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ICEJ dankbar für 30 Jahre Alijah-Flüge

Am heutigen Donnerstag feiert die ICEJ ihre 30-jährige Unterstützung von Alijah-Flügen. Am 28. Mai 1990, heute vor genau 30 Jahren, landete das erste gemeinsam von der ICEJ-Deutschland und der ICEJ-Finnland gesponserte Flugzeug – an Bord hunderte russische Juden aus der ehemaligen Sowjetunion – auf dem Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv. Es war der erste vollständig von christlichen Israelfreunden gesponserte Alijah-Flug. Dieser besondere Meilenstein der Alijah (Einwanderung nach Israel) folgte auf Jahre des unermüdlichen Einsatzes der ICEJ weltweit für die Freilassung inhaftierter Juden aus sowjetischen Gefängnissen. Diese Woche, am 26. Mai 2020, landeten 94 Neueinwanderer aus Russland in Israel, mit einem von der ICEJ gesponserten Charterflug. Trotz der Corona-Krise und weltweiten Reisebeschränkungen konnte die ICEJ seit Februar 855 jüdischen Neueinwanderern aus verschiedenen Ländern so die Alijah ermöglichen. Neben den Alijah-Flügen unterstützt die ICEJ auch die Unterbringungskosten während der obligatorischen zwei Wochen Quarantäne und steht zahlreichen Neuankömmlingen zur Seite, damit sie in ihrer neuen Heimat erfolgreich Fuß fassen können.

Foto: ICEJ, Jüdische Neueinwanderer kommen mit von der ICEJ gesponserten Flüge in Israel an, links: 28.05.1990, rechts: 26.05.2020

Herzlichen Dank an alle Unterstützer der ICEJ, die diese wunderbare und wertvolle Arbeit der letzten 30 Jahre ermöglicht haben!

Bitte helfen Sie uns auch weiterhin, jüdischen Neueinwanderern die Heimreise nach Israel zu ermöglichen, und unterstützen Sie die Alijah-Arbeit der ICEJ mit Ihrer Gabe! Als Verwendungszweck bitte „Alijah“ angeben, herzlichen Dank!

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Israel besorgt über Eskalation im Cyberkrieg

Jigal Unna, Israels Cheftechnologe für Cybersicherheit, hat sich am heutigen Donnerstag besorgt über eine Eskalation im Cyber-Krieg gezeigt. Die Entwicklungen im Cyberspace würden sich mit „verrückter und hektischer” Geschwindigkeit verändern, sagte Unna. April und Mai 2020 „werden als ein Wendepunkt in der Geschichte des Cyberkriegs“ in Erinnerung bleiben. Damit spielte er auf verschiedene Cyberangriffe gegen israelische Einrichtungen in den letzten Wochen an. Er bestätigte, dass Israels Wasserversorgungssysteme im April Ziel eines großangelegten Cyberangriffs geworden waren. Ob - wie Experten vermuten - der Iran Urheber des Angriffs war und ob Israel für den zwei Wochen später erfolgten Cyberangriff auf eine iranische Hafenanlage im Mai verantwortlich ist, bestätigte er nicht. Er betonte den gravierenden Charakter des Cyberangriffs auf die Wasserversorgungssysteme. Hätte Israels Abteilung für Cybersicherheit den Angriff nicht zeitnah entdeckt, hätten die Hacker Chemikalien in das Trinkwasser leiten und der israelischen Zivilbevölkerung inmitten der Corona-Krise enormen Schaden zufügen können. Israel sieht diesen Angriff als massive Eskalation seitens des Iran, da er gezielt gegen die Zivilbevölkerung gerichtet war.

Vergangene Woche wurden israelische Forschungsinstitute, die Impfstoffe gegen das Coronavirus entwickeln, Ziel von Cyberattacken. Israelischen Medienberichten zufolge hätten die Hacker dabei nicht versucht, an Informationen zu gelangen, sondern gezielt die Forschungsarbeiten zu sabotieren. Die Angriffe sollen jedoch keinen Schaden angerichtet haben. Außerdem wurden letzte Woche hunderte israelische Webseiten gehackt. Die betroffenen Webseiten zeigten Darstellungen bombardierter israelischer Städte und Botschaften, die mit der Zerstörung Israels drohten. Bislang ist kein weiterer Schaden bekannt.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für den Schutz Israels, insbesondere der Zivilbevölkerung, angesichts dieser Eskalation im Cyberkrieg. Beten wir, dass Gott eine feurige Mauer um Israel herum ist – auch in der Cyberwelt!

 

Israel: Hotels und Gastronomie öffnen

Israels Hotels und Gastronomiebetriebe haben am Mittwoch erstmals seit mehr als zwei Monaten wieder öffnen dürfen - unter Einhaltung strenger Hygienevorschriften. In Tel Aviv besuchten tausende Israelis die Restaurants und Bars der Küstenmetropole. Viele waren bis zu 95% ihrer Kapazität ausgelastet und sind bereits für das anstehende Schawuot-Wochenende voll ausgebucht. Auch der Urlaubsort Eilat am Roten Meer, wo rund 45% der Einwohner in der Tourismusbranche beschäftigt oder von ihr abhängig sind, öffnete wieder für den Inlandstourismus. Vielen dort ansässigen Unternehmen droht jedoch weiterhin der finanzielle Ruin, sollte der internationale Reiseverkehr nicht bald wieder aufgenommen werden. Zahlreiche Betriebe im Gastgewerbe befinden sich wegen der Corona-Krise in wirtschaftlichen Notsituationen und blieben am Mittwoch weiterhin geschlossen. Während der Corona-Krise stieg die Arbeitslosigkeit von 4% auf über 25%, über eine Million Israelis wurden arbeitslos. Der israelische Minister für Arbeit und Soziales, Itzik Shmuli, rechnet damit, dass trotz der Öffnungen rund 400.000 Israelis vorerst keine Neuanstellung finden werden.

Oslo-Verträge: IStGH fordert Klarstellung von Mahmud Abbas

Drei Richter des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag (IStGH) haben am Dienstag die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) aufgefordert, ihre Position zu den Oslo-Friedensverträgen zu bestätigen. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte vergangene Woche erklärt, die PA sei von „allen Verträgen und Vereinbarungen“ mit Israel und den USA „entbunden“. Die Richter des IStGH forderten die PA auf, bis zum 10. Juni klarzustellen, ob dies die Oslo-Verträge mit einschließe. Das Panel prüft zurzeit die gerichtliche Zuständigkeit des IStGH, die Voraussetzung dafür ist, dass Chefanklägerin Fatou Bensouda wie geplant Ermittlungen gegen Israel und die Hamas wegen angeblicher Kriegsverbrechen in den Palästinensergebieten und Ostjerusalem aufnehmen kann. Das Rom-Statut, die vertragliche Grundlage des IStGH, erlaubt nur Staaten die Übertragung der Zuständigkeit an das Gericht. Israel besteht darauf, dass die PA, die sich 2019 an den Gerichtshof gewandt hatte, kein souveräner Staat sei. Die Oslo-Verträge von 1993 und 1995 hatten der Palästinenserführung erstmalig Autonomie in Gebieten, die sie für einen eigenen Palästinenserstaat beansprucht, zugesprochen. Beobachter sind der Ansicht, dass, sollte die PA die Oslo-Verträge für aufgelöst erklären, die Frage, ob die PA einen souveränen Staat darstelle, sich erübrigt hätte.

Schawuot sameach!

Am heutigen Donnerstagabend beginnt Schawuot, das biblische Wochenfest (3. Mose 23,15-22). Es wird sieben Wochen nach dem Fest der Erstlingsfrüchte, das in die Pessachwoche fällt, gefeiert. Schawuot ist eines der drei großen Wallfahrtsfeste, an dem die Erstlinge der Weizenernte zum Tempel gebracht wurden. An Schawuot gedenkt das Volk Israel der Gesetzgebung auf dem Berg Sinai. Das Fest beginnt mit einer Nacht des intensiven Schriftstudiums, vor allem der Zehn Gebote. Am nächsten Morgen wird in den Synagogen das Buch Ruth gelesen, dessen Ereignisse zur Zeit der Gersten- und Weizenernte geschahen. Die Bibel weist ausdrücklich darauf hin, dass Schawuot als Freudentag begangen werden soll. Weil das Gesetz Gottes unser Leben ernährt, wie die Milch den Säugling, werden zu Schawuot traditionell aus Milchprodukten zubereitete Speisen, z.B. Käsekuchen, gegessen.


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Erste Anhörung im Korruptionsprozess gegen Netanjahu

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu ist am Sonntag zum ersten Tag seines Korruptionsprozesses vor dem Jerusalemer Bezirksgericht erschienen. Netanjahu, dem Betrug und Untreue in drei Fällen und Bestechung in einem der Fälle vorgeworfen wird, bestätigte den Richtern, dass er die Anklagepunkte verstanden habe. Auch drei weitere Angeklagte, die mit den Bestechungsvorwürfen in Verbindung stehen, erschienen vor Gericht. Vor dem Gerichtsgebäude und dem Sitz des Premierministers demonstrierten Unterstützer und Gegner Netanjahus. Bevor er den Gerichtssaal betrat, hielt Netanjahu, umringt von zahlreichen Ministern und Knesset-Abgeordneten seiner Likud-Partei, eine Fernsehansprache indem er die Korruptionsvorwürfe als „politischen Putschversuch“ bezeichnete. Seit Jahren versuche das politisch linke Lager, ihn aus dem Amt zu treiben, sagte Netanjahu. Da es „an der Wahlurne gescheitert sei“, versuche es nun mittels „erfundener Fälle“ einen „starken Premierminister zu stürzen und das national-konservative Lager auf viele Jahre hinweg von der Macht fernzuhalten.“ Das Volk stünde hinter ihm, meinte er. Die nächste Anhörung, bei der Netanjahu nicht anwesend sein muss, ist für den 19. Juli angesetzt.

