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Commentary

Der Streit um Zion

Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, endlich Jerusalem als die Hauptstadt Israels anzuerkennen und die amerikanische Botschaft dorthin zu verlegen, war sehr mutig und längst überfällig. Die Jerusalem-Frage ist das Herzstück der historischen und nationalen Identität des jüdischen Volkes. Sie steht auch im Mittelpunkt des Mandats der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem. Diese wurde als Akt christlicher Solidarität mit dem jüdischen Volk und seiner tiefen Verbundenheit zu Jerusalem gegründet.

Erleichterung statt Euphorie

Die Reaktion vieler Israelis auf diese amerikanische Entscheidung war mehr von Erleichterung als von Euphorie geprägt. In Zeiten, in denen die Vereinten Nationen ständig die jüdische Verbindung zu Jerusalem leugnen, tat es ihnen einfach gut, dass jemand ihre besondere Beziehung zu dieser Stadt bestätigte. Immer und immer wieder werden sie mit dem bizarren Vorwurf konfrontiert, Jerusalem zu „judaisieren“. Manche halten es sogar für ein „Kriegsverbrechen“, wenn eine jüdische Familie in Ostjerusalem einen Balkon an ihr Wohnhaus anbaut. Deshalb war es tröstlich für die Israelis, dass das Staatsoberhaupt einer Weltmacht ihrer uralten Verbundenheit zu dieser Stadt empathisch und ruhig Nachdruck verlieh.

Enttäuschung und Zorn

Die Palästinenser reagierten auf Trumps Erklärung größtenteils enttäuscht, wobei es scheint, dass viele sich damit abgefunden hatten, dass es eines Tages sowieso passieren würde. Trotzdem verliehen palästinensische und arabisch/muslimische Politiker ihrem Zorn Ausdruck und drohten damit, den Botschaftsumzug durch gewalttätige Proteste und vielleicht sogar Schlimmeres scheitern zu lassen. Manche meinen offensichtlich, ihre Verehrung Jerusalems nur durch Blutvergießen beweisen zu können.

Rivalisierende Ansprüche

Das Hauptproblem besteht darin, dass der historisch begründete jüdische Anspruch auf Jerusalem durch rivalisierende Ansprüche zweifelhaften Ursprungs in Frage gestellt wird. Zu letzteren gehört auch ein nationalistisches Anrecht der Palästinenser auf die Stadt. Sie behaupten, dass Jerusalem die Hauptstadt ihres Staates sei bzw. werden müsste. Ein religiös begründeter Anspruch wird zudem von Muslimen erhoben, die geltend machen, dass der Haram al-Scharif (der Tempelberg) die drittheiligste Stätte des Islam sei und daher ausschließlich ihnen gehöre. Beide Behauptungen sind über die Jahre so oft wiederholt worden, dass Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt ihnen glauben.

Muslimische Verehrung Jerusalems

Muslimische Gelehrte weisen jedoch darauf hin, dass die muslimische Verehrung Jerusalems politisch begründet sei und erst mehrere Jahrzehnte nach Mohammeds Tod ihren Anfang nahm. Damals verlor die Omaijaden-Dynastie, die in Damaskus herrschte, die Kontrolle über Mekka und beschloss, Jerusalem zu einem Pilgerort für Muslime zu erheben. Um dies begründen zu können, brachten sie die mystische Nachtreise des Propheten mit der gerade neu errichteten Al-Aksa-Moschee in Verbindung, die auf dem Tempelberg stand. Doch viele Muslime haben diese Bestimmung zum Pilgerort als eine spätere Hadith (Tradition) des Islam zurückgewiesen. Wissen sie doch, dass die Al-Aksa-Moschee zu Mohammeds Lebzeiten noch gar nicht existierte und dass Mohammed Jerusalem den Rücken zuwandte, als bestimmt wurde, dass von nun an gen Mekka gebetet werden sollte. Darüber hinaus findet Jerusalem kein einziges Mal im Koran Erwähnung.

Palästinensische Aspirationen

Unterdessen belegen glaubwürdige Berichte aus den 1920er Jahren, dass der palästinensisch-nationalistischen Anspruch auf Jerusalem von bestimmten Vertretern des britischen Mandats in die Welt gesetzt wurde. Sie waren gegen den Zionismus eingestellt und versuchten, die Umsetzung der Balfour-Erklärung zu verhindern. Diese britischen Antisemiten verliehen dem lokalen Araberführer Hadsch Amin al-Husseini den hochtrabenden Titel des Großmuftis von Jerusalem und verwandelten den Felsendom in das Symbol der neuen palästinensisch-nationalistischen Bewegung. Der Mufti landete schließlich in Berlin, wo er Hitlers Kampagne des Völkermords gegen die Juden unterstützte. Gleichzeitig veröffentlichte allerdings die muslimische Verwaltungsbehörde Wakf, die für den Felsendom zuständig war, Reiseführer, die „unumstritten“ anerkannten, dass das Gebäude auf dem früheren Standort des Tempels Salomos errichtet worden war.

Globale Bedeutung Jerusalems

Natürlich kann man nicht ignorieren, dass Jerusalem heute für Milliarden Gläubige auf der ganzen Welt große historische und religiöse Bedeutung hat. Doch diese weltweite Verehrung Jerusalems hat ihren Ursprung im jüdischen Volk und seiner engen spirituellen Verbundenheit mit dieser Stadt. Ohne diese grundlegende göttlich-inspirierte Verbindung zwischen den Juden und Jerusalem hätte sich sonst niemand um diese entlegene Stadt im judäischen Bergland gekümmert.

Historische und biblische Quellen

Die Bibel selbst erwähnt Jerusalem viele hundert Male. Historiker haben antike griechische und römische Schriften durchforscht, die alle Jerusalem als eine „jüdische Stadt” und „Hauptstadt der Juden” bezeichnen. In den vielen Jahrhunderten ihres Exils sehnten sich die Juden immer danach, in die Stadt Jerusalem zurückzukehren und ihre vergangene Pracht wieder herzustellen. Seit sieben Jahrzehnten dient Jerusalem nun wieder als Hauptstadt Israels; auch wenn sie bedrohlich von Feinden umzingelt war und die Nationen dieser Welt sich weigerten, sie als solche anzuerkennen. Diese beharrliche Treue zu Jerusalem hat erneut bewiesen, wie wichtig diese Stadt für das jüdische Volk ist.

Geistlicher Konflikt

Dennoch sollte es uns nicht überraschen, dass ein schwerer weltweiter Konflikt über das jüdische Anrecht an Jerusalem entbrannt ist. Die Bibel sagt deutlich voraus, dass eines Tages ein großer „Rechtsstreit“ über Zion unter allen Nationen ausbrechen werde (Jesaja 34,8, siehe auch Sacharja 12,2+3). Doch Gott wird ihn dadurch schlichten, dass er „seinen König weiht auf Zion, seinem heiligen Berg!" (siehe Psalm 2,6) Diese Verse beziehen sich auf die Segenszeit, in welcher der Messias kommen wird, um den Thron seines Vaters David zu besteigen. Dieser wird unzweifelhaft auf dem Berg Zion in Jerusalem stehen (Jesaja 2,1-4; 9,7; 16,5; 24,23; Jeremia 31,6; Joel 3,17; Micha 4,1-7; Sacharja 8,3; Lukas 1,32; Offenbarung 14,1).

Erschütterung der Nationen

Die Bibel prophezeit auch, dass vor dem Kommen des Messias ein anderer den Thron für sich beanspruchen werde, ein falscher Messias oder Antichrist (Matthäus 24:5; 2. Thessalonicher 2,1-12; 1. Johannes 2,18, 4,3; Offenbarung Kapitel 11 bis 20). Aus diesen Schriftstellen geht hervor, dass auch eine Falschbehauptung über den tatsächlichen Standort des Thrones in Jerusalem erhoben wird. Wie dies alles mit den aktuellen konkurrierenden Ansprüchen auf Jerusalem und den Tempelberg zusammenhängt, ist noch nicht klar ersichtlich. Doch wir können bereits erkennen, wie ein solcher Rechtsstreit über Zion die Macht hat, alle Nationen zu erschüttern.

In der Zwischenzeit muss sich jede einzelne Nation entscheiden, ob sie in der Jerusalem-Frage eine biblische Position einnehmen will oder nicht. Letztlich geht es darum, ob die Ehrfurcht vor Gott und seinem Wort überwiegt oder die Menschenfurcht.

Heilsgeschichtliche Bestimmung
Seit Beginn des Jahres 2017 hat uns Gott darauf hingewiesen, dass über Jerusalem in unserer Zeit ein besonderer Zyklus des Jubeljahres wirksam ist. Alle 50 Jahre passiert etwas Dramatisches, das die Stadt immer weiter in ihre prophetische Bestimmung eintreten lässt. Seit Monaten verkünden wir, dass Jerusalem dieses Jahr im Rahmen dieses Zyklus eine weitere Freisetzung erleben werde; diese Freisetzung scheint jetzt eingetreten zu sein. Präsident Trump hat eine geopolitische Entscheidung getroffen, doch sie signalisiert auch eine Veränderung in der geistlichen Welt. Die Folgen dieser Entscheidung können wir noch nicht absehen. Wir wissen auch noch nicht, wie lange sie sich hinziehen werden. Doch wir sind überzeugt, dass Jerusalem seiner heilsgeschichtlichen Bestimmung einen großen Schritt näher gekommen ist und dass diese Veränderung eine enorme Auswirkung auf die weltweite christliche Gemeinde haben wird.

