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Naftali Bennett Israels neuer Premierminister

Israels Premierminister Naftali Bennett hat am Sonntag seinem Vorgänger Benjamin Netanjahu für die „vielen Jahre des Dienstes für den Staat Israel, voll herausragender Leistungen“ und für seine persönlichen Opfer gedankt. Israels 36. Regierung ist am Sonntag vereidigt worden. Es ist die erste Regierung seit zwölf Jahren, die nicht von Netanjahu geführt wird. In seiner Rede kurz vor der Vereidigung sagte Bennett, die Alternative zur Koalitionsregierung, die sich aus Parteien verschiedener politischer Überzeugungen zusammensetzt, seien erneute Wahlen und noch mehr Spaltung gewesen. „Die Zeit ist da, dass verantwortungsvolle Führungspersonen aus verschiedenen Teilen der Gesellschaft diesen Wahnsinn stoppen müssen.“ Er versprach, die Regierung werde zugunsten aller Israelis arbeiten, auch derer, die sie nicht gewählt hätten.

Foto: GPO/Haim Zach, Naftali Bennett (m.) mit Benny Gantz, Jair Lapid, Gideon Sa'ar und Merav Michaeli (v.l.), 13.06.2021

Innenpolitische Ziele

Bennett umriss die wichtigsten Ziele der neuen Regierung. Unter anderem will sie den „Bau von Ortschaften im ganzen Land Israel stärken“, einschließlich jüdischer Ortschaften in Judäa und Samaria, und im strukturschwachen Norden Israels ein Krankenhaus und eine Universität eröffnen. Die Regierung will des weiteren Bürokratieabbau und Deregulierung voranbringen. Zudem sollen bis 2026 rund 15% der israelischen Beschäftigten in der Hightech-Industrie arbeiten. Bennett kündigte bessere Beziehungen zwischen der Regierung und arabischen Israelis an. „Wir verstehen die Herausforderungen und Anliegen der arabischen Öffentlichkeit“, sagte er und versprach, Gewaltkriminalität zu bekämpfen, die Wohnungskrise zu beenden und die Lücken im arabisch-israelischen Bildungssystem zu beheben. Er versprach auch, die neue Regierung werde „das Thora-Studium respektieren“, zugleich jedoch die Integration ultraorthodoxer Juden in den Arbeitsmarkt und in die israelische Gesellschaft fördern.

Größte Herausforderung Iran

In der Außenpolitik sei das iranische Atomprogramm Israels größte Herausforderung, sagte Bennett. Er kritisierte das Internationale Atomabkommen mit dem Iran, mit dem „eines der brutalsten Regimes der Welt legitimiert“ werde. „Israel wird nicht zulassen, dass der Iran Atomwaffen erhält“ und behalte sich das Recht vor, „zu handeln“. Zum Konflikt mit den Palästinensern sagte Bennett, „wir müssen uns selbst und die Welt daran erinnern, dass unsere Feinde unsere bloße Existenz im Land Israel verweigern, und dass es hier nicht um einen Streit um Gebiete geht.“ Er warnte die im Gazastreifen herrschende islamistische Terrororganisation Hamas vor einer „eisernen Mauer“, sollte sie erneut israelische Zivilisten angreifen. Bennetts Rede wurde immer wieder von Zwischenrufen und Beschimpfungen durch Abgeordnete der Oppositionsparteien unterbrochen. Der Knesset-Sprecher ließ mehrere Abgeordnete aus dem Plenarsaal eskortieren.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für Israels neue Regierung. Beten wir für Weisheit und Gottes Hilfe, die zahlreichen Herausforderungen anzugehen. Lassen Sie uns auch beten, dass Gott die Spaltung in der israelischen Gesellschaft entlang politischer, religiöser und ethnischer Linien heilt. 

Bennett-Lapid-Kabinett: 27 Minister

Israels neue Regierung ist mit 27 Ministern die drittgrößte Regierung in der Geschichte des Landes. Premierminister Naftali Bennett von der nationalreligiösen Jamina-Partei ist zugleich Minister für Siedlungsangelegenheiten. Jair Lapid, Vorsitzender der linksliberalen Partei Jesch Atid, ist Außenminister und stellvertretender Premierminister. Er soll im September 2023 das Amt des Premierministers übernehmen. Benny Gantz von der zentrischen Blau-Weiß-Partei bleibt Verteidigungsminister. Avigdor Lieberman von der säkular-nationalen Partei Israel Beitenu ist Finanzminister, Gideon Sa’ar von der konservativ-nationalen Partei Tikwa Chadascha Justizminister. Neue Innenministerin ist Bennetts Parteifreundin Ayelet Shaked. Merav Michaeli, Vorsitzende der Arbeitspartei, ist Verkehrsministerin, Nitzan Horowitz, Vorsitzender der linken Meretz-Partei, Gesundheitsminister. Pnina Tamano-Shata (Blau-Weiß) bleibt Ministerin für Einwanderung und Integration. Neuer Knesset-Sprecher ist Mickey Levy (Jesch Atid). Die arabisch-islamistische Ra’am-Partei soll ein Staatssekretariat im Büro des Premierministers erhalten. Bei der Knesset-Abstimmung über die neue Regierung stimmten 60 der 120 Abgeordneten dafür, 59 dagegen, einschließlich Amichai Schikli (Jamina), der seine Gegenstimme bereits vorab angekündigt hatte. Said al-Harumi von der Ra’am-Partei enthielt sich. Ihr Vorsitzender Mansour Abbas versicherte jedoch nach der Abstimmung, al-Harumis Enthaltung habe nur symbolischen Charakter gehabt und alle vier Ra’am-Abgeordneten stünden hinter der Regierung.

Israel: Impfung für Kinder und Jugendliche, weitere Lockerungen

Israel hat Anfang Juni mit der Impfung von Kindern und Jugendlichen im Alter von zwölf bis 15 Jahren begonnen. In Frage kommen insgesamt rund 600.000 Personen. Zunächst sollen Kinder und Jugendliche, die selbst oder deren Familienmitglieder aufgrund von Vorerkrankungen als besonders gefährdet gelten und Personen, die ins Ausland reisen wollen, geimpft werden. Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hatte den Pfizer/BioNTech-Impfstoff im Mai für diese Altersgruppe zugelassen. Am heutigen Dienstag ist die Maskenpflicht in Innenräumen aufgehoben worden. Ausgenommen sind Besucher oder Beschäftigte von sozialen Einrichtungen und Pflegeheimen, die weder gegen Covid-19 geimpft, noch von der Krankheit genesen sind. Auch in Flugzeugen und in Schulen bleibt die Maskenpflicht vorerst in Kraft. Eine weitere Lockerung infolge der niedrigen Corona-Zahlen ist die Grenzöffnung nach Jordanien: Im Juli soll der bei Eilat gelegene Jitzhak-Rabin-Grenzübergang wieder öffnen - erstmals seit März 2020. Israelis, die nach Jordanien reisen, müssen gegen Covid-19 geimpft oder von der Krankheit genesen sein. In Israel waren am Montag rund 212 aktive Fälle bekannt, 29 Menschen sind aktuell schwer an Covid-19 erkrankt. In Jordanien sind die Infektionszahlen ebenfalls rückläufig, aktuell gibt es dort 7.520 aktive Fälle.

Zahlreiche Waldbrände in Israel

Bei mehreren Waldbränden nahe Jerusalem sind vergangene Woche über 265 Hektar Wald zerstört worden. Zahlreiche Bewohner mussten evakuiert werden. Am Sonntag bekämpfte die israelische Feuerwehr Brände nahe Mevaseret Zion und Motza, zwei Vororte von Jerusalem. Mehrere Löschflugzeuge waren im Einsatz. Die Autobahn 1 zwischen Tel Aviv und Jerusalem war teilweise gesperrt. Drei Knesset-Abgeordnete mussten von der israelischen Polizei aus dem daraus entstandenen Verkehrschaos evakuiert und zur Knesset-Abstimmung über die neue Regierung gebracht werden. Am Mittwoch wüteten Brände nahe der Ortschaften Abu Gosh und Maale Hachamischa. Auch nahe Ariel (Judäa und Samaria) wurde ein Brand gemeldet. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.


Israel: Regierungsvereidigung am Sonntag

Israels neue Regierung soll bereits am Sonntag vereidigt werden. Es wurde eine Knesset-Sondersitzung anberaumt, in der die Abstimmung und anschließend die Vereidigung erfolgen soll. Die neue Regierung würde sich aus acht Parteien zusammensetzen und eine knappe Mehrheit von 61 der 120 Knesset-Sitze haben. „Die Einheitsregierung kommt, zum Wohle der Bürger Israels“, sagte Jair Lapid von der linksliberalen Jesch Atid-Partei. „Es wird eine gute Regierung sein und sie wird Bestand haben“, kommentierte Lapid die Vermutungen von Kritikern, aufgrund der hauchdünnen Mehrheit von einer Stimme und der gegensätzlichen politischen Ausrichtung der Koalitionspartner werde die Regierung bald wieder auseinanderbrechen. Vorgesehen ist, dass zunächst Naftali Bennett, Vorsitzender der nationalreligiösen Jamina-Partei, Premierminister wird. Lapid soll im August 2023 das Amt übernehmen. Erstmals in der Geschichte Israels wäre somit ein orthodoxer Jude Premierminister. Auch wäre erstmals eine arabische Partei, die islamistische Ra’am, an einer Regierungskoalition beteiligt. Die Koalition will laut einem Grundsatzpapier u.a. die Amtszeit des Premierministers auf zwei zusammenhängende Amtsperioden beschränken, anschließend würde der Premierminister vier Jahre lang nicht erneut antreten dürfen. Zudem sollen Baumaßnahmen in Jerusalem „beträchtlich“ vorangebracht, die Wehrpflicht ultraorthodoxer junger Männer geregelt und Gewaltverbrechen in arabisch-israelischen Ortschaften bekämpft werden. Auch Reformen im Wahlrecht und in der Justiz sind geplant. Eine dringende Aufgabe ist die Verabschiedung des Staatshaushalts für 2020/2021.

Foto: Pixabay, Knesset-Gebäude, Quadrat

Schin Bet: Warnung vor politisch motivierter Gewalt

Nadav Argaman, Direktor von Israels Inlandsgeheimdienst Schin Bet, hat am Samstag in einer außergewöhnlichen Stellungnahme vor politisch motivierter Gewalt gewarnt. Die aktuelle hitzige Debatte über die sich anbahnende Koalitionsregierung könnte so ausgelegt werden, dass gewalttätige Handlungen legitim seien und dazu führen, dass Einzelnen Schaden zugefügt werde. Er forderte religiöse und gesellschaftliche Führungspersönlichkeiten auf, eindeutig gegen jede Gewalt Stellung zu beziehen. Seit Einigung der Koalitionspartner vergangene Woche kommt es täglich zu heftigen Vorwürfen – insbesondere gegen die Abgeordneten der nationalreligiösen Jamina-Partei für ihre Bereitschaft, mit links-liberalen Parteien zu koalieren. Vereinzelt versammelten sich Demonstranten vor den Häusern der Politiker. Für vier der sieben Jamina-Abgeordneten wurde inzwischen der Personenschutz verstärkt. Medienberichten zufolge fürchtet Argaman, Israel könne in eine ähnliche Situation geraten wie 1995, als der damalige Premierminister Jitzhak Rabin ermordet wurde. Der Schin Bet habe zahlreiche Anspielungen auf „Verrat gegen den Staat“ und andere Hass-Kommentare in den sozialen Medien beobachtet. Auch Rabin wurde in den Monaten vor seiner Ermordung wiederholt des „Verrats“ bezichtigt. Hinweise auf eine konkrete Bedrohung gebe es aktuell aber nicht. Kurz nach Argamans Stellungnahme forderten einflussreiche nationalreligiöse Rabbiner ihre Anhänger auf, „alles zu tun“, um die Bildung der neuen Regierung zu verhindern. Später wiesen sie den Vorwurf, ihr Aufruf könnte als Anstachelung zur Gewalt verstanden werden, von sich. Es sei selbstverständlich, dass allein „demokratische Mittel“ ergriffen werden sollten. Premierminister Benjamin Netanjahu hatte der Koalition vorgeworfen, „gefährlicher als der Gaza-Abzug und die Oslo-Abkommen“ zu sein. Außerdem sei sie das Ergebnis des „größten Wahlbetrugs“ in Israels Geschichte. Damit spielte er auf Bennetts Wahlversprechen an, er werde keine Regierung unterstützen, die von Jair Lapid geführt würde oder auf die Unterstützung der islamistischen Ra’am-Partei gründe. Am Sonntag verurteilte Netanjahu jedoch jeglichen Gewaltaufruf. Neben den scharfen verbalen Angriffen berichteten einige Abgeordnete der Jamina-Partei und der konservativ-nationalen Tikwa Chadascha-Partei von einem zunehmenden Druck, in letzter Minute die Seiten wechseln zu sollen und damit die Regierungsbildung zu torpedieren. Die Koalition hat eine knappe Mehrheit von 61 der 120 Knesset-Abgeordneten.

Gebetsanliegen:Bitte beten Sie mit uns für ein Ende der Drohungen und Hass-Kommentare gegen israelische Politiker. Beten wir dafür, dass israelische Führungspersönlichkeiten sich für die Einheit der Gesellschaft einsetzen.

