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Sukkot: Tausende Christen feiern Laubhüttenfest

 

Am Montag hat das 42. Laubhüttenfest der ICEJ mit einer Feier auf den Südtreppen des Tempelbergs in Jerusalem begonnen. „Unsere Freunde und Unterstützer auf der ganzen Welt wären so gerne dieses Jahr nach Jerusalem gekommen, um das Laubhüttenfest mit dem jüdischen Volk gemeinsam zu feiern“, sagte ICEJ-Präsident Dr. Jürgen Bühler. „Aber nun feiern wir das Fest mit täglichen Liveübertragungen aus Israel.“ Bühler predigte über das Thema des diesjährigen Festes „Die Tage des Elia“ und erläuterte anhand von 1. Könige 18,24-46, dass anhaltendes Gebet einer geistlichen Erweckung vorausgeht. Er ermutigte Christen weltweit, für eine neue Ausgießung des Heiligen Geistes in ihrer Nation zu beten. Shilo Ben Hod (Israel) leitete die bis jetzt rund 4.000 Teilnehmer aus aller Welt, darunter 334 aus Deutschland, 101 aus der Schweiz und 28 aus Österreich, im Lobpreis. Liedbeiträge von Sängern und Musikern aus Südafrika, Island, Taiwan, den Fidschi-Inseln und anderen Ländern sorgten für ein abwechslungsreiches und farbenfrohes Programm. Entsprechend der jüdischen Tradition, an Sukkot die Nationen zu segnen, beteten messianisch-jüdische und arabische Pastoren aus Israel für die sechs beim ICEJ-Laubhüttenfest vertretenen Kontinente. Zum Abschluss beteten junge Mitarbeiter der ICEJ-Hauptstelle in Jerusalem für Israel.

Foto: ICEJ, Erster Tag des ICEJ-Laubhüttenfests, v.l.n.r.: Mojmir Kallus, Tiffany Malilin, Dr. Jürgen Bühler

Grußworte israelischer Politiker

Ein besonderer Höhepunkt des ersten Tages war das Grußwort von Israels Staatspräsident Isaac Herzog, der sich bei Christen weltweit für ihre „unerschütterliche und andauernde Freundschaft“ bedankte, „trotz aller Herausforderungen, die jeder von Ihnen im letzten Jahr erlebt hat. Ich weiß, dass Sie trotz alledem weiterhin für Israel beten.“ In den kommenden Tagen werden weitere Grußworte von israelischen Politikern erwartet. Am heutigen Dienstag äußerte sich auch Premierminister Naftali Bennett anerkennend über die Freundschaft der ICEJ und ihrer Unterstützer. „Ihr freut euch über Israels Erfolge und steht an unserer Seite, wenn wir es am meisten brauchen. Das ist es, was Freundschaft wirklich bedeutet.“ Bühler zeigte sich erfreut über die Reaktionen in Israel. „Wir freuen uns darüber, dass die neue israelische Regierung während dieses Laubhüttenfestes Christen weltweit die Hand reicht. Noch nie haben so viele Politiker und Kabinettsmitglieder die Teilnehmer unseres Festes begrüßt wie in diesem Jahr. Das zeigt, dass die Bennett-Lapid-Regierung die Unterstützung Israels durch Christen weltweit versteht und schätzt. Insbesondere freuen wir uns über die herzlichen Grüße von Präsident Herzog, der im Laufe seiner politischen Karriere immer wieder proaktiv auf christliche Israelfreunde zugegangen ist.“ Die Grußworte von Präsident Isaac Herzog können Sie auf dem Youtube-Kanal der ICEJ-Deutschland ansehen. Es ist weiterhin möglich, sich zu unserem Online-Laubhüttenfest anzumelden

Durban-IV: 20 Nationen boykottieren antisemitische Konferenz

Mindestens 20 Nationen werden die am Mittwoch am Rande der UN-Vollversammlung stattfindende Durban-IV-Konferenz boykottieren. Die Konferenz wurde anlässlich des 20. Jahrestags der Weltkonferenz gegen Rassismus in Durban, auch unter dem Namen Durban-I bekannt, einberufen. Die Durban-I-Konferenz, die 2001 im südafrikanischen Durban stattfand, war zur Bekämpfung von Rassismus einberufen worden, artete jedoch unter dem Einfluss propalästinensischer Gruppen zu einer Plattform des Antisemitismus und Israelhasses aus. Unter anderem wurde Israel als Apartheid-Staat bezeichnet. Am Rande der Konferenz fanden antiisraelische Demonstrationen statt. Israel und die USA verließen die Konferenz damals als Ausdruck ihres Protests. In der abschließenden Erklärung wurde Israel als einziges Land explizit genannt, das sich des Rassismus schuldig machen würde. Auf der Durban-II-Konferenz 2009 in Genf war der damalige iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad als Ehrengast geladen. In seiner Rede bezeichnete Ahmadinedschad den „weltweiten Zionismus“ als „Personifizierung des Rassismus“. Für Israel ist der Boykott der diesjährigen Konferenz durch mindestens 20 Staaten ein großer diplomatischer Erfolg. Israels UN-Botschafter Gilad Erdan geht sogar von 31 Nationen aus. Es ist die höchste Zahl UN-Mitglieder, die der Konferenz je ferngeblieben sind. Zu den 20 Staaten, die ihren Boykott bislang offiziell bestätigt haben, gehören neben den USA, Kanada, Australien, Neuseeland und Israel ausschließlich europäische Staaten, u.a. Deutschland und Österreich.

Israel: Alle flüchtigen Terroristen gefasst

Israelische Sicherheitskräfte haben am Sonntag die verbliebenen zwei flüchtigen Terroristen festgenommen. Sie hatten sich nach Dschenin im Westjordanland (Judäa und Samaria) absetzen können und in dem Haus eines Fatah-Mitglieds versteckt. Bei der Verhaftung beteiligte Polizisten einer Anti-Terror-Einheit zeigten sich überrascht darüber, dass die Terroristen keinen Widerstand leisteten. Einer der Terroristen hatte sich noch am Vortag im Flüchtlingslager nahe der Stadt aufgehalten, das sowohl von den Sicherheitskräften Israels als auch der Palästinensischen Autonomiebehörde gemieden wird und als Hochburg des Palästinensischen Islamischen Dschihad (PIJ) gilt. Fünf der sechs Terroristen, die vor rund zwei Wochen aus dem Gilboa-Hochsicherheitsgefängnis ausgebrochen waren, sind PIJ-Kämpfer.

Hagen: Anschlag auf Synagoge verhindert

Ein 16-jähriger Syrer und drei weitere Personen sind am Donnerstag festgenommen worden, da sie unter Verdacht stehen, einen islamistischen Anschlag auf eine Synagoge in Hagen geplant zu haben. Medienberichten zufolge soll ein ausländischer Geheimdienst deutschen Behörden Hinweise auf einen bevorstehenden Anschlag gegeben haben. Der Jugendliche soll in einem Onlinechat gesagt haben, er plane einen Sprengstoffanschlag auf die Synagoge. Am Mittwoch sperrte die Polizei die Synagoge großräumig ab, der Gottesdienst anlässlich des höchsten jüdischen Feiertags Jom Kippur wurde abgesagt. Die Polizei setzte Spürhunde ein, konnte jedoch innerhalb und außerhalb des Gebäudes keine verdächtigen Gegenstände finden. Der Vorfall erinnert an den Terroranschlag auf die Synagoge in Halle 2019, als ein schwer bewaffneter rechtsradikaler Attentäter versuchte, an Jom Kippur die in der Synagoge versammelten jüdischen Beter zu ermorden. Der Attentäter Stephan B. wurde im Dezember 2020 zu lebenslanger Haft verurteilt.


Gantz: Israel könnte Iran-Atomabkommen akzeptieren

 

Israel wäre bereit, ein neues Atomabkommen mit dem Iran zu akzeptieren. Das sagte Verteidigungsminister Benny Gantz in einem Interview mit der US-amerikanischen Fachzeitschrift Foreign Policy, das am Dienstag veröffentlicht wurde. Ein Ministeriumssprecher erläuterte anschließend, Gantz befürworte nicht den Wiedereintritt der USA in das bestehende Abkommen, sondern das Aushandeln eines umfassenderen und stärkeren Abkommens. In der Vergangenheit wurde in Verteidigungskreisen wiederholt eine gewisse Akzeptanz des Atomabkommens signalisiert, jedoch bisher nie offiziell geäußert. Premierminister Naftali Bennett lehnt das Atomabkommen ab, versprach bei seinem Treffen mit US-Präsident Joe Biden im August in Washington jedoch, im Gegensatz zu seinem Amtsvorgänger Benjamin Netanjahu nicht öffentlich gegen die Verhandlungen der USA mit dem Iran vorzugehen. Im Gespräch mit Foreign Policy forderte Gantz von den USA einen „umsetzbaren Plan B“, um gemeinsam mit der EU, Russland und China auf politischer, diplomatischer und wirtschaftlicher Ebene Druck auf den Iran auszuüben, falls die Verhandlungen scheitern. Sollten die Weltmächte die nukleare Bewaffnung des Iran nicht verhindern können, würde dies zu einem „nuklearen Wettrüsten“ in der Region führen. Israel, erklärte er, habe seinen eigenen „Plan C“, der militärische Schritte beinhalte. Oppositionsführer Netanjahu kritisierte Gantz’ Äußerungen scharf. Israels neue Regierung sei eine „enorme Katastrophe“ für Israels Sicherheit. „Bennett, [Jair] Lapid und Gantz stürzen sich in ein gefährliches Atomabkommen, dass es dem Iran ermöglicht, Atomwaffen zu entwickeln“, sagte Netanjahu. Gantz äußerte sich auch zum Konflikt mit den Palästinensern und sprach von der Notwendigkeit, „zwei politische Gebilde“ zu haben, vermied es jedoch, von einem möglichen palästinensischen „Staat“ zu sprechen. Erstmals bezog er auch öffentlich Stellung zur Frage der Räumung jüdischer Ortschaften im Westjordanland (Judäa und Samaria). „Wir werden keine Siedlungen räumen“, sagte er. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas „träumt immer noch von den Grenzen von 1967. Das wird es nicht geben.“ Abbas müsse akzeptieren, „dass wir hier bleiben.“

Foto: GPO/Oded Karni, Benny Gantz, Archivbild

Time Magazine zählt Bennett zu den einflussreichsten Menschen der Welt

Israels Premierminister Naftali Bennett ist vom US-amerikanischen Time Magazine zu einer der einhundert einflussreichsten Personen der Welt ernannt worden. Die Time stellt diese Liste („Time 100“) jedes Jahr zusammen und führt darauf Personen, die die Welt beeinflussen, egal ob dieser Einfluss positiv oder negativ ist. Bennett wird in der Kategorie „Führungspersönlichkeiten“ aufgeführt. Der Begleittext, den üblicherweise eine ebenfalls prominente Person verfasst, stammt von Bennetts Koalitionspartner Mansour Abbas, Vorsitzender der islamistischen Ra’am-Partei. Darin lobt Abbas Bennetts „Mut“, den politischen Stillstand in Israel durchbrochen und eine „dramatische Veränderung“ bewirkt zu haben, nämlich die „zuvor unvorstellbare Zusammenführung von Linken und Rechten, Arabern und Juden, Religiösen und Säkularen“ in der neuen Koalitionsregierung. Bennett habe eine der „vielfältigsten Regierungen in Israels Geschichte“ zustande gebracht.

