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Fünf Tote bei Terroranschlag in Bnei Brak

Bei einem Terroranschlag in Bnei Brak sind am Dienstagabend fünf Menschen getötet worden. Es ist der dritte Terroranschlag innerhalb einer Woche. Ein Palästinenser (26) aus Jabad nahe der Stadt Dschenin (Westjordanland) feuerte mit einem M-16-Maschinengewehr in dem mehrheitlich von ultraorthodoxen Juden bewohnten Vorort von Tel Aviv auf Passanten. Dabei tötete er zwei ukrainische Arbeiter (32 und 23), die sich schon seit einigen Jahren in Israel aufhalten, sowie zwei ultraorthodoxe Familienväter (36 und 30). Einer von ihnen konnte das Leben seines zweijährigen Sohnes retten, indem er ihn mit seinem eigenen Körper schützte. Zwei herbeigeeilte Polizisten erschossen den Terroristen. Bei dem Schusswechsel wurde einer der Polizisten, ein christlicher Araber (32) aus Nof HaGalil, tödlich verletzt. In Dschenin und anderen Städten im Westjordanland feierten Palästinenser den Anschlag. Die im Gazastreifen herrschende islamistische Terrororganisation Hamas sprach von einer „gesegneten und heldenhaften Operation gegen die zionistischen Besatzungssoldaten im sogenannten Großraum Tel Aviv.“ In einem seltenen Schritt verurteilte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas den Anschlag. Zuvor soll Israels Verteidigungsminister Benny Gantz ihn in einer „deutlichen Mitteilung“ dazu aufgefordert haben. „Das Töten von israelischen und palästinensischen Zivilisten wird nur zu einer Verschlechterung der Situation vor dem Ramadan führen. Wir streben alle nach Stabilität“, erklärte Abbas. (Foto: Israel Police/Screenshot, Nahe des Anschlagsortes in Bnei Brak, 29.03.2022)

Schwerverletzter in Gusch Etzion

Am heutigen Donnerstag griff ein palästinensischer Terrorist (30) einen Israeli in einem Bus nahe Gusch Etzion (Judäa) mit einem Schraubenzieher an. Der Israeli (28) erlitt schwere Verletzungen, sein Zustand gilt jedoch als stabil. Der Terrorist wurde von einem anderen Passagier erschossen.

Terrorwelle: Bennett mahnt Israelis zu „Wachsamkeit“

„Bürger Israels, wir erleben gerade eine Welle mörderischen Terrors.“ Das sagte Israels Premierminister Naftali Bennett in einer am Mittwochabend ausgestrahlten Videobotschaft. Innerhalb einer Woche wurden bei drei Terroranschlägen elf Menschen getötet. Es ist die höchste Zahl an Todesopfern seit 2006, als ein Anschlag auf ein Restaurant in Tel Aviv elf Todesopfer forderte. „Was wird von Ihnen erwartet? Wachsamkeit und Verantwortung. Halten Sie Ihre Augen offen. Wer auch immer eine Lizenz zum Tragen einer Waffe hat, jetzt ist die Zeit, diese Waffe mit sich zu führen“, sagte Bennett. Bei dem Terroranschlag in Beerscheba vergangene Woche war der Attentäter von zwei bewaffneten Zivilisten erschossen worden, die sich zufällig in der Nähe des Tatorts aufgehalten hatten. Der Premierminister kündigte außerdem an, dass Wehrdienstleistende mit abgeschlossener Grundausbildung an den Wochenenden ihre Waffe mit nach Hause nehmen werden. Mit dieser Maßnahme soll die Sicherheit auf den Straßen weiter erhöht werden. Jair Lapid, Außenminister und stellvertretender Premierminister, rief zu Einigkeit auf. „Der Zweck des Terrors ist nicht nur, Unschuldige zu töten, sondern auch, uns gegeneinander aufzubringen, in Hass und Wut, damit die israelische Gesellschaft von innen heraus zerstört wird.“

Polizei, Armee in Alarmbereitschaft

Die israelische Polizei befindet sich in erhöhter Alarmbereitschaft. Rund 1.000 Soldaten sollen Polizeieinheiten im Westjordanland (Judäa und Samaria) sowie in israelischen Städten verstärken. Die israelische Armee hat zudem weitere Bataillone ins Westjordanland und an die Grenze zum Gazastreifen entsandt. Die Polizei erklärte, es sei davon auszugehen, dass es während des muslimischen Fastenmonats Ramadan möglicherweise täglich zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften sowie zwischen arabischen und jüdischen Israelis kommen könnte. Es sei möglich, dass dabei auch Schusswaffen gegen Polizei und Zivilisten eingesetzt würden. Besonders betroffen würden gemischt jüdisch-arabische Städte sein wie Jerusalem, Jaffa, Ramle, Lod und Haifa. Außerdem besteht die Sorge, dass es im Westjordanland zu Unruhen kommen könnte sowie zu Krawallen palästinensischer Terroristen in israelischen Gefängnissen. Auch auf einen Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen müsse man vorbereitet sein.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie für ein Ende der Terroranschläge in Israel sowie für den Schutz von Sicherheitskräften und Zivilisten. Beten wir für Frieden in den Städten Israels und für Einheit zwischen jüdischen und arabischen Israelis. Lassen Sie uns auch für die Palästinenser beten, dass Gott ihnen eine Zukunftsperspektive sowie eine Führung schenkt, die sich für Frieden und Koexistenz einsetzt. 

Herzog: Besuch in Amman

Israels Staatspräsident Isaac Herzog ist am Mittwoch vom jordanischen König Abdallah II. in Amman empfangen worden. Es ist der erste öffentliche und offizielle Besuch eines israelischen Präsidenten in Jordanien. Der Monarch verurteilte die Terroranschläge der vergangenen Tage und drückte den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus. Herzog erklärte, Israel und Jordanien müssten „gemeinsam jeglichen Terror bekämpfen und für die Sicherheit unserer Nationen zusammenarbeiten.“ Während des Besuchs führten Herzog und Abdallah II. Gespräche hinter verschlossenen Türen sowie bilaterale Gespräche mit ihren Beratern. Dabei wurde die Vertiefung israelisch-jordanischer Beziehungen diskutiert sowie die Wahrung regionaler Stabilität insbesondere während des anstehenden Fastenmonats Ramadan. Herzog ist nach Verteidigungsminister Benny Gantz und Außenminister Jair Lapid der dritte israelische Politiker, der innerhalb eines Monats nach Amman gereist ist. Jordanien nimmt im Konflikt mit den Palästinensern eine Schlüsselrolle ein. Das Königreich hat die Hoheitsgewalt über den Tempelberg und die Al-Aksa-Moschee in Jerusalem. Außerdem machen Palästinenser einen großen Teil der jordanischen Bevölkerung aus.

Israel: Möglicher Verteidigungspakt mit arabischen Staaten

Israel und seine Verbündeten in der Region wollen ein gemeinsames Verteidigungssystem gegen iranische Drohnen und Raketen entwickeln. Das berichteten israelische Medien am Dienstag nach einer inoffiziellen Unterrichtung durch die israelische Luftwaffe. Demnach könnte bald die Unterzeichnung eines entsprechenden Verteidigungsabkommens erfolgen. Beim Negev-Gipfel, an dem Anfang der Woche neben den USA auch vier arabische Länder teilnahmen, soll es demnach auch um eine engere Sicherheitskoordination zwischen den Luftwaffen Israels und seiner arabischen Verbündeten gegangen sein. Diese Koordination sei ein „strategischer Vorteil“, den Israel zuvor nicht gehabt habe. Die geografische Nähe Bahrains und der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zum Iran, aber auch zum Irak, wo sich pro-iranische Milizen aufhalten, könnte der israelischen Luftwaffe helfen, Bedrohungen frühzeitig zu erkennen. Israel und regionale Verbündete arbeiten bereits in den Bereichen Nachrichtendienst, Luftwaffenausbildung und Sicherheitsoperationen zusammen. Die Enthüllung eines möglichen Verteidigungspaktes folgte auf zahlreiche Meldungen über vermehrte Drohnen- und Raketenangriffe durch den Iran und seine Verbündeten. Diese Woche griffen die pro-iranischen Huthi-Rebellen im Jemen ein Treibstofflager in Saudi-Arabien mit Drohnen an. Mitte März feuerte der Iran zwölf Raketen auf die kurdisch-irakische Stadt Erbil, angeblich um einen israelischen „Geheimdienststützpunkt“ zu zerstören. Im Februar fingen im Irak stationierte Einheiten der US-geführten Koalitionstruppen zwei Drohnen ab, die möglicherweise in Richtung Israel unterwegs waren.

Gaslieferungen: Israelisch-türkische Pipeline im Gespräch

Als Alternative zu russischen Gaslieferungen nach Europa wird zurzeit der Bau einer israelisch-türkischen Unterwasserpipeline diskutiert. Laut türkischen Regierungsvertretern seien „konkrete Entscheidungen“ bereits in den nächsten Monaten möglich. Ein Abkommen zum Bau einer solchen Pipeline könnte als Schlüssel zur Beilegung israelisch-türkischer Zerwürfnisse, die bereits seit knapp zehn Jahren andauern, dienen. Industrievertreter sind jedoch angesichts der begrenzten Produktionsmenge sowie geopolitischer Probleme skeptisch. Das vor Israels Mittelmeerküste gelegene Gasfeld „Leviathan“ versorgt Israel, Jordanien und Ägypten mit Erdgas. Die jährliche Produktion soll nun von 12 auf 21 Milliarden Kubikmeter aufgestockt werden. Russische Gaslieferungen in die EU könnten damit nicht ersetzt werden: die Europäische Union importierte im vergangenen Jahr rund 155 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Russland, knapp 40% des EU-Bedarfs. Israel, Griechenland und Zypern hatten 2020 den Bau der 2.000 Kilometer langen EastMed-Pipeline, die Israel mit Zypern und Südeuropa verbinden würde, vereinbart. Seit die USA jedoch im Januar dieses Jahres ihre Unterstützung für das rund 6 Milliarden Euro teure Projekt zurückgezogen haben, da es unwirtschaftlich und umweltschädlich sei, gilt das Vorhaben als gescheitert. Eine Gas-Pipeline zwischen Israel und der Türkei wäre ca. 500 Kilometer lang und würde rund 1,5 Milliarden Euro kosten. Es müsste jedoch die Hoheitsgewässer Zyperns oder Syriens durchqueren. Ob diese beiden Länder ihre Zustimmung erteilen würden, ist ungewiss. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete zudem am Montag, Israel, die USA und die Türkei planten den Export von Erdgas aus der Autonomen Region Kurdistan (Irak) in die Türkei und nach Europa. Multilaterale Gespräche zu diesem Vorhaben sollen der Anlass eines iranischen Raketenangriffs auf die kurdische Hauptstadt Erbil Mitte März gewesen sein.

