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Israel: Grenzschließung gefährdet Wahlrecht

Angesichts der für den 23. März angesetzten Knesset-Wahlen will Israels Kabinett am heutigen Dienstag über mögliche Wege zur Wiederöffnung der Grenzen beraten. Laut israelischem Wahlrecht ist die Stimmabgabe ausschließlich in Israel möglich. Im Ausland lebende Israelis dürfen nur dann per Briefwahl abstimmen, wenn sie z.B. Angehörige israelischer Botschaften oder Konsulate sind. Das israelische Demokratie-Institut (Jerusalem) hatte am Sonntag gewarnt, die Grenzschließung könnte das Wahlrecht der Bürger verletzen. Dass israelische Staatsbürger an der Rückkehr nach Israel gehindert würden, sei „verfassungsrechtlich höchst problematisch und ohnegleichen in der demokratischen Welt“. Angesichts der aktuellen Bedrohung durch das Coronavirus stelle die Grenzschließung eine „extreme Erosion“ des Rechts dar und sei „unverhältnismäßig“, erklärte das Institut in einem Rechtsgutachten. Israel hatte Ende Januar aus Sorge vor Coronavirus-Mutationen seine Grenzen geschlossen, einschließlich des Ben-Gurion-Flughafens in Tel Aviv. Die Ein- und Ausreise ist bisher nur in vorab genehmigten Ausnahmefällen möglich, tausende Israelis sind im Ausland gestrandet.

Foto: Pixabay, Knesset-Gebäude, Symbolbild

Israel: Oberstes Gericht schränkt Handyüberwachung ein

Digitale Überwachungsmaßnahmen des israelischen Inlandsgeheimdiensts Schin Bet dürfen nur in Einzelfällen zur Eindämmung des Coronavirus eingesetzt werden. Das urteilte Israels Oberster Gerichtshof am Montag. Vor rund einem Jahr hatte Israel erstmals eine Technologie zur Sammlung und Auswertung von Mobiltelefon-Daten, die üblicherweise zur Terrorabwehr genutzt wird, eingesetzt, um Kontaktpersonen positiv Getesteter ausfindig zu machen. Diese wurden anschließend aufgefordert, sich in Quarantäne zu begeben. Mehrere Menschenrechtsorganisationen hatten gegen den Einsatz der Technologie geklagt. Die Regierung habe die massive Verletzung von Grundrechten mit der Bedrohung durch das Virus begründet, sagten die Richter am Montag. Es bestand jedoch die Sorge, dass „im Lauf der Zeit das Vorübergehende zum Dauerhaften werden könnte.“ Ab dem 14. März darf die Überwachung nur dann erfolgen, wenn Einzelpersonen sich weigern, mit den Gesundheitsbehörden zu kooperieren oder Angaben zu ihren Kontaktpersonen zu machen. Joav Kisch, stellvertretender Gesundheitsminister, kritisierte das Urteil als ein „Verbrechen gegen die Gesundheit israelischer Bürger“.

Die Corona-Fälle in Israel sind weiter rückläufig. Am Montag wurden 3.089 Israelis positiv auf das Virus getestet. Die Zahl der aktiven Fälle liegt bei 38.480. Von ihnen sind 742 schwer erkrankt, der niedrigste Wert seit Jahresbeginn. Etwa die Hälfte der israelischen Bevölkerung - mehr als 4,7 Millionen Menschen - hat bereits die erste Dosis des Covid-19-Impfstoffes erhalten. 3,3 Millionen von ihnen haben beide Impfungen erhalten.

Israel: Rechte nicht-orthodoxer Konvertiten gestärkt

Israels Oberster Gerichtshof hat am Montag geurteilt, dass nichtjüdische Personen, die innerhalb des konservativen oder reformierten Judentums in Israel konvertieren, hinsichtlich des Rückkehrgesetzes als Juden anerkannt werden müssen. Nach dem Rückkehrgesetz von 1950 hat jede Person, die entweder selbst jüdisch ist oder mindestens einen jüdischen Eltern- oder Großelternteil hat, das Recht, nach Israel einzuwandern. Bisher hat Israel Übertritte zum Judentum im Land nur anerkannt, wenn sie nach orthodoxem Ritus erfolgten. Personen, die im Ausland nach konservativem oder reformiertem Ritus übergetreten sind, haben bereits seit 1989 das Recht, nach Israel einzuwandern. Das konservative und Reformjudentum sind relativ junge Strömungen des Judentums. Ihre Auslegung gilt als liberaler als die des orthodoxen Judentums, das auf das strikte Befolgen jahrhundertealter Traditionen achtet. Orthodoxe Juden, die in Israel großen Einfluss in religiösen und politischen Fragen haben, erkennen ausschließlich Konvertiten nach orthodoxem Ritus als Juden an. Sie sind besorgt, dass eine Akzeptanz konservativer und reformierter Konversionen langfristig zum Verlust der jüdischen Identität Israels führen könnte. Das Urteil gilt weitgehend als symbolisch, da innerhalb Israels nur wenige Menschen nach konservativem oder reformiertem Ritus konvertieren und nur knapp 5% der Juden im Land sich als diesen Strömungen zugehörig sehen. Dennoch erschüttert es den Einfluss des orthodoxen Judentums. Israels Oberrabbiner und ultraorthodoxe Politiker protestierten gegen das Urteil und kündigten an, dagegen vorgehen zu wollen. Säkulare und links-liberale Politiker begrüßten es.

Netanjahu: Iran steht hinter Anschlag auf israelisches Schiff

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat den Iran für den Anschlag auf ein israelisches Frachtschiff verantwortlich gemacht. Der Autotransporter, der unter der Flagge der Bahamas fährt und einem israelischen Unternehmen gehört, war am Donnerstag von einer Explosion erschüttert worden. Dabei wurden oberhalb der Wasserlinie mehrere Löcher in den Rumpf des Schiffes gerissen. Israel geht davon aus, dass ein Marine-Kommando der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) Haftminen am Schiffsrumpf angebracht hatte. Das Schiff, das sich auf dem Weg von Saudi-Arabien nach Singapur befand, wird zurzeit im Hafen von Dubai repariert. Ein israelisches Experten-Team untersucht die Schäden. Auf die Frage, ob Israel auf den Anschlag reagieren werde, sagte Netanjahu, der Iran sei „Israels ärgster Feind und wir bekämpfen ihn in der ganzen Region.“ Irans Außenministerium stritt eine Verantwortung an dem Anschlag ab und warf Netanjahu vor, vom Iran „besessen“ zu sein.

Israelischer Veteran (105) zum Oberst befördert

Alex Ziloni (105), einer der Mitbegründer der israelischen Luftwaffe, ist Ende Februar zum Oberst befördert worden. Die Beförderung erfolgte in „Anerkennung seines über viele Jahrzehnte spannenden Diensts für den Staat Israel“, erklärte das israelische Militär. Ziloni wanderte im Alter von fünf Jahren aus Polen ins damalige britische Mandatsgebiet Palästina ein. 1934 schloss er sich der Untergrundorganisation Hagana an. Später studierte er in England Luftfahrttechnik und diente während des Zweiten Weltkriegs in der Britischen Luftwaffe. In Israels Unabhängigkeitskrieg von 1948-1949 war er wesentlich am Aufbau der israelischen Luftwaffe beteiligt, in der er bis 1960 diente.

Ölpest: Israel verdächtigt griechischen Tanker

Israel vermutet, dass die verheerende Ölverschmutzung an seiner Mittelmeerküste vom griechischen Tankschiff Minerva Helen verursacht wurde. Das Umweltministerium hatte zuvor Satellitenaufnahmen von Mitte Februar geprüft, auf denen rund 50 Kilometer vor der israelischen Küste ein möglicher Ölteppich zu sehen ist. Noch ist unklar, ob die Minerva Helen das Rohöl versehentlich oder absichtlich ins Meer abließ. Bereits 2008 hatte das Schiff vor der dänischen Hauptstadt Kopenhagen 200 Tonnen Rohöl verloren. Die Ölpest ist Israels größte Umweltkatastrophe seit Jahren. Nachdem am Donnerstag ein junger Finnwal bei Nizanim tot an Land gespült worden war, wurde an zahlreichen Mittelmeerstränden Teer gesichtet. Inzwischen steht fest, dass die gesamte Mittelmeerküste von Rosch Hanikra im Norden bis Aschkelon im Süden betroffen ist. Mitarbeiter von Israels Natur- und Parkschutzbehörde, Soldaten und tausende Freiwillige sind im Einsatz, die Strände von Teer zu reinigen und verletzte Tiere zu bergen. Am Wochenende mussten Helfer im Krankenhaus behandelt werden, nachdem sie giftige Dämpfe eingeatmet hatten. Umweltministerin Gila Gamliel nannte die Verschmutzung „herzzerreißend“ und ein „Verbrechen gegen die Umwelt und das Ökosystem“. „Wir werden alles tun, um die Verantwortlichen zu finden und bereiten uns auf die schwierige und lange Aufgabe vor, die Strände wiederherzustellen und Tiere vor weiteren Schäden zu schützen.“

Foto: GPO/Kobi Gideon, Netanjahu und Gamliel besuchen verschmutzten Strand in Aschdod, 21.02.2021

Israel will palästinensische Arbeiter impfen

Israel hat am heutigen Dienstag eine Covid-19-Impfstation am Kalandia-Grenzübergang zu den Palästinensergebieten eröffnet. Damit soll Palästinensern aus Ostjerusalemer Stadtteilen, die jenseits des Sicherheitszauns liegen, die Impfung ermöglicht werden. Außerdem wird Israel die rund 120.000 in Israel arbeitenden Palästinenser impfen lassen. Das haben Beamte von Israels Gesundheitsministerium am Freitag mit ihren Amtskollegen der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) in Ramallah vereinbart. Dabei soll der Moderna-Impfstoff zum Einsatz kommen. Israel hatte 2020 mehrere Millionen Dosen Impfstoff verschiedener Hersteller bestellt. In der landesweiten Impfkampagne wurde jedoch ausschließlich der Pfizer/BioNTech-Impfstoff eingesetzt. Die PA hatte Anfang Februar ca. 12.000 Dosen des russischen Sputnik V-Impfstoffes erhalten. 2.000 davon wurden vergangene Woche in den von der islamistischen Terrororganisation Hamas kontrollierten Gazastreifen geliefert. Am Sonntag trafen im Gazastreifen weitere 20.000 Dosen ein. Es handelt sich um eine Spende der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE).

