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Schin Bet, Polizei ergreifen Hamas-Spione in Israel

Am 29. November sind die beiden Hamas-Spione Hussein Biari, israelischer Staatsbürger mit Familienangehörigen im Gazastreifen, und Mahmoud Amad, Einwohner des Gazastreifens mit israelischer Einreiseerlaubnis, vom israelischen Inlandsgeheimdienst Schin Bet und der israelischen Polizei in Israel verhaftet worden. Das gab der Schin Bet am Donnerstag bekannt. Ahmad sammelte seit 2019 Informationen über Israels Raketenabwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) und fotografierte heimlich israelische Soldaten. Biari wurde letztes Jahr rekrutiert und sammelte Informationen über israelische Militärstützpunkte, Soldaten und Iron Dome. Außerdem sollte er die arabische Bevölkerung Israels gegen den Staat aufhetzen, Waffen besorgen und einen Terroranschlag in Israel verüben. Die beiden Männer wurden von einem Netzwerk der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Terrororganisation Hamas angeworben. Zu den führenden Hamas-Terroristen des Netzwerks gehört Muhammad Khalawa, der bereits mit anderen ausgehobenen Spionageringen in Verbindung gebracht wurde. Der Schin Bet erklärte, die Hamas nutze Grenzübertritte aus, um Terror nach Israel zu bringen. Der Geheimdienst werde gemeinsam mit der Polizei und der Armee weiterhin alles tun, um Terror- und Spionageaktivitäten aufzudecken und zu vereiteln.

Foto: IDF, Beobachtungsposten (Symbolbild)

 

Teheran Times droht Israel

Die englischsprachige iranische Zeitung Teheran Times hat Israel am Mittwoch mit Raketenangriffen gedroht. Auf ihrer Titelseite prangte eine Karte Israels mit zahlreichen möglichen Zielen sowie der Überschrift: „Just one wrong move“ („Nur eine falsche Bewegung“). Die Zeitung, die dem iranischen Außenministerium nahestehen soll, schrieb, „das zionistische Regime“ habe vergessen, dass der Iran „mehr als fähig“ sei, es von „überall her zu treffen“. Die Zeitung habe es nicht nötig, „das illegitime Regime Israels an die Abwehrfähigkeit des Iran“ zu erinnern. Auf der abgebildeten Karte waren auch Teile des Südlibanons sowie die von der Palästinensischen Autonomiebehörde kontrollierten Städte Ramallah, Hebron, Nablus und Dschenin im Westjordanland als mögliche Ziele markiert. Warum der Iran gerade dort angreifen würde, erläuterte die Zeitung nicht. Auch ist unklar, warum die weitgehend unbewohnte Negev-Wüste Ziel iranischer Raketenangriffe werden würde.

 

Nablus: Terrorzelle an Universität ausgehoben

Israels Armee hat gemeinsam mit dem Inlandsgeheimdienst Schin Bet eine Terrorzelle an der größten Universität im Westjordanland ausgehoben. Das gab Armeesprecher Avichai Adrai am Dienstag bekannt. Elf Aktivisten des „Islamischen Blocks“, die Studentenbewegung der islamistischen Terrororganisation Hamas, wurden auf dem Campus der An-Najah Nationaluniversität in Nablus verhaftet. Sie stehen unter Verdacht, im Auftrag der Hamas Geldtransfers getätigt, Kundgebungen organisiert sowie Hetzkampagnen geführt zu haben. Laut Adrai zeige der Islamische Block eine „Bereitschaft“, mit der Hamas „zu arbeiten“. Die Hamas finanziere den Studenten das Studium. In den letzten Jahren hätten einige Terrorzellen, denen Studenten der An-Najah Universität angehörten, Terroranschläge geplant. An der An-Najah Universität studieren rund 23.000 Studenten an elf Fakultäten.

 

Israel greift Chemiewaffenanlagen in Syrien an

Die israelische Luftwaffe hat im Juni drei Chemiewaffenanlagen in Syrien bombardiert. Das berichtete die Washington Post am Montag. Bei den Luftangriffen nahe Damaskus und Homs starben demnach sieben syrische Soldaten, einschließlich eines Offiziers, der in einem hochgeheimen Militärlabor tätig gewesen sein soll. Israel hat in den vergangenen Jahren wiederholt Ziele in Syrien angegriffen. Diese standen jedoch mit dort stationierten pro-iranischen Milizen in Verbindung und nicht mit dem syrischen Militär. Laut westlichen Geheimdienstquellen versuche Israel Syrien daran zu hindern, seine Chemiewaffenproduktion wieder aufzunehmen. Damit syrische Zivilisten nicht durch freigesetzte Nervengase gefährdet würden, schlage Israel zu, bevor die Waffen produziert werden. Ein weiterer Angriff erfolgte laut Washington Post bereits im März 2020. Damals sei eine Villa nahe Homs bombardiert worden, wo Calciumphosphat produziert worden sei, was bei der Herstellung von Nervengas eingesetzt wird. Im August 2013 starben infolge eines Giftgasangriffes durch das syrische Regime nahe Damaskus hunderte Zivilisten. Das Regime bestreitet dies. Der syrische Diktator Bashar al-Assad hatte 2014 unter internationaler Aufsicht hunderte Tonnen Giftgas zerstört. Jedoch gab es in den Jahren danach erneut Giftgasangriffe auf syrische Rebellen.

 

Gaza: Tierprothesen aus altem Kinderspielzeug

Ein Tierheim im Gazastreifen nutzt altes Kinderspielzeug, um Prothesen für 32 behinderte Katzen und Hunde zu basteln. Aus den Reifen von alten Spielzeugautos und Kinderfahrrädern werden Stützen gefertigt, mit deren Hilfe die Tiere wieder gehen, rennen und spielen können. „Sie werden müde, wenn sie eine Behinderung haben, daher geben wir ihnen etwas, mit dem sie wieder laufen können“, erklärte Said Al-Aer von der Sulala Animal Rescue Gesellschaft und Mitarbeiter des Tierheims. So erhielt die Hündin Lucy für ihre Hinterbeine, die seit einem Autounfall gelähmt sind, einen kleinen Rollstuhl aus den regenbogenfarbenen Rädern eines weggeworfenen Kinderfahrrads. „Man kann es an die Größe des Hundes anpassen“, erklärte Ismail Al-Aer, Saids Onkel, der das Gerät konstruierte. Für Katzen bastelte er ähnliche Apparate. Im Gazastreifen gibt es keine medizinischen Einrichtungen speziell für Tiere. „Das macht die Initiative des Tierheims umso wichtiger“, erklärte Bashar Shehada, Tierarzt in Gaza.


Bennett in Abu Dhabi

Israels Premierminister Naftali Bennett ist am Sonntag zu seinem ersten Besuch in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) gereist. Er wurde vom VAE-Außenminister Abdullah bin Zayed al-Nahyan mit einer Ehrengarde empfangen. Am Montag traf er Mohammed bin Zayed Al-Nahyan, Kronprinz von Abu Dhabi und de-facto Präsident der VAE. Der Kronprinzführt seit 2014, als sein Halbbruder und VAE-Präsident Khalifa bin Zayed Al-Nahyan einen Schlaganfall erlitt, die Amtsgeschäfte. Bei dem vierstündigen Treffen ging es um die Bedrohung durch den Iran sowie das Voranbringen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit Israels und der VAE. Dabei vereinbarten sie die Gründung eines gemeinsamen Fonds und eines gemeinsamen Wirtschaftsrats, um Forschungen in den Bereichen Klimawandel, Wüstenbildung, saubere Energie und Landwirtschaft zu ermöglichen. Bin Zayed nahm Bennetts Einladung zu einem Staatsbesuch in Israel an, ein Zeitpunkt ist bisher nicht bekannt. Vergangene Woche hatte der Kronprinz bei seinem ersten Telefonat mit Israels Staatspräsident Isaac Herzog diesen zu einem Besuch in die VAE eingeladen. Bennett traf auch den Minister für Industrie und Fortgeschrittene Technologien sowie die Kulturministerin. Bei seinem Besuch bekräftigte Bennett die Bedeutung der Freundschaft zwischen Israel und den VAE. „Wir sind Nachbarn und Cousins, wir sind die Nachfahren Abrahams.“Die Beziehungen der beiden Länder müssten ausgebaut werden, „damit nicht nur Frieden zwischen der Führung, sondern auch zwischen den Völkern geschaffen wird.“ Er sei sehr optimistisch, dass das Beispiel Israels und der VAE ein „Grundstein für ein weitreichendes Netzwerk an Beziehungen in der ganzen Region“ sein wird.

Foto: GPO/Haim Zach, Naftali Bennett mit Mohammed Bin Zayed al-Nahyan in Abu Dhabi, 13.12.2021

Israel stellt unterirdischen Gaza-Grenzzaun fertig

Israel hat vergangene Woche den Bau eines hochmodernen Sperrzauns entlang des von der islamistischen Terrororganisation Hamas beherrschten Gazastreifens abgeschlossen. Die 65 Kilometer lange Sicherheitsanlage besteht aus einer unterirdischen Betonmauer, ausgestattet mit Sensoren, die Terror-Tunnel orten können. Überirdisch besteht sie aus einem sechs Meter hohen Stahlzaun, ausgestattet mit Radar- und anderen Überwachungssensoren sowie ferngesteuerten Waffen. Entlang der Grenze sind mehrere Wachposten verteilt. Die Anlage führt bis ins Mittelmeer hinein, um zu verhindern, dass Terroristen aus dem Gazastreifen Unterwasser-Tunnel graben, wie sie es bereits in der Vergangenheit versucht hatten. Der neue Sperrzaun, dessen Bau drei Jahre dauerte und 3,5 Milliarden Schekel (rund 970 Millionen Euro) kostete, soll vor allem die Bewohner der südisraelischen Ortschaften in unmittelbarer Nähe zum Gazastreifen vor Terror-Tunneln schützen. Terroristen könnten die Tunnel nutzen, um israelische Zivilisten zu überfallen, zu töten und zu entführen und israelische Gebiete unter ihre Kontrolle zu bringen. 2006 drangen Hamas-Terroristen erstmals über einen solchen Tunnel in Israel ein, töteten drei Soldaten und entführten einen weiteren - Gilad Schalit. Während des Gaza-Kriegs 2014 nutzten Terroristen die Tunnel für Überraschungsangriffe auf israelische Soldaten. Damals mussten israelische Bodentruppen die Tunnel zerstören. Inzwischen kann die israelische Luftwaffe die Tunnel dank neuer Technologien aus der Luft zerstören.

