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Commentary

Israel braucht dringend eine stabile Regierung

Auch die vierten Knesset-Wahlen innerhalb von zwei Jahren konnten den politischen Stillstand in Israel nicht durchbrechen. Bereits in der Wahlnacht war von einem erneuten Gang zur Wahlurne die Rede.

Foto: GPO/Haim Zach, Bennett und Netanjahu, Archivbild

Gespaltene Gesellschaft

Die im Mai 2020 gebildete „Einheitsregierung“, geführt von Benjamin Netanjahu (Likud) und Benny Gantz (Blau-Weiß), konnte sich im Streit um den Staatshaushalt wiederholt nicht einigen. Als die letzte Frist am 22. Dezember 2020 auslief, wurde die Knesset entsprechend israelischem Recht automatisch aufgelöst.

Doch auch bei den jüngsten Neuwahlen hat kein politisches Lager die absolute Mehrheit erzielt. Das Wahlergebnis spiegelt die zunehmende Spaltung der israelischen Gesellschaft entlang politischer, religiöser und ethnischer Linien wider. Genau dies macht die Regierungsbildung so schwierig. Die Differenzen scheinen schier unüberbrückbar. Zudem wollen zahlreiche Parteien ein Ende der „Ära Netanjahu“ und lehnen daher jegliche Verhandlungen mit ihm ab.

Islamist als Königsmacher

Anfang April erhielt Netanjahu den Auftrag zur Regierungsbildung. Neben der Unterstützung der ultraorthodoxen Parteien Schas und Vereinigtes Thora-Judentum sowie der Religiösen Zionisten braucht er weitere Verbündete. Durch die erneute Pattsituation haben sich zwei Politiker als „Königsmacher“ entpuppt, auf deren Unterstützung die künftige Regierung angewiesen zu sein scheint. Einer von ihnen ist Naftali Bennett von der nationalreligiösen Jamina-Partei. Doch auch mit Bennetts Beteiligung würden Netanjahu zwei Mandate zur nötigen Mehrheit von 61 Knesset-Sitzen fehlen.

Dies macht Mansour Abbas, Vorsitzender der islamistischen Ra’am-Partei, zum Zünglein an der Waage. Entgegen der üblichen Politik arabischer Parteien, die Regierungsbildung zu boykottieren, will Mansour Abbas eine Regierungsbeteiligung nicht mehr ausschließen - um die Interessen der arabischen Israelis zu vertreten. Eine Koalition mit den Religiösen Zionisten lehnt er jedoch ab. Zu dem Parteienbündnis zählt die nationalistische Partei Otzma Jehudit („Jüdische Stärke“), die als araberfeindlich gilt.

Minderheitsregierung oder Seitenwechlser

Möglich wäre die Bildung einer Minderheitsregierung. Dazu müsste die Ra’am-Partei bei Knesset-Abstimmungen zugunsten der Regierung stimmen oder sich enthalten. Doch die Religiösen Zionisten lehnen eine Vereinbarung mit Ra’am, deren Charta u.a. den Zionismus als „rassistisch“ bezeichnet, ab. Netanjahus weitere Optionen wären, zwei Abgeordnete der gegnerischen Parteien dazu zu bewegen, die Seiten zu wechseln oder die neugegründete konservativ-nationale Partei Tikwa Chadascha („Neue Hoffnung“) des ehemaligen Likud-Ministers Gideon Sa’ar für seine Koalition zu gewinnen. Sa’ar ist zu einer Koalition mit dem Likud bereit, aber nicht unter der Führung Netanjahus.

Sollte Netanjahu bis zum 4. Mai keine Regierung bilden können, wird ein anderer Kandidat oder gar die Knesset den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten.

Breites politisches Spektrum

Ein weiterer Kandidat wäre Jair Lapid der links-liberalen Jesch-Atid-Partei. Er genießt die Unterstützung der Mitte-Links-Parteien Blau-Weiß, Israel Beitenu, Meretz und Arbeitspartei. Auch er braucht die Unterstützung Bennetts und Abbas‘. Lapid hat Bennett bereits angeboten, per Rotation das Amt des Premierministers zu teilen. Eine Koalition der Mitte-Links-Parteien mit der nationalreligiösen Jamina-Partei, der konservativ-nationalen Tikwa Chadascha und der arabischen Ra’am-Partei würde ein breites politisches Spektrum vertreten. Dennoch ist fraglich, ob Avigdor Lieberman (Israel Beitenu) mit den Islamisten zusammenarbeiten will.

Enorme Herausforderungen

Israel braucht dringend eine stabile Regierung, denn das Land steht vor enormen Herausforderungen. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat Ermittlungen wegen angeblicher Kriegsverbrechen aufgenommen. Die Spannungen mit dem Erzfeind Iran spitzen sich zu. US-Präsident Joe Biden scheint in seiner Nahostpolitik weniger Verständnis für Israels Anliegen zu haben als sein Vorgänger Donald Trump. Auch innenpolitisch gibt es Probleme. Die Arbeitslosigkeit liegt bei rund 17% (Stand März 2021). Seit 2018 wurde kein neuer Staatshaushalt verabschiedet, Zahlungen an die verschiedenen Ressorts erfolgen Monat für Monat auf Grundlage des Haushalts von 2019. Nach dem Rücktritt von Justizminister Avi Nissenkorn im Dezember konnte die Regierung sich nicht auf einen Nachfolger einigen - somit können keine neuen Gesetze verabschiedet werden.


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Brauchen wir das Gesetz?

Nichtjüdische Christen lieben den Spruch: „Wir sind nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade.“ Soll heißen: „Das Alte Testament brauchen wir nicht; als mündige Christen sind wir freie Menschen.“ Offenbar kennt man nicht den ganzen Text in Römer 6,14: Die Sünde wird nicht über euch herrschen, denn ihr seid nicht unter Gesetz, sondern unter Gnade.Was nun, sollen wir sündigen, weil wir nicht unter Gesetz, sondern unter Gnade sind? Das sei ferne!

Foto: Pixabay, Jüdischer Gebetsschal mit Quasten, Symbolbild

Falsches Denkmuster

Seit der Trennung von den Juden und dem Vorwurf gegen sie, Gottesmörder zu sein, ist Christen die Materie von Gesetz und Gnade, von jüdischer Gesetzlichkeit und christlicher Freiheit nicht klar. Aufgrund der Irrlehre von Marcion (ca. 150 n.Chr. in Rom) entwickelte sich das Denkmuster: Das Alte Testament ist eine Religion des Gesetzes, sklavischen Gehorsams und eines zornigen Gottes; Neues Testament und Christentum dagegen verkünden Freiheit, Gnade und Liebe, Gerechtigkeit durch Glauben. Doch die rabbinische Literatur klagt nicht über die Tora oder einen zornigen Gott. Israel liebt die Tora – aus Dankbarkeit für Gottes Bund und die Erlösung!

Wahre Bedeutung

Wie sehen Jesus und Paulus das Gesetz? Ihre Worte mit orientalisch-semitischem Hintergrund sind für uns im Westen schwer verständlich. Ein Blick auf ihre Kultur und Sprache hilft. Für Verordnung, Gebot usw. kennt die hebräische Bibel die Begriffe: mischpat, choq und mizwa. Tora, Gesetz, jedoch bedeutet in der biblischen Sprache die Richtung zeigen, lehren, den Weg weisen, Führung fürs Leben. Gott lehrt und führt sein Volk durchs Leben. Die Tora zeigt wertvolle Paradigmen auf. Sie ist Maßstab! Wer Tora lebt, hat Leben in Shalom, in Harmonie, Frieden und Wohlergehen. Ebenso wie im NT wird Sünde als gegen Gott gerichtetes Prinzip bestraft, aber selbst dem schlimmsten Sünder wird Vergebung angeboten. Wer die Maßstäbe missachtet, schadet sich selbst; das nennt Paulus Fluch (Strafe) des Gesetzes. Wer sich die Mühe macht und das Gesetz erforscht, findet von Adam über die Erzväter bis zum Volk Israel wichtige Grundsätze. Da lernt man fürs Leben!

Von R. Jehoschua ben Levi findet sich in den Pirke Avot der antike Spruch: „Die Tafeln, Gotteswerk sind sie, und die Schrift, Gotteswerk ist sie, eingegraben in die Tafeln. Lies aber nicht ‚eingegraben’, charut, sondern ‚frei’, cherut, denn es gibt keinen freien Menschen außer demjenigen, der sich mit der Tora beschäftigt ...“ Das klingt nach Jakobus (Jakobus 1,25; 2,12): Wer in das vollkommene Gesetz der Freiheit hineingeschaut hat … Hintergrund ist das einst bekannte Wortspiel, wobei nur der Vokal verändert gelesen wird.

Die Übersetzer der hebräischen Bibel, Tanach (Tora, Propheten, Schriften), ins Griechische, Septuaginta, setzten im 3. Jh. v.Chr. für Tora das griechische Wort nómos, Gesetz, ein. Rabbiner haben das immer bedauert, da so der Charakter von Tora, Lehre, verlorenging. Weil Paulus das jüdische Religionsgesetz, die Halacha bzw. die mündliche Toranómos nennt, können wir nur schwer zwischen beiden Begriffen unterscheiden.

Wann kam die Tora?

Ganz klar: Nach der Rettung aus Ägypten, zu Pfingsten am Sinai als Lehre fürs Leben in einer freien Volksgemeinschaft! Tora rettet nicht, sie weist nach der Rettung den Weg. Ein Beispiel: Ein entlaufener Esel, der dem Besitzer vom feindlichen Nachbarn zurückgegeben wird, kann Friedensstifter sein, wenn beide wieder miteinander reden (2. Mose 23,4). Gute Werke retten nicht, nur die Gnade. Aber Jesus und Paulus fordern gute Werke als Frucht nach der Erlösung! Gott schloss seinen sogenannten Alten Bund nur mit Israel. Aber schon damals forderte er Israel auf (2. Mose 19,5-6), als sein Schatz ein Priestervolk für alle Völker zu sein. Bereits seit dem Sinai gilt Erlösung allen Völkern! Rituelle Vorschriften für Tempeldienst, Beschneidung, Sabbat und Speisegebote betreffen nur Israel. Jeremia 31,31-34 prophezeit den neuen Bund mit einem neuen Herzen. Nach Pfingsten in Jerusalem unterstützte die Gemeinde die Armen, sodass keiner Not litt. Das ist angewandte, ins Herz gelegte Tora.

Neue Regeln

Nach der babylonischen Gefangenschaft entstand eine neue Frömmigkeit. Die Weisen nach Esra passten die Worte der Tora der veränderten Zeit an und schufen den Zaun um das Gesetz, die mündliche Tora. Das sollte einen Verstoß gegen die Tora mit einer erneuten Zerstörung des Tempels verhindern. Gott hatte gesagt: Arbeite nicht am Sabbat! Die Frage war: Was ist Arbeit? So entstand das Verbot von 39 Tätigkeiten. Ähnlich war es mit vielen anderen der 613 Tora-Gebote. Jesus überging die Lehren der Sadduzäer und Essener, stimmte aber weitgehend mit den Pharisäern überein. Er empfahl sogar ihre Lehre, kritisierte jedoch ihre Heuchelei. Kleinliche Gebote, sogenannte Gesetzlichkeiten, lehnte er ab. Jesus lehrte Barmherzigkeit, Liebe, Glaube, Gerechtigkeit. Mit diesen Worten sagte er dasselbe wie die Pharisäer: Der Sohn des Menschen ist Herr über den Sabbat; wer eine Frau lustvoll ansieht, hat mit ihr in seinem Herzen die Ehe gebrochen; wer Böses in seinem Herzen gegen seinen Nächsten trägt, begeht einen Mord. Warum wohl berief er Saulus, einen Pharisäer, zum Apostel?