Israel beschränkt Einreise auf 200 Personen täglich

Israels Regierung plant, ab nächster Woche die Einreise auf 200 Personen am Tag zu beschränken. Vergangene Woche war zunächst beschlossen worden, bis zu 2.000 Personen am Tag einreisen zu lassen unter der Auflage, dass diese sich in sogenannte „Quarantäne-Hotels“ begeben. Diese Auflage endet jedoch am heutigen Dienstag und wird vom zuständigen Knesset-Ausschuss nicht erneuert. Stattdessen hat der Ausschuss die Regierung aufgefordert, alternative Wege zu finden, die Selbstisolation von Einreisenden durchzusetzen. Israels Grenzen sind seit Ende Januar geschlossen, um zu verhindern, dass neue Coronavirus-Varianten eingeschleppt werden. Die Grenzschließung gilt bis mindestens 6. März. Die Einreise aus humanitären Gründen soll von der neuen 200-Personen-Regelung nicht betroffen sein. Weiterhin sind zehntausende Israelis im Ausland gestrandet. Der kommerzielle Flugverkehr ist weitgehend eingestellt und spezielle Evakuierungsflüge dürfen nur nach vorheriger Genehmigung durch ein Sonderkomitee angetreten werden. Nachdem die Einwanderung nach Israel vorübergehend ebenfalls ausgesetzt worden war, genehmigte Israel diese Woche sechs Sonderflüge mit rund 900 Neueinwanderern aus Südamerika, Frankreich, Russland, der Ukraine und Äthiopien an Bord.

Ausbesserungsarbeiten an der Klagemauer

Die Klagemauer in Jerusalem ist im Rahmen von Erhaltungsmaßnahmen ausgebessert worden. Zuvor waren Schäden an der äußeren Schicht mehrerer Steine festgestellt worden. Bei den unter der Aufsicht von Rabbinern durchgeführten Arbeiten wurden gelöster Stein und Mörtel auf Kalksteinbasis in Lücken und Risse „injiziert“. „Dies ist die bestmögliche Methode, die Steine zu ‚heilen‘, und bietet den bedeutsamsten Steinen der Welt bestmöglichen Schutz vor Witterungseinflüssen“, erklärte Jossi Vaknin, Chef-Konservator der israelischen Altertumsbehörde, am Montag. Die Reparaturen erfolgten unter Rücksichtnahme auf das Ökosystem der Klagemauer, wie z.B. Pflanzen und Vogelnester. Die Klagemauer wird halbjährlich untersucht: vor dem Passah-Fest – das dieses Jahr am 27. März beginnt – und vor den Hohen Feiertagen im Herbst, wenn üblicherweise zehntausende Beter die Klagemauer besuchen. 2018 hatte sich nahe des Robinsonbogens, südlich des traditionellen Gebetsbereichs, ein rund 100 Kilogramm schwerer Stein aus der Ummauerung des Tempelbergs gelöst und war in der Nähe einer Besucherin aufgeschlagen. Es wurde niemand verletzt.

Judo-Turnier: Iraner holt Silber in Tel Aviv

Beim Judo Grand Slam in Tel Aviv hat der Iraner Saeid Mollaei am Freitag die Silbermedaille in der 81-Kilo-Klasse geholt. Mollaei war bei den Judo-Weltmeisterschaften 2019 in Tokio vom iranischen Verband angewiesen worden, im Halbfinale nicht anzutreten, nachdem der Israeli und spätere Weltmeister Sagi Muki bereits das Finale erreicht hatte. Mollaei befolgte die Anweisungen nicht, verlor das Halbfinale aber knapp. Anschließend konnte er nicht mehr in den Iran zurückkehren. Inzwischen repräsentiert er die Mongolei, deren Staatsbürger er geworden ist. Mollaei freute sich, in Israel zu sein: „Heute habe ich mit dem israelischen Team trainiert und sie waren sehr nett zu mir. Das werde ich nie vergessen.“ Sagi Muki schied bereits in der Vorrunde aus. In der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm holte Tohar Butbul Bronze für Israel. Bei den Frauen gewannen Timna Nelson Levy Gold (bis 57 Kilogramm) und Gili Cohen Silber (bis 52 Kilogramm). Judo ist eine der wichtigsten Sportarten in Israel: Fünf seiner insgesamt neun Olympischen Medaillen gewann es im Judo. Das Turnier hatte im Vorfeld für heftige Kontroversen gesorgt, da israelische Staatsbürger derzeit aufgrund der Flughafen-Schließung nur unter strengen Auflagen einreisen dürfen. ZumJudo-Turnier konnten jedoch rund 600 Sportler und Betreuer aus aller Welt anreisen.

Schneesturm in Israel

Ein Wintersturm hat in Teilen Israels zu starkem Schneefall geführt. In Jerusalem fielen in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag bis zu 15 Zentimeter Schnee, im Norden des Landes bis zu 40 Zentimeter. Auch in Mizpe Ramon in der Negev-Wüste war am Donnerstagmorgen eine leichte Schneedecke zu sehen. In Jerusalem waren rund 250 Schneepflüge und Bulldozer im Einsatz. Die Autobahn 1, die Jerusalem mit Tel Aviv verbindet, musste über Nacht gesperrt werden. Sie wurde am Donnerstagmorgen wieder für den Verkehr freigegeben. Auf den Golanhöhen, in Teilen Galiläas, Judäas und Samarias blieben die Schulen geschlossen. In anderen Teilen des Landes kam es zu starken Regenfällen und Windböen. Der Wintersturm folgte auf einige Wochen relativ milder Temperaturen. Es wird erwartet, dass er am heutigen Donnerstag nachlassen wird.

Foto: ICEJ, Schnee in Jerusalem, 18.02.2021

Israel: Infektionszahlen sinken, weitere Lockerungen erwartet

In Israel nimmt die Zahl der positiv auf das Coronavirus Getesteten weiter ab. Am Mittwoch hatten 4.054 der durchgeführten Tests ein positives Ergebnis, die Zahl der aktiven Fälle lag bei 51.907. Zurzeit sind 959 Israelis schwer erkrankt. Seit Beginn der Krise wurden 738.629 Israelis positiv getestet, 5.473 sind mit oder an dem Coronavirus gestorben. Am Sonntag konnten zwei Corona-Stationen in Israels größtem Krankenhaus, dem Sheba Medical Center in Ramat Gan, geschlossen werden. Die Stationen werden zunächst nicht umfunktioniert und bleiben einsatzbereit, falls es wieder zu einem Neuanstieg an Infektionen kommen sollte. Das Krankenhaus behandelt jedoch weiterhin einige schwer an Covid-19 Erkrankte, überwiegend jüngere Menschen. Der R-Wert nimmt ebenfalls weiter ab und lag am Mittwoch bei 0,81. Die Gesundheitsbehörden hatten zuvor einen R-Wert von 0,8 als Kriterium festgelegt, bei dem Einschränkungen aufgehoben werden könnten. Israel hatte am 7. Februar erste Maßnahmen gelockert bzw. aufgehoben. Am kommenden Sonntag sollen der Einzelhandel, Fitnessstudios, Hotels und andere Einrichtungen wieder öffnen.

Gaza: Scharia-Gericht schränkt Reisefreiheit für Frauen ein

Ein der islamistischen Terrororganisation Hamas nahestehendes Scharia-Gericht im Gazastreifen hat am Sonntag festgelegt, dass Frauen künftig nur mit Erlaubnis ihres männlichen „Vormundes“ die Enklave verlassen dürfen. Unverheiratete Frauen müssten demnach von ihrem „Vormund“, in der Regel der Vater, ein Onkel oder ein Bruder, die Erlaubnis einholen. Diese muss dann dem Scharia-Gericht gemeldet werden, bevor die Frau ihre Reise antreten darf. Der Gerichtsbeschluss deutet darauf hin, dass diese Regelung auch für verheiratete Frauen gilt. Er besagt des Weiteren, dass Männer durch ihre Väter oder Großväter an der Ausreise gehindert werden können, sofern dies „großen Schaden“ anrichten würde. Dazu müssten die Verwandten jedoch eine einstweilige Verfügung beantragen. Beobachter vermuten, dass die Hamas mit diesem Beschluss angesichts der anstehenden palästinensischen Wahlen die Unterstützung ihrer strenggläubigen Wählerbasis festigen will.

Israel will EM 2021, Champions League austragen

Israels Fußballverband hat angeboten, dass wichtige Spiele der Fußball-Europameisterschaft 2021, der Champions League und der Europa League in israelischen Stadien ausgetragen werden können. Da inzwischen rund 46% der Israelis mindestens die Erstimpfung gegen Covid-19 erhalten haben, wird erwartet, dass im Mai oder Juni Spiele vor Zuschauern stattfinden können. Bisher plant die UEFA, Europas Fußballverband, sowohl die EM 2021 als auch die Vereinsturniere in verschiedenen europäischen Städten auszurichten. Noch ist unklar, ob angesichts der Infektionszahlen und der Sorge um Coronavirus-Mutationen vor Publikum gespielt werden kann. Die UEFA will weiterhin an den ursprünglichen Austragungsorten festhalten, hat jedoch angekündigt, Israels Angebot zu prüfen. Die Fußball-Europameisterschaft war aufgrund der Corona-Krise ins Jahr 2021 verschoben worden. Es wäre das erste Mal, dass Spiele der EM in Israel ausgetragen werden würden. Die in Frage kommenden Stadien wären das Teddy-Kollek-Stadion (Jerusalem) mit 34.000 Plätzen, das Sammy-Ofer-Stadion (Haifa) mit 31.000 Plätzen und das Bloomfield-Stadion (Tel Aviv) mit 29.000 Plätzen. Israels Nationalmannschaft wird nicht an der EM teilnehmen, sie konnte sich nicht qualifizieren.