Covid-19: Mehr junge und ungeimpfte Israelis betroffen

In Israel sind am Dienstag 9.539 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Laut Gesundheitsministerium sind 40% von ihnen Kinder im Alter von elf Jahren oder jünger, 14% sind zwischen zwölf und 18 Jahre alt. Lediglich 4% der am Dienstag positiv Getesteten sind 60 Jahre oder älter. Die Zahl der aktiven Fälle liegt aktuell bei 82.227. Das sind knapp zehntausend weniger als am 2. September, als Israel die höchste Zahl (92.270) aktiver Fälle seit Beginn der Pandemie verzeichnete. 650 Israelis sind zurzeit schwer an Covid-19 erkrankt. 424 der schwer Erkrankten sind nicht geimpft, verglichen mit 144, die zweifach und 56, die dreifach geimpft sind. Somit stieg der Anteil ungeimpfter Patienten unter den schwer Erkrankten von 50% Ende August auf 65% Mitte September. Von allen impfberechtigten Israelis sind 17% nicht geimpft. Laut Gesundheitsministerium sind 67 der zurzeit schwer Erkrankten jünger als 40 Jahre, 64 von ihnen sind nicht geimpft. Die Gesundheitsbehörden gehen davon aus, dass die Zahl positiv Getesteter nach den Hohen Feiertagen wieder ansteigen wird, da zu erwarten ist, dass tausende Israelis an stark besuchten Veranstaltungen teilnehmen werden und zudem weniger gewillt sind, sich in dieser Zeit testen zu lassen.

Holon: Mehrfamilienhaus stürzt ein

Am Sonntag ist in der zentralisraelischen Stadt Holon ein Mehrfamilienhaus eingestürzt. Die 32 darin wohnenden Familien konnten rechtzeitig evakuiert werden. Am Samstag hörten Bewohner einen lauten Knall, woraufhin sich Risse in den Wänden abzeichneten und sich die Wohnungstüren nicht mehr öffnen ließen. Polizei und Feuerwehr ordneten die umgehende Räumung des Gebäudes an. Rund 30 Stunden später stürzte das Haus ohne Fremdeinwirkung in sich zusammen. Augenzeugen verglichen den Vorfall mit dem Einsturz eines Hochhauses im US-Bundesstaat Florida im Juni, bei dem 98 Menschen ums Leben gekommen waren. „Wir stehen vor diesen Ruinen und sehen, wie unser ganzes Leben eingestürzt ist. Unsere Erinnerungen und unser Hab und Gut sind weg“, sagte ein Familienvater. „Jetzt sind wir auf der Straße und haben keinen Ort, wo wir hingehen könnten.“ Die Ursache des Einsturzes ist bislang noch unklar. Es wird vermutet, dass eine tragende Säule nachgegeben hatte. Die Stadtverwaltung warnte, möglicherweise seien andere Gebäude ebenfalls einsturzgefährdet und forderte die Einwohner auf, an ihren Wohnhäusern auftretende Probleme umgehend zu melden.

Judo-Föderation bestraft anti-israelische Diskriminierung

Die Internationale Judo-Föderation (IJF) hat den algerischen Judoka Fethi Nourine, der sich während der Olympischen Spiele 2020 in Tokio weigerte, gegen einen Israeli anzutreten, für zehn Jahre von Wettbewerben ausgeschlossen. Auch sein Trainer wurde mit einem zehnjährigen Verbot belegt. Nourine zog sich noch am Eröffnungstag aus den Spielen zurück, nachdem er erfahren hatte, dass er gegen den Israeli Tohar Butbul antreten könnte. Er und sein Trainer sagten gegenüber der algerischen Presse, sie hätten dies aufgrund ihrer Unterstützung für die Palästinenser getan. Nourine ist dreifacher Gold-Medaillengewinner der Afrikanischen Judo-Meisterschaften. Die IFJ begründete ihre Entscheidung damit, dass Nourine und sein Trainer die Olympischen Spiele „mit böser Absicht“ als Plattform zur Verbreitung „politischer und religiöser Propaganda“ genutzt hätten. Dies stelle einen Verstoß gegen den Ethikkodex der IJF und gegen die Olympische Charta dar. Nourine hatte sich auch aus den Judo-Weltmeisterschaften 2019 zurückgezogen, um nicht gegen einen Israeli antreten zu müssen. Die Internationale Judo-Föderation ist bereits mehrmals gegen die Diskriminierung israelischer Sportler vorgegangen. Im April wurde der Iran für vier Jahre von der Föderation ausgeschlossen, da iranische Judokas wiederholt angewiesen worden waren, nicht gegen Israelis anzutreten.


Bennett trifft al-Sisi in Ägypten

Israels Premierminister Naftali Bennett hat am Montag den ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi in Scharm El-Scheich getroffen. Es ist der erste offizielle Besuch eines israelischen Regierungschefs in Ägypten seit 2011. Gesprächsthemen waren u.a. das iranische Atomprogramm und im Nahen Osten agierende pro-iranische Milizen, die Einmischung der Türkei im libyschen Bürgerkrieg und die Bedrohung durch islamistische Terrororganisationen. Bennett betonte auch Ägyptens „wichtige Rolle beim Erhalt der Sicherheit und Stabilität im Gazastreifen.“ Ägypten hat in der Vergangenheit immer wieder eine Vermittlerrolle in indirekten Gesprächen zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Terrororganisation Hamas eingenommen. Der Waffenstillstand, der den elftägigen Hamas-Raketenkrieg im Mai beendete, kam u.a. durch ägyptische Vermittlung zustande. Neben sicherheits- und wirtschaftspolitischen Themen besprachen die beiden Politiker auch „Wege, um die Beziehungen beider Länder weiter zu vertiefen und ihre Interessen zu fördern“, erklärte Bennett. Der Sprecher al-Sisis sagte, der ägyptische Präsident habe betont, sein Land unterstütze Friedensbemühungen zwischen Israel und den Palästinensern auf Grundlage der „Zwei-Staaten-Lösung“. Ungewöhnlich an dem Treffen zwischen Bennett und al-Sisi war, dass sowohl die ägyptische als auch die israelische Flagge aufgestellt war. Bei vergangenen Besuchen israelischer Politiker in Ägypten war ausschließlich die ägyptische Fahne zu sehen gewesen. Der Besuch des israelischen Premiers wurde außerdem vom Büro des ägyptischen Präsidenten offiziell bekanntgegeben und in ägyptischen Staatsmedien thematisiert. Am Montag ließ Israel erstmals seit Beginn der Corona-Krise den Grenzübergang Taba, zwischen Israel und der Sinaihalbinsel, wieder vollständig öffnen. Außerdem wurde bekannt, dass die nationale ägyptische Fluggesellschaft EgyptAir ab Oktober vier wöchentliche Flüge zwischen Kairo und Tel Aviv aufnehmen wird. Bisher bediente Air Sinai, eine Tochtergesellschaft von EgyptAir, einmal täglich diese Route mit unmarkierten Flugzeugen, d.h. ohne Logo oder Länderkennung.

Foto: GPO/Kobi Gideon, Naftali Bennett und Abdel Fattah al-Sisi in Scharm el-Scheich, 13.09.2021

Terroranschläge in Jerusalem, Gusch Etzion

Am Montag sind zwei Männer bei einem Terroranschlag nahe des Jerusalemer Busbahnhofs mittelschwer verletzt worden. In einem Laden stach ein Palästinenser (17), der aus Hebron stammen soll, mit einem Messer auf zwei Kunden ein. Eine herbeieilende Polizistin schoss auf den Terroristen und verletzte ihn schwer. Wenige Stunden zuvor hatte ein Terrorist (27) nahe Gusch Etzion (Judäa und Samaria) einen israelischen Soldaten, der am Straßenrand auf eine Mitfahrgelegenheit wartete, mit einem Schraubenzieher angegriffen. Ein weiterer Soldat schoss auf den Attentäter und verletzte ihn an der Hand. Am Freitag griff ein Palästinenser aus Ostjerusalem einen israelischen Grenzpolizisten nahe dem Tempelberg mit einem Messer an. Der Polizist schoss auf den Attentäter, der später seinen Verletzungen erlag. Medienberichten zufolge handelte es sich um einen 51-jährigen Arzt, der in der Vergangenheit u.a. in einem israelischen Krankenhaus nahe Tel Aviv gearbeitet hatte. Die Terrororganisationen Hamas und Palästinensischer Islamischer Dschihad erklärten, die aktuelle Welle der Gewalt sei vom rund eine Woche zurückliegenden Gefängnisausbruch „inspiriert“ worden. Terroristen im von der Hamas beherrschten Gazastreifen feuerten zwischen Freitag und Sonntag drei Raketen auf Israel. Alle drei Raketen wurden vom Abwehrsystem Iron Dome („Eisenkuppel“) abgefangen. Drei Israelis, darunter ein Kind, zogen sich leichte Verletzungen zu, als sie beim Aufsuchen eines Schutzbunkers stürzten. Die israelische Luftwaffe bombardierte Stellungen der Hamas.

Sicherheitskräfte in Alarmbereitschaft

Israelische Medien berichteten, dass Israels Polizei und der Inlandsgeheimdienst Schin Bet letzte Woche mehrere Anschläge, einschließlich eines „größeren“ Anschlags, vereiteln konnten. Genauere Informationen sind nicht bekannt. Die Sicherheitskräfte sind weiterhin in Alarmbereitschaft aus Sorge vor weiteren möglichen Anschlägen während Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, der am Mittwochabend beginnt. In Jerusalem sind rund 2.000 zusätzliche Polizisten im Einsatz.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für ein Ende der Terroranschläge und Raketenangriffe. Beten wir, dass Israel die jüdischen Hohen Feiertage in Frieden und Sicherheit begehen kann. Beten wir auch für die Palästinenser, dass sie eine Führung erhalten, die sich für eine friedliche Koexistenz mit Israel einsetzt.

Gefängnisausbruch: Israel fasst vier flüchtige Terroristen

Israelische Sicherheitskräfte haben vier der sechs Terroristen, die vergangene Woche aus dem Gilboa-Hochsicherheitsgefängnis in Galiläa ausgebrochen waren, gefasst. Zwei Terroristen wurden in Nazareth, zwei in Schibli-Umm al-Ghanam, nahe des Tabor-Bergs, festgenommen. Ersten Ermittlungen zufolge hatten die Flüchtigen zunächst Bewohner mehrerer arabisch-israelischer Ortschaften gebeten, ihnen Unterschlupf zu gewähren und ihnen dabei zu helfen, nach Dschenin (Westjordanland) zu gelangen. Diese verweigerten ihnen jedoch die Hilfe, einige informierten stattdessen die Polizei. Insgesamt sollen sich vergangene Woche dutzende arabische Israelis bei der Polizei mit Hinweisen gemeldet haben. Omer Barlev, Israels Minister für Öffentliche Sicherheit, bestätigte die Mithilfe arabischer Bürger bei der Fahndung nach den Flüchtigen und bedankte sich bei „allen verantwortungsvollen Bürgern“. Medien berichteten, viele Palästinenser im Westjordanland und im Gazastreifen, wo der Gefängnisausbruch gefeiert wurde, seien „schockiert“ über die fehlende Bereitschaft seitens arabischer Israelis, den Flüchtigen zu helfen. Einige forderten die Bewohner Nazareths auf, gegen die angeblichen Informanten vorzugehen. Nach den zwei weiteren Terroristen wird noch gefahndet.

Stuttgart: Oppenheimer-Auszeichnung verliehen

In Stuttgart ist am Montag im Rahmen des Empfangs anlässlich des jüdischen Neujahrfests die Joseph-Ben-Issachar-Süßkind-Oppenheimer-Auszeichnung verliehen worden. Preisträger sind die Soziologin Prof. Dr. Julia Bernstein (Frankfurt University of Applied Sciences) und der Pfarrer Dr. Michael Volkmann (Evangelische Landeskirche Württemberg). Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre von der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg (IRGW) und dem Landtag von Baden-Württemberg vergeben, um herausragendes Engagement in Wissenschaft und Publizistik gegen Minderheitenfeindlichkeit und Vorurteile zu würdigen. Dr. Bernstein wurde geehrt für ihre Antisemitismus-Forschungen, Dr. Volkmann für seinen Beitrag zum jüdisch-christlichen Dialog. Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne), Prof. Barbara Traub, IRGW-Vorstandssprecherin und Vorstandsmitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland, sowie Zentralratsvizepräsident Abraham Lehrer sprachen Grußworte. Die Preisträger wurden von Prof. Dr. Doron Kiesel, Bildungsabteilung des Zentralrats der Juden, und Dr. Michael Blume, Antisemitismusbeauftragter Baden-Württembergs, vorgestellt. Kinder der Kindestagesstätte und der Jüdischen Grundschule der IRGW bereicherten den Abend mit sympathischen Lied- und Gedichtvorträgen.