Keine neue Tora

Jesus betonte die ewige Gültigkeit des Gesetzes am Beispiel von Jota und Häkchen. Er bekräftigte, dass er die Tora richtig lehrte, indem er sie erfüllte, und dass er sie nicht auflöste, d. h. nicht falsch lehrte. Diese rabbinischen Begriffe verstehen wir heute nur, wenn wir seine Sprache lernen (Gerechtigkeit verstand man zumeist als Erlösung, Rettung). Die Bergpredigt verstärkt die Tora und deutet bekannte Lehren mit neuartiger Vollmacht. Deswegen war Jesus ständig von Pharisäern umgeben. Der bedeutende jüdische Jesusforscher Prof. Dr. David Flusser aus Jerusalem war davon begeistert, wie er mir sagte. Jim Gerrish, ebenfalls Jerusalem, fand 2004 im NT mehr als 1000 Gebote! Im Neuen Bund wird keine neue Tora gegeben. Vielmehr wird durch das Erlösungswerk von Jesus und durch den Heiligen Geist die Tora mit ihren sittlich-moralischen Forderungen in die erneuerten und beschnittenen Herzen der Menschen gelegt. Sie wird (nach Jesus und Paulus) erfüllt durch die Aufforderung: Liebe Gott, liebe deinen Nächsten. Wie das geht, zeigt das Gesetz.

In Johannes 1,17 heißt es: Die Tora wurde durch Mose gegeben, die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus geworden. Das Wörtchen aber steht nicht im originalen Text. Das Gesetz ist ein Geschenk der Gnade Gottes. Für Paulus ist es heilig, gerecht und gut (Römer 7,12). Der Ausdruck Saum seines Gewandes (Griechisch kraspedon) in der Lutherbibel kann auch Quaste bedeuten. Sie erinnert daran, das ganze Gesetz zu halten.

Zehn Worte

Als ich vor einigen Jahren die Zehn Gebote (in der Bibel Zehn Worte) studierte, erkannte ich: Der Gottesbeweis liegt im universellen Sittengesetz mit seinen moralischen, ethischen und altruistischen Prinzipien. Der US-Wissenschaftler Francis Collins kommt in seinem Buch „Gott und die Gene“ zur selben Erkenntnis. Er war Atheist, fand aber zum Glauben, als er das Sittengesetz als universell, ewiggültig und von Gott kommend erkannte. Als Collins im Jahr 2000 seine Forschung am menschlichen Genom bekanntgab, sprach er vom Bauplan Gottes für den Menschen. Ein moderner Atheist bekehrt sich durch das Gesetz!

Lesen wir einmal die Zehn Gebote ganz sinngemäß, denn Gott sagt nicht: du sollst, du sollst nicht …, sondern du wirst … Hier meine Kurzfassung: Ich bin dein Gott, der dich erlöst hat, du wirst neben mir keine Götzen anbeten, ihnen keine Statuen errichten; wirst meinen Namen nicht missbrauchen und den Ruhetag, den Sabbat, feiern. Du wirst deinen Eltern gegenüber ehrfürchtig sein, keinen Menschen morden und nicht die Ehe brechen. Du wirst keine Lügen über deinen Mitmenschen aufbringen noch das haben wollen, was er hat, angefangen bei der Frau, über die Dienerschaft bis hin zu seinen Haustieren. Wenn du das beachtest, weißt du, dass ich dein Gott bin, der dich in die Freiheit gesetzt hat! Das ist der Maßstab, daran kannst du dich messen!

Wir sind nicht ohne Gesetz, als Ausdruck der Gnade Gottes. Er will, dass wir auf geradem Weg gehen und es bis in seine Herrlichkeit schaffen. Dafür brauchen wir das „Gesetz“: Gottes Tora, unsere Wegweisung.

Buchtipp: „Der Jude Paulus“ von Horst Krüger

Der Jude Paulus verfasste seine Briefe an die Gemeinde in Rom auf Griechisch. In seinem Buch „Der Jude Paulus - Sein Brief an die Römer“ hilft uns Horst Krüger, Paulus besser zu verstehen, indem er fragt: Was mag der Apostel wohl auf Hebräisch gemeint haben?

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ICEJ-Stellungnahme zu Israels derzeitiger Corona-Impfpolitik

Christen aus weiten Teilen der Welt wenden sich an die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem und fragen nach unserer Sicht auf Israels Impfprogramm zur schnellen Massenimpfung gegen das Coronavirus, vor allem mit Blick auf den Einsatz neuer mRNA-Impfstoffe. Einige sind sehr besorgt, dass das israelische Volk sich unwissentlich stark gefährdet haben könnte. Andere sind durch spekulative Theorien beunruhigt, dass Israel in eine teuflische Falle mit „endzeitlichen“ Folgen gerate.

Foto: Pixabay, Schüler mit Maske, Symbolbild

Israels Reaktion auf eine beispiellose Krise

Zuerst ist es wichtig festzustellen, dass Israel wie viele andere Länder in aller Welt vor einer nie dagewesenen Gesundheitskrise mit einem tödlichen Virus stand, an oder mit dem weltweit mehr als 2,6 Millionen Menschen gestorben sind. Dazu zählen im Zeitraum der letzten zwölf Monate auch fast 6.000 Israelis – das sind sechsmal mehr israelische Tote als während der fünf brutalen Terrorjahre der Zweiten Intifada. Darüber hinaus haben die Corona-Lockdowns der israelischen Wirtschaft schweren Schaden zugefügt. Insbesondere die Tourismusindustrie ist nun seit einem ganzen Jahr komplett zum Erliegen gekommen. Folglich stimmten führende israelische Politiker aller Parteien überein, dass eine schnelle nationale Reaktion vonnöten war.

Wegen der schnellen und entschiedenen Handlungen der Regierung seit Pandemie-Beginn gilt Israel in vielen anderen Ländern weltweit als Vorbild-Nation, angefangen beim rechtzeitigen Verhängen von Lockdowns und Reiseverboten, um seine Bevölkerung vor dem Virus zu schützen. Auch entwickelte Israel erfolgreich neue medizinische Behandlungen zur Bekämpfung des Coronavirus, die in Studien vielversprechende Ergebnisse zeigen. Deshalb bleibt die Todesrate der Coronavirus-Patienten in Israel mit weniger als einem Prozent eine der geringsten weltweit, obwohl die Infektionsrate zu den höchsten zählte. Die schnelle und effektive Reaktion der Regierung von Premierminister Benjamin Netanjahu auf das Virus wurde weitgehend von konkurrierenden politischen Parteien, der Mehrheit der israelischen Bevölkerung und sogar von vielen internationalen Staats- und Regierungschefs anerkannt.

Israels Entscheidung für den Einsatz von mRNA-Impfstoffen

Die Entscheidung der israelischen Regierung, die neuen mRNA-Impfstoffe als einen Weg aus der Krise, in der ein Lockdown dem nächsten folgte, einzusetzen, liegt klar in der beispiellosen Pandemie begründet. Sie wurde auch von der jüdischen Tradition, Leben zu erhalten, sowie von der generellen Offenheit der Israelis gegenüber wissenschaftlichem und biomedizinischem Fortschritt beeinflusst. 25 Jahre vielversprechende medizinische Forschung mit mRNA-Impfstoffen auf internationaler Ebene und frühzeitiger Austausch zwischen der Regierung und dem Pharmaunternehmen Pfizer halfen führenden israelischen Politikern und Medizinern bei dieser schnellen Entscheidung. Pfizer unterzog seine neuen Corona-Impfstoffe einer strengen Testphase zu Kurzzeitfolgen bei Menschen, während die üblicherweise länger andauernde Testphase zu möglichen Langzeitfolgen noch aussteht. Dennoch stimmten US-Behörden einer Notzulassung zu. Mit Blick auf die steigenden Todeszahlen entschied sich Israels Regierung, ein kalkuliertes Risiko einzugehen und den mRNA-Impfstoff bei der israelischen Bevölkerung einzusetzen.

Heute ist Israel das Land mit dem größten Impf-Fortschritt weltweit – fast 90% der erwachsenen Bevölkerung sind entweder geimpft oder aufgrund einer überstandenen Covid-19-Erkrankung immun. Die bisherigen Daten lassen darauf schließen, dass der Impfstoff zu 97% erfolgreich gegen das Coronavirus schützt und die Sterberate der verwundbarsten älteren Bevölkerung ist drastisch gesunken. Israel möchte bis Ende Mai Herdenimmunität erreichen und zu einem relativ normalen Leben zurückkehren, auch wenn einige Reisebeschränkungen wahrscheinlich bestehen bleiben werden, um das Risiko des Kontakts mit neuen Virus-Mutationen zu minimieren. Außerdem plant Israel die Einführung eines „Grünen Passes“ für Geimpfte oder Genesene. Personen ohne einen solchen Pass werden in ihrem gesellschaftlichen Leben vorübergehend eingeschränkt sein. Die meisten Israelis sind dem ambitionierten Impfprogramm der Regierung gefolgt, das auch von angesehenen Medizinern im Land größtenteils unterstützt wird.

Wahrheit von Gerüchten unterscheiden

In der Zwischenzeit kursieren weltweit einige alarmierende Berichte und Theorien über Israels Impfprogramm, die einer zusätzlichen Klarstellung bedürfen.

1)      Die derzeitige Impfpolitik der israelischen Regierung ist keine Neuheit. Eine ähnliche Regelung trat 1952 im Land in Kraft, als sich jeder zwingend gegen Typhus impfen lassen musste – eine Unterlassung zog sogar eine Geldstrafe nach sich.

2)      Es gibt Behauptungen, dass in Israel viel mehr Menschen an der Impfung als an Covid-19 sterben. Solche Aussagen entbehren jeder Grundlage, wie die Daten aller israelischen Gesundheitsorganisationen erkennen lassen. Diese zeigen darüber hinaus, dass weniger Geimpfte sterben und die Symptome derer, die trotz Impfung am Virus erkranken, schwächer ausfallen als bei denen, die nicht geimpft sind.

3)      Israel entwickelt sich nicht zu einer ausgrenzenden Nation, die ihre Bevölkerung in „geimpft“ und „nicht-geimpft“ einteilt. Jeder in Israel hat die Freiheit, sich gegen eine Impfung zu entscheiden, auch wenn dies einige zeitweilige Beschränkungen bezüglich ihrer Bewegungsfreiheit und ihres gesellschaftlichen Lebens bedeuten kann.

4)      Einige bringen den neuen „Grünen Pass“ mit dem „Zeichen des Tieres“ aus dem Buch der Offenbarung in Verbindung und behaupten sogar, dass Israel sich durch die Impfungen unter die Herrschaft des Antichristen begebe. Das ist bestenfalls reine Spekulation. Impfpässe (z.B. der gelbe Impfausweis für internationale Reisen) existieren bereits seit Jahrzehnten und die Einreise in viele Länder ist nur mit aufgefrischten Impfungen gegen Gelbfieber und andere Krankheiten möglich. Darüber hinaus setzen die relevanten Schriftstellen aus Offenbarung 13 eine gotteslästerliche und antichristliche Agenda voraus, die „Krieg gegen die Heiligen“ führt. Im Gegensatz dazu ist klar, dass hinter Israels Impfpolitik keine religiöse oder geistliche Agenda steht, sondern die Absicht, Leben zu retten.

Bleibende Bedenken

Natürlich gibt es noch immer berechtigte Sorgen, Fragen und Vorbehalte, was die Langzeitfolgen der mRNA-Impfstoffe betrifft, und Menschen sollten sich zurecht dafür entscheiden können, sich nicht impfen zu lassen. Wir begrüßen es, dass Israel diese Freiheit gewährt. Unser mangelndes Wissen über langfristige Auswirkungen der Impfstoffe rechtfertigt es jedoch nicht, kritische Kampagnen gegen Israel zu starten oder israelischen Politikern böse Beweggründe gegenüber ihrem eigenen Volk zu unterstellen. Vielmehr sollten wir für sie beten, denn sie haben es mit einer nie dagewesenen Gesundheitskrise zu tun und brauchen unsere Gebete mehr als je zuvor.

