Change Region:Germany

Headlines

Spähsoftware: Israel untersucht Vorwürfe

Israels Regierung hat ein Spezialteam aus Vertretern verschiedener Ministerien, des Auslandsgeheimdienstes Mossad und der Armee gebildet, um die Vorwürfe gegen die israelische Spähsoftware „Pegasus“ zu untersuchen und mögliche diplomatische und rechtliche Konsequenzen zu prüfen. Mehrere internationale Medienhäuser, wie The Guardian, The Washington Post, Die Zeit undHaaretz, hatten am Sonntag nach monatelangen gemeinsamen Recherchen berichtet, dass zwischen 2016 und 2021 zahlreiche Politiker, Journalisten und Aktivisten mit der vom israelischen Software-Unternehmen NSO Group entwickelten Spyware ausgespäht worden seien. Die Spyware installiert sich auf dem Mobiltelefon, indem Nutzer z.B. per SMS dazu verleitet werden, auf einen manipulierten Link zu klicken. In einigen Fällen erfolgt die Installation auch ohne einen solchen Link. Mit der Spyware können Hacker die Inhalte des Telefons einsehen sowie Mikrofon und Kamera des Mobiltelefons einschalten. Die Vorwürfe gründen auf einer geleakten Liste von 50.000 Telefonnummern, die für Kunden von NSO von Interesse gewesen seien. Bei den Kunden soll es sich um Regierungen und Regierungsbehörden handeln. Auf wie vielen Mobiltelefonen die Spyware tatsächlich installiert wurde, ist bisher nicht bekannt. Auf der Liste befinden sich Berichten zufolge die Telefonnummern von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sowie französischen Regierungsmitgliedern, dafür verantwortlich sollen marokkanische Nachrichtendienste gewesen sein. Auch Marokkos König Mohammed VI. ist möglicherweise betroffen. Macron hat am heutigen Donnerstag eine Krisensitzung einberufen. Marokkos Regierung stritt die Vorwürfe ab und drohte mit Verleumdungsklagen. In Indien sind u.a. Oppositionspolitiker betroffen. Auch hunderte britische Telefonnummern sollen sich auf der Liste befinden, als Auftraggeber werden die Vereinigten Arabischen Emirate vermutet. NSO besteht darauf, dass es sich bei seinen Kunden um „geprüfte staatliche Behörden“ handle und die Spyware allein zur Terrorismus- und Verbrechensbekämpfung eingesetzt werde. Das Unternehmen streitet die Vorwürfe ab und erklärte, Opfer einer „orchestrierten Kampagne“ zu sein. Israels Verteidigungsminister Benny Gantz betonte am Sonntag, der Export israelischer Cyberprodukte erfolge unter Einhaltung internationaler Regelungen. „Der israelische Staat genehmigt den Export von Cyberprodukten ausschließlich an Regierungen, nur für den gesetzmäßigen Gebrauch und ausschließlich für die Prävention und Untersuchung von Kriminalität und Terrorismus.“       

Foto: Pixabay, Mobiltelefon, Symbolbild       

Israel: Neue Corona-Maßnahmen geplant

In Israel steigt die Zahl der Corona-Fälle weiter an. Laut Zahlen, die das Gesundheitsministerium am heutigen Donnerstag veröffentlichte, wurden in den letzten 24 Stunden 1.336 Personen positiv auf das Virus getestet. Die Zahl der aktiven Fälle stieg auf 9.673. Die Zahl der schwer an Covid-19 Erkrankten steigt langsamer, aktuell sind 72 Personen betroffen. Die israelische Regierung wird am Donnerstagnachmittag über neue Maßnahmen zur Eindämmung des Virus beraten. Möglich sind verschärfte Einreisebestimmungen. Aktuell müssen sich alle Einreisenden 24 Stunden oder bis zum Erhalt eines negativen Testergebnisses selbst isolieren. Bei der Rückkehr aus Hochrisikogebieten gilt zurzeit eine siebentägige Quarantäne. Außerdem erwägt die Regierung, Schulklassen wieder in kleineren Gruppen unterrichten zu lassen und den „Grünen Pass“ wieder einzuführen. Öffentliche Gebäude können dann nur von Personen betreten werden, die geimpft oder genesen sind oder ein negatives Testergebnis vorweisen können.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie, dass Gott der israelischen Regierung Weisheit für die anstehenden Entscheidungen schenkt. Beten wir für eine rasche Genesung der Erkrankten und ein baldiges Ende der Corona-Krise.

Alijah: 160 französische Juden landen in Tel Aviv

Am Mittwoch sind 160 französische Neueinwanderer auf dem Flughafen von Tel Aviv gelandet. Die ICEJ übernahm die Flugkosten von 32 Personen, die aus Gegenden kommen, die als besonders von Antisemitismus betroffen gelten. Angaben der Jewish Agency (Israels Einwanderungsbehörde) zufolge haben im ersten Halbjahr 2021 bereits 1.370 französische Juden Alijah (Einwanderung nach Israel) gemacht, im Vorjahreszeitraum waren es 578. Es wird erwartet, dass in den nächsten Monaten weitere französische Juden einwandern werden. Letztes Jahr stellten 6.053 von ihnen einen Antrag auf Einwanderung, 2019 waren es 2.475. Die am Mittwoch eingetroffenen Neueinwanderer reisten in Begleitung von Alijah-Ministerin Pnina Tamano-Shata, die von einem Besuch in Paris zurückkehrte. Die Ministerin hatte Vertreter der jüdischen Gemeinde getroffen und an einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Anschlags auf einen koscheren Supermarkt im Januar 2015 teilgenommen. Damals hatte ein islamistischer Attentäter vier Juden erschossen und weitere als Geiseln genommen. Es sei die Pflicht Frankreichs, der jüdischen Gemeinde im Kampf gegen Antisemitismus und Gewalttätigkeit beizustehen, sagte Tamano-Shata. Sie zeigte sich erschüttert angesichts der rund 100 antisemitischen Übergriffe während des Gaza-Kriegs im Mai. Die jüdische Gemeinde in Frankreich ist mit rund 450.000 Mitgliedern die größte in Europa und nach den USA die zweitgrößte jüdische Gemeinde außerhalb Israels. Seit 2001 haben rund 62.000 französische Juden Alijah gemacht. Für viele sind antisemitisch motivierte Gewaltverbrechen der Grund, Frankreich zu verlassen und ein neues Leben in Israel aufzubauen. Obwohl Juden knapp 0,7% der Gesamtbevölkerung Frankreichs ausmachen, richteten sich 2019 ca. 34,6% aller rassistisch oder fremdenfeindlich motivierten Übergriffe gegen sie.

Bitte helfen Sie uns, weiteren französischen Juden die Heimkehr nach Israel zu ermöglichen. Als Verwendungszweck bitte „Alijah & Integration“ angeben, vielen Dank!

Zum Spendenportal

Olympische Spiele: Israels größte Delegation am Start

Bei den am Freitag beginnenden Olympischen Spielen 2020 in Tokio wird Israel mit seiner bislang größten Delegation von 89 Sportlern vertreten sein. Als eine der Favoriten gilt Linoy Ashram in Rhythmischer Sportgymnastik, die im März Gold bei den Weltmeisterschaften in Bulgarien holte. Weitere Favoriten sind Israels Judokas, darunter Sagi Muki und Tohar Butbul, und die 17-jährige Schwimmerin Anastasia Gorbenko. Beim Marathonlauf der Frauen wird die in Kenia geborene Lonah Chemtai Salpeter für Israel antreten. Bei den Männern ist Marhu Teferi am Start. Teferis Frau Selamawit, die wie ihr Mann aus Äthiopien nach Israel einwanderte, wird beim 5000- und 10.000-Meter-Lauf antreten. Erstmals ist Israel im Bogenschießen, Pferdesport und im Baseball vertreten. Die Baseball-Mannschaft setzt sich vor allem aus US-amerikanischen Juden zusammen, die auch die israelische Staatsangehörigkeit haben. Bisher hat Israel neun olympische Medaillen gewonnen, die einzige Goldmedaille holte Gal Fridmann 2004 im Windsurfen.


Nach Israel-Boykott: Kritik an US-Eishersteller

Israel hat den US-amerikanischen Speiseeishersteller Ben & Jerry’s scharf verurteilt. Das Unternehmen hatte am Montag angekündigt, seine Produkte nicht mehr im Westjordanland (Judäa und Samaria) zu vertreiben. „Wir glauben, dass der Verkauf von Ben & Jerry’s-Eiscreme in den besetzten Palästinensergebieten nicht mit unseren Werten übereinstimmt“, begründete das Unternehmen die Entscheidung. Israels Premierminister Naftali Bennett warf dem Unternehmen vor, sein Produkt als „antiisraelische Eiscreme“ neu zu vermarkten. Bennett legte bei der Geschäftsführung von Unilever, Ben & Jerry’s Mutterkonzern, Protest ein. Gilad Erdan, Israels Botschafter in den USA, forderte die Gouverneure von 35 US-Bundesstaaten, deren Gesetzgebung Anti-Israel-Boykotte verbietet, auf, rechtliche Schritte gegen Ben & Jerry’s einzuleiten. „Wir werden Ben & Jerry’s klarmachen, dass ihre verabscheuungswürde Entscheidung Konsequenzen haben wird“, schrieb Erdan. Der „Boykott hunderttausender Israelis in Judäa und Samaria“ sei eine „de facto Anwendung antisemitischer Methoden und treibt die Delegitimierung des jüdischen Staates und die Entmenschlichung des jüdischen Volkes voran.“ Außenminister Jair Lapid nannte die Entscheidung eine „schändliche Kapitulation vor dem Antisemitismus.“ Ben & Jerry’s hat außerdem angekündigt, die bis Ende 2022 laufende Lizenz für den israelischen Produzenten der Eiscreme werde nicht erneuert. Dieser hatte zuvor darauf bestanden, die Produkte auch in Judäa und Samaria zu vertreiben. In den USA haben bereits einige koschere Supermärkte angekündigt, alle Ben & Jerry’s-Produkte aus dem Sortiment zu nehmen – aus Solidarität mit Israel.