Die Stadt Gottes

Keine andere Stadt der Welt trägt den Titel „Stadt Gottes” - nur Jerusalem. Das bedeutet, dass Gott höchstpersönlich auf ganz besondere Weise mit Jerusalem in Beziehung steht. Gott bezeichnet Jerusalem als „die Stadt, die ich mir auserwählt habe, um meinen Namen dort wohnen zu lassen.” (1. Könige 11,36).

Jerusalems ewige Berufung

Jerusalem ist eine Stadt, die sich einer sehr besonderen Beziehung zu Gott erfreut, einer Beziehung, die in bemerkenswerter Weise vergleichbar ist mit derjenigen zwischen Gott und dem Gläubigen. Jerusalem ist eine von Gott auserwählte Stadt, wenn sie sich auch oft in Kampf und Rebellion gegen Gottes Berufung befindet. Folglich wurde sie von Gott verurteilt und ihre Einwohner zweimal ins Exil geschickt. Die Stadt wird oft von Gott in persönlicher Weise angesprochen, und Jesus weinte sogar über sie: „Und als er nahe hinzukam und die Stadt sah, weinte er über sie und sprach: Wenn doch auch du erkenntest an diesem Tag, was zum Frieden dient! Aber nun ist's vor deinen Augen verborgen. Denn es wird eine Zeit über dich kommen, da werden deine Feinde um dich einen Wall aufwerfen, dich belagern und von allen Seiten bedrängen und werden dich dem Erdboden gleichmachen samt deinen Kindern in dir und keinen Stein auf dem andern lassen in dir, weil du die Zeit nicht erkannt hast, in der du besucht worden bist.”Lukas 19,41-44

Jerusalem hat eine einzigartige Rolle inne, die mit der Erlösung der ganzen Welt zu tun hat. Der Prophet Daniel fasst diese Berufung wie kein anderer zusammen: „Siebzig Wochen sind über dein Volk und über deine heilige Stadt bestimmt, um das Verbrechen zum Abschluss zu bringen und den Sünden ein Ende zu machen und die Schuld zu sühnen und eine ewige Gerechtigkeit einzuführen und Vision und Propheten zu versiegeln und ein Allerheiligstes zu salben.” (Daniel 9,24)

Das bedeutet, dass es Gemeinsamkeiten bezüglich der Berufung der Stadt Jerusalem und des jüdischen Volkes gibt. Ihre Aufgabe ist es, sich in den Dienst der Erlösung der Welt zu stellen gemäß Gottes Versprechen, das er Abraham gab: „In dir werden alle Familien dieser Erde gesegnet.” (1. Mose 12,3) Deshalb musste Jesus in Jerusalem sterben und von den Toten auferstehen. Jesus wies seine Jünger an, „in Jerusalem zu bleiben”, weil dort Gottes Geist das erste Mal auf sie ausgegossen werden würde. Jesus stieg von Jerusalem aus in den Himmel auf, und er wird nach Jerusalem zurückkommen.

Jerusalems Wiederherstellung

Die Worte Jesu in Lukas 19,41 wurden auf tragische Weise erfüllt, als die Stadt durch die Römische Armee geplündert wurde. Jerusalem und der Tempel wurden in einem solchen Ausmaß zerstört, dass „kein Stein auf dem anderen blieb” wie Jesus es vorausgesagt hatte.

Jedoch ist das dem Wort Gottes zufolge nicht das Ende für Jerusalem. Es gibt eine herrliche Zukunft für Jerusalem, die sich im Prozess der Erfüllung befindet, eine große Berufung, die sowohl irdisch als auch himmlisch ist. Im Irdischen sahen die Propheten die physische Wiederherstellung von Jerusalem voraus und einen erneuten Besuch Gottes in dieser Stadt: „So spricht der HERR Zebaoth: Ich eifere für Zion mit großem Eifer und eifere um seinetwillen in großem Zorn. So spricht der HERR: Ich kehre wieder auf den Zion zurück und will zu Jerusalem wohnen, dass Jerusalem eine Stadt der Treue heißen soll und der Berg des HERRN Zebaoth ein heiliger Berg.“(Sacharja 8,2-3)

Jerusalem wird eine weitere Ausgießung des Heiligen Geistes erfahren, und eine geistliche Wiederbelebung, die die Stadt und seine ganze Einwohnerschaft betreffen wird: Aber über das Haus David und über die Bürger Jerusalems will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets. Und sie werden mich ansehen, den sie durchbohrt haben...”(Sacharja 12,10)

Diese Wiederherstellung wird globale Auswirklungen haben und Frieden und Wiederherstellung auf Erden bringen wie nie zuvor. „Dies ist's, was Jesaja, der Sohn des Amoz, geschaut hat über Juda und Jerusalem: Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des HERRN Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, … Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem.“(Jesaja 2,1-3)

Es wird einen großen geistlichen Kampf gegen diese Wiederherstellung geben. Der Prophet Sacharja sieht eine globale Allianz voraus, die sich formt, um die ewige Bestimmung, die Gott für Jerusalem hat, zu durchkreuzen. „So spricht der HERR, … Siehe, ich will Jerusalem zum Taumelbecher zurichten für alle Völker ringsumher, … Zur selben Zeit will ich Jerusalem machen zum Laststein für alle Völker. Alle, die ihn wegheben wollen, sollen sich daran wund reißen; alle Völker auf Erden werden sich gegen Jerusalem versammeln.”(Sacharja 12,1-3)

In den letzten Jahren, Monaten und sogar Wochen haben wir in den Nachrichten gesehen, dass sich dieser Konflikt vor unseren Augen entfaltet. Internationale Gremien wie die EU halten immer noch an der sinnlosen Idee der Internationalisierung der Stadt fest. Die Vereinten Nationen (UN), deren Aufgabe es ist, durch die UNESCO kulturelle Aufsicht und Schutz zu gewährleisten, haben jahrelang versucht, Jerusalem aller seiner jüdischen (und christlichen) Wurzeln zu berauben. Es ist sehr irritierend, dass Repräsentanten der sogenannten “christlichen Nationen” offen eine Agenda der Islamisierung Jerusalems unterstützen oder sich der Stimme enthalten, um ihre Hände in Unschuld zu waschen. In Verbindung mit den kürzlich stattgefundenen Krawallen und dem Blutvergießen auf dem Tempelberg, zeigt uns das alles, dass wir tatsächlich Zeuge eines historischen Kampfes werden, der zur göttlichen Wiederherstellung Jerusalems und seiner Einwohner führen wird.

Dieses Jahr ist von ganz besonderer historischer Bedeutung für die Stadt Jerusalem. Wir feiern das 50-jährige Jubiläum seit Jerusalem während des Sechs-Tage-Krieges 1967 wiedervereint wurde. Es ist ein Jubeljahr für Jerusalem, und wir können einen weiteren Schritt hin zur Wiederherstellung erwarten. Das biblische Konzept des Jubel-Zyklus hat mit der Rückgabe des Erbes an seinen ursprünglichen Eigentümer zu tun. Und ihr sollt das fünfzigste Jahr heiligen und sollt eine Freilassung ausrufen im Lande für alle, die darin wohnen; es soll ein Erlassjahr für euch sein. Da soll ein jeder bei euch wieder zu seinem Besitz und zu seiner Sippe kommen.”(3. Mose 25,10)

Was dieses Jahr noch geschehen wird, wissen wir nicht, aber wir können erwarten, dass Gottes Zeituhr der Wiederherstellung sich einen Tick weiter auf Jerusalems große Bestimmung zubewegen wird. In der Zwischenzeit ruft Gott uns auf, zu beten und ihm keine Ruhe zu lassen, bis Jerusalem zu einem „Lobpreis auf Erden” geworden ist. (Jesaja 62,7)

Die ewige Stadt

Das größte und letzte Kapitel Jerusalems wird nicht hier auf der Erde stattfinden. Der Apostel Johannes sieht eine ewige und herrliche Zukunft für Jerusalem. In Erwartung die Braut Jesu, die Gemeinde, zu sehen, erblickt Johannes eine Stadt: „Und es kam zu mir einer von den sieben Engeln, … und sprach: Komm, ich will dir die Braut zeigen, die Frau des Lammes. Und er führte mich hin im Geist auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die Heilige Stadt Jerusalem herniederkommen aus dem Himmel von Gott, die hatte die Herrlichkeit Gottes.”(Offenbarung 21,9–11)

Das ist die Bestimmung und die Berufung der Stadt, die bestätigt, dass die Zukunft jedes Gläubigen unerschütterlich mit Jerusalem verknüpft ist. Diese Stadt wird ewiglich mit den 12 Aposteln des Lammes verbunden sein, die ihre Grundfesten sind, und mit dem Volk Israel, dessen 12 Stämme die Tore in die glorreiche Stadt darstellen.

Ganz gleich, wie Ihre Beziehung zu Jerusalem heute auch sein mag, als Jesu Nachfolger sind Sie ewiglich mit ihr verbunden. Deshalb sollten wir für sie und ihre Einwohner beten, mehr als für jede andere Stadt. Jerusalems Kampf ist unser Kampf und die Freude der Stadt ist unsere Freude. Darum freuen wir uns mit Jerusalem, das Laubhüttenfest in dieser Stadt zu feiern, besonders in diesem Jubeljahr! Die Internationale Christliche Botschaft kann ihren Sitz in keiner anderen Stadt als in Jerusalem haben – in der Stadt Gottes!