Scheikh Jarrah: Palästinenserin (14) greift jüdische Mutter an

Bei einem Terroranschlag im Ostjerusalemer Stadtteil Scheikh Jarrah ist vergangene Woche eine 26-jährige Israelin leicht verletzt worden. Sie wurde auf der Straße mit einem Messer attackiert, als sie ihre fünf Kinder in die Tagesbetreuung brachte. Als sie um Hilfe schrie, ergriff die Angreiferin die Flucht. Im Verdacht steht ihre 14-jährige palästinensische Nachbarin. Die Israelin ist eine von dutzenden jüdischen Israelis, die in dem Gebiet der Stadtteile Scheikh Jarrah, Schimon HaZadik und Nachalat Schimon wohnen, wo Juden und Palästinenser seit Jahren in einen Streit um Eigentumsrechte und säumige Mietzahlungen verwickelt sind. Nach 1967 bestätigten israelische Gerichte den Eigentumsanspruch einer jüdischen Organisation, der bis 1875 zurückreicht, als dort Land für zwei neue jüdische Wohnviertel erworben wurde. Nach der Vertreibung der jüdischen Bevölkerung Ostjerusalems 1948 durch Jordanien siedelten palästinensische Familien in den verlassenen Wohnvierteln. Aufgrund säumiger Mietzahlungen droht den Palästinensern nun die Zwangsräumung. Das 14-jährige Mädchen soll zu einer der Familien gehören, die von den Räumungsklagen betroffen sind. Sie streitet die Tat bisher ab. Die Auswertung von Videoaufnahmen vom Tatort steht noch aus. Am Abend nach dem Anschlag protestierten in Scheikh Jarrah dutzende nationalistische Israelis gegen den Anschlag.

UN bezeichnen Tempelberg erneut nur mit islamischem Namen

129 UN-Mitgliedsstaaten haben Anfang Dezember für die Israel-kritische „Jerusalem-Resolution“ gestimmt, in der der Tempelberg nur mit seinem islamischen Namen „Haram al-Scharif“ genannt wird. Elf Länder lehnten die Resolution ab, 31 enthielten sich, darunter Deutschland und Österreich. Vor drei Jahren hatten noch 148 Länder für die Resolution gestimmt, darunter alle europäischen Länder, bei 11 Gegenstimmen und 14 Enthaltungen. Dieses Jahr lehnten Tschechien und Ungarn sie ab, neun EU-Staaten enthielten sich. Israels UN-Botschafter Gilad Erdan warf den Palästinensern vor, die jüdische Verbundenheit mit der heiligsten Stätte des Judentums zu leugnen. „Die Heuchelei dieser Resolutionen ist wahrhaft empörend“, erklärte Erdan. „Eine Resolution zu Jerusalem, die sich nicht auf seine uralten jüdischen Wurzeln bezieht, ist kein dummer Fehler, sondern ein Versuch, Geschichte zu verzerren und umzuschreiben.“ Die USA lehnten den Text ebenfalls ab und erklärten, es sei „moralisch, historisch und politisch falsch“ und ein Grund für „ernste Besorgnis“, dass Mitglieder der UN-Generalversammlung einen Sprachgebrauch unterstützten, der „den jüdischen und christlichen Bezug zum Tempelberg und dem Haram al-Scharif leugnet.“ Es wurden zwei weitere Israel-kritische Resolutionen verabschiedet.

Israel: Mehrheit befürwortet Angriff auf Iran ohne US-Zustimmung

Eine Mehrheit von 51% der Israelis unterstützt einen israelischen Luftangriff auf iranische Nuklearanlagen auch ohne die Genehmigung durch die US-Regierung. Das ergab eine Umfrage des Israelischen Demokratie-Instituts (Jerusalem), die vergangene Woche veröffentlicht wurde. Unter jüdischen Israelis liegt die Zustimmung bei 58%, unter arabischen Israelis bei 18%. Nur 31% aller Israelis würden einen Angriff ohne US-Zustimmung nicht unterstützen. Beobachter gehen davon aus, dass die US-Regierung von Präsident Joe Biden erst dann die Zustimmung zu einem Luftangriff erteilen würde, wenn der Iran kurz vor dem Abfeuern einer Nuklearrakete stünde, wohingegen Israel, aus Sorge zu spät zu handeln, einen früheren Angriff vorzieht. 1981 zerstörte die israelische Luftwaffe den irakischen Atomreaktor Osirak kurz vor seiner Inbetriebnahme, ohne Zustimmung der USA. Daraufhin verschlechterten sich die Beziehungen zur US-Regierung unter Ronald Reagan für kurze Zeit. Die Bombardierung eines im Bau befindlichen Reaktors in Syrien 2007 erfolgte in Absprache mit der US-Regierung unter George W. Bush.


Anschläge in Judäa/Samaria, Jerusalem

 

In der Nacht von Sonntag auf Montag ist ein israelischer Sicherheitsmann bei einem Terroranschlag in Judäa und Samaria (Westjordanland) schwer verletzt worden. Ein 16-jähriger Palästinenser aus Nablus hatte ihn mit seinem Auto am Tanim-Kontrollpunkt nahe der Stadt Tulkarem gerammt. Der Sicherheitsmann (34) erlitt Verletzungen an Kopf und Brust, sein Gesundheitszustand soll sich inzwischen verbessert haben. Andere Sicherheitskräfte vor Ort schossen auf den Attentäter. Er erlag später seinen Verletzungen. Am Sonntag ereignete sich ein Terroranschlag nahe des Damaskus-Tors in Jerusalem. Ein Palästinenser (25) aus Salfit (nahe der Stadt Ariel) griff einen ultraorthodoxen Juden (20) auf der Straße an und stach mehrmals auf ihn ein. Das Opfer erlitt mittelschwere Verletzungen am Hals. Als der Terrorist herbeinahende Grenzpolizisten angriff, erschossen sie ihn. Nach dem Anschlag wurde Kritik an den Polizisten laut, da Videoaufnahmen vom Tatort zeigten, wie die Polizisten weiterhin auf den Attentäter schossen, als dieser bereits am Boden lag. Israels Minister für öffentliche Sicherheit Omer Barlev erklärte, die Polizisten hätten nach Vorschrift gehandelt. Es habe keine Möglichkeit gegeben, um zu überprüfen, ob der Terrorist einen Sprengstoffgürtel trug oder nicht.

Foto: MoD, Ort des Terroranschlags vom 06.12.2021

USA, Europäer: Iran nicht kompromissbereit

Die Verhandlungen mit dem Iran über eine Wiederbelebung des internationalen Atomabkommens sind am Freitag unterbrochen worden. „In den letzten Tagen haben wir gesehen, dass der Iran nicht ernsthaft bereit ist, zur Einhaltung [des Atomabkommens] zurückzukehren. Aus diesem Grund haben wir diese Verhandlungsrunde unterbrochen“, erklärte US-Außenminister Antony Blinken. Die USA würden nun mit ihren Verbündeten, einschließlich Israel, beraten, wie es weiterginge. „Wir werden sehen, ob der Iran Interesse daran hat, ernsthaft zu verhandeln. Aber das Zeitfenster ist sehr, sehr eng.“ Jen Psaki, Pressesprecherin des Weißen Hauses, sagte am Freitag ebenfalls, der Iran sei nicht an einer Lösung interessiert. Der Iran soll zwei Forderungen eingereicht haben, die mit fast allen zuvor vereinbarten Kompromissen brechen. Unter anderem fordern die Iraner die Aufhebung aller US-Sanktionen, auch derer, die nicht in Zusammenhang mit dem Atomprogramm stehen, sondern u.a. wegen der Menschenrechtsverletzungen des Mullah-Regimes verhängt wurden. Gleichzeitig haben sie ihre vorherige Einwilligung, die Auflagen des Atomabkommens einzuhalten, wieder zurückgenommen. „Nach sorgfältiger Analyse der iranischen Änderungsvorschläge zu dem in vergangenen Verhandlungsrunden ausgehandelten Text“ drückten Diplomaten der E3-Länder (Deutschland, Großbritannien und Frankreich) ihre „Enttäuschung und Sorge“ aus. „Teheran rudert bei fast allen schwierigen Kompromissen zurück.“ Medienberichten zufolge sollen auch Russland und China der Ansicht sein, dass die Verhandlungen an bereits getroffene Vereinbarungen anknüpfen müssen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte am Freitag, Israel und arabische Golfstaaten sollten in die Gespräche miteinbezogen werden. „Es ist schwer, zu einer Einigung zu kommen, wenn die Golfstaaten, Israel und alle, deren Sicherheit direkt betroffen ist, nicht involviert sind.“ Die Gespräche sollen gegen Ende der Woche fortgesetzt werden.

Israel: UN-Amt diskriminiert „Siedler“

Das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) diskriminiert Israelis, die in Judäa und Samaria wohnen. OCHA veröffentlicht auf seiner Webseite Zahlen zu israelischen und palästinensischen Opfern des Nahostkonflikts seit 2008. Von den dort aufgeführten 264 israelischen Todesopfern werden 123 als Sicherheitskräfte, 100 als „israelische Siedler“ und 41 als „andere israelische Zivilisten“ bezeichnet. Israels UN-Botschafter Gilad Erdan protestierte am Wochenende gegen die Darstellung und forderte eine Berichtigung. „In einer verblendeten und vollkommen den Normen des internationalen humanitären Rechts widersprechenden Weise unterscheidet diese UN-Webseite zwischen sogenannten ‚israelischen Siedlern‘ und ‚anderen israelischen Zivilisten‘.“ Das Völkerrecht unterscheide zwischen „Kombattanten“ und „Zivilisten“, jedoch gebe es keine Unterscheidung zwischen „Arten von Zivilisten, sei es auf Grund ihrer Postleitzahl oder ihrer ideologischen Überzeugung“, sagte Erdan. „Eine solche Unterscheidung zwischen zivilen Opfern ist ein grober Verstoß gegen die Normen des Völkerrechts und gegen jede moralische Norm.“ Erdan sagte auch, diese Unterscheidung ließe die „verstörende Frage aufkommen, ob die UN und ihre Behörden den kaltblütigen Mord an bestimmten Arten israelischer Zivilisten als gerechtfertigt“ betrachten würden. Israel werde das „Verbilligen oder Entwerten“ jüdischen Lebens nicht hinnehmen.

Antisemitismusvorwürfe: Deutsche Welle zieht Konsequenzen

Der Auslandsrundfunk Deutsche Welle (Bonn) hat am Sonntag angekündigt, die Zusammenarbeit mit seinem jordanischen Partnersender Roya TV auszusetzen. Zuvor war bekannt geworden, dass der Sender anti-israelische und antisemitische Inhalte auf seinen Social-Media-Kanälen verbreitet hatte. „Einige auf den Social-Media-Kanälen des Senders verbreitete Inhalte sind definitiv nicht mit den Werten der Deutschen Welle vereinbar“, sagte Guido Baumhauer, Direktor für Vertrieb, Marketing, Produktion und Technik. „Wir entschuldigen uns dafür, dass uns diese widerlichen Bilder nicht aufgefallen sind. Nach den fraglichen Veröffentlichungen von Roya TV müssen wir die Kooperation neu bewerten.“ Zuvor hatte der Rundfunk mitgeteilt, Roya TV sei nicht anti-israelisch eingestellt. In einem separaten Antisemitismus-Fall sollen Mitarbeiter der Arabisch-Redaktion über Jahre hinweg antiisraelische und antisemitische Inhalte auf Social Media gepostet haben, u.a. Holocaustleugnung und antisemitische Verschwörungstheorien. Am Freitag kündigte Deutsche Welle eine unabhängige Untersuchung an, die von der früheren Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und dem deutsch-israelischen Psychologen Ahmad Mansour geleitet werden soll. Die Mitarbeiter wurden freigestellt. Die Deutsche Welle betreibt fünf Fernsehkanäle auf Deutsch, Englisch, Spanisch und Arabisch.