Foto: GPO/Amos Ben Gershom, Benjamin Netanjahu, Archivbild

Alijah: 160 jüdische Neueinwanderer landen in Israel

160 jüdische Neueinwanderer (Olim) sind vergangene Woche mit von der ICEJ gesponserten Charterflügen in Tel Aviv gelandet. Am Dienstag erreichten 41 Juden aus Russland ihre neue Heimat, am Donnerstag begrüßte ein Team der ICEJ Jerusalem gemeinsam mit Vertretern der Jewish Agency (Israels Einwanderungsbehörde) und der israelischen Regierung 119 Juden aus Äthiopien. Isaac Herzog, Vorsitzender der Jewish Agency, drückte der ICEJ seinen Dank für ihre „engagierte Unterstützung“ aus. Pnina Tamano-Shata, Ministerin für Alijah und Integration und Israels erstes äthiopisch-jüdisches Kabinettsmitglied, wünschte den Olim einen guten Start für ihr neues Leben in Israel. Sie selbst hatte vor 36 Jahren Alijah (Einwanderung nach Israel) gemacht. Weitere rund 7.000 Juden warten in Äthiopien in Transitlagern in Gondar und Addis Abeba auf ihre Einreiseerlaubnis. Beobachter sind besorgt, dass das Coronavirus diese Lager erreichen könnte.

„Es ist uns ein Vorrecht, in dieser einzigartigen Welle der Alijah eine Schlüsselfunktion zu übernehmen. Eine Pandemie brachte die Welt zum Stillstand, aber sie konnte die Juden nicht aufhalten, heim nach Israel zu kommen“, erklärte ICEJ-Präsident Dr. Jürgen Bühler. Seit Februar hat die ICEJ die Flugkosten von mehr als 760 Olim übernommen. Außerdem übernimmt die ICEJ einen Teil der Kosten für die Unterbringung während der vierzehntägigen Quarantäne, zu der Einreisende nach Israel weiterhin verpflichtet sind.

Sehen Sie hier ein kurzes Video (mit deutschen Untertiteln) von der Ankunft der 119 äthiopischen Olim am vergangenen Donnerstag.

Vielen Dank an alle Unterstützer der ICEJ, die es möglich gemacht haben, Juden trotz der Corona-Krise nach Hause zu bringen!

Bis Mitte Juni möchte die Jewish Agency weitere 150 Juden aus Russland nach Israel bringen und hat die ICEJ gebeten, die Flugkosten zu übernehmen.

Bitte helfen Sie uns auch weiterhin, jüdischen Neueinwanderern die Heimreise nach Israel zu ermöglichen, und unterstützen Sie die Alijah-Arbeit der ICEJ mit Ihrer Gabe! Als Verwendungszweck bitte „Alijah“ angeben, herzlichen Dank!

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PA beendet Sicherheitskooperation mit Israel

Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) hat die Sicherheitskooperation mit Israel offiziell aufgekündigt. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas kündigte vergangene Woche an, die PA betrachte sich nicht länger an Vereinbarungen mit Israel und den USA gebunden. Damit will die PA gegen die Pläne der israelischen Regierung protestieren, das Jordantal und Gebiete in Judäa und Samaria (Westjordanland) zu annektieren. In israelischen Sicherheitskreisen geht man davon aus, dass die Kooperation insgeheim fortgeführt werden wird. Dennoch warnen Beamte des israelischen Verteidigungsministeriums vor gewaltsamen Protesten gegen die Annexionspläne und die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Der palästinensische Premierminister Mohammed Schtajeh kündigte am Montag an, die PA werde gegen Unruhen im Westjordanland vorgehen. Medienberichten zufolge will die PA weiterhin Terroranschläge gegen Israelis verhindern.

 

Jerusalem: Studenten entdecken 2.000 Jahre alte, unterirdische Wohnräume

Studenten eines Vorbereitungsprogramms der israelischen Armee haben nahe der Klagemauer drei unterirdische Wohnräume aus der Zeit des Zweiten Tempels entdeckt. Das gab Israels Altertumsbehörde vergangene Woche bekannt. Die drei Räume, die über Treppenstufen miteinander verbunden sind, seien vor rund 2.000 Jahren von Hand aus dem Gestein gemeißelt worden und seien ein „einzigartiger Fund”. Zwar gebe es unterirdische Ritualbäder und Gräber aus dieser Zeit, jedoch seien keine weiteren unterirdischen Wohnräume bekannt, erklärte der Archäologe Dr. Barak Monnickendam-Givon. Wozu die Räume, die sich unterhalb eines 1400 Jahre alten Bauwerks aus byzantinischer Zeit befinden, genutzt wurden, ist noch unklar. Möglicherweise handele es sich um einen Vorratskeller, Wohnräume oder gar ein Versteck im Falle von Überfällen.

 


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Rekord-Hitzewelle in Israel

Israel erlebt diese Woche eine nie zuvor dagewesene Hitzewelle. Die seit Samstag herrschenden Temperaturen von über 38°C sollen noch bis mindestens Donnerstag andauern. Seit Beginn der Aufzeichnungen hat es in Israel keine Hitzewelle mit Temperaturen über 38°C gegeben, die sechs Tage andauerte. In der Küstenebene und dem nördlichen Negev kletterten die Temperaturen auf bis zu 44°C, im Jordantal und der Arava-Senke wurden bis zu 49°C gemessen. Am Montag starb ein Mann (41), nachdem er in seinem Auto einen Hitzschlag erlitten hatte. Das Gesundheitsministerium hob die Maskenpflicht in Schulen und im öffentlichen Raum bis Ende der Woche auf. In einigen Städten fiel der nach der Corona-Krise erst kürzlich wieder aufgenommene Unterricht aus. Entgegen der Corona-Verordnungen der Regierung besuchten zahlreiche Israelis die Strände des Landes. Nahe der zentralisraelischen Stadt Beit Schemesch mussten wegen eines Waldbrandes mehrere Anwohner ihre Häuser verlassen. Die Feuerwehr konnte den Brand mit Löschflugzeugen erfolgreich bekämpfen.

Foto: Unsplash, Stand von Tel Aviv, Archivbild

 

Israel weist EU-Kritik an Annexionsplänen zurück

Israels Außenministerium hat am heutigen Dienstag die Kritik der EU an der geplanten Annexion von Gebieten in Judäa und Samaria zurückgewiesen. Die EU ignoriere „wieder einmal“ Israels Sicherheit und die Bedrohungen, denen es ausgesetzt sei, erklärte das Ministerium. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hatte Israels Regierung am Montag zur Vereidigung gratuliert. Zugleich kritisierte er die in der Koalitionsvereinbarung vorgesehene Annexion. Die EU werde keinen Grenzverlauf anerkennen, der von der Waffenstillstandslinie von 1949 abweiche, es sei denn dieser werde im Rahmen eines israelisch-palästinensischen Friedensvertrags vereinbart, erklärte Borrell. Nach einer Videokonferenz der EU-Außenminister am Freitag kündigte Borrell an, die EU werde auf diplomatischem Weg versuchen, unilaterale Schritte Israels zu verhindern. Man bemühe sich darum, „die beste Beziehung zu Israel“ zu unterhalten, sagte er. Einige EU-Mitgliedsstaaten, darunter Frankreich, Irland, Schweden, Belgien, Luxemburg und Spanien, befürworten wirtschaftliche Strafmaßnahmen gegen Israel.

 

Vermuteter israelischer Cyberangriff auf iranische Hafenanlage

Eine iranische Hafenanlageist durch einen Cyberangriff am 9. Mai zum Stillstand gebracht worden. Der „hochpräzise“ Angriff habe das „geschäftige Terminal“ bei Bandar Abbas, an der Straße von Hormus,„zu einem abrupten und unerklärlichen Halt gebracht“, berichtete die Washington Post am Montag. Computer, die den Schiffs- und Straßenverkehr im und zum Terminal steuerten, seien „abgestürzt“. Der Angriff habe zu einem mehrere Tage andauernden Rückstand geführt. Die Washington Post berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen in der US-Regierung, es habe sich um einen israelischen Vergeltungsangriff gehandelt. Iranische Hacker hatten im April Israels Wasser- und Abwasseranlagen angegriffen, jedoch nur geringen Schaden angerichtet. Israel nannte den iranischen Cyberangriff eine schwerwiegende Eskalation, da er auf zivile Einrichtungen gezielt hatte. Anfang Mai diskutierte Israels Sicherheitskabinett den Angriff und Möglichkeiten, darauf zu reagieren.

 

Anschlag auf Militärposten verhindert, Auto rammt Soldaten

Israelische Soldaten haben am Freitag einen Anschlag auf einen Militärposten nahe Abu Dis verhindert. Drei Terroristen wurden bei dem Versuch, Brandsätze auf den östlich von Jerusalem gelegenen Militärposten zu werfen, entdeckt und außer Gefecht gesetzt. Am Donnerstag rammte ein Palästinenser bei einem Kontrollpunkt nahe Hebron eine Gruppe israelischer Soldaten mit seinem Auto. Dabei erlitt ein Soldat mittelschwere Verletzungen. Der Attentäter wurde erschossen. Nachdem während der Corona-Krise Terroranschläge und gewaltsame Proteste in den Palästinensergebieten zurückgegangen waren, ist es in den letzten Wochen zu einem Wiederanstieg an Anschlägen und Anschlagsversuchen gekommen.