Foto: Unsplash, Eiscreme, Symbolbild

Tischa B’Aw: Streit um Tempelberg

Rund 1.700 gläubige Juden haben am Sonntag anlässlich des jüdischen Trauer- und Fastentags Tischa B’Aw den Tempelberg besucht. An diesem Tag gedenkt das jüdische Volk der Zerstörung der beiden jüdischen Tempel, die 586 v. Chr. bzw. 70 n. Chr. jeweils am neunten Tag des jüdischen Monats Aw erfolgte. Am Sonntagmorgen hatten sich dutzende Muslime auf dem Tempelberg verbarrikadiert. Israelische Sicherheitskräfte räumten das Gelände, wobei es zu gewaltsamen Zusammenstößen kam. Jordanien, Ägypten und die Türkei verurteilten das Vorgehen der israelischen Polizei und den Besuch jüdischer Gläubiger auf dem Tempelberg. „Die israelischen Handlungen gegen die Al-Aksa-Moschee sind ein Verstoß gegen den historischen und gesetzmäßigen Status quo, gegen das Völkerrecht und gegen Israels Pflichten als Besatzungsmacht in Ostjerusalem“, erklärte das jordanische Außenministerium. Der Status quo, der seit der Eroberung des Tempelbergs 1967 durch Israel gewahrt wird, sieht vor, dass allein Muslime auf dem Tempelberg beten dürfen. Juden und Christen ist lediglich der Besuch unter Auflagen erlaubt. Gerüchte, Israel versuche den Status quo zu verändern, führen immer wieder zu Krawallen muslimischer Araber und zu Verurteilungen durch arabische Regierungen. Die islamistische Ra’am-Partei, die Teil der aktuellen israelischen Regierungskoalition ist, verurteilte den Besuch hunderter Juden auf dem Tempelberg und sagte, der gesamte Tempelberg sei das „alleinige Eigentum der Muslime und niemand sonst hat irgendeinen Anspruch auf ihn.“

Hochwasserkatastrophe: Israel kondoliert, bietet Hilfe an

Israels Staatspräsident Isaac Herzog hat nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Sachsen in einem Kondolenzschreiben Deutschland Hilfe angeboten. „Im Namen der Bevölkerung Israels drücke ich dem deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und dem deutschen Volk mein tiefstes Beileid aus angesichts des verheerenden Hochwassers, das hunderte Menschenleben gekostet und tausende Menschen obdachlos gemacht hat“, sagte Herzog. Dedi Simchi, Kommissar des israelischen Feuerwehr- und Rettungsdienstes, hat Deutschland ebenfalls Hilfe bei den Bergungs- und Aufräumarbeiten angeboten. Als weiteres Zeichen der Solidarität wurde am Sonntag das Rathaus von Tel Aviv-Jaffa in den Farben der deutschen Fahne erleuchtet.

Israel deckt Hisbollah-Waffenlager neben Schule auf

Die israelische Armee hat vergangene Woche Hinweise veröffentlicht, wonach die schiitisch-libanesische Terrororganisation Hisbollah Waffen und Munition nahe einer Schule gelagert hat. Die Luftaufnahmen vom südlibanesischen Dorf Ebba zeigen ein Waffenlager, das knapp 25 Meter entfernt von einer Schule liegt, an der rund 300 Schüler in den Jahrgängen eins bis zwölf lernen. Die israelische Armee warf der Hisbollah vor, zivile Infrastruktur für militärische Zwecke zu missbrauchen. Israel geht davon aus, dass die Waffen, die in dem Gebäude gelagert werden, über halb so viel Sprengkraft verfügen, wie die Explosionen im Hafen von Beirut, die am 4. August 2020 in weiten Teilen der libanesischen Hauptstadt verheerende Schäden angerichtet hatten. Indem sie dieses militärische Ziel jetzt veröffentlicht, will die israelische Armee der Hisbollah die weitreichenden Fähigkeiten der israelischen Militäraufklärung vor Augen führen und die Taktik der Terroristen, mutwillig Kinder zu gefährden, publik machen. „Wie diese gibt es tausende andere Hisbollah-Stellungen, die das Leben libanesischer Bürger gefährden.“ Während des Hamas-Raketenkriegs im Mai wurde die israelische Armee für die Bombardierung eines Hochhauses im Gazastreifen, in dem sich neben Büros internationaler Presseagenturen auch Hamas-Büros befanden, heftig kritisiert. Nun plant sie, häufiger proaktiv Beweismaterial für die Existenz von Waffenlagern und Terror-Stellungen zu veröffentlichen.

Nigeria: Israelische Filmproduzenten verhaftet

Drei israelische Filmemacher sind Anfang Juli während eines Synagogenbesuches von der Geheimpolizei in Südost-Nigeria verhaftet worden. Die drei arbeiteten dort an einem Dokumentarfilm über jüdische Gemeinden in Nigeria und anderen afrikanischen Ländern. Die nigerianischen Behörden werfen ihnen vor, Kontakte zu Separatisten unterhalten zu haben. Einige Separatisten hatten auf Social Media den Besuch der Israelis als Zeichen der Unterstützung ihrer politischen Ambitionen dargestellt. Die Familien der Filmemacher streiten dies jedoch ab. Der ehemalige israelische Minister Ayoub Kara flog nach Nigeria, um die Freilassung der Männer zu erwirken. Südost-Nigeria hatte sich 1967 als Republik Biafra von Nigeria abgespalten. Infolge von militärischen Kampfhandlungen, Massakern und einer Hungerblockade starben etwa zwei Millionen Zivilisten. 1970 wurde die Region wieder in Nigeria eingegliedert. Unter den Igbo, der größten Volksgruppe Südostnigerias, gibt es Schätzungen zufolge zwischen 3.000 und 30.000 Personen, die den jüdischen Glauben praktizieren und sich als Nachkommen der verlorenen Stämme Israels betrachten. Auch einige führende Separatisten, die sich weiterhin für die Unabhängigkeit Biafras einsetzen, betrachten sich als Juden.

Iron Dome: Israelischer Kampfjet entgeht Abschuss

Ein israelisches Kampfflugzeug soll während des Hamas-Raketenkriegs im Mai knapp einem Abschuss durch das Raketenabwehrsystem Iron Dome („Eisenkuppel”) entgangen sein. Während einer Raketensalve der islamistischen Terrororganisation Hamas hatte eine israelische Abwehrrakete irrtümlicherweise das israelische Kampfflugzeug vom Typ F-15 ins Visier genommen. Soldaten, die den Iron Dome bedienen, konnten die Rakete wenige Sekunden vor dem Einschlag zur Explosion bringen. Trümmerteile schlugen im Flugzeug ein. Die israelische Armee erklärte, der Fall werde bereits untersucht. „Es handelt sich um eine komplexe Situation, in der die Luftwaffe Raketen abfangen und gleichzeitig Stellungen im Gazastreifen angreifen muss.“ Während des Gaza-Kriegs hatte der Iron Dome auch eine israelische Drohne abgeschossen. Da das hochmoderne Abwehrsystem eigentlich zwischen feindlichen und eigenen Flugzeugen unterscheiden kann, durfte Israel den zivilen Luftverkehr während des Konflikts aufrechterhalten. Im Mai feuerte die Hamas 4.300 Raketen auf Israel, die meisten konnten vom Iron Dome abgefangen werden. Die israelische Luftwaffe bombardierte rund 1.500 Stellungen der Hamas im Gazastreifen.


Israel: Drittimpfung für Immunschwache

Israels Gesundheitsministerium hat am Montag eine dritte Covid-19-Impfung für Personen mit geschwächtem Immunsystem genehmigt. „Die Hinweise verdichten sich, dass Patienten mit Immunosuppression nach der Verabreichung von zwei Dosen des Covid-19-Impfstoffes nicht ausreichend Antikörper bilden“, erklärte Dr. Emilia Anis, Leiterin der epidemiologischen Abteilung des Gesundheitsministeriums. Das Scheba Medical Center, Israels größtes Krankenhaus, lud noch am selben Tag dutzende Herztransplantationspatienten zu einer Drittimpfung ein. Die Entscheidung des Gesundheitsministeriums, die von der Mehrheit der israelischen Mediziner begrüßt wird, erfolgte ohne vorherige Zulassung durch Aufsichtsbehörden wie die US-amerikanische FDA. Die Mehrheit der israelischen Erwachsenen ist bereits zweifach gegen das Coronavirus geimpft. Eine Drittimpfung für Personen mit einem gesunden Immunsystem ist bislang nicht geplant. Am Montag wurden in Israel 730 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Die Zahl der aktiven Fälle liegt bei 4.623, von ihnen sind 45 Personen schwer erkrankt. Letzte Woche starben acht Personen mit oder an dem Coronavirus. Israels Regierung plant, einige Corona-Maßnahmen wieder einzuführen, wie z.B. eine Testpflicht für ungeimpfte Teilnehmer von Hochzeitsfeiern oder Kultur- und Sportveranstaltungen.

Foto: Unsplash, Covid-19-Impfstoff, Symbolbild

Archäologen entdecken 3.100 Jahre alte Inschrift

Archäologen in Israel haben eine Inschrift entdeckt, die möglicherweise aus der biblischen Zeit der Richter stammt. Drei rund 3.100 Jahre alte Tonscherben, die von einem kleinen Gefäß stammen, sind mit fünf Buchstaben in proto-kanaanäischer Schrift (auch proto-sinaitisch genannt) beschrieben. Die Inschrift kann als „Jerubbaal“ gelesen werden, ein Name des biblischen Richters Gideon (Richter 6,32). Das gab die Hebräische Universität Jerusalem am Montag in ihrem Jerusalemer Journal für Archäologie bekannt. „Jerubbaal ist die logischste und sinnvollste Lesart und ich halte es für ziemlich sicher“, erklärte der Epigraphiker Prof. Christopher Rollston von der George-Washington-Universität in Washington D.C., der den Text entziffert hatte. Ob das Gefäß dem biblischen Richter oder einem anderen Jerubbaal gehört hatte, ist nicht klar. In Israel wurden bisher nur knapp eine Handvoll weiterer Inschriften aus derselben Epoche gefunden. Der Fund hilft auch, die Zeitspanne zwischen der kanaanitischen Besiedelung und der Eroberung Kanaans durch die Israeliten besser zu verstehen. „Über Jahrzehnte hinweg gab es hier praktisch keine Inschriften aus dieser Zeit. Manche sagten sogar, dass es damals kein Alphabet gegeben habe, dass es keine Schreiber gegeben habe und dass die Bibel daher viel später geschrieben worden sein muss“, sagte Epigraphiker und Historiker Michael Langlois. Die wenigen bisher gefundenen Inschriften würden jedoch nicht nur belegen, wie sich das Alphabet entwickelte, sondern auch, dass „es eine Kontinuität in der Kultur, in der Sprache und in den Traditionen gab.“ Die Inschrift stammt aus einer zwischen Kirjat Gat und Lachisch gelegenen Ausgrabungsstätte, rund 70 Kilometer südwestlich von Jerusalem. Seit 2015 arbeitet hier ein Team von Forschern der Hebräischen Universität Jerusalem, der israelischen Altertumsbehörde und der Macquarie-Universität Sydney.

