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316 äthiopische Juden in Israel eingetroffen

316 äthiopische Juden sind am heutigen Donnerstag in Israel eingetroffen. Ministerin für Alijah und Integration Pnina Tamano-Shata begleitete die Olim (Neueinwanderer) auf dem ersten Flug der Operation „Fels Israels“, mit der bis Ende Januar 2021 rund 2.000 äthiopische Juden einwandern sollen. Am Flughafen wurden sie von Premierminister Benjamin Netanjahu, Verteidigungsminister Benny Gantz und Isaac Herzog, Vorsitzender der Jewish Agency (Israels Einwanderungsbehörde), begrüßt. Weitere rund 100 äthiopische Olim werden am Freitag erwartet. Die ICEJ sponsert ihre Flugkosten. „Wir freuen uns, diese Neuankömmlinge der alten äthiopisch-jüdischen Gemeinde endlich hier im Land Israel zu sehen“, sagte ICEJ-Präsident Dr. Jürgen Bühler. Die Evakuierungsflüge geschähen zu einem entscheidenden Zeitpunkt, da sich die Bedingungen für diejenigen, die nochin den Transitlagern in Gondar und Addis Abeba leben, sich verschlechterten. „Für die ICEJ ist es ein Privileg, diesen historischen und humanitären Einsatz zu unterstützen, äthiopische Familien wiedervereinen und die Träume vieler Generationen, das jüdische Heimatland zu erreichen, erfüllen zu können“, sagte Bühler. (Foto: JAFI, Äthiopische Neueinwanderer landen auf dem Flughafen in Tel Aviv, 3.12.2020.)

Bei den ca. 2.000 Olim der Operation „Fels Israels“ handelt es sich um Angehörige der Falasch Mura. Das sind Nachkommen von Juden, die vor einigen Generationen aufgrund wirtschaftlicher Not zum Christentum konvertierten. Die israelische Regierung hatte ihre Alijah (Einwanderung nach Israel) 2015 im Rahmen der Familienzusammenführung genehmigt. Aufgrund politischer und bürokratischer Schwierigkeiten sind seitdem jedoch nur 2.500 von ihnen nach Israel gekommen. Tamano-Shata, die im Alter von drei Jahren aus Äthiopien einwanderte, lässt zurzeit einen umfassenden Plan erarbeiten, um die Alijah aller noch in Äthiopien verbleibenden Juden zu ermöglichen.

Der nächste Flug der Operation „Fels Israels“ ist für Ende Dezember vorgesehen. Die ICEJ möchte die Flugkosten für so viele äthiopische Olim wie möglich übernehmen. Bitte helfen Sie uns, diese Alijah zu unterstützen und das jüdische Volk nach Hause zu bringen. Als Verwendungszweck bitte „Alijah und Integration“ angeben, vielen Dank!

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Corona: Israelische Behörden warnen vor „dritter Welle“

Beamte des israelischen Gesundheitsministeriums haben vor einer dritten Corona-Infektionswelle gewarnt. Am Donnerstag wurden 1.523 Neuinfektionen bestätigt, die Zahl der aktiven Fälle stieg damit auf 11.751. Es ist der höchste Wert seit Ende Oktober. 267 Israelis sind schwer erkrankt. Dr. Sharon Alroy-Preis, stellvertretende Leiterin der Abteilung für Öffentliche Gesundheit, nannte den Anstieg „besorgniserregend“. Die Auswirkungen der jüngsten Lockerungen, wie z.B. die Öffnung einzelner Einkaufszentren und die Wiederaufnahme des Schulunterrichts in den Klassen 5 und 6, seien in diesen Zahlen noch nicht erfasst. „Dies ist der Beginn der dritten Welle“, warnte sie. Die israelische Regierung erwäge, nächtliche Ausgangssperren zu verhängen, um Familienzusammenkünfte zu Chanukka und Weihnachten zu verhindern, erklärte der stellvertretende Gesundheitsminister Joav Kisch.

 

Netanjahu: „Wir brauchen keine Neuwahlen“

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat Verteidigungsminister Benny Gantz aufgefordert, den von der Opposition eingebrachten Antrag, die Knesset aufzulösen, nicht weiter zu unterstützen. „In dramatischen Zeiten wie diesen brauchen wir keine Neuwahlen“, sagte Netanjahu. „Das israelische Volk will Einheit und nicht Neuwahlen. Es will einen Impfstoff, keine Wahlwerbung.“ Gantz‘ Blau-Weiß-Partei hatte am Mittwoch den Misstrauensantrag unterstützt. Der Antrag erhielt somit eine Mehrheit der Abgeordneten. Sollte auch in den drei weiteren Lesungen eine Mehrheit für den Antrag stimmen, würden die Knesset aufgelöst und Neuwahlen angesetzt werden. Es wären die vierten Parlamentswahlen in Israel innerhalb von zwei Jahren. Einer der zentralen Streitpunkte zwischen den beiden Koalitionspartnern ist der Staatshaushalt. Gantz besteht darauf, einen wie im Koalitionsvertrag vereinbarten Zwei-Jahres-Haushalt zu verabschieden. Netanjahu lehnt dies jedoch ab.Gantz warf Netanjahu „wirtschaftlichen Terror” inmitten einer „medizinischen und gesellschaftlichen Krise“ vor.

 

Israel erhält hochmoderne Kriegsschiffe

Im israelischen Hafen von Haifa hat am Mittwoch das erste von vier neuen Kriegsschiffen angedockt. Die Korvette der Sa’ar-6-Klasse wurde in der deutschen Werft ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) in Kiel produziert. Die Produktionskosten der vier Schiffe belaufen sich auf rund 430 Millionen Euro. Deutschland beteiligt sich mit ca. 115 Millionen Euro. „Wir sind sehr stolz darauf, zur Sicherheit Israels beizutragen", sagte TKMS-Chef Rolf Wirtz im November bei der Übergabe des Schiffes in Kiel. Die Schiffe verfügten über das „anspruchsvollste Radarsystem der Welt“, erklärte Konteradmiral Eyal Harel, Leiter der israelischen Marineoperation. Damit könne die Marine nun besser die vor Israels Mittelmeerküste gelegenen Erdgas-Förderplattformen schützen. Diese wären bei einem möglichen künftigen Krieg mit der schiitisch-libanesischen Terrororganisation Hisbollah besonders bedroht, sagte Harel. Die drei weiteren Schiffe sollen 2021 geliefert werden. Die Bewaffnung der Korvetten wird in Haifa erfolgen. Vorgesehen sind neben automatischen und ferngesteuerten Kanonen auch Flugabwehrraketen, Abfangraketen des Abwehrsystems Iron Dome („Eisenkuppel“) und Torpedos. Außerdem können die Schiffe mit Drohnen und einem Hubschrauber ausgestattet werden.

 

Verzögerung bei israelischem Corona-Impfstoff

Ein in Israel produzierter Impfstoff gegen das Coronavirus wird voraussichtlich erst im Sommer 2021 auf den Markt kommen. Das sagte Prof. Shmuel Shapira, Direktor des Israelischen Instituts für Biologische Forschung (IIBR), ein Regierungsinstitut für Verteidigungsforschung, am Montag. Er warf der Regierung vor, die Entwicklung des israelischen Impfstoffes verzögert zu haben. „Ohne Überregulierung hätten wir schneller Fortschritte machen können. Eigentlich sollten wir bereits in Phase III der klinischen Tests sein. Wir werden nun erst im April damit beginnen können“, sagte er. Phase I der Tests, bei denen der Impfstoff namens „Brilife“ an 80 Personen getestet wurde, ist letzte Woche abgeschlossen worden. Das IIBR will noch im Dezember mit Phase II beginnen – hier soll der Impfstoff an rund 1.000 Personen getestet werden. Das Verteidigungsministerium hat bereits mit der Massenproduktion des Impfstoffes begonnen. Shapira kritisierte auch die Bestellung ausländischer Impfstoffe. Stattdessen hätte die Regierung die heimische Produktion unterstützen sollen. Israel hat bei den Herstellern Pfizer und Moderna Impfstoffdosen für rund eine Million Schekel (ca. 251.000 Euro) bestellt.


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Knesset: Misstrauensvotum erwartet

Die Knesset, Israels Parlament wird am Mittwoch über einen Misstrauensantrag gegen die Regierung von Premierminister Benjamin Netanjahu abstimmen. Es wird erwartet, dass die Mehrheit der Abgeordneten den von der Opposition eingereichten Antrag unterstützen wird. Anschließend würde er einem Knesset-Ausschuss zur Genehmigung vorgelegt werden. Erhält der Antrag in drei weiteren Knesset-Abstimmungen die Mehrheit, wird eine neue Regierung eingesetzt. Die Koalitionsparteien Derech Eretz und Arbeitspartei haben bereits ihre Unterstützung angekündigt. Amir Peretz, Wirtschaftsminister und Vorsitzender der Arbeitspartei, warf Netanjahu vor, aus „persönlichen Gründen“ den Staatshaushalt „in Geiselhaft“ genommen zu haben. Peretz und andere Politiker beschuldigen Netanjahu, aufgrund seines laufenden Korruptionsprozesses am Amt des Premierministers festhalten zu wollen. Laut der im April unterzeichneten Koalitionsvereinbarung soll Verteidigungsminister Benny Gantz im November 2021 das Amt des Premierministers übernehmen. Sollte die Regierung sich jedoch nicht spätestens am 23. Dezember auf einen Staatshaushalt einigen, würden die Knesset aufgelöst und Neuwahlen angesetzt werden. Netanjahu würde dann geschäftsführend im Amt bleiben. Es wird erwartet, dass auch Gantz‘ Blau-Weiß-Partei das Votum unterstützen wird, um Druck auf Netanjahus Likud-Partei auszuüben. Netanjahu warf der Opposition vor, Israel „unnötige Neuwahlen“ aufzwingen zu wollen. „Wir werden gegen Neuwahlen und für Einheit stimmen“, sagte er.

Foto: GPO/Kobi Gideon, Benny Gantz und Benjamin Netanjahu, Archivbild

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für die morgige Abstimmung. Beten wir, dass Gott die Herzen der Politiker lenkt und sie entsprechend seines Willens abstimmen. Bitten wir Gott um Einheit in der Koalitionsregierung und dass jeder Politiker das Wohl Israels an erste Stelle stellt.