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Trotz Grenzschließung: ICEJ bringt 302 äthiopische Juden nach Israel

Trotz Schließung des Ben-Gurion-Flughafens sind am Freitag 302 äthiopisch-jüdische Neueinwanderer mit einem ICEJ-Charterflugzeug in Tel Aviv eingetroffen. Es ist das erste Charterflugzeug der ICEJ seit 1998. „Wir sind sehr dankbar, dass diese äthiopischen Neueinwanderer eine Sondergenehmigung für die Heimreise nach Israel erhielten“, erklärte ICEJ-Präsident Dr. Jürgen Bühler. „Sie haben sehr harte Bedingungen in Gondar ertragen und erwarteten jeden Tag, dass sie nach Israel gehen dürften – doch durch die aktuelle Schließung des Flughafens zerschlugen sich ihre Hoffnungen. Aber nun sind ihre Träume wahr geworden. Wir danken den vielen Christen weltweit, die diesen Flug ermöglicht haben.“ Unter den Neueinwanderern befand sich der sechsjährige Benjamin, der mit einem Herzfehler geboren wurde. Nach der Landung wurde er direkt in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht, wo er nun auf eine Operation am offenen Herzen wartet. Die übrigen Neueinwanderer begingen ihren ersten Schabbat im Heiligen Land in der obligatorischen 14-tägigen Quarantäne.

Foto: Keren Hayesod, 302 Neueinwanderer aus Äthiopien nach ihrer Landung in Tel Aviv, 12.02.2021

Zahlreiche israelische und jüdische Medien berichteten über diesen außergewöhnlichen, von Christen gesponserten Flug. Herzlichen Dank an alle Freunde der ICEJ, deren Gebete und Spenden bewirkten, dass Juden in Israel und weltweit erfahren haben, dass es Christen gibt, die sie lieben und unterstützen. Lesen Sie hier die Berichterstattung in einigen israelischen Zeitungen (auf Englisch): Jerusalem Post | Times of Israel | Arutz Sheva

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für die 302 Neueinwanderer, dass sie sich in ihrem Heimatland wohlfühlen und gut einleben. Beten wir auch für eine erfolgreiche Herzoperation und vollkommene Genesung des kleinen Benjamin.

Bitte helfen Sie uns, noch weitere äthiopische Juden nach Israel zu bringen. Als Verwendungszweck bitte Alijah & Integration angeben, vielen Dank!

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Israelische Studie deutet auf hohe Impfstoff-Effizienz hin

Die am Sonntag veröffentlichten Ergebnisse einer Studie von Israels größtem Gesundheitsdienstleister Clalit deuten darauf hin, dass der Pfizer-BioNTech-Impfstoff symptomatische Covid-19-Infektionen um 94% reduziert. Bei Geimpften, die sich dennoch mit dem Coronavirus infizierten, gab es 92% weniger schwere Verläufe. Bei der möglicherweise umfangreichsten Studie dieser Art weltweit wurden die Daten von 600.000 Israelis, die beide Dosen des Covid-19-Impfstoffes erhalten hatten, mit denen von 600.000 nicht-geimpften verglichen. Beide Gruppen waren hinsichtlich Alter und Gesundheitszustand vergleichbar. Rund eine Woche nach Verabreichung der zweiten Dosis soll der Impfstoff bereits zu 91-99% schwere Covid-19-Erkrankungen verhindert haben. Es sei möglich, dass die Effizienz des Impfstoffes mit der Zeit noch zunehmen könnte, erklärte Dr. Ran Balicer, leitender Epidemiologe bei Clalit und Berater der israelischen Regierung. Clalit plant weitere Studien über die Wirksamkeit des Impfstoffes. Vergangene Woche gab auch der Gesundheitsdienstleister Maccabi bekannt, dass von rund einer halben Million vollständig geimpfter Personen nachfolgend nur 544 positiv auf das Virus getestet wurden, was 0,1% entspricht. Vier von ihnen erkrankten schwer. Es wird erwartet, dass Israel am heutigen Dienstag die Vier-Millionen-Marke der geimpften Personen überschreitet. Rund 2,6 Millionen von ihnen hätten dann beide Dosen des Impfstoffes erhalten.

Gaza: Erdgas aus Israel soll Stromknappheit beheben

Israelisches Erdgas soll die seit Jahren andauernde Stromknappheit im von der islamistischen Terrororganisation Hamas beherrschten Gazastreifen beenden. Ein entsprechendes Abkommen, das nach mehrjährigen Verhandlungen unter Vermittlung Katars, der EU und der UN zustande kam, soll innerhalb der nächsten sechs Monate unterzeichnet werden. Das gab der katarische Gesandte Mohammad al-Emadi am Sonntag bekannt. Die Produktion des einzigen, dieselbetriebenen Kraftwerks der Enklave, Solarfelder und Importstrom aus Israel decken nur knapp die Hälfte des Stromverbrauchs im Gazastreifen ab. Täglich kommt es zu Stromausfällen von acht bis zwölf Stunden. Israelisches Erdgas vom vor der Mittelmeerküste gelegenen Erdgasfeld Leviathan soll dieses Problem nun kostengünstig lösen. „Die Pipeline wird die jährlichen Stromkosten von 18 Millionen Euro auf weniger als acht Millionen Euro reduzieren“, erklärte al-Emadi. Seit 2018 versorgt das Emirat Katar mit Israels Genehmigung die Hamas-Führung mit Millionenzahlungen für die Deckung der Stromkosten und den Bau von Infrastruktur. Außerdem leistet Katar Hilfszahlungen an zehntausende bedürftige Familien im Gazastreifen. Bevor mit der Auslieferung des Erdgases begonnen werden kann, muss eine Pipeline aus Israel in den Gazastreifen gebaut werden. Sie soll in den nächsten zweieinhalb Jahren fertiggestellt werden, sagte al-Emadi. Die EU wird den Bau auf palästinensischer Seite mit rund 4 Millionen Euro unterstützen. Katar hat versprochen, die Kosten für den Bau auf israelischem Gebiet zu übernehmen.

VAE-Botschafter in Israel vereidigt

Muhammad bin Raschid Al Maktum, Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Emir von Dubai, hat am Sonntag den ersten Botschafter der VAE in Israel vereidigt. Al Maktum wünschte Botschafter Mohammad Mahmoud Al Khajah Erfolg und ermutigte ihn, die freundschaftlichen und kooperativen Beziehungen zwischen Israel und den VAE zu festigen. Al Khaja war 2010 zum Stabschef des emiratischen Außenministeriums ernannt worden. Seitdem hatte er zahlreiche Positionen innerhalb des Ministeriums inne. Noch ist unklar, wann er in Israel eintreffen wird, um seinen neuen Posten anzutreten. Ende Januar eröffnete Israel seine Botschaft in den VAE. Botschafter Eitan Na’eh, ehemaliger Botschafter Israels in der Türkei, traf vor rund drei Wochen in Abu Dhabi ein. Na’eh ist Israels erster Botschafter am Persischen Golf. Im Königreich Bahrain wird Israel bislang nur durch einen Geschäftsträger vertreten. Ein für vergangene Woche geplanter Besuch von Premierminister Benjamin Netanjahu in Abu Dhabi und der bahrainischen Hauptstadt Manama wurde aufgrund der Corona-Pandemie auf unbestimmte Zeit verschoben.

IStGH: Brite wird neuer Chefankläger

Die 123 Mitgliedsstaaten des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) haben am Freitag den Briten Karim Khan zum künftigen Chefankläger gewählt. Der Menschenrechtsanwalt Khan, der zurzeit als Assistent des UN-Generalsekretärs die UN-Untersuchungen zu den Verbrechen der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) leitet, setzte sich gegen Mitbewerber aus Irland, Spanien und Italien durch. In der Vergangenheit arbeitete er für die Anklagebehörde der UN-Tribunale für Ex-Jugoslawien und Ruanda. Beim IStGH trat Khan bereits als Verteidiger des kenianischen Vizepräsidenten William Ruto auf, der 2011 wegen Anstiftung zu Mord, Vertreibung und Verfolgungangeklagt wurde. Das Verfahren wurde 2016 eingestellt. Unter den Mitbewerbern für das Amt des Chefanklägers am IStGH galt Khan als der von Israel bevorzugte Kandidat, da er als pragmatisch gilt und eine „Politisierung“ des IStGH ablehnt. Khan wird das Amt am 16. Juni antreten. Der IStGH hatte am 5. Februar geurteilt, er sei für Ermittlungen wegen angeblicher israelischer Kriegsverbrechen in den Palästinensergebieten und in Ostjerusalem zuständig. Israel wirft dem IStGH vor, eine politische Institution zu sein.

Gebetsanliegen: Beten wir weiterhin dafür, dass die Ermittlungen des IStGH eingestellt werden und die unfaire Behandlung Israels auf internationaler Ebene ein Ende hat. Beten wir, dass Gott Israel und seinen Verbündeten Weisheit schenkt, um in dieser Angelegenheit vorausschauend zu handeln.


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Israel erwägt Impfpflicht, „grünen Pass“

Die israelische Regierung erwägt, Covid-19-Impfungen für Personen, die „vor einem Publikum, z.B. einer Schulklasse, stehen“, verpflichtend zu machen. Das sagte Gesundheitsminister Juli Edelstein am Mittwoch. Lehrer, die nicht geimpft seien, hätten die Möglichkeit sich alle 48 Stunden auf eigene Kosten auf das Coronavirus testen zu lassen, sagte Edelstein. Die israelische Regierung plant außerdem die Einführung eines „grünen Passes”, der Geimpften oder von Covid-19-Genesenen Zutritt zu Hotels, Fitnessstudios und anderen Freizeiteinrichtungen ermöglichen soll. Israelis würden dann über ihr Handy auf die Daten des Gesundheitsministeriums zugreifen und ihre Immunität nachweisen können. Israel hat seine Impfkampagne inzwischen auf alle Personen über 16 Jahre ausgeweitet. Rund 40% der Israelis haben bereits die erste Dosis des Pfizer-BioNTech-Impfstoffes erhalten. Am Mittwoch wurden knapp über 6.000 Israelis positiv auf das Virus getestet, was ca. 5,9% der durchgeführten Tests entsprach. Der R-Wert lag bei 0,93. Die Zahl der aktiven Fälle liegt bei 67.808 Personen, von denen 1.027 schwer erkrankt sind.