Grenze zum Libanon: Israel verhindert Waffenschmuggel

Israelische Sicherheitskräfte haben in der Nacht zum Samstag 43 Handfeuerwaffen und Munition im Wert von rund 695.000 Euro abgefangen, die aus dem Libanon nach Israel geschmuggelt wurden. Es wird vermutet, dass sie für arabische Israelis bestimmt waren, die Kontakte zu Terrororganisationen unterhalten und in Israel Terroranschläge verüben sollten. Es handelt sich um den größten Schmuggelversuch seit Jahren, sowohl in der Anzahl als auch in der Qualität der Waffen. Da der Libanon von einer schweren Finanzkrise erschüttert wird, geht Israel davon aus, dass die schiitisch-libanesische Terrororganisation Hisbollah eine direkte Konfrontation mit dem jüdischen Staat vermeiden will. Stattdessen würden die Terroristen versuchen, andere für einen Anschlag innerhalb Israels zu mobilisieren. „Wie viel Milch für Kinder, wie viele Windeln, wie viele Liter Treibstoff und wie viele Medikamente könnte man mit diesem Geld für die libanesischen Bürger kaufen“, sagte Avischai Adrai, Sprecher der israelischen Armee angesichts des Wertes der sichergestellten Waffen. Seit Anfang 2021 wurden bei dutzenden Schmuggelversuchen an Israels Nordgrenze über 120 Gewehre und Pistolen abgefangen. Sicherheitskräfte gehen davon aus, dass einige Schmuggelversuche erfolgreich gewesen sein könnten.

Gaza-Grenze: Bewaffnete Palästinenser abgefangen

Die israelische Armee hat am Samstag vier Palästinenser verhaftet, nachdem diese über den Gaza-Grenzzaun nach Israel eingedrungen waren. Drei der Palästinenser waren mit Messern bewaffnet. Trotz ober- und unterirdischer Sicherheitsanlage entlang der Grenze zur von der islamistischen Terrororganisation Hamas beherrschten Enklave bestehen weiterhin Lücken im Grenzzaun. Immer wieder versuchen palästinensische Terroristen, diese zu nutzen, um Terroranschläge gegen Israelis zu verüben. Im Juni war ein Mann, bewaffnet mit einer selbstgebastelten Bombe, einer Handgranate und zwei Messern, nach Israel eingedrungen. Im Mai drang ein mit mehreren Messern bewaffneter Palästinenser nach Israel ein. Rund fünf Kilometer vom Grenzzaun entfernt griff er einen israelischen Sicherheitsmann an und verletzte ihn.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie für die israelischen Soldaten und Sicherheitskräfte um Wachsamkeit, Stärke und Weisheit, dass es ihnen weiterhin gelingt, drohende Gefahren abzuwenden, Terroristen aufzuspüren und Waffenschmuggel zu unterbinden.

Bennett trifft Abdullah II. in Amman

Premierminister Naftali Bennett hat vergangene Woche Jordaniens König Abdullah II. in Amman getroffen. Das Treffen, das im Geheimen stattfand, ist das erste zwischen einem israelischen Regierungschef und dem Monarchen seit 2018. Das Verhältnis zwischen Abdullah und dem ehemaligen Premierminister Benjamin Netanjahu galt als schlecht. Zwei Tage später traf Außenminister Jair Lapid seinen jordanischen Amtskollegen Ayman Safadi an der jordanisch-israelischen Grenze. Dabei kündigten sie an, dass Israel dieses Jahr 50 Millionen Kubikmeter Wasser an Jordanien liefern wird. Jordanien, eines der trockensten Länder der Welt, wird von einer schweren Dürre geplagt. Die Wasserknappheit hat sich in den letzten Jahren verschärft, seitdem das Land rund 1,8 Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen hat. Laut einem Abkommen von 1994 sollte Israel Jordanien mit 50 Millionen Kubikmeter Wasser im Jahr versorgen, hat bisher aber nur rund 10 Millionen Kubikmeter jährlich geliefert. Außerdem vereinbarten die beiden Außenminister, dass jordanische Exporte in die Palästinensergebiete im Westjordanland von rund 135 Millionen auf 590 Millionen Euro aufgestockt werden können. Trotz des 1994 unterzeichneten Friedensvertrags ist die Beziehung zwischen Israel und Jordanien schwierig. Zuletzt kam es im März zu einem diplomatischen Schlagabtausch, nachdem Jordaniens Kronprinz Hussein einen Besuch auf dem Tempelberg in Jerusalem abgesagt und Israel bezichtigt hatte, ihn daran gehindert zu haben. Während des Hamas-Raketenkriegs im Mai beschuldigte Abdullah Israel, die Palästinenser provoziert zu haben und für die Eskalation verantwortlich zu sein.


Herzog als Israels 11. Staatspräsident vereidigt

Isaac Herzog ist am Mittwoch als Israels 11. Staatspräsident vereidigt worden. In seiner Antrittsrede in der Knesset gelobte er, „Präsident aller Israelis“ zu sein und sich für ein Ende des spalterischen öffentlichen Diskurses einzusetzen. „Grundloser Hass, Polarisierung und Spaltung fordern einen hohen Preis. Der höchste Preis ist die Erosion unserer nationalen Widerstandskraft“, sagte er. Außerdem forderte er die israelische Regierung auf, gegen die Kriminalität im arabischen Bevölkerungsteil Israels vorzugehen und versprach, den Ruf der israelischen Armee vor der Weltgemeinschaft zu verteidigen. Seinen Eid legte Herzog auf einer 107 Jahre alten Familienbibel ab, die bereits 1983 bei der Vereidigung seines Vaters Chaim Herzog, Israels 6. Staatspräsident, eingesetzt wurde. Während der feierlichen Zeremonie wurden auch Schofar-Hörner geblasen. Die Knesset-Abgeordneten ehrten Herzog mit stehenden Ovationen. In seiner Abschiedsrede rief der scheidende Präsident Reuven Rivlin Israelis dazu auf, zusammenzukommen und ihre politischen und religiösen Differenzen zu überwinden. Ein gutes Miteinander von jüdischen und arabischen Israelis könnte den Weg für ein besseres Miteinander in ganz Nahost ebnen. Er mahnte, den jüdischen und demokratischen Charakter des Staates Israel niemals als eine Selbstverständlichkeit zu sehen.

Foto: GPO/Screenshot, Reuven Rivlin mit Isaac und Michal Herzog vor der Präsidentenresidenz, 07.07.2021

UN verurteilt antisemitischen Terrorismus

Die Vereinten Nationen haben am Mittwoch erstmals in ihrer Geschichte antisemitischen Terrorismus verurteilt. Außerdem verurteilten sie den Missbrauch von Zivilisten als menschliche Schutzschilde durch Terrororganisationen, eine Taktik, die häufig von der islamistischen Terrororganisation Hamas im Gazastreifen und der schiitisch-libanesischen Hisbollah angewendet wird. Die Verurteilungen sind auf Bemühungen von Israels UN-Botschafter Gilad Erdan zurückzuführen, der die Entscheidung begrüßte. „Es darf Terroristen nicht erlaubt werden, Schulen, Wohnhäuser und Krankenhäuser nutzen, um ihre mörderischen Aktivitäten abzuschirmen.“ In der Sitzung wurde die erstmals 2006 von der UN-Generalversammlung angenommene „Weltweite Strategie zur Bekämpfung von Terrorismus“ bestätigt.

Gaza: Israel bittet Deutschland um Finanzhilfen

Israel hat Deutschland und ein weiteres nicht genanntes europäisches Land gebeten, finanzielle Hilfen für den von der islamistischen Terrororganisation Hamas beherrschten Gazastreifen zu leisten. Das berichteten israelische Medien am Montag. Bisher hatte Israel dem Golfstaat Katar erlaubt, den Gazastreifen regelmäßig mit Bargeldzahlungen in Millionenhöhe zu versorgen, die zum Kauf von Treibstoff für das Elektrizitätswerk, zur Bezahlung von Beamten und zur Versorgung zehntausender bedürftiger Familien eingesetzt werden sollen. Kritiker bemängeln fehlende Kontrollmechanismen, um zu verhindern, dass die Gelder von der Hamas für militärische Zwecke missbraucht werden. Seit dem Hamas-Raketenkrieg im Mai hat Israel keine weiteren Zahlungen genehmigt und auch Warenlieferungen in den Gazastreifen auf rein humanitäre Hilfe und begrenzte Mengen von Treibstoff beschränkt. Israel besteht darauf, dass die Hamas zuerst die zwei in ihrer Gewalt befindlichen israelischen Geiseln und die sterblichen Überreste von zwei israelischen Soldaten freigibt. Die Hamas hat bereits mit neuem Terror gedroht, sollten die katarischen Zahlungen nicht wieder aufgenommen werden. Palästinensische Medien berichteten am Sonntag, die Vereinten Nationen hätten eingewilligt, die Verantwortung für die Verteilung katarischer Gelder zu übernehmen. 2020 hatte Katar rund 240 Millionen US-Dollar Bargeld (ca. 200 Millionen Euro) nach Gaza transferiert. Mögliche Zahlungen aus Deutschland sollen jedoch in Form von Gutscheinen durch die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verteilt werden. Gaza-Bewohner könnten diese dann in Banken im Gazastreifen gegen Bargeld einlösen. Unklar ist, ob diese Methode nicht ebenfalls missbraucht werden könnte. Israels Premierminister Naftali Bennett, der die katarischen Zahlungen in der Vergangenheit immer wieder als „Schutzgeldzahlungen“ kritisiert hatte, sagte am Sonntag, Israel arbeite „an einer Lösung, den Gaza-Bewohnern humanitäre Hilfe ohne Koffer voller Dollars bereitzustellen.“ Auch Ägypten besteht darauf, neue Mittel und Wege zu finden, damit Hilfszahlungen nicht in die Hände der Hamas gelangen.