Getöteter Atomwissenschaftler: Iran beschuldigt Israel

Der Iran beschuldigt Israel, hinter der Tötung des Atomwissenschaftlers und„Vaters des iranischen Atomprogramms“ Mohsen Fakhrizadeh zu stehen. Fakhrizadeh, Brigadegeneral der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC), war am Freitag nahe Teheran getötet worden. Der genaue Ablauf des Attentats ist weiterhin unklar. Iranische Medien berichteten, Fakhrizadeh sei durch ein satellitengesteuertes Maschinengewehr, das an einem leerstehenden Auto angebracht gewesen war, getötet worden. Beweise für die Behauptung, eine israelische Waffe sei am Tatort gefunden worden, wurden nicht angeführt. Iranische Politiker beschuldigten auch die exiliranischen Volksmudschahedin (MEK), eine neostalinistische Oppositionsbewegung, an der Tötung beteiligt gewesen zu sein. Ausländische Militärexperten bezweifeln die Berichte über die ferngesteuerten Schüsse. Fotografien vom Tatort deuten ihrer Ansicht nach auf präzises Gewehrfeuer durch Agenten vor Ort hin. Eine anonyme Quelle in einem westlichen Geheimdienst bezeichnete die Tötung Fakhrizadehs als „Höhepunkt“ der langfristigen Pläne Israels, gegen das iranische Atomprogramm vorzugehen. Israel hat die Meldungen nicht bestätigt. Aus Sorge vor möglichen Vergeltungsangriffen haben israelische Botschaften und jüdische Einrichtungen weltweit ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns um Schutz und Bewahrung von Juden und Israelis sowie jüdischen und israelischen Einrichtungen weltweit.

Europameisterschaften: Gold für Israel

Israelische Sportler haben am Wochenende bei den Europameisterschaften in Rhythmischer Sportgymnastik, im Judo und im Windsurfen Gold gewonnen. Am Sonntag holte die Gymnastin Linoy Ashram (21) im Mehrkampf den ersten Platz in Kiew. Zwei Tage zuvor hatte das israelische Sportgymnastik-Team im Gruppen-Wettkampf bereits Gold geholt. Ashram gilt als Israels Hoffnungsträgerin für die Olympischen Spiele in Tokio 2021. Sie hat in den letzten Jahren bei zahlreichen internationalen Meisterschaften bereits mehr als ein Dutzend Medaillen gewonnen. Damit ist sie erfolgreicher als andere israelische Einzelgymnastinnen vor ihr, die insgesamt drei Medaillen für Israel gewannen. Am Samstag holte der Israeli Peter Paltchik bei den Judo-Europameisterschaften in Prag in der Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm die Goldmedaille. Am selben Tag gewannen die israelischen Windsurfer Yoav Cohen und Shachar Zuberi bei den RS:X-Europameisterschaften in Vilamoura (Portugal),Gold und Silber. Beim Windsurf-Rennen der Frauen holte die Israelin Katy Spychakov Silber.

OSZE: Ein Viertel aller Hassverbrechen antisemitisch

Antisemitisch motivierte Verbrechen machten 2019 rund ein Viertel der in Europa, Russland und Zentralasien erfassten Hassverbrechen aus. Das geht aus einem Bericht des Büros für demokratische Institutionen und Menschenrechte (ODIHR) der OSZE hervor. Untersucht wurden 6.954 Vorfälle. Rund 24% der Hassverbrechen - 1.704 Vorfälle - waren gegen Juden gerichtet, obwohl sie in diesem Teil der Welt weniger als 1% der Bevölkerung ausmachen. 3.033 Fälle waren rassistisch und fremdenfeindlich motiviert, 1.278 der Hassverbrechen wurden aufgrund der sexuellen Orientierung der Opfer begannen. 44% der antisemitisch motivierten Verbrechen waren gewaltsame Übergriffe auf Personen. 39% richteten sich gegen Eigentum und 17% waren Drohungen. Die in dem Bericht veröffentlichten Zahlen sind nicht endgültig und können niedriger sein, als die tatsächlich begangenen oder gemeldeten Hassverbrechen.

Gebetsgottesdienst: 175 Israelfreunde in Leipzig

Rund 175 Israelfreunde aus verschiedenen Teilen Deutschlands sind am Samstag in Leipzig zum Gebetsgottesdienst für Israel und Deutschland zusammengekommen. Unter Einhaltung der aktuellen Hygienebestimmungen beteten die Teilnehmer in insgesamt sechs Gebetsblöcken vom Nachmittag bis zum späten Abend für Israel, für die arabischen Länder des Nahen Ostens und für Deutschland. Gottfried Bühler und Christoph Scharnweber (ICEJ), Wilfried Gotter (Sächsische Israelfreunde), Harald Eckert (Christen an der Seite Israels), Martin und Ines Fritzsch (lightjoyhope) und Pfarrer Thomas Piehler (Ev.-Luth. Andreaskirchgemeinde Leipzig) leiteten die Gebetblöcke mit inspirierenden Impulsen.Die gemeinsame Lobpreiszeit gestalteten Martin und Ines Fritzsch.


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Israel: Einkaufszentren für zehn Tage geöffnet

Israels Kabinett hat am Mittwoch die Wiedereröffnung von 15 Einkaufszentren und sieben Museen im Rahmen eines Pilotprojekts beschlossen. Die Öffnung soll von Freitag bis zum 6. Dezember gelten. Anschließend soll untersucht werden, ob die geltenden Auflagen erfolgreich umgesetzt werden konnten, wie z.B. die Vermeidung von Menschenansammlungen an den Eingängen und die Einhaltung der Maskenpflicht. In den Einkaufzentren gelegene Restaurants bleiben weiterhin geschlossen. Obwohl Israels Einzelhandel vor ca. zwei Wochen wieder öffnen durfte, sind Einkaufszentren weiterhin geschlossen. Das Kabinett erhöhte auch die Zahl der in einem einzelnen Geschäft zugelassenen Kunden von vier auf zehn. Gesundheitsexperten warnten jedoch vor weiteren Lockerungen der Corona-Maßnahmen, solange die Infektionszahlen nicht weiter zurückgegangen sind. Sonst sei ein dritter Lockdown unvermeidbar. Am heutigen Donnerstag wurden 1.000 Neuinfektionen bestätigt, der höchste Anstieg seit rund einem Monat. Aktuell sind 9.422 Israelis mit dem Coronavirus infiziert, 282 von ihnen sind schwer erkrankt.

Foto: Unsplash, Symbolbild

Hunderttausende israelische Kinder ohne warme Mahlzeit

Hunderttausende bedürftige israelische Kinder sind seit acht Monaten nicht mehr mit warmen Mahlzeiten versorgt worden. Das berichteten Sozialdienste und Elternvertreter dem Knesset-Sonderausschuss für Kinderrechte am Dienstag. In Israel haben rund 420.000 Kinder gesetzlichen Anspruch auf eine warme Mahlzeit am Tag. Die Essenausgabe, die in der Regel in der Schule oder im Kindergarten erfolgt, wurde mit Verhängung des ersten Lockdowns im März, als Schulen landesweit geschlossen blieben, gestoppt. Sie ist bisher nicht wiederaufgenommen worden. Da Schulunterricht in den letzten Monaten unregelmäßig stattgefunden hat und - abhängig von den örtlichen Infektionszahlen - Schulen wiederholt schließen mussten, haben anspruchsberechtigte Schulkinder weiterhin keine Mahlzeiten erhalten. Pläne, die Mahlzeiten nach Hause zu liefern, sind bisher gescheitert, da Bildungs-, Verteidigungs- und Wohlfahrtsministerium über die Zuständigkeit streiten. Es ist unklar, wie viele der 420.000 Kinder anderweitig mit staatlich geförderten Mahlzeiten versorgt werden. Das Wohlfahrtsministerium schätzt, dass unter den in seinem Auftrag verteilten 100.000 Mahlzeiten am Tag etwa 18.000 an Kinder gingen, die Anspruch auf Schulmahlzeiten haben. Genaue Zahlen gebe es jedoch nicht. Aufgrund der ausbleibenden Versorgung durch die Regierung haben Familien und lokale Behörden Hilfsorganisationen um Hilfe gebeten.

Die ICEJ konnte seit Beginn der Corona-Krise über 55.000 warme Mahlzeiten und knapp 3.000 Lebensmittelpakete an benachteiligte Familien, ältere Menschen und Holocaustüberlebende verteilen. Bitte helfen Sie uns, weiteren bedürftigen Israelis zu helfen. Als Verwendungszweck bitte „ICEJ-Hilfsfonds für Israel“ angeben, vielen Dank!

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UN: Israel fordert Schritte gegen Iran

Israels UN-Botschafter Gilad Erdan hat am Dienstag den UN-Sicherheitsrat aufgefordert, gegen die Präsenz iranischer Quds-Brigaden und pro-iranischer Milizen in Syrien vorzugehen. Am 17. November hatten pro-iranische Kämpfer Antipersonenminen entlang der israelisch-syrischen Grenze im südlichen Teil der Golanhöhen verlegt. Sie konnten von der israelischen Armee entschärft werden. Im August waren Kämpfer aus Syrien bei einem ähnlichen Zwischenfall von israelischen Soldaten erschossen worden.In einem Schreiben an UN-Sicherheitsratspräsidentin Inga Rhonda King und UN-Generalsekretär Antonio Guterres erklärte Erdan, die Handlungen seien ein „direkter Verstoß“ gegen das Truppenentflechtungsabkommen zwischen Israel und Syrien. In dem Abkommen vom 31. Mai 1974 wurde nach Ende des Jom-Kippur-Kriegs eine Pufferzone entlang der Grenze vereinbart. Einzelheiten über die versuchten Anschläge und Beweismittel habe Israel an die UN-Beobachtertruppe UNDOF übergeben, sagte Erdan. „Diese Vorfälle beweisen wieder einmal, dass syrisches Gebiet, einschließlich der entmilitarisierten Zone, von feindlichen Kräften missbraucht wird.“ Das syrische Regime gestatte dem Iran weiterhin, sein Gebiet zu nutzen, um die Region zu destabilisieren, sagte Erdan. Israel erwarte eine umfangreiche Untersuchung der Zwischenfälle durch die UNDOF. Er forderte einen Rückzug des Iran und seiner verbündeten Milizen aus Syrien.