Israel begeht Jom Kippur

Am Mittwochabend beginnt Jom Kippur (Versöhnungstag), der heiligste jüdische Feiertag. Mit Fasten und Gebet bitten Juden um Gottes Vergebung für die Sünden des vergangenen Jahres. Jom Kippur findet zehn Tage nach Rosch HaSchana, dem jüdischen Neujahrsfest, statt und bildet den Abschluss der dazwischen liegenden zehn Tage der Reue und Umkehr zu Gott. Nicht nur religiöse Israelis verzichten während des 25 Stunden dauernden Fastentages auf Essen und Trinken und nutzen den Tag zum Gebet oder für eine intensive Prüfung ihres Lebens. Das öffentliche Leben in Israel steht an Jom Kippur still, jüdische Restaurants und Geschäfte bleiben geschlossen, die Straßen sind nahezu autofrei. Kinder fahren auf den sonst verkehrsreichen Straßen begeistert Fahrrad. Nachdem Ägypten und Syrien 1973 an Jom Kippur einen Überraschungsangriff gegen Israel starteten, gibt es im jüdischen Staat „stilles Radio und Fernsehen“. Die Sender sind den ganzen Tag stumm, können aber im Ernstfall ohne Einschalten Meldungen senden.


Israel feiert Rosch HaSchana

Israel feiert seit Montagabend bis zum heutigen Mittwoch Rosch HaSchana, den Beginn des jüdischen Jahres 5782. Anlässlich des Neujahrsfests hat Israels Zentrales Statistikamt aktuelle Daten über die Bevölkerungsentwicklung des jüdischen Staates veröffentlicht. Demnach leben heute 9.391.000 Menschen in Israel. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Bevölkerung um 146.000 Personen (1,6%) gewachsen. 172.000 Babys wurden geboren, 48.000 Personen sind gestorben. 19.676 Personen sind nach Israel eingewandert, 56% von ihnen stammten aus der ehemaligen Sowjetunion, 12,2% aus Frankreich und 11,7% aus den USA. 6,94 Millionen Einwohner Israels sind Juden (74%), 1,98 Millionen Araber (21%) und 466.000 Personen gehören anderen ethnischen Gruppen an (5%). Vom jüdischen Bevölkerungsteil betrachten sich 44,8% als säkular, 20,5% als traditionell aber nicht sehr religiös, 12,5% als traditionell-religiös, 11,7% als religiös und 10% als ultraorthodox.

Weltweit 15,2 Millionen Juden

Die jüdische Bevölkerung weltweit ist im vergangenen Jahr um rund 100.000 Personen auf 15,2 Millionen angestiegen. Das geht aus Zahlen hervor, die die Jewish Agency (Israels Einwanderungsbehörde) veröffentlichte. Weiterhin leben die meisten Juden, rund 8,2 Millionen, außerhalb Israels. In den USA leben sechs Millionen Juden, gefolgt von Frankreich (446.000), Kanada (393.500), Großbritannien (175.000), Argentinien (175.000), Russland (150.000), Deutschland (118.000), Australien (118.000) und Brasilien (91.500). Rund 27.000 Juden leben in muslimischen Ländern, u.a. in der Türkei (14.500), im Iran (9.500), in Marokko (2.000) und in Tunesien (1.000). Die Zahlen der Jewish Agency berücksichtigen Personen, die sich selbst als „jüdisch“ betrachten, unabhängig davon, ob sie jüdischen Gemeinden angehören oder gemäß des jüdischen Religionsgesetzes als jüdisch gelten. Weltweit könnten rund 25,3 Menschen gemäß des israelischen Rückkehrgesetzes Alijah (Einwanderung nach Israel) machen.

Foto: ICEJ, Jaffastraße in Jerusalem, Symbolbild

Gefängnisausbruch: Israel fahndet nach sechs Terroristen

Sechs palästinensische Terroristen sind am Montagmorgen aus dem Gilboa-Hochsicherheitsgefängnis, zwischen Beit Schean und Afula gelegen, ausgebrochen. Die israelische Polizei, unterstützt durch die Armee und den Inlandsgeheimdienst Schin Bet, fahndet weiterhin nach den Flüchtigen. Die sechs Männer, ein Kommandant der Al-Aksa-Märtyrer-Brigaden, der eine Schlüsselrolle während der Zweiten Intifada spielte, und fünf Mitglieder des Palästinensischen Islamischen Dschihads (PIJ), gelten als hochgefährlich. Vier von ihnen saßen wegen Beteiligung an tödlichen Anschlägen gegen Israelis lebenslange Haftstrafen ab. Offenbar konnten die Männer unbemerkt ein Loch in der Toilette ihrer Zelle graben. Von dort gelangten sie über Schächte unterhalb des Gefängnisses, das von Pfeilern getragen wird, nach draußen. Israelische Medien berichteten über eine Reihe von Sicherheitslücken, die die Flucht begünstigt haben könnten. Unter anderem sollen die Baupläne des Gefängnisses auf der Internetseite der Baufirma öffentlich einsehbar gewesen sein. Außerdem waren drei der am Montag Geflüchteten 2014 an einem ähnlichen Fluchtversuch beteiligt gewesen, der jedoch rechtzeitig aufgedeckt wurde. Israels Sicherheitsdienste gehen nicht davon aus, dass ein Terroranschlag unmittelbar bevorsteht. Dennoch wird befürchtet, dass die sensationelle Flucht, die im Gazastreifen und in den Palästinensergebieten im Westjordanland (Judäa und Samaria) gefeiert wurde, Terrororganisationen neuen Zulauf und eine neue Popularität bescheren könnte. Israel geht davon aus, dass die Terroristen versuchen werden, sich nach Jordanien abzusetzen, oder sich in Dschenin, aus dessen Umgebung alle sechs stammen, zu verstecken.  

Corona: Israels Gesundheitsminister erwartet rückläufige Zahlen

Israels Gesundheitsminister Nitzan Horowitz erwartet, dass die aktuelle Corona-Welle bald zurückgehen wird, trotz der weiterhin hohen Zahl positiv Getesteter, des Schuljahresbeginns am 1. September und der anstehenden jüdischen Hohen Feiertage. Er verwies darauf, dass die Zahl der schwer Erkrankten rückläufig sei, und warnte vor „Panikmache”. „Wir handeln verantwortungsvoll. Wir bekämpfen die Ausbreitung des Virus, aber zur gleichen Zeit wollen wir das Land geöffnet lassen.“ Am Sonntag wurden 5.810 Personen, am Samstag 9.739 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. In den vier vorangegangenen Tagen waren jeweils über 10.000 neue Fälle bestätigt worden. Die Zahl der aktiven Fälle liegt aktuell bei 84.218. Die Zahl der schwer Erkrankten sank auf 677. Seit Beginn der Pandemie wurden in Israel 1.112.744 Personen positiv getestet, 7.205 sind mit oder an dem Coronavirus gestorben. Für die Gottesdienste anlässlich der jüdischen Feiertage Rosch HaSchana, Jom Kippur und Sukkot wurden die Besucherzahlen in Synagogen auf 50 Teilnehmer begrenzt. Bei Gottesdiensten mit mehr als 50 Teilnehmern gilt die 3G-Regel (in Israel „Grüner Pass“ genannt). Öffentliche Veranstaltungen sind auf 1.000 Teilnehmer in geschlossenen Räumen und 5.000 Teilnehmer im Freien begrenzt. Weitere Einschränkungen sind nicht geplant.

Herzog trifft Abdullah II. in Amman

Israels Staatspräsident Isaac Herzog hat vergangene Woche König Abdullah II. in Amman getroffen. Das Treffen war auf Einladung des Monarchen erfolgt. „Jordanien ist ein sehr wichtiges Land. Ich habe großen Respekt für König Abdullah, der ein sehr wichtiger Akteur in der Region ist“, sagte Herzog nach seinem Besuch. Gegenstand der Gespräche zwischen Abdullah und Herzog seien Energieversorgung, Nachhaltigkeit und die Verbesserung der Beziehungen beider Länder gewesen. Herzog sagte, er plane, weitere Staatschefs in der Region zu treffen. „Ich denke es ist sehr wichtig für die strategischen und diplomatischen Interessen Israels, mit jedem in Dialog zu treten.“ Im Juli traf sich bereits Premierminister Naftali Bennett mit Abdullah, im Februar war Verteidigungsminister Benny Gantz in Jordanien. Das inzwischen dritte hochrangige Treffen zwischen der israelischen und jordanischen Führung wurde von den israelischen Medien als Zeichen der Annäherung bewertet, insbesondere da das Verhältnis zwischen Abdullah und dem ehemaligen Premierminister Benjamin Netanjahu als sehr schlecht galt.

Beerschewa: Siamesische Zwillinge erfolgreich getrennt

Erstmals in der Geschichte Israels haben Ärzte siamesische Zwillinge erfolgreich trennen können. Die beiden Mädchen, im August 2020 geboren, waren an ihren Hinterköpfen zusammengewachsen. „Dies war eine seltene und komplexe Operation, die weltweit erst 20 Mal vorgenommen wurde, und nun zum ersten Mal in Israel“, sagte Mickey Gideon, leitender pädiatrischer Neurochirurg des Soroka-Krankenhauses in Beerschewa. „Es war komplizierter als man sich vorstellen kann. Die Mädchen waren am Hinterkopf zusammengewachsen und hatten dort weder Haut noch eine Schädeldecke“, erklärte Dr. Isaak Lazar, Direktor der Pädiatrischen Intensivstation. „Es war sehr heikel, da die Operation entlang wichtiger Blutgefäße erfolgte. Eine einzige Blutung hätte katastrophale Folgen gehabt.“ Mithilfe israelischer Technologie wurden dreidimensionale Modelle der Köpfe erschaffen, an denen die Ärzte den Eingriff üben konnten. Bevor die Operation durchgeführt werden konnte, musste die Kopfhaut der Mädchen gedehnt werden. Dazu platzierten die Ärzte Silikonbeutel zwischen die Schädeldecke und die Kopfhaut. Diese wurde regelmäßig mit sterilem Wasser aufgefüllt und somit vergrößert, bis die Kopfhaut ausreichend gedehnt war. „Die Operation der Trennung dauerte zwölf Stunden, anschließend teilten sich die Ärzte in zwei Teams auf, rekonstruierten die Schädeldecke bei jedem Mädchen und schlossen die Kopfhaut“, erklärte Lazar. „Am nächsten Tag begannen sie selbstständig zu atmen und heute konnten sie sich zum ersten Mal sehen, was einfach nur wunderschön war!“ Die Mädchen werden nun Physiotherapie erhalten, um zu lernen, ihre Köpfe zu bewegen, was sie bisher nicht tun konnten. Dr. Lazar geht davon aus, dass sie mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ ein normales Leben führen werden.