Foto: GPO/Haim Zach, Benjamin Netanjahu und Juli Edelstein besuchen ein Impfzentrum, Januar 2021

Israel: Teilweise Wiederöffnung der Schulen

Rund 20% der israelischen Schulkinder sind am heutigen Donnerstag zum Präsenzunterricht zurückgekehrt. In Kommunen mit niedriger oder mittlerer Infektionsrate wurde der Unterricht in den Jahrgängen 1-4 und 11-12 nach einem einmonatigen Lockdown wieder aufgenommen. Auch Kindergärten und Vorschulen durften wieder öffnen. Kommunen oder einzelne Stadtteile mit hoher Infektionsrate dürfen angesichts der aktuell herrschenden frühlingshaften Temperaturen Unterricht im Freien durchführen - in Kleingruppen von maximal neun Schülern. Ultraorthodoxe Politiker hatten diese Option gefordert, da zahlreiche ultraorthodoxe Wohngebiete weiterhin von hohen Infektionszahlen betroffen sind.Die Schließung des Einzelhandels bleibt bestehen. Drei Einkaufszentren im Land öffneten heute entgegen der Regelungen und wurden von der Polizei wieder geschlossen.

Bericht: Mossad tötete iranischen Atomwissenschaftler

Die Tötung des iranischen Atomwissenschaftlers und „Vaters des iranischen Atomprogramms“ Mohsen Fakhrizadehim November 2020 geht auf den israelischen Geheimdienst Mossad zurück. Das berichtete die Londoner Zeitung The Jewish Chronicle am Mittwoch unter Berufung auf anonyme Quellen. Ein zwanzigköpfiges Team, bestehend aus israelischen und iranischen Staatsbürgern, tötete demnach den Brigadegeneral der Iranischen Revolutionsgarden mit einer „hochpräzisen“, tonnenschweren Waffe, die zuvor in Einzelteilen ins Land geschmuggelt worden war. Diese sei per Fernsteuerung bedient und anschließend mittels eingebauter Bombe zerstört worden, um Spuren zu verwischen. Alle Agenten hätten das Land rechtzeitig verlassen können. Die USA seien nicht beteiligt gewesen und hätten lediglich einen „Hinweis“ auf die geplante Operation erhalten. Israelische Medien wiesen darauf hin, dass die Meldungen des Jewish Chronicle nicht überprüft werden konnten. Sie deuteten den Zeitpunkt des Bekanntwerdens jedoch als eine versteckte Botschaft Israels an den Iran und die USA. Die neue US-Regierung erwägt einen Wiedereintritt in das Atomabkommen von 2015. Israel hat in der Vergangenheit wiederholt betont, es sei zu jedem Mittel bereit, um eine iranische Atombombe zu verhindern. Laut Jewish Chronicle vermuten israelische Experten, dass die Tötung Fakhrizadehs Irans Fähigkeit, eine Atombombe zu bauen, um zwei bis fünf Jahre zurückgeworfen habe.

Biden will Iran-Sanktionen vorerst nicht aufheben

Die USA werden Sanktionen gegen den Iran nicht aufheben, bis dieser die im internationalen Atomabkommen vereinbarten Auflagen zur Urananreicherung einhält. Das sagte US-Präsident Joe Biden am Sonntag. Das iranische Regime hingegen besteht darauf, dass zuerst die US-Sanktionen aufgehoben werden. Der Iran hatte im Januar mit der Anreicherung von Uran auf 20% begonnen. Technisch gesehen ist er damit nicht mehr weit von atomwaffenfähigem Uran entfernt, das zu 90% angereichert sein muss.Das Atomabkommen von 2015 erlaubt dem Iran einen Vorrat von 202,8 Kilogramm Uran mit einem Anreicherungsgrad von 3,67%. Im November gab die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bekannt, der Iran verfüge bereits über das Zwölffache dieser erlaubten Menge. Die USA waren 2018 unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump aus dem Abkommen ausgestiegen und hatten den Iran mit Sanktionen belegt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bot sich vergangene Woche als Vermittler zwischen den USA und dem Iran an. Er würde „jede Initiative der USA, einen anspruchsvollen Dialog wieder aufzunehmen,“ unterstützen. Macron sagte auch, er befürworte eine Neuverhandlung des Atomabkommens, die Einschränkungen zum iranischen Raketenprogramm miteinbeziehe. Außerdem müsse ein Weg gefunden werden, „Saudi-Arabien und Israel in diese Gespräche einzubinden“, denn diese seien von deren Ausgang „direkt betroffen“. Teheran lehnt eine Neuverhandlung ab.

US-Außenminister: Israels Kontrolle über Golan „wichtig“

US-Außenminister Antony Blinken befürwortet Israels „Kontrolle“ über die Golanhöhen ungeachtet der Frage, ob dies „rechtmäßig“ sei. Das sagte Blinken dem Fernsehsender CNN am Montag. So lange der syrische Diktator Baschar al-Assad an der Macht sei und so lange der Iran und pro-iranische Milizen in Syrien aktiv seien, bliebe die Kontrolle über die Golanhöhen „enorm wichtig für Israels Sicherheit.“ Die Frage nach der Rechtmäßigkeit sei „ein anderes Thema“, das die USA untersuchen würden, sobald sich die Situation in Syrien ändere. „Aber davon sind wir noch weit entfernt.“ US-Präsident Donald Trump hatte 2019 Israels Souveränität über das militärstrategisch bedeutsame Plateau anerkannt. Der jüdische Staat hatte es im Sechs-Tage-Krieg 1967 erobert. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu ließ nach Blinkens Äußerung mitteilen, „die Golanhöhen werden für immer Teil des Staates Israel bleiben.“


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Korruptionsprozess: Netanjahu plädiert auf „nicht schuldig“

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat am Montag die gegen ihn erhobenen Korruptionsvorwürfe erstmals vor Gericht zurückgewiesen. Der Regierungschef erschien zum zweiten Mal seit Prozessbeginn im Mai 2019 vor dem Jerusalemer Bezirksgericht. Netanjahu wird Betrug und Untreue in drei Fällen und Bestechung in einem der Fälle vorgeworfen. Er hat die Beschuldigungen wiederholt als politisch motiviert bezeichnet und die Vorwürfe abgestritten. Während des Gerichttermins am Montag plädierte er auf „nicht schuldig“. Seine Anwälte beantragten zudem, die Beweisaufnahme bis nach den Knesset-Wahlen am 23. März zu verschieben. In dieser Phase des Prozesses müsste Netanjahu möglicherweise mehrmals pro Woche persönlich vor Gericht erscheinen. Die Beweisaufnahme während des Wahlkampfes durchzuführen würde wie eine „grobe Einmischung in die Wahlen“ aussehen, sagte Netanjahu während einer Pressekonferenz am Montagnachmittag. Die Entscheidung des Gerichts steht noch aus. Beobachter erwarten, dass dem Antrag stattgegeben wird.

Foto: GPO/Kobi Gideon, Benjamin Netanjahu, Archivbild

Israel lockert Corona-Maßnahmen

Israel hat am Sonntag mit der Lockerung der seit dem 7. Januar geltenden Corona-Maßnahmen begonnen. Die Regelung, wonach Israelis sich maximal einen Kilometer von ihrem Haus entfernen durften, wurde aufgehoben. Nationalparks, Naturreservate und archäologische Stätten durften wieder öffnen. Unternehmen, die Einzelkunden bedienen, wie z.B. Friseure, konnten ihre Arbeit wieder aufnehmen und Restaurants dürfen nun Abholservice anbieten. Es wird erwartet, dass Schulen ab Donnerstag vereinzelt wieder Präsenzunterricht durchführen können. Auch die Einreisebestimmungen wurden gelockert. Die Schließung des Ben-Gurion-Flughafens in Tel Aviv wurde zwar bis mindestens 20. Februar verlängert, im Ausland gestrandete Israelis dürfen jedoch zurückkehren. Sie müssen sich nach der Landung in ein von der Regierung bestimmtes „Quarantäne-Hotel“ begeben. Auch Juden, die einen Antrag auf Einwanderung gestellt haben, dürfen einreisen. Die sonstige Ein- und Ausreise unterliegt weiterhin strikten Regeln und der vorherigen Genehmigung durch die Regierung. Mehr als 3,5 Millionen Israelis wurde inzwischen die erste Dosis des Covid-19-Impfstoffes verabreicht. 2,1 Millionen von ihnen erhielten beide Dosen. Am Montag wurden 7.189 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Die Zahl der aktiven Fälle liegt bei 70.120, 1.088 Israelis sind schwer erkrankt.

IStGH ermöglicht Verfahren gegen Israelis

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag hat am Freitag erklärt, er sei für Ermittlungen wegen angeblicher israelischer Kriegsverbrechen in den Palästinensergebieten und in Ostjerusalem zuständig. Chefanklägerin Fatou Bensouda hatte im Dezember 2019 Ermittlungen gegen Israel und die islamistische Terrororganisation Hamas angekündigt und die zuständige Kammer gebeten, die Gerichtsbarkeit zu prüfen. Das Rom-Statut, die vertragliche Grundlage des IStGH, erlaubt nur Staaten die Übertragung der Gerichtsbarkeit an den IStGH. Der Gerichtshof hatte „Palästina“ 2015 als Mitgliedstaat aufgenommen und dies mit seinem Status als „Beobachterstaat“ bei den UN begründet. Deutschland, Ungarn und Tschechien hatten jedoch in einem Rechtsgutachten argumentiert, dass die Palästinensische Autonomiebehörde (PA), die sich an den IStGH gewandt hatte, kein souveräner Staat sei. Israel teilt diese Ansicht. Zwei der drei Richter erklärten nun, dass „Palästina sich als ‚der Staat, auf dessen Territorium die besagten Ereignisse geschahen‘, qualifiziert.“

Es wird erwartet, dass Bensouda noch vor Ende ihrer Amtszeit im Juni Ermittlungen aufnehmen wird. Anklagepunkte sind der Gaza-Krieg von 2014, die israelische „Siedlungspolitik“ und Israels Reaktion auf die gewaltsamen Proteste am Gaza-Grenzzaun von 2018-2019. Sollte es zu einer Anklage kommen, würde sich diese nicht gegen den Staat Israel, sondern gegen Einzelpersonen richten. Da Prozesse laut Rom-Statut die Anwesenheit der Angeklagten erfordern, fürchtet Israel internationale Haftbefehle gegen Politiker und Militärangehörige. Im Sommer 2020 berichteten israelische Medien, dass die israelische Regierung eine Liste von rund 300 Personen erstellt hatte, die möglicherweise betroffen sein könnten.