Jerusalem, ein Lobpreis auf Erden

Als Gott vor 4000 Jahren den mesopotamischen Händler Abraham erwählte, gab er ihm eine Bestimmung, welche die Welt radikal verändern würde (1.Mose 12,1-3). Mit Abraham wurde ein Volk erwählt, dem Gott Großes versprach. Diese Verheißungen des Segens an Israel waren dabei nicht Verheißungen zum Selbstzweck. Es ging nicht darum, dass Gott sich von all den Völkern der Erde etwa ein Lieblingsvolk küren wollte. Es ging um viel mehr. Gottes Erwählung von Abraham und seinen Nachkommen nach ihm hatte die Errettung der ganzen Welt zum Ziel. „... und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf der Erde!“ (1.Mose 12,3) Paulus sah in dieser Verheißung bereits eine erste Proklamation des Evangeliums Jesu Christi. „Da es nun die Schrift voraussah, dass Gott die Heiden aus Glauben rechtfertigen würde, hat sie dem Abraham im Voraus das Evangelium verkündigt: „In dir sollen alle Völker gesegnet werden“ (Gal 3,8).

Land und Leute

Was jedoch oft und gerne übersehen wird ist die Tatsache, dass Gott nicht nur ein Volk auserwählte, aus dem „dem Fleisch nach der Christus“ stammt (Röm 9, 5), sondern dass er sich auch einen geografischen Ort erwählte. Gott versprach Abraham nicht nur, ihn zu einem großen und gesegneten Volk zu machen, er versprach ihm auch „das Land, das ich dir zeigen werde!“ (1.Mose 12,1) Genauso wie Abrahams Nachkommen ein Segen für alle Familien der Erde sein sollten, so würde dieser bestimmte Landstrich strategische Bedeutung für die Errettung der Menschheit haben. Es war sozusagen der Brückenkopf, der Himmel und Erde verbinden sollte. Oder anders gesagt: Dort im Lande Kanaan schloss Gott die Tür für die ganze Menschheit auf, damit sie freien Zugang in das Himmelreich Gottes erhalten sollten.

Epizentrum Jerusalem

Das Epizentrum dieses besonderen Landes der Verheißung ist dabei die Stadt Jerusalem. Bereits Abraham hatte zwei eindrückliche Erfahrungen an diesem Ort. Beide Erfahrungen sollten dieser Stadt ein ewiges und bedeutungsschweres Siegel aufdrücken. Zuerst hatte Abraham dort eine Begegnung mit jenem geheimnisvollen König Melchisedek. Dieser war der König von Salem, das später Jerusalem heißen sollte. Mit Brot und Wein kam er Abraham entgegen und trat als König des Friedens und gleichzeitig als König der Gerechtigkeit auf. Melchisedek war nicht nur ein irdischer Herrscher, sondern gleichzeitig der Priester des allerhöchsten Gottes – diese Kombination hatte eindeutig messianische Qualität. Ebenso wie König David sah der Schreiber des Hebräerbriefes in ihm einen Vorläufer des verheißenen Welterlösers. Viele Jahre später sollte Abraham nochmals in die bergige Region Jerusalems zurückkehren, als Gott ihm den unerbittlichen Auftrag gab, dort seinen geliebten Sohn Isaak, den Sohn der Verheißung, zu opfern. Abraham stieg im Gehorsam und gleichzeitig in der vollen Gewissheit auf diesen Berg, dass Gott imstande ist, Isaak von den Toten aufzuerwecken (Hebr 11,19). Aber es dauerte fast tausend Jahre, bis schließlich David die Bedeutung dieses Ortes erkennen sollte. Er verlegte die Hauptstadt seines Reiches nach Jerusalem, wohl wissend, dass Gott in dieser Stadt seinen Tempel errichten würde. Dieser Tempel sollte dabei nicht nur ein rein jüdisches Gebetshaus sein. In der Bibel heißt es, dass selbst der Fremdling, der nicht zum Volk Israel gehört, dort den Gott Israels finden könnte, „damit alle Völker auf Erden deinen Namen erkennen und dich fürchten.“ (1. Kön 8,43) Jesaja bezeichnete den Tempel daher später als „Bethaus für alle Nationen.“ (Jes 56,7)

Verheißung in Babylon

Als im Jahre 480 v.Chr. Jerusalem von den Babyloniern erobert und der Tempel zerstört wurde, brach für viele Juden eine Welt zusammen. Wie konnte Gott dies zulassen? Die Weggeführten verstanden Gott und die Welt nicht mehr. „An den Wassern zu Babel saßen wir und weinten, wenn wir an Zion gedachten“ (Ps 137,1). Es war der Prophet Daniel, der die Hoffnung für Jerusalem nie aufgab und der wie kein anderer die ewige Bestimmung dieser ewigen Stadt erkannte. Als Ministerpräsident des babylonischen Weltreiches betete er für den Wiederaufbau Jerusalems und für die Rückführung der Juden aus Babylon. Dann, so berichtet er, „als ich meine Sünden und die Sünden meines Volkes bekannte und meine Bitte für den heiligen Berg vor Gott brachte“ erschien ihm der „Mann Gabriel“ und unterwies ihn. Seine Worte sollten Theologen und Bibelforscher über Jahrhunderte hinweg beschäftigen: „Über dein Volk und über deine heilige Stadt sind 70 Wochen bestimmt, um der Übertretung ein Ende zu machen und die Sünden abzutun, um die Missetat zu sühnen und eine ewige Gerechtigkeit herbeizuführen, um Gesicht und Weissagung zu versiegeln und ein Allerheiligstes zu salben“ (Dan 9,24). Es gibt kaum eine Stelle in der Bibel, welche die einzigartige Berufung des jüdischen Volkes und der Stadt Jerusalem klarer und deutlicher formuliert. Gott hat ein bestimmtes Zeitfenster für das Volk der Juden und die Stadt Jerusalem bestimmt, in dem er die folgenden Aufgaben erfüllen will: Der Übertretung ein Ende zu machen, die Sünde abzutun, die Missetat zu sühnen, eine ewige Gerechtigkeit herbeizuführen, Gesicht und Weissagung zu versiegeln und ein Allerheiligstes zu salben.

Keine Stadt dieser Erde trägt solch eine Berufung in sich.

1.)         Der Übertretung ein Ende machen: Die Übertretung der Ordnungen Gottes ist das große Problem der Menschheit. „Alle sind abgewichen“ verkündet bereits der Psalmist (Ps 14,3). Aber dieser Krankheit der Rebellion gegen Gott und seine Gebote soll ein Ende bereitet werden.

2.)         Die Sünde abtun: Die Wurzel der menschlichen Rebellion gegen Gott liegt im Wesen des Menschen begründet. Aus unseren Herzen, so erklärt Jesus, entspringt eine Quelle der Gottlosigkeit. „Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen“ (Mt 15,19). Kein Mensch ist davor gefeit. Aber diese sündhafte Natur des Menschen soll abgetan werden. Das hebräische Wort erlaubt auch die Übersetzung ‚versiegelt werden‘. Das heißt Gott wird diese Quelle ein für alle Mal und vollständig versiegeln.

3.)         Die Missetat sühnen: Alle bereits geschehenen Sünden sollen gesühnt werden. Selbst wenn die Sünden blutrot sind und zum Himmel schreien, sollen sie doch so weiß werden wie der Schnee (Jes 1,18).

4.)         Eine ewige Gerechtigkeit herbeiführen: Jesaja verkündet: „Meine Gerechtigkeit wird ewig bleiben und mein Heil von Geschlecht zu Geschlecht“ (Jes 51,8). Es wird also nicht nur eine kurze Periode der Gerechtigkeit sein, wie etwa unter König David oder Hiskia, denen wieder gottlose Herrscher folgten. Sondern diese Herrschaft der Gerechtigkeit wird von Ewigkeit zu Ewigkeit bestehen: „Die Mehrung der Herrschaft und der Friede werden kein Ende haben auf dem Thron Davids und über seinem Königreich, dass er es gründe und festige mit Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Der Eifer des HERRN der Heerscharen wird dies tun!“ (Jes 9,7)

5.)         Gesicht und Weissagung versiegeln: Das heißt alle Gottesverheißungen, wie groß und unglaublich sie uns erscheinen mögen, sollen ihre Erfüllung finden. Es wird kein Jota dahin fallen von den Verheißungen Gottes. 

6.)         Ein Heiligtum salben: Ob damit ein zukünftiges Heiligtum in Israel, das ewige Heiligtum des himmlischen Jerusalem, der Tempel der Gemeinde oder der Leib des einzelnen Gläubigen als Tempel gemeint ist - es kann alles umfassen. John Wesley sah darin in erster Linie die dreifache Salbung des Messias als König, Priester und Prophet.

„Welch herrliche Prophetie!” schreibt der Theologe H.C.Leupold. „In diesen sechs Aussagen sind alle guten Dinge enthalten, die Gott den Menschen verheißen hat.“ Daniel bindet dabei diese gewaltigen Verheißungen fest an das jüdische Volk und die Stadt Jerusalem. „Über dein Volk und über deine heilige Stadt...“ Es überrascht daher nicht, dass Jesus von Anfang an seine Mission in Jerusalem zu erfüllen hatte. Keine andere Stadt konnte dafür in Frage kommen. Auf dem Berg der Verklärung besprach sich Jesus mit Mose und Elia. „Diese erschienen in Herrlichkeit und redeten von seinem Ausgang, den er in Jerusalem erfüllen sollte“ (Lk 9,30+31). Jerusalem war die von Gott vorherbestimmte Stadt für die Erlösung der Welt. Dort in Jerusalem starb Jesus „ein für alle Mal“ für die Sünden der Welt. Abraham sah diesen Tag bereits, als er seinen Sohn dort auf dem Berg Moriah auf den Altar band (Joh 8,56). Wie Daniel voraussah, sühnte Jesus dort vor den Toren der Stadt auf dem Hügel Golgatha die Sünden der Welt. Dort in Jerusalem besiegte er den Tod, als er von den Toten auferstand, und schaffte so die vollständige Erlösung der Menschheit.

Jerusalem, die Modellgemeinde

Dass Jesus dann vom Ölberg im Osten Jerusalems gen Himmel fuhr, war für die ersten Jünger zunächst Grund zur Besorgnis. Aber Jesus versprach ihnen, dass er sie nicht alleine lassen würde. Ein Tröster sollte kommen. Und der kam auch, genau am Pfingsttag und wiederum in Jerusalem. Der Geist Gottes setzte sich wie Feuerzungen auf jeden einzelnen der 120 Jünger. Gewöhnliche Menschen wurden von der Gegenwart Gottes erfüllt und starteten einen kraftvollen Dienst der tausende Menschen ins Königreich Gottes brachte. In Jerusalem wurde die erste Gemeinde gegründet. Eine kraftvolle Gemeinschaft, die sich nicht nur auf gut ausgearbeitete theologische Vorträge verließ, sondern auf die wirksame Dynamik der Proklamation des Evangeliums. Diese Jerusalemer Gemeinde vertraute nicht auf kulturelle Anpassung, um kirchenfremde Menschen anzulocken, sondern vielmehr auf die verändernde und wunderwirkende Kraft des Heiligen Geistes. Sie hatten auch keine Kathedralen oder große Gemeindekassen, aber sie konnten sagen: „Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi, des Nazareners, steh auf und geh umher!“ (Apg 3,6). Von allen Modellgemeinden der Welt, von allen Erweckungsbewegungen der Christenheit hat keine mehr Relevanz für uns als die Gemeinde in Jerusalem.

Jerusalem oder Rom?

Tertullian fragte einmal: „Was hat Jerusalem mit Athen zu tun?“ Seine Antwort war klar, das Evangelium Christi hat wenig mit griechischer Philosophie zu tun. Aber umgekehrt müssen wir sagen, dass wir alle gut daran tun nach Jerusalem zu schauen. Jerusalems Kreuz und Auferstehungskraft haben Relevanz für Athen, Berlin, Peking, New York und den Rest der Welt. Jesus kommt noch heute aus den Toren der Stadt Jerusalem jedem Menschen mit Brot und Wein entgegen. Der Psalmist schreibt nicht von ungefähr: „Vergesse ich dich, Jerusalem, so erlahme meine Rechte!“ (Ps 137,5). Wir sollen nie vergessen: In Jerusalem und nicht in Rom liegt die Wiege unseres Glaubens.

Der Konflikt um Jerusalem

Es ist also nicht verwunderlich, dass diese Stadt wie keine andere umkämpft ist. Der Prophet Sacharja sieht eine globale Eskalation über Jerusalem voraus: „Siehe, ich mache Jerusalem zum Taumelkelch für alle Völker ringsum ... und zum Laststein für alle Völker; ... und alle Heidenvölker der Erde werden sich gegen es versammeln“ (Sach 12,2+3). Jerusalem soll geteilt, internationalisiert oder gar dem Vatikan unterstellt werden. Die Pläne für die Zukunft dieser Stadt sind zahlreich. Gott warnt die Nationen: Alle, die diesen Laststein heben wollen, „werden sich gewisslich daran wund reißen.“ Jerusalem ist die Stadt Gottes (Ps 46 + 48), und Gott ist leidenschaftlich besorgt um diese Stadt. „Ich eifere für Jerusalem und für Zion mit großem Eifer“ (Sach 1,14; 8,2). Wenn Gott etwas sein Eigen nennt und seinen Eifer so deutlich zum Ausdruck bringt, dann tun wir gut daran Jerusalem zum „Anliegen unseres Herzens“ zu machen (Jer 51,50).

Jerusalem, unsere Hoffnung

Aber in Jerusalem liegt nicht nur die Wurzel unseres Glaubens. Dort ist auch die Hoffnung unseres Glaubens. Denn nach Jerusalem wird der Erlöser „in derselben Weise wiederkommen, wie ihr ihn habt in den Himmel auffahren sehen!“ (Apg 1,11) Seine Füße werden dann weder in der Asuzastreet oder in Brownsville stehen, noch in Wittenberg oder Herrenhut, sondern wiederum auf dem Hügel östlich von Jerusalem, dem Ölberg. Dann wird Christus als Friedefürst seine messianische Herrschaft antreten, und die Verheißungen Daniels werden ihre vollständige Erfüllung finden. Jerusalem wird als Haupt der Nationen fest gegründet stehen. „Von Zion wird das Gesetz ausgehen und das Wort des HERRN von Jerusalem.“ Als Folge davon werden sie ihre „Schwerter zu Pflugscharen schmieden und ihre Speere zu Rebmessern; kein Volk wird gegen das andere das Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr erlernen“ (Jes 2,1-4). Jerusalem wird dann ein Lobpreis auf Erden sein und nicht mehr der Taumelbecher der Nationen. Dies geschieht jedoch nicht einfach so. Gott sucht unsere Mitarbeit. Unsere Aufgabe darin beschreibt Jesaja so:

„O Jerusalem, ich habe Wächter auf deine Mauern gestellt, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nicht einen Augenblick schweigen sollen. Die ihr den HERRN erinnern sollt, gönnt euch keine Ruhe! Und lasst ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem wieder aufrichtet, und bis er es zum Ruhm auf Erden setzt!“ (Jes 62,6+7) Gott sucht also Fürbitter, die bereit sind, sich in seinen großartigen Erlösungsplan für die Welt und für Israel einbinden zu lassen. Beten Sie mit für den Frieden Jerusalems! Es soll denen wohlgehen, die Jerusalem lieben! (Ps 122,6)

Der Sechstagekrieg 1967

Innerhalb von sechs Tagen, vom 5. bis 10. Juni 1967, ist es der israelischen Armee vor 50 Jahren gelungen, alle an ihren Grenzen zusammengezogenen arabischen Armeen zu besiegen. Sie stand kurz davor, in Kairo, Amman und Damaskus einzumarschieren. Vorausgegangen war der Abzug der UN-Friedenstruppen aus der Pufferzone zwischen Israel und Ägypten auf der Sinaihalbinsel, die Ägyptens Präsident Gamal Abdel Nasser gefordert hatte, gegen Israel gerichtete Kriegsrhetorik von arabischen Führern wie Ägyptens Präsident Nasser und Syriens Präsident Hafiz al-Assad, der massive Truppenaufmarsch arabischer Armeen an Israels Grenzen und die Sperrung der Straße von Tiran durch Nasser für den Schiffsverkehr nach Eilat – nach internationalem Recht eine Kriegshandlung.

Arabische Armeen bedrohen Israel

Im Mai 1967 zog eine Übermacht von mehreren arabischen Armeen ihre Truppen an den Grenzen Israels, den Waffenstillstandslinien von 1949, zusammen. Jordanien hatte einen Militärpakt mit Ägypten und Syrien unterzeichnet und die UN-Friedenstruppen folgten der Forderung des ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser Mitte Mai, sich aus der Pufferzone zwischen Israel und Ägypten auf der Sinaihalbinsel zurückzuziehen. So standen einige Tage später 80.000 ägyptische Soldaten mit 550 Panzern und 1.000 Artilleriegeschützen an Israels Südwestgrenze zum Gazastreifen und dem Sinai, 60.000 Jordanier im Westjordanland im Osten und 50.000 Syrer auf den Golanhöhen im Norden. Am 23. Mai 1967 beging Nasser mit der Sperrung der Straße von Tiran für den Schiffsverkehr nach Eilat eine Kriegshandlung.

Präventivschlag

Als die Israelis erkannten, dass die Diplomatie versagt hatte und die USA aus Angst vor einer Konfrontation mit der UDSSR, die Ägypten unterstützte, nicht handeln würden, stellte das israelische Kabinett am Abend des 4. Juni die Bedrohung der Existenz des jüdischen Staates fest und autorisierte den damaligen Premierminister Levi Eshkol und Verteidigungsminister Mosche Dayan, einen militärischen Präventivschlag auszuführen. Innerhalb von sechs Tagen, vom 5. bis 10. Juni 1967, gelang es der israelischen Armee, alle an ihren Grenzen stehenden arabischen Armeen zu besiegen. Sie stand kurz davor, in Kairo, Amman und Damaskus einzumarschieren.

Schneller Sieg an allen Fronten

Bereits am 5. Juni konnte sich Israel die vollständige Lufthoheit während des Krieges sichern, nachdem es die meisten der 385 modernen ägyptischen Flugzeuge in einem gut geplanten Überraschungsangriff noch am Boden zerstörte und die Startbahnen der Militärflugplätze stark beschädigte. Die weniger starken jordanischen und syrischen Luftstreitkräfte wurden am selben Tag ebenfalls stark dezimiert. Israel hatte Jordanien aufgefordert, nicht in den Krieg einzutreten. Doch König Hussein von Jordanien ließ Westjerusalem und Tel Aviv mit Artillerie beschießen. Daraufhin eroberten die Israelis vom 6. bis 8. Juni Ostjerusalem einschließlich des Tempelberges, der am 7. Juni 1967 erobert wurde, sowie Judäa und Samaria. Dem folgte am 9. und 10. Juni der Kampf gegen Syrien auf dem Golan, den die Israelis für sich entscheiden konnten. Am Ende des Krieges kontrollierte Israel den Gazastreifen, den Sinai, die Golanhöhen und das Westjordanland sowie Ostjerusalem mit der Altstadt Jerusalems. Fast 1.000 Israelis wurden während des Krieges getötet und etwa 4.500 verletzt.

 

Das Six Day War Project”

In einer Serie von dreiminütigen Videoclips (englisch) beleuchtet das „Six Day War Project“ (Sechstagekrieg-Projekt) der NGO Jerusalem U mit historischen Filmaufnahmen die Ereignisse vor und während des Sechstagekrieges 1967. Vom 4. bis 11. Juni wird jeden Tag ein kurzes Video zu den Ereignissen vor 50 Jahren veröffentlicht.

Weitere Informationen: www.SixDayWarProject.org

© Video: Jerusalem U, Teil 6/12 - Tag 2 des Sechstagekrieges

Die Videos wurden von der Online-Bildungseinrichtung Jerusalem U produziert in Zusammenarbeit mit der Jerusalem Post, den Jewish Federations of North America, dem Jewish Council for Public Affairs, dem Jewish National Fund, dem Israel Action Network, dem European Jewish Congress und dem Center for Israel Education.

ICEJ-Gebetsaufruf vor dem Besuch Präsident Trumps in Israel

Der Besuch von US-Präsident Donald Trump Anfang nächster Woche in Israel übertrifft bereits jetzt den Besuch jedes anderen amerikanischen Präsidenten vor ihm an Drama und Intrige – und dabei ist er noch nicht einmal gelandet. Die Pläne für seine erste offizielle Reise in die Region sind anders, als viele es erwartet haben – und zweifellos wird es weitere Überraschungen geben.

Was wir bisher wissen

Präsident Trumps historische Reise umfasst drei hochsymbolische Stationen in Riad, Jerusalem und Rom. An diesen drei wichtigsten Orten für den Islam, das Judentum und das Christentum will er eine Botschaft des Friedens und der religiösen Toleranz überbringen. Trump versprach, in Saudi-Arabien vor 50 wichtigen muslimischen Führern eine „inspirierende“ Rede zu halten. Sein Besuch bei Papst Franziskus im Vatikan wird wohl für beide Seiten gut verlaufen. Doch Trumps Agenda während seiner kurzen Stippvisite in Jerusalem ist noch recht unklar und kontrovers.

Streitpunkt Jerusalem

Die Israelis feiern nächste Woche 50 Jahre Wiedervereinigung Jerusalems. Viele Christen hatten gehofft, dass Trump zu diesem Zeitpunkt bekanntgeben würde, dass die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem umziehen werde. Doch jüngste Berichte deuten an, dass Trump nur einen „privaten“ Besuch in der Altstadt und an der Westmauer in Jerusalem plant – ohne die Begleitung von israelischen Vertretern. Diese Geste könnte sowohl seine israelischen Gastgeber als auch ihre vielen christlichen Freunde weltweit enttäuschen. Tatsächlich ist es der schlechteste Zeitpunkt, alle Welt an den veralteten und vollkommen verworrenen Standpunkt zu erinnern, den viele Nationen gegenüber Israels Hauptstadt eingenommen haben. Meiner Ansicht nach wäre dies auch eine besonders große Enttäuschung für all die evangelikalen Amerikaner, die Trump in sein Amt gewählt haben - großenteils aufgrund seines Wahlversprechens, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen.

Neue Friedensverhandlungen

Jüngste Berichte legen nahe, dass Präsident Trump seine Reise als Sprungbrett für einen Neustart des israelisch-palästinensischen Friedensprozesses nutzen will. Er scheint zu glauben, dass er als erfolgreicher Geschäftsmann über die einzigartigen Fähigkeiten verfügt, ein historisches Abkommen vermitteln zu können – was anderen Präsidenten vor ihm nicht gelungen ist. Derzeit weist jedoch wenig darauf hin, dass die Region reif für ein solches Abkommen ist. Das bedeutet, dass Trump Opfer derselben Verführung werden könnte, über die seine Amtsvorgänger gestolpert sind.

Palästinenser müssen Hetze beenden

Die Hauptlehre, die wir aus den gescheiterten Bestrebungen der Vergangenheit ziehen können, ist, dass die Palästinenser letztendlich erst bereit sind, Frieden mit Israel zu schließen, wenn sie ihre anti-israelische, antisemitische Hetze beenden und anfangen ihre Kinder zu lehren, im Frieden mit ihren jüdischen Nachbarn zu leben. Dennis Ross, der den Oslo-Friedensprozess unter dem ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton koordinierte, hat eingestanden, dass es ihr größter Fehler war, die Dämonisierung Israels durch die Palästinenser zu ignorieren. Frieden werde nur kommen, wenn die Erziehung zum Hass aufhöre. Während seines Besuches im Weißen Haus Anfang Mai erzählte Palästinenserführer Mahmoud Abbas Trump, dass die Palästinenser ihren Kindern durchaus Frieden beibringen würden. Aber wir wissen alle, dass dies eine große Lüge ist!

Die Entscheidung

Sollte Präsident Trump anfangen, Israel unter Druck zu setzen, das ihnen von Gott verheißene Land zu teilen, so warnt der Prophet Joel, wird dies nur in einer Katastrophe enden. Andererseits wird mit Sicherheit großer Segen auf dieser Präsidentschaft und der Nation liegen, wenn Trump wahrhaft zu Israel und dessen geliebter Stadt Jerusalem steht, wie er es im Wahlkampf versprochen hatte. Lasst uns im Glauben und Gebet vereint stehen, damit sich letzteres durchsetzt, in der Hoffnung, dass Trump wirklich zu dem `Kyrus´ wird, als den viele Christen ihn gesehen haben.

Dr. Jürgen Bühler

Präsident der ICEJ, Jerusalem

Ein Jubeljahr für Jerusalem

Es fällt heute, fünfzig Jahre später, schwer, sich die schmerzhafte Teilung Jerusalems zwischen 1948 und 1967 vorzustellen. Gegenwärtig strotzt die israelische Hauptstadt nur so vor Geschäftigkeit und Lebensfreude. Doch Alteingesessene berichten, dass das Leben während der neunzehnjährigen Teilung extrem schwierig war – dabei standen sich die Israelis auf der einen und die Jordanier auf der anderen Seite gegenüber.

(Foto: Rabbi Schlomo Goren bläst im 7. Juni 1967das Schofarhorn an der Westmauer)

Bedrohung von drei Seiten

Die jüdischen Bewohner der Stadt waren 1948 natürlich sehr erleichtert, als die Ankunft der Hilfskonvois auf der alternativen „Burma-Route“ die Blockade Westjerusalems beendete. Doch in den folgenden zwei Jahrzehnten blieb die jüdische Hälfte der Stadt auf drei Seiten bedrohlich umlagert – von arabischen Truppen. Nur ein schmaler Korridor durch die Hügel verband Jerusalem mit dem Rest des Landes. Die Bewohner der Hauptstadt sahen sich immer noch durch Scharfschützenfeuer jordanischer Soldaten bedroht, die sich auf den Altstadtmauern niedergelassen hatten. Arabische Artilleriestellungen dominierten die Hügel um die jüdische Stadthälfte. Viele Häuser und Geschäfte ließen ihre Fenster zugenagelt. In einigen Stadtteilen gab es immer noch nächtliche Sperrstunden.

Abgeschnitten von Altstadt und Westmauer

Die größte Not der jüdischen Bevölkerung bestand darin, dass sie weder die Altstadt noch die Westmauer erreichen konnte. Jordanische Soldaten hatten das jüdische Altstadtviertel während der Kämpfe 1948 mit vorgehaltener Waffe ethnisch gesäubert. Jüdische Gräber wurden entweiht und Synagogen zerstört. Illegale arabische Siedler errichteten Wellblechhütten vor der Westmauer. Unzählige Bunker, Betonmauern, Minenfelder und Stacheldrahtzäune reihten sich im Niemandsland aneinander und durchschnitten die Stadt in zwei Hälften. Die Hauptstraße zum Jaffa-Tor endete in einer Sackgasse mitten im Kriegsgebiet.

Repressalien gegen Christen

Auch die alteingesessenen christlichen Gemeinschaften Jerusalems sahen sich unter jordanischer Herrschaft Repressalien ausgesetzt. Christen durften die Altstadt Jerusalems und Bethlehems nur zu Weihnachten und Ostern betreten. Sie konnten kein Land erwerben. Christliche Schulen mussten Koran-Unterricht erteilen. Über die Hälfte der 25 000 arabischen Christen in Ostjerusalem verließ aufgrund dieser Repressalien zwischen 1949 und 1967 die Stadt.

Die Wende im Sechstagekrieg

Doch dann kam der Sechstagekrieg. Israelische Truppen errangen einen überraschend schnellen und vollständigen Sieg über fünf arabische Armeen und befreiten ihre geliebte Stadt Jerusalem. Nach zwei Jahrzehnten der Teilung, der Isolation und der Vernachlässigung konnte das wiedervereinigte Jerusalem erneut wachsen und aufblühen.

Dieses Jahr feiert das israelische Volk den fünfzigsten Jahrestag der Wiedervereinigung der Stadt. Dieser unglaubliche Moment wurde durch das Lied „Jerusalem aus Gold“ verewigt. Es ist zudem einhundert Jahre her, dass der britische General Edmund Allenby die Stadt von einer weiteren muslimischen Vorherrschaft befreite – von der Dominanz der osmanischen Türken. Diese beiden großen Meilensteine in der Geschichte des modernen Jerusalem zeigen, dass es einen Zyklus des Jubeljahres für die Stadt Gottes gibt. Er treibt sie voran und lässt sie ihr höchstes Ziel erreichen – in Gott selbst.

Der Zyklus des Jubeljahres

Die Bibel beschreibt das Jubeljahr als einen besonderen Zeitabschnitt, der all fünfzig Jahre auftritt. In biblischer Zeit musste das Land Israel dann von allen Pachtverhältnissen und Grundstücksbelastungen befreit werden. Allen Einwohnern wurden ihre Schulden und ihr Leibeigenschaft erlassen. Nach den Anweisungen aus 3. Mose 25 musste das Land an seine ursprünglichen Eigentümer zurückgegeben werden. Jahrhunderte lang konnte Israel kaum alle Anforderungen des Jubeljahres erfüllen. Doch heute dürfen wir erkennen, dass Gott selbst immer noch in den Zyklen des Jubeljahres handelt. Da Jerusalem nun vor einhundert Jahren eine dramatische Befreiung erlebt hat und eine weitere vor 50 Jahren, dürfen wir auch dieses Jahr eine erneute wunderbare Freisetzung dieser Stadt erwarten. Langsam aber sicher drängt Gott die Kräfte zurück, die eine heidnische Kontrolle über Jerusalem fortsetzen würden. So kann diese Stadt endlich ihre Bestimmung unter jüdischer Herrschaft erfüllen. Diese Bestimmung besteht darin, der Thron des Messias und ein „Haus des Gebets für alle Völker“ zu sein (Jesaja 56,7; Lukas 19,46; siehe auch Psalm 2,6; Jesaja 2,3, Jesaja 24,23 und Offenbarung 14,1).

Verweis auf die Endzeit

Eine biblische Schlüsselpassage ist in diesem Zusammenhang Psalm 102. Dort heißt es, dass es eine bestimmte Zeit göttlicher Gnade und Gunst für Zion gebe. In Vers 17 erklärt der Psalmist: „Denn der HERR wird Zion aufbauen, er wird erscheinen in seiner Herrlichkeit.“ Zwei Verse später sagt der Psalmist, dass dies „für die künftige Generation“ aufgeschrieben wurde. Im hebräischen Urtext stehen dort die Worte „dor acharon“, zu Deutsch „letzte Generation“. Daher bezieht sich dieser Psalm auf die Wiederherstellung Israels in der Endzeit und insbesondere auf die jüdische Heimkehr nach Jerusalem.

Der Berg Zion

Der Name „Zion“ erscheint ungefähr 170 Mail in der Bibel und bezieht sich grundsätzlich auf Jerusalem. Doch das hebräische Wort tzion (צִיּוֹן) bedeutet eigentlich ein „verbrannter oder ausgetrockneter Ort“ und verweist damit noch spezifischer auf den Berg Zion, auf dem der Tempel und der Opferaltar standen. Seit ihrer ersten Erwähnung in der Bibel (1. Mose 14,18 und 22,2) haben diese Stadt und dieser Berg immer etwas mit Gottes Erlösungsplan zu tun. Schließlich ließ Gott dort seine Herrlichkeit (Schechina) wohnen und gab später sein eigenes Leben als Lösegeld für die Sünden der Menschheit, genau auf diesem Berg.

Die Juden bauen Jerusalem auf

Auch heute baut der Herr Zion wieder auf, um seine Erlösungspläne zu erfüllen. Doch er tut dies durch das jüdische Volk. Die Bibel bezeichnet die Juden als die „Erbauer“ Jerusalems. Wir können dies aus den Büchern Esra und Nehemia ableiten, ebenso wie aus der sehr eindrücklichen Schriftstelle in Psalm 118,22. Auch Psalm 147,2 betont, dass der Herr Jerusalem dadurch aufbaue, dass er „die Zerstreuten Israels sammelt.“ Dieses Werk verfolgt der Herr mit großer Leidenschaft, mit „großem Eifer“ (Sacharja 1,14; 8,2).

Schließlich wissen wir, dass „aus Zion der Retter kommen“ wird, „der die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden wird“(Römer 11,26; siehe auch Psalm 14,7; Psalm 53,6 und Jesaja 59,20+21). Am selben Ort, an dem sie einst ihren Messias abgelehnt haben, werden die Juden ihn nun als ihren König empfangen.


Göttliche Gnade und Gunst im geistlichen Kampf

Zweifellos ist dies der Grund dafür, dass ein so intensiver diplomatischer Kampf um das Schicksal Jerusalems tobt. Im Kern handelt es sich jedoch um einen geistlichen Konflikt. Der neue US-Präsident Donald Trump hat den Willen bekundet, die Amerikanische Botschaft von Tel-Aviv nach Jerusalem zu verlegen. Viele arabische und islamische Führungspersönlichkeiten sind erbost darüber und drohen mit gewalttätigen Reaktionen. Doch im Jubeljahr können wir um göttliche Gnade und Gunst beten und sie auch erwarten – damit die ganze Stadt wieder in die Hände ihrer ursprünglichen Eigentümer zurückkehrt und ihren Platz in Gottes Erlösungsplan einnehmen kann.

UN-Resolution 2334 und die Pariser Friedenskonferenz

Nach der UN-Sicherheitsresolution 2334 vom 23. Dezember 2016, die erstmals den israelischen Siedlungsbau als rechtswidrig verurteilte und dem jüdischen Staat jegliche Rechte an seinen heiligsten Stätten, einschließlich Klagemauer und Tempelberg, absprach, waren viele Israelfreunde zu Recht alarmiert. Mit Blick auf die Pariser „Friedenskonferenz“ am 15. Januar 2017 und eine weitere Sitzung des UN-Sicherheitsrates am 17. Januar befürchtete man noch mehr Druck auf Israel und zusätzliche antiisraelische Maßnahmen mit weitreichenden Folgen.

Der schlimmste denkbare Fall

Im schlimmsten Falle hätte dies die einseitige Ausrufung eines Palästinenserstaates bedeutet, ohne vorherige Verhandlungen mit Israel. Eine solche Entscheidung im UN-Sicherheitsrat hätte auch der neue US-Präsident Donald Trump nach seiner Amtseinführung am 20. Januar, nur fünf Tage später, nicht wieder rückgängig machen können. Die Folgen wären mit hoher Wahrscheinlichkeit noch mehr palästinensischer Terrorismus und möglicherweise ein weiterer Krieg im Nahen Osten gewesen, statt einer ausgehandelten Friedenslösung näherzukommen. Zu sehr hätte ein solches Ergebnis die bisherige Strategie der Palästinenserführung bekräftigt, direkte Verhandlungen mit Israel zu verweigern und durch internationale Gremien und Terrorakte den Druck auf den jüdischen Staat immer weiter zu erhöhen.

Versöhnungstreffen Hamas-Fatah

Das zeitgleich zur Pariser Konferenz stattfindende Versöhnungstreffen zwischen den palästinensischen Fraktionen der Fatah und der Hamas in Moskau verstärkte die Besorgnis umso mehr, da es doch der Streit zwischen diesen beiden Gruppen war, der eine einheitliche und handlungsfähige palästinensische Regierung bisher verhindert hatte. Viele christliche Werke und Organisationen, unter ihnen auch die ICEJ, mobilisierten ihre Fürbitter und kontaktierten Politiker, während die israelische Regierung eine konzertierte diplomatische Initiative startete, um weiteren Schaden für Israel auf dem internationalen Parkett zu verhindern.

Abgeschwächte Abschlusserklärung

Gott sei Dank konnten die Pläne der internationalen Staatengemeinschaft weder in Paris noch bei den Vereinten Nationen umgesetzt werden. Das Treffen in Paris, an dem mehr als 70 Länder und internationale Organisationen teilnahmen, jedoch weder die Israelis noch die Palästinenser, führte zu einer von israelischen Diplomaten als sehr „abgeschwächt“ bezeichneten Abschlusserklärung. Darin forderten die beteiligten Staaten Israel und die Palästinenser dazu auf, sich erneut offiziell zur Zweistaatenlösung zu bekennen und von einseitigen Handlungen Abstand zu nehmen. Passagen aus der problematischen UN-Resolution 2334 wurden nicht wiederholt. Es kam weder zu einer weiteren einheitlichen Erklärung der EU-Außenminister am Folgetag noch zu einer neuen Resolution des UN-Sicherheitsrates zwei Tage später. Was war auf dem politischen Parkett in Paris passiert?

Großbritannien schert aus

Großbritannien, das ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat ist und dort ein Veto-Recht hat, scherte aus dem internationalen Konsens aus. Es begann damit, dass die Briten nicht, wie die meisten anderen Staaten, ihren Außenminister nach Paris schickten, sondern nur Diplomaten niederen Ranges. Während der französische Präsident François Hollande, US-Außenminister John Kerry und die Außenminister von 36 weiteren Staaten (einschließlich Deutschlands) an dem Gipfel teilnahmen, blieb Boris Johnson dem Treffen fern. Am Ende verweigerten die britischen Vertreter, ebenso wie Australien und mehrere osteuropäische Staaten, der Abschlusserklärung ihre Unterschrift. Damit waren dann auch mögliche Folgeaktionen im UN-Sicherheitsrat und eine einstimmige Erklärung der EU-Außenminister vom Tisch.

Überraschende Kehrtwende

„Ich war völlig baff”, erklärte Jonathan Hoffman, früherer stellvertretender Vorsitzender der „Zionist Federation“ (Zionistischer Dachverband) Großbritanniens Mitte Januar in der Jerusalem Post. „Es war ein Wendepunkt in den britisch-israelischen Beziehungen und eine riesige Veränderung gegenüber allem, was ich bis dahin gesehen habe.“ Normalerweise würde das Vereinigte Königreich sich regelmäßig der Politik seiner Verbündeten gegenüber dem jüdischen Staat anschließen. Die Kehrtwende in Paris kam umso überraschender, als der britische Außenminister Johnson die antiisraelische Resolution des UN-Sicherheitsrates vom 23. Dezember, der sich nachträglich leider auch Deutschland anschloss, entscheidend vorangetrieben hatte. Dort hieß es noch, der israelische Siedlungsbau sei eine „eklatante Verletzung internationalen Rechts“, Ausdrücke, die sich in der Abschlusserklärung von Paris nicht wiederholten. 

Geopolitischer Ursachenmix

Zusätzlich zur anhaltenden Fürbitte vieler Israelfreunde (siehe Jesaja 62,1ff) und den diplomatischen Bemühungen Jerusalems gibt es einen Mix geopolitischer Ursachen für die neue britische Linie. Israelische Experten wie beispielsweise Yigal Palmor, früherer Sprecher des israelischen Außenministeriums und aktuell Direktor der Öffentlichkeitsarbeit der Jewish Agency, sieht britische Unabhängigkeitsbestrebungen von der EU nach dem Brexit-Referendum als einen motivierenden Faktor. Hoffman unterdessen erklärt den offensichtlichen Widerspruch zwischen der britischen Unterstützung der UN-Resolution und der Ablehnung des Paris-Gipfels mit Machtkämpfen zwischen der britischen Premierministerin Theresa May und Außenminister Johnson, der ihre pro-israelische Einstellung nicht teilt.

Intervention Trumps

Das britische Außenministerium selbst begründete seine Weigerung, die Abschlusserklärung von Paris zu unterzeichnen, folgendermaßen: „Der Gipfel findet nur wenige Tage vor der Machtübernahme eines neuen amerikanischen Präsidenten statt, wobei die Vereinigten Staaten der letztgültige Garant jeder Vereinbarung sein werden.“ Während US-Außenminister Kerry die Konferenz voll und ganz unterstützte, signalisierten Mitglieder von Trumps Übergangsteam den Franzosen ihre Missbilligung. Laut der britischen Zeitung The Guardian ordnete May die britische Kehrtwende in Paris an, um ihre Politik mit der Trumps in Einklang zu bringen. „Es ist solch eine dramatische Abweichung von der bisherigen Linie, dass eine Intervention Trumps das einzige ist, was Sinn macht“, kommentierte Hoffman.

Fazit

Der für Israel glimpfliche Ausgang dieses internationalen Politdramas sollte uns sehr dankbar machen. Gott hält nach wie vor die Geschicke dieser Welt und Israels in seinen Händen – und er hört auf die Gebete seiner Kinder! Gleichzeitig können und dürfen wir in der Fürbitte für Israel und für unsere eigene Regierung sowie im Einsatz für Gottes Land und sein Volk nicht nachlassen! Die UN-Resolution 2334 steht weiterhin im Raum und kann juristisch sehr negative Folgen für Israel haben. „Um Zions willen dürfen wir nicht schweigen, um Jerusalems willen wollen wir nicht ruhen, bis das Recht in ihm aufstrahlt wie das Morgenlicht, und seine Rettung wie eine Fackel in der Nacht.“ (siehe Jesaja 62,1). Gebetstreffen der Jesaja62-Initiative der ICEJ finden an jedem ersten Mittwoch im Monat statt. Weitere Informationen unter: https://de.icej.org/jesaja-62-initiative-der-icej

UNESCO-Resolution leugnet jüdische Verbindung zu heiligen Stätten

Wir sind äußerst bestürzt darüber, dass die UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur) am Donnerstag erneut eine skandalöse Resolution verabschiedet hat, die jegliche jüdische Verbindung zu den heiligen Stätten in Jerusalem und im Land Israel, darunter der Tempelberg, leugnet.

Die Resolution lässt die traditionellen, biblischen Namen heiliger jüdischer Stätten weg und nennt sie stattdessen bei ihren alternativen muslimischen Namen. Dies kommt einer Neuschreibung der Geschichte gleich und entzieht diesen Stätten ihre 4.000 Jahre alte jüdische und 2.000 Jahre alte christliche Verbindung. Als Christen sind wir zutiefst besorgt, dass mit der Akzeptanz solcher Formulierungen durch eine internationale Organisation jegliche jüdische und christliche Verbindung zu den heiligen Stätten eliminiert werden soll.

Dies stellt eine absichtliche Beleidigung des jüdischen Volkes dar und ist eine Kränkung der zwei Milliarden Christen weltweit, die sehr wohl wissen, dass Jesus als treuer Jude den heiligen jüdischen Tempel an dieser Stätte regelmäßig besucht, dort gelehrt und sich mit Eifer für dessen Berufung als „Haus des Gebets für alle Völker“ eingesetzt hat.

Die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (ICEJ) richtet derzeit die Feier des biblischen Laubhüttenfestes in Jerusalem aus, zu der mehr als 5.000 Christen aus fast 100 Ländern erwartet werden. Ihre Anwesenheit in der Stadt, um gerade in dieser Zeit ein jüdisches Fest zu feiern, zeigt die historische Kontinuität unseres jeweiligen Glaubens und den besonderen Platz, den Jerusalem und besonders der Tempelberg für Juden und Christen gleichermaßen einnimmt.

Im Namen dieser christlichen Pilger und der weiteren Millionen Christen in ihren Heimatländern, die sie repräsentieren, wollen wir der israelischen Öffentlichkeit versichern, dass wir die jüdische Hochachtung für Jerusalem und den Tempelberg respektieren und dass wir an eurer Seite stehen und diesem verschlagenen Angriff auf die historischen Stätten in Israel mit euch entgegentreten werden.

Als ICEJ haben wir bereits unsere nationalen Zweigstellen in den letzten Wochen aktiviert, um den Wortlaut dieser schändlichen UNESCO-Resolution zu ändern. Seid versichert, dass wir Jerusalem niemals vergessen werden! (Psalm 137,5-6)

Dr. Jürgen Bühler
Geschäftsführender Direktor der ICEJ in Jerusalem

 


Die Programm-Kommission des UNESCO-Exekutivrats hat am Donnerstag mit 24 gegen sechs Stimmen bei 26 Enthaltungen eine von mehreren arabischen Ländern eingereichte, einseitige Jerusalem-Resolution angenommen. Die USA, Großbritannien, Deutschland, die Niederlande, Litauen und Estland stimmten dagegen. Israel kritisierte die Resolution und will vorerst die Zusammenarbeit mit der UNESCO in den Bereichen Bildung und Forschung einstellen.

Alle Völkerfamilien der Erde in Jerusalem

„In dir sollen alle Völkerfamilien gesegnet werden.” (1. Mose 12,3)

„Wenn irgendeine der Völkerfamilien nicht nach Jerusalem hinaufziehen wird, … wird über diese kein Regen kommen.” (Sacharja 14,17)

„Siehe, eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen, Stämmen, Völkern und Sprachen, die standen vor dem Thron stehend und vor dem Lamm …”(Offenbarung 7,9)

Als Gott Abraham berief, gab Er ihm einen der gewagtesten Aufträge, die je ein Mensch erhalten kann – mit Auswirkungen auf alle Völkerfamilien der Erde.

Die Reichweite unserer Errettung

Heutzutage kämpfen Großunternehmen rund um die Welt um Marktanteile. Seien es Autos, Elektronikgeräte oder gar Getränke, einige Produkte erfreuen sich signifikanter Durchdringung des Marktes auf globaler Ebene. Gott verhieß Abraham, dass das „Erzeugnis”, das er ihm anvertrauen würde, möglicherweise das Leben von sprichwörtlich jeder Familie auf Erden revolutionieren wird.

Bei der Berufung von Abraham aus Ur in Chaldäa ging es ihm nicht nur um das Volk Israel, die leiblichen Nachfahren von Abraham. Gottes Gedanken wanderten damals schon zu den zahllosen Volksstämmen Asiens, Ozeaniens, Afrikas, Europas und des Doppelkontinents Amerika. Durch die Berufung Abrahams traf Gott die Entscheidung, alle Völkerfamilien zu retten, ungeachtet ihrer Nationalität, Sprache, Hautfarbe oder Kultur. Im Grunde war das schon die erste Verkündigung der rettenden Heilsbotschaft von Jesus Christus. Paulus beschreibt es so: „Die Schrift aber hat es vorausgesehen, dass Gott die Heiden durch den Glauben gerecht macht. Darum hat die Schrift dem Abraham das Evangelium vorausverkündet: In dir sollen alle Völker gesegnet werden.” (Gal. 3,8)

Es war genau dieselbe Leidenschaft für „jede Familie auf der Erde”, die sich in Jesu Missionsbefehl widerspiegelt: „Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.” (Mt. 28,19+20a)
Heute sind wir näher als jemals zuvor am Ziel, nichtsdestotrotz ist noch viel zu tun. Es gibt immer noch unzählige Völkerfamilien auf der Welt, die niemals die Gelegenheit hatten, unter den Segen Abrahams zu kommen und von der heilbringenden Liebe Jesu Christi zu hören. 

Das Mittel unserer Errettung

Die Wahrheiten und Werte, die durch Abrahams Nachfahren verkündet wurden, haben bereits Abermillionen von Menschen in eine versöhnte Beziehung mit Gott gebracht, mit Auswirkungen für ganze Nationen. Der Same Abrahams, das jüdische Volk, wurde zum Sprachrohr Gottes für die Menschheit (Röm. 3,1f). „Er verkündet Jakob Sein Wort, Israel Seine Gesetze und Rechte. An keinem anderen Volk hat er so gehandelt.” (Ps. 147,19f) Israel brachte uns Gottes Wort. Aber nicht allein das. Paulus erklärt den Gläubigen in Rom, dass alle Segnungen, die sie in ihrem neuen Glaubensleben erfahren, ursprünglich aus dem Judentum stammen: die Glaubensväter, die Zusagen, die Annahme, die Herrlichkeit und am allerwichtigsten unser Herr und Retter Jesus. (Röm. 9,1-5) Wie Jesus der Frau am Brunnen in Johannes 4 erklärte: „Die Errettung kommt aus den Juden.” Die Berufung der Juden war es, immer eine priesterliche Nation zu ein, ein Licht der Welt. Paulus mahnt daher die Gemeinde, dies nicht nur anzuerkennen, sondern sich selbst als Schuldner der Juden anzusehen. (Röm. 15,27)

Die Wurzeln unserer Errettung

Dass Abraham eine bedeutsame Gestalt in der Bibel ist wird oft übersehen. Gott stellt sich selbst persönlich Mose am brennenden Busch als der „Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs” vor. Paulus nennt Abraham „den Vater aller jener, die da glauben” (Röm. 4,11) und stellt fest, dass „die Glaubenden Abrahams Kinder sind.” (Gal. 3,7)

Als Jesus in den Evangelien vorgestellt wird, betont Matthäus, dass Jesus ein direkter Nachfahre Abrahams ist (Mt. 1,1), und Lukas beschreibt die Geburt des Messias als eine direkte Folge des Bundes, den Gott mit Abraham gemacht hat. (Lk. 1,72-73) Paulus nennt Abraham den „Erben der ganzen Welt”, weil Gottes Rettungsgeschichte mit der Menschheit mit Abraham begann. Mit Abrahams Berufung vor ca. 4.000 Jahren wurde die Blaupause für die weltweite Gemeinde Gottes entworfen. Und 2.000 Jahre später wurde mit Jesus der Eckstein zu diesem ewigen Tempel gesetzt.

Das Ziel der Errettung

Im Laufe seines Lebens muss Abraham oftmals gezweifelt haben, ob dieses große Missionsziel, „alle Völkerfamilien der Erde” zu erreichen, jemals erfüllt würde. Aber eines Tages – es muss eine Vision gewesen sein – sah er die gelobte Stadt. Sie war so herrlich anzusehen, dass er augenblicklich verstand, dass ihr Erbauer und Architekt nur Gott selbst gewesen sein kann. Und als er dann die unzähligen Völkerschaften sah, wie sie auf den goldenen Straßen wandelten, begriff er genau „aus allen Nationen, Stämmen, Völkern, und Sprachen, stehend vor dem Thron und vor dem Lamm …” (Offb. 7, 9). Was sie verband war, dass sie alle erlöst waren durch das Opfer von Abrahams Ur-, Ur-, Ur-, … , Urenkel, Jesus Christus. 

Die Völkerfamilien der Erde in Jerusalem

Einer der letzten Propheten Israels sah eine andere ungewöhnliche Vision „aller Völkerfamilien der Erde”. Er sah sie beim Laubhüttenfest genau hier in Jerusalem, wie sie den König, den Herrn der Heerscharen, anbeten. In vielfältiger Weise sah Sacharja Abrahams Vision in voller Erfüllung. Die frohe Botschaft von Jesus Christus, die vor 2.000 Jahren von Jerusalem ausging, hat fast alle Familien auf der Erde erreicht. Heute sehen wir, wie diese Familien nach Jerusalem zurückkehren, zur Stadt des Ursprungs, in dem wiederaufgebauten Staat Israel. Dies sind wahrhaftig spannende Zeiten!

Sacharja sah noch etwas anderes. Er sah, dass auf denen, die nach Jerusalem kommen, ein besonderer Segen liegt: Sie erhielten den dringend benötigten Regen. Den Regen von Gütern und landwirtschaftlichen Erzeugnissen, aber, was noch wichtiger ist, auch den mächtigen Regen des Heiligen Geistes. Und genau das ist es, was wir dringend benötigen, um die letzte Etappe des großen Auftrags, alle Nationen zu Nachfolgern Jesu Christi zu machen, zu Ende zu führen.

Wenn Sie von diesem Laubhüttenfest nach Hause fahren, bete ich, dass Gott Sie berufen und befähigen möge, den Missionsauftrag, alle Völker zu Jüngern zu machen, zu Ende zu führen. Ich bete ebenfalls dafür, dass Gott Ihnen offenbaren wird, wie Sie dazu beitragen können, Ihre Wertschätzung und Dankbarkeit der Nation entgegenzubringen, die ein Segen für alle Völker geworden ist – der Nation Israel.

Exekutivrat-Abstimmung über einseitige Jerusalem-Resolution

Sehr geehrter Herr Botschafter Krawielicki,

ich wende mich als Vorsitzender der ICEJ-Deutschland an Sie, einer Organisation die Christen unterschiedlichster Denominationen in ganz Deutschland vertritt. Wir möchten Sie als Botschafter Deutschlands bei der UNESCO gerne auf eine Abstimmung während der 200. Sitzung des Exekutivrats der UNESCO hinweisen.

Unter Programmpunkt 25 der Agenda soll unter dem Titel „Besetztes Palästina” ein Resolutionsentwurf zur Abstimmung eingereicht werden (Dokument 200 EX/25). Wir halten diesen Entwurf für äußerst fehlerhaft. Er sollte unserer Auffassung nach zurückgewiesen werden. Wir schätzen es sehr, dass Deutschland bei der letzten Sitzung des Exekutivrates gegen einen ähnlichen Entwurf gestimmt hat und möchten diese Haltung unterstützen. Der vorliegende Entwurf ist unausgewogen, schlecht formuliert und einseitig.

Unausgewogenheit durchdringt den gesamten Text. Um nur ein Beispiel zu nennen: Der Antrag kritisiert Israels „Grabungen und Arbeiten in Ostjerusalem“, erwähnt jedoch nicht die systematische Zerstörung von Altertümern unter der Autorität der muslimischen Wakf-Behörde auf dem Tempelberg. Tonnenweise wird Aushub ohne archäologische Aufsicht entsorgt und möglicherweise gehen somit wertvolle Artefakte verloren, die unsere Erkenntnisse über die antike Vergangenheit verbessern könnten. Im Gegensatz dazu unterliegen von Israel vorgenommene Grabungen den strengen Regeln archäologischer Bestandsaufnahme. Da der Entwurf sich für politisch motivierte Kritik an Israel entscheidet, statt Besorgnis über die Zerstörung archäologischer Schätze zu äußern, befindet er sich offensichtlich nicht in Übereinstimmung mit dem Auftrag der UNESCO.

Der Resolutionsentwurf verwendet durchgehend voreingenommene Bezeichnungen. Die Namen heiliger jüdischer Stätten werden weggelassen und stattdessen die alternativen muslimischen Namen genannt. Beispielsweise wird der Begriff „Al-Aksa-Moschee/Al-Haram Al-Sharif“ verwendet und die Bezeichnung „Tempelberg“ nicht erwähnt. Dies kommt einer Neuschreibung der Geschichte gleich und entzieht diesen Stätten ihre jüdische und christliche Identität. Als Christen sind wir besorgt, dass mit der Akzeptanz solcher Formulierungen jegliche christliche Verbindung zu den heiligen Stätten geleugnet wird.

Im Kontext eines „neuen Gewaltkreislaufs“ in Israel erwähnt der Antrag die palästinensischen Angriffe auf Juden nicht. Seit Oktober 2015 wurden durch palästinensische Terrorakte 47 Menschen getötet und viele weitere verwundet. Darunter ist der extrem brutale Mord an einem 13-jährigen jüdischen Mädchen, das in seinem eigenen Bett im Schlaf mit einem Messer erstochen wurde. Stattdessen werden in dem Entwurf nur „israelische Siedler“ beschuldigt.

Eine solch unverhohlen parteiische Resolution trägt nicht zu einer friedlichen und gerechten Lösung des israelisch-palästinensischen Konfliktes bei und gefährdet das Ansehen der UNESCO als Organisation, die moralischer und intellektueller Solidarität verpflichtet ist. Deutschland sollte nicht als ein Staat betrachtet werden, der solche extrem einseitigen Ansichten unterstützt.

Deshalb ist es unserer Ansicht nach vollkommen gerechtfertigt, auf der 200. Sitzung des Exekutivrats der UNESCO gegen Programmpunkt 25, „Besetztes Palästina“, zu stimmen.

Wir danken Ihnen für die Berücksichtigung unserer Sichtweise.

Mit freundlichen Grüßen

Gottfried Bühler
1. Vorsitzender der ICEJ-Deutschland

 

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