Knesset: Neuer Haushaltsplan passiert erste Lesung

Der israelische Haushaltsplan für 2021-2022 hat am Donnerstag die erste Lesung in der Knesset passiert. Es war das erste Mal seit 2018, dass eine Mehrheit der israelischen Parlamentarier einem neuen Budget ihre Zustimmung gab. Die insgesamt vier Gesetze werden nun vom Finanzausschuss der Knesset geprüft werden, bevor sie bis spätestens 4. November zwei weitere Abstimmungen durchlaufen müssen, um in Kraft zu treten. „Dieser Haushalt stärkt die Sicherheit und das Gesundheitswesen und schützt das Einkommen der israelischen Bürger“, sagte Premierminister Naftali Bennett nach der Abstimmung. Er sei „stolz, wie Meinungsverschiedenheiten durch guten Willen und echte Partnerschaft gelöst wurden.“ Finanzminister Avigdor Lieberman sprach vom „sozialsten Haushalt in der Geschichte des Landes.“ Oppositionsführer Benjamin Netanjahu hingegen kritisierte das Budget. „Es beinhaltet Einschnitte und Steuererhöhungen. Ihr schadet den Landwirten, den sozial Schwachen, der Mittelschicht.“ Der Haushaltsplan sieht Ausgaben in Höhe von 432 Milliarden Schekel (rund 114 Milliarden Euro) für 2021 und 452 Milliarden für 2022 (rund 119 Milliarden Euro) sowie zahlreiche Reformen vor. Unter anderem sollen die Kaschrut-Regelungen (Koscher-Zertifizierungen), die aktuell dem israelischen Oberrabbinat obliegen, verändert werden. Private Agenturen sollen dann Lebensmittelherstellern und Gastronomen, die die Vorgaben des Oberrabbinats einhalten, ebenfalls das wichtige Kaschrut-Siegel erteilen dürfen. Außerdem soll der Warenimport vereinfacht werden. Waren, die EU- oder US-Standards entsprechen, sollen ohne zusätzliche israelische Genehmigung importiert werden können. Ausgenommen davon sind Babynahrung und Fleischprodukte. Auch für landwirtschaftliche Erzeugnisse sollen die Importregelungen gelockert werden, um Lebensmittelpreise zu senken. Landwirte kritisierten diese Reform und befürchten, dass sie ihre Lebensgrundlage zerstören könnte. Auch soll das Renteneinstiegsalter für Frauen im Laufe der nächsten elf Jahre von 62 auf 65 Jahre angehoben werden.

Kirjat Arba: Palästinenser retten jüdische Frau

Drei Palästinenser sind vergangene Woche einer jüdischen Autofahrerin (36) zu Hilfe gekommen, die nahe Hebron infolge von Steinwürfen mehrere Verletzungen erlitten hatte. Die Mutter von sechs Kindern fuhr mit ihrem Auto in Richtung Kirjat Arba, ein Vorort Hebrons (Judäa und Samaria), als eine Gruppe Palästinenser sie vom Straßenrand aus mit Steinen attackierte. Sie erlitt u.a. eine Kopfwunde und verlor kurzzeitig die Kontrolle über ihr Fahrzeug. „Ich versuchte, die Polizei und einen Krankenwagen anzufordern, aber mein Telefon hatte keinen Empfang“, berichtete sie. Drei palästinensische Passanten, darunter ein Arzt, eilten ihr zu Hilfe, konnten die Blutungen an ihrem Kopf stoppen und über das palästinensische Telefonnetz Rettungskräfte anfordern.

Shalom Shtamberg: Letzter Überlebender des Warschauer Ghettos gestorben

Shalom Shtamberg, einer der wohl letzten Überlebenden des Warschauer Ghettos und der letzte Überlebende des KZ Bisingen, ist Ende August im Alter von fast 96 Jahren gestorben. Shalom wurde in Polen geboren. 1940 zwangen die Nationalsozialisten ihn und seine Familie, ins Warschauer Ghetto „umzuziehen“. Als ihm bewusst wurde, dass er das Leid und den Hunger dort nicht überleben würde, flüchtete er. Nachdem er sich einige Zeit unentdeckt durchschlagen konnte, wurde er verhaftet und ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Es folgten weitere Deportationen in die Konzentrationslager Buchenwald, Bisingen und Dachau. Unter unmenschlichen Bedingungen musste Shalom schwere Zwangsarbeit leisten. Nach seiner Befreiung 1945 erfuhr er, dass seine Eltern und Geschwister in Auschwitz ermordet worden waren. Insgesamt verlor er 150 Angehörige im Holocaust. Dass er selbst überlebte, erklärte Shalom mit den Worten: „Gott hat gewollt, dass jemand am Leben bleibt, damit er erzählen kann, was geschehen ist.“ Shalom und seine Frau Zelda lebten in der Nachbarschaft des Haifa-Heims für Holocaustüberlebende der ICEJ. Beide waren dem Haifa-Heim sehr verbunden und nahmen regelmäßig an gemeinsamen Aktivitäten sowie Gedenkveranstaltungen teil. Mitarbeiter des Haifa-Heims begleiteten die beiden zu Arztbesuchen und standen ihnen mit viel praktischer Hilfe zur Seite. Shalom sprach regelmäßig vor Besuchergruppen des Museums im Haifa-Heim. Im Alter von 93 Jahren feierte er seine Bar Mitzwa im Beisein von rund 200 Gästen. In den letzten Monaten verschlechterte sich sein Gesundheitszustand rapide, er erkrankte an einer Lungenentzündung und verlor sehr viel Gewicht. Shalom war ein sehr freundlicher und gutmütiger Mensch. Er wird den Bewohnern und dem Team des Haifa-Heims sehr fehlen.

Shaloms Überlebensgeschichte wurde von FASZINATION ISRAEL dokumentiert.


Gaza-Grenze: Krawalle dauern an

Am Gaza-Grenzzaun ist es am Dienstagabend den vierten Tag in Folge zu Krawallen gekommen. Palästinenser, die sogenannten „Verwirrungseinheiten“ angehören, ließen brennende Autoreifen auf israelische Soldaten entlang des Grenzzauns rollen und bewarfen sie mit selbstgebasteltem Sprengstoff. Die „Verwirrungseinheiten“ gehören nicht offiziell zur im Gazastreifen herrschenden islamistischen Terrororganisation Hamas, werden jedoch von ihr geduldet. Ihr Ziel ist es, israelische Sicherheitskräfte zu belästigen und unter der israelischen Zivilbevölkerung Angst und Verwirrung zu stiften. Dazu setzten sie in der Vergangenheit Lautsprecher ein, um Südisrael mit Tonaufnahmen von Raketenalarm zu beschallen. Seit knapp zwei Wochen kommt es entlang der Gaza-Grenze immer wieder zu Ausschreitungen. Palästinensischen Angaben zufolge ist dabei ein 13-jähriger Junge tödlich verletzt worden. Ein israelischer Grenzpolizist (21), der durch einen Kopfschuss lebensgefährlich verletzt wurde, erlag am Montag seinen Verletzungen. In der Nacht von Samstag auf Sonntag schickten Terroristen erneut mit Brandsätzen bestückte Terror-Ballons nach Südisrael und verursachten zwei Brände. „Wenn die Ruhe in Südisrael nicht wiederhergestellt wird, werden wir nicht zögern, eine erneute Militäraktion [gegen Terroristen im Gazastreifen] zu starten“, warnte Israels Generalstabschef Aviv Kochavi. „Das Leben der Menschen im Gazastreifen könnte sich deutlich verbessern, aber nicht solange diese terroristischen Handlungen weitergehen.“ Am Dienstag genehmigte Israel die Einfuhr dutzender Lkw-Ladungen Baumaterial in den Gazastreifen. Laut palästinensischen Informationen ist der Betrieb am Warengrenzübergang Kerem Schalom fast wieder auf dem gleichen Niveau wie vor dem Hamas-Raketenkrieg im Mai. Nachdem die Hamas mehr als 4.000 Raketen auf Israel abgefeuert hatte, beschränkte Israel Warenlieferungen nach Gaza auf rein humanitäre Hilfe und begrenzte Mengen von Treibstoff.

Foto: Pixabay, Krawalle am Gaza-Grenzzaun, Archivbild

Israel: Polizei-Spezialeinheit für arabische Städte

Israels Polizei hat am Dienstag eine neue Spezialeinheit vorgestellt, die Kriminalität und Gewaltverbrechen in arabisch-israelischen Städten bekämpfen soll. Der „Sinai-Einheit“ gehören 45 verdeckte Ermittler an. Arabisch-israelische Städte und Ortschaften werden seit Jahren von einer wachsenden Gewaltwelle erschüttert. Seit Jahresbeginn sind 66 arabische Israelis und zwölf Palästinenser, die sich in Israel aufhielten, ermordet worden. In den meisten Fällen geht die Polizei von organisiertem Verbrechen, wie z.B. Schutzgelderpressung, als Motiv aus. Am Dienstag wurde ein 57-jähriger Familienvater vor seiner Haustür in Haifa von Unbekannten erschossen. Am Wochenende wurden vier arabische Israelis im Alter von 18 bis 26 Jahren innerhalb von 48 Stunden ermordet. Die Ermittler vermuten, dass Familienfehden der Hintergrund der Morde sein könnten. „Wir haben die Kontrolle verloren“, sagte ein anonymer Polizeibeamter gegenüber israelischen Medien. „Wir reagieren immer nur mit Verspätung auf diese Vorfälle. Der nächste Mord ist nur eine Frage der Zeit.“ Einem Knesset-Bericht von 2020 zufolge gibt es in Israel rund 400.000 illegale Waffen, von denen die meisten in arabischen Ortschaften vermutet werden. Arabische Israelis haben der Polizei wiederholt Untätigkeit angesichts der hohen Kriminalitätsrate in ihren Ortschaften vorgeworfen.

Gantz trifft Mahmud Abbas

Israels Verteidigungsminister Benny Gantz hat am Sonntag Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Ramallah getroffen. Es war das erste Treffen hochrangiger Politiker beider Seiten seit 2010. Dem Büro des Verteidigungsministers zufolge soll es dabei um Sicherheitsfragen und um die Stärkung der schwächelnden Wirtschaft in den von der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) kontrollierten Gebieten gegangen sein. „Je stärker die PA ist, desto schwächer wird die Hamas sein“, erklärte Gantz. Er kündigte an, Israel werde der PA einen „Kredit“ in Höhe von 500 Millionen Schekel (ca. 132 Millionen Euro) zur Verfügung stellen. Im vergangenen Jahr schrumpfte die Wirtschaft im Westjordanland um 11,5%. Außerdem ist 2021 die internationale Unterstützung für den PA-Haushalt im Vergleich zu 2019 um rund 90% zurückgegangen. Justizminister Gideon Sa’ar kritisierte Gantz‘ Treffen mit Abbas, da dieser „den Familien von Terroristen Gehälter zahlt.“ Sein Parteifreund, Kommunikationsminister Joas Hendel, wies darauf hin, dass die aktuelle Koalitionsregierung zahlreiche politische Richtungen vertrete und daher eigenständige Schritte von der einen oder anderen politischen Seite problematisch seien. Er persönlich lehne ein Treffen mit Abbas ab, denn „er leugnet den Holocaust und zahlt Terroristen Gehälter. Er ist kein Partner“ für Israel. Das Büro des Premierministers bestätigte, das Treffen zwischen Gantz und Abbas sei mit Premierminister Naftali Bennett abgestimmt gewesen. Dabei habe es sich lediglich um Sicherheitsfragen gehandelt. „Es gibt keine diplomatischen Verhandlungen mit den Palästinensern, noch wird es dergleichen geben.“

Libanon: Haftstrafen für Kontakte mit Israel

Ein libanesisches Militärtribunal hat Ende August vier Libanesen wegen Kontakten zu Juden bzw. Israel zu Haftstrafen verurteilt. Dr. Jamal Rifi, ein in Australien lebender Arzt, wurde in Abwesenheit wegen „Normalisierung mit Israel“ zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt. Rifi arbeitet mit einer jüdischen Organisation in Sydney, die u.a. kranken palästinensischen Kindern aus dem Gazastreifen und dem Westjordanland hilft, eine medizinische Behandlung in Israel zu erhalten. „Das libanesische Militärtribunal hat mich zu zehn Jahren Haft verurteilt, weil ich angeblich ein Kollaborateur und Verräter bin“, sagte Rifi. „Ich bin wirklich erschüttert und es lenkt sehr von der Arbeit ab, die ich hier tue.“ Er vermutete, das eigentliche Motiv seiner Verurteilung sei, seinem Bruder Aschraf Rifi, ehemaliger Justizminister des Libanons und ein Kritiker der schiitisch-libanesischen Terrororganisation Hisbollah, zu schaden. Sollte Dr. Rifi wieder in den Libanon einreisen, würde er sofort verhaftet und inhaftiert werden. Drei weitere Libanesen wurden zu fünf, drei und zwei Jahren Haft verurteilt, u.a. wegen „Kontakten zum israelischen Feind“ und wegen „Kommunikation und Emailaustausch mit dem israelischen Feind“. Israel und der Libanon befinden sich seit 1948 offiziell im Krieg. Libanesen ist jeglicher Kontakt zu Israel oder Israelis, sei es persönlich, telefonisch oder online, strengstens untersagt.