Iran: Explosion in Natanz

Am Samstag soll es nahe der iranischen Nuklearanlage in Natanz eine Explosion gegeben haben. Die Ursache ist bislang unklar. Einige iranische Medien berichteten, die Explosion stamme von einer Rakete, die im Rahmen einer Luftabwehrübung gefeuert wurde. Andere sprachen von einer abgeschossenen Drohne. Nach der Explosion war in Teilen der Stadt Natanz die Strom- und Internetversorgung für einige Zeit unterbrochen, was auf einen erfolgreichen Sabotageakt hindeuten könnte. Natanz war bereits zwei Mal das Ziel von Sabotageangriffen. Im Juli 2020 wurde ein Großteil des überirdischen Teils der Anlage zerstört. Im April 2021 wurden in der neugebauten unterirdischen Anlage zahlreiche Zentrifugen zerstört. In beiden Fällen hatte der Iran zunächst versucht, die Sabotageakte zu vertuschen, später aber den israelischen Geheimdienst Mossad als Drahtzieher beschuldigt.


Bennett: USA sollen Iran-Gespräche beenden

Israels Premierminister Naftali Bennett hat am heutigen Donnerstag die USA aufgefordert, die laufenden Verhandlungen zum Atomabkommen mit dem Iran zu beenden. In einem Telefonat mit US-Außenminister Antony Blinken sagte Bennett, der Iran bediene sich der „nuklearen Erpressung“, daher sollten die USA ein „sofortiges Ende der Verhandlungen“ verlangen. Bennett verwies auf einen Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) vom Mittwoch, wonach der Iran in seiner Anlage in Fordo mit der Urananreicherung auf 20% begonnen habe. Dabei sollen 166 moderne IR-6-Zentrifugen zum Einsatz kommen. Das 2015 geschlossene Atomabkommen untersagt dem Iran die Urananreicherung in Fordo. Westliche Unterhändler fürchten, der Iran versucheFakten zu schaffen, während die Gespräche in Gange sind. Am Mittwoch schrieb ein Sprecher des iranischen Außenministeriums auf Twitter, „das israelische Regime, dessen Existenz auf Streitigkeiten gründet, verkündet Lügen, um die Gespräche in Wien zu vergiften.“ Die Bennett-Lapid-Regierung lehnt wie die Regierung des ehemaligen Premierministers Benjamin Netanjahu eine Rückkehr zum Atomabkommen ab, versucht jedoch Konfrontationen mit der US-Regierung zu vermeiden und stattdessen Israels Sicherheitsbedenken auf diplomatischem Wege Gehör zu verschaffen. Israels Außenminister Jair Lapid hatte diese Woche London und Paris besucht. Dabei ging es u.a. um die Verhandlungen mit dem Iran. Verteidigungsminister Benny Gantz will kommende Woche zu einem Treffen mit seinem Amtskollegen Lloyd Austin nach Washington reisen.

Foto: GPO/Amos Ben Gershom, Naftali Bennett, Archivbild

Ramallah: Israelis angegriffen, in Sicherheit gebracht

Am Mittwochabend sind in Ramallah zwei Israelis von Palästinensern angegriffen worden. Bisher ist unklar, warum die beiden ultraorthodoxen Juden ins Stadtzentrum von Ramallah fuhren. Ersten Medienberichten zufolge hatten sie sich auf dem Weg in eine jüdische Ortschaft verfahren. Sicherheitskräfte der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) konnten die beiden aus ihrem Auto evakuieren und in Sicherheit bringen. Sie wurden anschließend der israelischen Armee übergeben. Die beiden erlitten nur leichte Verletzungen. Anschließend setzte eine zusammengelaufene Menschenmenge das Auto in Brand. Israelischen Staatsbürgern ist es verboten, das unter PA-Kontrolle befindliche „A-Gebiet“ im Westjordanland (Judäa und Samaria), zu dem Ramallah gehört, zu betreten. Im Jahr 2000 waren zu Beginn der Zweiten Intifada zwei Israelis in Ramallah gelyncht worden, nachdem sie sich verfahren hatten.

Tel Aviv teuerste Stadt der Welt

Die britische Wochenzeitung The Economist hat am Mittwoch Tel Aviv zur teuersten Stadt der Welt erklärt. Die Liste, die jedes Jahr veröffentlicht wird, vergleicht die Lebenshaltungskosten in US-Dollar in 173 Städten weltweit. Tel Aviv stieg vom sechsten auf den ersten Platz. Die teuren Lebenshaltungskosten gründen u.a. auf der Stärke des israelischen Schekels. Im November stand der Wechselkurs von US-Dollar und Schekel bei 1 USD zu 3,07 ILS - der höchste Kurs seit 25 Jahren. Die Stärke des Schekels ist zum großen Teil auf umfangreiche ausländische Investitionen in israelische Unternehmen und den Erfolg der Hightech-Industrie zurückzuführen. Weitere Gründe sind die hohen Tel Aviver Immobilienpreise sowie steigende Preise für Lebens- und Transportmittel. Paris und Singapur kamen gemeinsam auf den zweiten Platz, Zürich und Hongkong auf den dritten Platz. Als günstigste Stadt der Welt gilt die syrische Hauptstadt Damaskus.

USA: UN voreingenommen gegenüber Israel

Linda Thomas-Greenfield, UN-Botschafterin der USA, hat am Dienstag kritisiert, dass Israel unverhältnismäßig oft im Fokus der UN steht. Bei der monatlichen Sitzung des UN-Sicherheitsrats zum israelisch-palästinensischen Konflikt sagte sie, Israel habe ihr mitgeteilt, dass „die UN intrinsisch voreingenommen gegenüber Israel sind und dass der erdrückende Fokus des UN-Sicherheitsrats auf Israel mit der Verleugnung von Israels Existenzrecht zu begründen ist - und da haben sie recht.“ Thomas-Greenfield kritisierte auch die vorgeschriebene monatliche Sitzung zum israelisch-palästinensischen Konflikt und sagte, der Sicherheitsrat solle stattdessen öfter die Situation im Libanon und im Iran besprechen. Bei ihrem Besuch in Israel im November habe sie „mit eigenen Augen gesehen“, wie Israel „regelmäßig Angriffen durch Terrororganisationen ausgesetzt ist, darunter die Hamas und die Hisbollah, die beide vom Iran finanziert werden.“ Die Auswirkungen der „regionalen Vergehen des Iran, sein nukleares Bestreben und sein Hass auf Israel dürfen nicht ignoriert werden.“ Thomas-Greenfield kritisierte auch den Bau jüdischer Ortschaften in Judäa und Samaria (Westjordanland). Der „Siedlungsbau“ habe „einen kritischen Punkt erreicht und unterminiert nun sogar die Umsetzbarkeit einer ausgehandelten Zwei-Staaten-Lösung“, sagte sie. Derzeit ist keine Verhandlungslösung zwischen Israelis und Palästinensern in Sicht.

Israel stoppt Baupläne in Jerusalem

Israel hat vergangene Woche den Bau von 9.000 Wohneinheiten in Jerusalem gestoppt. Die Entscheidung erfolgte offenbar auf Druck der US-Regierung. Das Baugelände befindet sich auf dem ehemaligen Atarot-Flughafen am nördlichen Stadtrand Jerusalems und liegt jenseits der sog. „Grünen Linie“. Das bereits seit Langem geplante Bauprojekt wurde auch von der Regierung des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump abgelehnt. Trumps 2020 veröffentlichter Nahostfriedensplan betrachtete den bei Atarot gelegenen arabischen Stadtteil Kafr Akab als Teil der Hauptstadt eines künftigen Palästinenserstaates und lehnte den Bau eines jüdischen Stadtteils dort ab. In der britischen Mandatszeit befand sich nahe des Flughafengeländes die jüdische Ortschaft Atarot, die 1948 durch jordanische Truppen zerstört wurde.

Jordanien: Proteste gegen Wasserlieferungen aus Israel

Am Freitag haben in der jordanischen Hauptstadt Amman Tausende gegen das kürzlich geschlossene Abkommen mit Israel über gegenseitige Wasser- und Stromlieferungen demonstriert. Sie riefen Slogans wie „Nein zum Abkommen der Schande“ und „Normalisierung ist Verrat“. Außerdem forderten sie die Regierung auf, den 1994 geschlossenen Friedensvertrag mit Israel aufzukündigen. Das Abkommen entstand nach der Vermittlung durch die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Ein Unternehmen aus den VAE soll demnach eine Solarstromanlage in der jordanischen Wüste bauen, die Israel mit Strom beliefern soll. Im Gegenzug wird Israel Jordanien mit Trinkwasser aus einer eigens in Israel gebauten Meerwasserentsalzungsanlage versorgen. Jordanien, eines der trockensten Länder der Welt, wird von einer schweren Dürre geplagt. Die Wasserknappheit verschärfte sich in den letzten Jahren, da das Land rund 1,8 Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen hat. Einem Bericht von vergangener Woche zufolge hatte auch Saudi-Arabien versucht, das Abkommen abzuwenden und dazu Druck auf die VAE ausgeübt.

 


Iran: General droht Israel mit Auslöschung

Der Iran werde „von der Auslöschung Israels nicht einen Millimeter abrücken.“ Das sagte Brigadegeneral Abolfazl Schekarchi, Sprecher der iranischen Streitkräfte, in einem Interview mit der staatlichen Nachrichtenagentur INSA am Samstag. „Wir wollen den Zionismus weltweit vernichten.“ Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) bezeichnete Schekarchi als „unerträglich“. Saudi-Arabien, Bahrain, die VAE und andere muslimische Länder seien „Teil des zionistischen Regimes.“ Schekarchi hatte in der Vergangenheit erklärt, der Iran könne „Haifa und Tel Aviv in kürzester Zeit plattmachen.“ Die Drohungen Schekarchis erfolgten zwei Tage vor der Wiederaufnahme der Verhandlungen über das internationale Atomabkommen mit dem Iran in Wien. In einer Videobotschaft forderte Israels Premierminister Naftali Bennett die Weltmächte am Montag auf, sich nicht vom Iran „erpressen“ zu lassen. Der Iran bemühe sich darum, die „Aufhebung der Sanktionen“ zu erreichen, und „im Gegenzug fast nichts“ leisten zu müssen. Sollten die Sanktionen aufgehoben werden, „wird der Iran nicht nur sein Atomprogramm weiterführen, er wird sogar noch dafür bezahlt werden“, sagte Bennett. „Der Iran versteckt seine Absichten nicht“, sagte Bennett und verwies auf die Äußerungen Schekarchis.