Des Weiteren sind wir uns bewusst, dass das globale Ausmaß und die Auswirkungen der Gesundheitskrise die Tore für weltweit abgestimmte Initiativen geöffnet haben. Diese bergen durchaus das Potenzial, demokratische Prozesse zu untergraben und möglicherweise für zukünftige antichristliche und diskriminierende Agenden missbraucht zu werden. Trotzdem sollten Christen nicht in Furcht vor dem Coronavirus leben. Wir sollten uns auch nicht vor den Corona-Impfstoffen fürchten. Vielmehr sollten wir eine gesunde Ehrfurcht vor Gott allein haben, denn letztlich hält er unser Leben und Schicksal in seiner Hand (Jesaja 8,12-13).

Keine Spaltung zulassen

Schließlich sollten wir es dieser Krise nicht erlauben, uns zu spalten. Ich bin mir bewusst, dass nicht jeder meine obige Einschätzung teilt, und einige mögen zu einem anderen Schluss kommen. Doch wir sollten niemals Spaltungen im Leib Christi zulassen oder unsere Liebe für Gottes Volk von unserem begrenzten Verständnis hinsichtlich eines neuartigen Impfstoffs abhängig machen. Paulus sagte der Gemeinde in Rom, sie solle keine Spaltungen unter den Gläubigen wegen des Verzehrs von Opferfleisch zulassen und bestärkte die Gemeindemitglieder, sich nicht gegenseitig zu richten, denn: „Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn“ (Römer 14,8). Paulus erinnerte die römischen Gläubigen auch: „Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist“ (Römer 14,17).

Sich impfen zu lassen oder nicht ist eine individuelle Entscheidung, die nach entsprechender medizinischer Beratung durch Ärzte des Vertrauens und mit unserem Einverständnis nach erfolgter Aufklärung und im Einklang mit unserem Gewissen getroffen werden sollte. Wir alle sollten zudem die Entscheidungen anderer respektieren und darauf achten, dass wir im Austausch miteinander präzise und zuverlässige Informationen verwenden.

Gebetsunterstützung benötigt

Bitte beten Sie in dieser schwierigen Zeit für Israels Leiter und beten Sie bitte auch für uns, während wir unserem Auftrag nachkommen, Israel in Krisenzeiten unerschütterlich zur Seite zu stehen. Gebet kann heilen und bewahren. Das haben wir in unserem Heim für Holocaustüberlebende in Haifa erlebt, das vom Coronavirus weitestgehend verschont geblieben ist. Für eine betreute Wohneinrichtung ist das laut Arbeitern im israelischen Gesundheitswesen ein Wunder. Bitte beten Sie für uns, während wir unser Bestes geben, weiterhin allen Menschen in Israel inmitten der aktuellen Herausforderungen zu helfen.

Für weitere Informationen zu diesem Thema sehen Sie sich unser ICEJ-Webinar „Israel and the Corona Vaccines“ vom 11. März 2021 (auf Englisch) an.

Moderator: David Parsons, ICEJ-Vizepräsident und Sprecher
Gäste: Dr. Zeev Feldman vom Sheba Medical Center, Anwalt Calev Myers von ARISE und Israel Pochtar, messianischer Pastor in Israel


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Mit dem Unerwarteten rechnen

Die sieben Donner

Als ich neulich das Buch der Offenbarung las, hielt ich bei Kapitel zehn inne. Dort sieht der Apostel Johannes einen „mächtigen Engel“ vom Himmel herabkommen. Majestätisch setzt er seinen rechten Fuß aufs Meer und den linken aufs Land. In seiner Hand hält er eine geöffnete Schriftrolle. Er öffnet seinen Mund und als er ruft, erklingen die „sieben Donner“. Was für eine überwältigende Erscheinung! Sieben Siegel, sieben Trompeten, sieben Schalen und sieben Donner. Doch als Johannes aufschreiben will, was er von diesen sieben Donnern gehört hat, wird ihm gesagt: „Versiegle, was die sieben Donner geredet haben, und schreib es nicht auf!“ (Offenbarung 10,4). Beim Lesen dieser Stelle war ich immer verwirrt. Ich wollte wissen, was die Donner gesagt hatten und warum Johannes es nicht aufschreiben durfte. Wieso steht es überhaupt in der Bibel, wenn alles ein Geheimnis ist?

Foto: Pixabay, Symbolbild

Im Verlauf der Corona-Krise spürte ich, dass es für diese Schriftstelle einen guten Grund gibt. Dadurch möchte Gott uns zeigen, dass gewisse Dinge der Menschheit und selbst der Gemeinde mit Absicht verborgen sind. Gott hat diese Geschichte, die so sehr unsere Neugier weckt, aus genau diesem Grund bewusst in seinem Wort platziert: Er möchte uns zu verstehen geben, dass wir nicht alles wissen. Er möchte uns lehren, dass es trotz aller Offenbarungen und Einsichten, die er uns geben mag, immer auch das Unbekannte und viele Überraschungen geben wird.

Ein Jahr der Überraschungen

Das Jahr 2020 war in der Tat voller Überraschungen, nicht nur in Israel. Ich erinnere mich gut daran, wie das Jahr begann. Unser Motto für das Laubhüttenfest 2020 lautete: „Bereitet den Weg“. Es war ein Ruf zur Buße, verband uns aber auch mit dem biblischen Mandat, das der Herr der ICEJ vor 40 Jahren aufs Herz legte: „Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott.“ (Jesaja 40,1) Wir begannen das Jahr mit Beten und Fasten. Ein Artikel des amerikanischen Erweckungspredigers Charles Finney über Buße inspirierte uns alle. Ein ungewöhnliches und gleichzeitig sehr bedeutendes Jahr lag vor uns, vor allem da wir als Dienst unser 40-jähriges Jubiläum feierten. Einige unserer führenden Zweigstellenleiter trafen sich im Februar in Jerusalem, um die Ausrichtung unserer Arbeit während der kommenden Jahre vor Gott zu bewegen. Wir genossen wunderbare Gebetszeiten. Für die Zukunft unseres Dienstes hatten wir großartige Ideen und Visionen. Doch nichts bereitete uns auf das in jeder Hinsicht ungewöhnliche Jahr 2020 vor, in dem alles anders kam, als wir erwartet hatten.

Erschütterungen

Ich erinnere mich, dass der Leiter unseres norwegischen Zweiges, Dag Øyvind Juliussen, beimAbschlusstreffen unseres Strategie-Meetings letzten Februar aufstand, um ein Wort des Propheten Haggai mit uns zu teilen, das er während der vergangenen Monate immer wieder aufs Herz gelegt bekommen hatte: „Denn so spricht der HERR Zebaoth: Es ist nur noch eine kleine Weile, dass ich Himmel und Erde, das Meer und das Trockene erschüttere. Dann will ich alle Völker erschüttern, dass aller Völker Kostbarkeiten kommen, und ich will dies Haus mit Herrlichkeit füllen, spricht der HERR Zebaoth.“ (Haggai 2,6-7)

2020 wurde tatsächlich ein Jahr großer Erschütterungen. Die ganze Welt sah sich mit einer globalen Pandemie konfrontiert. Uns allen wurden nie dagewesene Beschränkungen auferlegt. Wir konnten nicht reisen, um unsere Zweigstellen zu besuchen, die finanziellen Auswirkungen durch Lockdowns drohten unsere Einkünfte zu gefährden und das Laubhüttenfest stand erstmals in der 40-jährigen Geschichte der ICEJ in Gefahr, abgesagt zu werden. Israel erlebte einen harten Shutdown und erlaubt Touristen bis heute nicht, das Land zu besuchen. Im März 2020 sprach der Vorstand der ICEJ bei einem Krisentreffen über den möglichen Schaden, der durch weltweite Lockdowns und andere einschränkende Gesundheitsmaßnahmen entstehen könnte.

Unerwarteter Segen

Doch Gott benutzte diese Erschütterungen, um uns auf unerwartete Weise zu segnen. Viele der Ziele, die wir uns während des Strategie-Meetings im Februar für die kommenden Jahre gesetzt hatten, wurden schneller erreicht, als wir jemals für möglich gehalten hätten. Durch die Corona-Krise herausgefordert beteten wir mehr als je zuvor. Wir wünschten uns mehr Austausch und Zusammenarbeit mit unseren Zweigstellen, was wir durch die Nutzung der Internetplattform Zoom umsetzen konnten. Unsere Sozialabteilung in Israel konnte trotz des Virus deutlich mehr Menschen helfen als im Jahr zuvor. Seit der großen Alijah-Welle aus der Sowjetunion in den 90er-Jahren haben wir nicht mehr so viele jüdische Neueinwanderer bei der Finanzierung ihrer Alijah-Flüge nach Israel unterstützt wie letztes Jahr. Und unser Online-Laubhüttenfest 2020 erreichte mehr Menschen als je zuvor.

Wir erkannten, dass in „eines Mannes Herzen […] viele Pläne [sind]; aber zustande kommt der Ratschluss des HERRN“ (Sprüche 19,21). Der Mensch denkt, Gott lenkt. Die Pläne und Erwartungen, die wir auch als Gläubige haben, erfüllen sich oft nicht. Häufig werden wir mit neuen und unerwarteten Situationen konfrontiert. Ich fragte mich: Warum gab es keine klare prophetische Warnung vor einem Ereignis von so globalem Ausmaß?

Der Herr kommt!

Dann spürte ich Gott zu mir sprechen, dass unser Glaube genau in diesen unerwarteten und überraschenden Situationen am stärksten geprüft wird. In unvorhergesehenen Herausforderungen wie dem Vorstoß einer feindlichen Armee (2. Chronik 20), einer unerwarteten Krankheit (2. Könige 20) oder sogar einem überraschenden Todesfall (Johannes 11,14) bewies Gott seine Macht.

Vor fünf Jahren wurde bei mir im Anschluss an eine Zeit, in der ich viel gebetet und Gott gesucht hatte, Krebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Die Ärzte erklärten mich zu einem „inoperablen Fall“, kein Arzt in Israel wollte mich operieren. Mein Leben kam abrupt zum Stillstand und meine Familie war tief erschüttert. Doch genau in dieser plötzlich eingetretenen und menschlich gesehen unmöglichen Situation brach Gott nicht nur hindurch und bewahrte mein Leben auf mächtige Weise, sondern wir lernten ihn auch tiefer kennen als je zuvor. Wir sollten nie vergessen, dass Gott seinem Volk oft inmitten von Dunkelheit und großen Herausforderungen begegnet (Psalm 18,10 und Jesaja 19). Die Dunkelheit und Prüfungen dieser Zeit können zum Zeitpunkt für Ihr größtes Wunder werden.

Wir müssen uns in Erinnerung rufen, dass uns Gottes Wege niemals in ihrer Gesamtheit offenbart werden. Der Apostel Paulus schrieb, dass unsere Erkenntnis Stückwerk ist (1. Korinther 13,9). Mose verkündete dem Volk, dass es immer eine geheimnisvolle Seite Gottes geben wird, die uns manchmal verwirren mag (5.Mose 29,28). Dieser Kerngedanke zieht sich auch durch die Endzeitrede Jesu auf dem Ölberg. Sechs Mal betont Jesus: „Ihr kennt den Tag nicht, an dem euer Herr wiederkommt“ (siehe Matthäus 24,36+39+42+44+50; 25,13).

Die Geburtswehen des Messias

Es stimmt, dass in der Endzeit viele Entwicklungen erwartet werden können, weil prophetische Schriftstellen in der Bibel sie ankündigen. Die physische und geistliche Wiederherstellung Israels, die Rückkehr des jüdischen Volkes in sein Heimatland, der Aufstieg des Antichristen, eine weltweite Erweckung – all diese Dinge sagt das Wort Gottes klar voraus. Doch zugleich müssen wir auch mit dem Unerwarteten rechnen. Johannes durfte nicht aufschreiben, was die Stimme der sieben Donner gesagt hatte, und möglicherweise werden diese Geschehnisse uns nicht vor ihrem Eintreten offenbart werden.