BriLife: Israelischer Impfstoff bietet hohen Schutz

Eine hohe Dosis des in Israel entwickelten Covid-19-Impfstoffes „BriLife“ soll längeren Schutz gegen das Coronavirus als andere Impfstoffe bieten. Darauf deutet die Phase II der klinischen Tests hin, die zurzeit durchgeführt werden. Demnach waren 230 Freiwillige, die die höchstmögliche Dosierung von BriLife verabreicht bekommen hatten, auch sechs Monate nach der Zweitimpfung ausreichend gegen das Virus geschützt. Personen, die eine mittlere oder geringe Dosis erhalten hatten, wurde eine Drittimpfung mit dem in Israel gängigen Pfizer/BioNTech-Impfstoff empfohlen. BriLife, ein Vektorimpfstoff, wird seit Februar 2020 vom Israelischen Institut für Biologische Forschung (IIBR), ein Regierungsinstitut für Verteidigungsforschung, entwickelt. Im Juli 2021 unterzeichnete das IIBR eine Absichtserklärung mit NRx Pharmaceuticals über die weltweite Entwicklung und den Vertrieb des Impfstoffes. Das in den USA ansässige Pharmaunternehmen hat inzwischen in Georgien mit der Phase IIb der klinischen Tests begonnen, anschließend soll der Impfstoff in der Phase III an zehntausenden Freiwilligen in Georgien, der Ukraine und Israel getestet werden. Der Direktor des IIBR, Prof. Schmuel Schapira, war im März 2021 zurückgetreten. Er warf der israelischen Regierung vor, die Entwicklung des heimischen Impfstoffes nicht ausreichend unterstützt und zum Teil erschwert zu haben. Schapira kritisierte auch die Drittimpfung mit dem Pfizer/BioNTech-Impfstoff, da dieser weniger Schutz gegen Mutanten biete, als zuvor angenommen.


Bennett zu Besuch in Washington

Israels Premierminister Naftali Bennett wird am heutigen Donnerstag US-Präsident Joe Biden in Washington, D.C. treffen. Es ist Bennetts erste Auslandsreise als Premierminister. Am Mittwoch traf er bereits Verteidigungsminister Lloyd Austin, Außenminister Antony Blinken und den Nationalen Sicherheitsberater Jake Sullivan. Austin erklärte, das US-Verteidigungsministerium verpflichte sich „Israels militärischen Vorsprung zu erhalten, und sicherzustellen, dass Israel sich gegen Bedrohungen seitens des Iran, dessen Verbündeten und Terrorgruppen verteidigen kann.“ Der Iran müsse für seine „alarmierenden nuklearen Handlungen und seine andauernde regionale Aggression zur Rechenschaft gezogen werden“. Die USA wollen ihre „strategischen Beziehungen mit Israel stärken“ und seien „Israels Sicherheit und Recht auf Selbstverteidigung verpflichtet“. Außerdem wurden auch die jüngsten gewaltsamen Krawalle entlang der Gaza-Grenze besprochen. Israelischen Quellen zufolge macht die US-Regierung die islamistische Terrororganisation Hamas dafür verantwortlich. Ein weiteres Gesprächsthema waren die im Gazastreifen festgehaltenen Israelis. Bennetts wichtigste Ziele bei seinem US-Besuch sind, eine gute Beziehung mit Biden aufzubauen, eine Verpflichtung der USA, das Raketenabwehrsystem Iron Dome („Eisenkuppel“) wieder auszustatten, ein Abkommen über die visumfreie Einreise in die USA für Israelis voranzubringen und Verständnis für Israels Positionen angesichts des iranischen Atomprogramms zu gewinnen. Israelische Regierungsbeamte gehen davon aus, dass die US-Regierung ein Scheitern der Verhandlungen mit dem Iran über die Rückkehr zum internationalen Atomabkommen für möglich hält. Daher soll sie offen gegenüber israelischen Vorschlägen sein, wie die Gefahr eines nuklear bewaffneten Irans abgewendet werden kann.

Foto: GPO/Avi Ohayon, Naftali Bennett mit Antony Blinken, 25.08.2021

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für ein gutes Treffen zwischen Premierminister Bennett und Präsident Biden. Beten wir, dass Israels Anliegen, insbesondere angesichts des Iran, Gehör finden und die USA sich für die Sicherheit Israels einsetzen.

Gaza-Krawalle: Israelischer Polizist schwer verletzt

Bei Krawallen entlang der Gaza-Grenze ist am Samstag ein israelischer Grenzpolizist (21) durch einem Kopfschuss aus nächster Nähe schwer verletzt worden. Hunderte Palästinenser randalierten am Samstag stundenlang entlang des Grenzzauns zwischen Südisrael und dem von der islamistischen Terrororganisation Hamas beherrschten Gazastreifen. Die Randalierer griffen die Israelis mit Steinschleudern an und ließen brennende Autoreifen in Richtung Grenzzaun rollen. Die israelischen Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein und positionierten Scharfschützen entlang der Grenze. Laut Hamas-Gesundheitsministerium wurden 41 Palästinenser verletzt, zwei von ihnen schwer. Videoaufnahmen zeigten, wie ein Palästinenser mit einer Handfeuerwaffe durch ein Loch in der Grenzmauer mehrere Schüsse abfeuerte. Dabei wurde der dahinter stehende Polizist getroffen. Er musste notoperiert werden und befindet sich weiterhin in Lebensgefahr. „Es steht schlecht um ihn. Wir brauchen sehr viel Gebet. Ich flehe die Menschen an, bitte betet für ihn”, sagte seine Mutter am Montag. Israelischen Medienberichten zufolge hatte die Hamas geplant, rund einen Kilometer von der Grenze entfernt Demonstrationen durchzuführen. Sie verlor jedoch die Kontrolle über die Menschenmenge, die sich schließlich dem Grenzzaun näherte. Es war der erste gewaltsame Protest entlang der Gaza-Grenze seit Dezember 2019. In den Jahren 2018 und 2019 hatte es zahlreiche gewaltsame Zusammenstöße zwischen israelischen Soldaten und Anhängern der Terrororganisationen Hamas und Palästinensischer Islamischer Dschihad gegeben, hunderte Palästinenser kamen dabei ums Leben. Die jüngsten Krawalle erfolgten trotz einer Einigung am Donnerstag, wonach Israel wieder katarische Hilfszahlungen in Millionenhöhe für den Gazastreifen genehmigte, die dort von den Vereinten Nationen an Bedürftige verteilt werden sollen. In Reaktion auf die Krawalle ließ Ägypten am Montag den Grenzübergang Rafah zum Gazastreifen in beide Richtungen schließen.

Gaza-Terroristen schicken Brandballons

Am Montag schickten Terroristen mit Brandsätzen bestückte Ballons nach Südisrael und verursachten damit neun Brände. Die israelische Luftwaffe bombardierte daraufhin eine Waffenfabrik der Hamas, den Eingang zu einem Terror-Tunnel und eine unterirdische Raketen-Abschussrampe, die sich in der Nähe einer Schule befand.

Israel: Ungeimpfte Lehrer drohen mit Klage

In Israel haben ungeimpfte Lehrer mit rechtlichen Schritten gedroht, sollten sie im neuen Schuljahr gezwungen werden, unbezahlten Urlaub zu nehmen. Aktuelle Regierungspläne sehen vor, dass Lehrer, beginnend mit dem 1. September, nur noch geimpft, getestet oder genesen unterrichten dürfen. „Wir werden zum Obersten Gerichtshof gehen, wenn ungeimpfte und nicht getestete Lehrer ohne Bezahlung zu Hause bleiben müssen“, sagte Ran Erez, Vorsitzender der Lehrervereinigung. „Wenn dies für den gesamten Öffentlichen Dienst gelten würde, dann wäre es in Ordnung. Aber wenn diese Regelung nur Lehrer betrifft, machen wir nicht mit.“ Jaffa Ben-David von der Lehrergewerkschaft warnte vor einem Lehrermangel, sollte die Regelung durchgesetzt werden. Die israelische Regierung bestätigte am Sonntag den Beginn des neuen Schuljahres am 1. September mit Präsenzunterricht. In Schulen, die sich in Hochrisikogebieten befinden, müssten Schüler der 8. bis 12. Klassen zum Online-Unterricht wechseln, sofern in ihrer Klasse weniger als 70% der Schüler geimpft sind.

Köln: Antisemitischer Angriff auf 18-Jährigen

Am vergangenen Freitag ist in Köln ein 18-jähriger Jude von einer Gruppe junger Leute antisemitisch beleidigt und geschlagen worden. Dabei erlitt er einen Jochbeinbruch. Bei dem Angriff in einem Park wurde ihm auch die Kippa vom Kopf gerissen. Felix Schotland, Vorstandsmitglied der Synagogen-Gemeinde Köln, erklärte, seine Gemeinde sei entsetzt angesichts des Angriffs und sorge sich um ihre Sicherheit. Die jüdische Gemeinde in Köln gehört zu den größten in Deutschland. „Der feige Angriff auf einen jungen Mann in der Nacht zu Samstag in Köln hat offensichtlich wieder einmal die hässliche Fratze des Antisemitismus in Deutschland sichtbar gemacht“, sagte Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Antisemitismusbeauftragte von Nordrhein-Westfalen. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki sagte, Kirche und Gesellschaft hätten eine besondere Verantwortung dafür, dass sich Juden in Deutschland sicher fühlen könnten. Die Polizei konnte mittels Überwachungskameras, die in der Nähe des Tatorts installiert waren, zwei der Täter bereits kurz nach der Tat identifizieren und festnehmen. Es handelte sich um einen 18- und einen 19-Jährigen.

Gebetsanliegen: Bitte beten sie mit uns, dass die jüdische Bevölkerung in unserem Land in Sicherheit leben und die herannahenden Hohen Feiertage in Freude feiern kann.

Jerusalem: Angriff auf arabischen Arbeiter

Ein arabischer Arbeiter (20) aus Ostjerusalem ist vergangene Woche von einer Gruppe jüdischer Gewalttäter angegriffen und mit einem Messer verletzt worden. Ahmed Salima, der auf dem Mahane-Jehuda-Markt in Westjerusalem arbeitete, wartete nach seinem Feierabend auf ein Taxi, als er von mehreren jungen Männern angegriffen wurde. Sie verprügelten ihn und stachen mit einem Messer mehrmals auf ihn ein. Passanten eilten dem am Boden Liegenden zu Hilfe. „Zwei Juden retteten mich. Einer zerriss mein Hemd und stoppte mit seiner Hand die Blutung“, berichtete Salima. Die israelische Polizei hat Ermittlungen wegen Terrorismus-Verdacht aufgenommen. Auf dem Mahane-Jehuda-Markt wurde bereits während des Hamas-Raketenkriegs im Mai ein 25-jähriger Araber, Angestellter eines Burger-Restaurants, mit einem Messer attackiert. Er erlitt dabei Stichwunden in Lunge und Leber. Gegen vier jüdische Männer wurde daraufhin Anklage wegen Terrorismus und versuchten Mordes erhoben. Im Mai war es in zahlreichen israelischen Städten zu Krawallen und gewaltsamen Übergriffen gekommen, bei denen Dutzende Menschen verletzt wurden. Zwei Personen, ein jüdischer und ein arabischer Israeli, kamen ums Leben.

Gebetsanliegen: Beten wir für eine rasche Genesung Salimas und eine erfolgreiche Fahndung nach den Tätern. Beten wir auch für Versöhnung zwischen Juden und Arabern und gute, nachbarschaftliche Beziehungen der Bewohner Jerusalems.