 

EU-Parlament verurteilt Gewaltverherrlichung in PA-Schulbüchern

Das Europäische Parlament hat am Donnerstag gewaltverherrlichende Inhalte in den Schulbüchern der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) verurteilt. In einer Resolution, die im Rahmen des aktuellen Haushaltsberichts verabschiedet wurde, kritisierten die Parlamentarier, dass die PA „problematisches Material immer noch nicht entfernt“ habe. Außerdem forderten sie die EU-Kommission auf, zu gewährleisten, dass keine EU-Gelder verwendet würden, um „Schulbücher und Bildungsmaterial zu finanzieren, die bei Kindern religiöse Radikalisierung, Intoleranz, ethnische Gewalt und Märtyrertum schüren“. Das Jerusalemer Institut für Friedensüberwachung und kulturelle Toleranz in der schulischen Bildung (IMPACT-se), das gewaltverherrlichende Inhalte palästinensischer Schulbücher untersucht und darüber aufklärt, begrüßte die Resolution. Das EU-Parlament sei „eindeutig verärgert über die andauernden Zahlungen umfangreicher Summen an das palästinensische Bildungssystem, das eines der hasserfülltesten, gewalttätigsten und extremsten Lehrpläne der Welt verfolgt“, erklärte das Institut.
 


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Israels 35. Regierung soll heute vereidigt werden

Israels 35. Regierung soll heute Abend vereidigt werden. Damit wäre der mehr als 16 Monate andauernde politische Stillstand beendet. Allerdings ist die Ernennung der Minister noch nicht vollständig abgeschlossen. Die Vereidigung könnte auf einen anderen Termin verschoben werden. Das Kabinett wird voraussichtlich 32 Minister umfassen, im nächsten halben Jahr sollen vier weitere hinzukommen. Demnach wird Benjamin Netanjahu (Likud) Premierminister. Vereinbart ist, dass er sein Amt im November 2021 an Benny Gantz (Blau-Weiß), der zunächst Verteidigungsminister wird, abgibt. Netanjahus Parteifreunde Israel Katz und Juli Edelstein werden Finanz- bzw. Gesundheitsminister. Zwei weitere wichtige Portfolios gehen an Gantz‘ Partei: der ehemalige Generalstabschef Gabi Ashkenasi wird Außenminister, Avi Nissenkorn Justizminister. Ministerin für Alijah und Integration wird die in Äthiopien geborene Pnina Tamano-Shata (Blau-Weiß). Ebenfalls an der Regierung beteiligt sind die ultraorthodoxen Parteien Vereinigtes Thora-Judentum und Schas sowie drei Abgeordnete der links-liberalen Parteien Gescher und Arbeitspartei. Rafi Peretz (Jamina-Partei) erhält das Ministerium für Jerusalem. Die übrigen Abgeordneten der nationalreligiösen Jamina-Partei von Naftali Bennett werden in die Opposition gehen.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für die Vereidigung der israelischen Regierung. Beten wir, dass der HERR das Haus baut und eine stabile Regierung schenkt. Beten wir, dass er gottesfürchtige Männer und Frauen in die Ministerien beruft.

Foto: GPO/Haim Zach, Benjamin Netanjahu, Reuven Rivlin, Benny Gantz, Archivbild

14. Mai: 72. Unabhängigkeitstag Israels

Nach gregorianischem Kalender jährt sich Israels Staatsgründung heute zum 72. Mal. Am letzten Tag der britischen Mandatszeit, dem 14. Mai 1948, verlas David Ben Gurion Israels Unabhängigkeitserklärung vor rund 250 Gästen im Museum von Tel Aviv. In Israel wird der Tag traditionell am Jahrestag nach dem hebräischen Kalender, dem 5. Ijar, gefeiert. Dieser fiel 2020 auf den 29. April. Das Team der ICEJ in Jerusalem und aus anderen Teilen der Welt grüßte Israel zum 72. Unabhängigkeitstag mit diesem Video.

EU: Frankreich fordert harte Reaktion bei Annexion Judäas und Samarias

Frankreich fordert eine harte Reaktion der EU, sollte Israel Gebiete in Judäa und Samaria (Westjordanland) annektieren. Belgien, Irland und Luxemburg wollen bei einer Videokonferenz der EU-Außenminister am Freitag mögliche wirtschaftliche Strafmaßnahmen besprechen. Die EU ist Israels wichtigster Handelspartner, beide unterhalten ein Freihandelsabkommen. Für eine einheitliche außenpolitische Erklärung der EU ist die Zustimmung aller 27 Mitgliedstaaten erforderlich. Israelische Medien gehen davon aus, dass Tschechien und Ungarn dies jedoch ablehnen werden. Ein britischer Staatssekretär erklärte am Montag, Großbritannien werde die geplante Annexion nicht unterstützen, da sie die Zwei-Staaten-Lösung des Nahostkonflikts erschweren würde. Der Ausschuss für Internationale Beziehungen und Verteidigung des britischen Oberhauses hatte schwere Sanktionen gegen Israel gefordert.

Israels Koalitionsvereinbarung sieht vor, dass die Regierung bereits im Juli über eine Annexion von Gebieten abstimmen kann. Der Nahostfriedensplan von US-Präsident Donald Trump erkennt die Rechtmäßigkeit jüdischer Siedlungen in Judäa und Samaria an und befürwortet Israels Souveränität über das Jordantal. Bei seinem Besuch in Israel am Mittwoch erklärte US-Außenminister Mike Pompeo, es sei Israels „Recht und Verpflichtung“ zu entscheiden, wie es die Annexion umsetze. Er mahnte jedoch an, die Annexion müsse „ordentlich“ von statten gehen.

Gebetsanliegen:Bitten wir, dass Deutschland sich im Annexionsfall nicht für wirtschaftliche Sanktionen gegen Israel ausspricht, sondern seinen Freundschaftsbekundungen zu Israel Taten folgen lässt und sich in Europa für Israel einsetzt.

Israel: Wiederaufnahme des kommerziellen Flugverkehrs im Juli

Israel plant, den kommerziellen Flugverkehr mit Ländern, die das Coronavirus erfolgreich eingedämmt haben, ab dem 1. Juli wieder aufzunehmen. Zunächst will man mit dem Reiseverkehr nach Griechenland und Zypern beginnen, anschließend sollen weitere europäische Länder, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz, folgen. Das meldeten israelische Medien am Dienstag. Bereits im Juni sollen versuchsweise Flüge zu nahegelegenen Reisezielen durchgeführt werden - unter Beibehaltung der strikten Quarantäneregelungen. Sollte die Öffnung des Reiseverkehrs nicht zu einer neuen Infektionswelle führen, will Israel die Einreisebestimmungen, die u.a. eine 14-tägige Quarantäne vorsehen, lockern. Im März hatte Israel seine Grenzen für Touristen de facto geschlossen. Der Flugverkehr zum und vom Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv brach im April um 99,6% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein. Israels größte Fluggesellschaft El Al verzeichnete hunderte Millionen US-Dollar Verluste. Um einen Bankrott abzuwenden, will die israelische Regierung die Garantie eines rund 370 Millionen Euro umfassenden Kredits übernehmen, verlangt von der Fluggesellschaft jedoch umfangreiche strukturelle Reformen und Einsparungen. 

Israelischer Soldat im Westjordanland getötet, Anschlag an Grenzübergang

Ein israelischer Soldat (21) ist am Dienstag während eines Einsatzes nahe Dschenin im Westjordanland (Judäa und Samaria) getötet worden. Das Mitglied einer Elite-Einheit der israelischen Armee wurde während der Verhaftung palästinensischer Terroristen von einem Felsbrocken am Kopf getroffen und erlag seinen Verletzungen. Wenige Stunden später griff ein Palästinenser israelische Sicherheitskräfte am Kalandia-Grenzübergang zwischen Israel und den Palästinensergebieten mit einem Schraubenzieher an. Die Grenzpolizisten schossen auf den Terroristen und setzten ihn außer Gefecht. 

Iran: Cyberangriff auf Israels Wasserinfrastruktur

Iranische Hacker haben Israels Wasserinfrastruktur angegriffen. Dabei richteten sie jedoch nur geringen Schaden an. Berichten eines israelischen Fernsehsenders vom Samstag zufolge ereignete sich der Angriff auf mehrere Wasser- und Abwasseranlagen des Landes bereits Ende April. Israels Abteilung für Cybersicherheit wies die betroffenenAnlagen an, umgehend bestehende Passwörter zu ändern. Manche Einrichtungen wurden vorübergehend offline geschaltet. Vergangene Woche besprach Israels Sicherheitskabinett den Angriff und Möglichkeiten, darauf zu reagieren. Der Angriff wird als massive Eskalation seitens des Iran gesehen, da er gezielt gegen zivile Infrastruktur gerichtet war. „Dieser Angriff verstößt gegen jedes Kriegsrecht. Selbst von den Iranern haben wir so etwas nicht erwartet“, erklärte ein anonymer israelischer Beamter. Die Hacker sollen für ihren Angriff US-amerikanische Server genutzt haben. Weder Israel noch die USA haben sich offiziell dazu geäußert.


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Knesset ebnet Weg zur Regierungsbildung Netanjahus

Eine Mehrheit der Knesset-Abgeordneten hat am heutigen Donnerstag die Gesetzesänderungen verabschiedet, die für die Koalitionsvereinbarung zwischen dem amtierenden Premierminister Benjamin Netanjahu und seinem Herausforderer Benny Gantz nötig sind. In Kürze werden die Abgeordneten der Likud-Partei und Chosen LeIsrael/Blau-Weiß dem israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin ihre Empfehlung mitteilen, Netanjahu mit der Regierungsbildung zu beauftragen. Die Abgeordneten der nationalreligiösen Jamina-Partei waren während der Abstimmungen nicht anwesend. Noch ist unklar, ob die Partei von Naftali Bennett sich an der Koalition beteiligen oder in die Opposition gehen wird. Israels Oberster Gerichtshof hatte am späten Mittwochabend geurteilt, dass es rechtlich kein Hindernis gebe, das Netanjahu, der wegen Korruption in drei Fällen angeklagt ist, von einer Regierungsbildung abhalten könne. Auch gebe es für das Gericht „zu diesem Zeitpunkt“ keinen Anlass, gegen die Koalitionsvereinbarung zu intervenieren, obwohl diese „höchst ungewöhnlich“ sei, erklärte die Vorsitzende Richterin Esther Hayut.