In den letzten Monaten hallte in mir immer wieder der Aufruf wider: „Wappne dich!“ – nicht gegen einen tödlichen Stoß, sondern für schwere Zeiten, die vor uns liegen. Ich persönlich glaube, dass die Corona-Krise nur eine Art Aufwärmübung ist, der Anfang der kommenden Prüfungen. Das hören wir von vielen Leitern aus aller Welt. Vor Kurzem bezeichnete Peter Tsukahira, ein Pastor aus Haifa, bei einem unserer weltweiten Online-Gebetstreffen die Zeiten, in denen wir leben, als „Geburtswehen des Messias“. Geburtswehen verlaufen immer nach dem gleichen Muster: Je näher die Geburt rückt, desto häufiger und intensiver treten sie auf.

Seid wachsam

Die jüngsten Entwicklungen rufen uns alle zur Wachsamkeit auf. Nach den Wahlen in den USA wurde ein neuer Präsident ins Weiße Haus berufen, der bereits Pläne bekanntgegeben hat, viele positive politische Schritte der Trump-Regierung rückgängig machen zu wollen, auch einige, die Israel betreffen. Israel bereitet sich entsprechend auf möglicherweise deutlich kühlere Beziehungen zur neuen US-Regierung vor. Gleichzeitig ist eine weitere Eskalationsstufe mit dem Iran erreicht – Israel ist bereit für „alle Optionen“.

In der Zwischenzeit könnte die Corona-Pandemie zu nie dagewesenen Vorschriften auf globaler Ebene führen, darunter auch eine mögliche Impfpflicht. Wir erkennen die Notwendigkeit von Impfstoffen an, die Menschen vor tödlichen Krankheiten bewahren. Erstmals wurde nun ein genbasierter Impfstoff zugelassen, mit dem die Weltbevölkerung in einem sehr kurzen Zeitraum möglicherweise verpflichtend geimpft werden könnte.

Außerdem werden evangelikale Gläubige in zunehmendem Maße als Bedrohung für Gesellschaften in der westlichen Welt herausgestellt. Heute werden in Amerika, aber auch in manchen anderen westlichen Ländern, bibelgläubige Christen, die für ihr Land beten, sich um das Wohl ihres Staates sorgen und auf Gottes Wort basierende moralische und ethische Standpunkte vertreten, als „evangelikale Nationalisten“ stigmatisiert, die einer neuen Weltordnung im Weg stehen.

2021 ist ein Jahr, in dem die Kirche wachsam sein muss – nicht nur, was die Nachrichten betrifft. Wir brauchen vor allem geistliche Wachsamkeit. In dieser Zeit ist das Gebet, unser Festhalten am Wort Gottes und Gemeinschaft mit anderen Gläubigen wichtiger denn je. Es ist eine traurige Entwicklung, dass der Umstieg auf Online-Gottesdienste in aller Welt dazu geführt hat, dass die Besucherzahlen bei Gemeindeveranstaltungen drastisch gesunken sind – trotz Online-Angeboten.

Vorbereitet

Das Gleichnis der zehn Jungfrauen in Matthäus 25 erinnert uns an die plötzliche Erscheinung des Bräutigams. Seine Ankunft überraschte alle zehn Jungfrauen. Alle waren schläfrig, doch nur fünf hatten genug Öl für ihre Lampen. Als eine Diskussion über das Teilen des Öls aufkam, wurde den fünf „törichten Jungfrauen“ gesagt, sie sollten gehen und Öl für sich kaufen. In dieser Zeit kann man sich nicht auf den Glauben des Pastors, der Eltern oder des Ehepartners verlassen. Jeder von uns muss bereit sein und sich auf weitere Erschütterungen vorbereiten. Es ist eine Zeit, in der unser Lauf mit Christus unseren bewussten Willen, Mut und unser ganzes Herz erfordert. Auch wenn die Welt um uns herum dunkler wird, sind wir dazu berufen, aufzustehen und zu leuchten, denn das Licht des Herrn ist über uns aufgegangen! Er ist der unerschütterliche Fels, der uns auch in einem stürmischen Jahr 2021 Halt gibt.

Das Lobpreislied „The Blessing“ (deutsch: der Segen) hat während der Corona-Krise tatsächlich Millionen von Menschen gesegnet. Es ist ein Gebet, das ich uns allen empfehle, während wir in ein unsicheres neues Jahr gehen. Was auch kommen mag, wir wissen, dass eines sich niemals ändern wird: Jesus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit – auch 2021!
„Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.“(4. Mose 6,24-26)


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Bereschit – Im Anfang

Die ersten Worte der Bibel lauten: 

תֹהוּ וָבֹהוּ הָיְתָה וְהָאָרֶץ  אֱלֹהִים בָּרָא אֵת הַשָּׁמַיִם וְאֵת הָאָֽרֶץבְּרֵאשִׁית  

Bereschit bara Elohim et haschamajim ve et ha’arez ve ha‘arez hajtah tohu vawohu. „Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde und die Erde war wüst und leer.“ (1. Mose 1,1-2, ELB) Es ist Gott, der die Weltgeschichte beginnt. Das 1. Buch Mose, auch Genesis genannt, heißt auf Hebräisch Bereschit.

Foto: Unsplash, Symbolbild

Das erste Wort der Bibel

Das 1. Buch Mose beginnt mit dem Wort בְּרֵאשִׁיתbereschit. Es setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: בְּ be = im undרֵאשִׁית  reschit = Anfang. Zusammengenommen kann bereschit also mit „im Anfang“ übersetzt werden. Manche Bibelübersetzungen beginnen das 1. Buch Mose auch mit den Worten: „Am Anfang“. Diese Wortwahl fixiert einen bestimmten Zeitpunkt. Die wörtliche Übersetzung „im Anfang“ ist hier jedoch passender, denn sie bedeutet, dass Gott bereits in der Vergangenheit existierte – und zwar schon ehe der bestehende Kosmos ins Leben gerufen wurde.

Das Wort reschit wird von dem hebräischen Wort רֹאשׁ rosch = Haupt, Kopf, Anfang abgeleitet. Der jüdische Neujahrsbeginn heißt deshalb  רֹאשׁ הַשָׁנָה rosch haschana, d. h. Anfang oder Beginn des Jahres. Viele meinen, dass das Wort „Rutsch“ von dem hebräischen Wort rosch herkommt. Wenn wir uns einen „Guten Rutsch!“ zu Jahresbeginn wünschen, bedeutet das nicht wörtlich, dass wir rutschen sollen, sondern wir drücken damit den Wunsch für einen guten Jahresanfang aus.

Vom Ursprung der Schöpfung

Das Buch Bereschit offenbart uns den Ursprung von Himmel und Erde, aller Lebewesen, der Pflanzen, von Tag und Nacht, den Planeten – der gesamten Schöpfung. Das nächste Wort im ersten Vers der Bibel, בָּרָא bara, hat ebenfalls eine ganz besondere Bedeutung. Bara heißt erschaffen, etwas absolut Neues kreieren. Es wird nur in Bezug auf Gott verwendet! Nur er kann aus dem Nichts etwas noch nie Dagewesenes ins Sichtbare bringen. Gott erschuf die Himmel und die Erde. Das war ein gewaltiger Schöpfungsakt! In der Bibel gibt es diverse Möglichkeiten auszudrücken, dass etwas erschaffen wird. So gibt es das Verb יָצַר jazar, was formen oder bilden heißt. Zum Beispiel werden Adam und Eva geformt. In 1. Mose 2,7 wird dafür das Wort jazar verwendet: „Da bildete (jazar) Gott den Menschen aus Staub vom Erdboden.“ Dann gibt es das Verb  עָשָֹהasah. Es bedeutet machen oder herstellen. Zum Beispiel machte Gott Adam und Eva Leibröcke aus Fell (1. Mose 3,21).

Beim ersten Schöpfungswerk von Himmel und Erde muss noch erwähnt werden, dass das Wort Himmel im Plural steht:   שָּׁמַיִם Schamajim = Himmel. Die Endung -im deutet im Hebräischen immer auf einen Plural hin. Gott hat nicht nur den sichtbaren blauen Himmel geschaffen, den wir von der Erde aus sehen, sondern er hat mindestens noch einen weiteren Himmel geschaffen, den wir Menschen nicht sehen. In Matthäus 6,9 steht bestätigend: „Unser Vater, der du bist in den Himmeln.“ (ELB) Auch steht das Wort für Gott =אֱלֹהִים  Elohim im Plural. Das kann entweder ein Hinweis auf Gottes Dreieinigkeit sein oder es zeigt einfach die unvorstellbare Größe und Allmacht Gottes auf.

Tohuwabohu

Die nächste Aussage ist nicht sehr idyllisch. Es steht geschrieben: „Die Erde war wüst und leer.“ (1. Mose 1,2). Im Hebräischen stehen hier die Worte תֹהוּ וָבֹהוּtohu vawohu: tohu = Öde, Wüste, Leere / va = und / wohu = ungeordnet sein. (Der Buchstabe ב bet kann je nach Punktation als  בּb oder als ב w ausgesprochen werden.) Daraus entstand im Deutschen das Wort Tohuwabohu. Ein Tohuwabohu ist der Inbegriff eines unschönen Zustandes, einer großen Leere oder einer Unordnung, eines Durcheinanders.

Das kraftvolle Wort Gottes

Doch Gott setzt dem Tohuwabohu etwas Kraftvolles entgegen. Dabei benutzt er eine weitere Variante des Erschaffens, indem er spricht (אָמַר amar) und nicht wie in Vers 1 etwas Neues kreiert. In 1. Mose 1,3 lesen wir: „Gott sprach: ‚Es werde Licht!‘ Und es wurde Licht.“ Das ist sehr interessant und lässt aufhorchen. Dieses besondere Licht muss schon irgendwo in der Ewigkeit präsent gewesen sein. Gott rief dieses Licht herbei, um es der herrschenden Dunkelheit entgegenzusetzen. Was für ein herrlicher und unbeschreiblicher Moment muss es gewesen sein, als plötzlich das göttliche Licht hell in der Finsternis erstrahlte!

Dieses Licht hat nichts mit dem uns bekannten natürlichen Licht zu tun, denn die Himmelskörper, Sonne und Mond, werden erst am 4. Tag der Schöpfung erschaffen (vgl. 1. Mose 1,14-19). Vielmehr wird es als das Licht des Messias gedeutet (siehe den Artikel „Das Licht des Messias“ im Wort aus Jerusalem 6-2020). Der Messias Jesus Christus bezeichnet sich später selbst als Licht der Welt! „Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8,12)

Gottes Licht wirkt

Auch wir befinden uns heute persönlich wie auch weltweit in einem ungewissen Zustand, in einem Tohuwabohu. Sicherheiten und Gewohnheiten sind gewaltig am Wanken. Große Ratlosigkeit herrscht in Politik, Wirtschaft, Kultur ... Viele Menschen fühlen sich wie gelähmt. Doch wir dürfen sicher sein: Gottes helles Licht wird in unsere Schwierigkeiten, Nöte und Probleme hineinwirken! Er möchte Licht in das Tohuwabohu bringen! Er möchte Lösungen erschaffen, formen, bilden, herstellen ... auf welche Weise auch immer, er hat unbegrenzte Möglichkeiten. Er ist der Schöpfergott!

Wir dürfen mit großer Zuversicht, Hoffnung und Freude Gottes Wirken erwarten und dafür beten. Er, der das Weltgeschehen in 1. Mose 1, mit dem Buch Bereschit, begonnen hat, wird auch heute weiter schöpferisch wirken – bis zum Zeitpunkt der Vollendung der Weltgeschichte.


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Israel: Neue biblische Schätze warten auf Besucher

Im März 2020 schloss Israel wegen des Coronavirus seine Grenzen für den ausländischen Tourismus. Viele archäologische Stätten in Israel nutzten das Ausbleiben der Besucher, um weitere Ausgrabungen vorzunehmen und Schätze aus biblischer Zeit zutage zu fördern.

Foto: Pixabay, Innenbereich der Davidszitadelle, Symbolbild

Archäologische Funde in Israel

Auf den nordisraelischen Golanhöhen entdeckten Archäologen eine befestigte Stadt aus der der Zeit König Davids. Es wird vermutet, dass sie der älteste Beweis für das biblische Volk der „Geschuriter“ ist (z.B. Josua 12,5). Nahe Kirjat Gat in Südisrael wurde am Guvrin-Fluss eine große Festungsanlage aus der Zeit der Richter (ca. 3.200 Jahre alt) ausgegraben. Vermutlich wurde sie von den Ägyptern erbaut und diente als Verteidigungsanlage in ihren Kriegen gegen die Philister.