Israel: Alter und Impfung beeinflussen Covid-19-Verlauf

Das Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken, ist bei ungeimpften Personen ab dem Alter von 60 Jahren achtmal höher als bei geimpften Personen gleichen Alters. Darauf deuten Daten des israelischen Gesundheitsministeriums hin, die Mitte August veröffentlicht wurden. 159 von je 100.000 Ungeimpften im Alter von mindestens 60 Jahren erlebten demnach einen schweren Covid-19-Krankheitsverlauf, jedoch nur 20 von je 100.000 der zweifach Geimpften. Bei Personen, die jünger als 60 Jahre alt waren, erkrankten 2,4 bzw. 0,9 je 100.000 Personen schwer. Die Daten weisen auch darauf hin, dass für Personen über 70 Jahre bzw. über 80 Jahre das Risiko einer schweren Erkrankung weiter zunimmt. „Wenn man sich den Anteil der schwer erkrankten Israelis über 60 Jahren anschaut, dann sieht man, dass unter den Ungeimpften ein beträchtlich höherer Anteil schwer erkrankt war, als unter den Geimpften“, erklärte Prof. Ran Balicer, Vorsitzender des Corona-Expertenteams der israelischen Regierung. Der Epidemiologe Prof. Nadav Davidovitsch erklärte, dass obwohl die Wirksamkeit des Impfstoffs im Verlauf der letzten Monate möglicherweise nachgelassen habe, Geimpfte dennoch fünf bis zehnmal besser geschützt seien als Ungeimpfte. Sowohl das Alter des Patienten als auch die Länge der Zeit, die seit der Impfung verstrichen sei, könnten die Schwere der Covid-19-Erkrankung beeinflussen. Ende Juli gab das Gesundheitsministerium bekannt, dass die Wirksamkeit des Pfizer/BioNTech-Impfstoffes gegen Ansteckung und leichte Symptome auf 40% gesunken sei, jedoch schwere Krankheitsverläufe zu 91% verhindere.


Impfungen, Antikörpertests für israelische Schulkinder

Israel hat am heutigen Donnerstag mit Impfungen an Schulen begonnen. Schüler im Alter von mindestens zwölf Jahren können sich, mit schriftlicher Erlaubnis ihrer Eltern, auf dem Schulgelände impfen lassen. Die Entscheidung erfolgte trotz des Widerstands von Bildungsministerin Jifat Shasha-Biton, die Impfungen an Schulen ablehnt. Da an ultraorthodoxen Schulen das Schuljahr bereits mit dem jüdischen Monat Elul (dieses Jahr am 8. August) begonnen hat, das reguläre Schuljahr jedoch erst am 1. September beginnt, werden die Impfungen zunächst in ultraorthodoxen Schulen durchgeführt. Israel hatte seine landesweite Impfkampagne im Juni auf Kinder ab zwölf Jahren ausgeweitet. Kinder im Alter von drei bis elf Jahren werden zurzeit auf Antikörper getestet, um festzustellen, ob sie unwissentlich an Covid-19 erkrankt waren. Bei einem positiven Testergebnis sollen die Kinder als „genesen“ gelten und müssten sich, falls Mitschüler positiv auf das Coronavirus getestet würden, nicht in Quarantäne begeben. Vorläufige Testergebnisse in ultraorthodoxen Städten und Wohngebieten deuteten darauf hin, dass mehr als 20% der Kinder bereits an Covid-19 erkrankt waren. Bis zum 1. September sollen die Antikörpertests auch auf Schüler regulärer Schulen ausgeweitet werden. Am Sonntag will das Kabinett über eine mögliche Verschiebung des Schuljahresbeginns entscheiden. Am Mittwoch wurden 7.943 Israelis positiv auf das Coronavirus getestet. Die Zahl der aktiven Fälle stieg damit auf 62.163, von ihnen sind 603 schwer an Covid-19 erkrankt.

Foto: Unsplash, Schulkinder in der Corona-Krise, Symbolbild

Waldbrand bei Jerusalem gelöscht

Der rund drei Tage wütende Waldbrand in den Bergen westlich von Jerusalem ist am Mittwochmorgen gelöscht worden. Rund 10.000 Bewohner mehrerer Ortschaften hatten vorübergehend ihre Häuser verlassen müssen. Bei dem Waldbrand, einer der schwersten in der Geschichte Israels, wurden über 2.500 Hektar Waldgebiet zerstört, etwa 100 Hektar mehr als während des Waldbrandes auf dem Karmelgebirge 2010. Rund 1.500 Feuerwehrleute und 20 Löschflugzeuge waren tagelang im Einsatz. Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) entsandte 20 Feuerwehrleute, um ihren israelischen Kollegen zu helfen. Die israelischen Behörden gehen davon aus, dass der Waldbrand auf menschliches Handeln zurückzuführen ist. Noch ist nicht bestätigt, ob das Feuer vorsätzlich gelegt wurde. Neben anhaltender Trockenheit begünstigten auch starke Winde eine rasche Ausbreitung des Feuers. Ökologen gehen davon aus, dass zehntausende Reptilien und Insekten dem Feuer zum Opfer fielen. Größere Tiere wie Gazellen oder Rehe konnten in nahegelegenen Naturschutzgebieten Zuflucht finden. Wie am Dienstag bekannt wurde, entging Israel nur knapp einer noch größeren Katastrophe. Eine im betroffenen Waldgebiet gelegene psychiatrische Klinik drohte kurzzeitig vom Feuer eingeschlossen zu werden. Vor Ort befindliche Polizisten entschieden, das Klinikpersonal und 156 Patienten in Pkws zu evakuieren. Dank gezielter Bemühungen der Feuerwehr blieb das Gebäude von den Flammen verschont. Während der Waldbrände auf dem Karmelgebirge 2010 waren 37 Gefängnismitarbeiter und ihr Fahrer ums Leben gekommen, als ihr Bus von den Flammen eingeschlossen wurde. Außerdem starben damals drei Feuerwehrleute und drei Polizisten, die ihnen zu Hilfe geeilt waren.

Gebetsanliegen: Danken wir Gott für die erfolgreiche Bekämpfung des Waldbrandes und für die Bewahrung von Einsatzkräften und Anwohnern. Beten wir um Schutz vor weiteren Waldbränden.

Israel, Polen: Botschafter zurückberufen

Polen hat am Montag seinen Botschafter aus Israel zurückberufen. Zwei Tage zuvor hatte Israel der polnischen Regierung mitgeteilt, dass der polnische Botschafter nicht aus seinem Heimaturlaub zurückkehren sollte, und zugleich seinen eigenen Botschafter aus Warschau zurückbeordert. Israel protestierte damit gegen ein Gesetz, das Rückgabeforderungen für Eigentum, das u.a. während der Besetzung durch Nazi-Deutschland oder unter dem kommunistischen Regime konfisziert wurde, zeitlich befristet. Die polnische Regierung begründete das Gesetz damit, Sicherheit auf dem Immobilienmarkt schaffen zu wollen. Gegner des Gesetzes sehen darin jedoch die Benachteiligung enteigneter Eigentümer, insbesondere Holocaustüberlebender und deren Nachfahren, die oft erst sehr spät Ansprüche geltend machen konnten. Polens Präsident Andrzej Duda hatte das Gesetz am Samstag unterzeichnet, trotz Protesten aus Israel und den USA. Israels Außenminister Jair Lapid bezeichnete das Gesetz als „unmoralisch und antisemitisch“. Infolge des diplomatischen Schlagabtausches kündigte Polens stellvertretender Außenminister Pawel Jablonski an, seine Regierung erwäge, jährlich stattfindende Besuche junger Israelis in Polen auszusetzen. Jedes Jahr bereisen tausende israelische Schüler Polen und besuchen KZ-Gedenkstätten und im Holocaust zerstörte Zentren jüdischen Lebens. Jablonski warf Israel vor, Schulkindern u.a. auf diesen Reisen „Propaganda, die auf polenfeindlichem Hass gründet“, zu vermitteln.

Israelische Sportler bei den Paralympischen Spielen

Ab kommenden Dienstag werden 33 israelische Athleten in insgesamt elf Sportarten bei den Paralympischen Spielen 2020 in Tokio antreten. Seit 1960 hat Israel 375 paralympische Medaillen, darunter 123 Goldmedaillen, geholt. Die meisten Medaillen gewannen israelische Sportler in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren, in einer Zeit, als nur wenige Dutzend Nationen bei den Spielen vertreten waren. Außerdem sei Israel damals mit großen Delegationen angetreten, denen zahlreiche verwundete Kriegsveteranen und Polio-Überlebende angehörten, erklärte Ron Bolotin, Direktor des israelischen Paralympischen Komitees. Heute führe Israel nicht nur weniger Kriege, sondern verfüge auch über bessere medizinische Möglichkeiten, die eine vollständige Genesung begünstigen. Der diesjährigen Delegation gehören drei verwundete Veteranen an. Bei den Olympischen Spielen hat Israel bisher 13 Medaillen gewonnen, davon vier dieses Jahr in Tokio. Am vorletzten Wettkampftag holte Linoy Ashram Israels erste Goldmedaille in Rhythmischer Sportgymnastik (Mehrkampf Einzel). Die 22-Jährige aus Rischon LeZion ist damit die erste israelische Frau, die olympisches Gold gewonnen hat. Außerdem ist sie die erste nicht-russische Goldmedaillengewinnerin seit 20 Jahren in dieser Disziplin.

Lapid in Marokko

Israels Außenminister Jair Lapid hat vergangene Woche ein Verbindungsbüro in Marokko eröffnet. Es war der erste offizielle Besuch eines israelischen Außenministers in dem nordafrikanischen Land seit 2003. Israel und Marokko unterhalten bisher keine vollen diplomatischen Beziehungen, jedoch geht Israel davon aus, dass die Regierung in Rabat langfristig an der Aufwertung der Beziehungen interessiert ist. Im Dezember 2020 hatten die beiden Länder vereinbart, auf eine Normalisierung ihrer Beziehungen hinzuarbeiten, u.a. durch wirtschaftliche Zusammenarbeit und die Eröffnung von Verbindungsbüros. Vergangene Woche unterzeichneten Lapid und sein Amtskollege Nasser Bourita Abkommen zu politischen Konsultationen sowie zur Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur, Jugend und Sport. Israel und Marokko hatten in den 1990er Jahren Verbindungsbüros in Rabat bzw. Tel Aviv eröffnet, ließen diese jedoch 2002 nach Ausbruch der Zweiten Intifada wieder schließen.


Hisbollah feuert Raketen auf Israel

Die schiitisch-libanesische Terrororganisation Hisbollah hat am heutigen Freitag rund 20 Raketen auf Israel gefeuert. Angaben der israelischen Armee zufolge konnten die meisten Raketen vom Abwehrsystem Iron Dome („Eisenkuppel“) abgefangen werden. Andere schlugen in unbewohntem Gelände auf den nördlichen Golanhöhen ein. Bislang ist unklar, ob es Verletzte gegeben hat. Die Hisbollah bestätigte, hinter dem Raketenbeschuss zu stehen. Die vom Iran gestützte Terrororganisation erklärte, der Angriff sei eine Reaktion auf Bombardements der israelischen Luftwaffe vom Donnerstag. Israelische Kampfflugzeuge hatten zahlreiche Stellungen der Terroristen im Südlibanon bombardiert, nachdem am Mittwoch zwei Raketen auf Israel gefeuert worden waren. Eine Rakete war nahe eines Supermarkts in Kirjat Schmona eingeschlagen. Die zweite Rakete, die auf offenes Gelände gefallen war, verursachte einen Waldbrand, bei dem einige hundert Hektar Wald und Buschland zerstört wurden. Vier Israelis mussten wegen Panikattacken medizinisch behandelt werden. Die israelische Armee vermutet, dass die Raketen vom Mittwoch von militanten, im Libanon agierenden Palästinensergruppen gefeuert wurden. Da der Südlibanon sich unter der Kontrolle der Hisbollah befindet, geht Israel davon aus, dass der Raketenbeschuss vom Mittwoch mit ihr abgestimmt war.