Foto: GPO/Kobi Gideon, Knesset-Gebäude, Archivbild

Zahlungen an Palästinenser: Israel bestellt EU-Botschafter ein

Wegen eines Streits um Zahlungen an palästinensische Organisationen hat das israelische Außenministerium EU-Botschafter Emanuele Giaufret für den heutigen Donnerstag einbestellt. Grund war ein Brief des EU-Vertreters für die palästinensischen Autonomiegebiete, Sven Kühn von Burgsdorff, an palästinensische Nichtregierungsorganisationen (NGOs) Ende März. Darin erklärte von Burgsdorff, palästinensische Organisationen würden weiterhin finanzielle Mittel der EU erhalten, auch wenn diese Personen zugutekämen, die Terrororganisationen angehören oder unterstützen. Dies verstoße „gegen alle unsere Vereinbarungen mit der EU“, protestierte ein Sprecher des israelischen Außenministeriums am Mittwoch. 2019 hatte die EU entschieden, dass Personen, die Verbindungen zu Organisationen auf der EU-Anti-Terror-Liste unterhielten, nicht von EU-Geldern profitieren dürfen. NGOs, die von der EU unterstützt werden, müssen dies sicherstellen. Von Burgsdorff hatte den palästinensischen NGOs versichert, diese Klausel betreffe nur Personen, die namentlich auf der Liste genannt werden. Die EU-Anti-Terror-Liste nennt jedoch keine Einzelpersonen. Vergangene Woche forderte die israelische Organisation „NGO Monitor“ EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf, die Klausel vollständig umzusetzen, um zu verhindern, dass EU-Gelder für Terrorismus missbraucht werden.

Israel: Iran zieht sich aus Syrien zurück

Iranische Truppen ziehen sich aus Syrien zurück und schließen immer mehr Militärbasen. Das gaben Vertreter des israelischen Verteidigungsministeriums am Dienstag bekannt. In den vergangen Monaten hatte es einen Anstieg der Luftschläge gegen iranische Stützpunkte in Syrien gegeben, insbesondere nahe der Hauptstadt Damaskus. Internationale wie auch israelische Medien gehen davon aus, dass diese von der israelischen Luftwaffe durchgeführt wurden. Israel kommentiert solche Meldungen grundsätzlich nicht. Auch die Zahl der Transportflüge aus dem Iran, die hochentwickelte Waffen nach Syrien bringen, ist im letzten halben Jahr drastisch zurückgegangen – vermutlich aufgrund der Luftschläge auf syrische Flughäfen. Zwar rechne Israel mit iranischen Vergeltungsschlägen, jedoch nicht in nächster Zeit, erklärten Vertreter des Verteidigungsministeriums. „Wir sind entschlossener als der Iran“, erklärte Verteidigungsminister Naftali Bennett am Dienstag. „Für den Iran ist es ein Abenteuer, das 1.000 Kilometer von zu Hause entfernt stattfindet. Uns geht es ums Überleben.“ Israel werde nicht erlauben, dass der Iran in Syrien eine Angriffsbasis errichte, fügte er hinzu.

Ehemaliger Fatah-Terrorist klagt gegen Zahlungen an PA

Mohammed Massad, ein ehemaliges Mitglied der Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, hat vergangene Woche bei Israels Oberstem Gerichtshof Klage gegen Zahlungen an die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) eingereicht. Die israelische Regierung hatte zuvor beschlossen, ein Darlehen in Höhe von 500 Millionen Schekel (rund 132 Millionen Euro) an die PA zu überweisen, das nicht zurückgezahlt werden muss. In seiner Klage forderte Massad die israelische Regierung auf, Wege zu finden, die Zahlungen direkt der palästinensischen Bevölkerung, insbesondere bedürftigen Familien, zugutekommen zu lassen. Die PA sei „sehr korrupt und es besteht kein Grund, warum Israel dieser Regierung Millionen Dollar überweisen sollte“, sagte er. Die PA sei nicht gewählt und daher eine illegale Regierung. „Sie hält an der Macht fest ohne demokratische Wahlen abzuhalten, herrscht diktatorisch über ihr Volk und misshandelt ihre Gegner.“ Massad, der aus Dschenin stammt und heute in Haifa lebt, war während der Ersten Intifada an Terroranschlägen gegen Israel beteiligt. Infolgedessen war er sieben Jahre in israelischer Haft.

 

Jesaja-62-Initiative: Sechs Wochen Online-Gebet 

Am 6. Mai, dem ersten Mittwoch im Monat, hat das Jesaja-62-Gebet der ICEJ das 6. Mal in Folge online per Telefon- und Videokonferenz stattgefunden. Der Abend mit über 100 Betern aus dem deutschsprachigen Raum wurde von Vesna und Jürgen Bühler, ICEJ-Präsident in Jerusalem, gestaltet. Vesna führte mit Lobpreis in den Abend und nahm die Teilnehmer mit hinein in eine biblische Betrachtung der Geschichte von Saras ägyptischer Sklavin Hagar, der Gott in der Wüste begegnete. Zum ersten Mal wurde ihr Lied „Nichts ist dir gleich", basieren auf Psalm 27, vorgetragen, das sie inmitten der Corona-Krise speziell für diesen Gebetsabend aufgenommen hatte. Jürgen gab einen Einblick, welche positiven Aspekte die Erschütterungen durch die Corona-Krise bereits im geistlichen Bereich bewirkt haben, darunter eine Rückkehr zum Gebet, zum Bibel lesen und eine Stärkung der Familien. Ein besonderer Gebetsschwerpunkt lag auf der Fürbitte für das Laubhüttenfest. Nachdem die israelische Regierung in Aussicht gestellt hat, dass ab 14. Juni die Einschränkungen für Versammlungen aufgehoben werden sollen, steigen die Hoffnungen, dass auch Großveranstaltungen wie die christliche Laubhüttenfestfeier und die Einreise von christlichen Besuchern aus aller Welt im Herbst möglich werden könnten.

Da wegen der Vorschriften bezüglich der Corona-Pandemie bisher noch keine Treffen in unseren gewohnten Räumlichkeiten in Stuttgart und an allen anderen Orten im Land möglich sind, hat die ICEJ-Deutschland beschlossen, ihr seit dem 1. April wöchentlich stattfindendes Online-Gebet noch bis Ende Mai zu verlängern. „Es hat sich für uns alle als großer Segen erwiesen, jede Woche zusammen zu beten“, begründete Christoph Scharnweber, ICEJ-Referent und Jesaja-62-Gebetskoordinator, die Entscheidung.

Klinken Sie sich ins Online-Gebet ein und seien Sie im Mai jede Woche Mittwoch ab 19.30 Uhr beim Online-Gebet im Rahmen der Jesaja-62-Initiative dabei. Weitere Infos: www.jesaja62.icej.de

 


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Israelische Forscher entwickeln Antikörper-Impfstoff

Israelischen Forschern des Israelischen Instituts für Biologische Forschung (IIBR), ein Regierungsinstitut für Verteidigungsforschung, ist es gelungen, einen „monoklonalen neutralisierenden Antikörper“ zu entwickeln. Dieser kann das Coronavirus im Körper von Erkrankten neutralisieren. Dies gab Verteidigungsminister Naftali Bennett nach seinem Besuch im IIBR am Montag bekannt. Das IIBR lässt den Impfstoff nun patentieren. Anschließend will es einen Hersteller suchen, der den Antikörper-Impfstoff in großem Umfang produzieren kann. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hatte im Februar angeordnet, dass sich das IIBR, dessen Forschungsarbeit üblicherweise strengster Geheimhaltung unterliegt, der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus anschließt. Das Institut begann daraufhin u.a. Blutproben genesener Covid-19-Patienten zu untersuchen. Monoklonale Antikörper werden von einer einzigen Zelllinie produziert und sind daher wirkungsvoller in der Bekämpfung eines Virus als polyklonale Antikörper. Ob der Impfstoff bereits an Menschen getestet wurde und wann er auf den Markt kommen wird, ist nicht bekannt.

Foto: Unsplash, Symbolbild

 

Israel: Erhebliche Lockerungender Corona-Maßnahmen

Die israelische Regierung hat am Montag erhebliche Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus beschlossen. Die Regelung, die Israelis verbot, sich ohne „wesentlichen“ Grund mehr als 100 Meter von ihrem Haus zu entfernen, wurde aufgehoben. Besuche innerhalb der Familie, einschließlich der Großeltern, sind nun wieder erlaubt. Jedoch bleibt die Abstand-Regelung beim Kontakt mit älteren Menschen in Kraft. Bibliotheken und Parks sind wieder geöffnet. Einkaufszentren, Märkte und Fitness-Studios sollen am Donnerstag wieder öffnen dürfen, unter Einhaltung strikter Vorsichtsmaßnahmen. Schulen haben in einzelnen Jahrgängen bereits diese Woche wieder den Unterricht vor Ort aufgenommen, bis Ende des Monats sollen alle Jahrgänge folgen. Israels amtierender Premierminister Benjamin Netanjahu versprach, alle Einschränkungen zu Versammlungen würden am 14. Juni aufgehoben werden. Dann sollen auch Universitäten wieder öffnen dürfen. Netanjahu warnte, die geplante Öffnung von Wirtschaft und Gesellschaft hinge von der Entwicklung der Neuinfektionen und anderer Faktoren ab. Am Montag lag die Zahl der registrierten Neuinfektionen bei 38, am Dienstag bei 31. Insgesamt wurden in Israel 16.268 Fälle des Coronavirus bestätigt, 10.223 der Infizierten sind inzwischen genesen, 237 gestorben.