 


Israel: Historisches Gipfeltreffen im Negev

Die Außenminister Israels, der USA, Ägypten, Bahrains, Marokkos und der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben sich am Sonntag und Montag zu einem Gipfeltreffen in Sde Boker in der Negev-Wüste getroffen. Zentrales Thema bei den Gesprächen sei die Sicherheitslage in der Region gewesen, einschließlich der Bedrohung durch den Iran und seiner Verbündeten, gab das israelische Außenministerium bekannt. Außerdem seien aktuelle Themen wie Nahrungsmittelsicherheit und Energieversorgung besprochen worden. Israels Konflikt mit den Palästinensern sei ebenfalls zur Sprache gekommen. Bei der anschließenden Pressekonferenz erklärte Israels Außenminister Jair Lapid, „die gemeinsamen Fähigkeiten, die wir aufbauen, machen unseren gemeinsamen Feinden Angst und schrecken sie ab, vor allem den Iran und seine Verbündeten. Was sie stoppen wird, sind Entschlossenheit und Stärke.“ Der Ort des Gipfeltreffens sei von besonderer Bedeutung, da „unser gemeinsamer Vater Abraham hierherkam, nachdem er das originale ‚Abraham-Abkommen‘ zwischen ihm und dem Herrn geschlossen hatte.“ Der Negev-Gipfel solle ein dauerhaftes Forum werden. „Wir öffnen die Tür für alle Völker der Region, einschließlich der Palästinenser, und bieten ihnen an, den Weg des Terrors und der Zerstörung gegen eine gemeinsame Zukunft des Fortschritts und Erfolgs einzutauschen.“ US-Außenminister Antony Blinken erklärte, eine solche Zusammenkunft arabischer Außenminister in Israel sei „noch vor wenigen Jahren unvorstellbar“ gewesen. Er lobte die zahlreichen in den letzten eineinhalb Jahren unterzeichneten bilateralen und trilateralen Abkommen zwischen Israel und seinen arabischen Verbündeten. Dennoch seien die Abraham-Abkommen kein Ersatz für Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern, betonte Blinken. Er werde sich dafür einsetzen, dass die Voraussetzungen für eine „ausgehandelte Zwei-Staaten-Lösung“ geschaffen würden. Außerdem versicherte er seinen Amtskollegen, die USA würden ihre Verbündeten unterstützen, „gemeinsame Bedrohungen, einschließlich seitens des Iran, zu konfrontieren“. Die Außenminister Ägyptens und Marokkos bekräftigten ihre Unterstützung einer „Zwei-Staaten-Lösung“ und der Errichtung eines Palästinenserstaats entlang der Waffenstillstandslinie von 1949 mit Ostjerusalem als Hauptstadt. Der Außenminister Bahrains sprach von einem „lebensfähigen“ Palästinenserstaat, sein Amtskollege aus den VAE, Abdullah bin Zayed Al Nahyan, erwähnte die Palästinenser nicht. „Israel ist schon lange Teil dieser Region, aber wir waren bisher nicht miteinander bekannt. Es ist an der Zeit, das nachzuholen“, sagte bin Zayed. (Foto: MFA, Die Außenminister Bahrains, Ägyptens, der USA, Israels, Marokkos und der VAE (v.l.n.r.) in Sde Boker, 27.03.2022)

Kritik von PA, Jordanien

Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) kritisierte den Negev-Gipfel. „Normalisierungstreffen“ zwischen Israel und arabischen Staaten „ohne die israelische Besatzung Palästinas zu beenden, sind eine Illusion und belohnen Israel“, sagte PA-Premierminister Mohammed Schtajjeh. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas empfing am Montag Jordaniens König Abdallah II., der in Begleitung zahlreicher Würdenträger, darunter der jordanische Kronprinz, der Premierminister und der Außenminister, nach Ramallah gereist war. „Sicherheit und Stabilität“ können nicht ohne einen „gerechten und umfassenden Frieden auf Grundlage der Zwei-Staaten-Lösung“ erreicht werden, erklärte der jordanische Königshof in einer Stellungnahme.

Anschlag in Hadera: Israel verhaftet IS-Sympathisanten

Nach dem tödlichen Terroranschlag in der Küstenstadt Hadera haben israelische Sicherheitskräfte in der Nacht zum Dienstag mindestens zwölf Verdächtige festgenommen, die Verbindungen zur Terrororganisation Islamischer Staat (IS) haben sollen. Bei den Verdächtigen handelt es sich um arabische Israelis aus Umm al-Fahm, Sachnin, Nazareth und anderen arabischen Ortschaften. Am Sonntag hatten zwei Terroristen an einer Bushaltestelle im Stadtzentrum Haderas auf Passanten und Polizisten geschossen. Dabei wurden zwei israelische Grenzpolizisten, eine Jüdin und ein Druse (beide 19), getötet. Zwölf Personen wurden verletzt, eine von ihnen schwer. Polizisten in Zivil, die sich in der Nähe des Anschlagsortes aufhielten, töteten die beiden Attentäter. Der IS bekannte sich zu dem Anschlag. Bei den Terroristen handelte es sich um arabische Israelis aus Umm al-Fahm. Laut Polizeiangaben hatten die beiden über 1.000 Schuss Munition sowie drei Handgranaten und sechs Messer bei sich. „Wir erleben ein besorgniserregendes Erwachen“, sagte Omer Barlev, Minister für öffentliche Sicherheit, im Hinblick auf den zweiten IS-Terroranschlag innerhalb weniger Tage. Vergangene Woche hatte ein IS-Terrorist vier Menschen im südisraelischen Beerscheba ermordet. Medienberichten zufolge soll es in Israel mindestens mehrere Dutzend, möglicherweise gar einige hundert IS-Sympathisanten geben. Die Polizei wurde in höchste Alarmbereitschaft versetzt, außerdem soll die Polizeipräsenz erhöht werden.

Gantz in Amman

Am heutigen Dienstag reiste Verteidigungsminister Benny Gantz nach Amman, um mit Jordaniens König Abdallah II. Israels Sicherheitsmaßnahmen während des muslimischen Fastenmonats Ramadan zu besprechen. Israel ist besorgt, dass es während des Ramadans, der am 2. April beginnt, vermehrt gewaltsame Auseinandersetzungen geben könnte. Sicherheitsvorkehrungen, die insbesondere den Zutritt zum Tempelberg und der Al-Aksa-Moschee betreffen, über die Jordanien seit 1924 die Hoheitsgewalt hat, dienen palästinensischen Führern immer wieder als Vorwand, zu Krawallen und Terroranschlägen aufzurufen.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für Frieden in Israel und den Palästinensergebieten. Beten wir, dass terroristische Aktivitäten aufgedeckt und Terroranschläge vereitelt werden. Beten wir um besonderen Schutz für die israelischen Sicherheitskräfte.

Deutschland: Interesse an israelischem Raketenabwehrsystem

Die deutsche Bundesregierung erwägt, das israelische Arrow 3-Raketenabwehrsystem zu kaufen. Das erklärte Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP),Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag. Das Arrow 3-System dient dem Abfangen ballistischer Raketen. Das von Israel und den USA gemeinsam entwickelte System gehört neben dem Iron Dome („Eisenkuppel“), das zum Abfangen von Kurzstreckenraketen und Mörsergranaten eingesetzt wird, zu Israels mehrstufigem Abwehrschild. Laut BILD würden an drei Standorten in Deutschland Radarsysteme aufgestellt werden. Meldeten diese einen Raketenangriff, würde von einer der im Bundesgebiet verteilten Abschussrampen eine Arrow 3-Rakete abgefeuert, die die eingehende Rakete abfängt. Die Kosten werden auf rund 2 Milliarden Euro geschätzt, einsatzbereit soll das System ab 2025 sein. Deutschland soll zurzeit über zwölf Abschussanlagen des Patriot-Raketensystems verfügen, das Raketen in einer Höhe von bis zu 30 Kilometern abfangen kann. Arrow 3-Raketen erreichen hingegen eine Höhe von bis zu 100 Kilometern und können eingehende Raketen weit vom Ziel entfernt zerstören.

Netanjahu warnt vor Iran-Atomabkommen

Israels Oppositionsführer Benjamin Netanjahu hat am Sonntag vor einer Wiederbelebung des internationalen Atomabkommens mit dem Iran gewarnt. Das Abkommen würde es dem Iran ermöglichen, die Welt mit Atomwaffen zu bedrohen. „Ohne das Atomabkommen ist der Iran ein armes Land, ein isoliertes Land, ein Land, das keine internationale Legitimität hat und keine Immunität vor Militärschlägen“, sagte Netanjahu. Mit dem Abkommen würde der Iran hingegen „ein reiches Land mit Hunderten Milliarden Dollar werden, die es in Terror und Aggression investieren wird, ein Land, das aus der internationalen Isolation ausbricht und immun gegen Militärschläge wird.“ Er warnte, das Abkommen würde den Iran nicht daran hindern, Atomwaffen zu produzieren. Stattdessen würde es dem Regime in Teheran sogar ermöglichen, weiterhin ballistische Raketen zu entwickeln. In Videobotschaften, die er vergangene Woche veröffentlichte, warf Netanjahu der israelischen Regierung vor, nichts gegen das Abkommen zu unternehmen. Premierminister Naftali Bennett hatte vergangene Woche erklärt, die USA seien fest entschlossen, dem Atomabkommen wieder beizutreten. Er werde mit den USA keinen „Streit“ anfangen, wenn es keine Aussicht auf Erfolg gebe. Ein öffentliches Zerwürfnis mit den USA lehne er ab. Stattdessen versuche Israel zu verhindern, dass die Islamischen Revolutionsgarden von der Terror-Liste der USA genommen würden.


Vier Tote bei Terroranschlag in Beerscheba

Bei einem Terroranschlag in Beerscheba sind am Dienstag vier Israelis getötet worden. Weitere Personen wurden verletzt, zwei von ihnen schwer. Es ist der tödlichste Anschlag in Israel seit dem Terroranschlag auf dem Sarona-Markt in Tel Aviv 2016. Der Attentäter (34), ein israelischer Beduine aus der Stadt Hura im Negev, überfuhr einen Radfahrer mit seinem Auto und verletzte ihn tödlich. Außerdem griff er mehrere Zivilisten mit einem Messer an, drei von ihnen starben infolge der Stichwunden. Der Attentäter wurde von zwei herbeigeeilten bewaffneten Zivilisten erschossen. Bei den Opfern handelte es sich um zwei Frauen (49 und 43), Mütter von jeweils drei Kindern, einen Rabbiner (50) und einen 67-jährigen Mann. Der Terrorist, ein ehemaliger Lehrer, war zuvor wegen des Versuchs, sich der Terrororganisation Islamischer Staat in Syrien anzuschließen, zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Er kam 2019 wieder frei. Zum Zeitpunkt des Anschlags wurde er vom Inlandsgeheimdienst Schin Bet überwacht. Anzeichen, die auf einen bevorstehenden Anschlag hindeuteten, soll es jedoch nicht gegeben haben. Der Clan des Attentäters verurteilte den „Terroranschlag, der das Leben unschuldiger Zivilisten gefordert hat.“ Der Attentäter habe allein gehandelt und repräsentiere nicht den Clan. „Wir sind eine Familie, die an Koexistenz und Gesetzestreue glaubt.“ Auch alle arabisch-israelischen Parteien verurteilten den Anschlag und bezeichneten ihn als „Terrorismus“. Die im Gazastreifen herrschende islamistische Terrororganisation Hamas lobte den Terroristen als „heldenhaft“, die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) äußerte sich nicht. Das PA-Fernsehen veröffentlichte jedoch ein Poster des Attentäters, das ihn als „Märtyrer“ darstellte. Die israelische Polizei geht davon aus, dass der Attentäter nicht im Auftrag einer Terrororganisation handelte. Inzwischen wurden jedoch zwei Brüder des Terroristen verhaftet. Medienberichten zufolge sollen sie Mitglieder einer Terrororganisation sein. (Foto: Israel Police, Israelischer Polizist, Symbolbild)

UNHRC-Bericht bezichtigt Israel der Apartheid

„Israel zwingt Palästina eine Apartheid-Realität auf.“ Das schrieb der Sondergesandte des UN-Menschenrechtsrats (UNHRC) Michael Lynk, dessen vollständiger Titel „Sondergesandter für Menschenrechte in den seit 1967 besetzten Palästinensergebieten“ lautet, in einem Bericht, den er am Dienstag dem UNHRC in Genf vorlegte. Das „politische System“, das eine „rassisch-national-ethnische Gruppe mit erheblichen Rechten, Vorteilen und Privilegien versieht“, während es „eine andere Gruppe absichtlich hinter Mauern, Checkpoints und unter dauerhafter Militärherrschaft zu leben zwingt, [...] erfüllt die vorherrschende Beweisanforderung für die Existenz der Apartheid“, behauptet Lynk. Außerdem gebrauche Israel den Gazastreifen zum „unbegrenzten Zwischenlagern“ einer „unerwünschten Bevölkerung von zwei Millionen Palästinensern“. In dem Bericht, in dessen Hauptteil die Terrororganisationen Hamas und Palästinensischer Islamischer Dschihad nicht erwähnt werden, heißt es zudem, Israel „müsse in gutem Glauben mit der palästinensischen Führung kooperieren, um die Besatzung vollständig zu beenden und eine echte Zwei-Staaten-Lösung herbeizuführen.“ Israels UN-Vertretung in Genf erklärte, jeder Bericht über Israel, der das „Sicherheitsbedürfnis und die Bedrohungen, mit denen alle Israelis, einschließlich einer nichtjüdischen Minderheit von 20%, jeden Tag konfrontiert sind, nicht berücksichtigt“, könne nicht ernstgenommen werden. „Dieser Bericht recycelt die unbegründeten und empörenden Verleumdungen anderer Organisationen, die wie der Verfasser dieses Berichts dasselbe Ziel haben: den Staat Israel für das, was er ist, der Nationalstaat des jüdischen Volkes, [...] zu delegitimieren und zu kriminalisieren“, erklärte Meirav Schahar, Israels UN-Gesandte in Genf. „Die Position des UNHRC-Gesandten für die Palästinenser hat ein einseitiges Mandat. Aktive Dämonisierung Israels und die Förderung der [antiisraelischen] Boykottbewegung sind Grundvoraussetzungen für diesen Job“, erklärte Anne Herzberg von NGO-Monitor. Im Januar hatte Israels Außenminister Jair Lapid gewarnt, 2022 werde „es eine in ihrer Giftigkeit und Intensität noch nie dagewesene Debatte um die Worte ‚Israel als Apartheid-Staat‘ geben“. Lapid bezeichnete dies als „handfeste Bedrohung“ für Israel.

Israel: Mehr als 6.000 ukrainische Flüchtlinge eingetroffen

Seit Beginn der russischen Invasion in die Ukraine vor einem Monat, sind bereits mehr als 6.000 ukrainische Flüchtlinge in Israel eingetroffen. Das gab das Alijah-Ministerium diese Woche bekannt. 2021 waren rund 3.000 ukrainische Juden nach Israel eingewandert. Neben den Flüchtlingen aus der Ukraine haben auch rund 2.000 Juden aus Russland und Belarus Alijah (Einwanderung nach Israel) gemacht (2021: ca. 8.000). „Zurzeit sind es vor allem junge Mütter, kleine Kinder und Männer über 60 Jahre, darunter etwa 120 Holocaustüberlebende. Sie kommen mit nichts hier an, außer den Kleidern, die sie tragen, und einer kleinen Tasche“, erklärte Alijah-Ministerin Pnina Tamano-Shata. „Jeden Tag treffen weitere Einwanderer ein und unsere Prognosen bewahrheiten sich. Zusätzlich zur direkten Hilfe für die Einwanderer entwickeln wir nun Programme in den Bereichen Wohlfahrt, Bildung, Beschäftigung, Unterbringung und anderen.“ Israel erwartet, dass infolge des Kriegs in der Ukraine bis zu 100.000 Juden aus der ehemaligen Sowjetunion in den kommenden Monaten einwandern könnten. Berichten zufolge sollen einige russische Juden inzwischen nach Aserbaidschan, Kasachstan und in andere zentralasiatische Republiken ausgereist sein. Diese Woche gab die Jewish Agency (Israels Einwanderungsbehörde) an, die Zahl der Evakuierungsflüge deutlich steigern zu wollen, um die wachsende Flüchtlingskrise entlang der ukrainischen Grenze zu bewältigen. Neben der Einwanderungswelle aus der ehemaligen Sowjetunion steht auch die Alijah aus Äthiopien an. Amira Aharonovich, Geschäftsführerin der Jewish Agency, erklärte am Montag, die ersten Flüge aus Addis Abeba würden noch vor dem Passah-Fest, das Mitte April beginnt, eintreffen.

Dank der Spenden unserer Freunde konnte die ICEJ bereits mehr als 500 Neueinwanderer aus der Ukraine unterstützen. Neben den Flugkosten tragen wir auch zur Deckung der Kosten für ihre Unterbringung in Notunterkünften bei und verteilen Hilfspakete, die u.a. Kosmetikartikel, Spielzeug und Kleidungsgutscheine enthalten.

Außerdem sponsern wir die dringende Evakuierung von Holocaustüberlebenden aus der Ukraine. Ein Team unserer israelischen Partnerorganisation ist weiterhin im Einsatz, um diese hilflosen älteren Menschen in Sicherheit zu bringen.

Bitte beten Sie für die Bewahrung der Flüchtlinge und ihrer Helfer und helfen Sie uns, ihnen beizustehen. Als Verwendungszweck bitte „Alijah & Integration“ angeben, herzlichen Dank!

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ICEJ Deutschland
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Ukraine: Israelisches Start-Up gegen Menschenhandel

Das israelische Start-Up-Unternehmen Monday.com Ltd. (Tel Aviv) hat eine Software zur Erfassung von Flüchtlingen sowie zur Koordination von Hilfslieferungen entwickelt, die auch präventiv gegen Menschenhandel genutzt wird. Die Software kommt bereits in drei von zehn Auffangzentren in Polen zum Einsatz und soll auch in den übrigen Zentren eingesetzt werden. „Wir sahen einen dringenden Bedarf für eine geordnete Datenerfassung. Also programmierten wir ein entsprechendes Flüchtlings-Managementprogramm“, erklärte Anton Deriz, IT-Manager von der Abteilung für Notfall-Hilfe bei Monday.com, die Hilfsorganisationen in Krisengebieten unterstützt. Jeden Tag passieren tausende Flüchtlinge aus der Ukraine die Auffangzentren. Die meisten von ihnen sind Frauen und Kinder, oft orientierungslos, im Schockzustand und erschöpft von der zurückliegenden Flucht. Die wichtigste Aufgabe sieht Deriz in der Prävention von Menschenhandel. „Die Flüchtlinge werden jeden Tag von hunderten Freiwilligen [zu Zielen in Polen und in anderen Ländern] gefahren. Hin und wieder kommt die Polizei und sagt uns, ‚wenn ihr diesen Fahrer hier seht, dann lasst ihn nicht in die Nähe der Flüchtlinge‘.“ Mit der Software werden nun auch die Fahrer erfasst, anschließend erfolgt ein Datenabgleich mit Interpol. Dann werden die Flüchtlinge entsprechend ihres Reiseziels den jeweiligen Fahrern zugeordnet. 

 


Ukraine: Israelisches Feldkrankenhaus eröffnet

Im westukrainischen Mostyska ist am heutigen Dienstag das israelische Feldkrankenhaus „Kochav Meir“ feierlich eröffnet worden. Es soll mindestes einen Monat lang in Betrieb sein. Das Feldkrankenhaus, das über 66 Betten verfügt, beinhaltet einen Triage-Bereich, eine Notaufnahme, Stationen für Männer, Frauen und Kinder, eine Entbindungsstation, Telemedizin-Technologien, psychologische Betreuung, ein Labor, eine Apotheke sowie eine Ambulanz. Das Team von mehr als 60 israelischen Ärzten, Pflegekräften und weiterem Personal, allesamt Zivilisten, kann gleichzeitig bis zu 150 Patienten versorgen. Der Name „Kochav Meir“ (Deutsch: Leuchtender Stern) wurde in Anlehnung an Israels berühmte Premierministerin Golda Meir gewählt, die in der Ukraine geboren wurde. „Wir haben alles, was wir brauchen, um den Massen an neuen Flüchtlingen beizustehen“, erklärte Dr. David Dagan, Leiter der israelischen Delegation. „Wir glauben, dass unser Krankenhaus ein Hoffnungsschimmer sein wird.“ Neben der Versorgung der Bevölkerung ist auch die Ausbildung von Pflegekräften vor Ort geplant. Kochav Meir ist ein gemeinsames Projekt der israelischen Gesundheits- und Außenministerien sowie des Sheba Medical Centers in Ramat Gan. (Foto: Facebook/Sheba Medical Center, Kochav Meir Delegation vor der Abreise, 21.03.2022)

Israel, Ägypten, UAE: Treffen in Scharm El-Scheich

Israels Premierminister Naftali Bennett hat am Montag den ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi und Mohammed bin Zayed Al Nahyan, Kronprinz von Abu Dhabi und de-facto Herrscher der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), in Ägypten getroffen. Bei dem Treffen in Scharm El-Scheich soll es um globale Entwicklungen, insbesondere im Hinblick auf Energieversorgung, Marktstabilität und Nahrungsmittelsicherheit gegangen sein. Beobachter gehen zudem davon aus, dass u.a. das internationale Atom-Abkommen mit dem Iran Gegenstand der Gespräche war. Ägypten und die VAE sehen das Atom-Abkommen weniger kritisch als Israel. Berichte, die USA könnten die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) von der Terrorliste nehmen, sorgten in den VAE jedoch für Entsetzen, berichtete die Jerusalem Post. Bennett könnte daher versucht haben, die beiden Herrscher zu überzeugen, ebenfalls öffentlich gegen diesen Schritt zu protestieren. Am Freitag hatten Bennett und Außenminister Jair Lapid in einer gemeinsamen Erklärung ihre Sorge darüber zum Ausdruck gebracht. „Auch jetzt versucht die IRGC-Terrororganisation, gewisse Israelis und Amerikaner auf der ganzen Welt zu ermorden. Bedauerlicherweise sehen wir weiterhin eine Entschlossenheit, das Atom-Abkommen mit dem Iran zu jedem Preis zu unterzeichnen, auch indem man sagt, dass die größte Terrororganisation der Welt gar keine Terrororganisation sei. Dieser Preis ist zu hoch.“ Ein US-Regierungsvertreter erklärte gegenüber der Times of Israel, die USA seien „bereit, schwierige Entscheidungen zu treffen, um das Atomprogramm des Iran wieder in die Grenzen des Abkommens zurückzuführen.“ Dass solche Entscheidungen auch die Streichung der IRGC von der Terrorliste sein könnten, verneinte er nicht.

Reaktionen auf Selenskyjs Knesset-Ansprache

Die Rede Wolodymyr Selenskyjs am Sonntag vor der Knesset ist in Israel auf geteiltes Echo gestoßen. Der ukrainische Präsident hatte Israels Politiker während der Zoom-Veranstaltung aufgefordert, sich deutlicher auf die Seite der Ukraine zu stellen. Er warnte Israel vor „Apathie und Berechnung“. In seiner Rede verglich Selenskyj mehrmals die Situation der Ukrainer mit dem Schicksal der Juden im Holocaust. „Ich bewundere den ukrainischen Präsidenten und unterstütze das ukrainische Volk, aber die schreckliche Geschichte des Holocaust kann nicht umgeschrieben werden“, kritisierte Kommunikationsminister Joas Hendel auf Twitter. „Der Krieg ist furchtbar, aber Vergleiche zum Schrecken des Holocaust und der ‚Endlösung‘ sind empörend.“ Juwal Steinitz, Abgeordneter der Opposition, erklärte: „Krieg ist immer schrecklich, aber jeder Vergleich eines regulären Krieges, so schlimm er sein mag, mit der Vernichtung von Millionen Juden in Gaskammern im Rahmen der ‚Endlösung‘ ist eine vollständige Verdrehung der Geschichte.“ Diaspora-Minister Nachman Schai hingegen sagte, die Worte des Präsidenten „durchbohren das Herz“. Andere warnten davor, Selenskyj zu „verurteilen“, der sich in einer sehr schwierigen Lage befinde. Außenminister Jair Lapid dankte Selenskyj, „seine Gefühle und das Leid des ukrainischen Volkes den Abgeordneten der israelischen Knesset und der Regierung mitzuteilen. Wir werden weiterhin das ukrainische Volk in jeder uns möglichen Weise unterstützen.“ Während der Rede Selenskyjs ereigneten sich mehrere Cyberangriffe, die jedoch von der Einheit für Cybersicherheit der Knesset abgewehrt werden konnten. Die zehn Abgeordneten des arabischen Parteienbündnisses Vereinte Liste nahmen nicht an der Zoom-Veranstaltung teil. Die kommunistische Hadasch-Partei, die der Vereinten Liste angehört, ließ mitteilen, dass „die NATO und Amerika, ihr Anführer, diesen Krieg erzwungen haben.“ Die arabisch-islamistische Ra’am-Partei, die der Koalitionsregierung angehört, war durch einen Abgeordneten vertreten. Selenskyjs Rede wurde auch live im Fernsehen sowie auf Großleinwänden, u.a. in Tel Aviv, übertragen.

Israel sendet Neujahrsgrüße an Iraner

Israels Premierminister Naftali Bennett hat am Sonntag anlässlich des persischen Neujahrsfests Nouruz eine Grußbotschaft an die Bevölkerung im Iran veröffentlicht. „Ich wünsche Ihnen ein glückliches neues Jahr, Gesundheit, Wohlstand und Frieden. Nouruz bedeutet wörtlich ‚neuer Tag‘. Das ist mein größter Wunsch für Sie, das iranische Volk: dass Sie einen neuen Tag erleben werden, einen Tag der Freiheit von dem brutalen iranischen Regime.“ „Wir wissen, dass das iranische Regime Sie nicht repräsentiert“, erklärte er und betonte die Gemeinsamkeiten der Israelis und Iraner, u.a. ihre „lange Geschichte und ihre reiche Kultur“. Beide Völker stünden einer „gemeinsamen Bedrohung“ gegenüber, dem „brutalen und unterdrückerischen iranischen Regime“. Die israelische Armee teilte ebenfalls Nouruz-Grüße auf ihrem persischen Twitter-Kanal. „Unsere beiden Völker haben so viel gemeinsam. Leider hindert euch das iranische Regime, das zu sehen“, schrieb Armee-Sprecher Ran Kochav. „Raketen und Drohnen werden den akuten Wassermangel nicht beheben, angereichertes Uran wird ein hungriges Kind im Iran nicht ernähren können.“

Verletzte bei Anschlägen in Jerusalem

In Jerusalem sind am Wochenende zwei Israelis bei Terroranschlägen verletzt worden. Am Sonntag hatten israelische Polizisten Feuerwehrleute begleitet, die im arabischen Viertel Ras al-Amud einen Brand löschten. Angaben der Polizei zufolge sollen dann Passanten die Polizisten angegriffen haben, wobei einer von ihnen einem Polizisten Stichwunden am Oberkörper zufügte. Der Angreifer, ein 23-jähriger Araber aus Dschebel Mukaber, konnte zunächst entkommen. Er wurde einige Stunden später im Haus eines Angehörigen verhaftet. Der Angehörige betonte, es habe sich nicht um einen Terroranschlag, sondern um eine Schlägerei gehandelt. Am Samstagvormittag wurde ein jüdischer Mann (35) beim Joggen auf der Hebron-Straße von einem Araber mit einem Messer angegriffen und leicht verletzt. Herbeigerufene Polizisten schossen auf den Terroristen. Der 28-Jährige aus dem arabisch-jüdischen Stadtteil Abu Tor erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Jerusalem: Hamas-Terrorzelle ausgehoben

Israels Polizei und der Inlandsgeheimdienst Schin Bet haben nach umfangreichen Ermittlungen eine Terror-Zelle in Jerusalem ausgehoben, die Anschläge während des muslimischen Fastenmonats Ramadan geplant haben soll. Gegen die vier Araber aus Ostjerusalem, denen Verbindungen zur islamistischen Terrororganisation Hamas vorgeworfen werden, wurde am Freitag Anklage erhoben. Bei einem der Verdächtigen handelt es sich offenbar um den Schatzmeister der Hamas in Jerusalem. Er wurde mit seinen beiden Söhnen, ebenfalls angeklagt, bei der Einreise nach Israel im Februar verhaftet. Vater und Söhne sollen zuvor Hamas-Führer in der Türkei getroffen haben. Dort erhielten sie u.a. Schusswaffenausbildung. Der Vater soll zudem beauftragt worden sein, Hamas-Aktivitäten während des Ramadans vorzubereiten und neue Mitglieder zu rekrutieren. Die Terror-Zelle soll seit Jahren, unter dem Deckmantel einer wohltätigen Organisation namens „Zakat al-Quds Komitee“, Hamas-Gelder aus der Türkei an Terroristen und ihre Familien weitergeleitet haben. Zwischen 2007 und 2020 sollen Zakat al-Quds, die vorgibt, Waisen zu helfen und u.a. Büros auf dem Tempelberg in Jerusalem unterhält, Gelder in Höhe von 28 Millionen Schekel (ca. 7,9 Mio. Euro) zugeflossen sein. Israel ließ inzwischen die Konten der Organisation einfrieren. Israelische Sicherheitskräfte haben wiederholt vor einer möglichen Gewalteskalation während des muslimischen Fastenmonats Ramadan, der am Abend des 2. April beginnt, gewarnt.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für den Frieden Jerusalems. Beten wir, dass alle Anschlagspläne aufgedeckt und vereitelt werden und dass es nicht zu Krawallen und weiteren Anschlägen in Jerusalem kommt. Beten wir auch, dass die Palästinenser eine Führung erhalten, die sich für Frieden und Versöhnung mit Israel einsetzt.

 


30. Jahrestag: Israel gedenkt Anschlag von Buenos Aires

Israel und Argentinien gedenken heute der Opfer des Terroranschlags auf die israelische Botschaft in Buenos Aires am 17. März 1992. Heute vor dreißig Jahren zerstörte eine Autobombe das Botschaftsgebäude sowie eine nahegelegene Kirche und eine Schule. 29 Menschen wurden getötet, darunter drei israelische und sechs argentinische Botschaftsmitarbeiter. Bei den weiteren Opfern handelte es sich um unbeteiligte Argentinier, u.a. Schulkinder und Bewohner eines nahegelegenen Altersheims. 242 Personen wurden verletzt. Die schiitisch-libanesische Terrororganisation Hisbollah bekannte sich zu dem Anschlag. Eine israelische Untersuchung, deren Ergebnisse 2003 veröffentlicht wurden, ergab, dass das iranische Regime auf höchster Ebene in die Anschlagspläne eingeweiht war und sogar die Genehmigung dazu erteilt hatte. Bei einem weiteren Anschlag in Buenos Aires zwei Jahre später, am 18. Juli 1994, tötete ein Selbstmordattentäter 85 Menschen, als er rund 300 kg Sprengstoff vor der Zentrale der jüdischen Gemeinde Argentiniens (AMIA) zündete. Das fünfstöckige AMIA-Gebäude wurde vollkommen zerstört, mehr als 300 Menschen verletzt. Hisbollah-Verbündete übernahmen die Verantwortung. Bis heute ist niemand für die beiden Anschläge verurteilt worden. Israels Justizminister Gideon Sa’ar und Jonathan Peled, stellvertretender Leiter des israelischen Außenministeriums, sind nach Argentinien gereist, um an einer Gedenkfeier auf dem „Platz der Israelischen Botschaft“, an dem sich das Botschaftsgebäude befand, teilzunehmen. (Foto: MFA, Bei Terroranschlag zerstörtes Botschaftsgebäude, 17.03.1992)

Juden feiern Purim

Heute feiern Juden in Israel und weltweit Purim, das an die Rettung der Juden Persiens vor dem Genozid erinnert. Haman, oberster Regierungsbeamter des persischen Königs Ahasveros, plante, alle Juden im Persischen Reich umbringen zu lassen. Das dafür vorgesehene Datum ließ er mit Losen („Purim“) bestimmen. Im biblischen Buch Esther lesen wir, wie Gott Esther und Mordechai gebrauchte, um das Schicksal des jüdischen Volkes auf wunderbare Weise zu wenden. An dem Tag, der damals für ihre Vernichtung vorgesehen war, feiern Juden heute mit großer Freude ihre Errettung. Viele israelische Familien besuchen Parks und Veranstaltungen. Die Kinder kommen verkleidet zur Schule und in den Kindergarten. In vielen Städten gibt es Umzüge und Paraden. Kinder lieben es, sich als Königin Esther, Mordechai oder als Superhelden zu verkleiden. In den Synagogen wird das Buch Esther gelesen. Kindern und Erwachsenen bereitet es dabei besonders viel Freude, jede Erwähnung des Namens „Haman“ mit lauten Buh-Rufen und mit Ratschenklappern zu quittieren.

Iran: Angeblicher israelischer Drohnenangriff

Bei einem Luftangriff auf einen Drohnenstützpunkt nahe der iranischen Stadt Kermanschah sollen im Februar hunderte iranische Drohnen zerstört worden sein. Das berichtete die israelische Tageszeitung Haaretz am Dienstag. Der Angriff wurde diese Woche bekannt, nachdem ein libanesischer Fernsehsender, der der schiitisch-libanesischen Terrororganisation Hisbollah nahesteht, berichtete. Demnach seien sechs Drohnen zum Einsatz gekommen, die in Erbil, Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan (Irak), gestartet worden seien. Der Iran hat inzwischen Israel für den Angriff verantwortlich gemacht. Der libanesische Sender behauptete außerdem, der iranische Raketenangriff auf Erbil vom Samstag sei eine Vergeltung für diesen Drohnenangriff. In Erbil sei eine Basis des israelischen Geheimdiensts Mossad zerstört worden. Vier Israelis seien getötet und sieben verletzt worden. Am Samstag hatten die Iranischen Revolutionsgarden zwölf ballistische Raketen auf Ziele in Erbil gefeuert. Kurdischen Sicherheitskräftenzufolge habe der Raketenangriff dem US-Konsulat gegolten, verletzt oder getötet worden sei niemand. Israel hat in der Vergangenheit wiederholt vor der Gefahr iranischer Drohnen gewarnt. Zu den Angriffen in Erbil und Kermanschah äußerte Israel sich bisher nicht.

Israel: Hilfspaket für nichtjüdische Ukraine-Flüchtlinge

Die israelische Regierung hat ein umfassendes Hilfspaket für eingereiste nichtjüdische Flüchtlinge aus der Ukraine verabschiedet. Neben Notunterkünften, Verpflegung und privater Krankenversicherung soll dafür gesorgt werden, dass Kinder möglichst schnell in Bildungseinrichtungen sowie betagte Personen in Pflegeeinrichtungen untergebracht werden. Seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine sind neben tausenden jüdischen Einwanderern auch ca. 6.500 Ukrainer in Israel eingetroffen, die nach dem israelischen Rückkehrgesetz keinen Anspruch auf Staatsangehörigkeit haben. Es wird erwartet, dass sich ihre Zahl in den nächsten Wochen verdoppeln wird. Flüchtlinge, für die Israels Einwanderungsgesetz nicht greift, erhalten bei der Einreise ein drei Monate gültiges Touristenvisum. Sollte der Krieg länger als drei Monate andauern, muss die Regierung erneut über ihren Status entscheiden. Das Sozialministerium rekrutiert nun russisch- und ukrainisch-sprachige Israelis als Sozialarbeiter. Besonderer Fokus ihrer Arbeit soll auf älteren Menschen, Kindern und gefährdeten Jugendlichen sowie Menschen mit Behinderungen liegen. Außerdem sind Maßnahmen geplant, die verhindern sollen, dass geflüchtete Frauen sich zur Prostitution gezwungen sehen. Israels Innenministerin Ayelet Schaked hatte die Einreise ukrainischer Flüchtlinge ohne Anspruch auf Staatsangehörigkeit zunächst stark eingeschränkt. Nach öffentlicher Kritik, auch innerhalb der Regierung, darf nun jeder ukrainische Bürger, der Angehörige in Israel hat, einreisen. Schaked sowie einige Kabinettskollegen hatten ihre Bedenken jedoch verteidigt. Auch Juden seien Flüchtlinge, erklärte Justizminister Gideon Sa’ar, und Israels primärer Fokus sei, sie aufzunehmen. Schaked erklärte, angesichts einer erwarteten Einwanderungswelle von bis zu 100.000 Juden aus der Ukraine nehme Israel auf seine Einwohnerzahl gerechnet sehr viele Geflüchtete auf und mache sie sogar zu Staatsbürgern.

Oberster Gerichtshof: Äthiopische Alijah darf weitergehen

Israels Oberster Gerichtshof hat am Dienstag den im Februar verfügten Stopp der Einwanderung aus Äthiopien wieder aufgehoben. Eine Nichtregierungsorganisation hatte einen Antrag eingereicht, wonachdie rund 3.000 äthiopischen Neueinwanderer, die dieses Jahr nach Israel geholt werden sollen, keine Juden seien und demnach keinen Anspruch auf Alijah (Einwanderung nach Israel) hätten. Nach Prüfung des Antrags wies ihn das Gericht nun zurück. Alijah-Ministerin Pnina Tamano-Shata dankte dem Obersten Gericht. „Diese Neueinwanderer mussten ohne Grund warten, getrennt von ihren Familien. Der Krieg in Äthiopien und die Covid-19-Pandemie hat ihre Situation verschlechtert. Die Zeit ist gekommen, sie nach Hause, nach Israel, zu holen“, sagte sie. „Bald werden neben den Einwanderern aus der Ukraine auch Einwanderer aus Äthiopien hier landen.“

Herzog zu Besuch bei Erdogan

Israels Staatspräsident Isaac Herzog ist vergangene Woche vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan im Präsidentenpalast in Ankara empfangen worden. Es ist der erste israelische Besuch auf höchster Ebene seit 2008. „Dieser historische Besuch wird ein Wendepunkt in den Beziehungen zwischen der Türkei und Israel sein. Es ist wichtig für unser Land, unsere Beziehungen zum Staat Israel zu stärken“, sagte Erdogan. Herzog dankte Erdogan für den Empfang. „Es ist ein großes Vorrecht für uns beide, das Fundament für freundschaftliche Beziehungen zwischen unseren Staaten und unseren Völkern zu legen.“ Israelischen Medien zufolge sollen Herzog und Erdogan u.a. die Beziehungen der Türkei zur islamistischen Terrororganisation Hamas besprochen haben. Demnach geht Israel davon aus, dass die Türkei demnächst führende Hamas-Funktionäre, von denen sich einige in der Türkei aufhalten, ausweisen wird, als Zeichen sich bessernder Beziehungen zu Israel. Ende 2019 hatten internationale Medien von einem Hamas-Netzwerk in der Türkei berichtet, das dort Terroranschläge gegen Israel plane. Ein weiteres Gesprächsthema war die Gasförderung im östlichen Mittelmeerraum. Die Situation um Erdgasvorkommen in der Region ist seit einigen Jahren sehr angespannt. Israel hatte 2020 ein Abkommen mit Zypern und Griechenland zum Bau einer 2.000 Kilometer langen Gas-Pipeline geschlossen, mit der Erdgas aus Israel und Zypern nach Europa geliefert werden soll. Die Türkei sieht dadurch eigene Interessen gefährdet und spricht u.a. Zypern den Anspruch auf Erdgasfelder vor der gesamten Insel ab. Israel und die Türkei verband über lange Zeit eine enge strategische Partnerschaft. Seit 2008 hat sich die Beziehung beider Länder jedoch immer weiter verschlechtert. 2011 setzte die Türkei die militärische Zusammenarbeit mit Israel aus. 2018 wies sie den israelischen Botschafter aus und zog ihren Botschafter aus Tel Aviv ab. Ein erneuter Austausch von Botschaftern wurde vergangene Woche jedoch nicht besprochen.

Israelin in Berlin angegriffen

In Berlin-Charlottenburg ist vergangene Woche eine Israelin angegriffen worden. Die 54-Jährige hatte sich mit ihrem Mann einige Tage in Berlin aufgehalten. Als sie einkaufen gehen wollte, wurde sie von einem Unbekannten ins Gesicht geschlagen. „Wir haben ein ganz bestimmtes Geschäft gesucht. Ich bin stehen geblieben und habe auf dem Handy nachgesehen. Plötzlich kommt ein Mann von vorn – oder von der Seite – und schlägt mir ohne Vorwarnung mit der Faust ins Gesicht.“ Der Täter konnte unerkannt entkommen. Sanitäter versorgten die Frau, die Laut BILD-Zeitung massive Blutergüsse im Gesicht erlitt. „Wenn ich die Situation rekonstruiere, dann hat er gehört, wie ich Hebräisch geredet habe, und hat gewartet, bis sich mein Mann ein wenig entfernt. Das ist mein Gefühl. Welchen anderen Grund sollte er gehabt haben?“ Die Polizei prüft, ob die Tat antisemitisch motiviert war. Nach ihrer Rückkehr nach Israel ließ sich die Frau in einem Krankenhaus behandeln. Dort wurde ein Nasenbeinbruch festgestellt.

 


Ukraine: Israel startet Operation „Arvut Israel“

Am Sonntag hat Israel die Operation „Arvut Israel“ („Garantie Israel“) zur Evakuierung jüdischer Flüchtlinge aus der Ukraine gestartet. Rund 300 ukrainische Juden trafen mit drei Flugzeugen aus Polen, Rumänien und Moldawien in Tel Aviv ein. Die Flüchtlinge stammen aus verschiedenen Regionen der Ukraine und waren zunächst in den Nachbarländern in Notunterkünften untergebracht. Unter den Neueinwanderern befanden sich auch 100 Kinder aus einem Waisenhaus in Schytomyr. Nicole Yoder, ICEJ-Vizepräsidentin für Alijah und Soziales, sowie Vertreter israelischer Organisationen begrüßten die Ankömmlinge auf dem Rollfeld. „Meine Eltern, die in Israel leben, riefen uns am Tag der Invasion an und sagten uns, wir sollen sofort das Land verlassen“, berichtete ein 38-jähriger Ingenieur, der mit seiner schwangeren Frau (36) und ihren beiden Söhnen (zehn und acht) aus der Nähe von Odessa nach Moldawien floh. „Wir wissen, dass es auch in Israel Probleme gibt, aber es ist ein guter Ort, um Kinder großzuziehen.“ Eine junge Frau dankte Israel dafür, dass sie und ihre Familie nun in Sicherheit seien. Israel erwartet, dass in den kommenden Wochen rund 10.000 Flüchtlinge eintreffen werden. Mittelfristig würden jedoch viel mehr erwartet, erklärte Innenministerin Ayelet Schaked vergangene Woche. „Wir gehen davon aus, dass zehntausende, wenn nicht sogar hunderttausende Neueinwanderer aus Russland, der Ukraine und anderen ehemaligen Sowjetrepubliken eintreffen werden.“ Israel müsse dringend neue Unterkünfte bauen, außerdem sei geplant, in Südisrael mindestens sieben neue Ortschaften zu gründen. Experten gehen davon aus, dass zusätzlich zum Krieg in der Ukraine auch die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage in Russland und die Sorge um Einschränkungen der Bürgerrechte viele Juden dazu bewegen werden, nach Israel einzuwandern. Wie die Jerusalem Post berichtete, erhalten israelische Behörden in Russland inzwischen rund 500 Anfragen pro Tag bzgl. der Einwanderung nach Israel. Schätzungen zufolge leben in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion rund 843.000 Personen, die entsprechend des israelischen Rückkehrgesetzes Anspruch auf die israelische Staatsbürgerschaft hätten. Rund 600.000 von ihnen leben in Russland, 200.000 in der Ukraine, 33.000 in Belarus und 10.000 in Moldau. (Foto: ICEJ, Nicole Yoder begrüßt jüdische Flüchtlinge aus der Ukraine, 07.03.2022)

Zahlreiche Mitarbeiter der Jewish Agency (Israels Einwanderungsbehörde) sind in den Nachbarländern der Ukraine, um den jüdischen Flüchtlingen beizustehen und ihre Einwanderungsanträge zu bearbeiten. Weitere Flüge werden gegen Ende der Woche erwartet.

Bitte helfen Sie uns, jüdischen Flüchtlingen in dieser Notsituation beizustehen und einen Teil ihrer Evakuierungskosten zu übernehmen. Als Verwendungszweck bitte „Alijah & Integration“ angeben, herzlichen Dank!

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Bennett in Moskau, geteilte Reaktionen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Israels Premierminister Naftali Bennett für dessen Vermittlungsbemühungen im Ukraine-Krieg gedankt. Bennett war am Samstag nach Moskau zu einem Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin gereist. Nach dem dreistündigen Treffen flog er weiter nach Berlin, wo er Bundeskanzler Olaf Scholz traf. Bennett ist somit der erste westliche Regierungschef, der Putin seit Beginn des Ukraine-Kriegs getroffen hat. Er reiste in Begleitung von Seev Elkin, Minister für Bau- und Wohnungswesen, der in Charkiw (damals Sowjetunion) geboren wurde. Elkin dient seit mehr als zehn Jahren bei Treffen israelischer Regierungschefs mit Putin als Übersetzer und hat somit viel Zeit in direktem Kontakt mit dem Kremlchef verbracht. Israelische Medien berichteten, Putin soll bei dem Treffen einen rationalen Eindruck gemacht haben. Zuletzt hatten sich westliche Politiker besorgt über den Gemütszustand des Präsidenten geäußert. Neil Wigan, britischer Botschafter in Israel, lobte Bennett. „Können Bennetts Bemühungen erfolgreich sein? Das hängt von Putin ab und ob er den Krieg wirklich beenden will.“ Das Treffen mit Putin sei schon an sich „eine großartige Leistung“ gewesen. In Israel stießen Bennetts Vermittlungsversuche auf geteiltes Echo. Medien wiesen darauf hin, dass unklar sei, ob die Moskau-Reise mit den USA abgestimmt wurde. Sollte dies nicht der Fall sein, könnten Verstimmungen mit Israels wichtigstem Verbündeten auftreten. Die Times of Israel zitierte zudem Russland-Experten, die warnten, Putin könne Bennett ausnutzen. Zum einen, um sich selbst als legitimen Politiker darzustellen, der von prominenten Politikern besucht werde, zum anderen, um Zeit zu gewinnen.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für ein rasches Ende des Kriegs in der Ukraine. Beten wir, dass Gott den Politikern, u.a. der deutschen Bundesregierung und der israelischen Regierung, Weisheit gibt, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Terroranschläge in Jerusalem

Am Montagabend sind zwei israelische Polizisten bei einem Terroranschlag in der Altstadt von Jerusalem verletzt worden. Ein Hamas-Terrorist (22) aus Dschalason nahe Bethel im Westjordanland (Judäa und Samaria) griff beim Verlassen des Tempelbergs die Polizisten mit einem Messer an. Sie erschossen den Attentäter und wurden anschließend mit mäßig schweren Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Die islamistische Terrororganisation Hamas übernahm die Verantwortung für den Anschlag. Bereits am Vortag hatte ein Palästinenser (19) aus dem Ostjerusalemer Stadtteil At-Tur einen Polizisten nahe des Löwen-Tors mit einem Messer angegriffen und leicht verletzt. Der Angreifer wurde erschossen. „In den nächsten Wochen, und bis zum Ende des Ramadans, werden Terroristen und Extremisten versuchen, hier Gewalt zu entfachen. Die Polizei und die Grenzpolizei werden wachsam und vorbereitet sein”, erklärte Omer Barlev, Minister für öffentliche Sicherheit. Vergangene Woche waren zwei Israelis in zwei separaten Vorfällen in einem Geschäft im Ostjerusalemer Stadtteil Hisme mit einem Messer angegriffen worden. Beide erlitten mäßig schwere Verletzungen. Israelische Sicherheitskräfte verhafteten einen 20-jährigen Verdächtigen im nahegelegenen Flüchtlingslager Schuafat.

Israel: Irans Revolutionsgarden müssen auf Terror-Liste bleiben

Israel ist besorgt, dass die USA die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) von der Liste terroristischer Vereinigungen nehmen könnten. Offenbar ist dies eines der Bedingungen des Iran für die Rückkehr zum internationalen Atomabkommen. Der israelische Außenminister Jair Lapid forderte internationale Akteure auf, die US-Regierung zu überzeugen, diese Bedingung abzulehnen. „Jeder, der noch recht bei Verstand ist, sollte zur US-Regierung sagen: ‚Das ist falsch, tut das nicht‘“, sagte Lapid Ende Februar vor Vertretern jüdisch-amerikanischer Organisationen in Jerusalem. Premierminister Naftali Bennett hatte am Vortag ebenfalls vor diesem Schritt gewarnt. „Jetzt fordern sie, dass die größte Terrororganisation der Welt aus der Verantwortung genommen wird.“ Die IRGC waren 2019 von den USA als Terrororganisation eingestuft worden, als erstesOrgan einer ausländischen Regierung.Die Einstufungwar begleitet von Sanktionen, einschließlich der Einfrierung von Vermögenswerten, die die IRGC in den USA hatten,und eines Verbots für US-Amerikaner, Geschäftsbeziehungen mit den IRGC zu unterhalten.Die IRGC wurden 1979 nach der islamischen Revolution gegründet, um das islamische politische System des Iran zu schützen. Zu den IRGC gehören u.a. die Quds-Brigaden, eine Eliteeinheit, die sich auf unkonventionelle Kriegsführung spezialisiert hatund mit der aktiven Unterstützung vonTerrororganisationenden Einfluss des Iranim Nahen Osten ausbaut. Lapid warnte auch vor einer Rückkehr zum Atomabkommen, das „allein aufgrund der [verstrichenen] Zeit ein schwächeres Abkommen“ sei. Das 2015 geschlossene Abkommen untersagt dem Iran, bis zum Jahr 2025 bestimmte moderne Zentrifugen einzusetzen, und verpflichtet ihn, seinen Uran-Vorrat bis 2030 auf 202,8 Kilogramm zu begrenzen. Der Iran hat bereits gegen beide Auflagen verstoßen.

Muslim an Israels Obersten Gerichtshof berufen

Ende Februar ist in Israel ein muslimisch-arabischer Israeli an den Obersten Gerichtshof berufen worden. Khaled Kabub war bisher Vizepräsident des Bezirksgerichts Tel Aviv. Er ist der erste Muslim, der eine ständige Berufung innehat. Seit 1999 wurden immer wieder arabische Israelis in die höchste Gerichtsinstanz des Landes berufen. Bisher hatten jedoch nur christliche Araber das Amt eines ständigen Richters ausgeübt. Zeitgleich mit Kabub erhielt im Februar auchdie erste jüdische Frau mit orientalischen (misrachischen) Wurzeln einen Sitz im Obersten Gericht. Gila Kanfi-Steinitz war bisher Vizepräsidentin des Jerusalemer Bezirksgerichts. Einen weiteren Meilenstein erreichte in derselben Woche Ghaida Rinawie Zoabi, Knesset-Abgeordnete der linken Meretz-Partei. Sie wurde zur neuen israelischen Generalkonsulin in Schanghai ernannt und ist damit die erste arabisch-israelische Frau in einem solchen Amt.

Amnesty-Leiterin in Israel kritisiert Apartheid-Bericht

Molly Malekar, Geschäftsführerin der israelischen Sektion von Amnesty International, hat den im Februar veröffentlichten Amnesty-Bericht, der Israel der Apartheid gegen Palästinenser bezichtigt, kritisiert. Der Apartheid-Vorwurf sei ein Schlag in die Magengrube gewesen und nicht hilfreich. Er könnte sogar die Dinge verschlimmern, sagte Malekar in einem Interview mit der Times of Israel Ende Februar. Am meisten störe sie, dass der Bericht behauptet, Israel betreibe Apartheid entsprechend des Völkerrechts. Über dieses Thema gebe es eine „ernste Debatte“. Amnesty sei keine akademische Einrichtung und solle, statt sich in theoretischen Definitionen zu verwickeln, lieber Menschenrechte verteidigen und voranbringen. Laut Malekar schere der Bericht das ganze Land über einen Kamm, anstatt detailliert darzustellen, was gut laufe und was geändert werden müsse. Außerdem kritisierte sie, dass arabische Israelis als rechtlose Opfer dargestellt würden. „Es gibt Diskriminierung, aber sie haben Rechte. Einige befinden sich in Schlüsselpositionen und können Einfluss nehmen. Das sollte anerkannt und wertgeschätzt werden.“ Den Vorwurf, Amnesty sei gegenüber Israel voreingenommen, wies sie jedoch zurück und verwies auf zahlreiche Amnesty-Berichte zu Menschenrechtsverletzungen in arabischen Ländern und den Palästinensischen Autonomiegebieten. Auch die Behauptung, Amnesty sei antisemitisch, lehnte sie ab. Sie bemängelte jedoch, dass die Menschenrechtsorganisation Antisemitismus nicht ausreichend bekämpfe. Ihre Kritik an dem Bericht sei unterschiedlich aufgenommen worden. „In der Zentrale (London) fand ich es sehr schwer, in den Dialog darüber zu treten. Die internationalen Zweigstellen waren verständnisvoll“, erklärte Malekar.


Scholz in Israel: ‚Ja‘ zum Atomabkommen

Ein Atomabkommen mit dem Iran dürfe „nicht weiter aufgeschoben werden“.Das sagte Bundeskanzler Olaf Scholz bei einer Pressekonferenz am Mittwoch während seines Antrittsbesuchs in Israel. Man kenne Israels Sicherheitsbedenken und nehme sie ernst. „Wir müssen verhindern, dass der Iran an Atomwaffen gelangt“, sagte Scholz, darum wünsche er sich eine Einigung bei den Gesprächen in Wien. „Jetzt ist der Zeitpunkt, einmal letztendlich zu etwas ‚Ja‘ zu sagen, was eine gute und vernünftige Lösung darstellt.“ Bennett unterstrich Israels Ablehnung und Sorge angesichts des iranischen Atomprogramms. „Wir haben eine Verpflichtung, sicherzustellen, dass der Iran keine Nuklearwaffen erhält – nicht mit uns und niemals.“ Israel beobachte die Verhandlungen in Wien „mit Sorge“. Ein Abkommen, „das dem Iran erlaubt, innerhalb weniger Jahre Zentrifugen in umfangreicher Menge zu installieren, können wir nicht hinnehmen.“ Bei ihrem Treffen am Mittwoch vereinbarten Bennett und Scholz einen „strategischen Dialog“ mit regelmäßigen Regierungskonsultationen zwischen Deutschland und Israel und beschlossen, die Gründung eines deutsch-israelischen Jugendwerks voranzubringen. Im Hinblick auf den Konflikt mit den Palästinensern bekräftigte Scholz sein Festhalten an der sog. „Zwei-Staaten-Lösung“, die beide Seiten miteinander aushandeln sollten. Am Morgen hatten Scholz und Bennett gemeinsam die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem (Jerusalem) besucht und der sechs Millionen jüdischen Opfer der Schoa gedacht. „Das Menschheitsverbrechen der Shoah ließ die Welt in den Abgrund blicken“, schrieb Olaf Scholz in das Gästebuch. „Der Massenmord an den Juden wurde von Deutschland verübt. Es wurde von Deutschen geplant und ausgeführt. Daraus erwächst einer jeden deutschen Regierung die immerwährende Verantwortung für die Sicherheit des Staates Israel und den Schutz jüdischen Lebens. Wir werden das millionenfache Leid und die Opfer niemals vergessen.“ (Foto: GPO/Kobi Gideon, Olaf Scholz und Naftali Bennett, 02.03.2022)

Ukraine: Israel will vermitteln, entsendet Feldlazarett

Israels Premierminister Naftali Bennett hat seine Entscheidung, den russischen Einmarsch in die Ukraine nicht zu verurteilen sowie sich internationalen Sanktionen gegen Russland nicht anzuschließen, verteidigt. Die beteiligten Akteure wüssten dies zu schätzen, da Jerusalem somit als Gesprächsvermittler agieren könne, erklärte Bennett gegenüber dem israelischen Fernsehsender Channel 13 am Mittwoch. Wenige Stunden zuvor hatte er mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert. Die Ukraine unterstützt eine Vermittlerrolle Israels, Putin jedoch soll am Freitag, beim ersten Telefonat mit Bennett seit Kriegsbeginn, zunächst kein Interesse daran gezeigt haben. Verschiedene Medien hatten berichtet, Vertreter der EU sowie der USA seien unzufrieden mit Israels scheinbar ausbleibender deutlicher Positionierung. Bennett hat wiederholt erklärt, Israel stehe an der Seite des ukrainischen Volkes, vermied es jedoch, in öffentlichen Stellungnahmen Putin oder Russland namentlich zu nennen. Am Dienstag verurteilte Noa Furman, Israels stellvertretende UN-Botschafterin, vor der UN-Vollversammlung Russlands Invasion in die Ukraine als einen „ernsten Verstoß gegen die internationale Ordnung“ und forderte Moskau auf, „den Angriff einzustellen und die territoriale Integrität und Souveränität der Ukraine zu respektieren“. Am Tag darauf stimmte Israel für die UN-Resolution, die den russischen Einmarsch in die Ukraine verurteilte. Beobachter gehen davon aus, dass Israel im Hinblick auf den Ukrainekrieg Russland nicht verärgern möchte. Die israelische Luftwaffe bombardiert immer wieder Stellungen pro-iranischer Milizen im Nachbarland Syrien, dessen Luftraum von Russland kontrolliert wird. Am Dienstag hatte Bennett erklärt, Israel versuche „im Stillen zu helfen“ und gleichzeitig seine eigenen strategischen Interessen zu wahren. Israel hat inzwischen rund 100 Tonnen humanitäre Hilfsgüter in die Ukraine geliefert. Außerdem soll ein Feldlazarett entsendet werden, das ausschließlich von zivilem medizinischem Personal, nicht von israelischen Soldaten, betrieben werden soll. Die Ukraine hat Israel wiederholt um militärische Hilfe gebeten, Israel lehnt dies bisher ab.

Angesichts der dramatischen Lage in der Ukraine hat die Jewish Agency die ICEJ gebeten, dass wir bei der Notfall-Evakuierung von ukrainischen Juden helfen. Bitte helfen Sie uns dabei. Als Verwendungszweck bitte „Alijah & Integration“ angeben, herzlichen Dank!

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Covid-19: Israel hebt „Notstand“ auf, öffnet Grenzen

Am Dienstag hat Israel den im März 2020 erklärten „Notstand“ aufgehoben. Es gilt nun eine „besondere Gesundheitssituation”. Damit kann die Regierung nur mit Zustimmung der Knesset oder des Justiz-Ausschusses neue Corona-Maßnahmen beschließen. Grund für die Aufhebung des Notstandes sind die weiterhin rückläufigen Infektionszahlen und die Prognosen von Experten, dass Israels Bevölkerung für die nahe Zukunft aufgrund der landesweiten Mehrfachimpfungen sowie der hohen Infektionszahlen während der Omikron-Welle vor einem großen Neuausbruch geschützt sei. Aktuell liegt die Zahl der aktiven Fälle bei 74.234, 549 Personen sind schwer erkrankt. Auf dem Höhepunkt der fünften Welle wurden täglich rund 75.000 Personen positiv auf das Coronavirus getestet, Ende Januar stieg die Zahl der aktiven Fälle auf über 725.000. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 infizierten sich über 3,6 Millionen Israelis mit dem Coronavirus, 10.237 sind an oder mit dem Virus gestorben. Am Dienstag öffnete Israel auch seine Grenzen für ausländische Touristen, unabhängig von deren Impfstatus. Geimpfte und ungeimpfte Touristen können nun wieder nach Israel einreisen, sofern sie vor dem Abflug sowie nach der Landung in Israel ein negatives PCR-Testergebnis vorweisen können. Nach Ankunft in Israel müssen sich Touristen bis zum Erhalt des Testergebnisses, bzw. für 24 Stunden, isolieren. Einreisende israelische Staatsbürger müssen nur nach der Landung einen PCR-Test vornehmen. Fast alle weiteren Corona-Maßnahmen wurden gelockert oder aufgehoben. Unter anderem endete die Testpflicht für Schulkinder, auch die sog. „Grüne-Pass-Regelung“ gilt ab sofort nicht mehr. Die Maskenpflicht in Innenräumen besteht weiterhin.

Scheikh Jarrah: Oberster Gerichtshof stoppt Räumung

Israels Oberster Gerichtshof hat am Dienstag entschieden, dass vier palästinensische Familien, die im Ostjerusalemer Stadtteil Scheikh Jarrah wohnen und von Räumungsklagen betroffen sind, vorerst in den umstrittenen Häusern wohnen bleiben dürfen. Die Räumung wurde aufgeschoben, bis das israelische Justizministerium mögliche Besitzansprüche der Palästinenser geprüft hat. In Israel ist das Justizministerium verantwortlich für Grundbucheintragungen sowie die Ausstellung von Eigentumstiteln. Es soll nun prüfen, wer Eigentümer der betreffenden Grundstücke ist. Den vier palästinensischen Familien droht eine Zwangsräumung, nachdem sie sich geweigert hatten, der jüdischen Nachalat-Schimon-Organisation Miete zu zahlen. Die Palästinenser behaupten, Eigentümer der Grundstücke zu sein, die Nachalat-Schimon-Organisation konnte ihre Eigentumsrechte, die auf das späte 19. Jahrhundert zurückgehen, jedoch vor Gericht nachweisen. Bis das Justizministerium zu einer Entscheidung kommt, müssen die palästinensischen Familien eine symbolische Miete von 2.400 Schekel (ca. 670 Euro) auf ein Konto, das von den Rechtsanwälten beider Parteien verwaltet wird, einzahlen. Sollte das Justizministerium zugunsten der Nahalat-Schimon-Organisation entscheiden, würde sie den Betrag erhalten. Der Gerichtshof hatte bereits im vergangenen Jahr einen ähnlichen Kompromiss vorgeschlagen. Beide Seiten lehnten ihn jedoch ab. „Heute wiederholen wir den Grundsatz des Kompromisses. Aber diesmal ist es kein Kompromiss, sondern ein Urteil, das für beide Seiten bindend ist“, erklärte Richter Jitzchak Amit. Beobachter gehen davon aus, dass dieses Urteil ein Präzedenzfall für weitere Räumungsklagen werden könnte. In dem überwiegend arabischen Stadtteil Scheikh Jarrah sind rund 300 Palästinenser von Räumungsklagen betroffen, meist seitens privater Grundbesitzer. In Jerusalem leben insgesamt rund 350.000 Palästinenser.

Ukraine: Israel hilft Libanesen, Syrern

Israelische Diplomaten helfen neben eigenen Bürgern auch Libanesen, Syrern und Ägyptern, die Ukraine zu verlassen. Das bestätigte das israelische Außenministerium am Sonntag. Michael Bodsky, Israels Botschafter in der Ukraine, erklärte, die Hilfe für Bürger arabischer Staaten sei nicht an Bedingungen geknüpft und geschehe aus „rein humanitären Gründen“. Seine Mitarbeiter suchen gezielt nach Israelis, aber „wenn andere Staatsbürger um Hilfe bitten, einschließlich Araber, versuchen wir zu helfen.“ Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte, „wir helfen jedem, dem wir helfen können, zur Grenze zu gelangen. Wir können ihnen nicht helfen, die Grenze zu passieren.“ Seit Kriegsbeginn sollen mehr als 3.000 Israelis die Ukraine verlassen haben, weitere 3.000 halten sich noch im Land auf, von denen etwa die Hälfte nicht bereit sei, das Land zu verlassen. Am Dienstag landeten in Tel Aviv die ersten Flugzeuge aus Polen und Rumänien, die geflüchtete israelische Staatsbürger, darunter zahlreiche arabisch-israelische Studenten, zurückbrachten. „Vier Tage lang mussten wir in Treppenhäusern und auf Bahnhöfen schlafen. Wir hatten nichts zu essen“, berichtete ein junger arabischer Israeli. „Ich wohnte in Charkiw, es ist mein letztes Studienjahr.“


Ukrainische Juden treffen in Polen ein

Die Jewish Agency (Israels Einwanderungsbehörde) hat am Samstag die ersten ukrainischen Juden nach Polen evakuieren können. Sie wurden mit dem Bus aus dem westukrainischen Lwiw an die polnische Grenze gebracht, wo sie nach rund 16 Stunden ausreisen konnten. Nun warten sie in Warschau auf ihren Flug nach Israel. Dort werden sie in Notunterkünften untergebracht werden. Israels Ministerium für Alijah und Integration geht davon aus, dass in den kommenden Wochen rund 10.000 Olim (Neueinwanderer) aus der Ukraine in Israel eintreffen werden. Allein am vergangenen Wochenende gingen bei der Jewish Agency mehr als 5.000 telefonische Anfragen ein, etwa 2.500 Personen stellten umgehend einen Antrag auf Alijah (Einwanderung nach Israel). Um die zu erwartende Flut an Alijah-Anträgen abwickeln zu können wird die Jewish Agency gemeinsam mit dem israelischen Außenministerium in Kürze sechs Stationen an Grenzübergängen nach Polen, Moldawien, Rumänien und Ungarn eröffnen. Auch am Ben-Gurion-Flughafen sollen die Kapazitäten der Einwanderungsbeamten aufgestockt werden. (Foto: Jewish Agency, Die ersten ukrainischen Juden passieren die polnische Grenze, 26.02.2022)

Liebe Freunde und Unterstützer,

angesichts der dramatischen Lage der Juden in der Ukraine hat die Jewish Agency die ICEJ gebeten, dass wir bei ihrer Notfall-Evakuierung und Alijah helfen. Heute wende ich mich an Sie, unsere treuen Freunde und Unterstützer, um Sie herzlich zu bitten: Lassen Sie uns gemeinsam dem jüdischen Volk in der Ukraine in dieser Notzeit beistehen und dazu beitragen, unsere jüdischen Geschwister nach Israel in Sicherheit zu bringen. Bitte beten Sie mit uns für ein Ende der Kampfhandlungen in der Ukraine, für die Sicherheit und Bewahrung aller Menschen dort und für eine rasche und sichere Evakuierung der jüdischen Bevölkerung. Vielen Dank für Ihre Gebete und Gaben. Gemeinsam können wir Hoffnung schenken!

Gott segne Sie, Ihr

Gottfried Bühler

Erster Vorsitzender, ICEJ-Deutschland

Die Evakuierungskosten werden aktuell wie folgt eingeschätzt:

  • Evakuierung und Unterkunft (ggf. in einem Drittland) für ca. 2-3 Wochen bis zum Abflug nach Israel: ca. 760 EUR pro Person
  • Transport zum Flughafen und Flug nach Israel: ca. 720 EUR pro Person
  • Aufnahme und Notunterkunft in Israel für bis zu drei Monate: 1.120 EUR pro Person

Als Verwendungszweck bitte „Alijah & Integration“ angeben, herzlichen Dank!

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Ukraine: Drohende humanitäre Katastrophe

Wie die übrige ukrainische Bevölkerung sind auch viele Juden vor den herannahenden russischen Truppen geflohen. Andere verharren in ihren Wohnorten oder sitzen fest. Aus vielen Teilen der Ukraine rufen jüdische Gemeinden dringend um Hilfe, um die sich abzeichnende humanitäre Katastrophe abzuwenden. Israel Silberstein,Rabbiner in der Stadt Tschernihiw, nahe der belarussischen Grenze, berichtete, er habe dutzende Gemeindemitglieder im Keller der Synagoge untergebracht. Der Vorrat an Lebensmitteln gehe jedoch zur Neige, außerdem fehle es an grundlegenden Dingen wie Schlafsäcken. „Vor zehn Tagen schon haben wir Lebensmittel angefordert, aber wegen der Kämpfe sind sie nicht mehr rechtzeitig eingetroffen. Es könnte noch Wochen dauern, bis es wieder Lebensmittel in den Läden zu kaufen gibt.“ In Tschernihiw leben Schätzungen zufolge3.500 Juden. „Sehr wenige Juden, die wir kennen, haben die Stadt verlassen“, erklärte Silberstein. „Niemand konnte sich vorstellen, dass so etwas passieren würde. Jetzt kommt niemand mehr weg, die Brücken und alle Ausfallstraßen sind entweder vermint oder wurden gesprengt.“

Putin lehnt Israels Vermittlungsangebot ab

Israels Premierminister Naftali Bennett hat in einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Sonntag Jerusalem als Ort der Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine vorgeschlagen. Er kam damit einer Bitte des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vom Freitag nach, Israel möge zwischen der Ukraine und Russland vermitteln. „Wir glauben, dass Israel der einzige demokratische Staat der Welt ist, der gute Beziehungen sowohl zur Ukraine als auch zu Russland unterhält“, erklärte Jewgen Kornijtschuk,Botschafter der Ukraine in Israel. Medienberichten zufolge soll Putin jedoch kein Interesse an dem Vorschlag der Israelis gezeigt haben.

Nach Kritik: Russland bestellt Israels Botschafter ein

Russlands Außenministerium hat am Freitag den israelischen Botschafter in Moskau einbestellt, um Israels Position im Hinblick auf die Ukraine zu „klären“. Außenminister Jair Lapid hatte am Vortag „den russischen Angriff auf die Ukraine“ als einen „ernsten Verstoß gegen die internationale Ordnung“ bezeichnet. „Israel verurteilt diesen Angriff und ist bereit, den ukrainischen Bürgern humanitäre Hilfe zu leisten.“ Es war die bisher deutlichste Verurteilung seitens der israelischen Regierung. Beobachter gehen davon aus, dass Israel u.a. wegen der rund 165.000 Juden, die weiterhin in Russland leben, darauf bedacht ist, im Ukraine-Krieg öffentlich nicht zu eindeutig Stellung zu beziehen. Ein weiterer Grund zur Vorsicht ist für den jüdischen Staat die Koordination mit Russland bezüglich israelischer Luftangriffe in Syrien. Die israelische Luftwaffe bombardiert immer wieder Stellungen pro-iranischer Milizen im Nachbarland Syrien, wo auch russische Truppen stationiert sind. Israel und Russland unterhalten eine direkte telefonische Verbindung zum Zweck der „Konfliktentschärfung“. Damit soll ein versehentlicher Zusammenstoß zwischen israelischen und russischen Streitkräften verhindert werden. Am Mittwoch, noch vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine, hatte Israels Außenministerium erklärt: „Israel teilt die Sorge der internationalen Gemeinschaft angesichts der Schritte, die in der Ostukraine unternommen wurden, und der ernsten Eskalation der Lage.“ Wenige Stunden später sagte der russische UN-Botschafter bei einer regulären Sitzung des UN-Sicherheitsrates, Russland sei „besorgt über die Pläne Tel Avivs, den Siedlungsbau auf den besetzten Golanhöhen auszuweiten“, was als Reaktion auf Israels Kritik gewertet wurde. Russlands Botschafter in Israel erklärte am Freitag, seine Regierung „hofft, dass Israel weiterhin einen weisen diplomatischen Weg“ verfolgen werde und bekräftigte, Russland unterstütze Israels Sicherheitsbedürfnisse, lehne jedoch eine Verletzung der Souveränität Syriens ab.

Tel Aviv: Tausende demonstrieren gegen Ukraine-Krieg

Am Samstag haben tausende Israelis in Tel Aviv gegen die russische Invasion der Ukraine protestiert. Die Demonstranten, viele von ihnen russisch- oder ukrainisch-stämmig, marschierten vom Stadtzentrum in Richtung russische Botschaft. Viele forderten eine deutlichere Verurteilung des Kriegs seitens der israelischen Regierung sowie die Lieferung von Waffen an die Ukraine. „Humanitäre Hilfe ist nett, aber was die Ukraine jetzt braucht sind Verteidigungswaffen“, erklärte einer der Organisatoren der Demonstration. Israel hat angekündigt, in Kürze rund 100 Tonnen humanitäre Hilfsgüter in die Ukraine zu fliegen, einschließlich Wasseraufbereitungssets, medizinische Ausrüstung, Zelte, Decken, Schlafsäcke und andere dringend benötigte Dinge. Bereits am Donnerstag, wenige Stunden nach Beginn des Kriegs, kam es zu Protesten vor der russischen Botschaft. Dabei verbrannten einige Demonstranten ihre russischen Pässe. Rund eine Million Israelis stammen aus der ehemaligen Sowjetunion, vor allem aus Russland, der Ukraine und Belarus. Viele von ihnen sorgen sich um Angehörige, die noch in der Ukraine leben.

Ukraine will Israelis rekrutieren

Die ukrainische Botschaft in Israel hat am Samstag Israelis aufgerufen, sich dem Kampf gegen einmarschierende russische Truppen anzuschließen. In einem inzwischen gelöschten Beitrag auf ihrer Facebook-Seite erklärte die Botschaft auf Ukrainisch, diejenigen, die sich „am Schutz der Ukraine gegen die russische Militäraggression beteiligen wollen“, sollten sich per E-Mail melden und ggf. vorhandene „militärische Fachkenntnisse“ angeben. Schätzungen zufolge haben rund 500.000 Israelis ukrainische Wurzeln. Aufgrund der Wehrpflicht für Männer und Frauen in Israel ist davon auszugehen, dass viele von ihnen militärisch ausgebildet sind. Israelische Medien wiesen darauf hin, dass es israelischen Staatsbürgern untersagt sei, in ausländischen Streitkräften zu dienen, sofern kein entsprechendes bilaterales Abkommen bestehe. Ob ein solches Abkommen mit der Ukraine besteht, ist derzeit nicht bekannt. Auch aus anderen Ländern wurden Rekrutierungsbemühungen durch ukrainische Vertretungen gemeldet.


Ukrainische Juden: Evakuierung steht bevor

Angesichts der Kampfhandlungen in der Ukraine und der sich sehr schnell zuspitzenden Situation bereitet Israel die Evakuierung der ukrainischen Juden vor. Berichten zufolge sind diesbezüglich Verhandlungen zwischen der israelischen Regierung und den Nachbarländern der Ukraine über ihre Aufnahme in Gange. „Es herrscht große Panik. Seit vier Uhr morgens klingeln bei uns die Telefone“, sagte ein Vertreter der jüdischen Organisation Tikwa in Odessa am Donnerstag. „Im Moment weisen wir sie an, zu Hause zu bleiben. Immer wieder sind Explosionen zu hören und wir wissen nicht, ob es sicher ist, das Haus zu verlassen. Die Straßen, die aus der Stadt herausführen, sind ohnehin bereits verstopft, weil so viele Menschen versuchen zu fliehen.“ Wie die Jerusalem Post berichtete, sollen bereits tausende jüdische Familien die ebenfalls bedrohte Hauptstadt Kiew (Zentralukraine) verlassen haben und sich auf zahlreichen Zeltplätzen im Westen des Landes aufhalten. Schätzungen zufolge leben in der Ukraine noch mindestens 48.000 Juden, insgesamt hätten jedoch 200.000 Personen nach dem israelischen Rückkehrgesetz, das Personen mit mindestens einem jüdischen Großelternteil die Staatsangehörigkeit gewährt, das Recht, nach Israel einzuwandern. „Unsere Botschaft an die Juden der Ukraine ist klar: Israel wird immer ihr Zuhause sein, in normalen Zeiten sowie in Notfällen“, sagte Alijah-Ministerin Pnina Tamano-Shata am Sonntag. „Wir warten mit offenen Armen.“ Am Donnerstag bekräftigte sie Israels Bereitschaft, „tausende jüdische Neueinwanderer aus der Ukraine aufzunehmen“ und sicherte der Ukraine humanitäre Hilfe zu. (Foto: Unsplash, Kiew, Symbolbild)

Evakuierung auf dem Landweg

Da der Luftraum über der Ukraine für den zivilen Luftverkehr geschlossen ist, bereiten Israel sowie jüdische Organisationen nun die Evakuierung ukrainischer Juden auf dem Landweg vor. Bereits am Sonntag hatten israelische Diplomaten in Ungarn, Polen, der Slowakei, Rumänien und Moldawien die Grenzübergänge zur Ukraine besucht, um die reibungslose Ausreise jüdischer Flüchtlinge vorzubereiten. Es ist vorgesehen, sie zunächst sicher von ihren Wohnorten in Aufnahmezentren in der Westukraine zu bringen. Diejenigen, die nach Israel auswandern möchten, werden anschließend über ein Nachbarland nach Israel ausgeflogen. Nach ihrer Ankunft in Israel müssen sie in Notunterkünften, wie z.B. Hotels und Jugendherbergen, untergebracht werden.

Die Evakuierungskosten werden aktuell wie folgt eingeschätzt:

  • Aufenthalt in einem Aufnahmezentrum in der Westukraine (z.B. für Personen, die nicht nach Israel emigrieren möchten): ca. 450 EUR pro Person
  • Evakuierung per Bus in ein Nachbarland und anschließender Flug nach Israel: ca. 850 EUR pro Person
  • Aufnahme und Notunterkunft in Israel: ca. 550 EUR monatlich pro Person

Bitte helfen Sie uns, den Juden der Ukraine in dieser Notsituation beizustehen. Bitte unterstützen Sie ihre Evakuierung aus umkämpften Gebieten und ihre Heimkehr nach Israel. Als Verwendungszweck bitte „Alijah & Integration“ angeben, herzlichen Dank!

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Israel ruft Bürger auf, die Ukraine zu verlassen

Israels Premierminister Naftali Bennett am heutigen Donnerstag seine Landsleute aufgerufen, die Ukraine „sofort“ zu verlassen. „Rettet euer Leben. Unsere Leute stehen an den Grenzübergängen im Westen des Landes bereit.“ Es wird vermutet, dass sich zurzeit noch 8.000 israelische Staatsbürger in der Ukraine befinden. Unter anderem halten sich ca. 200 israelische Familien in Uman, einer beliebten chassidisch-jüdischen Pilgerstätte in der Ukraine, auf. Der israelische Rettungsdienst United Hatzalah in Uman erklärte, man habe bereits im Voraus Busse organisiert, „aber im Moment herrscht Chaos und kein Busfahrer ist bereit, in Richtung Grenze zu fahren.“ Außerdem befinden sich zahlreiche junge arabische Israelis, die an ukrainischen Universitäten, u.a. im ostukrainischen Charkiw, studieren, noch im Land. Israel hatte bereits zu Beginn der Woche seine Botschaft in der Hauptstadt Kiew geschlossen und nach Lwiw (Lemberg) in der Westukraine verlegt.

Gebetsanliegen:Bitte beten Sie mit uns für ein Ende der Kampfhandlungen in der Ukraine. Beten wir für die Sicherheit und Bewahrung aller Menschen und für eine rasche und sichere Evakuierung der jüdischen Bevölkerung.


Israel: BIP wächst um 8,1%

Die israelische Wirtschaft ist im vergangenen Jahr um 8,1% gewachsen. Das gab das Zentrale Statistikamt am Mittwoch bekannt. Die israelische Zentralbank hatte zuvor ein Wachstum von 6,5% erwartet. Es ist das stärkste Wachstum seit dem Jahr 2000, als 8,4% verzeichnet wurden. Allein im vierten Quartal 2021 wuchs das BIP um 16,6%, im dritten Quartal um 2,4%. 2020 war Israels Wirtschaft um 2,2% geschrumpft. Finanzminister Avigdor Lieberman erklärte, die Politik der neuen Koalitionsregierung, geleitet von dem Prinzip „‚mit dem Coronavirus leben‘, ohne Lockdowns und ohne unbezahlten Urlaub, sowie die Verabschiedung eines revolutionären Staatshaushalts, haben dazu beigetragen, dass wir Rekorde brechen und alle Prognosen übertreffen konnten. Israel steht in Sachen Wachstum auf Platz 1 unter den westlichen Nationen.“ Das BIP pro Kopf stieg vergangenes Jahr um 6,3%, während der Bevölkerungszuwachs 1,7% betrug. Der Import von Waren und Dienstleistungen nahm um 18,7% zu, der Export um 13,6%. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte stiegen um 11,7%. Die israelische Regierung hatte die vorangegangenen Corona-Lockdowns heftig kritisiert und im September beschlossen, die Wirtschaft so weit wie möglich geöffnet zu lassen. Auch die Verabschiedung des ersten Staatshaushalts seit knapp drei Jahren im November gilt als wesentlicher Beitrag zum Wirtschaftswachstum. Dennoch steht die Bevölkerung vor enormen finanziellen Herausforderungen: der Verbraucherpreisindex verzeichnete 2021 einen Anstieg um 3,1%, Wohnungskosten stiegen um 11,3%.

Foto: Unsplash, Zentrum von Tel Aviv, Symbolbild

Pelosi: Israel „größter Erfolg des 20. Jahrhunderts“

Die Gründung des Staates Israel sei „der größte politische Erfolg des 20. Jahrhunderts” gewesen. Das sagte Nancy Pelosi, Sprecherin des US-Repräsentantenhauses am Mittwoch während ihres Besuchs in Israel. Die USA seien stolz darauf, Israel als ihren Verbündeten zu haben, und unterstützten weiterhin seine Sicherheit und Stabilität angesichts der iranischen Bedrohung. „Wir kämpfen gemeinsam gegen den Terrorismus des Iran, sowohl in der Region als auch durch sein Nuklearprogramm. Israels [geografische] Nähe zum Iran ist eine Sorge für uns alle und unser aller Verantwortung.“ Knesset-Sprecher Mickey Levy bedankte sich bei Pelosi für ihre Unterstützung, insbesondere im Hinblick auf die Wiederaufstockung des israelischen Raketenabwehrsystems Iron Dome („Eisenkuppel“). Das Repräsentantenhaus hatte Ende September die finanzielle Unterstützung von Iron-Dome-Abwehrraketen im Wert von einer Milliarde US-Dollar (ca. 879 Millionen Euro) mit einer Mehrheit von 420 zu 9 Stimmen verabschiedet. Das Gesetz muss noch den US-Senat passieren. Während des Hamas-Raketenkriegs im Mai 2021 fing der Iron Dome die meisten der rund 4.300 auf Israel abgefeuerten Raketen ab. Dadurchwurde Israels Raketenbestand enorm reduziert. Eine einzelne Iron-Dome-Rakete soll Schätzungen zufolge rund 50.000 US-Dollar kosten (ca. 44.000 Euro). Sechzig Erstklässler aus Sderot und anderen südisraelischen, nahe des Gazastreifens gelegenen Ortschaften begrüßten Pelosi im Plenarsaal der Knesset. Sie bedankten sich bei ihr, ihnen mit der finanziellen Unterstützung des Iron Domes das Leben gerettet zu haben. Nach ihrer Rede in der Knesset traf Pelosi, die eine Delegation von US-Repräsentanten anführt, Israels Präsident Isaac Herzog. Für den heutigen Donnerstag ist ein Treffen mit Premierminister Naftali Bennett angesetzt.

CO2-Emissionen: Pepsi nutzt israelische Erfindung

Der Getränkehersteller PepsiCo will künftig in Israel entwickelte nachhaltige Materialien einsetzen, um sein erklärtes Ziel, bis 2040 keine Kohlenstoffemissionen mehr zu verursachen,zu erreichen. UBQ-Materialien, entwickelt vom gleichnamigen israelischen Startup-Unternehmen UBQ Materials (Tel Aviv), sind biobasierte Thermoplaste, die aus Restmüll gewonnen werden. Eine Tonne UBQ-Material zieht 1,3 Tonnen Abfall von Mülldeponien ab und verhindert bis zu 11,7 Tonnen CO2-Äquivalente. UBQ-Materialien können bei der Herstellung strapazierfähiger Produkte Holz, Zement und ölbasierten Kunststoff ersetzen. „Diese Innovation ist sehr spannend für PepsiCo, weil es uns hilft, neuen durch recycelten Kunststoff zu ersetzen und zeitgleich CO2zu reduzieren“, erklärte Raphael Cyjon, Leitender Verwaltungsdirektor bei PepsiCo LatAm. Zunächst sollen 830 ökologische Paletten hergestellt werden, die in zwei Logistikzentren des Unternehmens zum Einsatz kommen sollen. Dafür würde 739 Kilogramm Restmüll verwendet werden. Außerdem will PepsiCo untersuchen, ob UBQ auch bei anderen Produkten in der Versorgungskette eingesetzt werden kann. Derzeit testet der Automobilhersteller Mercedes-Benz den Einsatz von UBQ-Materialien bei der Produktion von Kfz-Innenräumen.

Indonesier fordern Schließung von Holocaustausstellung

Muslimische Organisationen in Indonesien haben die Schließung der ersten Holocaust-Dauerausstellung des Inselstaats gefordert. Die Ausstellung, die am 27. Januar anlässlich des Internationalen Holocaustgedenktags eröffnet wurde, sei angeblich ein Teil von „Normalisierungsbemühungen“ mit Israel, die sie ablehnen. Sie befindet sich in der einzigen Synagoge Indonesiens in Nord-Sulawesi und wurde von der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem kreiert. „Als ich die Idee für ein Holocaust-Museum hatte, wollte ich damit meiner Großmutter und ihrer Familie, die im Holocaust umkamen, gedenken“, erklärte Jakov Baruch, Rabbiner der Synagoge. „Außerdem möchte ich Indonesier über die Gefahr des Antisemitismus, insbesondere die Gefahr von Hassverbrechen, informieren.“ Der indonesische Ulema-Rat, der höchste Rat muslimischer Gelehrter, bekannt für konservative und manchmal höchst kontroverse Ansichten, ist einer der Gegner der Ausstellung. „Jüdische Gemeinschaften und die Nachfahren des jüdischen Volkes überall, auch in Indonesien, sollten sich die brutale Behandlung des palästinensischen Volkes durch die israelischen Zionisten seit 1948 ansehen“, erklärte er. Auch Politiker forderten die Schließung. Nahdlatul Ulama, Indonesiens größte islamische Organisation, sowie die Lokalregierung unterstützen die Ausstellung jedoch. Indonesien, mit rund 232 Millionen Muslimen das Land mit der weltweit größten muslimischen Bevölkerung, unterhält bisher keine offiziellen Beziehungen zu Israel. Im Dezember 2021 diskutierte US-Außenminister Antony Blinken während eines Besuchs in Jakarta mit seiner indonesischen Amtskollegin einen möglichen Beitritt Indonesiens zu den Abraham-Abkommen.

Delfinschule vor Eilat gesichtet

Am Wochenende ist im Golf von Eilat eine Delfinschule gesichtet worden. Eine Drohne der israelischen Natur- und Parkbehörde entdeckte fünf Delfine, darunter ein Kalb mit seiner Mutter, während einer Routineinspektion. Dafna Feingold, Meeresbiologin und Leiterin von Walbeobachtungspunkten am Roten Meer, erklärte, im Roten Meer gebe es 16 Arten von Meeressäugern. Dreizehn von ihnen seien Zahnwale, darunter einige Delfinarten. Der Indopazifische Große Tümmler, der am Wochenende gesichtet wurde, sei in den tropischen Gewässern des Indischen Ozeans sowie des Westpazifiks beheimatet und zwischen Südafrika und dem Roten Meer unterwegs, erklärte sie. Normalerweise bevorzuge diese Delfinart flache Gewässer. Der Golf von Eilat hingegen sei auch in Ufernähe sehr tief. Delfine sind gewöhnlich in Gruppen, sog. Schulen, in einer Größe von zwei bis zu 50 Tieren unterwegs. Rote-Meer-Delfine kalben das ganze Jahr über, was darauf hindeutet, dass sie in ihrem Lebensraum ausreichend Nahrung finden und sich bester Gesundheit erfreuen.

 


 

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