Nahost: Junge Araber und Israelis für Koexistenz

Zwanzig junge Erwachsene aus Israel, Marokko, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) haben im Juni gemeinsam Israel bereist, um die im letzten Jahr unterzeichneten Abraham-Abkommen zu feiern. Dabei besuchten sie Israels Hightech- und Innovationszentren, kulturelle und soziale Einrichtungen sowie den Tempelberg und die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Die Tour wurde initiiert durch die israelische Organisation Israel-is, die 2017 gegründet wurde, um Begegnungen zwischen jungen Israelis und Gleichaltrigen aus anderen Ländern zu ermöglichen und so Koexistenz im Nahen Osten zu fördern. Eyal Biram, Gründer und Geschäftsführer von Israel-is, hofft, dass die arabischen Teilnehmer sich an ihren jeweiligen Wohnorten für gute Beziehungen mit Israel einsetzen werden. Israel, Marokko, Bahrain und die VAE hatten vergangenes Jahr im Rahmen der Abraham-Abkommen diplomatische Beziehungen aufgenommen.

Israelis entwickeln Hautpflaster zur Tuberkulose-Erkennung

Forscher am Technion in Haifa haben ein Sensorenpflaster entwickelt, das in kürzester Zeit eine mögliche Tuberkuloseerkrankung feststellen kann. Tuberkulose (Tb), verursacht von Bakterien, ist die weltweit tödlichste Infektionskrankheit. Jedes Jahr erkranken rund 10 Millionen Menschen an Tuberkulose, rund 1,4 Millionen Menschen sterben. Insbesondere sind Menschen in Entwicklungsländern betroffen, wo vielerorts keine aufwändigen Tests und Laboruntersuchungen zur Verfügung stehen und die Krankheit somit zu spät erkannt wird. Der größte Vorteil des israelischen Sensorenpflasters liege darin, dass es auch dort eingesetzt werden könne, wo es keine Kliniken oder Labore gebe, erklärte Dr. Rotem Vishinkin. Es wird an der Haut angebracht und prüft sog. flüchtige organische Verbindungen an der Hautoberfläche auf Veränderungen, die auf eine Tb-Erkrankung oder ein hohes Erkrankungsrisiko hindeuten. Die Diagnose erfolgt innerhalb einer Stunde. Für das bisher entwickelte Modell wird ein Computer benötigt. Das Endmodell, das in wenigen Jahren auf den Markt kommen soll, soll die Diagnose automatisch an ein Mobiltelefon oder an eine Klinik übermitteln können. An der israelischen Studie, deren Ergebnisse Anfang Juni im Wissenschaftsjournal Advanced Science veröffentlicht wurden, nahmen 1.000 Testpersonen aus Südafrika, Indien und Lettland teil. Die Diagnose war bei 90% der Tests akkurat.


Krise im Libanon: Israel bietet humanitäre Hilfe an

Israel hat dem Libanon angesichts der sich verschlechternden Wirtschaftskrise humanitäre Hilfe angeboten und dies durch die im Südlibanon stationierte UN-Friedenstruppe UNIFIL übermitteln lassen. „Als Israeli, als Jude und als Mensch schmerzt es mich, die Bilder von Menschen zu sehen, die hungrig auf den Straßen des Libanon unterwegs sind“, sagte Verteidigungsminister Benny Gantz. Der Libanon befindet sich in einer nie zuvor dagewesenen Krise. Lebensmittel, Medikamente und Treibstoff sind knapp, die Währung hat in den letzten zwei Jahren 90% ihres Wertes verloren. Über die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut. Hunderte Libanesen sollen bereits versucht haben, über das Mittelmeer nach Zypern zu fliehen. Laut Weltbank zählt die Krise im Libanon zu den drei schlimmsten der Welt seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Am heutigen Dienstag warnte Premierminister Hassan Diab, der seit August 2020 geschäftsführend im Amt ist, das Land befinde sich nur wenige Tage vor einer „gesellschaftlichen Explosion“. Er rief die Weltgemeinschaft dazu auf, Hilfe zu leisten. Die schiitisch-libanesische Terrororganisation Hisbollah hat vor kurzem angekündigt, der Iran werde seine Unterstützung für den Libanon verstärken. Israel ist besorgt, dass sich somit der Einfluss des Iran im Zedernstaat verfestigen könnte. Israel und der Libanon befinden sich seit 1948 offiziell im Krieg. Seit vergangenem Jahr verhandeln die beiden Länder unter Vermittlung der UN über den Verlauf ihrer gemeinsamen Seegrenzen. Letztes Jahr deutete Staatspräsident Michel Aoun an, Friedensverhandlungen mit Israel seien grundsätzlich möglich, dazu müssten aber zunächst bestehende Streitpunkte ausgeräumt werden. Im November forderte Bahaa Hariri, Sohn des 2005 ermordeten libanesischen Premierministers Rafik Hariri und Bruder des ehemaligen Premierministers Saad Hariri, den Libanon und Israel auf, Frieden zu schließen.

Foto: IDF, Fahnen des Libanon und Israels, Symbolbild

PA geht gewaltsam gegen Demonstranten vor

Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) geht weiter massiv gegen Demonstranten und Journalisten vor. Am Montag wurden mindestens 14 palästinensische Aktivisten bei einer Demonstration gegen die PA-Führung auf dem Al-Manara-Platz in Ramallah verhaftet. Als Angehörige der Inhaftierten vor dem Polizeirevier ihre Freilassung forderten, wurden sie ebenfalls inhaftiert. Wenige Stunden später ließ die PA-Polizei alle auf Anordnung von PA-Premierminister Mohammed Schtajjeh wieder frei. Ein Sprecher der PA-Polizei sagte, die Aktivisten, gegen die nun ermittelt würde, hätten ihre Demonstration nicht zuvor genehmigen lassen. Seitdem am 24. Juni der prominente Aktivist Nizar Banat während seiner Verhaftung durch die PA starb, ist es in den Palästinensergebieten wiederholt zu Demonstrationen gekommen. Dabei setzten Sicherheitskräfte Tränengas und Blendgranaten ein. Am 26. Juni verprügelten PA-Polizisten in Zivilkleidung Demonstranten und griffen Augenzeugen zufolge insbesondere Journalisten und Reporter an. „Zunächst ließ man uns berichten, dann wurden wir brutal angegriffen und unsere Ausrüstung zerstört“, sagte der Journalist Mohammed Ghafari. „Die PA will die Wahrheit verbergen.“ Seine Kollegin Najla Zeitoun, die verprügelt wurde, berichtete, dass sie und weitere Reporterinnen mit Vergewaltigung bedroht worden seien. „Ich kann nachts nicht mehr schlafen, jedes Sicherheitsgefühl ist weg.“ Vergangene Woche demonstrierten dutzende Journalisten vor dem Büro des UN-Hochkommissars in Ramallah gegen die Übergriffe und forderten ein dringendes Eingreifen durch die UN. Das US-Außenministerium erklärte, die USA seien „zutiefst erschüttert über die Meldungen“. Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte Michelle Bachelet bestätigte das gewaltsame Vorgehen der PA gegen Demonstranten und forderte die PA auf, „Meinungsfreiheit und friedliche Versammlungen“ zu gewährleisten. Am Samstag marschierten tausende Palästinenser durch Ramallah und riefen Slogans wie „Das Volk will den Sturz des Regimes“ und „Abbas, verschwinde“. Die Demonstration verlief ohne gewaltsame Übergriffe.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns, dass Gott den Palästinensern eine gute Führung schenkt, die sich für das Wohl der Menschen einsetzt. Beten wir, dass Gott ihnen Hoffnung und Zukunft schenkt.

Israel: Corona-Fälle steigen, 64% Impfschutz bei Delta-Variante

In Israel sind am Montag 501 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden, der höchste Wert seit dem 26. März. Die Zahl der aktiven Fälle stieg auf 2.901. Etwa die Hälfte von ihnen sind Schulkinder. 33 Personen sind schwer erkrankt. Gesundheitsminister Nitzan Horowitz sagte am heutigen Dienstag, Israel versuche gegen das Virus vorzugehen, ohne dabei in „Panik“ zu verfallen. Es solle so wenige Einschränkungen wie nötig geben, damit das Leben so normal wie möglich weitergehen könne. „Das Coronavirus wird nicht so bald verschwinden. Nach der Delta-Variante wird eine weitere Virusmutation auftreten“, erklärte er. „Wir müssen lernen, mit Covid-19 zu leben und seine Auswirkungen im Zaum zu halten.“ Er versuche, langfristige Lösungen zu finden. Daten, die das Gesundheitsministerium am Montag veröffentlichte, deuten darauf hin, dass der Pfizer/BioNTech-Impfstoff nur zu 64% gegen die Delta-Variante schützt, zugleich jedoch schwere Krankheitsverläufe weitgehend verhindert. Das Ministerium will nun untersuchen, ob eine Drittimpfung den Schutz gegen die Mutante verbessert.

Schaden nach Drohnenangriff auf iranische Anlage

Bei einem möglichen Drohnenangriff Ende Juni auf eine iranische Anlage, in der Komponenten für Zentrifugen zur Uran-Anreicherung produziert werden,ist ein großer Teil der Ausrüstung zerstört worden. Das vermuten Experten nach der Auswertung von Satellitenbildern. Darauf ist zu sehen, dass ein Teil der Anlage in Karadsch, die der iranischen Atomenergieorganisation gehört, schwer beschädigt wurde und es einen schweren Brand gegeben hat. „Die gesamte Ausrüstung ist komplett zerstört worden oder nicht mehr funktionsfähig“, zitierte der israelische Fernsehsender Kan Experten. Der Iran hatte zuvor behauptet, der Drohnenangriff sei erfolgreich abgewehrt worden. Letzten Monat berichtete die New York Times, in der Anlage in Karadsch würden neue Zentrifugen für die Nuklearanlage in Natanz produziert. Natanz war zuletzt im April Ziel eines vermuteten Sabotageangriffs, wobei tausende Zentrifugen zerstört worden sein sollen. Einen Tag nach dem Angriff auf Karadsch schien Israels Premierminister Naftali Bennett auf eine israelische Beteiligung anzuspielen, als er sagte: „Unsere Feinde wissen, nicht durch Worte sondern durch Taten, dass wir nicht zögern werden zu handeln, wenn es nötig ist.“ Seit knapp einem Jahr kommt es verstärkt zu Explosionen oder Bränden in iranischen Militär- und Industrieanlagen. Beobachter vermuten, dass westliche Staaten, u.a. Israel, daran beteiligt sind. Am Montag führte eine Explosion in einer Lagerhalle nahe Teheran zu einem Großbrand. Die Ursache sowie der Zweck der Halle sind noch unbekannt. Im Mai und Juni führten Explosionen in zwei petrochemischen Anlagen zu Bränden.