 

Israel: Oberster Gerichtshof mahnt Änderung der Regierungsvereinbarung an

Israels oberste Richter haben am Montag mehrere Punkte der Regierungsvereinbarungzwischen dem amtierenden Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud) und Benny Gantz (Chosen LeIsrael/Blau-Weiß) kritisiert, die sie als rechtswidrig erachten. Nach einer neunstündigen Anhörung gaben sie beiden Parteien eine Frist von 24 Stunden, die strittigen Punkte zu korrigieren. Unter anderem kritisierte das Panel von elf Richtern die Regelung, dass in den ersten sechs Monaten der Regierung keine Gesetze verabschiedet würden, die nicht relevant zur Corona-Krise seien. Aktuellen Medienberichten zufolge haben die beiden Parteien entsprechende Änderungen vorgenommen und dem Gerichtshof vorgelegt. Netanjahu und Gantz haben bis Donnerstag Zeit, ihre Regierung zu vereidigen. Dann läuft die 21-tägige Frist ab, während der ein beliebiger Knesset-Abgeordneter eine mehrheitsfähige Regierung aufstellen kann. Sollte bis dahin keine Regierung vereidigt sein, wird die Knesset automatisch aufgelöst. Dann würde es zu den vierten Parlamentswahlen innerhalb von 18 Monaten kommen. In einer weiteren Anhörung am Sonntag prüfte der Oberste Gerichtshof einen Antrag, der fordert, dass ein Premierminister, der unter Anklage steht, sein Amt nicht mehr ausführen darf. Ersten Einschätzungen zufolge wird das Gericht den Antrag ablehnen. Während der siebenstündigen Anhörung kritisierten die Richter die Antragsteller und warfen ihnen vor, „irrelevante“ politische bzw. moralische Argumente anzuführen, d.h. Argumente, die rechtlich nicht von Bedeutung seien.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns, dass Gott Gnade schenkt und seine Hand über die Regierungsbildung hält. Beten wir für eine gottesfürchtige Regierung, die Israel zurück zur politischen und wirtschaftlichen Stabilität führt.

 

Freilassung israelischer Geiseln erwartet

In Israel steht möglicherweise die Freilassung der Israelis bevor, die im von der islamistischen Terrororganisation Hamas beherrschten Gazastreifen festgehaltenen werden. Das berichteten israelische Medien am Donnerstag. Die Verhandlungen, bei denen Ägypten vermittle, seien weit fortgeschritten. Seit dem Gazakrieg 2014 befinden sich die sterblichen Überreste der israelischen Soldaten Hadar Goldin und Oron Shaul in der Gewalt der Terroristen. Außerdem wurden 2015 der äthiopisch-jüdische Avera Mengistu und der Beduine Hisham al-Sayed als Geiseln genommen, nachdem sie über den Gaza-Grenzzaun geklettert waren. Ihren Familien zufolge sind beide psychisch krank. Die Familie Hadar Goldins deutete nach einem Gespräch mit dem Unterhändler der israelischen Regierung an, eine Vereinbarung mit der Hamas stünde kurz bevor. „Diese Gelegenheit jetzt verstreichen zu lassen, wäre eine nationale Unverantwortlichkeit“, warnte sie. Die Hamas hatte zunächst die Freilassung palästinensischer Terroristen aus israelischer Haft als Vorbedingung für Verhandlungen gefordert. Medienberichten zufolge nutzt Israel jedoch die aktuelle Corona-Krise, um Druck auf die Hamas auszuüben. So soll Israel angeboten haben, im Austausch für Informationen über den Gesundheitszustand der Geiseln zusätzliche Lieferungen medizinischer Güter in den Gazastreifen zu genehmigen. Außerdem hält Israel ausländische Gelder, die dringend im Gazastreifen benötigt werden, zurück.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns, dass die Israelis, die sich in der Gewalt der Hamas befinden, wieder nach Hause kommen. Beten wir für die Familien Mengistu und al-Sayed, dass sie bald wieder mit ihren Söhnen vereint sein können. Beten wir für die Familien Goldin und Shaul, dass sie ihre Söhne angemessen beerdigen können und dass Gott ihnen Trost schenkt. 

 

Israel und Österreich planen Grenzöffnung für Tourismus

Israel und Österreich arbeiten mit fünf weiteren Ländern an einer gemeinsamen Lösung, ihre Länder nach der Corona-Krise wieder für den internationalen Tourismus zu öffnen. Einem Bericht des Wall Street Journals zufolge, besprachen bei einer Videokonferenz am 24. April die Regierungschefs von Israel, Österreich, Tschechien, Dänemark, Griechenland, Australien und Neuseeland einen Vorschlag des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz. Dieser sieht vor, dass die teilnehmenden Länder, in denen die Zahlen der Neuinfektionen rückläufig sind, Auflagen zum internationalen Reiseverkehr vereinheitlichen. Besonderer Schwerpunkt ist die Durchführung von Tests in Flughäfen. So hat der Flughafen Wien bereits am Montag begonnen, Einreisende gegen eine Zahlung von 190 Euro auf das Coronavirus zu testen. Ist das Testergebnis, das innerhalb von drei Stunden zur Verfügung steht, negativ, müssen sie sich nicht in die obligatorische Quarantäne begeben. Netanjahu hatte Anfang April vorgeschlagen, Flughäfen zu virenfreien Zonen zu erklären. Dazu müssten die Flughäfen „rund um die Uhr“ desinfiziert und alle Flughafenmitarbeiter täglich getestet werden. Dem Wall Street Journal zufolge könnten die beteiligten Länder bereits in den nächsten Wochen mit der Wiederöffnung ihrer Grenzen beginnen.

 


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Deutschland: Innenministerium verbietet Hisbollah

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat am heutigen Donnerstag ein Betätigungsverbot gegen die schiitisch-libanesische Terrororganisation Hisbollah verfügt. Am frühen Morgen erfolgten zudem Razzien in Berlin, Bremen und Nordrhein-Westfalen. Das Bundesinnenministerium begründete das Verbot u.a. damit, dass die Hisbollah eine Terrororganisation sei und sich „gegen den Gedanken der Völkerverständigung“ richte. Außerdem nutze die Hisbollah Deutschland als „sicheren Rückzugsort“ und habe in den letzten Jahren von dort aus Anschläge geplant. Laut Verfassungsschutz leben in Deutschland rund 1.050 Unterstützer der dem Iran nahestehenden Hisbollah. „Der Einfluss der Hisbollah-Führung im Libanon auf die in Deutschland lebenden Anhänger kann als hoch eingeschätzt werden“, zitiert SPIEGEL ONLINE die Verbotsverfügung. Da die Anhänger jedoch nicht nach dem Vereinsrecht organisiert seien, könne man die Hisbollah nicht vereinsrechtlich verbieten lassen. Daher habe man ein Betätigungsverbot verfügt und Ermittlungen gegen Vereine, die mit der Terrororganisation sympathisieren, aufgenommen. Ab sofort sind auch der Gebrauch und die Darstellung von Symbolen der Hisbollah, wie z.B. ihrer Fahne, verboten.

Foto: GPO/Moshe Milner, Horst Seehofer und Benjamin Netanjahu, Archivbild 2012

Mit dem heute verfügten Betätigungsverbot ändert die Bundesregierung ihren Kurs der vergangenen Jahre. Bisher hielt Deutschland an der Handhabung der Europäischen Union fest. Die EU unterscheidet zwischen einem militärischen und einem politischem Flügel der Hisbollah und ließ 2013 lediglich den militärischen Flügel verbieten. Einschätzungen von Experten und auch Äußerungen von Hisbollah-Offizieren zufolge gibt es eine solche Trennung jedoch nicht. Israel begrüßte die Entscheidung des deutschen Innenministeriums. Außenminister Israel Katz drückte seine „tiefste Wertschätzung“ aus. „Ich bin sicher, dass viele Regierungen im Nahen Osten sowie auch tausende Terror-Opfer der Hisbollah sich mir im Dank für diese Entscheidung anschließen.“

 

Israel feiert 72. Unabhängigkeitstag

Israel hat am Mittwoch seinen 72. Unabhängigkeitstag (Jom HaAzma’ut) gefeiert. Flugzeuge der israelischen Luftwaffe vollbrachten Kunstflüge über den Krankenhäusern des Landes, um dem medizinischen Personal angesichts ihres Einsatzes in der Corona-Krise zu danken. Die offizielle Zeremonie, die jedes Jahr am Vorabend des Unabhängigkeitstags auf dem Militärfriedhof des Jerusalemer Herzl-Bergs mit dem Entzünden von Fackeln begangen wird, wurde aufgrund der Corona-Krise vorab aufgezeichnet und fand ohne Publikum vor Ort statt. Auch die sonst übliche Feier in der Residenz des israelischen Staatspräsidenten wurde durch eine Fernsehansprache von Präsident Reuven Rivlin und weitere, vorab aufgezeichnete Programmpunkte ersetzt. Aufgrund der von der Regierung verhängten totalen Ausgangssperre feierte die Bevölkerung ihre beliebten Grillpartys in ihren Gärten oder auf ihren Balkonen.

Das Team der ICEJ in Jerusalem und aus anderen Teilen der Welt grüßte Israel zum 72. Unabhängigkeitstag mit diesem Video. Die Aufzeichnungen von 2019 zeigen die sonst ausgelassene Freude an Israels besonderem Tag.

 

Israel: Regierungsbildung noch nicht abgeschlossen

In Israel geht die Bildung einer neuen Regierung weiter. Die am 20. April unterzeichnete Vereinbarung zwischen dem amtierenden Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud) und dem ehemaligen Generalstabschef Benny Gantz (Chosen LeIsrael/Blau-Weiß) sieht vor, mehrere Punkte, wie z.B. die Rotation des Amts des Premierministers, gesetzlich zu verankern. Dazu müssen die Knesset-Abgeordneten in drei Wahlgängen über die Gesetzesentwürfe abstimmen. Erst nach Verabschiedung der Gesetze wird die neue Regierung vereidigt werden. Sollte dies nicht rechtzeitig vor dem 7. Mai geschehen, wird es zu den vierten Neuwahlen innerhalb von 18 Monaten kommen. Auch von Seiten des Obersten Gerichtshofs sind noch einige Fragen zur neuen Regierung offen. Mehrere Anträge wurden eingereicht, die die Rechtmäßigkeit der geplanten Gesetze in Frage stellen. Nachdem sie es zunächst abgelehnt hatten, über noch nicht verabschiedete Gesetze zu entscheiden, kündigten Israels oberste Richter am Dienstag an, mit den Anhörungen vorab zu beginnen. Ein weiterer Antrag, der fordert, dass ein Premierminister, der gerichtlich angeklagt wird, sein Amt nicht mehr ausführen darf, soll ebenfalls geprüft werden. Mit diesem Antrag wollen Gegner Netanjahus, dem Korruption in drei Fällen vorgeworfen wird, eine weitere Amtszeit des Politikers verhindern.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns, dass der Gott Israels seine Hand über die Regierungsbildung und die noch anstehenden Abstimmungen und Beschlüsse hält. Beten wir, dass Gott seinem Volk eine Regierung schenkt, die er erwählt hat und gebrauchen kann. Beten wir, dass Israels Politiker und Richter in Weisheit und Gottesfurcht handeln.

 

Terroranschläge in Kfar Saba, Judäa und Samaria

Eine 62-jährige israelische Frau ist am Dienstag bei einem Terroranschlag in der zentralisraelischen Stadt Kfar Saba schwer verletzt worden. Ein Palästinenser (19) aus Tulkarem im Westjordanland (Judäa und Samaria) griff sie am israelischen Gefallenengedenktag mit einem Messer an. Ein vorbeifahrender bewaffneter Zivilist schoss auf den Terroristen, der mittelschwer verletzt wurde. Am Mittwochabend rammte ein Palästinenser einen Kontrollpunkt der israelischen Armee nahe Dschenin. Es gab keine Verletzten. Bei seiner Verhaftung durch israelische Sicherheitskräfte erklärte der Palästinenser, er habe sterben wollen.

 

Dänemark: „Bibel 2020” streicht Hinweise auf Israel

In der „Zeitgenössischen Dänischen Bibel 2020“, eine Anfang des Jahres herausgegebene Bibelübersetzung der dänischen Bibelgesellschaft, ist an rund 260 Stellen der Name „Israel“ gestrichen worden. Bei 59 der über 60 Nennungen Israels im Neuen Testament wurde je nach Gebrauch „Israel“ mit „Juden“ bzw. „Land der Juden“ oder anderen Ausdrücken ersetzt. Im Alten Testament wurde „Israel“ an rund 200 Stellen ersetzt, wie z.B. in Psalm 121,4: „Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht“ wird in der „Bibel 2020“ mit „siehe, unser Hüter schläft noch schlummert nicht“ wiedergegeben. Die dänische Bibelgesellschaft betont, man beabsichtige mit der „Bibel 2020“, säkulare und kirchenfremde Menschen, denen zahlreiche biblische Ausdrücke fremd seien, mit der Liebe Gottes zu erreichen. Daher habe man auch andere übliche dänische Begriffe z.B. für Sünde, Gnade und Barmherzigkeit mit anderen Ausdrücken ersetzt. Sie weist außerdem darauf hin, dass trotz der Änderungen Begriffe wie „Israel“ und „Israeliten“ weiterhin an rund 2.000 Stellen vorkommen. Die „Bibel 2020“ ist von der dänischen Kirche nicht als offizielle Bibelübersetzung zugelassen. Die Bibelgesellschaft in Israel erklärte in einer Stellungnahme, ihr Pendant in Dänemark habe sie darüber informiert, dass die Änderungen nicht politisch motiviert seien. Jedoch warnten die Israelis, auch wenn man beabsichtige, säkulare Menschen zu erreichen, „darf die Bedeutung von Gottes Wort nicht geändert werden.“


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Corona-Krise: Erste Lockerungen in Israel, Kritik an „Willkür“

Israel hat erste Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gelockert. So dürfen seit Sonntag einige Wirtschaftszweige wieder mehr Angestellte vor Ort einsetzen - unter Beachtung strikter Vorschriften. Dazu gehören das Tragen von Mundschutzmasken, tägliche Temperaturmessungen und eine regelmäßige Desinfektion von Arbeitsflächen. Gebetsversammlungen im Freien von bis zu 19 Personen sind ebenfalls unter Auflagen wieder erlaubt. Es gilt eine landesweite Pflicht, in der Öffentlichkeit Mundschutzmasken zu tragen. Einzelne Einzelhändler haben seit Sonntag wieder geöffnet. Das Kabinett wird am heutigen Donnerstag weitere Lockerungen beschließen. In den letzten Tagen hatte es viel Kritik angesichts scheinbar willkürlicher Bestimmungen gegeben. So durften am Sonntag Elektronikfachgeschäfte und Lotterie-Kiosks wieder öffnen, Bekleidungsgeschäfte und Falafel-Stände jedoch nicht. Insbesondere geriet die Wiedereröffnung des Möbelhändlers IKEA zum Symbol des Streits. Dieser durfte seine drei Filialen im Land wieder öffnen, Marktstände, die Lebensmittel anbieten, mussten jedoch weiterhin geschlossen bleiben. Tali Friedman, die Verkäufer des Jerusalemer Markts Mahane Jehuda vertritt, kündigte an, die Marktstände würden wieder geöffnet, auch wenn dies nicht erlaubt sei. „Es ist lächerlich, dass unwesentliche Geschäfte wie IKEA öffnen und man die Marktverkäufer leiden lässt“, kritisierte sie. Auch Bildungsminister Rafi Peretz äußerte sich dazu: „Es kann nicht sein, dass IKEA geöffnet ist, während Schulen geschlossen bleiben.“ Der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Moshe Bar Siman-Tov, räumte ein, die Regierung hätte „bei einigen Entscheidungen logischer handeln“ sollen und kündigte die für heute angesetzte außerplanmäßige Besprechung an.

Foto: GPO/Kobi Gideon, Israelische Kabinettsitzung in der Corona-Krise, Archivbild

In Israel gibt es zurzeit 14.592 bestätigte Fälle des Coronavirus, 191 Menschen sind gestorben. Aufgrund einer hohen Infektionsrate sind zurzeit zwei arabische Städte in Galiläa, Deir al-Asad und Bi’ina, abgeriegelt. Es wurde außerdem eine totale Ausgangssperre verhängt. Soldaten des israelischen Heimatfront-Kommandos versorgen die Bevölkerung mit Lebensmitteln. Die Abriegelungen von Bnei Brak und zahlreichen Jerusalemer Stadtteilen endeten am Sonntagabend.

 

Einschränkungen zum Ramadan, Gefallenengedenktag und Unabhängigkeitstag

Das israelische Kabinett hat am Mittwoch beschlossen, Feierlichkeiten und Gedenkveranstaltungen anlässlich des heute Abend beginnenden Fastenmonats Ramadan und der israelischen Feiertage Jom HaSikaron (Gefallenengedenktag) und Jom HaAzma‘ut (Unabhängigkeitstag) nächste Woche einzuschränken. Während des Ramadans müssen Geschäfte in Städten mit einer mehrheitlich muslimischen Bevölkerung zwischen 18 Uhr abends und 3 Uhr morgens geschlossen bleiben. Damit sollen Menschenansammlungen nach dem abendlichen Fastenbrechen verhindert werden. Am Jom HaSikaron, der am Montagabend beginnt, sind Besuche von Friedhöfen und Gedenkstätten dieses Jahr verboten. Verteidigungsminister Naftali Bennett nannte die Entscheidung „schmerzhaft, aber notwendig“. Israels Friedhöfe verzeichnen jedes Jahr rund 1,5 Millionen Besucher zum Jom HaSikaron. An diesem Tag gedenken Israelis ihrer in Kriegen gefallenen und bei Terroranschlägen getöteten Angehörigen. Die israelische Polizei wird Straßensperren errichten, um die Zufahrt zu den Friedhöfen einzuschränken. Sie hat aber bereits angekündigt, dass Familien, die sich dennoch Zugang verschafften, nicht daran gehindert würden.

Am Dienstagabend ab 20.00 Uhr Ortszeit geht der Gefallenengedenktag in die Feiern zum 72. Unabhängigkeitstag Israels über. Dieses Jahr wird die Bevölkerung aufgrund der Corona-Krise in ihren Häusern feiern müssen, da am Dienstagnachmittag eine Ausgangssperre in Kraft tritt, die bis Mittwochabend andauert. Israelis dürfen sich in dieser Zeit nur 100 Meter von ihrem Zuhause entfernen. Die übliche Flugschau der israelischen Luftwaffe wurde abgesagt.

 

Umfrage: Mehr israelische Araber sehen sich als „Israelis”

Aktuellen Umfrageergebnissen zufolge hat sich im vergangenen Jahr das Selbstverständnis der israelischen Araber bedeutsam verändert. Wie der Think-Tank Jewish People Policy Institute (JPPI) in seinem heute veröffentlichten „Pluralismus-Index“ für 2020 bekanntgab, betrachten sich 51% der arabischen Bürger Israels als „israelische Araber“, 23% als „Israelis“ und 7% als „Palästinenser“. Noch vor einem Jahr hatten sich 18% als „Palästinenser“ und 5% als „Israelis“ bezeichnet. Shmuel Rosner, einer der Urheber der Umfrage, sieht u.a. die Debatte um die Loyalität arabischer Staatsbürger, die während der Wahlkämpfe im vergangenen Jahr wiederholt geführt wurde, als eine Ursache dieser Veränderung. Avinoam Bar-Josef, Präsident des JPPI, vermutet, dass der Beitrag der im Gesundheitswesen beschäftigten israelischen Araber den Gemeinschaftssinn zwischen ihnen und ihren jüdischen Mitbürgern gefördert habe. Bei weiteren Fragen gaben 80% der arabischen Israelis an, sich in Israel „ziemlich“ oder „sehr wohl“ zu fühlen, bei den jüdischen Israelis waren es 90%. Gemischte arabisch-jüdische Wohngebiete jedoch lehnen sowohl 73% der Araber als auch 68% der Juden ab.