ICEJ: Christliche Unterstützung Israels „unerschütterlich“

In dieser entscheidenden politischen Phase in Israel versichert die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (ICEJ) den Israelis, dass unsere Unterstützung für ihre Nation unerschütterlich und in zeitlosen biblischen Prinzipien verankert ist. Unsere Unterstützung hängt nicht davon ab, welcher Politiker Israel zu einem bestimmten Zeitpunkt führt. Unsere weltweite Bewegung ist immer darum bemüht, ein verantwortungsvoller Partner Israels zu sein, indem wir praktische und konstruktive Beiträge für die Sicherheit und das Wohlergehen der gesamten Nation leisten, und gleichzeitig Israel als eine Demokratie, die ihre eigenen internen Entscheidungen trifft, respektieren. „Vier polarisierende Parlamentswahlen, die über ein Jahr andauernde Corona-Krise und der jüngste Konflikt mit der Hamas haben in Israel Spuren hinterlassen. Israel sieht sich einem weltweit zunehmenden Antisemitismus, wiederholten Verunglimpfungen durch UN-Gremien und der wachsenden Bedrohung durch einen atomar bewaffneten Iran gegenüber. Die israelische Öffentlichkeit muss genau jetzt die Botschaft hören, dass gläubige Christen weltweit in Solidarität zu ihr stehen – ganz gleich, wer ihre Nation führt“, sagte ICEJ-Präsident Dr. Jürgen Bühler. „Zweifellos haben christliche Israelfreunde weltweit großen Respekt für Benjamin Netanjahu und seine vielen Errungenschaften als Israels am längsten amtierender Premierminister. Aber wir sehen keine weitverbreiteten Anzeichen dafür, weder in den USA noch in Deutschland oder in anderen Ländern, dass Christen Israel nicht mehr unterstützen würden, sollte Netanjahu abgelöst werden“, fügte Bühler hinzu. „In Wirklichkeit hat Israel im letzten Jahrzehnt Millionen christlicher Freunde auf der ganzen Welt hinzugewonnen und wir sind zuversichtlich, dass dieser Trend sich fortsetzen wird.“ Seit ihrer Gründung 1980 befindet sich der Hauptsitz der ICEJ in Jerusalem. Mit Zweigstellen in über 90 Ländern sowie Freunden und Unterstützern in mehr als 170 Ländern gilt die ICEJ als größte christliche pro-Israel-Organisation weltweit.

Umfrage: 46% der Israelis für Bennett-Lapid-Regierung

Rund 46% der Israelis ziehen die sich anbahnende Koalitionsregierung von Naftali Bennett und Jair Lapid erneuten Parlamentswahlen vor, 38% bevorzugen Neuwahlen. Das ergab eine repräsentative Umfrage, die letzte Woche im Auftrag des israelischen Fernsehsenders Channel 12 durchgeführt wurde. Etwa 15% waren unentschlossen. Unter den konservativen Wählern befürwortet rund ein Drittel die neue Regierung, 55% sind für Neuwahlen. Rund 46% der Befragten glauben, dass die Regierung am Sonntag vereidigt, jedoch zu einem späteren Zeitpunkt auseinanderbrechen wird. 24% glauben, dass die Regierung vereidigt und Bestand haben wird, 16% vermuten, die Vereidigung werde nicht zustande kommen. 48% der Befragten lehnten die Koalitionsbeteiligung der islamistischen Ra’am-Partei ab, 40% befürworteten sie.

Nach Anschlag in Ulm: Rabbiner bedankt sich für Solidarität

Nach dem Brandanschlag auf die Synagoge in Ulm am Samstag hat sich Rabbiner Shneur Trebnik für die Solidaritätsbekundungen bedankt. „So lange die Menschen Zivilcourage zeigen, so lange haben Attentäter keine Chance, unsere Gesellschaft zu zerstören.“ Am Samstagmorgen entzündete ein noch unbekannter Täter eine brennbare Flüssigkeit an der Synagoge. Ein Augenzeuge alarmierte Polizei und Feuerwehr. Bei dem Anschlag, nur kurze Zeit vor Beginn des Schabbat-Gottesdienstes, wurde niemand verletzt. Es entstand geringer Sachschaden. Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann verurteilte den Anschlag als niederträchtig. Er zeige „das heimtückische Gesicht des Antisemitismus, dem wir klar und deutlich entgegentreten“, sagte Kretschmann. „Der heutige feige Brandanschlag auf die Ulmer Synagoge, die Plakat-Aktion vor wenigen Wochen sowie viele antisemitische Vorfälle und Demonstrationen in Deutschland in den letzten Wochen führen uns vor Augen, dass die Täter den Konflikt im Nahen Osten auch nach Ulm tragen wollen“, sagte der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch. Er forderte jeden Bürger auf, sich persönlich gegen Antisemitismus einzusetzen und ihn nicht zu verharmlosen. Im Mai waren israelkritische Protestplakate vor der Synagoge aufgestellt worden, die u.a. auf einen Vergleich des Gaza-Kriegs mit dem Holocaust anspielten. Sie wurden von der Polizei entfernt. Am Samstagabend versammelten sich rund 250 Menschen zu einer Mahnwache vor der Synagoge. Am Sonntag wurde in den Kirchen Ulms für die jüdische Gemeinde gebetet. Außerdem fand eine Solidaritätskundgebung vor dem Ulmer Münster statt, an der Vertreter von Kirchen und Politik teilnahmen.

ICEJ für jüdisches Leben in Deutschland, ruft zum Handeln gegen Antisemitismus auf 

Die ICEJ-Deutschland stellt sich solidarisch an die Seite der jüdischen Bürger in unserem Land. Die ICEJ verurteilt den Brandanschlag auf die Synagoge in Ulm am 05. Juni 2021. Immer wieder werden Synagogen und jüdische Einrichtungen zu Anschlagszielen. Es ist unsere Pflicht, ihre Sicherheit zu gewährleisten. Unser Ziel muss jedoch sein, dass Juden in Deutschland ihren Glauben ohne Polizeischutz ausüben können. Daher fordern wir ein entschiedenes Handeln der Politik, das dem Antisemitismus und der Gewalt gegen Juden langfristig den Nährboden entzieht. „Da sich Antisemitismus heute meistens über Israel entlädt, sollte die Politik, aber auch Kirchen und Freikirchen, sich positiver gegenüber Israel positionieren“, sagte Gottfried Bühler, Erster Vorsitzender der ICEJ-Deutschland. „Wir fordern jeden Einzelnen dazu auf, dem wachsenden Antisemitismus aktiv entgegenzutreten.“

Gaza: UNRWA-Direktor ausgewiesen

Das UN-Flüchtlingshilfswerk für die Palästinenser (UNRWA) hat Matthias Schmale, UNRWA-Direktor für den Gazastreifen, letzte Woche abgezogen, nachdem die islamistische Terrororganisation Hamas ihn zur unerwünschten Person erklärt hatte. Schmale hatte zuvor gegenüber israelischen Medien gesagt, er habe den Eindruck, dass die israelische Armee während des letzten Gaza-Kriegs im Mai „sehr ausgeklügelt zugeschlagen“ habe. Die Israelis hätten, „mit einigen Ausnahmen“, keine zivilen Ziele getroffen. Dennoch sei „die Bösartigkeit, die Heftigkeit der Schläge stark zu spüren“ gewesen. Trotz der „Präzision“ mit der Israel Ziele bombardiert habe, habe es unter palästinensischen Zivilisten „inakzeptablen und unerträglichen Verlust von Menschenleben“ gegeben. Schmale sagte außerdem, aktuell gebe es keine Knappheit an Lebensmitteln, Medizin oder Wasser, da Israel die Grenzübergänge wieder geöffnet habe. Die Hamas warf Schmale daraufhin vor, er sei eine „wesentliche Ursache für das Leid tausender palästinensischer Flüchtlinge und UNRWA-Mitarbeiter im Gazastreifen.“ Schmale vertrete „feindlich gesinnte Meinungen und Voreingenommenheit zugunsten der Besatzung.“ Schmales Stellvertreter David de Bold wurde ebenfalls abgezogen.


Isaac Herzog wird Israels Staatspräsident

Isaac Herzog, Vorsitzender der Jewish Agency (Israels Einwanderungsbehörde), ist am heutigen Mittwoch zu Israels elftem Staatspräsidenten gewählt worden. Er erhielt die Stimmen von 87 Knesset-Abgeordneten. Seine Gegenkandidatin, die Israelpreis-Trägerin und prominente soziale Aktivistin Miriam Peretz, erhielt 26 Stimmen. Sieben Abgeordnete enthielten sich, gaben eine ungültige oder keine Stimme ab. In seiner ersten Rede nach seiner Wahl sagte Herzog, er wolle „Brücken bauen“ innerhalb der israelischen Gesellschaft und auch mit der jüdischen Diaspora. Außerdem will er „Antisemitismus und Israelhass bekämpfen“, die „Grundfesten unserer Demokratie schützen“ und Unternehmertum fördern. Er wird am 9. Juli das Amt vom amtierenden Präsidenten Reuven Rivlin übernehmen. Israels Staatspräsident nimmt weitgehend eine repräsentative Rolle ein, kann aber Begnadigungen und Straferleichterungen aussprechen. Außerdem entscheidet er, wer nach einer Parlamentswahl das Mandat zur Regierungsbildung erhält. Herzog (60), der den Spitznamen „Bougie” trägt, entstammt einer einflussreichen israelischen Familie. Er ist der Sohn von Israels sechstem Staatspräsidenten Chaim Herzog und der Enkelsohn von Jitzhak Halevi Herzog, Israels erstem aschkenasischen Oberrabbiner. Seine Tante war die Ehefrau des früheren Premierministers Abba Eban. Nach seinem Militärdienst studierte Isaac Herzog Jura. Von 2005 bis 2011 diente er in verschiedenen Regierungen als Minister. Von 2013 bis 2018 war er Vorsitzender der Arbeitspartei und Oppositionsführer in der Knesset. Seit 2018 ist er Vorsitzender der Jewish Agency. Herzog und seine Frau Michal, ebenfalls Juristin, haben drei Söhne und leben in Tel Aviv.

Foto: GPO/Haim Zach, Isaac und Michal Herzog mit Benjamin Netanjahu, 02.06.2021

Israel: Fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben

Aufgrund stark rückläufiger Corona-Zahlen in Israel sind am Dienstag fast alle Maßnahmen aufgehoben worden. Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Geschäfte und Restaurants dürfen wieder ohne Begrenzung der Besucherzahl öffnen. Unterschiedliche Regelungen für Geimpfte und Ungeimpfte entfallen. Veranstaltungen in Innenräumen oder im Freien sind wieder ohne Beschränkung der Teilnehmerzahl möglich. „Für uns ist der 1. Juni 2021 ein Feiertag“, freute sich Tomer Mor, Vorsitzender des Interessenverbands der Gastronomen. „Wir freuen uns darauf, wieder Kinder, Erwachsene und Familien in unseren Restaurants zu begrüßen, ohne Einschränkungen.“ Einige Regelungen bleiben bestehen, wie z.B. die Maskenpflicht in Innenräumen, die jedoch bald aufgehoben werden soll. Außerdem müssen Ungeimpfte, die aus dem Ausland nach Israel einreisen, sich weiterhin in Quarantäne begeben. Ausländische Reisegruppen dürfen seit dem 23. Mai wieder unter Auflagen einreisen. Am Montag wurden vier Personen positiv auf das Coronavirus getestet, am Sonntag waren es fünf. Die Zahl der aktiven Fälle liegt bei 340, von ihnen sind 48 schwer erkrankt. Zum Höhepunkt der Pandemie gab es in Israel rund 88.000 aktive Fälle, von denen 1.228 schwer erkrankt waren. Seit Beginn der Corona-Krise sind 839.475 Israelis positiv getestet worden, 6.412 sind mit oder an dem Virus gestorben. Inzwischen sind über 55% der Gesamtbevölkerung, bzw. rund 70% der über 19-Jährigen, vollständig geimpft.

Alijah: Hunderte Neueinwanderer treffen in Israel ein

Seit Ende des Hamas-Raketenkriegs gegen Israel sind hunderte jüdische Neueinwanderer in Israel eingetroffen. Am Montag landeten 160 Angehörige der indischen Bnei-Menasche-Gemeinde in Tel Aviv. Die ICEJ sponserte die Flugkosten von 99 von ihnen. 115 weitere Bnei Menasche („Söhne Manasses“) konnten ihren Flug nicht antreten, nachdem 36 von ihnen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Shavei Israel, die israelische Partnerorganisation der ICEJ, bemüht sich nun um die Unterbringung und medizinische Versorgung der positiv Getesteten und ihrer Familien. Sie werden in frühestens vierzehn Tagen nachreisen können. Vergangene Woche trafen rund 500 jüdische Neueinwanderer aus Nord- und Südamerika, der ehemaligen Sowjetunion, Europa und Südafrika in Israel ein. Die ICEJ konnte die Flugkosten für 148 von ihnen übernehmen.

Vielen Dank an alle Unterstützer, die die Alijah dieser Neueinwanderer möglich gemacht haben. Bitte beten Sie mit uns für die rasche Genesung der 36 positiv getesteten Bnei Menasche und für ihre baldige Alijah. Helfen Sie uns, noch weitere Juden bei ihrer Heimkehr nach Israel zu unterstützen. Als Verwendungszweck bitte „Alijah“ angeben, herzlichen Dank!

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Maxim (8): Knochenmarktransplantation erfolgreich

Maxim, der inzwischen achtjährige Junge, der im Juni 2020 mit seinen Eltern aus St. Petersburg nach Israel einwanderte, hat seine Knochenmarktransplantation gut überstanden. Seine Ärzte sind zuversichtlich, dass er langfristig geheilt sein wird. Bei Maxim war vor rund zweieinhalb Jahren eine akute lymphatische Leukämie diagnostiziert worden. Im Juni 2020 stand fest, dass der Krebs sich trotz monatelanger Behandlung weiter ausgebreitet hatte. Eine Knochenmarktransplantation, unter normalen Bedingungen bereits schwierig, schien angesichts der Corona-Krise und des Lockdowns in Russland schier unmöglich. Am 20. Juni 2020 bat Maxims Vater das israelische Konsulat und das Büro der Jewish Agency (Israels Einwanderungsbehörde) in St. Petersburg um Hilfe. Die Jewish Agency arbeitete unter Hochdruck, um die Alijah (Einwanderung nach Israel) der Familie zu ermöglichen. Bereits zehn Tage später landeten sie in Israel und Maxim wurde unverzüglich in ein Krankenhaus verlegt. Inzwischen lernt er, gemeinsam mit seinen Eltern, in einem Online-Kurs Hebräisch. Fast täglich muss er zur weiteren Therapie und zu Nachuntersuchungen ins Krankenhaus. Die Familie ist sehr dankbar dafür, in Israel zu sein.

Vielen Dank an alle Unterstützer für Ihre treuen Gebete für Maxim und seine Eltern! Beten wir weiterhin für seine vollkommene Genesung und dass die Familie sich gut in ihrem neuen Zuhause einlebt.

Israel wirft UNHRC „Heuchelei und Absurdität“ vor

Der UN-Menschenrechtsrat (UNHRC) hat am Donnerstag die Schaffung einer dauerhaften Untersuchungskommission beschlossen, die mögliche Menschenrechtsverletzungen „in den besetzten palästinensischen Gebieten, einschließlich Ostjerusalems, und in Israel“ untersuchensoll.Es wäre die erste Untersuchungskommission mit einem unbefristeten Mandat, d.h. sowohl vergangene als auch künftige Vorfälle können untersucht werden. Die Resolution, initiiert von der Organisation für Islamische Zusammenarbeit, wurde von einer Mehrheit von 24 Mitgliedstaaten verabschiedet, u.a. von Russland und China. Neun Staaten stimmten dagegen, darunter Deutschland, Österreich, Bulgarien, Tschechien und Großbritannien. 14 Staaten enthielten sich, u.a. Frankreich, Italien, Dänemark, die Niederlande und Polen. Israel hat angekündigt, es werde nicht mit den Untersuchungen kooperieren. Israels Außenministerium nannte den UNHRC ein „Gremium mit einer eingebauten anti-israelischen Mehrheit, das von Heuchelei und Absurdität geleitet wird. Jede Resolution, die es versäumt, den Abschuss von über 4.300 Raketen durch eine Terrororganisation auf israelische Zivilisten zu verurteilen, oder die Terrororganisation Hamas auch nur zu erwähnen, ist nichts mehr als ein moralisches Scheitern und ein Schandfleck für die internationale Organisation und die UN.“ Die Resolution ignoriere, dass Hamas „doppelte Kriegsverbrechen“ verübe: „sie schießt aus Wohngebieten innerhalb des Gazastreifens auf israelische Zivilisten.“ Die Untersuchungskommission diene dazu, die „Verbrechen“ der Hamas zu verharmlosen und Israels Vorgehen zur Selbstverteidigung zu „kriminalisieren“. Die deutsche Bundesregierung begründete ihre Gegenstimme damit, dass der Beschluss „nicht auf die jüngste Eskalation und auf den Kontext“ eingehe. „Dass ein so weitgehendes Mandat innerhalb weniger Tage und ohne substanzielle Verhandlungen verabschiedet wurde, trägt zusätzlich zu unserer skeptischen Haltung bei“, kritisierte sie.

Nichte von Hamas-Führer in israelischem Krankenhaus

Eine Nichte Ismail Haniyehs, Führer der islamistischen Terrororganisation Hamas, wird seit mehr als einem Monat in einem israelischen Krankenhaus behandelt. Unbestätigten Medienberichten zufolge soll die 17-Jährige sich im Tel Aviver Ichilov-Krankenhaus einer Knochenmarktransplantation unterzogen und sich auch während des jüngsten Hamas-Raketenkriegs gegen Israel dort befunden haben. Seit Jahren genehmigt Israel Palästinensern aus dem Gazastreifen in schweren und lebensbedrohlichen Fällen die medizinische Behandlung in israelischen Krankenhäusern. Auch mehrere Angehörige Haniyehs sind bereits in Israel behandelt worden. In einer „Siegesrede“ in Katar wenige Stunden nach in Kraft treten des Waffenstillstands am 22. Mai sagte Haniyeh, die Hamas habe das „Projekt der Koexistenz und der Normalisierung zerstört“ - in Anspielung auf die jüngsten Friedensabkommen Israels mit vier arabischen Staaten. Er begrüßte zudem die Krawalle arabischer Randalierer im Westjordanland und in israelischen Städten.

Junge US-Christen: Unterstützung für Israel nimmt ab

Unter jungen evangelikalen US-Amerikanern nimmt die Unterstützung für Israel ab. Das ergab eine Umfrage der University of North Carolina at Pembroke (UNCP), deren Ergebnisse im Mai veröffentlicht wurden. Von den über 700 befragten jungen evangelikalen Christen im Alter von 18 bis 29 Jahren gaben 33,6% an, im „israelisch-palästinensischen Streit“ würden sie Israel unterstützen. 24,3% drückten ihre Unterstützung für die Palästinenser aus und 42,2% unterstützten keine Seite. 2018 hatten bei einer ähnlichen Umfrage noch 69% gesagt, sie unterstützten Israel, nur 5,6% die Palästinenser. Bei der aktuellen Umfrage befürworteten rund 45% der Befragten die Errichtung eines palästinensischen Staates, 20,5% lehnten dies ab. 35,1% sagten, sie seien in der Angelegenheit „neutral“. Dennoch waren 71,6% der Ansicht, ein ungeteiltes Jerusalem solle für immer Israels Hauptstadt bleiben. 28,4% befürworteten die Idee, Ostjerusalem zur Hauptstadt eines künftigen Palästinenserstaates zu machen. 44% gaben an, ihre religiösen Überzeugungen hätten keinen Einfluss auf ihre Meinung zum Nahostkonflikt. Außerdem gab rund die Hälfte aller Befragten an, nur sehr wenig oder gar nichts über den israelisch-palästinensischen Konflikt zu wissen. „Es wird deutlich, dass Israel bei jungen Amerikanern zunehmend ein Image-Problem hat. Wir sehen es bei den Evangelikalen, bei den amerikanischen Juden und bei anderen Gruppen“, sagte Professor Motti Inbari, der die Umfrage in Auftrag gegeben hatte. Er forderte die israelische Regierung auf, auf den Meinungswandel unter evangelikalen Christen „achtzugeben“.


Maas in Israel, versichert „Solidarität“ Deutschlands

„Ich bin heute hierhergekommen, um euch unserer Solidarität zu versichern.“ Das sagte Bundesaußenminister Heiko Maas am heutigen Donnerstag bei einem Treffen mit seinem israelischen Amtskollegen Gabi Aschkenasi in Tel Aviv. Gemeinsam besuchten sie ein von Hamas-Raketen zerstörtes Gebäude in Petach Tikwa. Auf Twitter schrieb Maas, „solange es Staaten und Gruppierungen gibt, die Israel mit Vernichtung drohen, muss es in der Lage sein, seine Bewohner zu schützen. Dass das auch so bleibt, dazu wird Deutschland auch zukünftig Beiträge leisten.“ Am Nachmittag kam Maas mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und Staatspräsident Reuven Rivlin zusammen. Danach reiste er zu einem Treffen mit dem palästinensischen Premierminister Mohammed Schtajjeh nach Ramallah. Neben Maas waren heute auch die Außenminister Tschechiens und der Slowakei nach Israel gereist.

Foto: GPO/Facebook, Heiko Maas und Benjamin Netanjahu, 20.05.2021

Israel: Waffenstillstand wenn „Ziele erreicht” sind

Israel werde seine Militäroperation im Gazastreifen beenden, sobald es „die Ziele, die wir erreichen wollen“ erreicht habe. Das sagte Israels Nachrichtendienstminister Eli Cohen am heutigen Donnerstag. Cohen reagierte damit auf Meldungen, ein Waffenstillstand mit der islamistischen Terrororganisation Hamas könnte infolge des wachsenden internationalen Drucks bereits am Freitag in Kraft treten. Am Mittwoch hatte US-Präsident Joe Biden in einem Telefonat mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu gesagt, er erwarte eine „deutliche Deeskalation“ seitens Israels. Die USA hatten am Montag bereits zum dritten Mal eine Resolution des UN-Sicherheitsrates blockiert. Die Resolution hatte die im Gazastreifen herrschende islamistische Terrororganisation Hamas und Israel zu einem sofortigen Waffenstillstand aufgefordert und Kritik an beiden Seiten geübt – den Raketenbeschuss durch die Hamas jedoch nicht erwähnt. Die israelische Armee erwartet, dass die Hamas noch vor Eintreten eines Waffenstillstands einen „größeren Erfolg“ verbuchen möchte, wie z.B. das Eindringen von Hamas-Terroristen auf israelisches Staatsgebiet oder einen erneuten Raketenbeschuss Tel Avivs, um sich anschließend als Sieger inszenieren zu können.

Am heutigen Donnerstag feuerte die Hamas weitere Raketen auf Ortschaften entlang des Gazastreifens. Drei Zivilisten zogen sich bei ihrer Flucht in Schutzbunker Verletzungen zu. Bei Zikim, südlich von Aschkelon, wurde ein leerstehender Militärbus von einer Antipanzer-Lenkrakete getroffen. Ein Soldat wurde dabei leicht verletzt. Seit dem 10. Mai hat die Hamas rund 3.700 Raketen auf Israel abgefeuert. Zwölf Menschen starben, hunderte wurden verletzt. Angaben der Hamas zufolge starben im Gazastreifen 227 Menschen. Israel geht davon aus, das es sich bei mindestens 145 der Toten um Terroristen handelte. Zudem sollen zahlreiche Zivilisten infolge von fehlgeleiteten Hamas-Raketen getötet worden sein.

Gebetsanliegen:Bitte beten Sie weiterhin mit uns für Schutz und Bewahrung der Menschen in Israel. Beten wir für ein Ende des Raketenterrors und um Weisheit für die israelische Regierung und Militärführung. Lassen Sie uns auch um Schutz für die unter der Hamas leidenden Palästinenser im Gazastreifen beten, und dass sie eine Führung erhalten, die friedliche Koexistenz mit Israel anstrebt.

Krawalle im Westjordanland, arabischer Generalstreik in Israel

Am Mittwoch hat eine palästinensische Terroristin nahe Kirjat Arba (Judäa und Samaria) mit einem M-16-Maschinengewehr auf israelische Zivilisten und Soldaten geschossen. Israelische Soldaten erschossen die Frau. Am Dienstag kam es im Westjordanland an rund 25 Orten zu gewaltsamen Protesten, nachdem die Fatah zu einem „Tag des Zorns“ aufgerufen hatte. Nahe Beit El wurden zwei Soldaten verletzt, als sie aus der Gruppe der Demonstranten heraus mit AK-47 Sturmgewehren beschossen wurden. Palästinensischen Angaben zufolge starben am selben Tag drei Palästinenser infolge von Schussverletzungen. Unklar ist, wer die Schüsse abgegeben hatte, da sowohl Palästinenser als auch israelische Soldaten mit scharfer Munition schossen. Auch in Jerusalem kam es nahe des Damaskus-Tors und im Stadtteil Scheikh Jarrah zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Arabern und der israelischen Polizei. In Israel nahmen zahlreiche arabische Staatsbürger an einem Generalstreik teil, um gegen „den Krieg und den Angriff auf Palästinenser in Jerusalem, auf Scheikh Jarrah und auf die Al-Aksa-Moschee“ zu demonstrieren. Arabische Einzelhändler und Gastronomen schlossen ihre Betriebe und arabische Arbeitnehmer erschienen nicht zur Arbeit. Der öffentliche Personenverkehr war in ganz Israel stark beeinträchtigt. Lediglich das private Bildungssystem und das Gesundheitswesen waren vom Streik ausgenommen.

Gaza: Freilassung israelischer Geiseln gefordert

Die Arbeitnehmervertretung der Israel Electric Corporation, Israels größtem Stromversorger, hat am Donnerstag angekündigt, man wolle Stromleitungen in den Gazastreifen, die infolge des Hamas-Raketenbeschusses zerstört wurden, nicht reparieren, bis die islamistische Terrororganisation vier in ihrer Gewalt befindliche Israelis, darunter die Leichname von zwei Soldaten, freigelassen habe. Das Unternehmen erklärte daraufhin, als staatliches Unternehmen sei man an geltendes Recht gebunden. Stromversorgung sei lebensnotwendig, unabhängig vom Konflikt mit der Hamas. Fünf der zehn Hochspannungsleitungen, die den Gazastreifen mit Strom versorgen, sind durch Hamas-Raketen zerstört worden. Mit ihrer Ankündigung folgte die Arbeitnehmervertretung einem Aufruf Aviram Shauls, dass ein Ende der Militäroperation im Gazastreifen an die Rückkehr der vier Israelis geknüpft sein müsse. Shaul ist der Bruder von Oron Shaul, einem der zwei im Gazakrieg 2014 getöteten israelischen Soldaten, deren sterbliche Überreste sich in der Gewalt der Hamas befinden. Neben den Leichnamen von Oron Shaul und Hadar Goldin werden seit 2015 der äthiopisch-jüdische Avera Mengistu und der Beduine Hisham al-Sayed als Geiseln festgehalten. Ihren Familien zufolge sind beide psychisch krank. Am Mittwoch hatte Enav Baruch Mekonen, Mengistus Schwester, Anhänger der „Black Lives Matter“-Bewegung aufgefordert, sich für die Freilassung ihres Bruders einzusetzen. Immer wieder hat es in der Vergangenheit Berichte über eine bevorstehende Freilassung der vier Israelis gegeben, bisher ist jedoch keine Einigung erzielt worden.

Deutschland: Razzien bei Hisbollah-nahen Vereinen

Die Polizei hat am Mittwoch in sieben deutschen Bundesländern Vereins-Räumlichkeiten durchsuchen lassen, die in Verbindung mit der schiitisch-libanesischen Terrororganisation Hisbollah stehen sollen. Innenminister Horst Seehofer hatte im April drei Vereine verbieten lassen, die als Hilfswerke getarnt Gelder für die Hisbollah gesammelt hatten. „Wer den Terror unterstützt, wird in Deutschland nicht sicher sein“, sagte Seehofer. Bereits 2020 hatte Seehofer ein Betätigungsverbot gegen die Hisbollah verfügt, was einem de-facto Verbot der Terrororganisation gleichkam. Sicherheitsbehörden zufolge dient Deutschland der Hisbollah vor allem als Rückzugsort und zum Sammeln von Spenden. Hierzulande hat sie rund 1.050 Unterstützer. Die EU hatte 2013 den militärischen Flügel der Hisbollah auf ihre Liste der Terrororganisationen gesetzt. In Deutschland und den Niederlanden ist auch der politische Flügel verboten. Einschätzungen von Experten und auch Äußerungen der Hisbollah zufolge gibt es innerhalb der Terrormiliz, die vom Iran unterstützt und mit Waffen beliefert wird, keine Trennung in zwei Flügel. Die Hisbollah, militärisch stärker als die libanesische Armee, verfügt inzwischen über ein Raketenarsenal von mehr als 150.000 Raketen und ist dabei, diese zu präzisionsgesteuerten Waffen umzurüsten. Sie finanziert sich Expertenmeinungen zufolge hauptsächlich über Drogenschmuggel und Geldwäsche.

USA: Informationen über Gaza-Hochhaus erhalten

US-Außenminister Antony Blinken hat am Dienstag bestätigt, dass Israel den USA geheimdienstliche Informationen zu dem Hochhaus im Gazastreifen, das am Samstag durch die israelische Luftwaffe zerstört worden war, vorgelegt hat. Genauere Details nannte Blinken nicht. In dem Gebäude soll sich israelischen Angaben zufolge neben Büros der Presseagentur Associated Press (AP) und des Fernsehsenders Al-Jazeera auch eine Zentrale für Militäraufklärung und Waffenentwicklung der islamistischen Terrororganisation Hamas befunden haben. Vor dem Raketenangriff, bei dem niemand verletzt wurde, hatte Israel den Eigentümer des Hochhauses gewarnt und zur Evakuierung aufgefordert. Die Zerstörung des Gebäudes wurde von zahlreichen Medienvertretern weltweit als Angriff auf die Pressefreiheit verurteilt. Die israelische Armee warf der Hamas vor, sich hinter den Pressebüros versteckt und deren Mitarbeiter als menschliche Schutzschilde missbraucht zu haben.

 


Israel: Hamas-Raketenbeschuss dauert an

Der Raketenterror aus dem von der islamistischen Terrororganisation Hamas beherrschten Gazastreifen dauert den neunten Tag in Folge an. Bei einem Angriff von Hamas-Terroristen auf Südisrael sind am heutigen Dienstag zwei ausländische Arbeitskräfte durch Mörsergranaten getötet worden. Bei weiteren Angriffen auf die Grenzübergänge Erez und Kerem Schalom wurde ein israelischer Soldat leicht verletzt, als er die Einfuhr von Hilfslieferungen in den Gazastreifen koordinierte. Insgesamt haben die Hamas und andere im Gazastreifen agierende Terrorgruppen seit Montag letzter Woche über 3.150 Raketen auf Israel abgefeuert. Millionen Israelis müssen mehrmals täglich Schutzbunker aufsuchen. Rund 460 der Raketen schlugen innerhalb des Gazastreifens ein. Die israelische Armee hat eigenen Angaben zufolge mehr als 820 Stellungen der Hamas in der Enklave bombardiert und über 100 Kilometer ihres Terrortunnel-Netzwerks zerstört. Außerdem konnten 65 Mehrfachraketenwerfer zerstört werden. Die Armee vermutet, dass die Terroristen über viele weitere Raketenwerfer verfügen, auch für Langstreckenraketen. Angaben der Hamas zufolge sind rund 200 Palästinenser infolge israelischer Luftangriffe ums Leben gekommen. Israel geht davon aus, dass mindestens 150 der Getöteten Kämpfer der Hamas und anderer Terrororganisationen waren. Zudem seien mindestens 20 Palästinenser von fehlgeleiteten Hamas-Raketen getötet worden. Infolge des Hamas-Raketenterrors sind in Israel zwölf Personen ums Leben gekommen, hunderte wurden verletzt. Das jüngste Todesopfer ist ein fünfjähriger Junge aus Sderot. Er wurde tödlich verletzt, als Raketensplitter die Stahlverkleidung des Schutzraumes durchbohrten, in dem er mit seiner Familie Zuflucht gesucht hatte. Ersten Ermittlungen zufolge entsprach der Schutzraum nicht mehr den neuesten Sicherheitsstandards. Zwei weitere Israelis starben infolge von Verletzungen, die sie sich bei der Flucht in den Schutzbunker zugezogen hatten.

Foto: IDF, Armeesprecher Jonathan Conricus vor einem von einer Rakete zerstörten Haus in Petach Tikwa, 13.05.2021

Krawalle in Israel: Weiteres Todesopfer, zahlreiche Verletzte

Die seit letzter Woche andauernden Krawalle durch jüdische und arabische Randalierer haben ein weiteres Todesopfer gefordert. Ein jüdischer Israeli (56), der vergangene Woche in der zentralisraelischen Stadt Lod durch einen Steinwurf schwer am Kopf verletzt wurde, erlag am Montag seinen Verletzungen. Letzte Woche war in der Stadt ein arabischer Israeli (32) erschossen worden. Vier jüdische Israelis wurden daraufhin festgenommen, sie behaupteten, aus Notwehr gehandelt zu haben. Viele israelische Städte mit sowohl jüdischen als auch arabischen Einwohnern werden seit vergangener Woche von den schwersten Krawallen seit Jahren erschüttert. Randalierer zerstören Wohnhäuser, Geschäfte und Autos. In Lod wurden acht Synagogen und ein muslimischer Friedhof in Brand gesteckt. Zahlreiche Menschen, Juden und Araber, wurden zum Teil schwer verletzt, einige erlitten Schussverletzungen. Am Mittwoch wurde ein arabischer Autofahrer in Bat Jam, südlich von Tel Aviv, von jüdischen Randalierern aus seinem Auto gezerrt und zusammengeschlagen. Der Vater von vier Kindern wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht, er ist inzwischen außer Lebensgefahr. Ein ähnliches Schicksal erlitt ein jüdischer Autofahrer, der im nordisraelischen Akko von arabischen Randalierern angegriffen und schwer verletzt wurde. Am Donnerstag wurden zwei Zivilisten und ein Polizist in Lod und Ramle von arabischen Randalierern angeschossen. In Jaffa wurde ein 19-jähriger Soldat verprügelt. Er wurde mit einer Schädelfraktur und Hirnblutungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Am Freitagabend warfen Unbekannte Molotowcocktails durch das Fenster eines Wohnhauses in Jaffa. Ein 12-jähriger arabischer Junge erlitt schwere Brandverletzungen im Gesicht und am Oberkörper, seine zehnjährige Schwester wurde leicht verletzt. Ärzte des Sheba Medical Centers in Tel HaSchomer sagten, Gehirn, Herz und Lunge des Jungen, der sich weiterhin in einem künstlichen Koma befindet, seien nicht verletzt worden. Sie gehen davon aus, dass er sich mithilfe plastischer Chirurgie von den Verbrennungen „vollkommen erholen“ werde. Die Polizei nahm am Sonntag einen Verdächtigten fest, einen 20-jährigen arabischen Mann aus Jaffa. Am Freitag schaltete Israels Inlandsgeheimdienst Schin Bet sich in die Prävention und Aufklärung der Krawalle ein. Die Ausschreitungen seien „Terror in jeder Hinsicht“.

Israel zerstört Unterwasserdrohnen der Hamas

Die islamistische Terrororganisation Hamas hat am Montag versucht, israelische Ziele mit einer Unterwasserdrohne anzugreifen. Die israelische Armee zerstörte das autonome Unterwasserfahrzeug kurz nach dem Start und bombardierte die verantwortlichen Terroristen. Israel vermutet, dass die Hamas über zahlreiche Unterwasserdrohnen verfügt, die mittels GPS gesteuert werden und mit bis zu 30 Kilogramm Sprengstoff bestückt werden können. Damit könnten die Terroristen israelische Ziele an der Küste und auf See, wie z.B. Marineschiffe oder Bohrinseln, angreifen. Vergangene Woche hatte die Hamas mehrmals versucht, Raketen auf Israels Bohrinsel im Erdgasfeld „Tamar“ rund 23 Kilometer vor der Küstenstadt Aschkelon zu feuern. Die Raketen verfehlten jedoch ihr Ziel. Israels Bohrinseln sind u.a. mit dem Raketenabwehrsystem Iron Dome („Eisenkuppel“) ausgestattet. Als Vorsichtsmaßnahme ist die Förderung im Erdgasfeld Tamar zurzeit ausgesetzt.

Anschläge auf israelische Soldaten, Polizisten

Am heutigen Dienstag hat ein Palästinenser in Hebron stationierte israelische Soldaten mit einer Maschinenpistole angegriffen. Als er anschließend eine Rohrbombe auf sie werfen wollte, wurde er von den Soldaten erschossen. Am Sonntag waren bei einem Terroranschlag in Ostjerusalem sieben israelische Grenzpolizisten verletzt worden. Der Terrorist rammte die Polizisten an der Nablus-Straße im Stadtteil Scheikh Jarrah mit seinem Auto und überfuhr einige von ihnen. Die Polizisten erschossen daraufhin den Angreifer, einen Araber aus Ostjerusalem. Bereits am Freitag und Samstag hatten Terroristen versucht, israelische Soldaten in Judäa und Samaria mit ihren Fahrzeugen zu rammen. Beide Angreifer wurden erschossen. Israelische Soldaten wurden nicht verletzt.

Libanon: Raketen auf Israel, Krawalle am Grenzzaun

Terroristen im Südlibanon haben am Montagabend sechs Raketen auf Israel abgefeuert. Dabei handelte es sich offenbar um sowjetische Grad-Raketen. Alle Raketen schlugen noch auf der libanesischen Seite der Grenze ein. Die israelische Armee schoss daraufhin mit Artilleriefeuer auf die Angreifer. Der Raketenbeschuss löste in den israelischen Ortschaften im Grenzgebiet zum Libanon Luftalarm aus. Gemeinden im Umkreis von vier Kilometern entlang der libanesischen Grenze wurden angewiesen, Schutzbunker zu öffnen. Es ist das dritte Mal innerhalb weniger Tage, dass Raketen auf Nordisrael abgefeuert wurden. Am Donnerstag feuerten libanesische Terroristen drei Raketen in Richtung Israel, alle drei landeten im Mittelmeer. Am Freitag feuerten Terroristen aus Syrien drei Raketen, eine Rakete schlug auf syrischem Gebiet ein, die beiden anderen trafen unbewohntes Gelände im israelischen Teil der Golanhöhen. Ebenfalls am Freitag drangen Unbekannte vom Libanon nach Israel ein, zerstörten Teile des Grenzzauns, legten Brände und versuchten, in die nordisraelische Stadt Metulla vorzudringen. Israelische Panzer feuerten Warnschüsse, dabei wurde libanesischen Angaben zufolge ein 21-jähriger Kämpfer der schiitisch-libanesischen Terrororganisation Hisbollah getötet. Israel geht davon aus, dass es sich bei dem wiederholten Raketenbeschuss nicht um Angriffe der Hisbollah handelte. Arabischen Medienberichten zufolge habe die Hisbollah „kein Interesse“ daran, den aktuellen Konflikt zwischen Israel und der islamistischen Terrororganisation Hamas auf den Libanon „auszudehnen“. Israel vermutet, dass die vom Iran unterstützte Hisbollah angesichts der andauernden politischen und wirtschaftlichen Krise im Libanon, die immer mehr in den Fokus der internationalen Gemeinschaft rückt, vermeiden will, dass ihr Raketenarsenal von über 150.000 Raketen Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Unglück in Synagoge: Zwei Tote, 167 Verletzte

Am Sonntagabend sind in Givat Seev (Judäa und Samaria) zwei Menschen ums Leben gekommen, als in einer Synagoge eine Tribüne einstürzte. 167 Personen wurden verletzt, fünf von ihnen schwer. Das Unglück ereignete sich kurz vor Beginn des jüdischen Feiertags Schawuot, zu dem hunderte ultraorthodoxe Juden zusammenkamen. Der obere Teil einer Tribüne stürzte ein und riss die darauf stehenden Gläubigen mit in die Tiefe. Bei den Todesopfern handelt es sich um einen zwölfjährigen Jungen und einen 40-jährigen Mann. Die Synagoge befindet sich in einem noch nicht fertiggestellten Neubau. Eine Nutzungsgenehmigung war noch nicht erteilt worden. Die Stadtverwaltung von Givat Seev und die israelische Polizei sollen vor dem Unglück Gottesdienste in dem noch unfertigen Gebäude explizit verboten haben.

Israel: Millionen europäischer Hilfsgelder flossen an PFLP

Die palästinensische Terrororganisation Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) soll seit Jahren Hilfszahlungen aus Europa in Höhe von mehreren Millionen Euro in Terroraktivitäten investiert haben. Das gab Israels Inlandsgeheimdienst Schin Bet Anfang Mai bekannt. Vier Verdächtige seien festgenommen worden. Israels Außenministerium hat europäischen Diplomaten bereits entsprechende Beweise vorgelegt. Demnach soll die PFLP, die von der EU als Terrororganisation geführt wird, ihre Gesundheitsorganisation Health Work Committees (HWC) missbraucht haben, um mittels fiktiver Projekte, gefälschter und überhöhter Rechnungen und anderer Methoden europäische Hilfsorganisationen und Regierungen zu täuschen. Dem Schin Bet zufolge sollen die Gelder u.a. an Hinterbliebene getöteter Terroristen geflossen und in die Rekrutierung neuer Mitglieder investiert worden sein. Die israelische Nichtregierungsorganisation „NGO Monitor“, die Hilfszahlungen an palästinensische Organisationen mit möglichen Verbindungen zu Terroristen beobachtet, schätzt, dass zwischen 2017 und 2020 über 6,6 Millionen Euro aus Europa an die HWC geflossen sind.


Über 1.000 Raketen auf Israel gefeuert, sechs Tote

Die islamistische Terrororganisation Hamas hat in der Nacht zum Mittwoch hunderte Raketen auf zentralisraelische Städte, einschließlich Tel Aviv, abgefeuert. Am frühen Mittwochmorgen schlugen zwei Raketen in einem Haus und einem Auto nahe Lod ein. Zwei Insassen des Autos, ein arabisch-israelischer Vater (52) und seine Tochter (16), wurden getötet, die Mutter überlebte schwer verletzt. In Rischon LeZion wurde eine Frau (50) durch eine Rakete getötet, als sie in einem Schutzbunker vor ihrem Haus Zuflucht suchen wollte. In Holon schlug eine Rakete neben einem Bus ein, vier Menschen wurden verletzt, darunter ein fünfjähriges Mädchen. In Givatajim wurden vier Menschen verletzt als herabstürzende Trümmerteile einer abgefangenen Rakete in einem Haus einschlugen. Der Ben-Gurion Flughafen in Tel Aviv musste für rund zwei Stunden geschlossen werden, Flüge wurden nach Zypern umgeleitet. Am Dienstagnachmittag waren eine ältere Israelin und ihre indische Haushälterin (32) in Aschkelon getötet worden, als eine Rakete in ihrem Haus einschlug. Seit Montagabend haben Terroristen aus Gaza über 1.000 Raketen und Mörsergranaten auf Israel abgefeuert, etwa 200 schlugen noch innerhalb des Gazastreifens ein. Israels Raketenabwehrsystem konnte 85-90% der Raketen, die auf bewohntes Gebiet zielten, abfangen. Am Mittwochvormittag wurde ein israelischer Soldat (21) getötet, als Terroristen eine Antipanzer-Lenkrakete auf ein Armeefahrzeug in Netiv HaAsara im nördlichen Grenzgebiet zum Gazastreifen feuerten. Drei weitere Insassen wurden zum Teil schwer verletzt.

Foto: IDF, Von einer Rakete zerstörtes Haus in Aschkelon, 11.05.2021

Die israelische Armee bombardierte bis zu 500 Stellungen der Hamas im Gazastreifen, u.a. Terror-Angriffstunnel, die in Richtung Israel verliefen, Produktions- und Lagerstätten von Raketen und Raketenabschussrampen. Außerdem zerstörte sie ein neunstöckiges Gebäude in Gaza-Stadt, in dem sich u.a. der Spionagedienst und die Propaganda-Abteilung der Hamas befanden. Um unschuldige Zivilisten zu schützen, hatte die israelische Armee wenige Stunden vor dem Luftschlag die Bewohner aufgefordert, das Gebäude zu verlassen. Bei Israels Luftschlägen wurden auch zwei Kommandeure der Hamas-Militäraufklärung gezielt getötet. Angaben der Hamas zufolge sind 43 Menschen in Gaza ums Leben gekommen. Israel geht davon aus, dass die meisten palästinensischen Opfer auf fehlgeleitete Hamas-Raketen zurückzuführen sind.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie weiterhin für Schutz und Bewahrung der Menschen in Israel. Beten wir für ein Ende des Raketenterrors und um Weisheit für die israelische Regierung und Militärführung bei allen anstehenden Entscheidungen. Lassen Sie uns auch für die Palästinenser im Gazastreifen beten, die unter der Herrschaft der dort agierenden Terrororganisationen leiden.

Bitte helfen Sie uns, Bunker an israelische Ortschaften, die nicht ausreichend vor Raketenbeschuss geschützt sind, zu liefern. Als Verwendungszweck bitte „Schutzbunker“ angeben, herzlichen Dank!

Zum Spendenportal

Stellungnahme: ICEJ unterstützt Israel, verurteilt palästinensische Gewalt

Die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (ICEJ) stellt sich solidarisch an die Seite Israels angesichts der fahrlässigen Krawalle, der Terroranschläge und des Raketenbeschusses der letzten Tage seitens der Palästinenser. Die ICEJ verurteilt palästinensische Führer für ihre bewusste Aufwiegelung muslimischer Gläubiger während des Fastenmonats Ramadan, mit der sie einen gefährlichen, religiös-motivierten Konflikt über Jerusalem entfachen wollen. Dank der mutigen Entscheidungen arabischer und israelischer Regierungschefs im Zuge der „Abraham-Abkommen“ hat der Nahe Osten in den letzten Monaten eine bemerkenswerte und nie zuvor dagewesene Entwicklung in Richtung Normalisierung und Frieden erlebt. Von Beginn an haben jedoch Hamas und Fatah versucht, diese Entwicklungen zu unterminieren und die palästinensische Bevölkerung aufzustacheln, was sich nun in der aktuellen Eskalation der Gewalt und des Terrors widerspiegelt. Neben ihrem Bemühen, die neue Friedensdynamik im gesamten Nahen Osten zu durchkreuzen, dienen ihre Handlungen auch dazu, von ihrem eigenen Versagen abzulenken, wie z.B. die abgesagten palästinensischen Wahlen. Gemeinsam mit ihren Unterstützern im Iran und in der Türkei tragen sie die volle Verantwortung für die aktuelle Eskalation. Indem sie gerade am Jerusalemtag ihre Angriffe verstärkten, bewiesen Hamas und Fatah auf perfide Weise, dass sie beide den Anspruch des jüdischen Volkes auf das historische, biblische Jerusalem nicht akzeptieren. Stattdessen haben sie damit gedroht, wegen Jerusalem einen regionalen Flächenbrand zu entzünden.

Wir fordern die Weltgemeinschaft daher auf, der hetzerischen Rhetorik und Handlungen der Palästinenser entschieden entgegenzutreten. Wir fordern auch Christen weltweit dazu auf, ernsthaft zu beten, dass Friede und Ruhe rasch wiederhergestellt werden – in Jerusalem, in Israel und im gesamten Nahen Osten.

Lod: Synagogen in Brand gesteckt, Notstand verhängt

Israel hat in der Nacht zum Mittwoch den Notstand in der zentralisraelischen Stadt Lod verhängt, nachdem israelische Araber dort die zweite Nacht in Folge randalierten. Dabei wurden drei Synagogen, zahlreiche Geschäfte und Autos in Brand gesteckt. Jüdische Einwohner der von Juden und Arabern bewohnten Stadt berichteten, Araber hätten Brandbomben auf ihre Häuser geworfen. Einige berichteten von Stromausfällen, nachdem Stromleitungen durchtrennt worden seien. Es gab Meldungen, dass jüdische Einwohner bei Raketenalarm die städtischen Bunker nicht aufsuchten, aus Furcht, von einem arabischen Mob angegriffen zu werden. Bürgermeister Jair Revivo sprach von einer „Kristallnacht in Lod“. „All die Arbeit, die wir in den letzten Jahren [in die Koexistenz] investiert haben, ist den Bach hinunter“ sagte er. „Ganz Israel soll wissen: dies ist ein totaler Kontrollverlust. In Lod ist ein Bürgerkrieg ausgebrochen.” Krawalle gab es auch in Ramle, Akko und Jaffa. Am Montag erschoss ein jüdischer Israeli einen arabischen Israeli in Lod. Der Schütze sagte, er habe aus Notwehr gehandelt. Er wurde am Dienstag wegen Mordverdachts festgenommen.

Appelle an arabische Politiker

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin hat arabisch-israelische Politiker aufgefordert, die Krawalle zu verurteilen. „Das israelische Volk, Juden und Araber, müssen hören, wie die arabische Führung klar und eindeutig ihre Stimme gegen diese wilde Gewalt erhebt.“ Esawi Frej, arabisch-israelischer Knesset-Abgeordneter der linken Meretz-Partei, forderte Politiker der arabischen Partei Vereinte Liste und arabische Bürgermeister auf, die Gewalt zu verurteilen. „Dies ist die Prüfung eurer Führungsstärke. Versteckt euch nicht. Äußert euch nicht nur dann, wenn Wahlen sind. Es ist eure Aufgabe, Einfluss auszuüben.“

Gebetsanliegen:Bitte beten Sie mit uns für die israelische Bevölkerung, insbesondere in Städten, die von Juden und Arabern bewohnt sind. Beten wir für Versöhnung und für ein friedliches Miteinander.

Krawalle auf dem Tempelberg

Der seit Montagabend andauernde Raketenbeschuss durch die islamistische Terrororganisation Hamas folgte auf ein „Ultimatum“, mit dem die Terroristen den „Rückzug“ israelischer Sicherheitskräfte vom Tempelberg erzwingen wollten. Seit Freitag war es auf dem Tempelberg zu Krawallen gekommen, bei denen dutzende israelische Polizisten und hunderte Palästinenser verletzt wurden. Zunächst hatten zahlreiche Palästinenser nach den Freitagsgebeten Hamas-Parolen skandiert, Hamas-Fahnen geschwenkt und die Hamas zu Raketenangriffen gegen Israel aufgerufen. Anschließend griffen sie die israelische Polizei mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern an. Die Polizisten setzten Blendgranaten, Tränengas und Gummigeschosse ein. Die Krawalle dauerten bis zum Montag an. Nachdem tausende Randalierer sich über Nacht in der Al-Aksa-Moschee verbarrikadiert hatten, griffen sie am Morgen eine Polizeistation an und bewarfen eine Straße südlich des Tempelbergs mit Steinbrocken. Daraufhin stürmte die israelische Polizei erneut den Tempelberg und auch die Al-Aksa-Moschee. Es ist sehr selten, dass israelische Sicherheitskräfte die Al-Aksa-Moschee betreten. Terrororganisationen wie die Hamas nutzen Einsätze israelischer Polizisten auf dem Tempelberg, insbesondere aber in der Al-Aksa-Moschee, immer wieder als Vorwand, die arabische Bevölkerung zu Gewalt gegen Israel aufzurufen.

Jerusalemtag

Am Montagmorgen entschied die Polizei, Juden den Besuch des Tempelbergs anlässlich des Jerusalemtags zu untersagen. Der Jerusalemtag, der nach jüdischem Kalender auf den Montag fiel, erinnert an die Wiedervereinigung der Hauptstadt 1967 während des Sechs-Tage-Kriegs. Eine jährlich stattfindende Parade jüdischer Israelis durch die Altstadt wurde umgeleitet, um Zusammenstöße zwischen Juden und Arabern zu vermeiden.

Die Krawalle auf dem Tempelberg folgten auf wochenlange gewaltsame Proteste junger Araber aus Ostjerusalem, nachdem im April israelische Sicherheitskräfte Menschenansammlungen vor dem Damaskus-Tor, ein beliebter Treffpunkt während des Fastenmonats Ramadan, untersagt hatten. Später wurde dieses Verbot wieder aufgehoben. Auch wegen einer Räumungsklage gegen palästinensische Familien im Ostjerusalemer Stadtteil Scheikh Jarrah, die ihrem jüdischen Vermieter Mietzahlungen verweigern, ist es wiederholt zu Krawallen genommen.

Räumungsklagen in Scheikh Jarrah

Israels Oberster Gerichtshof hat am Montag eine Anhörung zu Räumungsklagen gegen vier palästinensische Familien vertagt. Im Ostjerusalemer Stadtteil Scheikh Jarrah droht Palästinensern die Zwangsräumung, nachdem sie sich weigerten, dem Grundbesitzer, eine jüdische Organisation, Miete zu zahlen. Die Palästinenser behaupten, selbst Eigentümer des Grundstückes zu sein. Die jüdische Nachalat-Schimon-Organisation konnte ihren Rechtsanspruch vor Gericht geltend machen. Er gründet auf einem israelischen Gesetz wonach Juden, die vor 1948 in Ostjerusalem Grundbesitz hatten und dies nachweisen können, ihren Besitzanspruch geltend machen dürfen. Die Häuser der vier Familien in Scheikh Jarrah befinden sich auf einem Stück Land, das 1875 von zwei jüdischen Stiftungen gekauft wurde. Ende des 19. Jahrhunderts entstanden dort zwei jüdische Wohnviertel namens Nachalat Schimon und Schimon HaZadik. Anfang des 20. Jahrhunderts ließen sich arabische Familien in der Nähe nieder, das Viertel Scheikh Jarrah entstand. Infolge gewaltsamer antijüdischer Proteste seitens der arabischen Bevölkerung ordnete die britische Mandatsregierung im März 1948 die Räumung der jüdischen Häuser an. Das daraufhin unbewohnte Gelände wurde in den 1950er Jahren von 28 palästinensischen Familien besiedelt. Jordanien, das Ostjerusalem 1948 besetzt hatte, anerkannte die palästinensischen Familien jedoch nie offiziell als Grundbesitzer. Dies hätte im aktuellen Gerichtsprozess einen möglichen Rechtsanspruch ihrer Nachkommen bekräftigen können. Nach dem Sechs-Tage-Krieg 1967 machten die jüdischen Stiftungen ihren Anspruch auf das Land geltend. In den 1980er Jahren vereinbarten sie mit den palästinensischen Bewohnern ein Mietverhältnis, einschließlich regelmäßiger Mietzahlungen und Mieterschutz. Inzwischen weigern sich die Bewohner jedoch, das Mietverhältnis anzuerkennen, und erheben selbst Anspruch auf das Grundstück. Unterstützer der Nachalat-Schimon-Organisation, heutiger Eigentümer des Grundstückes, begrüßen die Rückkehr jüdischer Bewohner in ursprünglich jüdische Stadtteile. Kritiker werfen ihnen vor, allein aus ideologischen Gründen zu handeln und nicht, weil sie familiäre Verbindungen zu den Grundstücken hätten. Neben den vier Familien, deren Fall nun der Oberste Gerichthof entscheiden soll, sind dutzende weitere palästinensische Familien von ähnlichen Räumungsklagen betroffen.

Reaktionen auf Gewalt in Israel

Die Vereinten Nationen, die Europäische Union und Vertreter verschiedener Länder haben sich besorgt über die „Gewalteskalation“ in Israel geäußert. Wie viele andere forderte auch der deutsche Außenminister Heiko Maas, die Raketenangriffe auf Israel müssten sofort beendet werden. Israel habe „in dieser Situation das Recht auf Selbstverteidigung“, erklärte Maas. Er hatte bereits am Montag, als die Hamas mehrere hundert Raketen auf Israel feuerte, getwittert: „Raketenbeschuss auf die israelische Zivilbevölkerung ist durch nichts zu rechtfertigen.“ Gleichzeitig forderte er „alle Seiten“ auf, „weitere Opfer unter Zivilisten zu verhindern“. UN-Generalsekretär António Guterres sei traurig wegen der hohen Zahl der Opfer durch israelische Luftangriffe im Gazastreifen und Raketenangriffe auf Israel, sagte ein Sprecher am Dienstag. Am Sonntag hatte Guterres mitteilen lassen, er sei „tief besorgt“ über die andauernde Gewalt im „besetzten Ostjerusalem“ und der „möglichen Vertreibung palästinensischer Familien aus ihren Häusern“. Ähnlich äußerte sich die EU. Die Arabische Liga und der Iran warfen Israel „Provokation der Gefühle von Muslimen auf der ganzen Welt“ während des Ramadans vor und machten Israel für die Gewalt verantwortlich.

Feuerterror in Südisrael

In den letzten Tagen haben palästinensische Terroristen aus dem Gazastreifen nicht nur Raketen, sondern auch erneut Ballons mit Brand- und Sprengsätzen nach Südisrael fliegen lassen. Mehrere Hektar Land verbrannten. Aktuell lässt eine Hitzewelle die Vegetation vertrocknen und verschärft die Brandgefahr. Allein am Sonntag mussten in Südisrael mehr als 20 durch Terrorballons verursachte Brände entlang der Grenze zum Gazastreifen gelöscht werden. In Israel steht derzeit die Weizenernte an. Ein Feuerballon steckte ein noch nicht abgeerntetes Weizenfeld in Brand und verursachte großen finanziellen Schaden, mehrere Straßen wurden aufgrund der Terrorfeuer zeitweise gesperrt, ebenso wie die Bahnverbindung zwischen Aschkelon und Netivot. Landwirte und Feuerwehrleute beobachten aufmerksam jede Rauchentwicklung, um ausbrechende Feuer umgehend zu löschen und zu verhindern, dass die Brände Wohngebiete bedrohen.

Jerusalem: „Schwerer Terroranschlag“ vereitelt

Israelische Sicherheitskräfte haben am Freitag drei mit Maschinenpistolen bewaffnete Palästinenser aus dem Westjordanland abgefangen, die einen Terroranschlag in Jerusalem verüben wollten. Die drei Männer, alle Anfang 20, reisten mit einem Kleinbus, der illegale palästinensische Arbeiter nach Israel bringen sollte. Als israelische Grenzpolizisten den Bus an einem Kontrollpunkt nördlich von Dschenin für eine Routineuntersuchung stoppten, eröffneten die Terroristen das Feuer auf die Israelis. Die Polizisten töteten zwei der Terroristen, der dritte wurde schwerverletzt in ein israelisches Krankenhaus gebracht. Israelische Sicherheitskräfte gehen davon aus, dass die drei Palästinenser einen „schweren Terroranschlag“ in Jerusalem planten, ähnlich dem Anschlag vom 8. Juni 2016, als Terroristen in einem Tel Aviver Restaurant vier Israelis erschossen und sieben verletzt hatten. Die drei Terroristen seien zuvor nicht in terroristische Aktivitäten verwickelt gewesen. Ersten Ermittlungen zufolge war auch der Fahrer des Kleinbusses nicht in die Anschlagspläne eingeweiht. Wenige Tage vor dem Zwischenfall hatte ein palästinensischer Terrorist an der Tapuach-Kreuzung südlich von Nablus auf drei 19-jährige Jeschiwa-Studenten geschossen und sie verletzt (die ICEJ berichtete). Einer von ihnen erlag wenige Tage später seinen Verletzungen.


Terroristen feuern über 300 Raketen auf Israel

Terroristen im von der islamistischen Terrororganisation Hamas beherrschten Gazastreifen haben seit Montagabend mehr als 300 Raketen und Mörsergranaten auf Israel abgefeuert. Dabei wurden 41 Menschen verletzt, einer von ihnen schwer. Am Dienstagmittag wurden innerhalb weniger Minuten 40 Raketen auf die Küstenstädte Aschdod und Aschkelon gefeuert. Israel geht davon aus, dass die Terroristen damit versuchten, das Raketenabwehrsystem Iron Dome („Eisenkuppel“) zu „überfordern“. In Aschdod schlugen mindestens zwei Raketen ein, in Aschkelon sechs Raketen. Auch ein Schulgebäude wurde getroffen. Bereits am frühen Vormittag hatten Terroristen die Küstenstadt Aschkelon mit dutzenden Raketen beschossen. Die Hamas drohte, Aschkelon in eine „Hölle“ zu verwandeln. Zwei Raketen schlugen in Mehrfamilienhäuser ein. Dabei wurden sechs Israelis verletzt, einer von ihnen erlitt schwere Kopfverletzungen. Zahlreiche Menschen mussten im Krankenhaus behandelt werden, nachdem sie sich bei der Flucht in den Luftschutzbunker verletzt hatten. Sieben Menschen erlitten infolge des Raketenalarms Panikattacken. Der Bürgermeister Aschkelons warnte, rund 25% der Einwohner seien nicht ausreichend vor den Raketen geschützt. Auch Holocaustüberlebende sind von den Raketenangriffen betroffen. Die 90-jährige Auschwitz-Überlebende Eva Erben aus Aschkelon, mit der die ICEJ-Deutschland freundschaftlich sehr verbunden ist, berichtete heute Morgen bei einem Telefonat: „Mir geht es gut. Aber die Nacht war sehr turbulent, ständig sind Raketen geflogen. Ich konnte nur wenig schlafen und habe die meiste Zeit gelesen und alte Dokumente sortiert. Ich versuche so gut es geht weiterzuleben und mache ‚business as usual‘.“

Foto: IDF/Screenshot, Das Raketenabwehrsystem Iron Dome fängt Raketen über Aschkelon ab, 11.05.2021

Am Montag war eine Rakete in ein Haus in einer Ortschaft im Grenzgebiet zum Gazastreifen eingeschlagen, es entstand nur Sachschaden. Bei einem weiteren Angriff wurde ein Israeli durch Splitter im Gesicht verletzt, als Terroristen eine Antipanzerlenkrakete auf sein Auto feuerten. Erstmals seit dem Gaza-Krieg von 2014 waren am Montagabend auch in Jerusalem Sirenen zu hören, nachdem Terroristen sieben Raketen auf Israels Hauptstadt gefeuert hatten. Eine Rakete schlug in einem Vorort Jerusalems ein. Insgesamt soll das Abwehrsystem Iron Dome rund 90% aller auf bewohnte Gebiete zielenden Raketen abgefangen haben.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für Schutz und Bewahrung der Menschen in Israel. Beten wir für ein Ende des Raketenterrors, dass die israelische Bevölkerung wieder in Frieden ihrem Alltag nachgehen kann und um Weisheit für die israelische Regierung und Militärführung bei allen anstehenden Entscheidungen. Lassen Sie uns auch für die Palästinenser im Gazastreifen beten, die unter der Herrschaft der dort agierenden Terrororganisationen leiden, dass sie eine Führung erhalten, die friedliche Koexistenz mit Israel anstrebt.

Israelische Armee „auf alles vorbereitet“

Die israelische Armee reagierte in der Nacht zum Dienstag mit Luftschlägen auf rund 130 Stellungen der Hamas im Gazastreifen, darunter zwei Terror-Angriffstunnel, die in Richtung Israel verliefen, Produktions- und Lagerstätten von Raketen, Raketenabschussrampen und Terroristen, die gerade Raketen auf Israel feuerten. Angaben der Hamas zufolge wurden mindesten 23 Menschen getötet, darunter neun Minderjährige. Israels Armeesprecher Hidai Zilberman sagte, 15 der Getöteten seien Hamas-Kämpfer gewesen, die gerade Raketen auf Israel abfeuerten. Ein weiterer Teil der Getöteten, einschließlich drei Kinder, sei von fehlgeleiteten Raketen der Terroristen getroffen worden, nicht durch israelische Luftschläge. Die Armee geht davon aus, dass etwa ein Drittel der von den Terroristen abgefeuerten Raketen und Mörsergranaten innerhalb des Gazastreifens einschlugen. Zilberman betonte, Israel sei darum bemüht, palästinensische Zivilisten zu schützen. Jedoch agiere die Hamas absichtlich inmitten dicht besiedelter Gebiete, um die Bewohner des Gazastreifens als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen. Er gehe davon aus, dass die Kämpfe noch einige Tage andauern werden. Israel sei „auf alles vorbereitet“, einschließlich einer Bodenoffensive oder gezielter Tötungen von Terroristenführern.

Schulen geschlossen, städtische Bunker geöffnet

Die Stadtverwaltungen von Tel Aviv, Bnei Brak und anderen zentralisraelischen Städten ließen am Montag die städtischen Luftschutzbunker öffnen. Bisher hat es in Tel Aviv noch keinen Raketenalarm gegeben, die israelische Armee ist jedoch dabei, die Luftabwehr in der Metropolregion Tel Aviv, in der rund vier Millionen Menschen leben, zu verstärken. Israels Heimatfrontkommando hat alle Bildungseinrichtungen innerhalb eines 40 Kilometer-Radius um den Gazastreifen angewiesen zu schließen. Schulen und Geschäfte innerhalb eines Radius von bis zu 80 Kilometern, die über keinen ausreichenden Schutz vor Raketenangriffen verfügen, müssen heute ebenfalls geschlossen bleiben.

Die ICEJ hat in den letzten 15 Jahren rund 120 Luftschutzbunker in vom Raketenterror bedrohten israelischen Regionen aufstellen können. Bitte helfen Sie uns, weitere Bunker an israelische Schulen und Ortschaften, die nicht ausreichend vor Raketenbeschuss geschützt sind, zu liefern. Als Verwendungszweck bitte „Schutzbunker“ angeben, herzlichen Dank!

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Lapid mit Regierungsbildung beauftragt

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin hat am Mittwoch Jair Lapid (Jesch Atid) mit der Regierungsbildung beauftragt. Am Tag zuvor war Premierminister Benjamin Netanjahus Frist, eine mehrheitsfähige Koalition zu bilden, ausgelaufen. Netanjahus Koalitionsverhandlungen scheiterten am Widerstand der Religiösen Zionisten gegen eine Zusammenarbeit mit der islamistischen Ra’am-Partei. Deren Unterstützung hätte Netanjahu für eine mehrheitsfähige Koalition aus konservativen und religiösen Parteien gebraucht. Lapid kündigte die Bildung einer „Einheitsregierung“ an. „Das brauchen wir jetzt“, sagte er. Lapid bot bereits Naftali Bennett von der nationalreligiösen Jamina-Partei an, in einem Rotations-Abkommen als erster das Amt des Premierministers zu übernehmen. Bennett bekräftigte am Mittwoch seine Bereitschaft, mit Lapid und den Mitte-Links Parteien zu koalieren. Mögliche fünfte Parlamentswahlen innerhalb von zweieinhalb Jahren würden „das Land zerstören“. Innerhalb der Jamina-Partei gibt es jedoch Kritik an einer solchen Koalition. Amichai Schikli, einer der sieben Abgeordneten Jaminas, hat angekündigt, eine Koalition mit der linken Meretz-Partei nicht zu unterstützen. Damit breche Jamina ihr Wahlkampfversprechen, eine konservative Regierung zu bilden. Außerdem stünde es in „direktem Widerspruch“ zu Jaminas Werten. Er forderte Bennett auf, eine „bessere, ethischere und konservativere Alternative“ zu finden. Medienberichten zufolge versucht die ehemalige Justizministerin Ayelet Schaked (Jamina), die ultraorthodoxen Parteien Schas und Vereinigtes Thora-Judentum dazu zu bewegen, der Mitte-Links Koalition beizutreten und so den konservativen „Flügel“ zu stärken.

Foto: GPO/Haim Zach, Jair Lapid und Reuven Rivlin, 05.05.2021

Israel: 13 Personen positiv getestet

In Israel sind am Dienstag 13 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Es ist der niedrigste Wert seit 14 Monaten. Am Mittwoch wurden 72 Menschen positiv getestet. Aktuell gibt es 1.371aktive Fälle, 87 Personen sind schwer an Covid-19 erkrankt. Noch vor drei Monaten, am 5. Februar, gab es in Israel 84.784 aktive Fälle, der höchste Wert seit Beginn der Krise. Die israelische Armee erklärte am Sonntag, erstmals seit dem 2. März 2020 gebe es keine aktiven Fälle unter den Soldaten. Angesichts der niedrigen Infektionszahlen hat die israelische Regierung weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen beschlossen. Ab dem heutigen Donnerstag gibt es bei Kultur- und Sportveranstaltungen für geimpfte Personen keine Einschränkungen mehr. Auch in Fitnessstudios und öffentlichen Schwimmbädern wurden die Einschränkungen für Geimpfte aufgehoben, Ungeimpfte können die Einrichtungen ebenfalls besuchen, müssen sich aber an die geltenden Abstandsregeln halten. Kulturminister Hili Tropper sagte, Israel sei auf dem Weg zur „vollkommenen Wiedereröffnung“.

Abbas verschiebt PA-Wahlen, beschuldigt Israel

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat vergangene Woche die für den 22. Mai angesetzten ersten palästinensischen Wahlen seit 15 Jahren auf unbestimmte Zeit verschoben. Als Grund nannte er Israels angeblich fehlende Bereitschaft, die Wahlbeteiligung der in Ostjerusalem lebenden Palästinenser zu genehmigen. Israel hat sich jedoch bisher nicht offiziell zu der Frage geäußert. Der jüdische Staat betrachtet Ostjerusalem als Teil seines Staatsgebiets und lehnt Aktivitäten der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) dort ab. Jedoch sind nur wenige der in Ostjerusalem lebenden Araber israelische Staatsbürger. Die meisten von ihnen besitzen den Status „ständiger Einwohner“ Israels.Laut Oslo-Abkommen ist Israel dazu verpflichtet, einer symbolischen Anzahl von ihnen die Teilnahme an den PA-Wahlen per Briefwahl zu erlauben. Beobachter gehen davon aus, dass Abbas die Frage der Ostjerusalemer Palästinenser nur als Vorwand benutzt. Demnach handle er vielmehr aus Sorge vor der Popularität parteiinterner Rivalen und der islamistischen Terrororganisation Hamas. In Ramallah demonstrierten dutzende Menschen für ihr „Recht auf die Wahlurne“. Die Hamas sprach von einem „Putsch“. Abbas, der zuletzt 2005 für eine vierjährige Amtszeit gewählt wurde, hatte die Wahlen im Januar per Dekret angesetzt. Am 22. Mai sollten Wahlen zum Palästinensischen Legislativrat (dem Parlament) stattfinden, am 31. Juli Präsidentschaftswahlen und am 31. August Wahlen zum Nationalrat der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO).

Benjamin (6) zurück in Äthiopien

Der sechsjährige Benjamin, der im Februar mit dem ICEJ-Charterflugzeug für eine Herz-OP nach Israel gebracht wurde, ist wieder zurück in Äthiopien. Im März war er im Wolfson Medical Center (Holon) erfolgreich am offenen Herzen operiert worden. Benjamin durfte lediglich aus humanitären Gründen nach Israel einreisen, jedoch nicht als Neueinwanderer. Da seine Familie keine direkten Angehörigen in Israel hat, erfüllte sie die Kriterien für die Alijah (Einwanderung nach Israel) in Zuge der Operation „Fels Israels“ nicht. Die Jewish Agency (Israels Einwanderungsbehörde) war bereit, Benjamin und seine nachgereiste Mutter in ihrem Integrationszentrum in Kirjat Gat bleiben zu lassen, bis ihre Alijah genehmigt würde. Doch so wären sie auf unbestimmte Zeit von Benjamins Vater und seiner einjährigen Schwester, die in einem Transitlager in Äthiopien warten, getrennt gewesen. Die ICEJ hat finanzielle Mittel bereitgestellt, die Benjamins weitere medizinische Behandlung in Äthiopien abdecken. Noch ist unklar, wann die israelische Regierung die rund 7.500 noch in Äthiopien wartenden Juden nach Israel holen wird. Viele von ihnen leben unter prekären Bedingungen in Transitlagern in Gondar und Addis Abeba. Fast alle von ihnen sind Angehörige der Falasch-Mura-Gemeinschaft, Nachfahren jener Juden, die im 19. und 20. Jahrhundert zum Christentum konvertierten - oft aus wirtschaftlicher Not. Demnach haben sie keinen Anspruch auf Alijah auf Grundlage des für alle Juden geltenden Rückkehrrechts. Sie brauchen von der israelischen Regierung eine besondere Einwanderungsgenehmigung aus humanitären Gründen zum Zweck der Familienzusammenführung.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für die vollkommene Genesung Benjamins. Beten wir auch, dass Gott die Herzen der israelischen Politiker bewegt, Benjamin, seine Familie und die weiteren rund 7.500 äthiopischen Juden nach Israel zu holen.

Iron Dome: Veteranen berichten von Krebserkrankungen

Eine Gruppe ehemaliger israelischer Soldaten behauptet, ihre Stationierung beim Raketenabwehrsystem Iron Dome („Eisenkuppel“) habe zu Krebserkrankungen geführt. Die Veteranen, die das Radarsystem bedienten, waren kurz vor bzw. nach dem Ende ihres Militärdienstes an Knochenkrebs, Leukämie oder anderen Krebsarten erkrankt. Die israelische Nachrichtenseite Ynetnews berichtete von einer neuen Studie, die belege, dass Krebserkrankungen unter Soldaten, die zur Bedienung des Iron Dome eingesetzt waren, sehr häufig seien. Die israelische Armee hat die Berichte zurückgewiesen, die Zahlen seien nicht ungewöhnlich. Die Soldaten sagten, sie hätten keinerlei Schutzausrüstung gegen die vom Radarsystem ausgehenden elektromagnetischen Wellen erhalten. Während ihres Einsatzes seien sie enormen Hitzewellen ausgesetzt gewesen. „Es fühlt sich an, als koche man innerlich. So muss sich das Essen in der Mikrowelle fühlen“, berichtete Ran Mazor, der während des Militärdienstes an starken Schmerzen im Bein und Rücken litt. Später diagnostizierten Ärzte eine Knochenkrebserkrankung.


Israel: Ermittlungen zur Massenpanik mit 45 Toten

Israels Justizminister Benny Gantz hat am Montag eine staatliche Untersuchung der tödlichen Massenpanik vom vergangenen Freitag angekündigt. Polizei, Feuerwehr und Israels staatlicher Rechnungsprüfer haben separate Ermittlungen aufgenommen. Bei der Massenpanik während Feierlichkeiten anlässlich des jüdischen Feiertags Lag B’Omer auf dem Berg Meron in Obergaliläa waren 45 Menschen ums Leben gekommen. Über 150 wurden verletzt. Unter den Opfern, die meisten von ihnen ultraorthodoxe Juden, befanden sich neben Rabbinern und Familienvätern auch 16 Kinder und Teenager, das jüngste Opfer war neun Jahre alt. An Lag B’Omer feiern Juden das Ende einer Plage, die im 2. Jahrhundert n. Chr. während des Bar-Kochba-Aufstands wütete. Jedes Jahr pilgern Hunderttausende zur größten Massenveranstaltung Israels auf den Meron-Berg, auf dem sich das Grab eines verehrten Rabbis befindet. Das Gelände ist unterteilt in mehrere Abschnitte, in denen verschiedene ultraorthodoxe Gruppierungen feiern. Aufgrund der zurückgehenden Corona-Infektionszahlen hatte die israelische Regierung die bei Veranstaltungen gültigen Einschränkungen für die Feier auf dem Meron-Berg ausgesetzt. Zugelassen waren offiziell 10.000 Teilnehmer, Schätzungen zufolge nahmen bis zu 100.000 teil.

Foto: Israel Police/Screenshot, Ein beduinischer Polizist (li.) besucht einen jüdischen Jungen (re.), den er aus der Menge retten konnte, 03.05.2021

Videoaufnahmen, die kurz vor dem Unglück entstanden, zeigten die dichtgedrängten Pilger singend und tanzend. Augenzeugen beschrieben, wie sie, als Teilnehmer kurz nach Mitternacht den überfüllten Bereich der Toldot Aharon-Bewegung verließen, durch den Druck der Menge in Richtung Ausgang gezerrt wurden. Als die ersten Pilger auf einer Treppe am Ende eines überfüllten Korridors stürzten, fiel die nachströmende Menschenmenge über sie. Vielen gelang es nicht, wieder aufzustehen oder den am Boden liegenden Opfern auszuweichen. Videoaufnahmen zeigten, wie Teilnehmer und Polizisten versuchten, die Metallwände des engen Korridors zu durchbrechen, um eine Fluchtmöglichkeit zu schaffen. Andere, die oberhalb des Korridors dem Unglück zusahen, konnten einzelne Kinder aus der Menge ziehen. Nach dem Unglück wurde bekannt, dass sowohl Teilnehmer als auch die Polizei seit Jahren vor der tödlichen Gefahr des zu engen Korridors gewarnt hatten. Medienberichten zufolge habe aber u.a. „politischer Druck“ dazu geführt, dass weder ein Umbau vorgenommen noch eine Begrenzung der Teilnehmerzahl durchgesetzt wurde. Außerdem ist bisher keine Behörde für Israels zweitgrößte Pilgerstätte (nach der Klagemauer) zuständig. Berichten zufolge streiten einzelne Behörden, religiöse Gruppierungen und andere Interessengruppen seit Jahren über die Zuständigkeit. David Lau, Israels aschkenasischer Oberrabbiner und Moshe Gafni, Vorsitzender der ultraorthodoxen Partei Vereinigtes Thora-Judentum, riefen am Sonntag die Regierung dazu auf, die Hoheitsgewalt über die Pilgerstätte zu übernehmen.

Covid-19: Israel hilft Indien

Israel wird medizinische Ausrüstung und Medikamente nach Indien liefern, das derzeit von einer schweren Covid-19-Welle betroffen ist. Das gab das israelische Außenministerium am Montag bekannt. „Indien ist einer von Israels besten und wichtigsten Freunden. Insbesondere in dieser schwierigen Zeit stehen wir an seiner Seite und senden unseren indischen Brüdern lebensrettende Ausrüstung“, sagte Außenminister Gabi Aschkenasi. Zahlreiche israelische Ministerien und Behörden sowie Unternehmen mit Geschäftsverbindungen nach Indien wurden aufgefordert, zu dem Hilfspaket beizutragen. Die Lieferungen umfassen u.a. Beatmungsgeräte und Sauerstoffkonzentratoren. Israel und Indien hatten bereits 2020 bei der Eindämmung des Coronavirus kooperiert. Damals hatte Indien fünf Tonnen Hydroxychloroquin und Chloroquin an Israel geliefert. Die Arzneistoffe, die der Behandlung von Malariaerkrankungen dienen, wurden versuchsweise zur Behandlung von Covid-19 eingesetzt.

Terroranschläge in Judäa und Samaria

Bei einem Terroranschlag an der Tapuach-Kreuzung südlich von Nablus (Judäa und Samaria) sind am Sonntagabend drei 19-jährige Jeschiwa-Studenten verletzt worden. Einer der Verletzten schwebt weiterhin in Lebensgefahr, ein weiterer befindet sich in ernstem Zustand. Ein Terrorist schoss aus einem vorbeifahrenden Auto auf eine Gruppe Zivilisten, die an einer Bushaltestelle warteten. Der Täter ist weiterhin auf der Flucht. Das Fahrzeug wurde am Montag nahe des palästinensischen Dorfes Akraba geortet. Als die israelische Armee es konfiszieren wollte, kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzung mit den Dorfbewohnern, die das Fahrzeug in Brand steckten. Am Sonntagmorgen griff eine palästinensische Frau (60) israelische Soldaten an der Gusch Etzion-Kreuzung südlich von Jerusalem mit einem Messer an. Die Soldaten eröffneten das Feuer und verletzten sie tödlich. Der Familie zufolge litt die Frau an schweren Depressionen und erlitt vor wenigen Wochen einen Nervenzusammenbruch. Am Samstag griff ein palästinensischer Terrorist einen israelischen Soldaten nahe der Ortschaft Efrat (Judäa) mit einer zerbrochenen Glasflasche an. Der Soldat schoss auf den Terroristen. Er wurde mit schweren Schussverletzungen in ein israelisches Krankenhaus gebracht.

Jüdischer Weltkongress kritisiert Deutschlands Haltung zu Israel

Ronald Lauder, Präsident des Jüdischen Weltkongresses (WJC), hat die Haltung Deutschlands gegenüber Israel kritisiert. In einem am Donnerstag veröffentlichten Gastbeitrag in BILD wies Lauder u.a. auf die Diskrepanz zwischen Deutschlands Abstimmungsverhalten bei den Vereinten Nationen und den Solidaritätsbekundungen deutscher Regierungschefs seit 1949 hin. Lauder lobte Deutschlands „ehrliche Auseinandersetzung“ mit seiner Vergangenheit, die nicht nur auf Spitzenpolitiker, sondern auch auf die Bevölkerung selbst zurückgehe. Daher seien „jüngste Entscheidungen“ der Bundesregierung und einiger privater Unternehmen „so verblüffend“. Beispielsweise habe Deutschland im vergangenen Jahr 13 Mal für UN-Resolutionen gestimmt, die Israel verurteilten, aber nur einmal dafür gestimmt, den Iran, den „größten Terror-Sponsor der Welt“, zu verurteilen. „Noch verstörender“ sei, dass der deutsche UN-Botschafter Christoph Heusgen im UN-Sicherheitsrat gegen ein Waffenembargo gegen den Iran stimmte, jedoch im UN-Menschenrechtsrat ein Waffenembargo gegen Israel unterstützte. Angesichts der „Voreingenommenheit“ der UN-Gremien gegenüber Israel rief Lauder Deutschland dazu auf, den „Weg von Ehrlichkeit und Verantwortung“ zu wählen. Lauder kritisierte auch den Handel deutscher Unternehmen mit dem Iran – insbesondere, da deutsche Exporte in den Iran u.a. für den Bau von Raketen eingesetzt worden seien. „Wenn der Iran also immer wieder prahlt, er werde Israel zerstören, und niemals aufgehört hat, auf diese Vernichtung hinzuarbeiten, dann hilft jedes Land, das mit dem Iran Handel betreibt, dem Iran beim Erreichen eben dieses Ziels. Ist Deutschland gewillt, dazu wieder beizutragen?“ Deutschland ist der wichtigste europäische Handelspartner des Iran. „Juden konnten im Laufe der Zeit wieder Vertrauen fassen und Deutschland als Freund betrachten – eine außergewöhnliche Entwicklung in der Geschichte der Menschheit.“ Lauder forderte die deutsche Regierung und Bevölkerung dazu auf, an ihrem „herausragenden und ehrlichen Verhalten“ seit Ende des Zweiten Weltkrieges festzuhalten, „damit die dunkle Seite nicht erneut die Zukunft meines Volkes bestimmt.“


Laufende Koalitionsverhandlungen in Israel

Die laufenden Koalitionsverhandlungen in Israel haben bislang zu keinem Ergebnis geführt. Weiterhin ist unklar, welcher Kandidat die für eine mehrheitsfähige Koalition nötige Unterstützung erhält. Premierminister Benjamin Netanjahus Mandat zur Regierungsbildung läuft am kommenden Dienstag aus. Dann wird ein anderer Kandidat oder die Knesset mit der Regierungsbildung beauftragt werden. Sowohl Netanjahu von der konservativ-nationalen Likud-Partei als auch seinem wichtigsten Herausforderer Jair Lapid von der linksliberalen Jesch Atid-Partei fehlen wenige Stimmen für eine absolute Mehrheit. Verteidigungsminister Benny Gantz erklärte am Mittwoch, Netanjahu habe ihm angeboten, in einem Rotations-Abkommen als erster das Amt des Premierministers zu übernehmen, sollte er sich an seiner Koalition beteiligen. Ob Gantz dies tatsächlich in Erwägung zieht oder diese Option als Druckmittel in Verhandlungen mit Lapid und Naftali Bennett nutzen will, ist nicht klar. Sollte Gantz Netanjahus Angebot annehmen, hätte dieser die nötige Mehrheit. Am Mittwoch berieten Naftali Bennett von der nationalreligiösen Jamina-Partei und Gideon Sa’ar von der konservativ-nationalen Tikwa Chadascha über eine gemeinsame Linie bei Koalitionsverhandlungen mit den Mitte-Links-Parteien um Lapid. Sie diskutierten auch über eine mögliche Vereinbarung mit den ultraorthodoxen Parteien Schas und Vereinigtes Thora-Judentum (VTJ). Demnach könnten diese entweder einer von Lapid und Bennett geführten Koalition beitreten, oder sie von außen unterstützen. Schas und VTJ gelten als traditionelle Verbündete Netanjahus, haben aber bereits ihre Frustration über den andauernden politischen Stillstand zum Ausdruck gebracht.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie um einen Durchbruch bei den Koalitionsverhandlungen. Beten wir, dass Israel eine stabile und gottesfürchtige Regierung erhält, die die zahlreichen Herausforderungen des jüdischen Staates angeht.

Foto: GPO/Kobi Gideon, Gantz und Netanjahu, Archivbild

Israel: Gantz neuer Justizminister

Benny Gantz ist am Mittwoch zu Israels neuem Justizminister ernannt worden. Am Vortag hatte die Ernennung eines Kandidaten von Premierminister Benjamin Netanjahus Likud-Partei zu einer politischen Krise geführt. Entsprechend des Koalitionsvertrags zwischen Likud und Gantz‘ Blau-Weiß-Partei ist das Amt einem Kandidaten der Blau-Weiß-Partei vorbehalten. Im Anschluss an die Abstimmung stritten Netanjahu und Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit über deren Rechtmäßigkeit und die andauernde Gültigkeit des Koalitionsvertrags. Israels Oberster Gerichtshof kündigte eine Untersuchung an. Justizminister Avi Nissenkorn war im Dezember von seinem Amt zurückgetreten, nachdem er die Blau-Weiß-Partei verlassen hatte. Gantz übernahm das Amt geschäftsführend, bis die dreimonatige Frist Ende März auslief. Seitdem konnte die Regierung, die weiterhin geschäftsführend im Amt ist, sich nicht auf einen Kandidaten einigen. Ohne Justizminister können u.a. keine neuen Gesetze verabschiedet oder Auslieferungsanträge gestellt werden.

Antisemitismusbeauftragte verurteilen BDS-Bewegung

In einer am Montag verabschiedeten gemeinsamen Stellungnahme haben die Antisemitismus-Beauftragten von Bund und Ländern die antiisraelische BDS-Bewegung scharf verurteilt. Die BDS-Bewegung (Boykott, Kapitalentzug und Sanktionen) sei „ein zentraler Akteur des antiisraelischen Antisemitismus“. „Der gegen Israel gerichtete Antisemitismus ist eine zentrale Integrationsideologie für antisemitische Bewegungen in Deutschland und weltweit“, erklärten sie. „Der Debatte um BDS und andere antisemitische Boykottkampagnen liegt häufig eine Auseinandersetzung um antisemitische Positionen zugrunde, die im Gewand einer ‚Israel-Kritik‘ vorgetragen werden, dabei aber allzu oft weit über legitime Kritik an einer Regierung und deren Maßnahmen hinausgehen“, bemängelten sie. Sie bedauerten zudem, dass es im öffentlichen Raum kaum Gegenrede und Kritik am Antiisraelismus gebe. Pinchas Goldschmidt, Vorsitzender der Europäischen Rabbiner-Konferenz (CER) und Oberrabbiner von Moskau, sagte am Mittwoch, die anti-israelische BDS-Bewegung sei „mit ein Wegbereiter einer neuen Welle des in Europa aufkommenden Antisemitismus, der immer aggressiver gegen hier lebende Juden verbal und auch tätlich ausgelebt wird.“ Er forderte die EU auf, die BDS-Kampagne zu verbieten. Der Deutsche Bundestag hatte die BDS-Bewegung im Mai 2019 als antisemitisch eingestuft.

Israel: Arbeitslosigkeit sinkt auf 9,5%

In Israel ist die Arbeitslosigkeit im März auf 9,5% gesunken. Im Februar lag sie noch bei 14%, zum Höhepunkt der Corona-Krise lag sie bei über 27% Prozent. Zusätzlich hatten viele Arbeitgeber ihre Mitarbeiter in unbezahlten Urlaub geschickt. Etwa die Hälfte der noch Arbeitssuchenden ist jünger als 35 Jahre alt. Viele von ihnen waren vor der Corona-Krise im Einzelhandel, in Freizeiteinrichtungen oder im Hotel- und Gastronomiegewerbe beschäftigt – Wirtschaftszweige, die besonders von den Corona-Maßnahmen betroffen waren. Trotz der Wiedereröffnung dieser Branchen im Februar ist die Arbeitslosigkeit der unter 35-Jährigen nicht wie erwartet zurückgegangen. Israelische Behörden gehen davon aus, dass viele junge Arbeitssuchende den Erhalt staatlicher Hilfen einer Rückkehr in ein Beschäftigungsverhältnis vorziehen. Die Behörden erwägen nun, weitere Zahlungen künftig an Kriterien wie Alter und Familienstand anzupassen und sie schrittweise zu reduzieren.

Herausforderungen für Israels High-Tech-Industrie

Israels High-Tech-Industrie ist weniger von der Corona-Krise betroffen gewesen als andere Wirtschaftszweige. Teilweise profitierte der Sektor sogar von der krisenbedingten Digitalisierung. Dies geht aus einem aktuellen Bericht von Start-Up Nation Central, einer gemeinnützigen Organisation, die Innovation in Israel fördert, hervor. Dennoch habe es negative Auswirkungen gegeben, beispielsweise seien kleinere High-Tech-Unternehmen zum Teil schwer von der Krise betroffen gewesen. Da deren Know-how und Wachstum möglicherweise langfristig beeinträchtigt wurden, könnten tausende zukünftige Arbeitsplätze verloren gegangen sein. Auch stagnierte der Zuwachs der in dem Industriezweig Beschäftigten. 2020 wuchs die Zahl um 0,6%, in den Jahren davor lag dieser Wert bei durchschnittlich 6%. Insbesondere Frauen scheinen von der Krise betroffen gewesen zu sein. 2020 waren lediglich 11% aller Start-up-Gründer Frauen, 2019 waren es noch 14%. Unter den arabisch-israelischen Angestellten im High-Tech-Sektor, die 2,3% aller Beschäftigten ausmachen, sank der Anteil der Frauen von 42% (2019) auf 32%. 2020 waren rund 334.000 Personen in dem Industriezweig angestellt, das sind etwa 9,8% aller Erwerbstätigen in Israel. Ende Dezember 2020 waren in dem Sektor rund 13.000 Stellen nicht besetzt. Dass trotz Krise und hoher Arbeitslosigkeit qualifizierte Arbeitskräfte fehlen, deutet auf eine „chronische Knappheit“ hin, erklärte Eugene Kandel, Geschäftsführer von Start-Up Nation Central. Um den Arbeitskräftemangel zu überwinden sei eine umfangreiche Integration von Frauen, arabischen Israelis und ultraorthodoxen Juden in diesen Wirtschaftszweig nötig. Ansonsten würde dem „primären Wachstumsmotor der israelischen Wirtschaft der Kraftstoff“ ausgehen. Sein Kollege Uri Gabbai äußerte sich besorgt angesichts des politischen Stillstands in Israel. Es sei dringend nötig, die erforderlichen bildungspolitischen Weichen zu stellen und Bildungsangebote zu schaffen, die die Bevölkerung auf die Zukunft vorbereiten. „Niedriglohn-Jobs verschwinden vor unseren Augen. Wenn wir junge Leute nicht in den Berufen von morgen ausbilden, werden wir in der Start-Up-Nation einen enormen Anstieg der Arbeitslosigkeit sehen.“

Schulprojekt „Mit Kultur gegen Antisemitismus“ 

In Zusammenarbeit mit Experten der internationalen Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem bietet die ICEJ das Bildungsprojekt „Mit Kultur gegen Antisemitismus“ für deutsche und tschechische Schüler in diesem Jahr online per Zoom an. Am gestrigen Mittwoch fand ein einführender Online-Workshop für Lehrkräfte zum diesjährigen Schwerpunktthema „Rückkehr zum Leben“ statt. Bis zum Projektstart am Donnerstag, 6. Mai 2021, sind noch kurzfristige Anmeldungen möglich. Bis Ende Juni sind sechs Online-Treffen geplant. Die teilnehmenden Schüler werden u.a. die 90-jährige tschechische Zeitzeugin Evelina Merova persönlich kennenlernen und ihre Lebensgeschichte hören. Anschließend werden sie unter der pädagogischen Leitung ihrer Lehrer die Geschichte von Überlebenden aus ihrer Region erarbeiten und diese zum Abschluss des Projektes am 24. Juni präsentieren.

Eine Projektteilnahme ist noch möglich! Bitte melden Sie sich bis zum 5. Mai im ICEJ-Büro an. Weitere Informationen


 

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