Gaza-Terroristen schicken Brandballons nach Südisrael

Palästinensische Terroristen im von der islamistischen Terrororganisation Hamas beherrschten Gazastreifen haben am Donnerstag Brandballons nach Israel geschickt und vier Brände nahe israelischen Ortschaften verursacht. Die israelische Luftwaffe bombardierte daraufhin eine Waffenfabrik der Hamas. Bereits im Juni bombardierte die Armee Stellungen der Hamas, nachdem Terroristen rund 20 Brände in Südisrael verursacht hatten. Dass Israel nun mit Bombardements auf Brandballons reagiert, deutet auf einen Kurswechsel hin. Premierminister Naftali Bennett hatte jahrelang gefordert, Israel müsse auf Brandballons genauso reagieren wie auf Raketenangriffe durch die Hamas und andere Terrororganisationen. In den letzten drei Jahren haben Terroristen tausende mit Brandsätzen und Sprengstoff bestückte Ballons nach Israel geschickt und landwirtschaftlichen Feldern, Naturreservaten und Privateigentum erheblichen Schaden zugefügt.


Steinmeier in Jerusalem

Deutschland ist entschlossen, einen nuklear bewaffneten Iran zu verhindern. Das sagte der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am heutigen Donnerstag bei einem Treffen mit Israels Staatspräsident Reuven Rivlin in Jerusalem. Es ist der letzte offizielle Empfang Rivlins, dessen Amtszeit am 9. Juli endet. Steinmeier verurteilte zudem die Hamas-Raketenangriffe der islamistischen Terrororganisation Hamas, die er als „etwas, das wir niemals hinnehmen werden“ bezeichnete. Er bekräftigte seine Unterstützung der sog. Zwei-Staaten-Lösung und betonte die Notwendigkeit vertrauensfördernder Maßnahmen zwischen Israel und den Palästinensern. Rivlin dankte Steinmeier dafür, dass er Deutschland „im bedingungslosen Kampf gegen Antisemitismus“ geführt habe und für Deutschlands Unterstützung in Israels „gerechtem Kampf gegen Terroristen, die uns von der Landkarte tilgen wollen.“ Anschließend besuchten die beiden Staatsoberhäupter das Grab von Rivlins 2019 verstorbener Frau Nechama und legten an Theodor Herzls Grab einen Kranz nieder. Am Abend wird Rivlin ein Staatsessen für Steinmeier und dessen Frau ausrichten. Der deutsche Bundespräsident wird bei seinem Besuch auch Israels neuen Premierminister Naftali Bennett treffen und die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem besuchen.

Foto: GPO/Kobi Gideon, Frank-Walter Steinmeier und Reuven Rivlin, 01.07.2021

VAE: Lapid eröffnet israelische Botschaft

Israels Außenminister Jair Lapid hat am Dienstag Israels Botschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) eingeweiht. Es war der erste offizielle Besuch eines israelischen Ministers seit September 2020, als die VAE und Israel im Rahmen der Abraham-Abkommen diplomatische Beziehungen aufgenommen haben. „Wir sind heute hier, weil wir Frieden statt Krieg gewählt haben, Kooperation statt Konflikt, das Wohl unserer Kinder statt der schlechten Erinnerungen der Vergangenheit“, sagte er. Er dankte dem ehemaligen Premierminister Benjamin Netanjahu. Dieser sei „der Architekt der Abraham-Abkommen, der unermüdlich gearbeitet hat, damit sie zustande kamen.“ Er bedankte sich auch beim ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump und bei seinem Nachfolger Joe Biden. Lapid forderte alle Nahost-Staaten auf, Israel anzuerkennen. „Israel will Frieden mit allen Nachbarländern. Wir werden nicht wieder weggehen. Der Nahe Osten ist unser Zuhause.“ Während seines zweitägigen Besuchs traf er seinen emiratischen Amtskollegen Scheich Abdullah bin Zayed Al Nahyan. Dabei besprachen die Politiker auch Israels Konflikt mit den Palästinensern. Bei einer anschließenden Pressekonferenz sagte Lapid, die VAE würden gerne positiven Einfluss auf die Situation ausüben, doch „die Palästinenser müssen zuerst selbst Fortschritt wollen, bevor ihnen jemand helfen kann.“ Das sei zurzeit aber nicht der Fall. An die palästinensische Führung gerichtet, sagte er: „Wenn ihr Hilfe wollt, dann feuert keine 4.000 Raketen auf Israel. So einfach ist das.“

Israel: Erste Frauen-Panzerkompanie

An der israelisch-ägyptischen Grenze wird in den nächsten Wochen die erste allein aus Frauen bestehende Panzerkompanie stationiert werden. Die Soldatinnen werden dem aus Männern und Frauen bestehenden Caracal-Bataillon zugeteilt, das neben drei weiteren gemischten Infanterieeinheiten Israels Grenzen mit Ägypten und Jordanien schützt. Immer wieder kommt es dort zu Schmuggelversuchen und Terroranschlägen, insbesondere entlang der Grenze zum Sinai, wo ein Ableger der Terrororganisation Islamischer Staat operiert. Die Soldatinnen werden vollausgerüstete Merkava-IV-Kampfpanzer bedienen, mit allen neuesten technischen Ausstattungen. „Sie erhalten ‚richtige‘ Panzer“, betonte Oberstleutnant Erez Schabtai, Caracal-Kommandeur. Im Gegensatz zur beweglichen Infanterie, die im Kriegsfall weit in Feindesland vorstoßen würde, handelt es sich beim Caracal-Bataillon sowie den drei anderen gemischten Bataillonen um sog. leichte Infanterie, die sich vorwiegend auf israelischem Gebiet aufhält. Soldaten dieser Einheiten müssen daher nicht dieselben körperlichen Anforderungen erfüllen, wie ihre Kameraden von der schwerer bewaffneten, beweglichen Infanterie.

Anschlag auf Soldatin im Jordantal

Eine israelische Soldatin ist am heutigen Donnerstag bei einem Anschlag im Jordantal von einem palästinensischen Terroristen mit einem Messer leicht verletzt worden. Bei dem Angriff konnte der Terrorist der Soldatin auch das Gewehr entreißen. Er wurde später von israelischen Sicherheitskräften gefasst. Die Waffe wurde sichergestellt. Seit dem Hamas-Raketenkrieg im Mai ist ein rapider Anstieg an Anschlägen und Anschlagsversuchen durch Palästinenser im Westjordanland (Judäa und Samaria) festzustellen. Am Freitag verhinderten Sicherheitskräfte, dass ein mit einem Messer bewaffneter Terrorist in der jüdischen Ortschaft Jitzhar einen Anschlag verüben könnte.

Israel: Gaza-Wiederaufbau erst nach Freilassung von Geiseln

Israel macht die Freilassung der vier Israelis, die sich in der Gewalt der islamistischen Terrororganisation Hamas befinden, zur Bedingung für den Wiederaufbau des Gazastreifens und humanitäre Hilfslieferungen. „Alle Pläne, Gaza wiederaufzubauen, müssen die Rückkehr unserer Jungs beinhalten“, sagte Gilad Erdan, Israels Botschafter in den USA und bei den Vereinten Nationen. Neben den Leichnamen der im Gazakrieg 2014 getöteten Soldaten Oron Shaul und Hadar Goldin werden seit 2015 der äthiopisch-jüdische Avera Mengistu und der Beduine Hisham al-Sayed als Geiseln festgehalten. Israel hat seine Forderung bereits durch ägyptische Unterhändler der Hamas mitteilen lassen. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass die Hamas der Ansicht ist, mehr als humanitäre Hilfe im Austausch gegen die vier Israelis bekommen zu können. 2011 hatte Israel über 1.000 palästinensische Terroristen im Austausch gegen den gefangenen Soldaten Gilad Schalit freigelassen. Auch die US-Regierung lehnt diese Bedingung ab. Westlichen Diplomaten zufolge ist sie besorgt, ein Scheitern der Verhandlungen könnte zu erneuten Kampfhandlungen führen. Da Israel mehrere Grenzübergänge in den Gazastreifen kontrolliert, ist die Zustimmung des jüdischen Staates für viele Wiederaufbauprojekte notwendig. Andernfalls müsste Ägypten zustimmen, dass allein seine Grenzübergänge für Materiallieferungen genutzt werden.

Mexiko: Erste orthodox-jüdische Ortschaft gegründet

Ende Juni ist in Mexiko der Grundstein für die erste ultraorthodox-jüdische Ortschaft im Land gelegt worden. Ciudad de la Tora (Stadt der Thora), rund 120 km südwestlich von Mexiko-Stadt gelegen, soll bis 2024 das neue Zuhause von 120 ultraorthodoxen Familien aus ganz Lateinamerika werden. Die ersten 40 Häuser wurden von Familien aus Mexiko, Argentinien und Venezuela gekauft. Gründe für die Errichtung der ausschließlich ultraorthodoxen Stadt sind u.a. die hohen Immobilienpreise in Mexikos Hauptstadt und der wachsende Antisemitismus. Viele Familien berichten, ihre Kinder hätten Angst, ihre Häuser zu verlassen. In Ciudad de la Tora wird es eine Jeschiwa (Talmud-Schule), Synagogen und Schulen für aschkenasische und sephardische Juden geben. In Lateinamerika leben Schätzungen zufolge rund 320.000 Juden und weitere 280.000 Nichtjuden mit mindestens einem jüdischen Großelternteil. Die größte jüdische Gemeinde gibt es in Argentinien, rund 40.000 Juden leben in Mexiko. Ähnliche Städte wie Ciudad de la Tora gibt es bereits in den USA, z.B. Lakewood (New Jersey) und Palm Tree (New York).