 

Terror: Israelischer Polizist verletzt, Anschlagspläne auf Stadion aufgedeckt

Ein israelischer Grenzpolizist (20) ist am Mittwoch bei einem Terroranschlag nahe der östlich von Jerusalem gelegenen Stadt Ma‘ale Adumim mittelschwer verletzt worden. An einem Kontrollpunkt rammte ein Palästinenser den Polizisten mit einem Lieferwagen, stieg aus und griff ihn mit einer Schere an. Andere Grenzpolizisten erschossen den Angreifer. Im Fahrzeug des Terroristen entdeckten die Polizisten eine Rohrbombe. Sie konnte entschärft werden. Im März verhafteten israelische Sicherheitskräfte drei palästinensische Terroristen, die Anschläge in Jerusalem und im Westjordanland (Judäa und Samaria) geplant hatten. Das gab Israels Inlandsgeheimdienst Schin Bet am Mittwoch bekannt. Die drei jungen Männer sollen Mitglieder einer der islamistischen Terrororganisation Hamas nahestehenden Studentenorganisation an der Universität Birzeit gewesen sein. Sie sollen ursprünglich einen Anschlag auf das Teddy-Stadion in Jerusalem, in dem über 30.000 Besucher Platz finden, geplant haben, verwarfen ihren Plan jedoch aufgrund der zu hohen Sicherheitsvorkehrungen. Stattdessen bereiteten sie Anschläge auf israelische Soldaten im Westjordanland vor. Dazu sollten mit Nägeln und Metallstücken bestückte Sprengsätze per Fernbedienung gezündet werden. Die drei Terroristen sollen auch bei anderen Anschlägen in den letzten Jahren beteiligt gewesen sein, gab der Schin Bet bekannt.

 

Berlin: Antisemiten stören Holocaustgedenken der israelischen Botschaft

Eine Gedenkveranstaltung der israelischen Botschaft in Berlin anlässlich des Jom HaSchoah ist von einen antisemitischen Vorfall überschattet worden. Bei der öffentlichen Videokonferenz am Montagabend, zu der die Botschaft eingeladen hatte, schalteten sich anti-israelische Aktivisten ein und störten das Gespräch mit dem Holocaustüberlebenden Zwi Herschel, indem sie u.a. Bilder Adolf Hitlers zeigten und antisemitische Slogans skandierten. Nach einer kurzen Unterbrechung konnte das Gespräch ohne die Störer fortgesetzt werden. Die israelische Botschaft geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Aktion nicht nur anti-israelisch, sondern gezielt antisemitisch motiviert war. Botschafter Jeremy Issacharoff erklärte: „Die Respektlosigkeit gegenüber dem Gedenken an den Holocaust und der Würde des Überlebenden ist eine unbeschreibliche Schande und zeigt das offen antisemitische Wesen der Aktivisten.“ Außenminister Heiko Maas nannte den Vorfall „eine unbeschreibliche Schande“ und eine „bodenlose Respektlosigkeit gegenüber den Überlebenden und dem Gedenken an die Verstorbenen.“ Die Botschaft erwägt, Anzeige gegen die Störer zu erstatten.

 

BDS, Antisemitismusvorwurf: Kritik an Ruhrtriennale

Juden in Deutschland und der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, kritisieren die Einladung des umstrittenen Historikers Achille Mbembe als Eröffnungsredner beim nordrhein-westfälischen Kulturfestival „Ruhrtriennale“. Der gebürtige Kameruner, der in Südafrika lebt, ist Unterzeichner der Kampagne „Academic Boycott of Israel“ (Akademischer Boykott Israels), die Teil der antiisraelischen BDS-Bewegung (Boykott, Kapitalentzug, Sanktionen) ist. In wissenschaftlichen Publikationen verglich Mbembe Israel mit dem Apartheidsystem Südafrikas. Das entspräche „einem bekannten antisemitischen Muster“, erklärte Klein. „Achille Mbembe hat in seinen Schriften das Existenzrecht Israels in Frage gestellt und überdies auch das Apartheidsystem Südafrikas mit dem Holocaust verglichen – was sich angesichts der beispiellosen Verbrechen in der NS-Zeit und insbesondere angesichts der historischen Verantwortung Deutschlands dafür, verbietet.“ Die jüdische Organisation „WerteInitiative“ (Berlin) forderte in einem offenen Brief an Ministerpräsident Armin Laschet und weitere Politiker die Ausladung Mbembes und die Absetzung der Intendantin Stefanie Carp. Sie wies darauf hin, dass Carp bereits 2018 eine Musikgruppe eingeladen hatte, die pro-BDS sei. Wenige Monate später verabschiedete Nordrhein-Westfalen einen Anti-BDS-Beschluss, der u.a. vorsieht, der Bewegung keine öffentlichen Gelder zukommen zulassen. Die Ruhrtriennale wird jedoch aus öffentlichen Mitteln finanziert. Aufgrund der Corona-Krise wurde sie am Dienstag abgesagt.


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Israel: Frist zur Regierungsbildung endet um Mitternacht

Die Frist zur Bildung einer Einheitsregierung des amtierenden Premierministers Benjamin Netanjahu und seines Herausforderers Benny Gantz läuft heute um Mitternacht aus. Staatspräsident Reuven Rivlin hatte am Montag eine Verlängerung um 48 Stunden gewährt, nachdem beide Seiten weiterhin keine Vereinbarung getroffen hatten. Die wesentlichen Streitpunkte sind die Annektierung von Gebieten in Judäa und Samaria (Westjordanland) und das von Netanjahus Likud-Partei geforderte Veto-Recht bei der Ernennung von Richtern. Medienberichten zufolge ist Gantz bereits von seinem Standpunkt zu Annektierungen abgerückt. Er besteht jedoch darauf, der Likud-Partei keinen größeren Einfluss auf die Justiz zuzugestehen. Sollten die beiden Seiten sich nicht bis Mitternacht einigen, wird Rivlin einen anderen Knesset-Abgeordneten mit der Regierungsbildung beauftragen. Er hat bereits angedeutet, nicht Netanjahu beauftragen zu wollen, sondern das Mandat dem israelischen Parlament (der Knesset) zu übergeben. Dann müssten die 120 Abgeordneten einen Kandidaten aus ihren Reihen benennen, den eine Mehrheit von mindestens 61 Abgeordneten unterstützt. Sollte dieser Versuch scheitern, wird es zum vierten Mal seit April 2019 zu Neuwahlen kommen. Am späten Montagabend bestätigten Gantz und Netanjahu, in ihren Gesprächen „erhebliche Fortschritte“ gemacht zu haben. Heute Abend werden beide Seiten noch einmal zu letzten Verhandlungen zusammenkommen.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für eine erfolgreiche Regierungsbildung. Beten wir, dass die beteiligten Politiker und Parteien sich in Demut und Weisheit um einen guten Kompromiss bemühen. Beten wir, dass Gottes Hand über den letzten Verhandlungen heute Abend wacht und dass sein Wille geschieht.

Foto: GPO/Haim Zach, Benjamin Netanjahu, Reuven Rivlin, Benny Gantz, Archivbild

 

Ultraorthodoxe Stadtteile Jerusalems abgeriegelt

Israels Oberster Gerichtshof hat am Dienstag einen Antrag gegen die Abriegelungen ultraorthodoxer Stadtteile Jerusalems abgewiesen. Bewohner des Jerusalemer Stadtteils Ramot, in dem sowohl säkulare als auch viele ultraorthodoxe Juden leben, beanstandeten, die Ausgangssperre verletzte Grundrechte und stigmatisiere ultraorthodoxe Juden. Israels Regierung hatte am Sonntag rund 20 Stadtteile Jerusalems, die meisten von ihnen mit einer mehrheitlich ultraorthodoxen Bevölkerung, abriegeln lassen. Anwohner dürfen ihren jeweiligen Stadtteil nur verlassen, um zur Arbeit zu gehen oder andere wichtige Termine wahrzunehmen. Rund 100 Straßensperren wurden errichtet, 1.000 Polizisten sind im Einsatz. In Jerusalem gibt es landesweit die meisten bestätigten Coronavirus-Fälle (2.258, Stand Dienstag), 75% der Infizierten wohnen in ultraorthodoxen Stadtteilen wie Mea Shearim, Har Nof, Romema und anderen. Bewohner der ultraorthodoxen Stadt Bnei Brak hatten vergangene Woche einen vergleichbaren Antrag gestellt, der ebenfalls abgelehnt wurde. Bnei Brak war vorübergehend vollständig vom Rest des Landes abgeschnitten, niemand durfte die Stadt betreten oder verlassen. Am Freitag wurde die Verordnung gelockert. Einwohner dürfen nun die Stadt wieder verlassen, um zu ihrem Arbeitsplatz zu gelangen oder aus vergleichbar wichtigen Gründen.

Arabisch-israelischer Stadt droht Abriegelung

Aktuellen Medienberichten zufolge erwägt das israelische Gesundheitsministerium die erste arabisch-israelische Stadt abzuriegeln. Im galiläischen Deir al-Asad wurde bei 23 der über 12.000 Einwohner das Coronavirus nachgewiesen. Die hohe Infektionsrate wurde festgestellt, nachdem am Montag in der benachbarten Stadt Karmiel ein Testzentrum eröffnet worden war. Behörden gehen von einer hohen Dunkelziffer in Deir al-Asad aus. Der Bürgermeister hat bereits seine Unterstützung der Abriegelung zum Ausdruck gebracht.