„Reiner Antisemitismus“

„Israel wird resolut handeln, um seine Offiziere und Soldaten zu schützen“, sagte Verteidigungsminister Benny Gantz am Samstag. Premierminister Benjamin Netanjahu bezeichnete die Entscheidung der Kammer als „reinen Antisemitismus“. „Heute beweist der IStGH wieder einmal, dass er ein politisches Organund keine juristische Institution ist. Er ignoriert wahre Kriegsverbrechen und stellt stattdessen dem Staat Israel nach.“ Ned Price, Sprecher des US-Außenministeriums, kündigte an, die USA würden „Präsident Bidens starkes Bekenntnis zu Israel und seiner Sicherheit aufrechterhalten, auch indem wir unfairen Angriffen gegen Israel entgegentreten.“ Israel und die USA sind beide keine Unterzeichner des Rom-Statuts und erkennen daher die Zuständigkeit des IStGH nicht an. Noch ist unklar, wer Bensouda ins Amt folgen wird und ob die Ermittlungen dann weitergeführt werden.

Gebetsanliegen:Bitte beten Sie mit uns, dass Gott für Israel streitet und der israelischen Regierung Weisheit schenkt. Beten wir für die Bewahrung der Israelis, die sich im Ausland aufhalten und beten wir, dass Bensoudas Nachfolger die Ermittlungen einstellt.

US-Senat: Botschaft bleibt in Jerusalem

Der US-Senat hat am Donnerstag mit 97 zu drei Stimmen für den Erhalt der US-Botschaft in Jerusalem gestimmt. Nur die Senatoren Bernie Sanders, Elizabeth Warren und Tom Carper stimmten gegen einen entsprechenden Änderungsantragzum Haushaltsplan. Dieser sollte sicherstellen, dass die US-Botschaft „dauerhaft in Jerusalem bleibt“. Er verhindert außerdem, „dass sie herabgestuft oder verlegt wird.“ Das erklärte Senator Jim Inhofe, einer der Initiatoren des Antrags. „Es ist ein wichtiges Signal, dass wir Jerusalem als Hauptstadt anerkennen.“ Die USA hatten 2018 unter US-Präsident Donald Trump ihre Botschaft nach Jerusalem verlegt. Aktuellen Plänen zufolge soll das Konsulatsgebäude im Stadtteil Arnona, das als provisorische US-Botschaft dient, ausgebaut und ein zusätzlicher Gebäudekomplex errichtet werden. Noch ist unklar, ob ein dafür vorgesehenes, an der Hebron-Straße liegendes Gelände den Sicherheitsauflagen des US-Außenministeriums entspricht.

Israel: Neues Corona-Medikament zu 96% wirksam

Israelische Forscher des Ichilov-Krankenhauses in Tel Aviv haben ein Medikament entwickelt, mit der Covid-19-Erkrankungen zu 96% erfolgreich behandelt werden können. Das gab das Krankenhaus am Donnerstag bekannt. In der Testphase-I erholten sich 29 der 30 Patienten, die mittelschwer bis schwer an Covid-19 erkrankt waren, innerhalb von drei bis fünf Tagen. Die 30. Person genas zu einem späteren Zeitpunkt. Das Medikament EXO-CD24, entwickelt unter der Leitung von Prof. Nadir Arber vom Krebsforschungszentrum des Krankenhauses, wird einmal am Tag über mehrere Minuten hinweg inhaliert. Dadurch gelangt das Protein CD24 in die Lunge, wo es den Zytokinsturm- eine Überreaktion des Immunsystems, die zum Tode führen kann - bekämpft. Experten vermuten, dass viele der tödlich verlaufenden Covid-19-Fälle auf den Zytokinsturmzurückgehen. CD24 trägt dazu bei, dass das sich Immunsystem beruhigt und der Zytokinsturm abschwächt. Da EXO-CD24 durch die Inhalation lokal angewendet wird, gebe es keine Nebenwirkungen, erklärte Dr. Sharon Shapiro, leitende Forscherin in Prof. Arbers Labor. „Die Ergebnisse der Testphase-I sind hervorragend“, sagte Prof. Ronni Gamzu, Direktor des Ichilov-Krankenhauses und ehemaliger Corona-Beauftragter der israelischen Regierung. „Ich bin stolz darauf, dass Ichilov möglicherweise ein israelisches Heilmittel gegen eine schreckliche weltweite Pandemie entwickelt hat.“ Das Krankenhaus hat nun beantragt, die Tests an einer größeren Anzahl Patienten vornehmen zu dürfen.


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Knesset-Wahlen: Parteien geben Kandidaten bekannt

Israelische Parteien müssen bis heute Abend um Mitternacht die Namen ihrer Kandidaten für die Knesset-Wahlen im März einreichen. Bereits eingereichte Listen können nicht nachträglich geändert werden. Die linksliberale Jesch Atid-Partei von Jair Lapid und die zentrische Blau-Weiß-Partei von Verteidigungsminister Benny Gantz, die bei den letzten Wahlen im März 2020 gemeinsam angetreten waren, reichten ihre Listen separat ein. Aktuellen Umfragen zufolge würde die Jesch Atid-Partei 17 Mandate erhalten. Noch ist unklar, ob Gantz‘ Partei die 3,25%-Hürde schaffen würde. Einige prominente Blau-Weiß-Politiker hatten die Partei im Dezember verlassen, Pnina Tamano-Shata, Ministerin für Einwanderung und Integration, Orit Farkash-Hacohen, Ministerin für Strategische Angelegenheiten, und Hili Tropper, Kultur- und Sportminister, kandidieren jedoch erneut für Blau-Weiß.

Foto: Pixabay, Knesset-Gebäude, Symbolbild

Die neue national-konservative Partei Tikwa Chadascha des ehemaligen Likud-Ministers Gideon Sa’ar tritt mit mehreren ehemaligen Abgeordneten und Ministern der Parteien Likud, Blau-Weiß und Derech Eretz an, darunter Kommunikationsminister Joas Hendel und Jifat Shasha-Biton, Vorsitzende des Corona-Ausschusses der Knesset. Tikwa Chadascha käme aktuellen Umfragen zufolge auf 14 Sitze. Die nationalreligiöse Jamina-Partei Naftali Bennetts würde elf Sitze erhalten, mit dabei ist die ehemalige Justizministerin Ayelet Schaked. Die arabische Vereinte Liste stellt sich diesmal ohne die islamistische Ra’am-Partei zur Wahl und würde zehn Mandate erhalten, fünf weniger als bei den Wahlen 2020.Innenminister Arye Deris sephardisch-ultraorthodoxe Schas-Partei und die russisch-säkulare Partei Israel Beitenu von Avigdor Lieberman haben ebenfalls ihre Listen eingereicht. Sie würden beide acht Mandate erhalten.

Die sozialdemokratische Meretz-Partei und die Arbeitspartei werden sich nicht wie geplant zusammenschließen. Beide würden laut aktuellen Umfragen den Einzug in die Knesset schaffen und fünf bzw. sechs Mandate erhalten. Die national-konservative Likud-Partei von Premierminister Benjamin Netanjahu und die aschkenasisch-ultraorthodoxe Partei Vereinigtes Thora-Judentum haben ihre Listen noch nicht eingereicht. Sie würden aktuellen Umfragen nach auf 29 bzw. sieben Sitze kommen. Die zentrische Telem-Partei von Mosche Ja’alon, im März noch Teil des Blau-Weiß-Bündnisses, wird nicht antreten.

Israel: Impfungen auf 16-Jährige ausgeweitet

Das israelische Gesundheitsministerium will ab dem heutigen Donnerstag allen Israelis über 16 Jahre die Covid-19-Impfung ermöglichen. Bisher war die Impfung auf Personen über 35 Jahre und Risikogruppen beschränkt. Die landesweite Impfkampagne hatte sich in den letzten Tagen infolge sinkender Nachfrage verlangsamt. Trotz Impfkampagne und striktem Lockdown ist die Zahl täglicher Neuinfektionen weiterhin hoch. Am Mittwoch wurden 7.919 Menschen positiv auf das Virus getestet, die Zahl der aktiven Fälle lag bei 73.707. Experten gehen davon aus, dass die meisten der aktiven Fälle auf die britische Virusmutation, die als ansteckender gilt, zurückzuführen sind. Eine für Mittwoch vorgesehene Kabinettsitzung zur Verlängerung des Lockdowns, der am heutigen Donnerstag um Mitternacht endet, wurde verschoben und ist für den heutigen Nachmittag angesetzt. Nachman Ash, Corona-Beauftragter der israelischen Regierung, hat bereits angekündigt, er werde eine leichte Lockerung der Corona-Maßnahmen empfehlen, beginnend am Sonntagabend.

Flughafen-Schließung: Tausende Israelis im Ausland gestrandet

Aufgrund der Schließung des Tel Aviver Ben-Gurion-Flughafens seit dem 24. Januar sind tausende Israelis im Ausland gestrandet. Am Dienstag startete ein Evakuierungsflug der Fluggesellschaft Israir in Frankfurt mit mehreren Tagen Verspätung. An Bord befanden sich rund 40 Israelis, die teilweise mit Verbindungsflügen angereist waren. Die israelische Regierung plant, täglich einen Evakuierungsflug von Frankfurt aus durchzuführen. Direkte Verbindungen aus den USA und anderen Ländern sind zurzeit nicht vorgesehen. Der Passagierverkehr am Flughafen Tel Aviv war Ende Januar eingestellt worden, um die Einschleppung von Coronavirus-Mutationen zu verhindern. Viele Israelis, die sich im Ausland aufhielten, wurden von der Schließung überrascht. Die Einreise wird seitdem nur in dringenden Fällen wie z.B. einer medizinischen Behandlung oder der Teilnahme an einer Beerdigung genehmigt. Ein Sonderausschuss der Regierung prüft jeden Einzelfall. Juden, die geplant hatten, Alijah (Einwanderung nach Israel) zu machen, sind ebenfalls betroffen. Kritiker werfen der Regierung vor, mit der Grenzschließung de facto das Rückkehrgesetz ausgesetzt zu haben - erstmals in der Geschichte Israels. Das Rückkehrgesetz von 1950 erlaubt jedem Juden weltweit, nach Israel einzuwandern und israelischer Staatsbürger zu werden. Auch Flüge der Operation „Fels Israels“, mit der die israelische Regierung bis Ende Januar 2.000 äthiopische Juden nach Israel holen wollte, wurden verschoben. 1.270 äthiopische Juden konnten in den letzten Monaten Alijah machen, weitere ca. 730 sollen im Februar eingeflogen werden. Der Ben-Gurion-Flughafen bleibt bis einschließlich 7. Februar geschlossen. Es wird erwartet, dass die Regierung die Schließung bis mindestens 14. Februar verlängert.