Gewaltverbrechen: Bennett sagt Arabern Unterstützung zu

Israels Premierminister Naftali Bennett hat am Sonntag einen nationalen Plan zur Verbrechensbekämpfung in arabisch-israelischen Ortschaften angekündigt. „Die Verantwortung, gegen Gewalt vorzugehen, liegt bei uns, es ist eine nationale Aufgabe.“ Wenige Stunden zuvor war im zentralisraelischen Lod ein arabisch-israelischer Lkw-Fahrer erschossen worden. Die Polizei geht von einem Rachemord aus. Er war das fünfte Todesopfer innerhalb von vier Tagen. Am Samstag wurden ein arabisches Ehepaar und ihre 16-jährige Tochter von arabisch-israelischen Kriminellen erschossen, als sie mit ihrem Auto in einen Hinterhalt gerieten. Eine weitere Tochter (9) überlebte verletzt. Am Donnerstag geriet eine Frau während einer Schießerei in der Beduinenstadt Arara im Negev ins Kreuzfeuer und starb. Unter Israels Arabern breitet sich seit Jahren eine Welle der Gewalt aus. Seit Jahresbeginn sind 54 arabische Israelis getötet worden. Letztes Jahr starben 96, die bisher höchste Opferzahl innerhalb eines Jahres. Die Hauptgründe sind organisierte Kriminalität, wie z.B. Schutzgelderpressung, aber auch Rachemorde und Ehrenmorde. Jamal Hakrousch, arabischer Israeli und seit 2016 Polizeivizepräsident, sprach von einer „historischen Gelegenheit“, die Gewalt zu bekämpfen. „Wir haben Vertreter in der Regierung, die uns das geben können, was bisher gefehlt hat – öffentliche Gelder und mehr Polizeipräsenz in arabischen Ortschaften.“ Die arabische Öffentlichkeit sei aber auch zur Selbstprüfung und Eigenverantwortung aufgefordert. „Wir müssen ehrlich sagen: nicht alles hängt von der Polizei ab.“ Arabische Israelis haben der Polizei wiederholt Untätigkeit und Vernachlässigung vorgeworfen. Erstmals in der Geschichte Israels ist eine arabische Partei an der Regierung beteiligt. Bennett hat der islamistischen Ra’am-Partei bereits rund 650.000 Euro zugesagt, um die Kriminalität im arabischen Bevölkerungsteil zu bekämpfen.

Foto: GPO, Naftali Bennett, Archivbild

Israel: Anstieg positiv Getesteter, Rückgang schwer Erkrankter

Trotz wieder ansteigender Infektionen mit dem Coronavirus ist die Zahl der schwer an Covid-19 Erkrankten rückläufig. Am heutigen Dienstag gab es 1.537 aktive Fälle, vor zwei Wochen waren es 206. Die Zahl der Schwererkrankten ist im selben Zeitraum von 30 auf 21 gesunken, eine Person starb mit oder an dem Coronavirus. Bei rund 51% der aktiven Fälle handelt es sich um Israelis, die jünger als 20 Jahre alt sind. Etwa ein Drittel der positiv Getesteten sind Personen, die bereits gegen das Virus geimpft wurden, 77,3% der schwer Erkrankten waren nicht geimpft. Der aktuelle Neuanstieg konzentriert sich auf mehrere Ortschaften, u.a. Modi’in in Zentralisrael und Binyamina nahe Haifa. Seit Freitag gilt wieder im ganzen Land die Maskenpflicht in Innenräumen. Tests, insbesondere im Flughafen, sollen ausgeweitet werden. Weitere Maßnahmen wurden bisher nicht beschlossen.

Florida: Israelis helfen nach Hochhaus-Einsturz

Ein israelisches Such- und Rettungsteam bestehend aus rund zehn Soldaten des Heimatfrontkommandos ist am Sonntag nach Florida gereist, um die Suche nach Opfern des Hochhaus-Einsturzes zu unterstützen. Am Donnerstag war in der Ortschaft Surfside ein 12-stöckiges Wohnhaus zum großen Teil eingestürzt. Bisher wurden elf Tote geborgen, weitere 150 Personen werden noch vermisst. Rund ein Drittel der Bevölkerung in North Beach, dem Stadtteil Miamis, zu dem Surfside zählt, sind Juden. Die jüdische Gemeinde in Surfside geht davon aus, dass etwa 40 der Vermissten jüdisch sind. Einige von ihnen sollen die israelische Staatsangehörigkeit haben. United Hatzalah, Israels größte Rettungsorganisation bestehend aus Freiwilligen, hat Psychologen entsandt, um den betroffenen Familien beizustehen. Israels Rettungsteams haben bereits in vielen Ländern der Welt Katastrophenhilfe geleistet, u.a. nach einem Erdbeben in Haiti 2010, nach einem Taifun auf den Philippinen 2013 und nach schweren Explosionen in Äquatorialguinea im März dieses Jahres. 2016 bezeichnete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die ärztliche Katastrophenhilfe der israelischen Armee als die beste der Welt.

Keine Rückgabe jüdischen Eigentums: Israel kritisiert Polen

Israel und jüdische Vertreter weltweit haben einen Gesetzesentwurf Polens, der die Rückgabe von konfisziertem Eigentum auf 30 Jahre nach der Konfiszierung begrenzt, scharf kritisiert. Jüdisches sowie nicht-jüdisches Eigentum, das in den 1940er und 1950er Jahren durch Nazi-Deutschland und das kommunistische Regime beschlagnahmt wurde und sich inzwischen im Besitz des polnischen Staats oder von Privatpersonen befindet, könnte demnach nicht mehr von den ursprünglichen Eigentümern oder deren Nachkommen zurückgefordert werden. Bereits laufende Verfahren müssten eingestellt werden. Das Gesetz wurde am Donnerstag vom polnischen Unterhaus verabschiedet und liegt nun beim Senat. Israels Außenminister Jair Lapid bezeichnete das Gesetz als „unmoralisch“ und warnte, es werde den israelisch-polnischen Beziehungen ernsthaft schaden. Außerdem sei es „zutiefst besorgniserregend“, dass Polen die Theresienstädter Erklärung über Holocaust-Vermögenswerte aus dem Jahr 2009 ignoriere. Die Erklärung, die nicht bindend ist, fordert u.a. zur Restitution beschlagnahmten oder verstaatlichten Eigentums von jüdischen Personen oder Organisationen durch die Nationalsozialisten auf. Polen ist einer von 47 Unterzeichnerstaaten. Polens Premierminister Mateusz Morawiecki sagte daraufhin: „Polen wird nicht für deutsche Verbrechen zahlen.“ Ronald Lauder, Präsident des Jüdischen Weltkongresses, nannte die Gesetzesvorlage einen „Schlag ins Gesicht“ der Überlebenden des Holocausts. Das Thema Restitution ist in Polen hoch umstritten. Polen ist das einzige EU-Land, das bis heute keine umfassenden Gesetze in dieser Angelegenheit verabschiedet hat. Zu Beginn der deutschen Besetzung 1939 lebten 3,3 Millionen Juden in Polen. Fast alle von ihnen wurden im Holocaust ermordet.

Pakistanischer Besuch in Israel

Sayed Zulfikar Bukhari, ein Berater des pakistanischen Premierministers Imran Khan, soll im November 2020 zu Besprechungen in Israel gewesen sein. Das berichteten israelische Medien am Montag unter Berufung auf eine Quelle in Bukharis Umfeld. Demnach sei er über London nach Tel Aviv geflogen und habe dort israelische Beamte sowie den damaligen Mossad-Chef Jossi Cohen getroffen. Das Treffen, dass als „produktiv“ beschrieben wurde, sei zustande gekommen, nachdem die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) Druck auf Pakistan ausgeübt hätten. Bukhari habe Mitteilungen von Khan und vom Generalstabschef der pakistanischen Armee übermittelt. Bukhari stritt die Meldungen am Montag ab. Möglicherweise war es nicht das erste pakistanisch-israelische Treffen. 2018 war ein Geschäftsflugzeug von Tel Aviv nach Islamabad geflogen und nach zehn Stunden Aufenthalt zurückgekehrt. Medien spekulierten über einen geheimen Pakistan-Besuch des damaligen Premierministers Benjamin Netanjahu. Israel und Pakistan unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Außerdem hat Pakistan Israel bisher nicht offiziell anerkannt. Beide Länder nehmen zurzeit an einem US-geführten Marinemanöver im Schwarzen Meer teil. Unter den insgesamt 32 teilnehmenden Nationen sind auch Ägypten, Marokko, Tunesien, die VAE und die Türkei.


Israel: Erneuter Anstieg der Corona-Zahlen

In Israel ist die Zahl der positiv auf das Coronavirus Getesteten wieder angestiegen. Am Mittwoch wurden am dritten Tag in Folge mehr als 100 Personen positiv getestet. Die Zahl der aktiven Fälle liegt inzwischen bei 606 Personen. Etwa die Hälfte von ihnen sind Kinder und Jugendliche. Die meisten neuen Fälle sollen auf die Delta-Variante zurückgehen, die als ansteckender gilt. Israels Gesundheitsministerium geht bislang nicht von einer vierten Welle aus. Demnach könne man die meisten Neuinfektionen eindeutig zurückverfolgen. Einige von ihnen seien auf Einreisende zurückzuführen, die sich nicht an die Quarantäne-Regelungen gehalten hätten. Zudem konnten am Freitag rund 3.000 Reise-Rückkehrer den Ben-Gurion-Flughafen verlassen, ohne getestet zu werden. Dies war aufgrund einer Überfüllung des Flughafenterminals und wegen des herannahenden Schabbat-Beginns kurzfristig veranlasst worden. Israels Regierung will nun die Testkapazitäten am Flughafen ausbauen und die Einhaltung der Quarantäneregelung für positiv getestete oder ungeimpfteEinreisende besser überwachen. Verstöße sollen mithohen Bußgeldern geahndet werden. Außerdem müssen Israelis, die ins Ausland reisen, nun schriftlich erklären, nicht in Länder zu reisen, die als Hochrisikogebiete gelten, u.a. Indien, Brasilien und Russland. Die für den 1. Juli geplante Öffnung der Grenzen für Touristen aus dem Ausland wurde um einen Monat verschoben.