 

Coronavirus: Israel erwägt Aufhebung der Einschränkungen

Die israelische Regierung erwägt, erste Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus aufzuheben. Wie die israelische Zeitung Haaretz am Montag berichtete, wird der Nationale Sicherheitsrat der Knesset noch diese Woche einen Vier-Stufen-Plan zur Abstimmung vorlegen. Zunächst soll mit der Öffnung der Technologie- und Finanzindustrie begonnen werden sowie mit Teilen des Exports. Auch Vor- und Sonderschulen sollen wieder geöffnet werden. Anschließend ist die Öffnung des Einzelhandels, anderer Branchen und der Grundschulen vorgesehen. Als letztes sollen die Einschränkungen in der Unterhaltungsindustrie, bei Sport- und Großveranstaltungen sowie beim Tourismus aufgehoben werden. Die vier vorgesehenen Phasen sollen in Abständen von jeweils zwei Wochen erfolgen, um den Behörden eine bessere Einschätzung der aktuellen Situation zu ermöglichen. In Israel ist die Zahl der bestätigten Fälle von Coronavirus-Infektionen auf 12.200 gestiegen, 126 Menschen sind gestorben.

 

Tausende Israelis „adoptieren einen Doktor“

Über 10.000 Israelis haben sich der Initiative „Adopt a Doc“ („Adoptiere einen Doktor“) angeschlossen, um medizinischem Personal und ihren Familien während der Corona-Krise beizustehen. Während Ärzte, Krankenpfleger und andere Fachkräfte gegen das Coronavirus im Einsatz sind, kaufen Freiwillige Lebensmittel ein, kochen den zuhause gebliebenen Kindern warme Mahlzeiten, führen den Hund aus und sorgen dafür, dass sie nach Ende einer Spätschicht einen Parkplatz finden. „Wir möchten sicherstellen, dass unser medizinisches Personal versorgt ist, dass sich jemand um ihr persönliches Leben kümmert, damit sie sich auf ihre Arbeit konzentrieren und ihr Bestes geben können”, erklärte Initiatorin Karmon Scope, eine 44-jährige Start-up-Unternehmerin. Inzwischen hat Scope gemeinsam mit anderen Israelis aus der IT-Branche eine Webseite erstellt, auf der medizinische Fachkräfte mit Freiwilligen in Kontakt kommen. Rund 1.000 Freiwillige sind persönlich für jeweils einen Arzt oder einen Krankenpfleger verantwortlich. Mehrere tausend weitere Freiwillige sind anderweitig im Einsatz. „Es ist herzerwärmend, dass Menschen sich um uns sorgen“, erklärte Maayan Bacher, Ärztin einer Notaufnahme, deren Kinder dreimal die Woche von einer Freiwilligen bekocht werden.

 

Gaza: Hamas verhaftet Aktivisten nach Videokonferenz mit Israelis

Die islamistische Terrororganisation Hamas hat vergangene Woche sechs Friedensaktivisten der Organisation Gaza Youth Committee verhaftet, nachdem sie an einer Videokonferenz mit israelischen Aktivisten teilgenommen hatten. Die Terroristen, die seit 2007 den Gazastreifen beherrschen, werfen den Aktivisten „Verrat“ und „Normalisierung“ mit dem jüdischen Staat vor. Teilnehmer der Videokonferenz besprachen Themen wie die aktuelle Corona-Krise und brachten ihre Hoffnung auf eine bessere politische Führung für Israelis und Palästinenser zum Ausdruck. Eine palästinensische Journalistin und ehemalige Mitarbeiterin von Amnesty International soll die Behörden auf das Gespräch aufmerksam gemacht haben. Die Verhaftung der sechs Aktivisten hat in der palästinensischen Gesellschaft eine Debatte über Meinungsfreiheit ausgelöst. Kollaboration und sogar Kommunikation mit Israelis wird unter Palästinensern höchst kontrovers diskutiert. Während viele eine Normalisierung der Beziehungen zum jüdischen Staat ablehnen, sehen manche mehr Dialog als einen Schlüssel zum Frieden.


 


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Israelis feiern Seder-Abend

Millionen Israelis haben am Mittwoch den Auftakt des Passahfests im Schatten der Corona-Krise begangen. Der Seder-Abend, der traditionell mit der Großfamilie gefeiert wird und in dem das Weiterreichen der Traditionen von einer Generation zur nächsten im Mittelpunkt steht, musste dieses Jahr im engsten Familienkreis und zum Teil allein gefeiert werden. Weniger strenggläubige Familien waren über moderne Video-Technologien wie Zoom oder FaceTime miteinander verbunden, orthodoxe Juden jedoch dürfen an hohen Feiertagen keine elektronischen Geräte nutzen. In einzelnen Wohngebieten versammelten sich Familien vor ihrer Haustür, um ihre Nachbarn zu grüßen. Israelis in Mehrfamilienhäusern und Wohnblocks sangen traditionelle Passah-Lieder auf ihren Balkonen, andere ließen ihre Wohnungstüren geöffnet, damit Nachbarn, die von ihren Familien getrennt waren, auf diese Weise dem Verlauf des Abends folgen konnten. Die israelische Regierung hatte eine landesweite totale Ausgangssperre verhängt, die von Mittwochnachmittag bis zum heutigen Donnerstagmorgen in Kraft war. Wie die Polizei berichtete, hielt die Mehrheit der Bevölkerung sich an die Verordnung, mit der ein Neuausbruch der Coronavirus-Infektionen verhindert werden sollte. Aktuellen Meldungen zufolge stieg die Zahl der bestätigten Fälle in Israel auf über 9400, 73 Israelis sind an Covid-19 gestorben.

Foto: Wikipedia, Seder-Tisch, Symbolbild

AmboVent: Kostengünstiges Beatmungsgerät, Made in Israel

Israelische Forscher verschiedener Industriezweige haben ein Beatmungsgerät entwickelt, das schnell und kostengünstig produziert werden kann, und die Herstellungsanleitung frei zur Verfügung gestellt. „AmboVent” ist Beatmungsbeuteln nachempfunden, die Ersthelfer zur künstlichen Beatmung von Patienten in Krankenwagen einsetzen. Mit AmboVent ist die Regulierung des Beatmungsdrucks, der Atemfrequenz und des Spitzendrucks möglich. Die nötigen Bauteile können z.B. mit 3-D-Druckern hergestellt oder von Autos genommen werden, was die Produktion insbesondere in Entwicklungsländern vereinfacht. Wie die Jerusalem Post am Mittwoch berichtete, griffen innerhalb weniger Tage, nachdem die Bau- und Gebrauchsanleitung im Internet veröffentlicht wurde, über 100 Expertengruppen aus der ganzen Welt auf die Daten zu. Die Experten und Ingenieure u.a. aus den USA, dem Iran, Ägypten, Guatemala und Südafrika stehen in Kontakt mit den israelischen Entwicklern, um weitere Fragen zu klären, sagte Dr. Eitan Eliram, Koordinator des Projekts. An diesem waren neben Experten des Magen David Adom (Roter Davidstern) und Ärzten verschiedener israelischer Krankenhäuser auch Forscher der israelischen Luftwaffe, der israelischen Raumfahrtindustrie, des Softwareherstellers Microsoft, des Rüstungsunternehmens Rafael und Studenten der Robotik-Organisation FIRST Israel beteiligt.

 Israel: Covid-19-Behandlung mit Stromazellen erfolgreich 

Eine bisher nicht zugelassene israelische Methode zur Behandlung von Covid-19 hat sich vorläufigen Ergebnissen zufolge zu 100% erfolgreich erwiesen. Bei der vom israelischen Biotherapeutik-Unternehmen Pluristem Therapeutics entwickelten Methode wurden - im Rahmen von „Compassionate Use“ (der Einsatz nicht zugelassener Arzneimittel aus humanitären Erwägungen) - sechs schwer an Covid-19 Erkrankte eine Woche lang mit aus Plazenta gewonnenen Stroma-Zellen („PLX-Zellen“) behandelt. Die Patienten litten an akutem Atemversagen und Entzündungsreaktionen. Außerdem versagten bei vier Patienten weitere Organe. Wie die Jerusalem Post am Mittwoch berichtete, überlebten alle sechs Patienten Covid-19, bei vier Patienten konnte zudem eine Verbesserung der Atmung festgestellt werden, drei werden inzwischen von der künstlichen Beatmung entwöhnt. Beim Einsatz der PLX-Zellen von Pluristem kann einer Überreaktion des Immunsystems, die zu Lungenentzündung und Pneumonitis führen kann, entgegengewirkt werden. Die Wirksamkeit der PLX-Zellen ist bereits bei Studien an Tieren nachgewiesen worden. Pluristem will sich nun für klinische Studien zur Behandlung von Covid-19 auf multinationaler Ebene einsetzen.

Al-Kuds-Universität: Palästinenser entwickeln Beatmungsgerät

Ingenieure und Ärzte der Al-Kuds-Universität in Abu Dis haben ein voll-computerisiertes Beatmungsgerät entwickelt, dass mit auf dem heimischen Markt verfügbaren Komponenten hergestellt werden kann. Sollte sich der entwickelte Prototyp erfolgreich erweisen und die behördliche Zulassung erhalten, könnte damit die Knappheit an Beatmungsgeräten in palästinensischen Krankenhäusern zumindest teilweise behoben werden. Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge verfügen Krankenhäuser im Westjordanland (Judäa und Samaria) über 256, im Gazastreifen über 87 Beatmungsgeräte, von denen bis zu 90% bereits für Patienten, die nicht an Covid-19 erkrankt sind, verwendet werden. In den Palästinensergebieten gibt es aktuell 161 bestätigte Fälle von Coronavirus-Infektionen. Die meisten Infizierten bedürfen jedoch keiner intensivmedizinischen Behandlung. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Infizierten rapide zunehmen könnte, wenn zehntausende Palästinenser, die in israelischen Betrieben arbeiten, in den kommenden Wochen nach Hause zurückkehren. Sobald der entwickelte Prototyp die Zulassung für den heimischen Markt erhalten hat, will die Universität eigenständig die Produktion übernehmen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Geräte zu Produktionskosten verkauft würden. Imad Abu Kishk, Präsident der Al-Kuds-Universität, geht von Kosten zwischen 500 und 2000 US-Dollar pro Gerät aus (ca. 460-1800 Euro).


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