der Jahre ein, dennoch hatten sie wie erhofft etwas Größeres in Gang gesetzt: Die Vorbereitung der Rückkehr des jüdischen Volkes.

 

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Auf Israels Seite

Auszug aus einem Seminar von Ingolf Ellßel, Vorsitzender des Internationalen Vorstands der ICEJ, bei der Envision-Konferenz 2022 für Pastoren und christliche Leiter.

Warum sollten Pastoren zu Israel stehen? Als ehemaliger Präses des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) habe ich die Perspektive eines konfessionellen Leiters und als Leiter von Pastoren habe ich die Verantwortung, der Gemeinde das ganze Evangelium und alle Verheißungen der Bibel zu lehren. Jede Zusage ist wichtig. In 2. Korinther 1,20 lesen wir, dass alle Gottesverheißungen in Christus „Ja“ und „Amen“ sind. Wenn wir die Verheißungen des Alten Testaments ansehen, sind auch sie „Amen“ durch Jesus. (Foto: Unsplash, Jerusalem bei Nacht, Symbolbild)

Offenbarung Israel

Wir stehen zu Israel, weil es uns offenbart ist. Wem die Gnade zuteilwird, zu erkennen, dass Jesus Christus der einzige Weg zu Gott ist, der ist verpflichtet, dies zu predigen. Wer die Taufe im Heiligen Geist empfangen hat und weiß, dass dies der Weg ist, den Glauben im Herzen zu stärken, muss das weitergeben. Die Offenbarung der Verheißungen Gottes ist Gnade, aber wir sind verpflichtet, sie zu predigen und zu lehren. Dasselbe gilt für die Erkenntnis, dass wir auf Israels Seite stehen sollen. Theologie allein bewirkt diese Offenbarung bei anderen nicht. Immer, wenn wir aus dem Wort predigen, brauchen wir die Hilfe des Heiligen Geistes.

Das habe ich persönlich erlebt. Ich habe Theologie studiert und wusste dadurch viel über Israel, aber ich merkte, dass es in meinem Leben keine Rolle spielte. Ich wusste darum, aber es fiel nicht in mein Herz. Man weiß, was zu tun ist, aber die innere Kraft fehlte, es zu leben. Als ich einmal das Evangelium bei einer Zeltmission im Nachbarort predigte, kam eine Geschäftsfrau zum Glauben an Jesus. Ein Jahr später schenkte sie meiner Frau und mir aus Dankbarkeit Flugtickets nach Israel. Es war 1983, wir begannen gerade, eine kleine Gemeinde zu leiten und hatten nicht viel Geld. Wir waren begeistert.

Acht Tage lang bereisten wir Israel. Es ist ein wunderbares Land, mit vielen interessanten Orten. Doch als wir in Jerusalem vor der Klagemauer standen, war das ein ganz besonderer Moment. Ich erkannte die Kraft des Heiligen Geistes, es war wie ein Pfingsterlebnis. Danach fühlte ich eine tiefe Liebe für Israel tief in meinem Herzen. Diese Gnade, die ich empfing, verpflichtete mich, zu predigen, zu lehren und etwas für Israel zu tun. Wie soll jemand, der nicht selbst begeistert ist, andere begeistern? Wenn Sie eine Offenbarung über Israel brauchen, beten Sie! Gott kann diese Israelliebe auch in Ihr Herz legen.

Israel ist geliebt

In der Bibel sehen wir, dass Israel von Gott geliebt ist. In Jeremia 31,3 heißt es: „mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt“ (ELB). Nur Gott kann mit ewiger Liebe lieben und das ließ er durch seinen Propheten Jeremia verkünden. In Vers 4 sagt Gott: „Ich will dich wieder bauen, und du wirst gebaut sein, Jungfrau Israel!“ Die Liebe zu Israel, die Gott in seinem Herzen trägt, gibt ihm die Kraft, etwas Großartiges für sein Volk zu tun. „Weil du teuer bist in meinen Augen und wertvoll bist und ich dich liebhabe, so gebe ich Menschen hin an deiner Stelle und Völkerschaften anstelle deines Lebens.“ (Jesaja 43,4, ELB) Gott möchte das Beste für Israel tun und dasselbe wollen wir auch. Es ist derselbe Gott, der uns in Jesus Erlösung schenkt.