Foto: IDF/Screenshot, Raketenbeschuss durch die Hisbollah, 06.08.2021

Dorfbewohner stellen sich Hisbollah entgegen

Videoaufnahmen, die am Freitagmorgen im Internet kursierten, zeigten zahlreiche libanesische Drusen, die Hisbollah-Kämpfer daran hinderten, Raketen aus ihrem Dorf abzufeuern. Israel hat der Terrororganisation wiederholt vorgeworfen, Waffenlager und Raketenabschussrampen in der Nähe von Wohnhäusern und zivilen Einrichtungen zu unterhalten, um die Bevölkerung als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen.  

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie für die Sicherheit der Bevölkerung entlang der israelisch-libanesischen Grenze. Beten wir, dass der Raketenbeschuss durch Terroristen im Libanon unterbunden und dass die libanesische Bevölkerung von der Herrschaft der Hisbollah befreit wird.

Jürgen Bühler: Gebete in Krisenzeiten besonders wichtig

„Unsere Gebete haben enorme Kraft. Darum ist es so entscheidend, dass ihr jeden Monat hier zusammenkommt.“ Das sagte ICEJ-Präsident Dr. Jürgen Bühler am Mittwoch beim monatlichen Jesaja-62-Gebet der ICEJ in Stuttgart. Rund 100 Beter nahmen vor Ort und über Zoom am Gebetsabend teil. Vesna Bühler leitete den Lobpreis. Jürgen Bühler erläuterte anhand von Offenbarung 8,2-6 die besondere Rolle des Gebets und der Fürbitte in Krisenzeiten. „Das Schicksal Deutschlands und Israels wird durch unsere Gebete bestimmt.“ Er ermutigte die Israelfreunde, weiterhin für die neue israelische Regierung sowie für die Beziehungen des jüdischen Staates zu seinen arabischen Nachbarn zu beten. „Im Nahen Osten weht ein neuer Wind“, sagte er und berichtete von den jüngsten bilateralen Entwicklungen in der Region. Es wurde auch für die Jugend in Israel und Deutschland gebetet, insbesondere dafür, dass junge Christen in Deutschland ein Interesse für Israel entwickeln.

Herzliche Einladung zum Israelgottesdienst mit Jürgen & Vesna Bühler auf Youtube! Ausstrahlung am Samstag, 07. August 2021, 19.30 Uhr.

Israel: Weitere Einschränkungen, möglicher Lockdown

Die israelische Regierung hat am Mittwoch weitere Corona-Maßnahmen beschlossen. Ab kommenden Sonntag sollen verschärfte Maßnahmen in Kraft treten, u.a. die Wiedereinführung des „Grünen Passes“ bei Veranstaltungen sowie bei Besuchen von Restaurants, Hotels und Fitnessstudios. Zutritt erhalten dann nur Personen, die geimpft, getestet oder genesen sind. Ab dem 20. August soll diese Regelung auch für Kinder unter 12 Jahren gelten. Bis dahin soll eine ausreichende Anzahl an Teststationen errichtet werden. Religiöse Veranstaltungen mit maximal 50 Besuchern wurden von der „Grünen-Pass“-Regelung ausgenommen, nachdem Israels Generalstaatsanwalt gewarnt hatte, ein Teilnahmeverbot für Ungeimpfte könnte einer Einschränkung der Religionsfreiheit gleichkommen. Weitere Maßnahmen sind eine Quarantänepflicht für Reiserückkehrer aus 18 Ländern, u.a. Deutschland, Frankreich, Italien und den USA, auch wenn sie geimpft sind, und die Drittimpfung für Personen ab 60 Jahren. Zudem bemüht sich das Gesundheitsministerium darum, den Beginn des neuen Schuljahres, das für den 1. September angesetzt ist, auf einen Termin nach den Hohen Feiertagen im September zu verschieben. Am Donnerstag wurden 3.843 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Die Zahl der aktiven Fälle liegt bei 27.525 Personen. 253 Israelis sind schwer an Covid-19 erkrankt, seit Sonntag sind 32 Personen mit oder an dem Coronavirus gestorben. Angesichts der weiterhin steigenden Corona-Zahlen haben Gesundheitsexperten einen Lockdown während der Hohen Feiertage im September empfohlen. Israels Finanzministerium warnte jedoch vor dem dadurch entstehenden wirtschaftlichen Schaden.

Jerusalem: Beweise für Erdbeben zur Zeit Amos‘ gefunden

Archäologen der Israelischen Altertumsbehörde (IAA) haben in Jerusalem Beweise für ein Erdbeben gefunden, über das im Alten Testament berichtet wird (Amos 1,1 und Sacharja 14,5). Es handelt sich um Tongefäße, die von einer herabstürzenden Mauer zerstört wurden. Da an der Fundstelle keine Asche gefunden wurde, die auf einen Brand hingedeutet hätte, gehen die Archäologen davon aus, dass das Gebäude während eines Erdbebens zerstört worden war. Der Fund wird auf das 8. Jahrhundert v. Chr. datiert und ist somit der älteste Hinweis auf eine Zerstörung in Jerusalem. Die bisher ältesten Spuren einer Zerstörung gingen auf die Eroberung Jerusalems durch die Babylonier 586 v. Chr. zurück. Die neuen Funde aus dem 8. Jahrhundert sind für Archäologen von besonderer Bedeutung, da sie als Ankerpunkt in der Datierung weiterer Ausgrabungen dienen können, erklärte Dr. Joe Uziel von der IAA. „Wir können nun untersuchen, welche Funde aus der Zeit vor dem Erdbeben stammen, und welche aus der Zeit danach.“ Weitere Beweise des Erdbebens zur Zeit des Propheten Amos wurden bereits in anderen Teilen Israels gefunden.


Israel: Einigung über Staatshaushalt

Israels Regierung hat sich am Montag zum ersten Mal seit drei Jahren auf einen neuen Staatshaushalt geeinigt. „Nach drei Jahren des Stillstands wird in Israel wieder gearbeitet“, sagte Premierminister Naftali Bennett. Aufgrund der politischen Krise in den letzten zweieinhalb Jahren während der es zu vier Parlamentswahlen kam, erfolgten Zahlungen an die verschiedenen Ministerien Monat für Monat auf Grundlage des Haushalts von 2019, der 2018 verabschiedet worden war. Finanzminister Avigdor Lieberman erklärte, der neue Haushalt werde das Leben vieler Israelis spürbar verändern. Ein Schwerpunkt sei die Senkung der Lebenshaltungskosten, der Bürokratieabbau und die Stärkung des Wettbewerbs. Bevor der Staatshaushalt endgültig von der Knesset verabschiedet wird, muss er verschiedenen Knesset-Ausschüssen vorgelegt werden und anschließend drei Lesungen in der Knesset passieren. Die Regierung, die über eine Mehrheit von nur einer Stimme verfügt, hat bis zum 4. November Zeit, den Haushalt zu verabschieden. Sollte ihr dies nicht gelingen, würden die Knesset automatisch aufgelöst und Neuwahlen angesetzt werden.

Gebetsanliegen: Danken wir Gott für die Einigung des israelischen Kabinetts über den neuen Staatshaushalt und beten wir, dass dieser die nötige Mehrheit in der Knesset erhält.

Foto: GPO/Amos Ben Gershom, Kabinettssitzung zum Staatshaushalt, 02.08.2021

Vereidigung Raisis: Israel verurteilt EU-Teilnahme

Israel hat die geplante Teilnahme eines EU-Diplomaten bei der Vereidigung des iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi verurteilt. Raisi wurde am heutigen Dienstag von Irans „Oberstem Führer“ Ajatollah Ali Chamenei ins Amt eingeführt und soll am Donnerstag vor dem iranischen Parlament vereidigt werden. Raisi gilt als mitverantwortlich für die Massenhinrichtungen tausender inhaftierter Oppositioneller im Jahr 1988. Er steht auf der Sanktionsliste der USA und der EU. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (London) forderte nach seiner Wahl im Juni, Raisi wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit anzuklagen. Im Juli hatte zudem Javaid Rehman, UN-Sonderberichterstatter für die Menschenrechtslage im Iran, eine unabhängige Untersuchung zur Rolle Raisis bei den Massenexekutionen gefordert. „Die Teilnahme des EU-Vertreters geschieht wenige Tage nachdem der Iran zwei Zivilisten, darunter einen EU-Bürger, in einem Akt des Staatsterrorismus gegen die zivile Schifffahrt getötet hat.“ Vergangene Woche waren bei einem Drohnenangriff auf einen Öltanker vor der Küste Omans der rumänische Kapitän und ein britischer Sicherheitsmann getötet worden. Israel, die USA und Großbritannien haben den Iran für den Angriff verantwortlich gemacht. Das japanische Schiff wird von einem britischen Unternehmen betrieben, das wiederum einem israelischen Geschäftsmann gehört. Die Anwesenheit des EU-Diplomaten bei der Vereidigung „legitimiert den Angriff und die aggressive Politik des Ajatollah-Regimes.“ Israels kritisierte die EU-Teilnahme auch „angesichts der Tatsache, dass das Blut tausender iranischer Bürger an den Händen des neuen iranischen Präsidenten klebt.“

Tokio 2020: Gold für Israel

Der israelische Bodenturner Artem Dolgopyat hat am Sonntag Israels erste Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio gewonnen. Es ist erst die zweite olympische Goldmedaille in der Geschichte des jüdischen Staates. 2004 hatte Gal Fridman in Athen Gold im Windsurfen geholt. Dolgopyat (24), gebürtig in der Ukraine, wanderte im Alter von 12 Jahren nach Israel ein. Bislang holten israelische Sportler drei Medaillen in Tokio. Avishag Semberg gewann Bronze in Taekwondo (unter 49kg), Israels erste Medaille in dieser Sportart. Das Judo-Team holte im gemischten Wettkampf ebenfalls Bronze. In den Einzelkämpfen konnten die israelischen Judokas wider Erwarten keine Medaillen gewinnen. Aslan Karatsev, der für das russische Team antrat, jedoch auch die israelische Staatsangehörigkeit besitzt, holte im gemischten Tennis-Doppel Silber. Während der Spiele kam es zu antiisraelischen Zwischenfällen, als zwei Judokas, aus Algerien und dem Sudan, sich aus dem Wettbewerb zurückzogen, um eine Begegnung mit ihren israelischen Gegnern zu vermeiden. Tahani Alqahtani, Judo-Kämpferin aus Saudi-Arabien, trat jedoch gegen die Israelin Raz Herschko an. Die beiden Frauen der Schwergewichtsklasse über 78 kg reichten sich nach dem Kampf, den Herschko gewann, die Hand. Die Internationale Judo-Föderation lobte Alqahtani: „Saudi-Arabien beweist, dass wir durch Sport Differenzen überwinden können.“

IRGC-Kämpfer gewinnt Goldmedaille

Javad Foroughi, iranischer Goldmedaillengewinnerim Schießwettbewerb über 10m Luftpistole der Männer, soll ein Kämpfer der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) sein. Das berichteten zahlreiche internationale Medien. Die IRGC werden von den USA als terroristische Vereinigung geführt und gelten als wichtiger Akteur im syrischen Bürgerkrieg. Außerdem sind Einheiten der IRGC im Irak stationiert und sollen auch im Jemen agieren. Offiziellen iranischen Angaben zufolge arbeitet Foroughi als Krankenpfleger in einem von den IRGC betriebenen Krankenhaus und soll sich das Schießen im Keller des Krankenhauses selbst beigebracht haben. Während des syrischen Bürgerkrieges sei er als Freiwilliger in iranischen Feldlazaretten im Einsatz gewesen. Iranische Medien feierten Foroughi nach seinem Olympia-Sieg jedoch als „Verteidiger des Schreins“, eine Bezeichnung für iranische Kämpfer in Syrien und im Irak, wo sich wichtige schiitische Heiligtümer befinden. Der IRGC-Oberbefehlshaber Hossein Salami begrüßte „den Sieg eines überschwänglichen Wächters der Islamischen Revolution“. Während des Spielens der iranischen Nationalhymne im Anschluss zu seinem Olympia-Sieg salutierte Foroughi. Kritiker forderten das Internationale Olympische Komitee (IOC) auf, sofortige Ermittlungen aufzunehmen, da es sich sonst mitschuldig an Verbrechen gegen die Menschlichkeit mache.