Die spannendsten biblischen Schätze wurden jedoch in Jerusalem und seiner Umgebung entdeckt. So stießen Archäologen bei Grabungen entlang der Klagemauer auf einen beeindruckenden Wohnraum, der aus dem frühen ersten Jahrhundert n. Chr. stammt. Sein genauer Zweck ist noch nicht geklärt. Nahe des Tempelbergs wurde eine alte Münze aus der Zeit des Bar-Kochba-Aufstands (132-135 n.Chr.) mit der Inschrift „Jahr zwei der Freiheit” gefunden.

Biblische Archäologie in Jerusalem

Zwei große, in Südjerusalem entdeckte Gebäudekomplexe deuten – wie eine ähnliche Ausgrabungsstätte im nahegelegenen Ramat Rachel – darauf hin, dass die Könige Judas über ein riesiges Gebiet herrschten. Dazu benötigten sie große zentralisierte Bauten in den Vororten ihrer sich ausdehnenden Hauptstadt. Nur so konnten sie Steuern einsammeln und die umliegenden Regionen verwalten.

Einer dieser beiden Komplexe wurde bei Bauarbeiten nahe der US-Botschaft im Jerusalemer Stadtteil Arnona, rund drei Kilometer südlich der Altstadt, zutage gefördert. Archäologen datieren ihn auf ca. 700 Jahre v.Chr., in die Zeit der Könige Hiskia und Manasse. In Lagerräumen wurden Krüge mit 120 Siegeleindrücken in hebräischer Sprache gefunden. Die Krüge enthielten ursprünglich Lebensmittel, die die Könige Judas als Steuer erhoben. Viele Krüge tragen die Inschrift „Eigentum des Königs”. Archäologen gehen davon aus, dass die Könige Judas in den letzten Jahrhunderten ihrer Dynastie diese großen Verwaltungszentren in Arnona und Ramat Rachel erbauen ließen, um ihre Aktivitäten aus der ummauerten Stadt Davids auszulagern. Diese Zentren nutzten sie bis zur Eroberung Judas durch die Assyrer. Erst nach der Rückkehr der Juden aus Babylon ins Land Israel wurden sie wieder in Betrieb genommen.

An der nahegelegenen Scherover-Promenade, die einen wunderschönen Blick auf die Altstadt bietet, fanden Archäologen einen prächtigen Palast, ebenfalls aus der Zeit des ersten Tempels. Hier entdeckten sie Säulen im phönizischen Stil. Sie ähneln anderen Säulen, die in der Davidstadt entdeckt wurden, und vermutlich das Wahrzeichen der Dynastie König Davids waren. Ihre Kapitelle sind auch auf der Fünf-Schekel-Münze abgebildet. Experten glauben, dass die prunkvolle Residenz von einer wohlhabenden und vielleicht sogar adligen jüdischen Familie zwischen den Regierungszeiten Hiskias und Josias erbaut wurde - nach dem Ende der Belagerung Jerusalems durch die Assyrer (2. Könige 19).

Neue Ausgrabungen in der Davidstadt

Die Davidstadt selbst hat letztes Jahr weitere unglaubliche Geheimnisse preisgegeben. Nachdem in den 1990er Jahren die Gihon-Quelle und 2005 der Palast König Davids entdeckt wurden, förderten Archäologen auch den Teich von Siloah zutage, den wir aus dem Neuen Testament kennen. Die neueste Entdeckung ist die „Jerusalemer Pilgerstraße” (auch „stufige Straße“ genannt): ein gepflasterter, stufiger Pfad, der vom Teich von Siloah etwa 600 Meter nach Norden zum Tempelberg führt. Im Teich von Siloah wuschen sich die jüdischen Pilger entsprechend der biblischen Reinigungsgesetze, bevor sie die Stufen erklommen, um Gott im von Herodes dem Großen ausgebauten Tempel anzubeten. Geschäfte säumten die Straße und boten den Pilgern nach ihrer langen Reise nach Jerusalem ein umfangreiches Sortiment an Waren an.

Im Januar 2020 fand man in einem großen Innenhof an der Pilgerstraße einen seltenen, steinernen Messtisch mit genauen Gewichts- und Maßeinheiten für den Verkauf von Flüssigkeiten - in diesem Fall von Olivenöl und Wein. Archäologen gehen davon aus, dass dieser Hof zur Zeit des Zweiten Tempels der zentrale Platz des wichtigsten Marktes in Jerusalem war. Unter der Pilgerstraße verläuft ein Abwasserkanal römischer Bauweise. Dort gefundene Hinweise bestätigen alte jüdische Berichte, dass sich hier 70 n.Chr. viele Juden während der Belagerung Jerusalems durch den römischen Oberbefehlshaber und späteren Kaiser Titus versteckt hielten.

Davidszitadelle wird renoviert

Weitere interessante Funde werden bald in der berühmten Davidszitadelle am Jaffa-Tor der Altstadt ausgestellt. Diese geschichtsträchtige Zitadelle, die zuletzt von Suleiman dem Prächtigen im 16. Jahrhundert wiederaufgebaut wurde, wird zurzeit umfangreich renoviert. Außerdem finden hier gerade die umfassendsten Ausgrabungen seit etwa hundert Jahren statt. Im Mittelpunkt stehen zuvor wenig beachtete Bereiche der Festung aus der Zeit der Kreuzritter und der islamischen Herrscher im Mittelalter. Ein vor kurzem entdeckter geheimer Gang diente den Kreuzrittern möglicherweise als Fluchtweg aus der Zitadelle.

Der für Christen spannendste neue Fund ist ein Ort namens „Kischle“. Viele glauben, dass sich hier der Hof befand, auf dem Jesus vor Herodes Antipas geführt wurde. Vor wenigen Jahren wurden hier die Fundamente des Palasts Herodes des Großen entdeckt. Eine Besichtigung war bisher nur wenigen ausgewählten Besuchergruppen vorbehalten. Doch die aktuellen Grabungen und Renovierungsarbeiten werden es hoffentlich bald allen Besuchern ermöglichen, den Bereich zu sehen, wo Archäologen und Historiker das Steinpflaster (griechisch „Lithostrotos“) – das Prätorium – vermuten. Hier soll Jesus in einem öffentlichen Hof unterhalb des Herodespalasts von Pontius Pilatus verurteilt worden sein. Die aktuellen Ausgrabungen könnten daher den traditionellen Verlauf der Via Dolorosa, auf der Jesus zu seiner Kreuzigung ging, vollkommen neu definieren.

Freuen Sie sich auf einige neue Überraschungen, die hier in Jerusalem auf Sie warten!


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„Habt ihr nicht gelesen?“

In seiner Trauerrede für Billy Graham machte Franklin Graham 2018 eine Aussage über seinen Vater, die mich sehr berührt hat. Er sprach von der tiefen Liebe und dem Respekt seines Vaters für das Wort Gottes. „Die Bibel war seine einzige Autorität“, sagte Franklin und erinnerte sich, dass sein Vater während seiner Predigten viele Male seine Bibel hochhielt und ausrief: „Die Bibel sagt …“

Die Bedeutung der Bibel

Ich war sehr besorgt, als ich das Buch „Irresistible” (Unwiderstehlich) von Andy Stanley, einem führenden Prediger mit signifikantem Einfluss in der heutigen evangelikalen Welt, las. Stanley rät Predigern, Sätze wie „die Bibel sagt“ oder „die Bibel lehrt“ wegzulassen. Er behauptet, dass damit nichts zu gewinnen und viel zu verlieren sei. Zudem empfiehlt Stanley, das Alte Testament mit großer Zurückhaltung zu lesen, da es für die heutige Kirche keine dogmatische Bedeutung habe. Es repräsentiere einen Gott, der dem modernen Leser „unzivilisiert erscheint“.

Dies ist ein wachsendes Phänomen in der heutigen Kirche. Manche mögen weniger radikale Ansichten haben, doch es gibt eine wachsende Bewegung, die sich bewusst vom Wort Gottes und vom Alten Testament entfernt.

Foto: Wikipedia, Torah-Rolle, Symbolbild

Bibel-Analphabetismus

Wenn ich weltweit in Gemeinden spreche, frage ich oft: „Wer hat mindestens einmal die gesamte Bibel gelesen, vom 1. Buch Mose bis zur Offenbarung?“ Die Antwort ist ernüchternd. Meistens heben nur ein paar Leute ihre Hand, manchmal sogar niemand. Die höchsten Prozentsätze des Bibel-Analphabetismus finde ich in westlichen Gemeinden. Die Ergebnisse fallen ein bisschen besser aus, wenn ich frage, wer das gesamte Neue Testament gelesen hat. Doch die Bibel - besonders das Alte Testament– scheint häufig ignoriert zu werden und für viele Gläubige undurchschaubar wie eine Blackbox zu sein. Ein Pastor sagte, ich zitierte zu viele Bibelstellen. Eine, maximal zwei seien ausreichend, sonst wären die Zuhörer überfordert. Ein enger Freund sagte, in den letzten Jahren er habe in seiner Gemeinde keine einzige Predigt über einen alttestamentarischen Text gehört.

Dieses Phänomen reicht bis zur frühchristlichen Kirche zurück. Marcion, um 140 n. Chr. ein einflussreicher Lehrer der Kirche in Rom, lehnte die Schriften des Alten Testaments und sogar einige neutestamentliche Bücher als zu jüdisch ab. Sie würden den liebenden Gott, den Jesus offenbart hat, falsch darstellen. Die Irrlehre Marcions hatte Jahrhunderte lang Einfluss auf die Kirche.

Tanach – das Alte Testament

Die frühchristliche Kirche hatte noch kein Neues Testament, das zu ihrer Zeit erst geschrieben und Jahrzehnte später kanonisiert wurde. Wenn neutestamentliche Schreiber auf die „Schrift“ verweisen, beziehen sie sich eindeutig auf das Alte Testament.

Außerdem gebrauchte die frühe Kirche nie den Begriff „Altes Testament“. Ihre Vertreter bezeichneten die hebräischen Schriften als Tanach. Das Wort ist ein Akronym, das aus drei hebräischen Buchstaben [T-N-K] gebildet wird. Es sind die drei Anfangsbuchstaben der verschiedenen Bestandteile des Alten Testaments: T steht für Thora oder das Gesetz, das die fünf Bücher Mose umfasst und auch als Pentateuch bezeichnet wird. Das N steht für alle Propheten (Nevi´im auf Hebräisch), des Alten Testaments von Jesaja bis Maleachi (außer Daniel, der zu den Schriften gezählt wird). Das K steht für Kotvim, die Schriften. Diese enthalten alle übrigen Bücher von Josua bis Samuel, Hiob, die Psalmen und das Hohelied.

Die neutestamentlichen Autoren bezeichneten das Alte Testament oft als „das Gesetz und die Propheten“ (z.B. Matthäus 5,17; 11,13; Joh. 1,45; Apg. 13,15) oder „das Gesetz, die Propheten und die Psalmen“ (Lukas 24,44). Nur einmal wird es in der Bibel als „altes Testament“ bezeichnet – in 2. Kor. 3,14. Der griechische Text spricht hier wörtlich vom „alten Bund“, doch Jerome verwandte im 5. Jahrhundert in seiner lateinischen Übersetzung des Abschnitts den Ausdruck „altes Testament“, der sich gehalten hat.

„Die Bibel sagt“

Die Bibel bezeichnet sich selbst nie als „die Bibel“, sondern als „die Schriften“. Mehr als 20 Mal bekräftigte Jesus seine Lehren indem er verkündete: „Es steht geschrieben” oder „die Schrift sagt” oder „Habt ihr nicht gelesen?”. Tatsächlich ist die Frage „Habt ihr nicht gelesen?“, die Jesus oft den Schriftgelehrten und Lehrern stellte, heute relevanter als je zuvor (siehe u.a. Matthäus 12,3; 19,4). Jesus ist der menschgewordene Gott. Als Schöpfer des Himmels und der Erde hätte er neue Regeln aufstellen können, um seine Rolle und seinen Auftrag zu definieren. Doch er erkannte stets die Schriften an und identifizierte sich selbst darüber.