Foto: Unsplash, Teheran, Symbolbild

Erdan verurteilt UN-„Palästina-Solidaritätsveranstaltung“

Die Vereinten Nationen haben am Montag den 74. Jahrestag der Abstimmung über den UN-Teilungsplan für Palästina mit einer „Palästina-Solidaritätsveranstaltung“ begangen. Damit sollte das sog. „Rückkehrrecht“ der Palästinenser bekräftigt werden. Israels UN-Botschafter Gilad Erdan bezeichnete die Veranstaltung als „ungeheuerlich“. „Am 29. November 1947 erkannten die UN das Recht des jüdischen Volkes auf einen eigenen Staat an“ sagte er. Die Juden hätten diesen Teilungsplan akzeptiert, die Palästinenser und arabischen Länder ihn jedoch abgelehnt. „Nicht nur griffen sie Israel an, sie verfolgten, massakrierten und vertrieben die Juden aus ihren eigenen Ländern.“ Dennoch besäßen die UN die „Dreistigkeit, eine Palästina-Solidaritätsveranstaltung abzuhalten, am Jahrestag des Tages, an dem sich die Palästinenser für Gewalt entschieden.“ Die UN „wagen es, die ungeheuerliche und falsche Forderung nach einer ‚Rückkehr‘, eine Forderung, die zur Auslöschung des jüdischen Staates führen würde, zu unterstützen.“ Erdan verwies auf das Schicksal der rund 850.000 Juden, die nach 1947 aus arabischen Ländern und dem Iran vertrieben wurden oder evakuiert werden mussten, und deren Besitz konfisziert wurde. Schätzungen der israelischen Regierung zufolge beläuft sich der Wert des in diesen Ländern zurückgelassenen jüdischen Besitzes auf bis zu 130 Milliarden Euro. „Indem die UN einerseits die Falschdarstellung der Palästinenser fördern, gleichzeitig aber die tragische Geschichte jüdischer Flüchtlinge aus arabischen Ländern verschweigen, löschen sie die jüdische Geschichte aus und verzerren die Wahrheit. Wir werden das nicht zulassen.“ Die UN hatten 1977 den 29. November offiziell zum „Internationalen Tag der Solidarität mit dem palästinensischen Volk“ erklärt. 2014 erklärte Israel den 30. November zum Gedenktag an die Vertreibung der Juden aus arabischen Ländern und dem Iran.

Nach Einreiseverbot für Israelis: Squash-WM abgesagt

Die Squash-Weltmeisterschaft der Männer in Kuala Lumpur ist abgesagt worden, nachdem Malaysia sich geweigert hatte, Visa für das israelische Team auszustellen. Das gab der Squashweltverband (WSF) am Montag bekannt. Die Weltmeisterschaften seien eine „offene und inklusive Veranstaltung“, erklärte WSF-Präsidentin Zena Wooldridge. Sportfunktionäre hätten sich vergeblich bemüht, „auf höchster Ebene Einfluss auszuüben“, um allen teilnehmenden Nationen die Einreise zu ermöglichen. Zuvor hatte Israel Länder, die trotz des Ausschlusses Israels an den Wettkämpfen teilnehmen wollten, vorgeworfen, sie würden ihre Augen vor „Rassismus und Diskriminierung“ verschließen. Außerdem hatte der jüdische Staat gedroht, vor den Internationalen Sportsgerichtshof in der Schweiz zu ziehen. Malaysia hatte sich bereits 2019 geweigert, israelische Athleten zur Weltmeisterschaft im Para-Schwimmen zuzulassen. Die Weltmeisterschaft wurde daraufhin nach London verlegt. Israel und Malaysia unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Israelis ist die Einreise nach Malaysia untersagt.

Herzog: Jüdische Verbindung zu Hebron unbestreitbar

„Die Verbindung des jüdischen Volkes zu Hebron, zum Grab der Patriarchen, ist unbestreitbar.“ Das sagte Israels Staatspräsident Isaac Herzog am Sonntag bei der feierlichen Entzündung des ersten Chanukka-Lichts vor der Machpela in Hebron. Die Machpela ist die Grabstätte Abrahams, Isaaks und Jakobs sowie ihrer Frauen (mit Ausnahme Rahels). Angesichts der andauernden Spannungen zwischen Juden und Arabern in der Stadt zitierte Herzog aus der Bibel: „Wir werden nicht in allem einer Meinung sein, aber wir müssen daran denken, dass ‚wir alle eines Mannes Söhne sind‘.“ In Hebron, das größtenteils unter der Kontrolle der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) ist, leben rund 200.000 Palästinenser und 1.000 Israelis. Der Bereich um die Machpela, die sowohl Juden als auch Muslime zum Gebet besuchen, wird von Israel kontrolliert. Die islamistische Terrororganisation Hamas hatte Herzogs Besuch in Hebron im Vorfeld als „Provokation“ und „Angriff“ auf die Grabstätte bezeichnet und Palästinenser zur Gewalt gegen israelische Sicherheitskräfte aufgerufen. Am Sonntagabend kam es in Hebron zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen palästinensischen Demonstranten und israelischen Sicherheitskräften. In der nahegelegenen jüdischen Ortschaft Kirjat Arba demonstrierten angereiste linke Aktivisten gegen den Besuch Herzogs in Hebron. 

Israel schließt Grenzen, Omikron „unter Kontrolle“

Israels Gesundheitsminister Nitzan Horowitz hat am Sonntag erklärt, Israel habe die neue Omikron-Variante „unter Kontrolle“. „Es besteht kein Grund zur Panik.“ Am Tag zuvor hatte die Regierung verschärfte Einreiseregelungen sowie den Einsatz des Inlandsgeheimdiensts Schin Bet zur Nachverfolgung von Personen, die der Omikron-Variante möglicherweise ausgesetzt waren, beschlossen. Mit Hilfe des Schin Bet konnte die Variante eingedämmt werden, erklärte Horowitz und betonte, er überprüfe täglich, ob der in Israel höchst umstrittene Einsatz weiterhin nötig sei. Bisher wurden in Israel zwei Omikron-Fälle bestätigt. Seit Sonntagabend können ausländische Touristen nur mit einer Sondergenehmigung durch die Regierung nach Israel einreisen. Die Regelung soll zunächst für 14 Tage in Kraft bleiben. Geimpfte Israelis, die aus dem Ausland zurückkehren, müssen sich für 72 Stunden, ungeimpfte für sieben Tage in Quarantäne begeben. Bei einer Rückkehr aus Hochrisikogebieten muss die Quarantäne zudem in staatlich geführten Quarantäne-Hotels verbracht werden. In jedem Fall darf die Quarantäne nur nach einem negativen Test verlassen werden. „Wir befinden uns in einer Zeit der Ungewissheit“, sagte Premierminister Naftali Bennett mit Blick auf die Omikron-Variante. Es sei von oberster Priorität, dass die Wirtschaft und das Bildungssystem geöffnet blieben, sagte Bennett. „Dafür müssen wir die Landesgrenzen gut kontrollieren.“ Er forderte zudem die Bevölkerung auf, sich impfen zu lassen. In Israel sind etwa 5,8 Millionen Menschen mindestens zweimal geimpft, von ihnen haben bereits 4 Millionen eine Drittimpfung erhalten. Vergangene Woche begann Israel mit Impfungen für Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren. Etwa 8,8% dieser Altersgruppe sind seitdem geimpft worden. Am Montag wurden in Israel 766 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Die Zahl der aktiven Fälle liegt bei 5.518. Aktuell sind 117 Israelis schwer an Covid-19 erkrankt. Der R-Wert liegt bei 1,07.

Äthiopische Juden: Kabinett stimmt Einwanderung zu

Das israelische Kabinett hat am Sonntag der Alijah (Einwanderung nach Israel) von 3.000 äthiopischen Juden zugestimmt. Sie sollen „in naher Zukunft“ nach Israel gebracht werden. Israelische Beamte sollen nun mit der Überprüfung der Rechtmäßigkeit ihrer Einwanderungsanträge beginnen. Zur Einwanderung berechtigt sind Personen, deren Verwandte ersten Grades, d.h. Eltern, Kinder oder Geschwister, bereits in Israel leben. Die Regierung hat zudem die Bildung eines Ausschusses angekündigt, damit die Überprüfungen beschleunigt und „innerhalb weniger Wochen“ abgeschlossen werden können. Die Jewish Agency, Israels Einwanderungsbehörde, begrüßte den Kabinettsbeschluss, der „das Leid vieler Familien beendet, die endlich nach Jahren des Wartens wieder vereint sein werden“, sagte der geschäftsführende Vorsitzende Jaakov Hagoel. Alijah-Ministerin Pnina Tamano-Shata sagte, der Kabinettsbeschluss vom Sonntag berichtige eine „andauernde Ungerechtigkeit“.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns, dass bald mit der Evakuierung der Juden aus Äthiopien begonnen werden kann. Beten wir weiterhin für denSchutz der gesamten äthiopischen Bevölkerung und für ein Ende des dort wütenden Bürgerkriegs.

 

 


Iranisches Atomprogramm: Israel wird „handeln“

Israel ist nicht an ein internationales Atomabkommen mit dem Iran gebunden und behält sich das Recht vor, zu handeln. Das sagte Premierminister Naftali Bennett am Dienstag auf der Sicherheitskonferenz der Reichman-Universität in Herzlija. Die Wiederaufnahme der Verhandlungen zum Atomabkommen mit dem Iran ist für Montag angesetzt. Das iranische Atomprogramm befinde sich im „fortgeschrittensten Stadium“, sagte Bennett. „Wir stehen vor schwierigen Zeiten. Es ist möglich, dass wir Streitigkeiten mit unseren besten Freunden haben werden.“ Bennett kritisierte auch seinen Vorgänger Benjamin Netanjahu. „Den Fehler, den wir nach dem Abkommen von 2015 begangen haben, werden wir nicht noch einmal begehen. Das Abkommen wirkte wie eine Schlaftablette, Israel schlief im Dienst ein“, sagte er. „Wir haben aus diesem Fehler gelernt und behalten uns das Recht vor, zu handeln.“ Er ging auch auf die Präsenz pro-iranischer Milizen im gesamten Nahen Osten ein. „Die Iraner haben Israel mit Raketen umzingelt und sitzen selbst in Teheran in Sicherheit. Es reicht nicht mehr, die Quds-Brigaden zu jagen, wir müssen uns den Auftraggeber vorknöpfen.“ Finanzminister Avigdor Lieberman und Verteidigungsminister Benny Gantz sprachen ebenfalls auf der Konferenz. „Die vorsichtigste Einschätzung ist, dass der Iran im Falle eines Atomabkommens innerhalb von fünf Jahren eine Atomwaffe haben wird“, sagte Lieberman. Israel werde handeln müssen, mit oder ohne Unterstützung seiner Verbündeten. Er warnte die Weltmächte, den Iran ernst zu nehmen. Niemand habe in den 1920er Jahren Hitler ernst genommen. „Wenn der Iran damit droht, den Staat Israel zu zerstören, müssen wir ihm glauben.“ Gantz sagte, eine diplomatische Lösung sei zu bevorzugen, „aber Gewaltanwendung ist Diplomatie mit anderen Mitteln.“ Der israelische Haushaltsplan sieht ein Verteidigungsbudget von 58 Milliarden Schekel (16,5 Milliarden Euro) für 2021 vor, davon sind mindestens 2 Milliarden (570 Millionen Euro) für den Kauf der für einen Militärschlag gegen den Iran nötigen militärischen Ausrüstung bestimmt.

Foto: GPO, Naftali Bennett spricht auf der Sicherheitskonferenz in Herzlija, 23.11.2021

US-General: Streitkräfte bereit, Iran aufzuhalten

Die US-amerikanischen Streitkräfte seien bereit, eine iranische Atombombe zu verhindern, sollte der diplomatische Weg keinen Erfolg erzielen. Das sagte General Kenneth McKenzie, Kommandeur des CENTCOM, das Regionalkommando der US-Streitkräfte für Nahost, Ostafrika und Zentralasien, im Gespräch mit dem US-Magazin TIME, das am Mittwoch veröffentlicht wurde. „Unser Präsident sagte, die Iraner werden keine Atombombe bekommen. Die Diplomaten haben in dieser Angelegenheit das Sagen, aber CENTCOM verfügt immer über eine Vielzahl an Plänen, die wir ausführen können, wenn der Befehl dazu kommt.“ McKenzie glaubt nicht, dass der Iran bereits die Entscheidung getroffen habe, tatsächlich einen Nuklearsprengkopf zu bauen. Dennoch bringe er sich in die Position, dies in einer sehr kurzen Zeit zu tun. „Ich glaube, den Iranern gefällt der Gedanke, dazu in der Lage zu sein.“ Er sagte außerdem, dass der Iran noch keinen Sprengkopf entwickelt habe, der klein genug ist, um eine seiner rund 3.000 ballistischen Raketen zu bestücken. Ihm fehle aktuell auch die Technologie, Sprengköpfe, die den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre überstehen, zu entwickeln. Dazu würde der Iran mehr als ein Jahr benötigen. Er habe aber bereits bewiesen, dass seine ballistischen Raketen „sehr leistungsfähig“ seien, warnte McKenzie. Rob Malley, US-Sondergesandter für den Iran, warnte, die USA würden „nicht tatenlos zusehen“, sollte der Iran die Verhandlungen zum Atomabkommen hinauszögern. „Wenn der Iran weiterhin tut, was er im Moment zu tun scheint, nämlich die Verhandlungen absichtlich in die Länge zu ziehen, und gleichzeitig sein Atomprogramm beschleunigt, werden wir entsprechend handeln müssen.“

Israel, Marokko: Zusammenarbeit in der Verteidigung vereinbart

Israels Verteidigungsminister Benny Gantz und sein marokkanischer Amtskollege Abdellatif Loudiyi haben am Mittwoch in Rabat eine Absichtserklärung für den Bereich Verteidigung unterzeichnet. Diese ermöglicht eine engere Zusammenarbeit der Verteidigungsministerien und Streitkräfte beider Länder, sowie den Austausch nachrichtendienstlicher Informationen, gemeinsame Militärübungen und den Kauf und Verkauf militärischer Ausrüstung. Es ist das erste Abkommen dieser Art, das Israel mit einem arabischen Land hat. Gantz erklärte, die Unterzeichnung sei „von großer Bedeutung. Die Beziehungen zwischen Marokko und Israel müssen noch enger werden, sich weiterentwickeln und wachsen. Ich freue mich, dass wir ein Stück dazu beitragen.“ Gantz ist der erste israelische Verteidigungsminister, der Marokko besucht. Er wurde von israelischen Offizieren begleitet, von denen einige marokkanische Wurzeln haben. Rund 700.000 Israelis stammen aus Marokko.

Weihnachten: Christen aus Gaza dürfen nach Israel einreisen

Israel hat am Mittwoch angekündigt, für rund 500 Christen aus dem Gazastreifen während der Weihnachtszeit die Einreise nach Israel und ins Westjordanland zu genehmigen. Bethlehem, der Geburtsort Christi, befindet sich im von der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) kontrollierten Gebiet. Israel hatte Christen aus dem Gazastreifen auch in der Vergangenheit die Einreise genehmigt. Dies wurde jedoch 2020 aufgrund der Corona-Krise ausgesetzt. Zusätzlich zu den 500 Christen aus Gaza sollen auch Christen aus den PA-Gebieten im Westjordanland nach Jerusalem reisen dürfen. In den Palästinensergebieten leben rund 47.000 Christen (weniger als 1% der Bevölkerung), davon ca. 1.000 im Gazastreifen. Die meisten gehören der griechisch-orthodoxen Kirche an.

Jerusalem: Elfjährige findet 2.000 Jahre alte Silbermünze

Ein israelisches Mädchen hat eine rund 2.000 Jahre alte Silbermünze entdeckt, die zur Zeit des Jüdischen Krieges auf dem Tempelberg geprägt worden sein könnte. Das gab die israelische Altertumsbehörde (IAA) am Dienstag bekannt. Liel (11) fand die Münze, als sie als Freiwillige im sog. Tempelberg-Siebprojekt aushalf, wo seit 2004 hunderttausende Freiwillige rund 9.000 Tonnen Erde auf archäologische Funde untersuchen. Die Erde wurde 1999 bei Bauarbeiten auf dem Tempelberg durch die islamische Waqf-Behörde ausgehoben und im Kidrontal aufgeschüttet. „Ich hatte das Glück, diese Münze zu finden, aber meine Schwester hatte den Eimer, den wir durchsiebten, ausgesucht“, sagte Liel. Die ca. 14 Gramm schwere Münze trägt die Gravur „Israelischer Schekel“ in althebräischer Schrift, „Heiliges Jerusalem“ und den Hinweis „Zweites Jahr“, was auf das zweite Jahr des Jüdischen Krieges gegen die Römer hindeutet (d.h. 67-68 n. Chr.). Laut Dr. Robert Kool, Leiter der Münzabteilung der IAA, könnte ein Priester, der den Aufstand unterstützte, die Münze direkt auf dem Gelände des Zweiten Tempels geprägt haben. „Wo sonst hätte es zu dieser Zeit so viel Silber von solch hoher Qualität gegeben? Nur im Tempel. Wir können also mit Vorsicht sagen, dass diese Münze heute einer der wenigen Gegenstände ist, die direkt vom Tempelberg stammen.“ Von den tausenden Münzen, die von Archäologen gefunden wurden, gibt es nur 30 Silbermünzen aus der Zeit des Jüdischen Krieges. „Nur wenige wissen von dem riesigen Silbervorrat, der sich im Tempel befand“, sagte Kool. Laut einer 1995 rekonstruierten Bauinschrift des Kolosseums in Rom wurde sein Bau vor allem aus dem geplünderten Tempelschatz finanziert. Besuchen Sie das Tempelberg-Siebprojekt mit FASZINATION ISRAEL.


Israel hebt große Hamas-Terrorzelle aus

Israelische Sicherheitskräfte haben in den letzten zwei Monaten eine Terrorzelle der islamistischen Terrororganisation Hamas im Westjordanland ausgehoben, die u.a. Selbstmordattentate geplant haben soll. Das gab Israels Inlandsgeheimdienst Schin Bet am Montag bekannt. Verhaftet wurden mehr als 50 Terroristen, außerdem wurden große Mengen an Waffen sowie explosives Material, ausreichend für mindestes vier Sprengstoffgürtel, sichergestellt. Es handelt sich laut Schin Bet um die größte Terrorzelle, die in den letzten Jahren ausgehoben wurde. Sie sei von zwei Hamas-Kommandeuren in der Türkei gesteuert worden. Einer der Kommandeure, Saleh al-Arouri, stellvertretender Leiter des Hamas-Politbüros, soll hunderttausende Schekel in die Terrorzelle investiert haben und ihr eine Belohnung von einer Million US-Dollar (ca. 887.000 Euro) für die erfolgreiche Entführung eines Israelis in Aussicht gestellt haben.Israels Außenminister Jair Lapid forderte die Türkei am Montag auf, die Büros der Hamas in der Türkei zu schließen. „Wir müssen diese abscheulichen Terroranschläge gegen Israelis überall und unter allen Umständen verhindern“, sagte Lapid. Der Schin Bet sprach von „einer großen Präventivmaßnahme gegen ein gefährliches Terror-Netzwerk, das schwere Anschläge geplant hatte.“ Ziel der Terroristen sei es gewesen, „die Region zu destabilisieren, auf Kosten der Bevölkerung vor Ort.“ Medienberichten zufolge seien Israels Sicherheitsdienste erschrocken gewesen angesichts der ausgeklügelten Pläne und der schweren Bewaffnung der Terroristen. Bei einer der Verhaftungen im September wurden zwei israelische Soldaten schwer verletzt. Medienberichten zufolge hatte Israel geplant, die Verhaftungen bereits letzte Woche öffentlich zu machen. Nachdem jedoch zwei israelische Touristen in der Türkei kurzzeitig verhaftet worden waren, wurde die Veröffentlichung aufgeschoben, um deren Freilassung nicht zu gefährden.

Foto: IDF, Israelische Soldaten bei einer Hausdurchsuchung im Westjordanland, 2021

Terror-Anschlag in Jerusalem: Ein Toter, vier Verletzte

Bei einem Terroranschlag in der Altstadt von Jerusalem ist am Sonntag ein Israeli (26) getötet worden, vier weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Ein Terrorist (42) der islamistischen Terrororganisation Hamas schoss mit einer Maschinenpistole nahe des Ketten-Tores am Tempelberg auf drei jüdische Männer, die kurz zuvor an der Klagemauer gebetet hatten. Herbeigerufene Polizisten erschossen den Attentäter. „Zum Glück war die Gasse fast leer, sonst hätte es mehr Opfer gegeben. Der gesamte Vorfall dauerte knapp 36 Sekunden“, erklärte Omer Barlev, Minister für öffentliche Sicherheit. Bei dem Todesopfer handelte es sich um einen Mann aus Modi’in, der als Tourguide im Bereich der Klagemauer arbeitete und erst einige Jahre zuvor aus Südafrika eingewandert war. Zwei weitere Zivilisten erlitten schwere Verletzungen, schweben aber nicht mehr in Lebensgefahr. Außerdem wurden zwei Polizisten bei dem Schusswechsel leicht verletzt. Laut Barlev sei der Anschlag von langer Hand geplant gewesen, was unter anderem daran deutlich werde, dass der Terrorist mit einer M-12 Maschinenpistole ausgestattet gewesen war, die in Israel schwer erhältlich sei. Laut Jerusalem Post beschrieben Personen aus dem Umfeld des Attentäters ihn als einen „islamischen Gelehrten“, der in zahlreichen Moscheen Jerusalems, auch in der Al-Aksa-Moschee, gepredigt haben soll. Er soll auch Proteste gegen jüdische Besucher auf dem Tempelberg angeführt haben. Am Sonntagabend kam es zu Ausschreitungen im Flüchtlingslager Schuafat in Ostjerusalem als israelische Sicherheitskräfte Angehörige des Terroristen verhafteten. Hunderte Palästinenser bewarfen die Polizisten mit Steinen.

Großbritannien setzt Hamas auf Terrorliste

Großbritannien will den sog. politischen Flügel der islamistischen Terrororganisation Hamas verbieten. Das gab Innenministerin Priti Patel vergangene Woche bekannt. „Die Hamas verfügt über bedeutsame terroristische Fähigkeiten, sie hat Zugriff auf umfangreiche und fortgeschrittene Waffensysteme und unterhält terroristische Ausbildungseinrichtungen“, sagte sie. „Die Hamas verübt, unterstützt, plant und fördert Terrorismus.“ Zuvor hatte sie die Hamas als „grundlegend und fanatisch antisemitisch“ bezeichnet. Ein Verbot sei nötig, um die jüdische Gemeinde zu schützen. Der sog. militärische Flügel der Hamas, die Kassam-Brigaden, wurde von Großbritannien 2001 verboten. Laut Patel sei eine Unterscheidung in einen militärischen und einen politischen Flügel jedoch nicht möglich. Israels Außenminister Jair Lapid begrüßte die Entscheidung. „Es gibt keinen legitimen Flügel einer Terrororganisation und jeglicher Versuch zwischen Flügeln einer Terrororganisation zu differenzieren ist gekünstelt.“ Das Verbot soll Ende der Woche in Kraft treten. Israel, die USA und die EU haben die Hamas in ihrer Ganzheit verboten. Andere Länder wie Australien und Neuseeland führen nur den sog. militärischen Flügel auf ihrer Terror-Liste, die Schweiz und Norwegen betrachten die Hamas nicht als Terrororganisation.

Israel: Winterwetter bringt starke Regenfälle

Starke Regenfälle haben am Wochenende in mehreren israelischen Küstenstädten zu Überschwemmungen geführt. In Holon, Bat Jam und Netanja mussten zahlreiche Straßen gesperrt werden. In Kirjat Malachi, südöstlich von Aschdod, wurde Hagel gemeldet. Die israelische Bevölkerung wurde angewiesen, sich von Flussbetten fernzuhalten. Die Strände von Tel Aviv wurden wegen Sorge vor Wasserverunreinigung geschlossen. In Netanja musste eine Frau aus ihrem überfluteten Fahrzeug evakuiert werden. Im zentralisraelischen Ramle wurde ein 85-Jähriger bewusstlos in einer Pfütze liegend gefunden, nachdem er auf der nassen Straße gestürzt war. Er befindet sich weiterhin in Lebensgefahr. Am Freitag wurden nahe Tiberias neun Personen, darunter drei Kinder, leicht verletzt, als zwei Fahrzeuge wegen des Regenfalls von der Fahrbahn abkamen. Im Laufe der Woche sollen die Temperaturen wieder steigen.

Spionageverdacht: Gantz‘ Reinigungskraft festgenommen

Ein israelischer Mann, der als Reinigungskraft im Haus von Verteidigungsminister Benny Gantz arbeitete, ist Anfang November wegen des Verdachts auf Spionage verhaftet worden. Der 37-Jährige aus Lod soll Kontakt zu einer iranischen Hackergruppe aufgenommen und u.a. angeboten haben, ihr Zugang zu Gantz‘ Computer zu verschaffen. Laut Inlandsgeheimdienst Schin Bet wurde der jüdische Mann verhaftet, bevor er Schaden anrichten konnte. Er soll aus rein finanzieller Motivation gehandelt haben. Bei einer Verurteilung wegen Spionage drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft. Der Schin Bet betonte, der Verdächtige habe zu keiner Zeit Zugang zu geheimen Unterlagen gehabt. Der Fall hat in Israel für besonderes Aufsehen gesorgt, da der Verdächtige bereits vier Haftstrafen abgesessen haben soll, u.a. wegen Bankraub, Diebstahl und Einbruch. Der Schin Bet hat angekündigt, die Abläufe der Hintergrundchecks für Arbeitskräfte im nahen Umfeld von Regierungsmitgliedern untersuchen zu wollen.

Stuttgart: ICEJ-Academy mit Colin Mitchell

Am Montagabend sind bei der ICEJ-Academy in Stuttgart rund 160 Teilnehmer vor Ort und online über Zoom zusammengekommen, um einen Abend voller Bibellehre zu erleben. Colin Mitchell, der in London geborene messianisch-jüdische Pastor der Karmel-Gemeinde in Haifa/Israel, sprach über den Kontext der bekannten Bibelstelle aus Jeremia 29,11, in der Gott seinem Volk Israel in babylonischer Gefangenschaft eine Zukunft und Hoffnung verspricht. Daraus leitete er unter anderem ab, wie wichtig es in unserer Zeit sei, dass die Gemeinde Gottes Absichten für Israel erkenne und die nächste Generation in Jüngerschaft führe. Nach einer abschließenden Frage-Antwort-Runde erklärte Colin Mitchell: „Ich freue mich bereits auf ein hoffentlich baldiges nächstes Treffen in Deutschland!“

 


Nach Spionage-Vorwurf: Türkei lässt Israelis frei

Ein israelisches Ehepaar, das vergangene Woche wegen Spionageverdachts in der Türkei verhaftet worden war, ist am heutigen Donnerstag freigelassen worden. Beide arbeiten als Busfahrer in Modi’in. Sie hatten während ihres Urlaubs in Istanbul einen Palast des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan fotografiert, wurden daraufhin verhaftet und der „diplomatischen und militärischen Spionage“ beschuldigt. Bei einer Verurteilung hätte ihnen jahrelange Haft gedroht. Der Fall hatte in Israel für großes Aufsehen gesorgt. Jedes Jahr besuchen hunderttausende Israelis die Türkei. Liberale türkische Medien kritisierten die Spionagevorwürfe und betonten, der Palast werde von tausenden Touristen fotografiert. Die Situation wurde dadurch erschwert, dass weder Israel noch die Türkei Botschafter im Land des anderen haben. Israelische Diplomaten sowie der Mossad-Chef bemühten sich um die Freilassung des Ehepaares. Medienberichten zufolge wurden die beiden in den frühen Morgenstunden freigelassen und in einem Privatflugzeug ausgeflogen. Anfang Oktober hatte die Türkei 15 Araber verhaftet und beschuldigt, im Auftrag des Mossad Informationen über palästinensische Studenten in der Türkei sowie über mögliche Unterstützung von Palästinensern seitens türkischer Behörden gesammelt zu haben. Bei den Verhafteten handelt es sich nicht um israelische Staatsbürger. Beobachter spekulieren, dass eine Verbindung zwischen beiden Fällen bestehen könne.

Foto: Unsplash, Istanbul, Symbolbild

UN-Botschafterin der USA in Israel

Die US-amerikanische UN-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield hat auf ihrer ersten Reise in den Nahen Osten Israel und die Palästinensergebiete besucht. Am Dienstag besichtigte sie gemeinsam mit Israels stellvertretendem Generalstabschef Herzi Halevi einen Terror-Tunnel der schiitisch-libanesischen Terrororganisation Hisbollah im Grenzgebiet zum Libanon und besuchte einen Stützpunkt des Raketenabwehrsystems Iron Dome (Eisenkuppel) an der Grenze zum Gazastreifen. Bei einem anschließenden Treffen am Mittwoch mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Ramallah kritisierte Thomas-Greenfield die Menschenrechtsbilanz der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) und die Zahlungen der PA an inhaftierte Terroristen und deren Familien. Die PA hatte der Regierung von US-Präsident Joe Biden versprochen, die finanzielle Unterstützung von Terroristen zu „reformieren“. Die USA hatten 2018 ein Gesetz verabschiedet, das Zahlungen an die PA unterbindet, so lange diese weiterhin Terroristengehälter zahlt. Medienberichten zufolge besteht Ramallah jedoch darauf, dass die US-Regierung im Gegenzug ein Gesetz von 1987, das die PLO zu einer Terrororganisation erklärt hatte, als verfassungswidrig erklärt. Das würde es der PA erleichtern, das palästinensische Konsulat in Washington wieder zu eröffnen. Thomas-Greenfield wird Ende der Woche in Amman erwartet.

Anschlag auf Polizisten in Jerusalem

Am Mittwoch hat ein palästinensischer Terrorist in der Jerusalemer Altstadt zwei israelische Grenzpolizisten mit einem Messer angegriffen. Der 16-Jährige aus Issawiya in Ostjerusalem stach zunächst auf den Kopf des einen Polizisten ein und verletzte ihn leicht. Anschließend griff er dessen Kollegin an. Sie erlitt mittelschwere Verletzungen an Kopf und Körper und musste anschließend in einem Krankenhaus behandelt werden. Ein vorbeilaufender bewaffneter Zivilist und einer der Grenzpolizisten erschossen den Terroristen. Die im Gazastreifen herrschende islamistische Terrororganisation Hamas bezeichnete den Angriff als eine „heldenhafte Kommando-Operation“ und behauptete, der Angreifer sei ein Hamas-Mitglied gewesen.

86-Jährige zur „Miss Holocaust Survivor“ gekürt

Die 86-jährige Selina Steinfeld ist am Dienstag zur „Miss Holocaust Survivor“ (Miss Holocaustüberlebende) gekürt worden. Neun weitere Kandidatinnen im Alter von 79 bis 90 Jahren nahmen am dem Schönheitswettbewerb teil. Der jährlich stattfindende Wettbewerb wird von der israelischen Organisation Yad Ezer LeChaver, die gemeinsam mit der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem (ICEJ) das Haifa-Heim für bedürftige Holocaustüberlebende führt, veranstaltet. Damit soll den Holocaustüberlebenden ein Teil ihrer durch den Holocaust gestohlenen Jugend zurückgegeben und ihre Überlebensgeschichten erzählt werden. Den ganzen Tag über bereiteten Stylisten sowie Haar- und Make-up-Spezialisten die Teilnehmerinnen auf den Wettbewerb vor. Am Abend feierten zahlreiche israelische Prominente, darunter die amtierende Miss Israel, mit den betagten Damen. „Diese wunderbaren Frauen und Holocaustüberlebenden werden nicht mehr lange unter uns sein“, sagte Shimon Sabag, Direktor des Haifa-Heims der ICEJ. „Die Überlebenden des Holocaust sind unsere wahren Heldinnen, und dank ihnen sind wir heute hier.“ Selina überlebte den Holocaust in Rumänien. 1948 wanderte sie nach Israel aus, heiratete und gründete eine Familie. Heute hat sie drei Kinder, sieben Enkel und 21 Urenkel.

Israel, Jordanien: Wasser- und Stromlieferungen

Israel und Jordanien wollen kommende Woche ein Abkommen über gegenseitige Wasser- und Stromlieferungen unterzeichnen. Das Abkommen entstand nach der Vermittlung durch die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Ein Unternehmen aus den VAE soll demnach eine Solarstromanlage in der jordanischen Wüste bauen, die Israel mit Strom beliefern soll. Im Gegenzug wird Israel Jordanien mit Trinkwasser aus einer eigens gebauten Meerwasserentsalzungsanlage in Israel versorgen. Dem Abkommen waren mehrere Monate geheime Verhandlungen vorangegangen. Initiiert wurde die Vereinbarung nach einem Treffen von Israels Energieministerin Karin Elharar mit Mohamed Al-Khaja, dem Botschafter der VAE in Israel. Im Oktober hatte Israel mit Jordanien vereinbart, die Trinkwasserlieferungen an das Königreich zu verdoppeln. Damals erklärte Elharar, die Vereinbarung sei ein Beweis, dass „wir gute nachbarschaftliche Beziehungen anstreben.“ Obwohl Israel und Jordanien 1994 einen Friedensvertrag unterzeichnet hatten, waren die bilateralen Beziehungen in den letzten Jahren abgekühlt. Seit dem Antritt der neuen israelischen Regierung ist es wiederholt zu Treffen zwischen israelischen und jordanischen Kabinettsmitgliedern gekommen. Im Juli besuchte Premierminister Naftali Bennett den jordanischen König Abdullah II. in Amman.


Israel, Bahrain, VAE: Gemeinsames Seemanöver

Die Seestreitkräfte Israels, der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Bahrains haben an einem gemeinsamen Seemanöver im nördlichen Teil des Roten Meeres teilgenommen. Das Manöver erfolgte unter der Führung der US-Navy und gilt als Signal an den Iran. Der Iran und seine Verbündeten haben ihre maritime Präsenz um das Bab al-Mandab, eine Meerenge am Golf von Aden, ausgebaut. „Das beeinflusst die Bewegungsfreiheit Israels und wir sowie andere Partner, die ebenfalls davon betroffen sind, müssen den Iran vom Bab al-Mandab vertreiben“, erklärte ein Beamter der israelischen Marine. In den kommenden Monaten seien weitere Seemanöver mit der US-Navy geplant. Außerdem nehmen zurzeit etwa 500 Soldaten des US-Marinekorps in Israel an einer gemeinsamen Militärübung mit Spezialeinheiten der israelischen Armee teil. Israels Generalstabschef Aviv Kochavi erklärte vergangene Woche, die israelische Armee „beschleunige“ ihre „operative Planung und Bereitschaft, der Bedrohung durch einen nuklearen Iran entgegenzutreten.“ Medienberichten zufolge wird die israelische Luftwaffe in den kommenden Monaten das Training für Luftangriffe auf iranische Nuklearanlagen wieder aufnehmen.

Foto: IDF, Israelische Kriegsschiffe, Archivbild

Serbien, Kolumbien: Handelsbüros in Jerusalem eröffnet

Serbien hat vergangene Woche ein Innovations- und Handelsbüro in Jerusalem eröffnet. Das Büro untersteht der serbischen Handelskammer. Obwohl Serbien mit knapp 6,9 Millionen Einwohnern einen kleinen Markt darstellt, kann es für israelische Unternehmen als Brückenkopf in andere Balkanländer dienen. Außerdem verfügt Serbien über Freihandelsabkommen mit Russland, der Türkei und der EU. Im März 2020 hatte Serbiens Präsident Aleksandar Vučić die Eröffnung eines „offiziellen Staatsbüros“ in Jerusalem angekündigt. Nachdem Israel jedoch im September 2020 den Kosovo anerkannt hatte, verschlechterten sich die Beziehungen zwischen Belgrad und Jerusalem. Die Eröffnung des serbischen Handelsbüros wird von Jerusalem als positives Zeichen gewertet. Am Dienstag eröffnete Kolumbiens Präsident Ivan Duque ebenfalls ein Innovations- und Handelsbüro in Jerusalem. Es ist Kolumbiens erstes Büro dieser Art im Ausland.

Israel-VAE-Ölpipeline soll gestoppt werden

Eine Vereinbarung zur Beförderung arabischen Rohöls über den Hafen von Eilat soll aufgehoben werden. Das forderte Israels Energieministerin Karin Elharar vergangene Woche. Die 2020 unterzeichnete Vereinbarung zwischen einem staatlichen israelischen und einem israelisch-emiratischen Unternehmen sieht vor, dass Rohöl mit Tankschiffen zum Hafen von Eilat befördert werden und dort über eine Pipeline zur Mittelmeerküste weitergeleitet werden soll. Die Eilat-Aschkelon-Pipeline wurde 1968 als Gemeinschaftsprojekt Israels und des Irans gebaut und diente bis zur islamischen Revolution 1979 der Beförderung iranischen Rohöls in den Westen. Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten einen Ausbau der Pipeline geplant. Der Weg über Eilat wäre die kürzeste und kosteneffizienteste Route, Rohöl aus dem Persischen Golf nach Europa zu befördern. Laut Elharar bestehe jedoch ein zu großes Risiko für die Umwelt. Israelische Beamte gehen davon aus, dass statt der aktuell sechs Öltanker, die jeden Monat im Hafen von Eilat anlegen, künftig fünfzig Öltanker anlegen würden. Der Hafen befindet sich knapp 200 Meter von Eilats Korallenriff entfernt. Der Touristenort Eilat ist wegen seines Korallenriffs ein beliebtes Ziel von Schnorchlern, Tauchern und Forschern. Umweltschützer haben an den Obersten Gerichtshof appelliert, das Abkommen zu stoppen. Elharar betonte, VAE-Regierungsbeamte hätten ihr bereits zugesagt, sollte das Abkommen aufgehoben werden, würde dies sich nicht negativ auf die Beziehungen beider Länder auswirken.

Israel: Arbeitserlaubnis für palästinensische IT-Spezialisten

Israel hat ein Pilotprojekt gestartet, das die Beschäftigung von 500 Palästinensern aus dem Westjordanland in israelischen Hightech-Unternehmen vorsieht. Die aktuell rund 130.000 Palästinenser, die legal in Israel arbeiten, sind vor allem im Bauwesen und in der Landwirtschaft beschäftigt. Viele von ihnen sind Hochschulabsolventen, die im Westjordanland keine gut bezahlte Arbeit finden. Eine Arbeitserlaubnis für Stellen in der lukrativen israelischen Hightech-Branche erhalten Palästinenser bisher nur in Einzelfällen. Israelische Hightech-Unternehmen suchen dringend nach Fachkräften. Einige Unternehmen haben bereits Arbeitsbereiche ausgelagert und Aufträge an palästinensische Programmierer im Westjordanland und im Gazastreifen vergeben. „Im Westjordanland gibt es jedes Jahr 3.000 bis 4.000 Hightech-Absolventen“, erklärte Mahmud Khweis, Gründer von 50:50, einer gemeinnützigen Organisation, die israelisch-palästinensische Kooperation in der Start-up-Branche fördert. „Viele von ihnen arbeiten für palästinensische Subunternehmen, die von den Israelis unter Vertrag genommen wurden.“ Laut dem Plan der Regierung sollen 2022 zunächst 200 Palästinenser eine Arbeitserlaubnis erhalten. Bis 2024 sollen es 500 sein.

Südafrika: Druck auf Schönheitskönigin

In Südafrika wächst der Druck auf die amtierende Schönheitskönigin des Landes, ihre geplante Teilnahme am „Miss Universe“-Wettbewerb in Israel abzusagen. Nachdem Lalela Mswane sich geweigert hatte, den im Dezember in Eilat geplanten Wettbewerb zu boykottieren, distanzierte sich am Sonntag die südafrikanische Regierung von ihr. Die Regierung erklärte, als gewählte Volksvertretung dürfe sie nicht mit den „gut dokumentierten Gräueltaten Israels an den Palästinensern“ in Verbindung gebracht werden. Die Beziehungen zwischen Israel und Südafrika sind seit Jahren schwierig. Südafrikanische Politiker, insbesondere der regierenden ANC-Partei, haben Israel wiederholt der „Apartheid“ bezichtigt. Nach den palästinensischen Krawallen am Gaza-Grenzzaun 2018 rief Südafrika seinen Botschafter in Israel auf unbestimmte Zeit zurück. 2019 wurde die südafrikanische Botschaft in Tel Aviv zu einem Verbindungsbüro herabgestuft. Die Organisatoren des „Miss Südafrika”-Wettbewerbs wiesen die Forderungen zurück und betonten, der „Miss Universe“-Wettbewerb sei „nicht politisch inspiriert“.


Israel will äthiopische Alijah beschleunigen

Israel will die Alijah (Einwanderung nach Israel) von bis zu 5.000 äthiopischen Juden beschleunigen. Das vereinbarten Innenministerin Ayelet Schaked und Alijah-Ministerin Pnina Tamano-Schata am Dienstag. Der Beschluss gilt für Personen, deren Verwandte ersten Grades bereits in Israel leben. Tamano-Schata hatte am Montag mit ihrem Rücktritt gedroht, sollte die israelische Regierung angesichts des eskalierenden Bürgerkriegs in dem ostafrikanischen Land keine Evakuierung starten. Diaspora-Minister Nachman Schai teilte ihre Forderung und verwies auf Israels „moralische und historische Pflicht, sich für alle Juden weltweit einzusetzen.“ Ein konkreter Zeitrahmen für die Alijah ist bisher nicht bekannt. Israels Nationaler Sicherheitsrat lehnt eine großangelegte Evakuierungsaktion bisher ab, aus Sorge, dieskönne als Affront gegenüber der äthiopischen Zentralregierung gewertet werden. „Es sähe aus, als sagten wir den Sturz der Regierung voraus“, erklärte ein israelisches Kabinettsmitglied. Sollte sich die Situation jedoch verschlechtern, werde man die Position überdenken. In Israel leben rund 165.000 äthiopisch-stämmige Juden, etwa die Hälfte von ihnen ist in Israel geboren. Die rund 8.000 noch in Äthiopien wartenden Juden gehören zur Falasch-Mura-Gemeinschaft. Das sind Nachfahren äthiopischer Juden, die im 19. Jahrhundert, teilweise unter Zwang, zum Christentum konvertiert waren. 2015 genehmigte das israelische Kabinett die Alijah von 9.000 Falasch-Mura im Zuge der Familienzusammenführung. Seitdem sind rund 4.500 von ihnen nach Israel geholt worden. Die ICEJ konnte die Flugkosten für 2.590 von ihnen übernehmen.

Foto: JAFI, Junge äthiopische Juden in Gondar, Oktober 2021

Die ICEJ hat zugesagt, die Flugtickets der äthiopischen Juden zu sponsern. Ein Flugticket kostet aktuell 1.135 Euro. Bitte helfen Sie uns dabei, so viele äthiopische Juden wie möglich nach Hause zu bringen. Als Verwendungszweck bitte "Äthiopische Alijah" angeben, vielen Dank!