Gebetsanliegen:Bitte beten Sie mit uns für die Wiederaufnahme der Passagierflüge nach Israel und für die rasche Rückkehr der im Ausland gestrandeten Israelis. Beten wir insbesondere dafür, dass die Flüge der äthiopischen Juden ohne weitere Verzögerung wieder aufgenommen werden können.

Bisher konnte die ICEJ die Flugtickets von 200 äthiopischen Juden finanzieren. Bitte helfen Sie uns, für weitere 300 die Alijah zu ermöglichen. Als Verwendungszweck bitte "Alijah & Integration" angeben, vielen Dank!  

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USA: Designierte UN-Botschafterin will Israel zur Seite stehen

Linda Thomas-Greenfield, designierte UN-Botschafterin der USA, hat angekündigt, gegen anti-israelische UN-Resolutionen vorgehen zu wollen. „Ich freue mich darauf, an Israels Seite zu stehen und den unerbittlichen Resolutionen, die Israel unfair behandeln, entgegenzutreten“, sagte Thomas-Greenfield während ihrer Anhörung vor dem US-Senat vergangene Woche. Sie lobte die jüngsten Friedensabkommen Israels mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, Marokko und dem Sudan. „Ich bin zuversichtlich, dass auch diese Länder Israel bei den UN unterstützen werden.“ Thomas-Greenfield will auch israelische Bemühungen, anderen Ländern Entwicklungshilfe anzubieten, fördern. Sie kündigte außerdem an, gegen eine Einflussnahme der anti-israelischen BDS-Bewegung (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen), die „an Antisemitismus grenzt“, bei den UN vorzugehen. Zu US-Präsident Joe Bidens Absicht, der UNESCO und dem UN-Menschenrechtsrat (UNHRC) erneut beizutreten, erklärte Thomas-Greenfield, nur so hätten die USA die Möglichkeit, Einfluss auf diese Organisationen zu nehmen. Die USA hatten die UNESCO und den UNHRC 2017 bzw. 2018 verlassen, mit der Begründung, dass diese anti-israelisch eingestellt seien.

Ben-Gurion-Universität: Mit „grüner Diät“ gegen Leberfett

Nach 20-jähriger Forschung haben israelische Wissenschaftler einen Ernährungsplan entwickelt, mit dem Leberfett abgebaut werden kann. Eine 18-monatige Studie der Ben-Gurion-Universität des Negev (Beerschewa) mit 294 Teilnehmernuntersuchte die Auswirkungen einer mediterranen Ernährung. Das Ergebnis der Studie, an der auch Harvard-Wissenschaftler beteiligt waren, wurde vor kurzem im Wissenschaftsjournal Gut veröffentlicht. Bei einem Drittel der Teilnehmer wurde die Ernährung leicht verändert: der Fleischkonsum wurde reduziert und durch zusätzliches grünes Gemüse und grünen Tee ergänzt. Weiterer Bestandteil des „grünen Diätplans“ war das Wasserlinsengewächs Mankai (Entengrütze), das ein israelisches Start-up-Unternehmen als neues „Superfood“ vermarktet. Bei allen Teilnehmern konnte ein vergleichbarer Gewichtsverlust festgestellt werden. Bei den Teilnehmern, die jedoch den „grünen Diätplan“ befolgt hatten, war der Fettabbau in der Leber doppelt so hoch. „Eine Fettlebererkrankung hat weitreichende Folgen, aber es mangelt an medikamentösen Behandlungen und Ernährungsplänen, die über Gewichtsabnahme hinausgehen. Das macht dieses Ergebnis so bedeutsam“, erklärte Prof. Iris Shai. Wichtiger Faktor der „grünen Diät“ ist die erhöhte Einnahme des Pflanzenstoffes Polyphenol. „Polyphenole und Ballaststoffe verändern die Darmflora, was wiederum den Abbau von Leberfett begünstigt“, sagte Prof. Shai.
 


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Kosovo, Israel: Diplomatische Beziehungen, Anerkennung Jerusalems

Israel und der Kosovo haben am Montag diplomatische Beziehungen aufgenommen. Der Kosovo erkannte auch Jerusalem als Hauptstadt Israels an – als erstes muslimisches Land weltweit. Israels Außenminister Gabi Aschkenasi und seine kosovarische Amtskollegin Meliza Haradinaj Stublla unterzeichneten das Abkommen während einer Online-Zeremonie auf der Internetplattform Zoom. Aufgrund aktueller Reisebeschränkungen, insbesondere der Schließung des Ben-Gurion-Flughafens in Tel Aviv, war ein persönliches Zusammenkommen nicht möglich. Der Kosovo wird voraussichtlich bis Ende März eine Botschaft in Jerusalem eröffnen. Damit wäre der Kosovo, nach den USA und Guatemala, das dritte Land mit einer Botschaft in Jerusalem. Aschkenasi nannte die Aufnahme der Beziehungen einen „bewegenden, geschichtsträchtigen Schritt“. „Heute tritt Kosovo offiziell dem Kreis der Länder bei, die Frieden und Stabilität anstreben und Israel und Jerusalem als seine Hauptstadt anerkennen.“ Die gegenseitige Anerkennung Israels und des Kosovo war im September 2020 während eines Treffens des kosovarischen Premierministers, des serbischen Präsidenten und des damaligen US-Präsidenten Donald Trump vereinbart worden. Der Kosovo hatte sich 2008 von Serbien unabhängig erklärt. Serbien und knapp die Hälfte der UN-Mitgliedstaaten erkennen dies nicht an.

Foto: Screenshot Facebook/MFA, Gabi Aschkenasi unterzeichnet das Abkommen mit dem Kosovo, 01.02.2021

Israel liefert 2.000 Dosen Impfstoff an PA

Israel hat am Montag 2.000 Dosen Covid-19-Impfstoff an die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) übergeben. Insgesamt sollen 5.000 Dosen für die Impfung von medizinischem Personal in den Palästinensergebieten geliefert werden. PA-Beamte hatten Israel in den vergangenen Wochen vorgeworfen, der palästinensischen Bevölkerung Impfstoff vorzuenthalten. Andere behaupteten wiederum, die PA habe keinen Impfstoff von Israel angefordert und sogar Angebote israelischer Nichtregierungsorganisationen, Impfstoff in die PA-Gebiete zu liefern, abgelehnt. Israel war auf internationaler Ebene kritisiert worden, die in den PA-Gebieten lebenden Palästinenser nicht in seine Impfkampagne mit eingeschlossen zu haben. Israel wies u.a. darauf hin, dass die PA laut Oslo-Abkommen für die Gesundheitsversorgung in den PA-Gebieten zuständig ist und dass die PA im vergangenen Jahr jegliche Zusammenarbeit mit Israel ausgesetzt hatte. Im Mai und Juni verweigerte die PA zudem die Annahme medizinischer Hilfslieferungen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) - aufgrund der sich anbahnenden Normalisierung ihrer Beziehungen zu Israel.

Israel: Lockdown verlängert, weiterhin hohe Infektionszahlen

Israels Regierung hat am Sonntag den seit 7. Januar geltenden landesweiten Lockdown verlängert. Die strikten Maßnahmen sollen zunächst bis Freitag in Kraft bleiben. Am Mittwoch will das Kabinett erneut über eine mögliche weitere Verlängerung beraten. Der Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv, der vergangene Woche für den kommerziellen Flugverkehr geschlossen wurde, bleibt zunächst bis 7. Februar geschlossen. Auch die Grenzübergänge nach Ägypten und Jordanien bleiben geschlossen. Trotz Impfkampagne und einem fast vier Wochen andauernden Lockdown ist die Zahl positiver Tests und die Zahl der Todesfälle weiterhin hoch. Seit Beginn der Pandemie sind in Israel 4.816 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben, 1.433 von ihnen im Januar 2021. Am Montag wurden 8.811 Israelis positiv auf das Virus getestet, die Zahl der aktiven Fälle lag bei 74.222. Rund 9,2% der am Montag durchgeführten Tests hatten ein positives Ergebnis. Israels Gesundheitsbehörden warnen, dass die Zahl der Schwererkrankten zwar leicht zurückgegangen, der Anteil jüngerer Menschen unter den schweren Corona-Fällen jedoch gestiegen sei. Etwa 3 Millionen Israelis sind bereits gegen Covid-19 geimpft worden, knapp 1,8 Millionen von ihnen haben beide Dosen des Impfstoffes erhalten.

Ostafrika: Iranische Anschläge vereitelt, Explosion in Indien

Im Januar sind mögliche iranische Terroranschläge gegen die Botschaften Israels, der USA und der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) in Ostafrika vereitelt worden. Das berichteten israelische Medien am Montag. Um welches ostafrikanische Land es sich handelt, ist bisher nicht bekannt. Mehrere iranische Agenten, zum Teil auch mit europäischer Staatsbürgerschaft, seien verhaftet worden. Am Freitag war vor der israelischen Botschaft in Neu Delhi (Indien) ein Sprengsatz explodiert. Es entstand geringer Sachschaden. Israel wertete die Explosion als einen Terroranschlag und hat die Sicherheitsvorkehrungen in seinen Botschaften weltweit verstärkt. In der Nähe des Tatorts fanden Ermittler einen Drohbrief gegen den israelischen Botschafter, unterzeichnet von der „Hisbollah Indiens“, einer bisher unbekannten Gruppe. Die Hisbollah ist eine vom Iran unterstützte schiitische Terrormiliz im Libanon, die die Vernichtung Israels will. Die indische Polizei hat Ermittlungen gegen Inder aufgenommen, die im Iran studiert hatten und dort möglicherweise vom Mullah-Regime rekrutiert wurden. 2012 war bei einem Anschlag die Ehefrau des israelischen Militärattachés in Indien mittelschwer verletzt worden. Israel und Indien machten den Iran für den Anschlag verantwortlich.