In Römer 11,28 finden wir zudem diese Aussage des Apostels Paulus: „Nach dem Evangelium sind sie zwar Feinde um euretwillen; aber nach der Erwählung sind sie Geliebte um der Väter willen.“ Wir kennen die Geschichte: Abraham glaubte Gott und folgte ihm in das neue Land, das Gott ihm geben wollte. Und weil Abraham gehorsam war und sogar bereit, seinen eigenen Sohn zu opfern, beginnt Gott diesen Mann zu lieben und auch alle Generationen, die von ihm abstammen.

Sollten wir nicht ebenfalls das lieben, was Gott liebt? Das ist ein starkes Argument. Kirchen und Gemeinden brauchen Hilfe, um dieses Geheimnis zu entdecken. Kein Pastor kann sich diesem Argument widersetzen. Als Leiter einer Glaubensgemeinschaft begann ich deshalb, Pastoren die Liebe Gottes für Israel zu vermitteln. Ich fragte sie: Sollen wir das lieben, was Gott liebt? Die Antwort muss ganz eindeutig sein: Ja!

Gott motiviert uns

Zudem sollten wir zu Israel stehen, weil Gott uns dazu motiviert. Es gibt viele Verheißungen in der Bibel, wie wir auf verschiedene Weise von Gott gesegnet werden können. Warum sollten wir auch nur eine dieser wunderbaren Segnungen auslassen? Im Neuen Testament haben wir viele Verheißungen empfangen, weil Jesus Christus die Grundlage aller Gottesverheißungen für diejenigen ist, die an ihn glauben. In 1. Mose 12,3 sagt Gott zu Abraham: „Ich will segnen, die dich segnen… und in dir sollen gesegnet werden alle Völker auf Erden.“

Wir werden gesegnet, wenn wir anfangen, uns Israel zuzuwenden. Es motiviert mich zu wissen, dass Gott mich segnet, wenn ich zu Israel stehe und Israel unterstütze. Ich bin sicher, dass jede Person, die beginnt, dieses Geheimnis zu ergründen, sich auch mit Israel beschäftigen wird.

Glaubenstest

Sich für Israel einzusetzen ist nicht leicht, es ist auch eine Prüfung. Das sehen wir an der Geschichte von Naomi und Ruth. Naomi hatte Israel mit ihrem Ehemann und zwei Söhnen wegen einer Hungersnot im Land verlassen. In Moab heirateten beide Söhne Moabiterinnen. Dort überschattete der Tod die Familie. Naomis Ehemann und ihre beiden Söhne starben, sie blieb mit ihren Schwiegertöchtern zurück. In ihrem Geist spürte Naomi, dass sie in ihr Heimatland zurückkehren sollte. Eine Schwiegertochter, Orpa, küsste Naomi zum Abschied, doch Ruth blieb bei ihr (Ruth 1,14). Dieser Vers enthält eine prophetische Dimension. Naomi steht hier für das Volk Israel. Wir wissen, dass Israel Jahrhunderte lang von einer Wolke überschattet wurde; viele Juden starben. Sie wurden von vielen Nationen gehasst und waren arm und ohne Heimatland – wie Naomi. Doch dann kam der Zeitpunkt, da sie ihre Heimatlosigkeit hinter sich ließen, um in ihr eigenes Land zurückzugehen. Dabei brauchen sie Hilfe.

Naomi erhielt Hilfe von Ruth. Orpa und Ruth versinnbildlichen auf prophetische Weise zwei Arten von Christen. Die „Orpa-Christen“ bedanken sich bei Israel, weil ihre Erlösung vom jüdischen Volk kommt, aber das ist auch alles. „Danke, Israel, für Jesus Christus, nun geh deinen Weg.” Doch Christen, die Israel lieben wie Ruth, werden an Israel festhalten und an seiner Seite bleiben. Gott prüft uns, besonders wenn es schwer ist, auf Israels Seite zu stehen. Bis heute sagen viele Christen: „Es ist zu kompliziert, das ist nicht gut für mich.“ Gott prüft uns, auch Pastoren und Konfessionsleiter, und fragt uns: „Liebt ihr, was ich liebe?“

Manche sagen: „Ja, es gab eine Zeit, in der Israel arm und heimatlos war, aber jetzt kommen sie nach Hause zurück. Israel ist nun reich und die Immobilien sind sehr teuer.“ Deshalb denken manche, Christen bräuchten Israel nicht länger helfen. Israel hat es geschafft! Doch ich kenne die eigentliche Armut Israels. Sie brauchen Menschen, die sie besuchen. Wenn sie unsere Liebe ihnen gegenüber spüren, öffnen sie ihr Herz und wir dürfen ihnen dienen. Wir brauchen solche Christen und Pastoren. Deshalb lehre ich christliche Leiter unserer Bewegung, diesen Lebensstil zu leben, der Gott gefällt.

Satan verfolgt die Juden bis heute. Es gibt Millionen Menschen auf der Welt, die wollen, dass Israel zugrunde geht. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es nicht leicht ist, sich auf die Seite eines verachteten Volkes zu stellen oder an die Seite der Schwachen, auf die die Gesellschaft herabblickt. Doch Gott tut genau das, er steht auf Israels Seite, auch in schweren Zeiten. Deshalb sollten Pastoren dasselbe tun. Die Heilige Schrift sagt, dass Jerusalem zur Prüfung für die Nationen werden wird. In Sacharja 12,3 lesen wir, dass Jerusalem zum „Laststein“ für die Völker wird. Manche werden sagen „wir unterstützen Israel“, andere „nein, tun wir nicht“. Auch Christen gilt diese Prüfung: Werde ich als Christ an Israels Seite stehen oder nicht?

Stellung beziehen

Zwölf Jahre lang habe ich die Pfingstbewegung in Deutschland geleitet. Ich fragte unseren Vorstand: „Wie ist unsere Haltung zu Israel? Hat unsere Bewegung eine Stellungnahme dazu?“ Sie schwiegen alle. Es gab keine offizielle Haltung. Ich erinnerte daran, dass wir Deutschen eine böse Vergangenheit haben – den Holocaust. Dennoch reagierten sie zögerlich und sagten, Israel sei ein kompliziertes Thema, daher gebe es keine Stellungnahme. Ich erklärte ihnen, dass wir in dieser Frage nicht neutral sein können. Gott ist Israel gegenüber nicht neutral, er stellt sich klar auf Israels Seite. Er liebt Israel, sorgt für Israel. Wenn sein Sohn, Jesus Christus, wirklich in unseren Herzen lebt, werden unser Denken, unsere Herzen und Handlungen gottgefällige Dinge hervorbringen.

Es hat drei Jahre gedauert, sie von einer neutralen, schweigenden Haltung dazu zu bringen, klar Stellung zu beziehen. Mit dieser Entscheidung im Vorstand begannen wir, auf unseren Konferenzen über Israel zu lehren. Wir luden Dr. Jürgen Bühler ein, zu unseren Pastoren und Leitern zu sprechen, und eine Veränderung setzte ein. Nun helfe ich Pastoren und Christen, Israel besser zu verstehen. Alle meine Reisen nach Israel waren im Grunde Studienreisen. Verständnis für Israel wuchs in meinem Herzen und eine Beziehung entwickelte sich. Auf dieser Grundlage kann ich nun predigen, weil ich es lebe.

Fragen der Gemeinde

In der Gemeinde haben viele Menschen Fragen. Als Leiter müssen wir uns damit beschäftigen, warum es Christen gibt, die zu Israel schweigen oder eine neutrale Haltung einnehmen. Wir müssen ihnen helfen, Antworten auf ihre aufrichtigen Fragen zu finden. Hier einige Beispiele:

1. Muss ich ein Freund Israels sein, wenn ich Jesus nachfolge?

2. Inwieweit muss ich dem zustimmen, was der Staat Israel und das jüdische Volk tun, einschließlich ihrer persönlichen und politischen Fehltritte?