Mit der Bergpredigt hat Jesus unser Herangehen an die Thora auf eine neue Stufe gehoben. Vom rein äußerlichen, buchstabengetreuen Gehorsam sollen wir zu einem Umgang mit der Thora kommen, der Herz und Sinn umformt. Jesus hielt das Gesetz nie für wertlos und plädierte nie dafür, es abzuschaffen. Vielmehr erläuterte er das Gesetz und schärfte seine Bedeutung. Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.“ (Matthäus 5,17ff)

„Es steht geschrieben” – mit diesen Worten überwand Jesus den Satan. Auch die Verfasser des Neuen Testaments verweisen wiederholt auf das Alte Testament, die hebräischen Schriften. Im Neuen Testament werden sie mehr als 300 Mal direkt zitiert und mehr als 1.600 Mal wird auf sie hingewiesen. Billy Grahams Gewohnheit, sich oft darauf zu beziehen, was „die Bibel sagt“, war keine sonderbare Angewohnheit eines altmodischen Predigers, sondern derselbe ehrwürdige Brauch, den auch Jesus und die Apostel pflegten. Wir tun gut daran, diese Gewohnheit auch heute beizubehalten.

Die lobenswerte Gemeinde

In der Apostelgeschichte wird die Gemeinde in Beröa/Griechenland als „lobenswert“ geehrt. Lukas bezeugt: Diese aber waren freundlicher als die in Thessalonich; sie nahmen das Wort bereitwillig auf und forschten täglich in der Schrift, ob sich's so verhielte.“ (Apg. 17,11) Paulus muss diese Gemeinde geliebt haben. Sie waren bereit, die Predigt des Wortes Gottes sogleich anzunehmen. Zudem vergewisserten sie sich, dass die Botschaft mit der Schrift übereinstimmte.

Es ist klar: Sie haben nicht Paulus Predigten mit Petrus Briefen oder den Evangelien verglichen. Sie hatten nur den Tanach – das Gesetz, die Propheten und die Schriften. Anders gesagt: Hätten sie das, was Paulus predigte, nicht im Alten Testament gefunden, hätten sie sein Evangelium nicht akzeptiert. Paulus erachtete die Beröer deshalb nicht als besonders kritisch oder rückwärtsgewandt. Im Gegenteil, er nannte sie unvoreingenommener und lobenswerter als andere. Die Apostel predigten das Evangelium nur aus dem Alten Testament (Apg. 17,2-3; 18,28). Heute wären viele Christen überfordert, die gute Nachricht von Jesus nur anhand des Alten Testaments weiterzugeben.

Jesus im Alten Testament

Jesus ist nicht gekommen, um etwas völlig Neues zu beginnen, sondern um zu bestätigen und zu erfüllen, was geschrieben steht. Dreieinhalb Jahre lang beobachtete der Apostel Johannes wie Jesus predigte, Männern und Frauen begegnete, sich um Kinder, Kranke und Ausgestoßene kümmerte. Dann beschreibt Johannes seine Erfahrung mit Jesus so: Das Wort ward Fleisch.“(Joh. 1,14) Während seine Jünger die Worte Jesu hörten und seine Taten sahen war es, als würden Textstellen des Alten Testaments plötzlich rot für sie hervorgehoben. Sie sahen, wie ihre Schriften in Jesus lebendig wurden und verstanden die wahre Bedeutung von Gottes Wort. Jesus hob das Ritual der Befolgung des Gesetzes im Tanach auf eine neue Ebene: Herzen sollen umgewandelt werden. Seine kühne neue Herangehensweise an die Schriften frustrierte bisweilen sogar die Jünger (Matthäus 19,10-11). Aber Jesus versprach, dass der Heilige Geist ihre Herzen bald reinigen würde, wie es die Propheten vorhergesagt hatten (Hesekiel 36,25-27).

Jesus erklärte: „Die Schrift weist auf mich hin.” (Joh. 5,39) Daran halten Juden bis heute fest. Ein Rabbiner sagte mir: „Jürgen, den Messias findest du auf jeder Seite des Tanachs. Zum Beispiel in den ersten Versen der Bibel: `Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde … und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser.´(1. Mose 1,1-2) Das war der Geist des Messias! Er war bereits da.“ Das sagt auch Johannes: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott …“ (Joh. 1,1) An zahlreichen Stellen in den hebräischen Schriften finden wir Jesus: Bei Josef, der von seinen Brüdern abgelehnt und verkauft zum Retter Israels wurde. Im Leben von Mose, David und vielen anderen Personen und Geschichten, die auf den zukünftigen Erlöser hindeuten.

Lukas berichtet, dass Jesus nach seiner Auferstehung zwei Jüngern auf dem Weg nach Emmaus begegnete: Er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in allen Schriften von ihm gesagt war.“(Lukas 24,27) Ebenso macht es Paulus in Rom: Da erklärte und bezeugte er ihnen das Reich Gottes und predigte ihnen von Jesus aus dem Gesetz des Mose und aus den Propheten vom frühen Morgen bis zum Abend.“(Apg. 28,23)

Quelle der Lehre

Die Urkirche betrachtete den Tanach als Hauptquelle ihrer Doktrinen und Lehren. Paulus lehrt seinem geistlichen Sohn Timotheus: Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit…“(2. Tim. 3,16) Tatsächlich gingen die wichtigsten dogmatischen Standpunkte der Kirche aus dem Alten Testament hervor. Die Göttlichkeit Jesu (Jesaja 9,5; Micha 5,2), sein Sühneopfer durch Leiden und Tod (Jesaja 53) und seine Auferstehung (Psalm 16,10), sein Amt als Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks (1. Mose 14,18; Psalm 110,4), Errettung durch Glauben (1. Mose 15,6; Habakuk 2,4), die Ausgießung des Heiligen Geistes (Joel 3,1; Hesekiel 36&37), die Aufnahme der Nichtjuden unter die Erlösten (1. Mose 12,3; Jesaja 11,10) usw. – all das kann im Tanach gefunden werden. Vom Anfang bis zum Ende haben die hebräischen Schriften die Theologie der Urkirche geprägt und inspiriert.

Alle Schrift ist durch göttliche Inspiration gegeben - und sie beginnt nicht mit dem Matthäusevangelium, sondern mit dem 1. Buch Mose. In vielerlei Hinsicht kann das Neue Testament nur durch das Alte Testament verstanden werden. Es ist z.B. schwer, die sühnende Kraft des Blutes Jesu ganz zu erfassen, ohne das Opfersystem der Stiftshütte und des Tempels zu verstehen. Von Noah und Abraham bis Nehemia und Esra dienen uns die Glaubenshelden bis heute als Beispiel dafür, wie wir Gott vertrauen können. Ebenso können die Bücher des Neuen Testaments und das Wirken des Heiligen Geistes die alten Schriften erhellen (2. Kor. 3,14ff).

Betend die Bibel lesen

All das soll uns natürlich in keiner Weise veranlassen, das Neue Testament aufzugeben oder abzuwerten. Im Gegenteil, die hebräischen Schriften zu kennen und zu studieren hilft uns, Jesus und das Neue Testament besser zu verstehen. Das sollte uns ermutigen, das ganze Wort Gottes zu lesen. Tatsächlich verdient der gesamte Kanon der Heiligen Schriften, durch die Gott, unser Schöpfer, zur Menschheit spricht, unseren vollsten Respekt.

Bitten Sie den Heiligen Geist, Ihr Herz und Ihren Sinn zu erleuchten während Sie Ihre Bibel lesen. Bitten Sie Jesus, Ihnen die Wunder seines Wortes zu zeigen. Ich ermutige Sie, dass Sie sich alle Bücher der Bibel zu eigen machen und studieren. Beschließen Sie doch noch heute, die gesamte Bibel durchzulesen. Ich versichere Ihnen: das wird Ihr Leben verändern. Gott verspricht uns: So soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende.“(Jesaja 55,11)

Ich bete, dass Sie diese Erfahrung machen, während Sie Gottes Wort studieren und den vollen Ratschluss Gottes in sich aufnehmen.


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ENVISION-Konferenz 2021- Leitung in Krisenzeiten

„Das Licht scheint in der Finsternis …“ (Johannes 1,5)

Liebe Pfarrer, Pastoren und Leiter,

unsere Welt verändert sich rasend schnell: Die Corona-Krise, die US-Wahlen, eine weltweit drohende Konjunkturschwäche - das ist nur eine Auswahl der jüngsten Schlagzeilen. Gleichzeitig werden jüdisch-christliche Werte in unserer postmodernen Zeit mehr und mehr abgelehnt.

Foto: ICEJ, ICEJ-Präsident Jürgen Bühler (Mitte) mit den österreichischen Pastoren Harald Mitterhofer (links) und Ing. Stefan Hanl, Januar 2020

Wenn die Grundpfeiler unseres Lebens erschüttert werden, fällt es schwer, nicht die Richtung zu verlieren. Wir brauchen mehr denn je klare Leitung. Als Kirchen- und Gemeindeleiter sowie christliche Führungskräfte sind wir berufen, in diesen stürmischen Zeiten wie Leuchttürme Orientierung zu geben und auf die soliden Fundamente unseres Glaubens und auf Jesus, das Licht in dieser dunkler werdenden Welt, hinzuweisen.

Ich lade Sie ein, mit Leitern aus aller Welt bei unserer dynamischen Online-Konferenz in Jerusalem dabei zu sein und eine frische Vision zu empfangen. Gemeinsam wollen wir darauf vertrauen, dass der Heilige Geist uns und diejenigen, denen wir in der kommenden Zeit dienen werden, befähigen und leiten wird.

Ich würde mich freuen, Sie bei der ENVISION Online-Konferenz 2021 begrüßen zu dürfen.

Herzlichst, Ihr

Dr. Jürgen Bühler

ICEJ-Präsident, Jerusalem

Die ENVISION-Konferenz für Pastoren und christliche Leiter wird 2021 vom 25. bis 28. Januar online stattfinden (auf Englisch). Geben Sie die Anmeldeinformationen an Ihren Leiter oder Pastor weiter! Anmeldung unter: envision.icej.org

Nachfolgend ein kurzer Bericht von unserer ENVISION-Konferenz 2020

Pastoren und christliche Leiter in Israel

Mehr als 80 Pastoren und christliche Leiter aus aller Welt nahmen Ende Januar 2020 an der ENVISION-Konferenz der ICEJ für Pastoren und Führungskräfte teil, um das Land und Volk Israel zu erleben und Gottes Wegweisung in Jerusalem zu suchen.

Besonders wertvoll waren biblische Lehreinheiten von lokalen messianischen und arabischen Pastoren und Leitern. Durch die Botschaften konnten die Teilnehmer Gottes Herzschlag für Israel nachspüren. „Es ist nicht leicht, als arabischer Pastor über Gottes Herz für Israel zu predigen“, erzählte Saleem Shalash aus Nazareth. „Aber wie können wir an die Ersatztheologie glauben? Wenn Gott Israel durch die Kirche ersetzt, kann er die Kirche durch etwas anderes ersetzen.“ Der messianische Pastor Daniel Yahav aus Tiberias erklärte: „Langsam durchdringt die Liebe von Christen die Herzen des jüdischen Volkes. Sie erkennen, dass diese Liebe echt ist. Das Licht des wiedergeborenen Leibes Christi weckt Eifersucht in ihnen.”

Neue Wertschätzung

Zur Konferenz angereist waren auch Pastoren und Leiter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Schon viele Jahre ist Israel ein wesentlicher Teil unseres Gemeindelebens. Ich erlebte die Konferenz als eine Zeit, in der mir der Herr in Bezug auf das Volk der Verheißung eine ganz neue, vertiefte Wertschätzung und Connection schenkte“, erklärte der österreichische Pastor Ing. Stefan Hanl von der Christengemeinde Freistadt - Strom des Lebens. „Es war ganz speziell, zu sehen und mitzuerleben, in welch spannender und heilsgeschichtlich bedeutsamer Zeit wir uns befinden. Die Agenda Gottes, sein Herzschlag bezüglich der Wiederherstellung Israels und der Erfüllung aller Verheißungen und Zusagen sowohl für Israel als auch für die Nationen wurde für mich regelrecht greifbar. Es war großartig zu sehen, in welch einer Fülle und Bandbreite der Dienst der ICEJ in Israel und international tätig ist. Kontakte sind entstanden, die in Zukunft wohl auch eine vermehrte Rolle spielen werden.“

Profunde Einblicke

Harald Mitterhofer, Pastor der Freien Christengemeinde Zwettl/Rodl in Österreich berichtete: „Die Impulse und Themen der Sprecher waren vielfältig und in vielen Bereichen Augen öffnend. Meine Sichtweisen über Gottes Plan mit Israel und seine Bedeutung wurden erfrischt und gestärkt. Auch die profunden Einblicke in die derzeitige Lage Israels, die Kämpfe und Herausforderungen, die politische Lage und das weltpolitische Geschehen, haben mir sehr geholfen. Ich durfte Gottes Handschrift im Aufblühen Israels neu erkennen und die Arbeit der ICEJ in Israel mit ihren vielfältigen Beziehungen und Projekten als Brückenbauer vor Ort wahrnehmen.“

„Gott hat mich zu dieser Konferenz gebracht und mir ist hier besonders wichtig, Kontakte mit den anderen aus aller Welt zu knüpfen“, sagte Birgit Kirsch, die mit der deutschen Gruppe teilnahm. „Ich bin so dankbar dafür, dass die ICEJ es uns hier ermöglicht, mehr über Israel zu erfahren.“

ENVISION Online-Konferenz 2021 (auf Englisch)

25.-28. Januar 2021

Lernen Sie Leiter aus aller Welt kennen • Erfahren Sie mehr über die erstaunliche Erfolgsgeschichte des modernen Staates Israel • Hören Sie von internationalen Leitern, die Krisen überwunden haben und daran gewachsen sind • Gespräche mit wichtigen Führungskräften Israels • Begegnen Sie israelischen Geschäftsleuten, Politikern, Rabbinern und messianischen und arabischen Pastoren • Hören Sie prophetische Lehre über Israel • Beten Sie mit Leitern aus Israel und weltweit

PROGRAMM: Jeden Tag eine Stunde Livestream aus dem TBN-Studio mit Blick über Jerusalem • Täglich einstündige Live-Ausstrahlungen von der Knesset, Yad Vashem und anderen Orten • Mehr als 20 Seminare mit Pastoren sowie Leitern aus Politik und Wirtschaft • Gebetstreffen mit bekannten Leitern • Täglicher Online-Austausch mit Pastoren und Leitern aus Politik und Wirtschaft, aus Israel und aller Welt • Israelischer und internationaler Lobpreis

SPRECHER: Pastor Peter Tsukahira (Israel), Calev Myers (Israel), Ingolf Ellßel (Deutschland), Pastor Mats Ola Ishoel (Russland), Kenneth Meshoe (Abgeordneter aus Südafrika), Mike Sodrel (US-Kongressabgeordneter) und weitere!

TEILNAHMEKOSTEN: 100$ (85€)

ANMELDUNG: envision.icej.org (Englisch) oder im deutschen ICEJ-Büro: info@icej.de / Tel. 0711 - 83 88 94 80

Bitte beachten Sie, dass keine deutsche Übersetzung angeboten wird.

Änderungen vorbehalten


Die Überquerung des Jordan

Als ich vor Kurzem am Jordan stand dachte ich an die großartigen Ereignisse, die sich dort ereignet hatten – insbesondere, dass Josua eine ganze Nation in eine neue Bestimmung hineinführte. In den letzten Jahren habe ich mich oft mit der Geschichte von Josua und den Israeliten, die das Gelobte Land eroberten, beschäftigt.

Foto: Wikipedia, Die Überquerung des Jordan von Benjamin West, Symbolbild

Grundlegende Veränderung

Nachdem sie vierzig Jahre durch die Wüste gewandert waren, erreichten sie endlich ihr Ziel– das Land Kanaan. Dieses Ereignis bedeutete in vielerlei Hinsicht eine grundlegende Veränderung. Das Volk Israel musste sein Denken, seine Einstellung und sein Verhalten ändern. Sobald Israel den Jordan überquerte, war eine neue Vorgehensweise nötig. Was in der Wüste funktioniert hatte, genügte im neuen Land nicht mehr. Das ist auch eine Lektion für uns heute.
 
Josuas Aufstieg zum Anführer Israels war von einer dramatischen Veränderung für Israel begleitet. Die nomadischen Wüstenstämme wurden zu einer siegreichen Nation, die das Land Kanaan einnahm. Diese Verwandlung wurde durch ein Wunder Gottes möglich. An dem Tag, an dem das Volk Israel den Jordan überquerte, feierten sie das erste Passahfest im Gelobten Land. Obwohl Jericho noch nicht eingenommen war, feierten sie Pessach mit den Früchten, die im Land Israel wuchsen. Auf einmal geschah etwas, das sie womöglich nicht erwartet hatten: Das Manna, das „Brot der Engel“ (Psalm 78,25), erschien nicht mehr. „Und das Manna hörte auf am andern Morgen, als sie vom Getreide des Landes aßen. Seither hatten die Israeliten kein Manna mehr, sondern aßen von der Ernte des Landes Kanaan in diesem Jahr.“ (Josua 5,12)


In vielerlei Hinsicht war diese Veränderung schon lange zu erwarten gewesen, denn das tägliche Nahrungsspektrum war von nun an sehr viel vielfältiger. Aber die eigentlich große Veränderung war, dass Israel nun säen und ernten und das Land bearbeiten musste. Saatzeit und Ernte verlangten eine neue Arbeitsweise auf den Feldern und in den Obsthainen, um die jährliche Ernte einzuholen.

Neue Strategien

Auch ihre Militärstrategie veränderte sich radikal. Waren sie zuvor eine Nation gewesen, die sich nur gegen Angreifer in der Wüste verteidigt hatte, musste Israel nun in die Offensive gehen und neue Gebiete einnehmen. Bisher hatten sie ein nomadisches Leben geführt und waren Gott durch unfruchtbares Wüstenland gefolgt. Nun mussten sie befestigte Städte einnehmen und sich in den ihnen zugewiesenen Teilen des Landes niederlassen.

Als Josua das Volk Israel über den Jordan führte, trug er ihnen deshalb auf, ihre Augen auf die Bundeslade gerichtet zu halten und ihrer Leitung zu folgen – denn „so werdet ihr wissen, auf welchem Wege ihr gehen sollt; denn ihr seid den Weg bisher noch nicht gegangen.“ (Josua 3,4b) Ein neuer Weg und neue Erfahrungen warteten auf sie. Darum brauchte Israel eine neue Denkweise des Glaubens und der Erwartung. In gewisser Weise bedurften sie auch einer neuen Theologie, denn sie befanden sich in einem völlig anderen Abschnitt der Heilsgeschichte als ihre Väter.

Wüstenzeiten

Während der vierzigjährigen Wanderung durch die Wüste lebte Israel von einer „sich hinziehenden Hoffnung“. Viele Christen leben heute in genau demselben Modus der aufgeschobenen Hoffnung. Sie sind zufrieden, in einer geistlichen Wüste zu leben, die nie wirklich für sie als Kinder Gottes bestimmt war. Es ist wahr, dass Israel eine Zeit der Wüstenwanderung bestimmt gewesen ist. Wegen ihres Unglaubens erlaubte Gott ihnen nicht, auf direktem Weg ins Gelobte Land zu eilen. Stattdessen führte er sie eine längere Wegstrecke durch die Wüste. Dies war ein wichtiger Teil ihrer Reise. Es gibt Zeiten, in denen Gott Sie und mich durch Wüstenzeiten führen mag, weil diese Zeiten uns oft formen und verändern – mehr als Zeiten des Segens und des Überflusses.

Aber es war nie Gottes Absicht, dass die Israeliten ihr ganzes Leben in der Wüste verbringen sollten. Es war vielmehr Gottes gerechtes Urteil, eine gesamte Generation vier Jahrzehnte lang an diesem Ort der Unfruchtbarkeit umherwandern und in der Wildnis umkommen zu lassen. Ja, es war eine Zeit göttlicher Bewahrung, Versorgung und der Treue Gottes. Ihre Kleidung nutzte sich nicht ab (5. Mose 8,4) und unter ihnen gab es niemanden, der schwach oder krank war. Gott kümmerte sich treu um sein Volk. Aber die Wüste war eigentlich nur als kurze Übergangszeit gedacht, durch die sie zu einer größeren Bestimmung geführt werden sollten. Tragischerweise sah eine ganze Generation nie das Gelobte Land und verpasste das, was Gott für sie bereitet hatte.


Ich glaube, dass dies heute auf viele Leute in der Gemeinde Jesu zutrifft. Viel zu oft sind wir bereit, uns mit weniger zufrieden zu geben, als Gott für uns bestimmt hat. Doch Gott ruft uns wie Josua auf, den Jordan zu überqueren und die Verheißungen und die Zukunft, die er für seine Kinder vorgesehen hat, einzunehmen.

Es gibt fünf biblische Prinzipien in der Geschichte Josuas, die ich hervorheben möchte:

1. Die Erwartung neuer Dinge

Dies ist eine zentrale Eigenschaft, die nicht nur auf Josua zutraf, sondern auf alle großen Männer und Frauen der Bibel und sogar der Kirchengeschichte. Erweckungen kamen, weil Menschen den Status quo ansahen, ihn mit den Aussagen der Bibel verglichen und feststellten, dass Gottes Volk zu Größerem bestimmt ist. Das ist der Grund, weshalb Martin Luther, John Knox, John Wesley und viele andere nicht nur Erweckung sahen, sondern auch ganze Nationen beeinflussten.

Josua wagte es, im Glauben voranzugehen auf dem „Weg, den du zuvor nicht betreten hast“. Der Prophet Jesaja ermutigt uns, für das Neue, das Gott auch in unserer Zeit tun möchte, bereit zu sein. „Gedenkt nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige! Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr's denn nicht? Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde.“ (Jesaja 43,18-19; siehe auch Jesaja 42,9; 48,6) Gott ermutigt uns, Neues zu erwarten, sogar „Wasserströme in der Einöde” - egal wie trocken unsere Situation sein mag!

2. Glaube und Mut

Als Mose seinen Nachfolger mit der Führung des Volkes beauftragte, forderte er Josua wiederholt auf, „stark und mutig“ zu sein (Josua 1,6-9). Mose verstand, dass dies die wichtigste Eigenschaft war, die Josua haben musste, um das Land zu betreten und es einzunehmen. Der Hebräerbrief bestätigt, dass es ein „böses, ungläubiges Herz“ (Hebräer 3,12) war, das die Israeliten daran hinderte, in ihre Ruhe im Land der Verheißung einzugehen. Gott sucht ein Volk, das sich nicht von den Riesen in der Welt und den Angriffen des Bösen verunsichern lässt. Er sucht vielmehr Männer und Frauen, die wissen, dass mit Gott nichts unmöglich ist, und die verstehen, dass wenn Gott mit ihnen ist, niemand gegen sie sein kann (Römer 8,31).

3. Nach Gerechtigkeit hungern und dürsten

Eine weitere wesentliche Eigenschaft in Josuas Leben war seine vollkommene Abhängigkeit von Gottes Wort. Er handelte nicht auf seine Weise, sondern auf Gottes Weise. Immer wieder hält das Buch Josua fest, dass er alles tat „genau wie Mose geboten hatte“ (Josua 4,10; 8,30-31; 8,35; 10,40 usw.). Genau das hatte der Herr ihm aufgetragen, von Beginn seiner Berufung an. „Sei nur getrost und ganz unverzagt, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem Gesetz, das dir Mose, mein Knecht, geboten hat. Weiche nicht davon, weder zur Rechten noch zur Linken, auf dass du es recht ausrichten kannst, wohin du auch gehst.“ (Josua 1,7) Der Schlüssel zu Josuas Erfolg war sein Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes, seine Umsicht, keine Kompromisse einzugehen – weder zur Linken noch zur Rechten. Machen auch Sie es sich zur Gewohnheit, täglich Zeit mit Gottes Wort zu verbringen. Es ist ein Schlüssel zu Ihrem eigenen Erfolg.

4. Den Blick auf die Bundeslade richten

So wie Josua den Israeliten auftrug, ihren Blick auf die Bundeslade gerichtet zu halten, die die Priester auf ihren Schultern trugen, so müssen auch wir Menschen sein, die ihren Blick auf Jesus gerichtet halten. Er ist der gute Hirte, dem wir folgen, wohin er uns führt. Auch hier spielt das Wort Gottes eine wesentliche Rolle. Gottes Wort ist unseres Fußes Leuchte (Psalm 119,105) und er hat versprochen, dass sein Geist uns führen wird. Ein Buch, das mich ungemein berührt hat, ist „Die Übung der Gegenwart Gottes“ von einem gewissen Bruder Lorenz. Er war ein einfacher Mönch, der in der Küche eines europäischen Klosters arbeitete. Sein Rat wurde von führenden Persönlichkeiten seiner Zeit gesucht, denn er lebte tatsächlich in der Gegenwart Gottes. Er war ein Mann des Gebets. In Zeiten des Coronavirus sind wir gezwungen, auf Wegen zu gehen, die wir nie zuvor betreten haben. Wir können es uns nicht leisten, Jesus aus dem Blick zu verlieren!

5. Ein Volk des Kampfes

Das Gelobte Land war kein Paradies auf Erden, sondern ein Schlachtfeld, das erobert werden musste. Das Land einzunehmen war kein Kinderspiel. Gott warnte Israel mehrmals, dass nach der Überquerung des Jordans neue Herausforderungen, die ihre Fähigkeiten überstiegen, auf sie warten würden. Gott verkündete durch Mose, dass sie beim Betreten des Landes auf „sieben Völker, die größer und stärker sind als du“, treffen würden (5. Mose 7,1). In 5. Mose 9 ist diese Warnung sogar noch deutlicher: „Höre, Israel, du wirst heute über den Jordan gehen, damit du hineinkommst, das Land der Völker einzunehmen, die größer und stärker sind als du, große Städte, ummauert bis an den Himmel, ein großes, hochgewachsenes Volk, die Anakiter, die du kennst, von denen du auch hast sagen hören: Wer kann wider die Anakiter bestehen?“ (5. Mose 9,1-2)

Es war genau diese scheinbar hoffnungslose Situation, in der die Generation vor ihnen gescheitert war, so dass sie 40 Jahre in der Wüste umherwandern musste. Heute sucht Gott Menschen wie Josua und Kaleb und Debora, die bereit sind, den Kampf an die Tore des Feindes zu tragen und das einzunehmen, was Gott verheißen hat.

Eine Zeit der Möglichkeiten

Heute führt Gott sein Volk an die Grenze des Gelobten Landes. Es ist ein Land, das wunderbare Verheißungen für uns bereithält. Doch es wird Mut und Glauben kosten, den Riesen, die zwischen uns und unserer Bestimmung stehen, gegenüberzutreten. Ich glaube wirklich, dass die aktuelle Corona-Krise viele von uns an das Ufer des Jordan stellt, und dass Gott uns einlädt, in ein neues Land der Verheißung hineinzukommen. Er lädt uns ein, den Ort des mittelmäßigen Christentums hinter uns zu lassen, der charakterisiert wird von wöchentlichen, zwei Stunden langen Gottesdienstbesuchen mit peppiger Musik und Motivationsreden, die uns zwar helfen, uns gut zu fühlen, aber nicht, unseren Riesen gegenüberzutreten.

Ich höre heute leider viel zu oft die Aussage: „Ich hoffe, dass die Corona-Krise bald vorbei ist und alles wieder so sein wird, wie es einmal war.“ Ehrlich gesagt wage ich nicht, so wie bisher weiterzumachen. Als ICEJ haben wir in den letzten sechs Monaten mehr gebetet als je zuvor. Wir haben erlebt, dass Gott Gebet erhört und Menschen von schweren Krankheiten heilt. Jeden Monat schließen sich uns mehr Zweigstellen an, für Erweckung in Israel und ihren eigenen Nationen zu beten. Sie haben miterlebt, dass ein neuer Hunger nach mehr von Gott und nach Erweckung ihre Zusammenkünfte erfüllt.

In Gottes Verheißungen eintreten

Ins Gelobte Land zu kommen bedeutet, eine neue Hingabe und einen neuen Hunger nach den Verheißungen, die Gott uns in seinem Wort gegeben hat, zu entwickeln. Wir müssen mit einer ganz neuen Entschlossenheit den Staub unserer Religiosität abschütteln und vor Gott, uns selbst und dem Feind erklären, dass ein neuer Tag anbricht und dass wir entschlossen sind, in Gottes Verheißungen einzutreten. Wir brauchen einen neuen Hunger nach dem Wort Gottes und seiner Gegenwart.

Was ist also das Gebiet, das Gott uns verheißen hat? Was ist die Bestimmung, in die wir hineinkommen sollen? Es mag für jeden von uns anders aussehen, denn wir alle haben unterschiedliche Berufungen. Doch einer der Bereiche, von dem die Bibel sagt, dass wir ihn einnehmen sollen, ist unsere Familie. Josua prophezeite mit Kühnheit über seiner Familie: „Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen.“ (Josua 24,15) Als Eltern und insbesondere als Väter sollte dies unser Schlachtruf sein im Blick auf unsere Kinder und Kindeskinder.

Für andere ist das Schlachtfeld vielleicht dämonische Gebundenheit und Unterdrückung von Familienangehörigen oder Freunden. Erinnern wir uns, dass Jesus nicht kam, um das Lager des Feindes zu beschwichtigen. Er kam, um die Werke des Teufels zu zerstören. In Markus 16,17-18 finden wir eine Beschreibung des Gelobten Landes, das alle, die glauben, erben sollen: „Die Zeichen aber, die folgen werden denen, die da glauben, sind diese: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, in neuen Zungen reden, Schlangen mit den Händen hochheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird's ihnen nicht schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, so wird's gut mit ihnen.“

Ein weiteres Schlachtfeld sind unsere Städte und Nationen. Wir leben in Zeiten, in denen unsere Nationen in Aufruhr sind - nicht nur die USA, sondern auch viele andere Länder der Welt. Es ist ein Kampf um die Seele unserer Nationen. Heute wenden sich Länder von ihrem göttlichen und christlichen Erbe ab und gleiten in einen Sumpf offen gelebter Unmoral und Sünde. Gott sucht ein Volk, das willens ist, in den Riss zu treten, und bereit ist, seine Nation für Gott zurückzugewinnen.

Eine Quelle der Hoffnung sein

Eine der Kernaussagen, die die Wiederherstellung Israels uns heute lehrt, ist, dass Gott nicht nur an der Errettung von Einzelpersonen interessiert ist, sondern dass er sich um ganze Nationen sorgt. „Bitte mich“, sagt Gott, „so will ich dir Völker zum Erbe geben und der Welt Enden zum Eigentum.“ (Psalm 2,8) In einer unserer weltweiten Online-Gebetstreffen sagte Suzette Hattingh, dass unsere fatalistische prophetische Vorstellung von der Endzeit uns leider viel zu oft untätig und selbstzufrieden sein lässt. Wie wahr! Einer der wesentlichen Charakterzüge, die die Gemeinde braucht, ist, eine Quelle der Hoffnung zu sein. Diese Hoffnung lässt nie zuschanden werden (Römer 5,5). Lassen Sie uns für unsere Nation hoffen und beten bis Jesus wiederkommt.

Treffen Sie heute, wenn Sie dies lesen, eine persönliche Entscheidung, Ihr persönliches Gelobtes Land einzunehmen. Bitten Sie Gott, Sie in das Neue hineinzuführen, das er für Sie bereitet hat, und bitten Sie ihn, auch inmitten dieser schwierigen Zeit große Taten zu tun (Daniel 11,32b). Denken Sie daran: Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein?

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Christliche Unterstützung hilft Yad Vashem

Liebe Freunde,

im Mai baten wir Sie um Unterstützung für die Internationale Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Israel, die den modernen Antisemitismus und Holocaustleugnung weltweit entschieden bekämpft und der Opfer des Holocaust gedenkt. Anfang Oktober erhielt ich ein Schreiben von Avner Shalev, Vorsitzender der Direktion von Yad Vashem, in dem er sich erneut für die Hilfe der Freunde Yad Vashems bedankt und seine Hoffnung ausdrückt, dass Yad Vashem das Jahr 2020 ohne Defizit abschließen wird. Daran hatten auch Sie durch Ihre Gaben und Gebete Anteil, herzlichen Dank dafür!

Foto: Unsplash, Yad Vashem, Halle der Namen

Herausforderung zweiter Lockdown

Die andauernde Pandemie überschattet jedoch den Ausblick auf 2021. Durch Zusatzangebote für Besucher generiert Yad Vashem einen wichtigen Teil seiner Einnahmen. Doch seit dem 18. September ist sowohl das Holocaustmuseum als auch das Bildungszentrum mit der Internationalen Schule für Holocaust-Studien, dem weltweit größten Holocaustarchiv, dem Forschungsinstitut und der renommierten Bibliothek bis auf weiteres geschlossen. Wie bereits während des ersten Lockdowns im Frühjahr ist auch in diesem Herbst kein Besuch in der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem möglich. Das bedeutet, dass ihre Haupteinnahmequelle wegfällt. Finanzielle Unterstützung aus anderen Quellen wurde zudem gekürzt oder aufgeschoben.

Besuchen Sie Yad Vashem online

Trotz der Corona-Krise werden viele Aktivitäten Yad Vashems unbeirrt fortgesetzt. Die meisten Mitarbeiter arbeiten von zu Hause aus. „Unsere Manager und unser Fachpersonal, darunter Forscher, Archivare und Pädagogen, haben kreative Maßnahmen entwickelt, um unsere umfangreichen und vielfältigen Online-Angebote zu optimieren“, schreibt Shalev. „Yad Vashem wird seinem einzigartigen Auftrag treu bleiben und muss effektive Wege suchen, um die Corona-bedingten Schwierigkeiten zu überwinden oder zumindest zu reduzieren.“ Das reichhaltige digitale Angebot Yad Vashems kann jederzeit unter www.yadvashem.org/de abgerufen werden.

Solidarität in der Krise

Seit 2006, als die „Christlichen Freunde Yad Vashems“ (CFYV) als christliche Abteilung in Yad Vashem gegründet wurden, ist die ICEJ in einer strategischen Partnerschaft mit Yad Vashem verbunden. Darin äußert sich nicht nur die Liebe von Christen zu Israel und dem jüdischen Volk, sondern auch unsere Verantwortung angesichts des jahrhundertealten christlichen Antisemitismus. Es ist ein Wunder, dass heute diese christlich-jüdische Zusammenarbeit entstanden ist. Seit Jahren fördert die ICEJ Schulungen der CFYV für christliche Leiter, Pastoren und Pädagogen zum Thema Holocaust und Antisemitismus. Wir freuen uns besonders über die gute Zusammenarbeit mit Shaya Ben Yehuda, Direktor für internationale Beziehungen Yad Vashems, und Sari Granitza, Direktorin der Christlichen Freunde Yad Vashems. Jetzt ist es Zeit, Solidarität mit unseren Freunden zu zeigen und gerade in dieser Krise den Kampf gegen Antisemitismus entschlossen zu unterstützen. Bitte helfen Sie mit Ihren Gebeten und Gaben, die einzigartige christlich-jüdische Partnerschaft zu fördern, vielen Dank!

Gott segne Sie, Ihr

Gottfried Bühler

Erster Vorsitzender ICEJ Deutscher Zweig

 

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