Iran: VAE, Bahrain wollen Koordination mit Israel

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Bahrain wollen sich gemeinsam mit Israel um strengere Auflagen im internationalen Atomabkommen mit dem Iran bemühen. Bei einer Online-Konferenz des Instituts für nationale Sicherheitsstudien (INSS), ein Forschungsinstitut der Universität Tel Aviv, betonte Bahrains Außenminister Abdullatif bin Rashed Alzayani vergangene Woche die gemeinsame Sorge der drei Länder hinsichtlich des iranischen Atomprogramms. „Wir müssen auf das ballistische Raketenprogramm des Iran, seine Unterstützung von Terror-Milizen und seine Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten reagieren, um Frieden und Stabilität in Nahost zu gewährleisten“, sagte Alzayani. Dazu sei eine „gemeinsame regionale Position“ nötig, um „größeren Einfluss auf die USA“ nehmen zu können. Anwar Gargash, Staatsminister für auswärtige Angelegenheiten der VAE, erklärte, eines der „Fehler“ des 2015 unterzeichneten Abkommens sei, dass eine „regionale Stimme“ gefehlt habe. Das Atomabkommen beschränkt den Iran in seiner Entwicklung ballistischer Raketen und seiner Unterstützung von Terrormilizen wie der schiitisch-libanesischen Hisbollah bisher nicht. Israel fordert, dass die USA ihre Rückkehr zum Abkommen an solche Beschränkungen knüpfen. Israels Außenminister Gabi Aschkenasi betonte die Notwendigkeit, eine glaubwürdige militärische Option gegen den Iran beizubehalten. Er warnte vor Konfrontationen mit der neuen US-Regierung und rief stattdessen zu „professionellen, transparenten Gesprächen“ auf, die den US-Beamten „Israels Sorgen“ verdeutlichten.


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Online-Gottesdienst: 4.000 Teilnehmer gedenken der Opfer des Holocaust

Rund 4.000 Juden und Christen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben am Mittwoch beim Online-Gedenkgottesdienst der ICEJ der sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust gedacht. Der Gottesdienst anlässlich des Internationalen Holocaustgedenktags war zuvor aufgezeichnet worden. Joliene Stephan, Ehrenmitglied der ICEJ und Witwe des langjährigen ICEJ-Vorsitzenden Christian Stephan, legte gemeinsam mit ihrem Enkel Florian Brämer, Schüler der 7. Klasse, vor der Stuttgarter Synagoge einen Kranz nieder. Kantor Nathan Goldman betete das jüdische Gebet „El male rachamim“ („Gott voller Barmherzigkeit“), das traditionell zum Gedenken an die sechs Millionen in der Schoah ermordeten Juden gebetet wird. „Erinnerung hat kein Verfallsdatum“, sagte Gottfried Bühler, Erster Vorsitzender der ICEJ-Deutschland. Auch 76 Jahre nach dem Ende der Schoah müsse die Erinnerung an „die größte Katastrophe der Menschheit“ wachgehalten werden. Michael Kashi, IRGW-Vorstandsmitglied, berichtete, wie er persönlich mit Judenhass und Holocaustleugnung konfrontiert worden war und beschlossen hatte, nie aufzuhören, an die Opfer des Holocaust zu erinnern. „Sie dürfen nicht vergessen werden“, sagte Kashi. Florian Brämer (11) bat „das jüdische Volk um Vergebung für das, was unser deutsches Volk Ihnen und Ihren Familien angetan hat.“ Die Zeitzeugin Ruth Michel-Rosenstock (92), erzählte ihre Überlebensgeschichte. Dies sei ihr „persönlicher Kampf gegen Antisemitismus“. „Meine Kindheit war mit 13 Jahren zu Ende“, berichtete Michel-Rosenstock von dem Einmarsch der Deutschen 1941 in das Dorf Mykulytschyn (heute Ukraine), wohin sie und ihre Familie geflohen waren. Auf Entrechtung und Schikanen folgte im Dezember 1941 die Ermordung der 205 Juden von Mykulytschyn – einschließlich Michel-Rosenstocks Vater. „Außer mir hat niemand die letzte Razzia der Deutschen überlebt.“ Über das Erlebte zu erzählen „ist meine Pflicht vor Gott und den Ermordeten.“ Für die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes sorgte der Pianist Michael Schlierf, die Sängerin Martina Schwarz und das Musica-Salutare-Quartett unter der Leitung von Adelheid Abt.

Foto: ICEJ/Levi Dörflinger, Zeitzeugin Ruth Michel-Rosenstock erzählt ihre Geschichte, Januar 2021

Der Gedenkgottesdienst kann weiterhin auf dem Youtube-Kanal der ICEJ-Deutschland angeschaut werden: https://youtu.be/tLRbiAapioQ

Es ist Frau Michel-Rosenstocks Anliegen, ihre Überlebensgeschichte zu erzählen. Ihr Buch „Die Flucht nach vorne“ kann in unserem ICEJ-Shop vorbestellt werden: https://icej-shop.de/Die-Flucht-nach-vorne

Holocaustgedenktag im Haifa-Heim

Am Mittwoch hat im Heim für Holocaustüberlebende der ICEJ in Haifa eine Gedenkzeremonie anlässlich des Internationalen Holocaustgedenktages stattgefunden. Dieser wird jährlich am 27. Januar begangen – dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Der 95-jährige Schalom und die 92-jährige Judith, beide Auschwitz-Überlebende, entzündeten mit Haifa-Heim-Direktor Schimon Sabag die Gedenkflamme im Erinnerungsgarten des Heimes. Auch Bewohnerin Miriam (89) überlebte das Konzentrationslager Auschwitz. „Ein Tag in Auschwitz kann nicht beschrieben werden, keiner kann verstehen, was dort passiert ist“, sagte sie. Viele Haifa-Heim-Bewohner sind die einzigen Überlebenden ihrer Familien. „Der Holocaustgedenktag ist immer ein sehr schwerer Tag für sie“, erklärte Yudit Setz, ICEJ-Koordinatorin für das Haifa-Heim. „Manche haben nur selten über ihre Erlebnisse gesprochen. Doch jetzt sind sie als letzte Zeugen des Holocaust dazu entschlossen.“ Da sich Israel inmitten der Corona-Pandemie bereits im dritten Lockdown befindet, konnten dieses Jahr nur wenige Bewohner und Mitarbeiter an der Gedenkveranstaltung teilnehmen.

Israel: Gewaltsame Proteste gegen Lockdown

In mehreren israelischen Städten demonstrieren seit einer Woche ultraorthodoxe Juden fast täglich gegen den Corona-Lockdown. In einigen Städten kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei und zu Sachbeschädigung. Die mehrheitlich jungen Demonstranten blockierten Straßen und zündeten Mülltonnen an. Auslöser der einzelnen Proteste sind meistens von der Polizei durchgesetzte Schulschließungen in ultraorthodoxen Städten und Wohngebieten. Israels Regierung hatte am 7. Januar einen dritten landesweiten Lockdown verhängt. Alle Bildungseinrichtungen mussten schließen. Am Dienstag wurde in Beit Schemesch ein Busfahrer mit Tränengas angegriffen, nachdem er einige Passagiere aufgefordert hatte, Masken aufzusetzen. Am Sonntag wurde im Tel Aviver Vorort Bnei Brak ein Bus in Brand gesetzt. Er brannte völlig aus. Der Fahrer konnte rechtzeitig fliehen, wurde jedoch von Demonstranten tätlich angegriffen und dabei leicht verletzt. Anwohner kritisierten, die Polizei habe nicht rechtzeitig eingegriffen. Israels sephardischer Oberrabbiner Jitzchak Josef verurteilte die „jungen Delinquenten“ und warf ihnen vor, „den Namen Gottes zu entweihen“. Die Demonstranten würden den „Ruf der gesamten ultraorthodoxen Gemeinschaft beschmutzen“, die mehrheitlich friedlich sei, sagte Josef. Ultraorthodoxe Politiker warfen hingegen der Polizei vor, die Proteste provoziert zu haben. Auch in Jerusalem, Aschdod und Modi‘in Illit kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Es wird vermutet, dass ca. 15% der ultraorthodoxen Schulen trotz Lockdown weiterhin Präsenzunterricht durchführen. Die Mehrheit der ultraorthodoxen Israelis hält sich jedoch an die Maßnahmen.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für die Situation in Israel. Beten wir um Bewahrung der Demonstranten, Polizisten und aller Unbeteiligten. Beten wir für ein Ende der Corona-Krise in Israel und weltweit und für die Heilung der in der Gesellschaft entstandenen Risse.

Nahostpolitik: USA wollen sich mit Israel absprechen

Die neue US-Regierung möchte ihre Nahostpolitik mit Israel koordinieren. Das versprach Jake Sullivan, Nationaler Sicherheitsberater der USA, seinem israelischen Amtskollegen Meir Ben-Schabbat am Samstag. Israel ist besorgt über die Pläne von US-Präsident Joe Biden, dem 2015 mit dem Iran geschlossenen Atomabkommen wieder beizutreten. Die USA waren 2018 unter dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump aus dem Abkommen ausgestiegen. Medienberichten zufolge sind Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran bereits im Gange. Es wird erwartet, dass Jossi Cohen, Chef des israelischen Geheimdienstes Mossad, in den nächsten Wochen zu Gesprächen mit Biden nach Washington reisen wird. Israel besteht darauf, dass die USA ihre Rückkehr zum Abkommen an Bedingungen knüpfen. Dazu gehören u.a. eine Beschränkung des ballistischen Raketenprogramms des Iran, ein Stopp der Uran-Anreicherung und der Produktion fortgeschrittener Zentrifugen, ein Ende der Unterstützung von Terrorgruppen - insbesondere der schiitisch-libanesischen Hisbollah - und ein Ende der militärischen Aktivitäten des Iran in Syrien, im Irak und im Jemen. US-Außenminister Antony Blinken betonte vergangene Woche, ein erneuter Beitritt der USA zum Atomabkommen hänge von Teherans Rückkehr zur strikten Einhaltung der Auflagen ab. Auch Frankreich bestehe darauf, dass ein Beitritt der USA an Bedingungen geknüpft werde, sagte ein Mitarbeiter des französischen Präsidenten Emmanuel Macron am Montag. Der Iran müsse „von weiteren Provokationen“ absehen und die Bedingungen einhalten, „die er nicht mehr einhält“.

Iran: Geistlicher fordert Ende der Feindschaft mit Israel

„Das iranische Regime muss aufhören, Feinde zu erfinden, die es nicht gibt.“ Das sagte der ehemalige Ajatollah Abdul-Hamid Masoumi-Tehrani am Montag in einem Interview mit dem israelischen Fernsehsender Channel 12. Er kritisierte die häufigen Bekundungen des Mullah-Regimes, Israel zerstören zu wollen. „Vergesst nicht, diese Rufe hörten wir auch oft von Saddam Hussein. Wir wissen, wo er heute ist.“ Er betonte die „langjährige Freundschaft“ zwischen Iranern und Israelis. „Ich habe noch keinen Iraner getroffen, der keine positive Meinung von Israel gehabt hätte“, sagte er. „So Gott will werde ich das Ende dieser unlogischen Feindschaft zwischen Iranern und Israelis erleben.“ Er hege seit langem den Wunsch, an der Klagemauer in Jerusalem zu beten, sagte er. Masoumi-Tehrani, schiitischer Geistlicher und langjähriger Kritiker des iranischen Regimes, hatte seinen Ehrentitel ‚Ajatollah‘ durch das Mullah-Regime aberkannt bekommen. Aufgrund seines Engagements für die Trennung von Staat und Religion und seiner Regime-Kritik saß er bereits mehrmals in Haft.


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Netanjahu gratuliert Biden, warnt vor Iran

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat am Mittwoch US-Präsident Joe Biden zu seiner Amtseinführung gratuliert. Netanjahu betonte seine „herzliche Freundschaft“ mit Biden, „die viele Jahrzehnte zurückreicht“. Er forderte den neuen US-Präsidenten auf, gegen „die Bedrohung durch den Iran“ vorzugehen. Biden hat in der Vergangenheit angedeutet, er beabsichtige, dem Iran-Atomabkommen wieder beizutreten. Netanjahu lehnt dies ab. Die USA waren 2018 unter dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump aus dem 2015 vereinbarten internationalen Abkommen ausgestiegen. Netanjahu rief Biden auch dazu auf, an die von Trump vermittelten Friedensabkommen zwischen Israel und arabischen Staaten anzuknüpfen. Die Normalisierungsabkommen zwischen Israel, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Bahrain, Sudan und Marokko hatte Biden begrüßt. Der designierte US-Außenminister Antony Blinken kündigte am Dienstag jedoch an, einige der zusätzlichen Vereinbarungen „eingehend” prüfen zu wollen, wie z.B. der Verkauf von US-amerikanischen F-35 Kampfflugzeugen an die VAE. Netanjahu dankte Trump „für all die großartigen Dinge, die Sie für Israel getan haben, insbesondere die historische Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels und das Zustandebringen von vier Friedensabkommen zwischen Israel und der arabischen Welt.“

Foto: GPO/Amos Ben Gershom, Joe Biden und Benjamin Netanjahu, Archivbild 2016

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für die neue US-Regierung. Beten wir für gute Beziehungen mit Israel, für Verständnis und Berücksichtigung der Anliegen Israels, insbesondere in Sicherheitsfragen. Beten wir um gottesfürchtige Berater und weise Entscheidungen.

Israel: Winterwetter bringt Regen und Schnee

Stürmisches Winterwetter mit starken Regenfällen hat am Mittwoch den Wasserstand des Sees Genezareth innerhalb von 24 Stunden um sechs Zentimeter ansteigen lassen. Der Pegel liegt nun bei 209,75 Metern unter dem Meeresspiegel. Das sind 95 Zentimeter unterhalb der oberen roten Linie, bei der der See über die Ufer treten würde. In den meisten Teilen des Landes gab es Unwetterwarnungen. Die Behörden warnten zudem vor Überschwemmungen in Stadtgebieten und vor Sturzfluten in der Wüste. Auf dem Berg Hermon im Norden des Landes und den Golanhöhen schneite es. Auf dem Hermon, Israels einzigem Skigebiet, liegen zurzeit ca. 40-70 Zentimeter Schnee. Das Besucherzentrum bereitet sich bereits auf Ausflügler vor, die nach dem Ende des Lockdowns am 31. Januar erwartet werden.

Gebetsanliegen: Danken wir Gott für den Regen und bitten wir um Bewahrung der Bevölkerung vor Überschwemmungen und Sturzfluten.

Israel verlängert Lockdown bis Ende Januar

Das israelische Kabinett hat am Dienstag den landesweiten Lockdown bis zum 31. Januar verlängert. Grund ist die weiterhin hohe Infektionsrate. Am Montag wurden 10.021 Israelis positiv auf das Coronavirus getestet, der höchste Anstieg innerhalb eines Tages seit Beginn der Krise. Die Zahl der aktiven Fälle stieg damit auf 81.059. 1.114 Menschen sind schwer erkrankt, 277 müssen künstlich beatmet werden. 4.049 Israelis sind inzwischen mit oder an dem Coronavirus gestorben. 10,2% der rund 100.000 am Montag durchgeführten Tests hatten ein positives Ergebnis, der höchste Wert seit drei Monaten. Unter ultraorthodoxen Juden ist die Infektionsrate besonders hoch: rund 30% der positiv Getesteten sind ultraorthodoxe Juden, die jedoch nur 10% der Gesamtbevölkerung ausmachen. Im ultraorthodoxen Bnei Brak hatten rund 20% der Tests ein positives Ergebnis, im benachbarten Tel Aviv lag die Rate bei 4%. Es wird vermutet, dass zahlreiche Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen zur hohen Infektionsrate beitragen. Roni Numa, Regierungsbeauftragter für die Pandemiebekämpfung in der ultraorthodoxen Gemeinschaft, geht z.B. davon aus, dass ca. 15% der ultraorthodoxen Schulen trotz Lockdown weiterhin Präsenzunterricht durchführen.

Fast 2,3 Millionen Israelis geimpft

Israel hat inzwischen seine Impfkampagne fortgesetzt. Rund 2,3 Millionen Israelis haben bereits die erste Dosis des Impfstoffes erhalten, ca. 550.000 die zweite Dosis. Seit Dienstag wird die Bevölkerungsgruppe ab 40 Jahren und darüber geimpft. Gesundheitsexperten warnten dennoch vor einer möglichen dritten Welle im Frühjahr. Insbesondere die rasche Ausbreitung der als ansteckender geltenden britischen Virus-Mutation gefährde ungeimpfte Personen aus Risikogruppen, erklärten sie. Sollten diese erkranken, könnte dies erneut zu hunderten schweren Krankheitsverläufen führen und die bereits überlasteten Krankenhäuser an den Rand ihrer Kapazitäten bringen.

Impfung: Rabbiner empfehlen Gebete und Segenssprüche

Angesichts der weltweit gestarteten Impfkampagne gegen Covid-19 haben Rabbiner in Israel und den USA verschiedene Gebete und Segenssprüche vorgeschlagen, die Impflinge bei Verabreichung des Impfstoffes sprechen können. Dies berichtet Rabbiner Jehoschua Ahrens in der Jüdischen Allgemeinen. So sei z.B. die „Birkat Hagomel“ passend, ein Segensspruch, der gesagt wird, wenn man einer Lebensgefahr entgangen ist. Andere Rabbiner würden hingegen das „Schehechejanu“ („Gepriesen seist Du, Herr, unser Gott, König der Welt, der Du uns hast Leben und Erhaltung gegeben und uns hast diese Zeit erreichen lassen.“) empfehlen. Das Schehechejanu werde gesagt, wenn man alleine Freude erfährt. Wenn man jedoch die Freude mit anderen teilt, sei das „HaTow w‘Hametiw“ („Gepriesen seist Du, Herr, unser Gott, König der Welt, der Du gut bist und Gutes erweist.“) passender, erklärt Rabbiner Ahrens. Ein von US-amerikanischen Rabbinern speziell für die Covid-19-Impfung formuliertes Gebet dankt dem „Herrn der Welt“ und „Weisheitsgeber“ für den Impfstoff und für „das Wissen, die Weisheit und die Ausdauer“ der Forscher, die ihn entwickelt haben. Ein frei formuliertes Lobgebet zu sprechen, das von Herzen komme, sei natürlich auch möglich. Und wer bei der ersten Impfung vergessen hat, ein Dankgebet zu sprechen, könne dies bei der zweiten Impfung nachholen.

Israel: Fäkal-Tabletten helfen bei Krebsbehandlung

Ein israelisches Forscherteam des Sheba Medical Centers in Tel HaShomer hat mit Hilfe von Fäkal-Tabletten die Erfolgsaussichten von Krebsimmuntherapie verbessert. Das Ergebnis der Phase-I-Studie wurde im Dezember im Wissenschaftsjournal Science veröffentlicht. Die Transplantation von Darm-Mikroben gesunder Spender, mit der die Darmflora des Patienten verändert werden soll, wurde in den späten 1950er Jahren erstmals bei Darmerkrankungen angewendet. In der Studie des Sheba Medical Centers wurde diese Methode nun zum ersten Mal bei Krebspatienten eingesetzt. Die geruchs- und geschmackslosen Tabletten wurden zehn Patienten mit Hautkrebs im Endstadium, bei denen die vorherige Krebsimmuntherapie keine Besserung gebracht hatte, verabreicht. Bei zwei der zehn Patienten, bei denen Ärzte eine Lebenserwartung von nur wenigen Wochen prognostiziert hatten, schlug die erneute Immuntherapie daraufhin an: Der Tumor bildete sich zurück und die Patienten lebten ein weiteres Jahr. Bei einem dritten Patienten konnte der Tumor ganz zerstört werden. Der Patient lebt heute krebsfrei. „Zum ersten Mal konnten Tumore erfolgreich bekämpft werden, indem die Darmflora verändert wurde“, sagte Dr. Ben Boursi, Onkologe in der Abteilung für Magen- und Darmkrebs des zentralisraelischen Krankenhauses. „Immuntherapie wirkt nur bei 40-50% der Krebspatienten“, erklärte er. Mit den Fäkal-Tabletten hoffen die Forscher, die Erfolgsaussichten der übrigen 50-60% der Krebspatienten zu verbessern. „Diese Tabletten könnten helfen, dass Immuntherapie bei Hautkrebs und anderen Krebserkrankungen anschlägt.“


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