3. Warum hat Gott Israel erwählt? – Viele wissen es nicht und denken, die nichtjüdischen Christen seien erwählt, Israel hingegen verloren. Sie glauben, dass Gott sich nicht um Israel kümmere. Doch in der Bibel lesen wir, dass Gott für Israel sorgen wird, aber er sucht Menschen wie uns, um es zu tun.

4. Was ist mit den Arabern? Können wir ihre Freunde sein, wenn wir auch Israels Freunde sein wollen?

5. Wie sollten wir uns vom neutestamentlichen Standpunkt des Glaubens und der Frömmigkeit dem jüdischen Brauchtum zuwenden? Wie wirken wir der Gefahr entgegen, dass mit der Offenheit für jüdische Traditionen, Gebräuche und das Judentum eine alttestamentlich orientierte Gesetzlichkeit Einzug hält? – Viele Christen befürchten, wieder unter das Gesetz zu geraten.

6. Welche jüdischen Feste sind auch für uns so bedeutsam, dass wir sie feiern sollten? Was ist die theologische Begründung dafür?

Gemeinsames Schicksal

Israel und die Christen stehen in der Endzeit vor denselben Herausforderungen. Das meine ich mit dem „gemeinsamen Schicksal“. Lesen wir aufmerksam Offenbarung 12,13: „Als der Drache [Satan] sah, dass er auf die Erde geworfen war, verfolgte er die Frau, die den Knaben geboren hatte.“ Die Frau ist Israel, das Heil kommt von den Juden (Johannes 4,22). Das Kind ist Jesus, Jeschua. Doch Gott beschützte die Frau, Israel. „Der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, zu kämpfen gegen die Übrigen von ihrem Geschlecht, die Gottes Gebote halten und haben das Zeugnis Jesu.“ (Offenbarung 12,17) Das passiert heute weltweit.

Vor einigen Jahren sagte Israels damaliger Präsident Reuven Rivlin beim ICEJ-Laubhüttenfest: „Uns ist sehr wohl aufgefallen, dass das Christentum die am meisten verfolgte Religion ist. Wir wissen, was Verfolgung ist, und wir werden uns für euch einsetzen.“ Was für eine wichtige Aussage des israelischen Präsidenten! Juden kennen Verfolgung aus ihrer eigenen Vergangenheit und nun, da sie sehen, dass Christen in vielen Ländern verfolgt werden, treten sie für uns ein. Offenbarung 12 sagt uns, dass der Teufel die Nationen und Völker benutzt, um Christen weltweit zu verfolgen. Und Israel tritt dem bereits entgegen. Wo sind die Christen, die für Israel eintreten? Diese Frage stelle ich allen Pastoren.

Im Willen Gottes

Wir stehen zu Israel, um Pastoren, Kirchen und Gemeinden in den Willen Gottes zu bringen. Gott steht Israel bei, wie er es versprochen hat. Folgen wir seinem Willen und dienen Israel, sind wir gewiss, dass Gott uns auf verschiedene Art gebraucht, z.B. bei der Alijah (Einwanderung nach Israel). Gott möchte das ganze Volk Israel in sein Heimatland zurückbringen – in das Land, das er ihnen gegeben hat. So wie Ruth sich um Naomi kümmerte, helfen wir Israel, ins Land seiner Väter zurückzukehren. Ich ermutige Pastoren, in ihren Gemeinden zu lehren, dass jeder Christ am Ende seines Lebens sagen sollte: Ich habe mindestens eine jüdische Person dabei unterstützt, nach Israel heimzukehren und dort zu leben.

Zu guter Letzt werden wir ermutigt, für das Wohl Jerusalems zu beten. In Jesaja 66,10 heißt es: „Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie liebhabt!“ Wer Israel liebt, wird sich über alle Erfolge freuen, die es durch Gottes Gnade feiert. Beten wir also für den Frieden Jerusalems (Psalm 122,6). Seien wir Wächter auf den Mauern, die Tag und Nacht beten (Jesaja 62,1+6). Es geschieht schon, aber lassen Sie uns Israel noch mehr unterstützen.


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