Netanjahu für Friedensnobelpreis nominiert

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu ist für den Friedensnobelpreis 2021 nominiert worden. Das gab sein Büro am Dienstag bekannt. Friedensnobelpreisträger Lord David Trimble, ehemaliger Erster Minister Nordirlands hatte Netanjahu und Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan, Kronprinz Abu Dhabis, nominiert. Trimble war selbst 1998 für seine Bemühungen um eine friedliche Beilegung des Nordirlandkonflikts mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Im September hatten bereits Parlamentarier aus Italien (Paolo Grimoldi, Lega Nord) und Finnland (Vilhelm Junnila, PeruS) Netanjahu nominiert. Grimoldi begründete die Nominierung u.a. mit Netanjahus „Dialog“ mit Saudi-Arabien. Junnila nominierte Netanjahu, US-Präsident Donald Trump und König Hamad bin Isa Al Chalifa von Bahrain für das Normalisierungsabkommen zwischen Israel und dem Golfstaat. Ihre Vision für Frieden „verdiene internationale Anerkennung“, sagte Junnila. Nominierungen können von ausgewählten Personen und Organisationen eingereicht werden, darunter Parlamentarier, Staatsoberhäupter und ehemalige Nobelpreisträger. Der Empfänger des Friedensnobelpreises 2021 wird im Oktober nächsten Jahres bekannt gegeben. Netanjahu wäre der dritte israelische Premierminister nach Menachem Begin (1978) und Jitzhak Rabin (1994), der mit dem renommierten Preis ausgezeichnet werden würde.

Israel: Tödlicher Flugzeugabsturz

Zwei Soldaten der israelischen Luftwaffe sind am Dienstag bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Reserveoffizier Itai Zayden (42), Vater von vier Kindern, und sein Schüler Lihu Ben-Bassa (19), der sich in seiner Pilotenausbildung befand, waren während eines Ausbildungsflugs mit ihrem Kleinflugzeug unter noch ungeklärten Umständen abgestürzt. Das Flugzeug vom Typ Grob G 120ging in Flammen auf. Die beiden Soldaten konnten zunächst schwer verletzt geborgen werden, wurden aber noch am Absturzort nahe des Kibbuz Mischmar HaNegev für tot erklärt. Weitere Ausbildungsflüge sind bis auf weiteres ausgesetzt worden. Es war der erste tödliche Absturz eines Ausbildungsflugzeugs seit 2008. Damals waren ebenfalls ein Ausbilder und ein Schüler ums Leben gekommen.


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Gaza: Gesundheitswesen droht Kollaps

Angesichts einer rapiden Ausbreitung des Coronavirus im von der islamistischen Terrororganisation Hamas beherrschten Gazastreifen warnen Experten vor einem Kollaps des Gesundheitswesens. „In einer Woche werden wir nicht mehr in der Lage sein, Schwererkrankte zu behandeln“, warnte Abdelnaser Soboh, WHO-Koordinator für Notfallmedizin im Gazastreifen. Am Wochenende wurden ca. 1.600 Neuinfektionen mit dem Coronavirus bestätigt. Aktuell sind mehr als 30% der durchgeführten Tests positiv. Die Zahl der Beatmungsgeräte konnte von 100 auf über 200 aufgestockt werden, dutzende weitere sollen in den nächsten Tagen in der Enklave eintreffen. Dr. Gerald Rockenschaub, WHO-Direktor im Gazastreifen, sagte, die Öffentlichkeit hielte sich nicht an die von der Hamas angeordneten Maßnahmen. Nur wenige Menschen würden eine Maske tragen. Aufgrund der prekären wirtschaftlichen Situation lehnt die Hamas einen erneuten Lockdown jedoch ab. Derzeit gibt es im Gazastreifen 5.517 aktive Fälle. 234 Menschen werden im Krankenhaus behandelt, 79 von ihnen erhalten künstliche Beatmung.

Foto: Pixabay, Symbolbild

In den von der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) kontrollierten Gebieten im Westjordanland (Judäa und Samaria) wurden am Montag 869 Neuinfektionen bestätigt. Die Zahl der aktiven Fälle liegt bei 7.013.Die PA hat für die nächsten 14 Tage eine Ausgangssperre verhängt, die an Wochentagen abends und an Wochenenden ganztägig gelten soll. Rund 714 Palästinenser sind seit März an oder mit dem Virus gestorben - 65 im Gazastreifen, 649 im Westjordanland.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für eine rasche Besserung der Situation im Gazastreifen. Beten wir, dass die benötigte medizinische Ausrüstung bald geliefert werden kann und die Versorgung der Schwererkrankten gewährleistet ist. Beten wir für eine Eindämmung des Coronavirus in den Palästinensergebieten und in Israel.

Netanjahu in Saudi-Arabien

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu ist am Sonntag zu einem Treffen mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman und US-Außenminister Mike Pompeo nach Saudi-Arabien gereist. Das bestätigten israelische und saudische Beamte am Montag. Netanjahus Besuch wurde bekannt, nachdem Twitter-Nutzer den Flug eines israelischen Privatjets von Tel Aviv in die saudische Stadt Neom am Roten Meer entdeckt und die Flugroute veröffentlicht hatten. Die drei Politiker äußerten sich nicht zu den Meldungen. Israels Bildungsminister Yoav Gallant begrüßte das Treffen, das auf eine wachsende „Akzeptanz Israels in der sunnitischen Welt“ hindeute. Davon hätten „unsere Vorfahren geträumt.“ „Ich gratuliere dem Premierminister zu dieser großartigen Leistung“, sagte Gallant. Netanjahu, der von Mossad-Chef Jossi Cohen begleitet wurde, soll sich rund vier Stunden in Saudi-Arabien aufgehalten haben. Fokus der Gespräche sollen der Iran und die künftige US-Regierung unter Joe Biden gewesen sein. Bin Salman hat sich Medienberichten zufolge in der Vergangenheit positiv über eine mögliche Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Israel geäußert. Sein Vater, König Salman, lehnt dies jedoch ab.

Samaria: Schwerverletzter nach Steinwurf-Anschlag

Vier Israelis sind am Montag infolge eines Steinwurf-Anschlags verletzt worden, einer von ihnen schwer. Ihre Fahrzeuge waren nahe der jüdischen Ortschaft Jitzhar in Judäa und Samaria frontal zusammengestoßen, nachdem Palästinenser aus dem benachbarten Dorf Burin nahe Nablus vorbeifahrende Autos mit Steinen beworfen hatten. Israels Rettungsdienst Magen David Adom und Sanitäter der israelischen Armee mussten einen Mann aus seinem Fahrzeug befreien. Er wurde mit schweren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Seit 1983 sind mindestens 14 Israelis bei Steinwurf-Anschlägen ums Leben gekommen, oft bei Verkehrsunfällen, die durch Steinwürfe verursacht worden waren.

Ex-Spion Pollard in Israel erwartet

Der jüdische US-Amerikaner Jonathan Pollard (66), der wegen Spionage für Israel eine 35-jährige Haftstrafe verbüßt hat, darf nach Israel ausreisen. Das US-Justizministerium hatte die am Freitag abgelaufenen Bewährungsauflagen nicht erneuert. Aufgrund einer Krebserkrankung seiner Frau Esther wird sich sein Umzug nach Israel verzögern, erklärte Pollards Anwalt. Pollard, ehemaliger Analyst des US-Marinenachrichtendienstes, nahm in den 1980er Jahren Kontakt mit Israel auf und spielte dem jüdischen Staat anschließend hunderte Geheimdokumente zu. Israel zahlte ihm dafür zehntausende US-Dollar, bis er 1985 enttarnt wurde. Trotz einer außergerichtlichen Vereinbarung mit der Staatanwaltschaft, die nach seinem Schuldgeständnis eine „erhebliche“ Haftstrafe gefordert hatte, wurde Pollard 1987 zu lebenslanger Haft verurteilt. 2015 wurde er auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen, durfte das Land jedoch weiterhin nicht verlassen. Pollard, der erst 1995 die israelische Staatsbürgerschaft erhielt, hatte Israel wiederholt vorgeworfen, sich nicht genügend für seine Freilassung einzusetzen. Die meisten israelischen Politiker begrüßten die Entscheidung des US-Justizministeriums und Pollards Absicht, nach Israel zu ziehen. Andere äußerten sich jedoch kritisch. Der ehemalige Premierminister Ehud Olmert warnte, Pollards Umzug nach Israel werde „den Schaden, den diese Geschichte angerichtet hat, vergrößern.“ Pollard habe „für sehr viel Geld“ gearbeitet und nicht aus zionistischem Idealismus gehandelt. „Israel schuldet ihm nichts“, sagte Olmert. Der Fall Pollard hatte die israelisch-amerikanischen Beziehungen über Jahrzehnte hinweg schwer belastet.

New York Times: Israel tötete al-Qaida-Führer in Teheran

Israelische Agenten sollen im August einen Führer des Terrornetzwerkes al-Qaida getötet haben. Das berichtete die New York Times Mitte November unter Berufung auf anonyme Quellen im US-Geheimdienst. Abdullah Ahmed Abdullah und seine Tochter Miriam al-Masriseien demnach am 7. August in ihrem Auto in der iranischen Hauptstadt Teheran von zwei vorbeifahrenden israelischen Agenten erschossen worden. Laut New York Times erfolgte die Tötung im Auftrag der US-Regierung. Abdullah, auch bekannt unter dem Namen Abu Muhammad al-Masri,wird für die beiden Anschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania vom 7. August 1998 verantwortlich gemacht. Damals waren 224 Menschen ums Leben gekommen, Tausende wurden verletzt. Es wird auch vermutet, dass er den Anschlag auf ein israelisches Hotel in Kenia 2002, bei dem 13 Menschen getötet und 80 verletzt wurden, angeordnet hatte. Weder Israel, die USA noch al-Qaida äußerten sich öffentlich zur Tötung Abdullahs. Er galt als künftiger Nachfolger des aktuellen Anführers Ayman al-Sawahiri. Seine ebenfalls getötete Tochter, eine Schwiegertochter Osama Bin Ladens, soll in die operative Planung von Anschlägen involviert gewesen sein und sich auf eine Führungsrolle im Terrornetzwerk vorbereitet haben. Die Tötung Abdullahs erfolgte kurz nachdem es im Iran eine Serie mysteriöser Explosionen in Industrie- und Militäranlangengegeben hatte. Unter anderem richtete im Juli eine Bombe in der Atomanlage Natanz beträchtlichen Schaden an. Beobachter vermuten, dass Agenten Israels oder der USA hinter den Explosionen standen.


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Pompeo: BDS ist „antisemitisch“

Die US-Regierung will die antiisraelische Boykott-Bewegung BDS (Boykott, Kapitalentzug und Sanktionen) als „antisemitisch“ einstufen. Das sagte US-Außenminister Mike Pompeo bei einem Treffen mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu am heutigen Donnerstag. Das US-Außenministerium werde zudem „umgehend Schritte einleiten, um Organisationen, die hasserfüllte BDS-Aktivitäten verfolgen, zu identifizieren und ihnen die Unterstützung der US-Regierung zu entziehen“, sagte Pompeo, der BDS als „Krebsgeschwür“ bezeichnete. Führende EU-Politiker lehnen die BDS-Bewegung ab, haben sie jedoch bislang nicht verboten. Im Mai 2019 verabschiedete der Deutsche Bundestag einen Beschluss, der die BDS-Bewegung als antisemitisch einstufte und verurteilte. Die Parlamentarier beschlossen, Projekte, die u.a. die BDS-Bewegung unterstützen, finanziell nicht fördern zu wollen. Am Mittag besuchte Pompeo das jüdische Weingut Psagot nahe Ramallah. Er ist der erste US-Außenminister, der eine jüdische Ortschaft in Judäa und Samaria besucht hat. Nach Pompeos Erklärung im November 2019, israelische Ortschaften in Judäa und Samaria seien „mit internationalem Recht nicht unvereinbar“, hatte das Weingut Psagot einen seiner Weine nach Pompeo benannt. 

Foto: GPO, Mike Pompeo und Benjamin Netanjahu, 19.11.2020

PA: Neue Kriterien für „Terror-Gehälter“, Wiederaufnahme der Kooperation mit Israel

Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) will ihre Kriterien für die Auszahlung von „Gehältern“ an verurteilte Terroristen und deren Familien überarbeiten. Das berichtete die New York Times am heutigen Donnerstag. Die Höhe der monatlichen Zahlungen – die sich 2019 auf rund 130 Millionen Euro beliefen - solle sich nicht mehr wie bisher an der Länge der von Israel verhängten Haftstrafe orientieren, sondern an den finanziellen Bedürfnissen der Terroristen und ihrer Familien, erklärte Qadri Abu Bakr, PA-Kommissar für Gefangenenangelegenheiten. „Ein lediger Mann sollte nicht dasselbe verdienen wie ein Mann mit Familie“, sagte er. Israel, das die „Terror-Gehälter“ seit Jahren kritisiert, geht die geplante Neuregelung nicht weit genug. „Ein Terrorist muss wissen, dass seine Familie überhaupt kein Geld von der PA erhält“, sagte Avi Dichter, Knesset-Abgeordneter und ehemaliger Direktor von Israels Inlandsgeheimdienst Schin Bet. Es wird vermutet, dass die PA mit diesem Schritt hofft, ihr Image bei der künftigen US-Regierung aufpolieren zu können. Die PA hatte 2017 ihre Kontakte zur US-Regierung unter Präsident Donald Trump beendet. In einer weiteren Kehrtwendung kündigte die PA am Dienstag an, ihre Zusammenarbeit mit Israel wieder aufzunehmen. Die PA hatte sich im Mai von „allen Verträgen und Vereinbarungen“ mit Israel als entbunden erklärt, in Reaktion auf die Pläne von Premierminister Benjamin Netanjahu, Gebiete in Judäa und Samaria annektieren zu wollen. Hussein al-Sheikh, PA-Minister für Zivile Angelegenheiten, der für die Beziehungen und Koordination mit Israel zuständig ist, erklärte die Wiederaufnahme der Kooperation als „einen Sieg für unsere großartige Nation“. Die PA habe zuvor die Versicherungen „internationaler Kontakte“ erhalten, Israel würde sich an bestehende Abmachungen halten, sagte er.

Bahrains Außenminister in Jerusalem

Israel und Bahrain wollen bis Jahresende im jeweils anderen Land Botschaften eröffnen. Das erklärten die Außenminister beider Länder am Mittwoch in Jerusalem. Bahrains Außenminister Abdullatif bin Raschid al-Zayani ist der erste bahrainische Minister, der Israel besucht hat. Neben seinem israelischen Amtskollegen Gabi Aschkenasi traf er auch Premierminister Benjamin Netanjahu und US-Außenminister Mike Pompeo. Al-Zayani rief Israel und die Palästinenser zur Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen auf. Er hoffe, die neue Kooperation zwischen Israel und Bahrain werde „den Weg für eine neue Ära des Friedens im gesamten Nahen Osten ebnen. Um diesen Frieden zu erreichen, muss der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern beigelegt werden.“ Ziel sei eine „zukunftsfähige Zwei-Staaten-Lösung“. Mit dem Friedensabkommen demonstrierten Bahrain und Israel „was möglich ist“ und bewirkten einen „neuen Optimismus für die Zukunft des Nahen Ostens“, erklärte al-Zayani. Netanjahu bezeichnete al-Zayanis Besuch als einen „weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum Frieden.“ Israels Staatspräsident Reuven Rivlin sagte bei einem Treffen mit dem Gast aus Bahrain, Israel wünsche sich Frieden mit allen Nachbarn, einschließlich der Palästinenser. Die neue Freundschaft mit Bahrain verdeutliche, dass „die Welt nicht warten wird“, sagte er an die Palästinenserführung gerichtet. Israelis und Palästinenser seien dazu bestimmt, miteinander zu leben. „Es ist Zeit, Vertrauen aufzubauen und Frieden zu schließen“, sagte Rivlin.

Israel: Luftschläge in Syrien „Botschaft“ an den Iran

Israelische Kampfflugzeuge haben am Mittwochmorgen acht Ziele in Syrien angegriffen. Bei den Luftschlägen auf Ziele entlang der Golanhöhen und in der syrischen Hauptstadt Damaskus handele es sich um eine an den Iran gerichtete „Botschaft“, sich aus Syrien zurückzuziehen. Das sagte Hidai Zilberman, Sprecher der israelischen Armee. Israel nimmt sehr selten Stellung zu Meldungen internationaler Medien über Luftangriffe in Syrien. Bei einigen Zielen habe es sich um Stellungen der iranischen Quds-Brigaden gehandelt, u.a. um eine Militärbasis nahe des Flughafen von Damaskus und „geheime Baracken“, die als Treffpunkt hochrangiger iranischer Offiziere genutzt würden. Außerdem seien mobile Boden-Luft-Raketenbatterien zerstört worden. Mit den Luftschlägen reagierte Israel auf Antipersonenminen, die von pro-iranischen Kämpfern entlang der israelisch-syrischen Grenze im südlichen Teil der Golanhöhen verlegt worden seien, sagte Zilberman. Die israelische Armee hatte sie am Dienstag entdeckt und entschärft. Bereits im August waren dort vier bewaffnete Kämpfer aus Syrien bei dem Versuch, Sprengsätze an einem israelischen Militärposten anzubringen, von israelischen Soldaten erschossen worden.

Äthiopien: Neun Israelis evakuiert, Sorge um Juden wächst

Israel hat neun Staatsbürger aus der nordäthiopischen Region Tigray evakuieren lassen. Das bestätigte das israelische Außenministerium am Dienstag. Die Israelis – fünf Mitarbeiter von Bewässerungsprojekten und vier Freiwillige einer Hilfsorganisation – seien in einer „komplexen Rettungsaktion“ mithilfe der äthiopischen Regierung, der äthiopischen Armee und der Vereinten Nationen aus Kampfgebieten evakuiert worden, sagte das Ministerium. Anfang November waren die Spannungen zwischen der äthiopischen Zentralregierung in Addis Abeba und der Regionalregierung in Tigray eskaliert. Bei den sich ausweitenden Kämpfen hat es mittlerweile hunderte Tote gegeben, tausende Äthiopier sind in den benachbarten Sudan geflohen. In Israel steigt die Sorge um die rund 8.000 noch in Äthiopien verbliebenen Juden. Die meisten von ihnen leben in Transitlagern in Gondar, das rund 70 Kilometer von der Region Tigray entfernt liegt. Am Freitag forderte der Konflikt das erste jüdische Todesopfer. Girmew Gete (36), der seit 24 Jahren in Gondar auf seine Alijah gewartet hatte, wurde nahe der Grenze der Regionen Tigray und Amhara erschossen. Nach Bekanntwerden seines Todes riefen israelische Unterstützer der äthiopischen Juden die Regierung in Jerusalem auf, umgehend alle noch in Äthiopien verbliebenen Juden, die sich in „unmittelbarer, realer und tödlicher Gefahr“ befänden, zu evakuieren. Nach aktuellen Plänen von Israels Alijah-Ministerin Pnina Tamano-Shata soll die Alijah der 8.000 äthiopischen Juden bis Ende 2024 abgeschlossen sein. 2.000 von ihnen werden bis Ende Januar in Israel erwartet. Am Mittwoch kam der Knesset-Ausschuss für Alijah zusammen, um sich über die aktuelle Situation in Äthiopien zu beraten.

Bitte helfen Sie uns, so viele Flüge der äthiopischen Juden zu sponsern wie möglich. Als Verwendungszweck bitte „Alijah & Integration“ angeben, herzlichen Dank!

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Corona: Israel verhängt Reiseverbot in die PA-Gebiete

Israels Verteidigungsministerium hat Israelis die Reise in die Palästinensergebiete im Westjordanland untersagt. Grund ist der erneute Anstieg der Corona-Infektionen unter arabischen Israelis. Israels Gesundheitsministerium geht davon aus, dass viele der Infektionen auf Reisen in die Gebiete der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) zurückzuführen sind. Im September waren rund 30% der Infektionen mit dem Coronavirus in arabischen Ortschaften festgestellt worden, obwohl arabische Israelis nur 20% der Bevölkerung ausmachen. Während des landesweiten Lockdowns sank die Infektionsrate auf 7% der aktiven Fälle. Am Montag wurde bekannt, dass erneut 38% aller Infektionen in Israel unter arabischen Staatsbürgern festgestellt wurden. Der stellvertretende Corona-Beauftragte Ayman Seif geht davon aus, dass jede Woche zehntausende arabische Israelis in die PA-Gebiete reisen. Medienberichten nach werden dort Kontaktverbote und andere Maßnahmen kaum befolgt. Es wird außerdem vermutet, dass viele arabische Israelis ihre Hochzeitsfeiern in den PA-Gebieten abhalten, da in Israel Hochzeitsfeiern mit mehr als 20 Teilnehmern weiterhin untersagt sind. Das Reiseverbot soll zunächst einen Monat lang in Kraft bleiben. Israelische Studenten, die an Universitäten im PA-Gebiet studieren, sollen jedoch weiterhin einreisen dürfen. Auch die rund 100.000 Palästinenser, die in Israel und israelischen Ortschaften in Judäa und Samaria arbeiten, sind von dem Verbot nicht betroffen.

Foto: Israel Border Police, Israelischer Grenzpolizist, Archivbild

Aktuell gibt es in Israel 8.105 aktive Fälle. 304 Menschen sind schwer erkrankt. Am Mittwoch wurden 663 Neuinfektionen bestätigt, die Reproduktionszahl liegt zurzeit bei 0,92. Aussagen des israelischen Gesundheitsministeriums zufolge sollen weitere geplante Aufhebungen des Lockdowns verschoben werden, bis eine Reproduktionszahl von unter 0,8 erreicht ist. Dann wäre die Wiedereröffnung von Einkaufszentren, Märkten, Fitness-Studios und die Wiederaufnahme des Unterrichts für die Klassen 5 und 6 möglich.

IAEA: Irans Uranvorrat verstößt gegen Atomabkommen

Der Iran verfügt über die zwölffache Menge an angereichertem Uran als die 2015 im Atomabkommen vereinbarte Höchstmenge. Das bestätigte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) am Mittwoch. Die erlaubte Höchstmenge liegt bei 300kg angereichertem Uran, das entspricht 202,8 kg Uran. Laut IAEA verfügt der Iran jedoch inzwischen über 2.442,9 kg angereichertes Uran. Außerdem bestätigte die IAEA Aussagen des iranischen Regimes, dass die in der Nuklearanlage von Natanz befindlichen Zentrifugen unterirdisch installiert worden sind. Dies wurde veranlasst, nachdem Natanz bei einer Explosion im Juli erheblich beschädigt wurde. Wer hinter der Explosion steht, ist weiterhin unklar. Der Iran sprach von einem Sabotageakt. Die IAEA forderte außerdem eine „vollständige und unverzügliche Erklärung“ über die in einer Lagerhalle gefundenen Uranspuren. Die bisher vom Iran gegebenen Erklärungen seien „technisch nicht glaubwürdig”, sagte die IAEA. Um welche Lagerhalle es sich handelt, sagte die Behörde nicht. Es wird vermutet, dass es sich um einen Standort in Turkusabad, Tehran, handelt. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hatte 2018 in einer Rede vor der UN-Vollversammlung die Existenz der geheimen Lagerhalle bekanntgemacht.

Umfrage: Araber sehen Israel kritischer als den Iran

Die Bevölkerungen Saudi-Arabiens und Bahrains sehen Israel und nicht den Iran als größte Gefahr für den Frieden in Nahost. Das ergab eine von der Konrad-Adenauer-Stiftung in Auftrag gegebene Umfrage, deren Ergebnisse am Mittwoch veröffentlicht wurden. 33% der Befragten in Saudi-Arabien sagten demnach, Israel gefährde die Stabilität in der Region, verglichen mit 25%, die dies über den Iran sagten. In Bahrain lagen die Umfragewerte bei 24% bzw. 18%. Auch in Marokko (43%), Katar (39%) und den Palästinensergebieten (37%) sagte eine Mehrheit, Israel gefährde die Lage in Nahost. Lediglich Israelis (45%) und Bürger der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE, 27%) sahen im Iran die größte Bedrohung in der Region. Angesichts dieser Umfrageergebnisse scheinen die Bevölkerungen der arabischen Golfstaaten die Meinung ihrer Regierungen nicht einmütig zu teilen. Nahostexperten zufolge suchen insbesondere die Regierungen von Saudi-Arabien, Bahrain und den VAE eine Annäherung an Israel - aus Sorge vor dem iranischen Atomprogramm. Die Teilnehmer wurden auch nach ihrer Einstellung gegenüber verschiedenen Ländern gefragt. Die Mehrheit der Befragten in Marokko (70%), Saudi-Arabien (65%), Katar (59%) und den PA-Gebieten (56%) gaben an, sie betrachteten Israel negativ. 46% der Befragten in Deutschland waren ebenfalls negativ gegenüber Israel eingestellt. Nur 26% der Deutschen sahen Israel positiv. In den USA und den VAE sagten 53% bzw. 46%, sie hätten ein positives Bild von Israel. In Israel gaben die meisten Befragten an, ein positives Bild von den USA, Deutschland und allen genannten arabischen Staaten zu haben. Nur gegenüber den PA-Gebieten war die Mehrheit der Israelis (73%) negativ eingestellt. Auch in Deutschland (48%) und in den USA (42%) sah eine Vielzahl der Befragten die PA in einem schlechten Licht. Auf die Frage, wie sie die Unterzeichnung der Friedensverträge zwischen Israel, Bahrain und den VAE sehen, sagte eine Mehrheit der Israelis (86%; 72% der israelischen Araber), Emiratis (69%), US-Amerikaner (67%) und Deutschen (59%), sie unterstützten die Abkommen. Auch eine Vielzahl der Befragten in Bahrain (46%) äußerte sich positiv. Eine Mehrheit in den PA-Gebieten (70%), Marokko (63%), Katar (52%) und Saudi-Arabien (48%) lehnte die Abkommen ab.

Bahaa Hariri: Libanon und Israel sollten Frieden schließen

Bahaa Hariri, Sohn des 2005 ermordeten libanesischen Premierministers Rafik Hariri und älterer Bruder des designierten Premierministers Saad Hariri, hat den Libanon und Israel aufgefordert, Frieden zu schließen. Der Unternehmer und Milliardär, der in der Schweiz lebt, bezeichnete die laufenden Verhandlungen zwischen den beiden Ländern über den Verlauf ihrer Seegrenzen als „positiv“. Israel und der Libanon sollten jedoch auch ihren Streit um die Landesgrenzen beilegen, insbesondere um die Schebaa-Farmen am Westhang des Berges Hermon. Der Streit um dieses Gebiet sei eine „offene Wunde“, die die schiitisch-libanesische Terrororganisation Hisbollah ausnutzen würde, sagte Hariri. Israel hatte die Schebaa-Farmen im Sechstagekrieg 1967 erobert. Das Gebiet war seit 1950 unter syrischer Kontrolle, wird jedoch vom Libanon beansprucht. Heute befinden sich dort Außenposten der israelischen Armee. „Ich möchte, dass meine Kinder in Frieden, nicht im Krieg leben“, sagte Bahaa Hariri. Der älteste Sohn Rafik Hariris war in der Vergangenheit nicht politisch aktiv, hat jedoch in den letzten Monaten seine Unterstützung für die andauernden Anti-Regierungsproteste im Libanon zum Ausdruck gebracht. Bahaa Hariri warnte zudem seinen Bruder Saad vor einer erneuten Koalition mit der Hisbollah. Ein solcher Schritt würde die regionale und internationale Unterstützung, die der Libanon dringend brauche, unterminieren. Er sagte auch, die Hisbollah sollte zu einer Terrororganisation erklärt werden. Saad Hariri war im Oktober 2019 zurückgetreten. Vor rund drei Wochen wurde er vom libanesischen Staatspräsidenten Michel Aoun erneut mit der Regierungsbildung beauftragt. Aoun selbst hatte im August angedeutet, Friedensverhandlungen mit Israel seien möglich. Es gebe jedoch Streitpunkte, die zuerst ausgeräumt werden müssen, sagte er.

Israel: Festung aus der Zeit König Davids gefunden

Archäologen haben Überreste einer befestigten Siedlung auf den Golanhöhen ausgegraben, die aus der Zeit König Davids stammen könnte. In der Festung, die über fast 1,5 Meter breite Mauern verfügte, fanden die Archäologen u.a. in Fels eingravierte Zeichnungen, einen Altar und rituelle Gegenstände. Sie datierten sie ins 11. bis 10. Jahrhundert vor Christus. Die Funde ähneln Ausgrabungen aramäischer Siedlungen in der Region. Es sei möglich, dass die Geschuriter - eine aramäische Volksgruppe, die am Ostufer des Sees Genezareth siedelte - die Festung auf den Golanhöhen zum Schutz ihres Territoriums errichteten, erklärte die israelische Altertumsbehörde. Geschur, dessen Hauptstadt im heutigen Betsaida vermutet wird, wird mehrmals in der Bibel erwähnt. In Josua 13 heißt es, dass die Israeliten unter Josua das Land Geschur noch nicht eingenommen hatten. Laut 2. Samuel 3,3 war eine der Frauen König Davids - Absaloms Mutter - eine Tochter des Königs von Geschur. Die Festung wurde bei der Planung eines neuen Wohngebiets in der Ortschaft Chispin entdeckt.

Sehen Sie hier einen kurzen Videoclip der israelischen Altertumsbehörde über die Ausgrabungen in Chispin (auf Englisch).


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US-Wahlen: Israel besorgt über Iran-Atomabkommen

Israel ist besorgt, dass die USA unter der Führung des designierten US-Präsidenten Joe Biden erneut dem Iran-Atomabkommen beitreten könnten. Die USA waren 2018 unter dem amtierenden Präsidenten Donald Trump aus dem 2015 vereinbarten internationalen Abkommen ausgestiegen. Amos Hochstein, ehemaliger Berater Bidens, erklärte in einem Interview mit dem israelischen Fernsehsender Channel 12, er gehe davon aus, dass der erneute Beitritt bereits in den ersten Monaten von Bidens Präsidentschaft erfolgen werde. Er erwarte jedoch, dass Biden „einige Veränderungen“ zur Bedingung machen werde, einschließlich der Verlängerung der zeitlichen Frist des Abkommens. Daniel Kurtzer, ehemaliger US-Botschafter in Israel, äußerte sich ähnlich. Er ist außerdem der Ansicht, dass Biden sich zuvor mit Israel absprechen wird. Israels Energieminister Juval Steinitz rief zu einem „Dialog“ mit der neuen US-Regierung auf, um sicherzustellen, dass das iranische Atomprogramm nicht „eingefroren“ sondern „demontiert“ werde. Auch Michael Oren, der 2009-2013 als Botschafter Israels in Washington diente, sagte, es sei „sehr wichtig für uns, mit dem designierten Präsidenten und seinem Team umgehend Israels Erwartungen und Interessen zu besprechen.“ Oren bezeichnete Biden als „pro-Israel“. Dennoch müsse Israel sich darauf vorbereiten, dass die neue Regierung eine andere Politik als Trump verfolge, insbesondere im Hinblick auf den Iran und den Konflikt mit den Palästinensern. Letzterer stehe jedoch „nicht oben auf der Agenda, sagte Oren. Neben der Corona-Krise, der Wirtschaft und der gesellschaftlichen Spaltung in den USA werden für Biden die Beziehungen der USA mit China und Russland Priorität haben, meinte er.

Foto: State Department, Treffen US-amerikanischer und iranischer Diplomaten, Januar 2016

Israelische Medien berichteten außerdem, die Regierung von US-Präsident Donald Trump plane – in Absprache mit Israel und den arabischen Golfstaaten – bis zur Vereidigung Bidens am 20. Januar 2021 eine Reihe schwerer Sanktionen gegen den Iran zu verhängen. Diese sollen sich insbesondere gegen das iranische Raketenprogramm, seine Unterstützung von Terrororganisationen und die Verletzung von Menschenrechten richten. Damit will man der neuen US-Regierung die Rückkehr zum Atomabkommen erschweren. „Ziel der Trump-Regierung ist es, Sanktionen zu verhängen, die Biden nicht aufheben kann“, erklärte ein anonymer Beamter eines arabischen Staates.

Netanjahu, Rivlin gratulieren Biden, danken Trump

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat am Sonntag dem designierten US-Präsidenten Joe Biden zu seinem Wahlsieg gratuliert. Netanjahu nannte Biden einen „großen Freund Israels”. Er freue sich darauf, das „besondere Bündnis zwischen den USA und Israel“ weiter zu vertiefen. Netanjahu dankte auch dem amtierenden US-Präsidenten Donald Trump für seine „Freundschaft mit Israel und mir persönlich”, für die „Anerkennung Jerusalems und der Golanhöhen“ und seine Politik gegenüber dem Iran. Trump habe die Beziehungen zwischen Israel und den USA zu „beispiellosen Höhen” geführt, sagte Netanjahu. Auch Staatspräsident Reuven Rivlin gratulierte Biden und lud ihn ein, Jerusalem zu besuchen. „Als langjähriger Freund Israels werden Sie nun Führer der freien Welt und von Israels engstem und wichtigstem Verbündeten sein“, sagte Rivlin. Auch er dankte Trump für „vier Jahre der Partnerschaft, in der Israels Sicherheit gestärkt wurde“ und dem „amerikanischen Volk für seine Unterstützung und Freundschaft. Gott segne Amerika“, sagte Rivlin.

Äthiopien: Drohender Bürgerkrieg, Gefechte nahe Gondar

Bei dem sich zuspitzenden Konflikt in der Region Tigray im Norden Äthiopiens ist es in den vergangenen Tagen auch zu Gefechten nahe der Stadt Gondar gekommen. In Gondar, das in der benachbarten Region Amhara liegt, warten tausende äthiopische Juden in Transitlagern auf ihre Alijah (Einwanderung nach Israel). Berichten zufolge fanden die Kampfhandlungen ca. 70 Kilometer entfernt statt. In Äthiopien droht ein Bürgerkrieg, nachdem vergangene Woche die seit 2019 bestehenden politischen Spannungen zwischen der äthiopischen Zentralregierung und der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) eskaliert waren. Am 4. November schaltete die Regierung in Addis Abeba die Stromversorgung und die Telefon- und Internetdienste in Tigray ab. Kurz darauf bombardierte die äthiopische Luftwaffe Stellungen der TPLF, die in Tigray die Regionalregierung stellt. Dabei seien „Raketen und schwere Waffen vollkommen zerstört“ worden, erklärte Äthiopiens Premierminister Abiy Ahmed. Medienberichten zufolge hat es bei Gefechten zwischen der äthiopischen Armee und den gut gerüsteten Milizen der TPLF, die über rund 250.000 Soldaten verfügen, bereits hunderte Tote gegeben. Beobachter befürchten, dass der Konflikt sich auch auf andere Regionen Äthiopiens ausdehnen könnte.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns um eine rasche Beilegung des Konflikts zwischen der Zentral- und der Regionalregierung und um Schutz für die Bevölkerung. Beten wir auch um besonderen Schutz für die äthiopischen Juden, die seit vielen Jahren in Transitlagern in Gondar und Addis Abeba auf ihre Einwanderung nach Israel warten. Beten wir, dass ihre Alijah sich beschleunigt und sie wohlbehalten nach Israel kommen können.

Israel hat vergangene Woche 462 äthiopischen Juden die Einreiseerlaubnis erteilt. Die Jewish Agency erwartet, dass sie bereits Anfang Dezember nach Israel geflogen werden können und hat die ICEJ gebeten, die Flugkosten zu übernehmen. Ab Dezember sollen insgesamt 2.000 äthiopische Juden nach Israel einwandern.

Bitte helfen Sie uns, die Alijah äthiopischer Juden weiterhin zu unterstützen. Als Verwendungszweck bitte „Alijah & Integration“ angeben, herzlichen Dank!

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Gedenken an Reichspogromnacht

In vielen Städten Deutschlands ist am Montag der Opfer der Reichspogromnacht 1938 gedacht worden. Joliene Stephan, die mit ihrem Mann Christian Stephan von 1982 bis 2001 die Leitung des Deutschen Zweigs der ICEJ übernommen hatte, legte im Namen der ICEJ-Deutschland einen Kranz vor der Synagoge in Michelstadt (Hessen) nieder. Beim anschließenden Gedenkmarsch legten die Teilnehmer der Gedenkfeier, darunter Stephan Kelbert, Bürgermeister von Michelstadt, und Roman Melamed, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Fulda, Rosen auf die in der Stadt verlegten „Stolpersteine“. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 war es in Deutschland und Österreich zu gewaltsamen, von den Nationalsozialisten organisierten Ausschreitungen gegen Juden und jüdische Einrichtungen gekommen. Hunderte Juden wurden ermordet, rund 1400 Synagogen und jüdische Gebetsräume in Brand gesetzt, tausende Wohnungen und Geschäfte zerstört. Am 10. November wurden etwa 30.000 Juden verhaftet und anschließend in Konzentrationslager deportiert. Viele Historiker sehen in der Reichspogromnacht den Beginn des Holocausts, in dem sechs Millionen Juden ermordet wurden.

 

Niederlande: Protestanten mitschuldig an Judenverfolgung

Die Protestantische Kirche der Niederlande (PKN) trägt eine Mitschuld an der Judenverfolgung während der Besatzung durch Nazi-Deutschland. Das sagte René de Reuver, Vorsitzender der PKN, während einer Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht 1938 am Sonntag in Amsterdam. Er bat die jüdische Gemeinde um Vergebung. Die Kirche habe „mit den Nährboden bereitet“, in dem „Antisemitismus und Hass gedeihen“ konnten. „Über Jahrhunderte hinweg wurde eine Kluft aufrechterhalten, die später Juden soweit isolierte, dass man sie wegbringen und ermorden konnte“, sagte de Reuver. Außerdem habe die Kirche während der deutschen Besatzung zu wenig getan, um den verfolgten Juden zu helfen. „Antisemitismus ist eine Sünde gegen Gott und gegen Menschen. Die protestantische Kirche ist auch ein Teil dieser sündigen Geschichte.“ Die Kirche erkenne außerdem an, dass das Schuldbekenntnis sehr spät komme. „Wir hoffen, es ist nicht zu spät", sagte er. Die PKN werde sich nun dafür einsetzen, dass aus den jüdisch-christlichen Beziehungen „tiefe Freundschaften“ entstünden und werde gemeinsam mit der jüdischen Gemeinde „den modernen Antisemitismus bekämpfen“, sagte der PKN-Vorsitzende.

 


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UN nennen Tempelberg nur bei islamischem Namen

139 UN-Mitgliedsstaaten, darunter Deutschland, haben am Mittwoch eine Israel-kritische Resolution verabschiedet, die den Tempelberg in Jerusalem ausschließlich unter Verwendung seines islamischen Namens „Haram al-Scharif“ nennt. Israels UN-Botschafter Gilad Erdan warf dem UN-Ausschuss für besondere politische Fragen und Entkolonialisierungvor, „von der Realität losgelöst“ zu sein. Die Resolution sei ein „ungeheuerlicher Versuch, die Geschichte umzuschreiben“. „Keine Resolution wird die ewige Verbindung des jüdischen Volkes mit dem heiligsten Ort unseres Glaubens ändern“, sagte Erdan. Neun Staaten - Israel, die USA, Australien, Kanada, Guatemala, Ungarn, die Marschall-Inseln, Nauru und Mikronesien - stimmten gegen die Resolution. 16 Staaten, darunter Österreich, Serbien, Tschechien und die Slowakei, enthielten sich. „Die UN zeigten heute ihre Verachtung gegenüber Juden- und Christentum“, erklärte Hillel Neuer, Direktor der Nichtregierungsorganisation UN-Watch, denn der Tempelberg sei „allen heilig, die die Bibel verehren“. Er kritisierte außerdem, dass das Abstimmungsverhalten Deutschlands in „krassem Gegensatz“ zu dem Versprechen von Bundesaußenminister Heiko Maas vom Mai 2019 stünde. Damals hatte Maas erklärt, Deutschland werde mit „Nachdruck“ einer „unfairen Behandlung Israels in den Vereinten Nationen entgegentreten“ und „Israels legitime Interessen unterstützen“. Insgesamt verabschiedete derUN-Ausschuss am Mittwoch sieben Israel-kritische Resolutionen, die angebliche Menschenrechtsverletzungen gegen Palästinenser und „Repressalien“ gegen auf den Golanhöhen lebende „Syrer“ anprangern. Deutschland stimmte mehrheitlich für die Resolutionen.

Foto: Pixabay, UN-Hauptquartier New York, Symbolbild

Israel: Überschwemmungen nach starken Regenfällen

Stürme und starke Regenfälle haben in Israel zu Überschwemmungen geführt. Am Mittwoch musste die Feuerwehr in der Küstenstadt Aschdod Autofahrer aus ihren überfluteten Fahrzeugen retten. Bewohner einer gefluteten Kellerwohnung konnten von Tauchern in Sicherheit gebracht werden. Auch im zentralisraelischen Yavne wurden Überschwemmungen gemeldet. In Bnei Brak, einem Vorort von Tel Aviv, führte starker Regen zu einem plötzlichen Erdfall auf einer stark befahrenen Straße. Nahe Eilat wurden Wanderer bei schweren Hagelstürmen verletzt und mussten evakuiert werden. Bereits im vergangenen Winter führten ungewöhnlich starke Regenfälle zu Überschwemmungen, bei denen sieben Menschen ums Leben kamen. Das Winterwetter soll bis Donnerstagabend andauern. Durch den starken Niederschlag stieg der Wasserstand des Sees Genezareth, Israels wichtigstem Trinkwasserreservoir, um zwei Zentimeter an. Der Pegel liegt aktuell bei 209,975 Metern unter dem Meeresspiegel, bzw. 1,175 Meter unterhalb seiner oberen „Roten Linie“, dem Wasserstand, bei dem der See über die Ufer treten würde.

PA muss Terroropfern Schadensersatz zahlen

Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) muss der Familie eines bei einem Terroranschlag ermordeten Ehepaares Schadensersatz in Höhe von 13 Millionen Schekel (ca. 3,3 Millionen Euro) zahlen. Das urteilte das Jerusalemer Bezirksgericht am Montag. Die Familie von Zipi und Gadi Schemesch, die 2002 bei einem Selbstmordanschlag auf der Jerusalemer King-George-Straße getötet worden waren, hatte 2002 eine Schadensersatzklage gegen die PA eingereicht. Bei dem Anschlag zündete ein palästinensischer Selbstmordattentäter einen mit Metallsplittern und Nägeln bestückten Sprengstoffgürtel inmitten einer beliebten Einkaufsstraße. Drei Menschen wurden getötet, 86 zum Teil schwer verletzt. Das Gericht bestätigte damit vorliegende Beweise, denen zufolge die PA den Attentäter zuvor verhaftet und anschließend wieder freigelassen hatte, mit dem Auftrag, den Anschlag zu verüben. Geheimdienstmitarbeiter der PA sollen außerdem das Material zum Bau des Sprengstoffgürtels bereitgestellt und den Attentäter zum Anschlagsort gefahren haben. Das Gericht stellte auch eine Mitschuld von Hussein al-Sheikh, derzeit PA-Minister für zivile Angelegenheiten und Berater von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, fest. Er soll dem Attentäter und anderen Beteiligten Geld und Handgranaten beschafft haben. „Heute Abend können wir endlich einen Schlussstrich setzen“, erklärten die Töchter des ermordeten Ehepaares. „Unser Ziel war zu zeigen, dass wir Terrororganisationen die Stirn bieten können.“ Roland Roth, Anwalt der Familie Schemesch, zeigte sich zufrieden, „dass israelische Gerichte erkannt haben, dass umfangreiche Schadensersatzzahlungen der Abschreckung vor Terroranschlägen dienen.“ Die PA hatte vor Gericht argumentiert, die untersuchten Ereignisse seien „historisch und komplex“ und sollten nicht gerichtlich untersucht, sondern Historikern „überlassen“ werden.

VAE: Visumfreiheit für Israelis

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben am Sonntag ein bilaterales Abkommen mit Israel ratifiziert, wonach Israelis und Emiratis visumfrei in das jeweils andere Land reisen können. Das Visum wird Besuchern somit direkt bei der Einreise erteilt. Damit das Abkommen in Kraft tritt, ist noch die Zustimmung durch das israelische Kabinett und die Knesset nötig. Die VAE sind das erste arabische Land, mit dem Israel ein solches Abkommen vereinbart hat. Die staatliche Billigfluggesellschaft Flydubai kündigte am Mittwoch an, ab Ende November die Verbindung Tel Aviv-Dubai bedienen zu wollen. Im Oktober hatte bereits die israelische Fluggesellschaft Arkia angekündigt, ab Januar Flüge nach Dubai anzubieten. Der Preis für einen einfachen Flug soll bei rund 125 Euro liegen.

Saeb Erekat in israelischem Krankenhaus

Saeb Erekat, PLO-Generalsekretär und Chefunterhändler der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) wird wegen einer schweren Covid-19-Erkrankung im Jerusalemer Hadassah-Krankenhaus (Ein Kerem) behandelt. Erekat (65) wurde Ende Oktober in das Krankenhaus eingeliefert, nachdem PA-Beamte die israelische Regierung um Hilfe gebeten hatten. Erekats Zustand sei ernst, aber stabil, erklärte das Krankenhaus. „Herr Erekat erhält die bestmögliche professionelle Behandlung wie alle schweren Corona-Patienten im Hadassah-Krankenhaus und unsere Mitarbeiter werden alles daran setzen, ihn zu heilen.“ Er werde mit einer extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) behandelt. Bei diesem Verfahren übernimmt anstelle der Lunge eine Maschine die Atemfunktion des Patienten. Durch eine Lungentransplantation 2017 sei Erekats Erkrankung besonders „kompliziert“. Das PLO-Ministerium für Verhandlungen veröffentlichte eine Videobotschaft von Erekats Tochter, Dr. Salam Erekat, die den „großartigen Einsatz des Ärzteteams im Hadassah-Krankenhaus“ lobte. Israelische Medien zeigten sich überrascht, dass Erekat sich in Israel medizinisch behandeln lässt, da die PA im Mai jegliche Zusammenarbeit und Vereinbarungen mit Israel aufgekündigt hatte.


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Österreich: Synagogen bleiben geschlossen

Synagogen in Österreich bleiben am heutigen Dienstag geschlossen. In Wien werden zudem weitere jüdische Einrichtungen wie Schulen und koschere Supermärkte heute nicht öffnen. Am Montagabend hatte ein Terrorist nahe des Stadttempels in Wien, der Hauptsynagoge der Stadt, und des dazugehörigen Bürogebäudes auf Passanten geschossen. Mindestens vier Menschen wurden getötet, 22 teils schwer verletzt, bevor der 20-jährige islamistische Attentäter erschossen wurde. Keine der jüdischen Einrichtungen sei getroffen worden und es gebe keine Opfer unter den rund 7.000 Mitgliedern der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, sagte ihr Vorsitzender Oskar Deutsch. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz erklärte am Montag, das Motiv des Anschlags sei noch unklar, ein antisemitischer Hintergrund könne angesichts des Tatorts nicht ausgeschlossen werden. Wiens Oberrabbiner Jaron Engelmayer sagte, Juden in Wien befänden sich in einem „Zustand der Unsicherheit.“ Tschechien führte noch am Montagabend Grenzkontrollen ein und verstärkte die Sicherheitsvorkehrungen vor „wichtigen jüdischen Einrichtungen“ im Land. Auch Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt erhöhten am Dienstag den Schutz von Synagogen und anderen jüdischen Einrichtungen.

Gebetsanliegen:Bitte beten Sie mit uns um Schutz und Bewahrung unserer jüdischen Mitbürger. Beten wir, dass Anschläge gegen Juden verhindert werden und ihre Anliegen und Bedenken von den Behörden in ganz Europa ernstgenommen werden.

Foto: Pixabay, Wien, Symbolbild

Israel: Armee will zu Corona-Tests ermutigen

Die israelische Armee will Coronavirus-Teststationen in Eingangsbereichen von Einkaufszentren und Bürogebäuden eröffnen. Grund ist der Rückgang der täglich durchgeführten Tests angesichts der abnehmenden Infektionszahlen in Israel. Soldaten des Heimatfrontkommandos sollen daher in stark frequentierten Bereichen, wie z.B. Bürogebäude mit mehreren hundert oder tausend Angestellten, die Bevölkerung ermutigen, sich testen zu lassen. Des Weiteren ist eine engere Zusammenarbeit zwischen Militärbasen und den Stadtverwaltungen, die sich in ihrer direkten Umgebung befinden, geplant. Soldaten sollen demnach permanent zur Unterstützung der jeweiligen Stadtverwaltungen abgestellt werden. Am Montag wurden in Israel 774 Neuinfektionen bestätigt. Die Zahl der aktiven Fälle lag bei 9.769Personen, 382 von ihnen sind schwer erkrankt. Bei einer Kabinettssitzung am Montag erklärte Meir Ben-Schabbat, nationaler Sicherheitsberater, die aktuelle Reproduktionszahl in Israel liege bei „mindestens“ 0,8. Die Zahl der Neuinfektionen steige zwar noch nicht wieder an, jedoch habe sich der Infektionsrückgang verlangsamt, sagte er.

Israelisch-zypriotisches Innovationszentrum eröffnet

Auf Zypern ist am Wochenende ein neues Zentrum für Innovation und Unternehmertum eröffnet worden, das die regionale Zusammenarbeit fördern soll. Das Paphos Innovations-Institut (PPI) wurde von Uriel Reichman, Präsident und Gründer des IDC Herzliya, einer privaten Hochschule in Israel, ins Leben gerufen. Hochschulabsolventen aus der östlichen Mittelmeerregion sollen hier in weiterführenden Studiengängen an gemeinsamen Forschungsprojekten teilnehmen und unternehmerische Kooperationen aufbauen. Schwerpunkte sollen u.a. Wassertechnologie, Nahrungsmittelsicherheit, Energie und digitale Technologien sein. Aufgrund der aktuellen Krise wird der erste Studiengang erst im September 2021 beginnen. Bis dahin sollen einzelne Kurse mit begrenzter Teilnehmerzahl angeboten werden.

Dominikanische Republik erwägt Botschaftsverlegung nach Jerusalem

Die Dominikanische Republik erwägt, ihre Botschaft nach Jerusalem zu verlegen. Das gab das Außenministerium des karibischen Inselstaats am Freitag bekannt. Bei der endgültigen Entscheidung soll berücksichtigt werden, dass sich Israels Regierungssitz in Jerusalem befindet und der Inselstaat bereits zuvor seine diplomatische Vertretung in Jerusalem hatte. Die Dominikanische Republik hatte ihre Botschaft 1980 von Jerusalem nach Tel Aviv verlegt. Wann die endgültige Entscheidung vorliegen soll, ist nicht bekannt. 2018 verlegten die USA und Guatemala ihre Botschaften nach Jerusalem. Weitere Nationen, unter anderem Honduras, Brasilien und Malawi hatten in den letzten Monaten angekündigt, ihre Botschaften ebenfalls dorthin zu verlegen. Im September gaben auch Serbien und der Kosovo ihre Absicht bekannt, in Jerusalem diplomatische Vertretungen eröffnen zu wollen. Die EU-Kommission warnte die beiden Balkanländer, die mit der EU Beitrittsverhandlungen führen. „Es gibt keinen EU-Mitgliedsstaat mit einer Botschaft in Jerusalem“, sagte Peter Stano, Sprecher der EU-Kommission. „Alle diplomatischen Schritte, die die gemeinsame EU-Position zu Jerusalem in Frage stellen könnten, sind ein Grund für ernste Sorge.“

Gaza: Desinfektionsautomat soll vor Coronavirus schützen

Eine 37-jährige Palästinenserin aus dem von der islamistischen Terrororganisation Hamas kontrollierten Gazastreifen hat einen Automaten entwickelt, mit dem Supermärkte und Restaurants besser vor dem Coronavirus geschützt werden sollen. Das zwei Meter hohe Gerät, das im Eingangsbereich des Supermarkts aufgestellt wird, misst die Körpertemperatur des Kunden, während es zeitgleich Desinfektionsmittel zur Desinfizierung der Hände ausgibt. Deutet die Körpertemperatur auf ein Fieber hin, leuchtet eine rote Signallampe. Andernfalls öffnet sich die Tür zum Supermarkt und der Kunde kann eintreten. „Als Covid-19 den Gazastreifen erreichte, musste ich einen Weg finden, die Ausbreitung zu bekämpfen“, erklärte Heba al-Hindi. Die dichtbesiedelte Enklave war zu Beginn kaum von der Pandemie betroffen. Seit August sind die Infektionszahlen jedoch stark angestiegen. Inzwischen gibt es über 5.440 bestätigte Fälle, 31 Menschen sind an oder mit dem Coronavirus gestorben. Die studierte Mathematikerin al-Hindi leitet das Unternehmen Innovation Makers, das inzwischen acht Geräte zur Bekämpfung des Virus entwickelt hat. Ihr Automat wurde beim palästinensischen Wirtschaftsministerium in Ramallah patentiert. Dutzende Geräte wurden bereits verkauft; der Verkaufspreis liegt zwischen 550 und 1500 US-Dollar (ca. 470 bzw. 855 Euro).


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25. Todestag: Israel gedenkt Jitzhak Rabins

Israel gedenkt heute seines ermordeten Premierministers Jitzhak Rabin. Im ganzen Land fanden zahlreiche Gedenkveranstaltungen statt. Rabin war am 4. November 1995 bei einer Kundgebung in Tel Aviv erschossen worden. Nach dem jüdischen Kalender fiel sein Todestag auf den 12. Tag des Monats Cheschwan, der dieses Jahr am heutigen Donnerstagabend beginnt. Bei einer Zeremonie in der Residenz des israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin erinnerte Rivlin an das tief gespaltene politische Klima vor 25 Jahren. „Wir hätten nie gedacht, zu welch einem Horror-Szenario dieser ideologische Konflikt führen würde“, sagte er. Generalstabschef Aviv Kochavi erinnerte sich in einem Brief an Israels Soldaten: „Nach dem Mord ergriff Unruhe und Trauer jedes Haus im Land.“ Auch die Knesset gedachte des ermordeten Premiers. Israels amtierender Premierminister Benjamin Netanjahu verurteilte „Anstiftung zu Mord und Gewalt von jeder Seite.“ Rabin war seit den 1940er Jahren Offizier der paramilitärischen Untergrundorganisation Palmach und später der israelischen Armee. Von 1964 bis 1968 diente er als Generalstabschef. Nach Beendigung seiner militärischen Karriere und einem Dienst als israelischer Botschafter in den USA, trat er in die israelische Politik ein. Er war von 1974-1977 und 1992-1995 israelischer Premierminister. Rabin war einer der wesentlichen Architekten der Oslo-Abkommen, die Israel 1993 und 1995 mit der PLO unterzeichnete. Israels Verhandlungen mit der Palästinenserführung um Jassir Arafat und die damit einhergehende Aufgabe von Gebieten in Gaza, Judäa und Samaria, führten zu massiven innenpolitischen und gesellschaftlichen Spannungen in Israel. Rabins Mörder Jigal Amir, ein rechtsnationaler Israeli, wurde 1996 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Foto: GPO, Reuven Rivlin spricht anlässlich des 25. Todestags Jitzhak Rabins

Israel: Weitere Lockerungen, neuer Corona-Beauftragter

Die israelische Regierung will am heutigen Donnerstag über weitere Aufhebungen der Corona-Beschränkungen beraten. Dabei soll es vor allem um die Wiedereröffnung des Einzelhandels und der Synagogen gehen. Obwohl Versammlungen nach den aktuell geltenden Regelungen mit maximal zehn Teilnehmern in Innenräumen und 20 Teilnehmern im Freien möglich sind, müssen Synagogen, Kirchen und Moscheen geschlossen bleiben. Am Montag hatte die Regierung die Wiederaufnahme des Schulunterrichts für die Klassen 1-4 genehmigt. Noch ist unklar, ob die Unterrichtszeit verkürzt werden wird. Friseure und Kosmetiksalons dürfen kommende Woche ebenfalls wieder öffnen, zeitgleich jedoch nur einen Kunden bedienen. Nach dem am 18. September verhängten landesweiten Lockdown hat die Zahl der Neuinfektionen abgenommen. Am heutigen Donnerstag wurden 688 Neuinfektionen bestätigt, die positive Test-Rate liegt bei 2,1%. 464 Israelis sind zurzeit schwer an Covid-19 erkrankt, 199 von ihnen müssen künstlich beatmet werden. Seit Beginn der Krise haben sich 312.787 Israelis mit dem Virus infiziert, 2.494 sind mit oder an dem Virus gestorben. Ronni Gamzu, Corona-Beauftragter der israelischen Regierung, wird am 13. November wie geplant zu seiner Position als Direktor des Ichilov Krankenhauses in Tel Aviv zurückkehren. Sein Nachfolger wird Nachman Ash, ehemaliger Kommandeur des Sanitätskorps der israelischen Armee und Direktor für medizinische Forschung bei der israelischen Gesundheitsvorsorge-Organisation Maccabi Health Services.

Israel erwartet Negativwachstum von bis zu 6,5%

Die Forschungsabteilung der israelischen Zentralbank hat im Oktober neue Wirtschaftsprognosen veröffentlicht. Abhängig davon wie umfangreich das Coronavirus eingedämmt werden kann, wird für 2020 ein Schrumpfen des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 5% bis 6,5% erwartet. Für 2021 geht sie von einem Wachstum von 1% - 6,5% aus. Die Neuverschuldung wird 2020 voraussichtlich 13% betragen (2021: 8% - 11%). Damit steigt die Staatsverschuldung insgesamt auf rund 75% des BIP (2021: ca. 76% - 83%). Es wird außerdem erwartet, dass Ende 2020 17% - 20% der erwerbstätigen Israelis arbeitslos sein werden. Für Ende 2021 wird eine Arbeitslosenquote von ca. 14% prognostiziert. Das US-amerikanische Datenanalyse-Unternehmen Dun & Bradstreet geht in einem kürzlich veröffentlichten Bericht von rund 80.000 Unternehmensschließungen im gesamten Jahr 2020 aus. Das sind 70% mehr Schließungen als 2019. Gleichzeitig seien ca. 40.000 Neugründungen in diesem Jahr zu erwarten, was einem Negativwachstum von 40.000 Unternehmen entspricht. Gastronomie, Baugewerbe, der Verkehr und der Einzelhandel sind am schwersten betroffen. Für 2021 werden rund 60.000 Schließungen und etwa 40.000 Neueröffnungen erwartet.

USA erlauben Förderung wissenschaftlicher Projekte in Judäa und Samaria

Die USA haben am Mittwoch mit Israel vereinbart, die seit 50 Jahren geltenden geografischen Einschränkungen ihrer bilateralen wissenschaftlichen Kooperation aufzuheben. Drei 1970 unterzeichnete Abkommen hatten die finanzielle Förderung und gemeinsame Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten auf dem Gebiet der Golanhöhen, Judäas und Samarias (Westjordanland) und Ost-Jerusalems untersagt. „Dies ist ein wichtiger Sieg gegen diejenigen, die versuchen, alles Israelische jenseits der Grenzen von 1949 zu de-legitimieren“, sagte Israels Premierminister Benjamin Netanjahu bei der Zeremonie in der Universität Ariel. Wenige Stunden später berichteten israelische Medien, die US-Regierung beabsichtige, künftig den Eintrag „Israel“ als Geburtsland in US-Reisepässen zu erlauben. In Jerusalem geborene US-Amerikaner dürfen bisher lediglich „Jerusalem“ als Geburtsort eintragen lassen, die Angabe eines Geburtslands war ihnen nicht gestattet. Lediglich für die vor Israels Staatsgründung 1948 Geborenen war der Eintrag „Jerusalem, Palästina“ möglich. Mit der bisherigen Regelung vermied das US-Außenministerium, zum sogenannten „endgültigen Status“ Jerusalems Stellung zu beziehen. Die Regelung wurde 2015 vom Obersten Gerichtshof der USA bestätigt. Eine Option, statt „Israel“ „Palästina“ als Geburtsland anzugeben, soll es - für nach 1948 Geborene - nicht geben. Die US-Regierung hat die Meldung bislang noch nicht bestätigt.

Guatemala, Estland: Sanktionen gegen Hisbollah

Guatemala hat die schiitisch-libanesische Terrormiliz Hisbollah als Terrororganisation eingestuft. Das erklärte das israelische Außenministerium am Freitag. Das zentralamerikanische Land verbietet Hisbollah-Mitgliedern den Aufenthalt auf seinem Staatsgebiet und will gegen die Finanzierung der Terrororganisation vorgehen. Israels Außenminister Gabi Aschkenasi lobte Guatemalas Entscheidung und forderte andere lateinamerikanische Staaten auf, die Hisbollah ebenfalls zu verbieten. Von guatemaltekischer Seite gab es keine offizielle Bestätigung. Am Tag zuvor hatte Estland Sanktionen gegen die Hisbollah, die ein Verbündeter des Iran ist, verhängt. Hisbollah-Mitglieder, die verdächtigt werden, Terrorismus zu unterstützen, sollen nicht mehr einreisen dürfen. Die Hisbollah stelle eine „beträchtliche Bedrohung für die internationale und daher auch estnische Sicherheit dar“, erklärte Außenminister Urmas Reinsalu. Ob neben der Einreise nach Estland weitere Sanktionen verhängt wurden, ist unklar. Ein generelles Verbot der Organisation wurde nicht beschlossen.

Statt Hochzeitsfeier: Arabische Israelis spenden Erspartes an Bedürftige

Riham und Anas Aghbariya, zwei arabische Israelis, die aufgrund der aktuellen Krise ihre geplante Hochzeitsfeier absagten, haben ihr Hochzeitsbudget an Bedürftige gespendet. „Wir planten seit über einem Jahr eine sehr große Hochzeit mit vielen Gästen. Aber wegen des Coronavirus entschieden wir uns, lieber etwas Besonderes zu tun“, sagte Riham, Medizinstudentin, die mit ihrem Ehemann Anas, einem IT-Programmierer, in der galiläischen Stadt Umm al-Fahm lebt. Die beiden investierten ihr Erspartes in rund 450 Lebensmittelpakete für bedürftige Familien. Die israelischen Gesundheitsbehörden vermuten, dass große Hochzeitsfeiern während des Spätsommers wesentliche Ursache für die hohen Infektionszahlen unter arabischen Israelis sind. Während der zweiten Infektionswelle waren arabische Staatsbürger mit rund 30% der aktiven Fälle zeitweise besonders schwer betroffen. „Um Ansteckungen zu vermeiden, entschieden wir uns, so klein wie möglich zu feiern“, erklärte Anas. Große Hochzeitsfeiern seien ohnehin eine große Verschwendung von Geld und Lebensmitteln, ergänzte Riham. „Wir beginnen unser neues gemeinsames Leben nun mit einer schlichten Feier mit unseren nächsten Familienangehörigen“, sagte sie.

 


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