Foto: Unsplash, Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv, Symbolbild

Westjordanland: PA geht gegen Kritiker vor

Ein prominenter Kritiker von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und der Palästinensischen Autonomiebehörden (PA) ist am heutigen Donnerstag bei seiner Verhaftung durch PA-Sicherheitskräfte gestorben. Die Verwaltungsbehörde Hebron gab bekannt, Nizar Banats „Gesundheit verschlechterte sich“ während seiner Verhaftung und er sei anschließend in einem Krankenhaus verstorben. Seiner Familie zufolge war er bis zur Bewusstlosigkeit verprügelt worden. Banat, der bei den inzwischen abgesagten palästinensischen Parlamentswahlen antreten wollte, hatte über Monate hinweg Funktionäre von PA und Fatah im Internet scharf kritisiert. Zuletzt kritisierte er die PA für ihre Entscheidung, Impfstofflieferungen aus Israel abzulehnen. Im Mai forderte er die EU auf, Zahlungen an die PA einzustellen und die „Verschwendung von EU-Steuergeldern“ zu untersuchen. „Die PA bestätigt heute, dass sie unterdrückerisch ist und jeden, der Menschenrechte verteidigt, bedroht“, sagte Mohanad Karajah von der palästinensischen Interessensgruppe Anwälte für Gerechtigkeit und bezichtigte die PA des Mordes an Banat. Issa Amro, ein weiterer prominenter Aktivist, der sowohl Israel als auch die PA immer wieder kritisiert, war am Montag verhaftet und über Nacht festgehalten worden, nachdem er auf Facebook die PA-Führung der Korruption bezichtigt hatte. Er sei in der Polizeistation unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten worden, sagte Amro. Einem PA-Gesetz gegen Cyberkriminalität zufolge droht Personen die Inhaftierung, wenn sie Regierungsbehörden im Internet „verunglimpfen“. Anwälte für Gerechtigkeit zufolge sind im Westjordanland im Mai mindestens 23 Palästinenser aus „politischen Gründen“ verhaftet worden. Die EU, Deutschland und andere westliche Regierungen betrachten Mahmud Abbas, der 2005 für eine vierjährige Amtszeit gewählt wurde und seitdem an der Macht ist, als Israels Verhandlungspartner im Nahostkonflikt.

Honduras verlegt Botschaft nach Jerusalem

Honduras hat am heutigen Donnerstag seine Botschaft nach Jerusalem verlegt. „Wir hoffen, die solide Beziehung zwischen unseren beiden Ländern auszubauen“, sagte Honduras‘ Präsident Juan Orlando Hernández nach der Einweihung des Botschaftsgebäudes im Jerusalemer Malha-Viertel. Jerusalem sei die „ewige Hauptstadt Israels“, sagte er. „Das jüdische Volk hat ein gutes Gedächtnis und Sie werden in die Geschichte eingehen als jemand, der einen mutigen und richtigen Schritt für den Staat Israel unternahm“, bedankte sich Israels Premierminister Naftali Bennett, der Hernández als einen „treuen Freund Israels“ bezeichnete. Die beiden Politiker unterzeichneten heute auch eine Reihe von Kooperationsverträgen in den Bereichen Landwirtschaft, Gesundheitswesen, Bildung und Innovation. Honduras ist die vierte Nation, nach den USA, Guatemala und dem Kosovo, die ihre Botschaft nach Jerusalem verlegt hat.

Gilad Schalit hat geheiratet

Gilad Schalit, der zwischen 2006 und 2011 als Geisel der islamistischen Terrororganisation Hamas im Gazastreifen festgehalten worden war, hat am Mittwoch seine Verlobte Nitzan geheiratet. Der heute 34-jährige Schalit war während seines Militärdienstes bei einem Überfall auf einen israelischen Militärposten von Hamas-Terroristen verletzt und anschließend durch einen Terror-Tunnel in den Gazastreifen verschleppt worden. Zwei weitere Soldaten wurden bei dem Angriff getötet. 2011 wurde er im Austausch gegen 1.027 palästinensische Terroristen freigelassen. Nach seiner Freilassung arbeitete Schalit zunächst als Sportjournalist. Später studierte er Wirtschaft und Nachhaltigkeit und wurde anschließend von einer israelischen Bank angestellt. Die Hochzeit fand im kleinen Kreis in Anwesenheit von Familie und engen Freunden statt.

Springer-Verlag verteidigt Hissen der Israelfahne

Angestellte der Verlagsgruppe Axel Springer, die sich über das Hissen der Israelfahne vor dem Unternehmenssitz in Berlin beschwert hatten, sollten sich eine neue Arbeitsstelle suchen. Das sagte Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer SE, bei einer Video-Konferenz mit den rund 16.000 Angestellten vergangene Woche. „Ich denke, dass ein Mensch, der Probleme mit einer Israelflagge hat, die hier für eine Woche nach antisemitischen Demonstrationen angebracht worden ist, sich am besten nach einer neuen Arbeitsstelle umsehen sollte“, sagte er. Angesichts „der schrecklichen antisemitischen Demonstrationen“ in Deutschland im Mai habe der Verlag ein Zeichen der Solidarität setzen wollen. „Wir akzeptieren diese Arten der antisemitischen Bewegungen nicht.“ Zur Verlagsgruppe gehören u.a. BILD, Die Welt, Business Insider und andere Zeitungen. Einer der fünf grundlegenden Werte der Gruppe ist laut ihrer Internetseite: „Wir unterstützen das jüdische Volk und das Existenzrecht des Staates Israel.“


Bennett: Iran-Wahlergebnis ein „Weckruf“

Die Wahl des designierten iranischen Präsidenten Ebrahim Raisis sei „die letzte Chance für die Weltmächte, aufzuwachen und zu verstehen, mit wem sie es zu tun haben.“ Das sagte Israels Premierminister Naftali Bennett am Sonntag. In Anspielung auf die Verhandlungen zum Internationalen Atomabkommen mit dem Iran sagte er, „ein Regime brutaler Henker darf niemals Massenvernichtungswaffen besitzen, mit dem es nicht Tausende, sondern Millionen töten kann“, sagte Bennett. Raisi, amtierender Chef der Justiz des Iran, war am Samstag mit 62% der Stimmen zum neuen Präsidenten des Iran gewählt worden. Die Wahlbeteiligung war mit 48% so niedrig wie nie zuvor. Raisi gilt als mitverantwortlich für die Massenhinrichtungen tausender inhaftierter Oppositioneller im Jahr 1988. Dafür setzten die USA und die EU ihn auf ihre Sanktionsliste. Raisi hat eine Beteiligung wiederholt abgestritten, jedoch die Exekutionen, angeordnet durch den damaligen Ajatollah Ruhollah Chomeini, gelobt. „Aus allen Leuten, die [Ajatollah Ali] Chamenei hätte auswählen können, wählte er den Henker von Teheran, den Mann, der im iranischen Volk und auf der ganzen Welt für die Hinrichtungen tausender iranischer Bürger berüchtigt ist“, fügte Bennett hinzu. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (London) forderte am Samstag, Raisi wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit anzuklagen: „Dass Ebrahim Raisi zum Präsidenten aufgestiegen ist, statt dass gegen ihnen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit wie Mord, Entführung und Folter ermittelt wird, ist eine düstere Erinnerung daran, dass im Iran Straffreiheit herrscht.“ Außerdem habe Raisi in seiner Funktion als Chef der Justiz in den letzten zwei Jahren „zunehmende Einschränkungen der Menschenrechte“ angeordnet, was dazu geführt habe, dass „hunderte friedliche Oppositionelle, Menschenrechtsaktivisten und Angehörige von Minderheiten willkürlich inhaftiert“ wurden. Amnesty forderte den UN-Menschenrechtsrat auf, „konkrete Schritte zu unternehmen, um die Krise der systematischen Straffreiheit im Iran anzugehen.“

Foto: GPO, Naftali Bennett, 20.06.2021

Bundesregierung will Hamas-Fahnen verbieten

Die deutsche Bundesregierung hat sich darauf geeinigt, dass Fahnen der islamistischen Terrororganisation Hamas künftig verboten sein sollen. Auslöser sind die zahlreichen antisemitischen und antiisraelischen Demonstrationen im Mai. Das Verbot soll über eine Erweiterung des Paragrafen 86 im Strafgesetzbuch erfolgen, der die Verbreitung von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen verbietet. Das Verbot soll nun auch Organisationen einschließen, die auf der EU-Terrorliste geführt werden, wie die Hamas und die linksextreme Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP). „Wir wollen nicht, dass auf deutschem Boden die Fahnen von Terrororganisationen geschwenkt werden“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Thorsten Frei am Sonntag. „Es freut mich sehr, dass die SPD sich unserer Initiative angeschlossen hat. Damit senden wir auch ein klares Zeichen an unsere jüdischen Bürgerinnen und Bürger.“

Meron-Berg-Massenpanik: Staatliche Untersuchung angeordnet

Israels Kabinett hat am Sonntag eine staatliche Untersuchung des Unglücks auf dem Meron-Berg vom 30. April angeordnet. Bei einer Massenpanik während des jüdischen Feiertags Lag B’Omer waren 45 ultraorthodoxe Jungen und Männer zu Tode getrampelt worden. Der Ausschuss soll neben dem Vorgehen der israelischen Polizei, religiöser Behörden und des damaligen Ministers für Öffentliche Sicherheit auch die Rolle der beiden ultraorthodoxen Minister Arye Deri und Yaakov Litzman untersuchen. Berichten zufolge hatten diese Druck ausgeübt, die Veranstaltung ohne Einschränkungen zu genehmigen. Bei der jährlichen, größten Massenveranstaltung Israels waren dieses Jahr 10.000 Teilnehmer zugelassen gewesen, Schätzungen zufolge nahmen bis zu 100.000 teil. „Wir müssen sicherstellen, dass eine Tragödie diesen Ausmaßes sich nie wiederholt“, sagte Verteidigungsminister Benny Gantz. „Der Zweck des Untersuchungsausschusses ist vor allem, Menschenleben zu retten.“ Die staatliche Untersuchung wird parallel und in Koordination mit weiteren Untersuchungen erfolgen.

Palästinenser lehnen Impfstoff aus Israel ab

Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) weigert sich, von Israel gelieferten Covid-19-Impfstoff anzunehmen. Israel hatte am Donnerstag die Bereitstellung von rund 1,2 Millionen Dosen angekündigt und am Freitag mit der Auslieferung der ersten 100.000 Dosen des Pfizer/BioNTech-Impfstoffes begonnen. Die PA ließ jedoch 90.000 Dosen zurückgehen, mit der Begründung, sie stünden zu knapp vor dem Verfallsdatum. Was mit den übrigen 10.000 Dosen geschehen ist, ist unklar. Israel hat die Vorwürfe zurückgewiesen und gesagt, die Dosen stimmten in „jeder Hinsicht mit denen überein, die zurzeit israelischen Staatsbürgern verabreicht werden“. PA-Gesundheitsministerin Mai al-Kaila kündigte an, man werde nun versuchen, israelische Dosen zu erhalten, die erst Ende Juli ablaufen. Medienberichten zufolge haben bereits andere Länder Interesse an den ablaufenden Impfdosen bekundet. Israel, die PA und der Pharmahersteller Pfizer hatten vereinbart, dass Israel seine demnächst ablaufenden Dosen an die PA liefert und im Gegenzug die für die PA bestimmten Lieferungen, die jedoch erst im Herbst eintreffen sollen, erhält. Auf diese Weise könnte die PA ihre Bevölkerung bereits früher impfen und Israel hätte zu einem Zeitpunkt, zu dem möglicherweise Impfauffrischungen nötig werden, wieder Impfstoff zur Verfügung. Nur rund 11% der Palästinenser, ca. 446.000 Personen, haben mindestens eine Dosis Covid-19-Impfstoff erhalten, darunter die mehr als 100.000 in israelischen Betrieben Beschäftigten, die Israel impfen ließ. Weitere rund 52.000 Palästinenser im Gazastreifen erhielten den russischen Sputnik V-Impfstoff, den die Vereinigten Arabischen Emirate zur Verfügung gestellt hatten. Israel ist in den letzten Monaten wiederholt dafür kritisiert worden, die Palästinenser nicht in die landesweite Impfkampagne miteinzubeziehen. Israel besteht jedoch darauf, dass laut Oslo-Abkommen die PA für Impfungen in den Palästinensergebieten zuständig ist.