Zum Spendenportal

ICEJ Deutschland
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Bürgerkrieg eskaliert

Der Bürgerkrieg zwischen Regierungstruppen und Milizen der Region Tigray im Norden des Landes hat sich in den letzten Tagen verschärft. Die tigrischen Streitkräfte haben sich mit weiteren Milizen verbündet, die u.a. Gebiete in Südäthiopien und im Umland der Hauptstadt Addis Abeba kontrollieren. Die Lage ist sehr unübersichtlich. Dem seit Ende 2020 andauernden Konflikt sollen bereits zehntausende Zivilisten zum Opfer gefallen sein, rund zwei Millionen Menschen sind auf der Flucht. Menschenrechtsorganisationen berichten von Massakern und Massenvergewaltigungen. Da aktuell keine humanitäre Hilfe in die Region Tigray gelange, droht dort laut UN die „schlimmste Hungersnot weltweit“. Aktuell seien rund 400.000 Personen akut vom Hungertod bedroht. Beobachter gehen davon aus, dass eine politische Lösung des Konflikts, der größtenteils entlang ethnischer Linien verläuft, nicht mehr möglich ist. Aktivisten sehen Juden, die vor allem in Transitlagern in Gondar und Addis Abeba leben, als besonders gefährdet. Äthiopisch-jüdische Israelis berichteten, dass Verwandte Opfer von Zwangsrekrutierungen und Lösegelderpressungen geworden seien. „Die israelische Regierung muss diejenigen, die in Addis Abeba und Gondar warten, evakuieren, bevor es zu einer Katastrophe kommt“, sagte Uri Prednik von der Nichtregierungsorganisation „Struggle for the Aliyah of Ethiopian Jewry“.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für ein baldiges Ende des Bürgerkriegs. Beten wir für den Schutz und die Versorgung der notleidenden Zivilbevölkerung und für die Bewahrung der jüdischen Familien im Kriegsgebiet.

Israel: Schlag gegen Waffenschmuggelring

Die israelische Polizei hat am Dienstag 65 Personen wegen des Verdachts auf Waffenschmuggel festgenommen. Die meisten Verhaftungen erfolgten in arabischen Ortschaften in Nordisrael, in Ostjerusalem und im sog. arabischen Dreieck in Zentralisrael. Laut Polizei handelte es sich um den größten Polizeieinsatz in der Geschichte hinsichtlich der Zahl der Verhafteten und der beschlagnahmten Waffen. Dutzende Waffen wurden konfisziert. Die meisten Waffen stammen aus dem Westjordanland. „Wir haben den Sumpf etwas ausgetrocknet, aber es reicht noch nicht“, erklärte Schimon Lavi, Polizeikommandeur für Nordisrael. Ziel der Operation war, die „wichtigsten Waffenschmuggler festzusetzen.“ „Leider herrscht im arabischen Teil der Gesellschaft eine große Nachfrage nach Waffen, bedingt durch ein fehlendes Sicherheitsgefühl und einen leichten Zugang zu Waffen.“ Seit Jahresbeginn sind 106 Araber ermordet worden. 90 der Getöteten waren israelische Staatsbürger, 16 Palästinenser aus Ostjerusalem. 13 der Ermordeten waren Frauen, 51 waren jünger als 30 Jahre. Bei den meisten Morden wurden Schusswaffen gebraucht.

Stuttgart: Gedenkgottesdienst zur Reichspogromnacht

Ende Oktober hat die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (ICEJ) in Stuttgart mit einem Gottesdienst der Reichspogromnacht 1938 gedacht. Pfarrer Friedhelm Nachtigal (ELKW) leitete den feierlichen Gedenkgottesdienst, in dem zum entschiedenen Eintreten gegen Antisemitismus aufgerufen wurde. Schwester Joela von der Evangelischen Marienschwesternschaft Darmstadt wies in ihrer Predigt „Jesus, der König der Juden“ auf die Wurzeln des christlichen Antisemitismus hin und forderte dazu auf, heute an der Seite des jüdischen Volkes zu stehen. „Der Schutz des jüdischen Volkes wird davon abhängen, dass wir diese Stunde nicht noch einmal verpassen und bereit sind, die jüdische Identität unseres Gottes zu bekennen, auch wenn es uns Nachteile bringt“, erklärte sie angesichts des Gedenkens an die Anfänge der Judenverfolgung und -vernichtung in der Reichspogromnacht. „Wir sollten in einer Gegenbewegung der Liebe Israel in wahrer Freundestreue zur Seite stehen.“ Gottfried Bühler, Erster Vorsitzender der ICEJ-Deutschland, interviewte Carmela Shamir, seit August 2021 Generalkonsulin des Staates Israel in München. „Israel hat eine einzigartige Beziehung mit Deutschland. Auf vielen Ebenen erhalten wir Unterstützung von Deutschland, strategisch, wirtschaftlich und Deutschlands Freundschaft zu Israel in der internationalen Gemeinschaft ist enorm“, erklärte Frau Shamir. „Von der deutschen Regierung und vielen Menschen in Deutschland, auch der ICEJ, erhalten wir die klare Botschaft, dass Antisemitismus nicht akzeptiert wird, dass ihr an unserer Seite steht. Wir müssen hoffnungsvoll bleiben und gemeinsam gegen Antisemitismus kämpfen.“ Die musikalischen Beiträge gestalteten Michael Schlierf und Adelheid Abt. Die Worship-Band FRIENDS führte mit einem deutsch-hebräischen Lied in den Lobpreis. In der Nacht vom 09. auf den 10. November 1938 kam es in Deutschland und Österreich zu massiven Ausschreitungen gegen Juden, ihre Geschäfte und Synagogen. Diese Nacht des Pogroms mit ihrer Verfolgung und Zerstörung wird Reichspogromnacht oder „Reichskristallnacht“ genannt. Es wurden über 30.000 Menschen in Konzentrationslager deportiert und hunderte Juden wurden getötet. Diese Nacht gilt als Beginn der systematischen Vernichtung der Juden in Nazi-Deutschland. Der Gottesdienst wurde am 7. November ausgestrahlt und kann auf dem Youtube-Kanal der ICEJ angeschaut werden.

Iranische Anschlagspläne in Afrika, Zypern aufgedeckt

In mehreren afrikanischen Ländern sind fünf Personen wegen des Verdachts, Anschläge auf Juden und Israelis geplant zu haben, verhaftet worden. Das berichtete der israelische Fernsehsender Channel 12 am Sonntag. Die Verdächtigen seien demnach von den iranischen Quds-Brigaden, einer Eliteeinheit der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC), rekrutiert und im Libanon ausgebildet worden. Anschließend sollten sie Anschläge auf israelische Safari-Touristen in Tansania sowie israelische Geschäftsleute in Ghana und im Senegal verüben. Die Verhaftungen erfolgten nach Hinweisen westlicher Geheimdienste. Israel hat wiederholt vor iranischen Anschlägen auf Juden und Israelis weltweit gewarnt. Im September wurde auf Zypern ein aserbaidschanischer Staatsbürger verhaftet, der im Auftrag des Iran einen Anschlag auf einen israelischen Geschäftsmann geplant haben soll. Die zypriotischen Behörden erhoben am Freitag Anklage gegen ihn und fünf weitere Verdächtige. Einer der weiteren Angeklagten, ein pakistanischer Staatsbürger, soll Verbindungen zu pro-iranischen schiitisch-pakistanischen Milizen in Syrien unterhalten.

Iran verdoppelt Uran-Vorrat

Der Iran hat seinen Vorrat an angereichertem Uran in weniger als einem Monat verdoppelt. „Wir haben mehr als 210 Kilogramm zu 20% und 25 Kilogramm zu 60% angereichertes Uran produziert – das ist der Anreicherungsgrad, den nur Atommächte produzieren.“ Das sagte der Sprecher der iranischen Atomenergiebehörde am Freitag. Erst am 10. Oktober hatte der Iran mitgeteilt, im Besitz von 120 Kilogramm Uran mit einem Anreicherungsgrad von 20% zu sein. Das internationale Atomabkommen von 2015 erlaubt dem Iran einen Vorrat von 202,8 Kilogramm Uran mit einem Anreicherungsgrad von 3,67%. Im Januar begann der Iran mit der Anreicherung auf 20%, im April auf 60%. Technisch gesehen ist er damit nicht mehr weit von atomwaffenfähigem Uran entfernt, das zu 90% angereichert sein muss. Rafael Grossi, Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), sagte vergangene Woche, der Iran habe den Zugang zu verschiedenen Anlagen eingeschränkt, die Überwachung der Anlagen sei somit „geschwächt“. Außerdem seien von der IAEA installierte Überwachungskameras in einer Anlage in Karadsch entfernt worden, nachdem die Anlage bei einem Drohnenangriff im Juni beschädigt worden war. In Karadsch sollen Zentrifugen für die Nuklearanlage in Natanz produziert worden sein. Die Wiederaufnahme der Verhandlungen über eine Wiederbelebung des Atomabkommens mit dem Iran ist für den 29. November angesetzt.

Nach TV-Interview: Libanesin des „Hochverrats“ angeklagt

Eine bekannte libanesische Journalistin und TV-Moderatorin wird wegen „Hochverrats und Spionage“ angeklagt, nachdem sie vergangene Woche von einem israelischen Fernsehsender interviewt wurde. In dem ersten Interview einer Libanesin im israelischen Fernsehen bezeichnete Maria Maalouf den Führer der schiitisch-libanesischen Terrororganisation Hisbollah, Hassan Nasrallah, als „Mörder“. Die Hisbollah, „die iranische Partei im Libanon“, habe ihr Land gekidnappt, um es in die „Vorsteinzeit“ zurückzubringen. Seit 2017 lebt Maalouf im Exil in den USA. Die Journalistin, die einer prominenten christlich-maronitischen Familie angehört, hatte bis zum Libanonkrieg 2006 für Hisbollah-nahe Medien gearbeitet. Dann habe sie jedoch „erkannt, dass die Hisbollah und der Iran der größere Satan sind, der alle Probleme verursacht“. „Israel ist nicht der Feind des Libanon“, sagte sie. „Was Israel 1982 im Libanon getan hat, ist nichts im Vergleich zu dem, was der Iran libanesischen Zivilisten seit 1982 antut.“ Israel war 1982 in den Libanon einmarschiert, um palästinensische Terroranschläge auf Ortschaften in Nordisrael zu unterbinden. Anschließend richtete die Armee eine militärische Pufferzone im Südlibanon ein, aus der sie sich im Jahr 2000 zurückzog.Auf die Frage, ob der Libanon angesichts seiner prekären wirtschaftlichen Situation bereit wäre, Hilfen aus Israel anzunehmen, erklärte Maalouf, so lange die Hisbollah eine Schlüsselrolle im Zedernstaat spiele, sei dies nicht möglich. Die Terroristen würden niemals die Hilfe des jüdischen Staates akzeptieren. „Aber wir wissen Israels Hilfsangebot zu schätzen.“ Die 2020 geschlossenen Abraham-Abkommen zwischen Israel und zwei arabischen Golfstaaten machten ihr „Hoffnung“, sagte sie. „Eines Tages wird der Libanon ihnen auch beitreten.“ Israel und der Libanon befinden sich seit 1948 offiziell im Krieg. Libanesen ist jeglicher Kontakt zu Israel oder Israelis, sei es persönlich, telefonisch oder online, strengstens untersagt. 


 

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