UNESCO erklärt SchUM-Stätten zum Weltkulturerbe

Die SchUM-Stätten, Zentren jüdischen Lebens im Mittelalter, sind Ende Juli zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt worden. Es ist das erste jüdische UNESCO-Weltkulturerbe in Deutschland. Im Hochmittelalter erlebte das jüdische Leben in Europa in den Städten Speyer, WormsundMainzeine Blütezeit. Sie endete, als antijüdische Pogrome, beginnend mit dem ersten Kreuzzug 1096, tausende Menschenleben forderten. Infolge der Auswanderungswellen vom 13. bis ins 15. Jahrhundert verlagerte sich der Mittelpunkt des europäischen Judentums nach Osteuropa. Die Bezeichnung SchUMsetzt sich aus den Anfangsbuchstaben der hebräischen Ortsnamen Schpiro, Urmaisiaund Magenzazusammen. Das Bundesland Rheinland-Pfalz sowie die Jüdische Gemeinde Mainz bemühten sich seit 2006 um die Anerkennung der SchUM-Stätten als UNESCO-Welterbe. Zu den noch erhaltenen Denkmälern gehören u.a. Friedhöfe und Ritualbäder (Mikwen). Die Synagoge von Worms wurde mehrfach zerstört und wieder aufgebaut. „Die Denkmäler der SchUM-Städte sind nicht nur steinerne Zeitzeugen einer außergewöhnlich reichen jüdischen Geschichte in unserem Land, sie stehen auch für den Kulturtransfer zwischen Christentum und Judentum und mahnen uns, dies als gemeinsame, große Chance zu sehen“, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Anna Kischner, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Mainz und Worms, sprach von einem „Tag großer Freude“. „Die Gläubigen aus dem Judentum haben unsere Kultur geprägt und sie gehören auch heute zu uns“, sagte der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf und wünschte „unseren jüdischen Geschwistern einen ganz herzlichen Glückwunsch, Dank und Anerkennung.“ Lesen Sie mehr über die SchUM-Städte und die jüdische Geschichte in Deutschland.
 


Israel: Über 2.000 positiv Getestete

In Israel sind am Montag 2.212 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Es ist der höchste tägliche Anstieg der Corona-Fallzahlen seit März. Die Zahl der aktiven Fälle liegt bei 13.147. Bei mindestens 10% von ihnen soll es sich Medienberichten zufolge um Reiserückkehrer handeln. Inzwischen sind 138 Personen schwer an Covid-19 erkrankt, etwa doppelt so viele wie vor einer Woche. Israels Regierung sieht die Zahl der Schwererkrankten als Basis für eine mögliche Verschärfung der Corona-Maßnahmen. Einen erneuten Lockdown hat sie bisher abgelehnt und stattdessen auf die Durchsetzung der Masken- und Quarantänepflicht sowie die Ausweitung der Impfkampagne gesetzt. Am Donnerstag beschloss das Kabinett die Wiedereinführung des „Grünen Passes“ für Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern sowie für Fitnessstudios, Restaurants und Synagogen, Kirchen und Moscheen. Zutritt erhalten dann nur Personen, die geimpft oder genesen sind oder ein negatives Testergebnis vorweisen können. Ab dem 8. August sollen Corona-Tests zudem kostenpflichtig werden. Außerdem stufte die Regierung weitere Länder, Großbritannien, Georgien, Zypern und die Türkei, als Hochrisikogebiete ein, für die ein Reiseverbot gilt.

Foto: Pixabay, Teststation, Symbolbild

Brände in Südisrael, Explosion in Gaza

Terroristen im von der islamistischen Terrororganisation Hamas beherrschten Gazastreifen haben am Sonntag Brandballons nach Südisrael geschickt und mehrere Brände verursacht. Die israelische Armee bombardierte daraufhin Stellungen der Hamas. Ein Stützpunkt der Terroristen soll sich in der Nähe ziviler Einrichtungen befunden haben, darunter eine Schule. Israel hat der Hamas und anderen im Gazastreifen agierenden Terrororganisationen wiederholt vorgeworfen, Waffen und Munition gezielt in der Nähe von Zivilisten zu deponieren. Am Donnerstag ereignete sich eine Explosion in einem Waffendepot des Palästinensischen Islamischen Dschihad (PIJ). Das Depot befand sich in einem mehrstöckigen Haus in der Nähe eines Marktes in Gaza-Stadt. Ein Palästinenser wurde getötet, 14 weitere verletzt, darunter sechs Kinder. Teile des Hauses stürzten ein, anliegende Häuser und Geschäfte wurden beschädigt. Die genaue Ursache der Explosion ist weiterhin unklar, der PIJ übernahm jedoch die Verantwortung. „Statt der Aufforderung der UN nachzukommen, den Gazastreifen wiederaufzubauen, produzieren Terrororganisationen weiterhin Waffen und bauen ihre militärischen Stützpunkte weiter aus“, sagte Israels Militärsprecher Avischai Adrai. „Diese Terrororganisationen lagern ihre Waffen inmitten von Wohngebieten und unter Zivilisten, die sie damit direkter Gefahr aussetzen.“ Im Gazastreifen kommt es immer wieder zu Explosionen, verursacht von Waffen, die in Wohnhäusern gelagert werden. Im Januar wurde ein Wohnhaus zerstört, als Terroristen dort mit Sprengstoff hantierten. Dabei wurden 30 Menschen verletzt.

Olympia: Gedenken an Opfer des München-Attentats von 1972

In einer Schweigeminute ist am Freitag der elf israelischen Sportler gedacht worden, die während der Olympischen Spiele 1972 in München von palästinensischen Terroristen ermordet wurden. Es ist das erste offizielle Gedenken an die Ermordeten während einer Olympia-Eröffnungsfeier. „Wir gedenken insbesondere jener, die ihr Leben während der Olympischen Spiele verloren“, sagte der Stadionsprecher. „Eine Gruppe nimmt in unserer Erinnerung einen besonderen Platz ein: die Angehörigen der israelischen Delegation bei den Olympischen Spielen 1972 in München.“ Am 5. September 1972 waren bei einer Geiselnahme durch palästinensische Terroristen der Terrororganisation Schwarzer September zwei Israelis im Olympischen Dorf und neun weitere auf dem Militärflugplatz Fürstenfeldbruck, während eines gescheiterten Befreiungsversuchs, ermordet worden. Seitdem setzten sich die Hinterbliebenen für eine offizielle Ehrung der Opfer durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) ein. Bei den Olympischen Spielen 2012 in London, vierzig Jahre nach dem Attentat, hatte sich das IOC noch geweigert, eine Gedenkminute während der Eröffnungsfeier abzuhalten. „Endlich gibt es Gerechtigkeit für unsere Ehemänner, Söhne und Väter“, sagten die Witwen Ankie Spitzer und Ilana Romano am Freitag. „Wir haben 49 Jahre gekämpft und nie aufgegeben. Wir können unsere Tränen nicht zurückhalten. Dies ist der Moment, auf den wir gewartet haben.“

Afrikanische Union: Israel erhält Beobachterstatus

Israel wird der Afrikanischen Union (AU) als Beobachterstaat beitreten. Das gab das israelische Außenministerium am Donnerstag bekannt. „Dies ist ein Feiertag für israelisch-afrikanische Beziehungen“, sagte Außenminister Jair Lapid. Israel war bis 2002 Beobachter bei der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU), der Vorgängerorganisation der AU, die 2002 aufgelöst wurde. Den Beobachterstatus bei der AU verlor der jüdische Staat auf Druck des damaligen libyschen Machthabers Muammar Gaddafi. Die AU ist die wichtigste politische und wirtschaftliche Organisation afrikanischer Staaten. Sie zählt 55 Mitglieder, Israel unterhält Beziehungen zu 46 von ihnen. Als Beobachterstaat hofft Israel, bestehende Kooperationen mit einzelnen Staaten, u.a. in der Sicherheitspolitik, der Landwirtschaft und der Hightech-Industrie, weiter auszubauen und die Beziehungen zu jenen Staaten zu verbessern, die diplomatische Beziehungen bisher ablehnen. Algerien verurteilte die Aufnahme Israels in die AU, die „ohne vorangehende Beratungen mit allen Mitgliedstaaten“ erfolgt sei. Die Handlungen Israels seien „vollkommen unvereinbar mit den Werten“ der AU, deren „aktive Unterstützung der gerechten palästinensischen Sache“ unverändert bleibe, erklärte das algerische Außenministerium.

Israel: Drei verfügbare Medikamente wirksam gegen Covid-19

Israelische Wissenschaftler der Hebräischen Universität Jerusalem haben drei bereits zugelassene Medikamente gefunden, mit denen Covid-19 erfolgreich behandelt werden könnte. Bei Laborversuchen führten sie menschliche Zellen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, mit den Medikamenten zusammen. Fast 100% der Zellen überlebten. „Normalerweise wären etwa die Hälfte der Zellen zwei Tage nach Kontakt mit dem Virus abgestorben“, erklärte Prof. Isaiah Arkin, der die Neuverwendung bereits zugelassener Arzneimittel erforscht. Auf der Suche nach einer wirksamen Behandlung von Covid-19 hatten Arkin und seine Kollegen über 3.000 Medikamente untersucht. Bei den drei erfolgversprechenden Medikamenten handelt es sich um Darapladib, das bei Atherosklerose eingesetzt wird, Flumatinib, für die Behandlung von Krebserkrankungen, und ein Arzneimittel zur Hemmung von HIV. Arkin ist zuversichtlich, dass die Medikamente auch gegen Corona-Mutanten effektiv sein werden, da sie sich nicht gegen das Spike-Protein (Peplomer) des Virus richten, sondern gegen das Hüllprotein und das 3a-Protein. Im Gegensatz zum Spike-Protein, das sich bei Mutationen verändert, weisen Hüllprotein und 3a-Protein kaum Veränderungen auf. Der Vorteil der Neuverwendung zugelassener Arzneimittel ist, dass sie als sicher gelten und mögliche Nebenwirkungen bereits bekannt sind.

Israel testet Covid-19-Schluckimpfung

Israel wird in den kommenden Wochen mit klinischen Tests der ersten Schluckimpfung gegen Covid-19 beginnen. Es handelt sich um ein Vakzin des Unternehmens Oravax, ein im März gegründetes Joint Venture israelischer und indischer Pharmahersteller. Dabei wird die patentgeschützte, orale Verabreichungstechnologie von Oramed Pharmaceuticals (Jerusalem) und eine neue Impfstofftechnologie von Premas Biotech (Neu-Delhi) kombiniert. Sollte sich der Antigen-Impfstoff, der in einer Kapsel verabreicht wird, als wirksam erweisen, wäre das „eine Revolution für die ganze Welt“, sagte Nadav Kidron, Geschäftsführer von Oramed. Die Kapseln können bei Raumtemperaturen gelagert werden, was eine großflächige Verteilung vereinfachen würde. Für die Verabreichung sei zudem kein medizinisches Personal nötig, erklärte er. Oramed möchte den Impfstoff zunächst in Schwellenländern, wie z.B. Indien und Südamerika, auf den Markt bringen, wo bisher nur ein geringer Anteil der Bevölkerung geimpft wurde. Eine Zulassung durch die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA ist erst später geplant. Da die Oravax-Schluckimpfung auf drei Struktur-Proteine des Coronavirus abzielt, sollte es wirksamer gegen Covid-19 Mutanten sein als andere Impfstoffe, die sich allein gegen das Spike-Protein (Peplomer) richten, erklärte Kidron.


 

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