Studie: Vitamin-D-Mangel führt zu schwerem Covid-19-Verlauf

Vitamin-D-Mangel kann zu einem schwereren Covid-19-Verlauf führen. Das ergab eine Studie, die im Galilee Medical Center in Nahariya durchgeführt wurde. Bei 26% der dabei untersuchten Patienten, die zugleich auch an Vitamin-D-Mangel litten, endete die Covid-19-Erkrankung tödlich. Bei Patienten ohne Vitamin-D-Mangel lag die Sterblichkeit bei 3%. „Dies ist eine sehr erhebliche Diskrepanz, die stark darauf hindeutet, dass ein bei Krankheitsbeginn bestehender Vitamin-D-Mangel zu einer erhöhten Sterblichkeit führt“, sagte Dr. Amir Bashkin, Endokrinologe und Mitglied des Forschungsteams. Untersucht wurden 1.176 Patienten. Bei 253 von ihnen waren die Vitamin-D-Werte bereits vor der Erkrankung mit Covid-19 bekannt. Etwa die Hälfte von ihnen litt an einem Mangel. Im Gegensatz zu anderen weltweit durchgeführten Studien gründete diese Studie auf den Vitamin-D-Werten vor der Corona-Infektion. Andere Faktoren wie Alter oder Diabetes wurden ebenfalls berücksichtigt. Die Studie wurde Anfang Juni veröffentlicht, ist jedoch noch nicht extern begutachtet worden.


Gaza-Terroristen entfachen Brände in Südisrael

Terroristen im von der islamistischen Terrororganisation Hamas beherrschten Gazastreifen haben am Dienstag und Mittwoch mehrere Brandballons nach Israel geschickt. Am Mittwoch verbrannten rund zwölf Hektar Land, ein großer Teil davon landwirtschaftliche Fläche. Am Dienstag verursachten mit Brandsätzen bestückte Ballons insgesamt 26 Brände in Südisrael. „Leider sind wir schon daran gewöhnt“, sagte Ofer Liebermann, ein Landwirt aus dem Kibbuz Nir Am nahe der Gaza-Grenze. „Wo wir leben ist die Lage weiterhin angespannt, auch nach dem Ende der Militäroperation in Gaza.“ Die israelische Luftwaffe bombardierte in der Nacht zum Mittwoch Stellungen der Hamas. Es waren die ersten israelischen Luftangriffe seit der Amtseinführung von Premierminister Naftali Bennett am Sonntag. Bennett hatte in der Vergangenheit betont, die israelische Armee solle auf Terror-Ballons genauso reagieren wie auf Raketenangriffe. Die Hamas hatte Israel zuvor wegen des Flaggenmarsches nationalistischer Juden durch Jerusalem mit Raketenbeschuss und Brandballons gedroht. Der Marsch, der traditionell am Jerusalem-Tag stattfindet, war am 10. Mai abgesagt worden, nachdem die Hamas Raketen auf Jerusalem gefeuert hatte. Er wurde schließlich am Dienstag durchgeführt. Die Hamas feuerte jedoch keine Raketen auf Israel. Israelische Medien vermuten, mit ihren Drohungen wolle die Hamas ihre Frustration über das Ausbleiben der monatlichen Hilfszahlungen aus Katar ausdrücken. Israel hat seit dem Raketenkrieg vom Mai die Zahlungen in Millionenhöhe gestoppt und diese an die Bedingung geknüpft, dass die Hamas zwei im Gazastreifen festgehaltene israelische Geiseln sowie die sterblichen Überreste zweier Soldaten freigibt.

Foto: Operation Lifeshield, Brennendes Feld in Südisrael, 15.06.2021

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für ein Ende der Terror-Ballons aus dem Gazastreifen. Beten wir für den Schutz der Bevölkerung und der landwirtschaftlichen Anbauflächen in Südisrael.

Hamas: Raketen-Krieg befeuert Popularität

Der Hamas-Raketenkrieg vom Mai hat die Beliebtheit der islamistischen Terrororganisation in der palästinensischen Öffentlichkeit befeuert. Laut einer aktuellen Umfrage sind 77% der Palästinenser der Ansicht, die Hamas sei daraus als Sieger hervorgegangen. Nur 1% sagte, Israel habe den Konflikt gewonnen, 18% gaben an, keine Seite habe gewonnen. Für die Umfrage, durchgeführt vom Palästinensischen Zentrum für Politik- und Meinungsforschung in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung in Ramallah, wurden 1.200 Personen im Westjordanland und im Gazastreifen befragt. 53% der Befragten sagten, die Hamas „verdient es am meisten, das palästinensische Volk zu repräsentieren und zu führen“. Nur 14% bevorzugten die Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Der leitende Meinungsforscher Khalil Schikaki wies darauf hin, dass ein „dramatischer Wandel“ der öffentlichen Meinung bereits in der Vergangenheit nach Konflikten zwischen Hamas und Israel beobachtet wurde. Anschließend habe sich die Popularität der Hamas jedoch innerhalb weniger Monate wieder verflüchtigt. Des Weiteren waren 72% der Ansicht, die Hamas habe die Raketen gefeuert, um Jerusalem und die Al-Aksa-Moschee zu verteidigen, 9% vermuteten, sie habe die Fatah schwächen wollen. 17% gaben beide Gründe an. 65% der Befragten kritisierten, dass Präsident Abbas die für Mai angesetzten palästinensischen Wahlen abgesagt hatte, 25% befürworteten es. 66% vermuteten, Abbas habe aus Sorge vor einer Wahlniederlage gehandelt, nur 25% glaubten Abbas‘ Begründung, Israel habe die Wahlbeteiligung der Ostjerusalemer Palästinenser untersagt.

Kanada: Drastischer Anstieg antisemitischer Vorfälle

Die jüdische Organisation B’nai Brith Kanada hat im Mai 2021 so viele antisemitische Vorfälle verzeichnet wie im gesamten Jahr 2020. Letztes Jahr waren in Kanada 2.610 antisemitische Vorfälle verzeichnet worden, ein Anstieg von 18,3% im Vergleich zu 2019. Seit dem Ausbruch des Hamas-Raketenkriegs vom Mai sähen kanadische Juden sich jedoch mit einer „nie zuvor dagewesenen Welle der Gewalt und des Hasses“ konfrontiert, die immer noch andauere, erklärte B‘nai Brith. Juden begegnen Antisemitismus im Internet sowie im realen Leben. Immer wieder kommt es zu gewaltsamen Übergriffen auf jüdische Menschen, Geschäfte und Wohnviertel. Kanadas Juden beklagen insbesondere eine fehlende Unterstützung durch die Mehrheitsbevölkerung. „Was am meisten beängstigt, sind nicht die schamlosen Angriffe, der Vandalismus oder die Belästigungen, sondern die fehlende Bereitschaft vieler Kanadier, sich in Solidarität zu ihren Mitbürgern zu stellen“, teilten rund 200 jüdische Organisationen und Synagogen in einem offenen Brief mit. In Kanada leben ca. 400.000 Juden, es ist nach den USA und Frankreich die größte jüdische Gemeinde in der Diaspora. Premierminister Justin Trudeau hat angesichts der anhaltenden Übergriffe einen Sondergipfel angekündigt. In vielen Teilen der Welt wurde während des jüngsten Gaza-Kriegs ein Anstieg antisemitischer Vorfälle verzeichnet. In den USA wurden etwa doppelt so viele Vorfälle gemeldet wie im Vorjahreszeitraum. Bei einer Umfrage der Anti-Defamation-League (ADL) unter US-amerikanischen Juden gaben 77% der Befragten an, sie seien nach dem Konflikt „viel mehr“ oder „etwas mehr“ über Antisemitismus besorgt, 41% sorgten sich mehr als zuvor um ihre persönliche Sicherheit.

Israel: Gen bewirkt Chemotherapie-Resistenz

Israelische Wissenschaftler der Ben-Gurion-Universität des Negev in Beerschewa (BGU) haben einen Zusammenhang zwischen dem Altern und der Glioblastom-Behandlung festgestellt. Ein Glioblastom istdie tödlichste Form hirneigener Tumore. Anders als bei den meisten Krebsarten, bei denen Chemotherapie eine unter allen Altersgruppen vergleichbare Wirkung erzielt, hilft Chemotherapie älteren Patienten mit Glioblastom oft nicht. In der mehrjährigen Studie, deren Ergebnisse vergangene Woche im Wissenschaftsjournal Aging veröffentlicht wurden, stellten die Wissenschaftler der BGU fest, dass die reduzierte Wirksamkeit der Chemotherapie in diesen Fällen auf ein Gen namens TP73-AS1 zurückzuführen sei. Dieses Gen, das im Körper von älteren Glioblastom-Patienten überdurchschnittlich zu finden ist, bewirke demnach eine Resistenz gegen die Chemotherapie. Es wurde auch ein erhöhtes Vorkommen des Proteins YY1 festgestellt, das wiederum das Gen TP73-AS1 aktiviert. „Dies ist eine wichtige Erkenntnis, denn auf der Ebene von Genen und Proteinen scheint es eine Verbindung zwischen dem Altern und Hirntumoren zu geben“, erklärte Prof. Dr. Barak Rotblat. Sollte sich die Hypothese als richtig erweisen, könne man „Therapien entwickeln, die die Produktion des Gens TP73-AS1 beeinflussen und Krebspatienten jeder Altersgruppe helfen.“


 

Share this: