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Raketen aus Gaza: Israel erwägt Militäroperation

Israels Sicherheitskabinett hat am Montag eine umfangreiche Militäroperation im von der islamistischen Terrororganisation Hamas beherrschten Gazastreifen genehmigt, sollte der Raketenbeschuss aus der Enklave andauern. Die israelische Armee hat ihre Präsenz entlang der Gaza-Grenze bisher nicht verstärkt, hat jedoch Vorbereitungen für ausgedehnte Gegenmaßnahmen anlaufen lassen. Am Freitagabend feuerten Terroristen mindestens 36 Raketen und Mörsergranaten auf Südisrael. In einigen israelischen Ortschaften entstand geringer Sachschaden. Am Samstag und Sonntag feuerten die Terroristen vier bzw. fünf Geschosse auf Israel. Die israelische Luftwaffe bombardierte am Freitag Stellungen der Hamas. Am Montag schloss Israel die Fischereizone vor der Enklave. Für den Raketenbeschuss vom Wochenende übernahmen die Al-Aksa-Märtyrerbrigaden von Mahmud Abbas‘ Fatah-Partei und die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) die Verantwortung. Sie erklärten, dieser erfolge als Reaktion auf die andauernden gewaltsamen Auseinandersetzungen in Jerusalem zwischen arabischen Jugendlichen und der israelischen Polizei. Beobachter gehen davon aus, dass der Raketenbeschuss auf Rivalitäten palästinensischer Parteien und Gruppierungen zurückzuführen ist. Für den 22. Mai sind die ersten Parlamentswahlen seit 15 Jahren angesetzt. Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) hat jedoch bereits angedeutet, sie auf unbestimmte Zeit verschieben zu wollen.

Foto: IDF, Israelischer Panzer, Symbolbild

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für ein Ende des Raketenbeschusses auf israelische Ortschaften und für die Sicherheit der Bewohner. Beten wir auch um Weisheit für die israelische Regierung und Militärführung angesichts der aktuellen Sicherheitslage. Und beten wir für die Menschen in den Palästinensergebieten, dass Gott ihnen Zukunft und Hoffnung schenkt.

Krawalle in Jerusalem: 20 verletzte Polizisten

Bei den andauernden nächtlichen Krawallen in Jerusalem sind am Donnerstag rund 20 Polizisten verletzt worden, als sie versuchten, jüdische und arabische Demonstranten auseinanderzuhalten. Seit Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan kommt es nahe des Damaskus-Tores täglich zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen arabischen Jugendlichen und der Polizei. Nachdem auch vereinzelte Übergriffe von Arabern auf jüdische Jugendliche bekannt wurden, marschierten am Donnerstag rund 300 jüdische Unterstützer der nationalistischen Gruppe „Lehava“ in Richtung Damaskus-Tor und skandierten dabei araberfeindliche Slogans. Die Polizei setzte u.a. Blendgranaten, Tränengas und Wasserwerfer ein, um die beiden Gruppen auseinanderzutreiben. Dabei wurden mehr als 105 Araber verletzt, 22 von ihnen mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Auch Unbeteiligte wurden Opfer gewaltsamer Übergriffe. Arabische Demonstranten griffen einen jüdischen Autofahrer an. Als er zu Fuß die Flucht ergriff, prügelten die Angreifer auf ihn ein und steckten sein Auto in Brand. Nahe der Altstadt bewarfen jüdische Jugendliche ein arabisches Wohnhaus mit Gegenständen. Auf dem Mahane-Jehuda-Markt in Westjerusalem kam die Polizei arabischen Arbeitern zu Hilfe, nachdem diese von Lehava-Anhängern attackiert worden waren.

Gebetsanliegen:Bitte beten Sie mit uns für ein Ende der Krawalle. Beten wir, dass Gott Frieden schafft, auf den Straßen Jerusalems und in den Herzen seiner Bewohner. Beten wir um Bewahrung, auch der Polizisten und aller unbeteiligten Passanten.

Syrische Rakete schlägt in Israel ein

Trümmer einer syrischen Boden-Luft-Rakete sind am Donnerstag nahe des israelischen Kernforschungszentrums in Dimona eingeschlagen. Die israelische Armee sagte, sie gehe nicht von einem beabsichtigten Angriff aus. Vielmehr habe es sich um eine fehlgeleitete Abwehrrakete gehandelt, die die syrische Luftabwehr auf israelische Kampfjets feuerte, als diese Stellungen nahe Damaskus angriffen. Demnach habe die Rakete des Typs SA-5, auch als S-200-Rakete bekannt, zunächst ihr Ziel verfehlt und sei dann rund 300 Kilometer in südlicher Richtung geflogen bis sie über der Wüste Negev explodiert sei. Ob die herabstürzenden Trümmerteile zu Verletzten oder Sachschäden geführt haben, ist bisher nicht bekannt. Die Armee lässt inzwischen prüfen, warum die israelische Luftabwehr die Rakete nicht abfangen konnte. Bereits 2019 schlug eine auf israelische Kampfjets abgefeuerte syrische Boden-Luft-Rakete in Nordzypern ein und verursachte dort einen Brand.

Auswärtiges Amt verteidigt Unterstützung israelkritischer UN-Resolutionen

Das Auswärtige Amt hat die deutsche Unterstützung antiisraelischer Resolutionen beim UN-Menschenrechtsrat (UNHRC) verteidigt. Das Gremium hatte Israel Ende März als „Besatzungsmacht“ bezeichnet und den jüdischen Staat aufgefordert, die Palästinenser nicht zu diskriminieren, u.a. bei der Verteilung des Covid-19-Impfstoffes. Zudem wurde ein Waffenembargo gegen Israel gefordert. Deutschland und fünf weitere EU-Staaten stimmten für die Resolution. Österreich und Bulgarien stimmten dagegen, Tschechien enthielt sich. In einer Antwort auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Frank Müller-Rosentritt (FDP) erklärte das Auswärtige Amt, es setze sich mit Nachdruck gegen Resolutionen ein, die Israel einseitig verurteilten. Im März habe man den Palästinensern substanzielle textliche Zugeständnisse abringen können. Rosentritt kritisierte gegenüber der WELT, die Bundesregierung wolle „keine klare Stellung beziehen“ und versuche, es allen recht zu machen, „auf Kosten des jüdischen Staates, der hier wieder vollkommen einseitig verurteilt wird.“ Die Kritik an Israels Impfkampagne bezeichnete er als „unreflektiert“. Kritiker hatten Israel vorgeworfen, der Bevölkerung in den Palästinensergebieten Covid-19-Impfstoff vorzuenthalten. Israel wies darauf hin, dass gemäß Oslo-Abkommen die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) für Impfungen zuständig ist. Zudem hatte die PA zu dem Zeitpunkt, als Israel Impfstoff bestellte, die Zusammenarbeit mit Israel abgelehnt. Die mehr als 100.000 Palästinenser, die in Israel arbeiten dürfen, wurden von Israel gegen Covid-19 geimpft. Laut WELT wurde Israel seit 2016 vom UNHRC 90 Mal verurteilt, mehr als Syrien, Nordkorea, Iran, Jemen und Venezuela zusammengenommen.

Berlin: 1004 antisemitische Vorfälle im Jahr 2020

Die Berliner Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) hat im vergangenen Jahr 1004 antisemitische Vorfälle in der Bundeshauptstadt verzeichnet. Wie RIAS vergangene Woche bekannt gab, wurden 770 Fälle (2019: 881) als verletzendes Verhalten, wie z.B. Beleidigungen, eingeordnet. Die Zahl gewaltsamer Übergriffe ist auf 17 zurückgegangen (2019: 33), was RIAS mit der Einschränkung des öffentlichen Lebens aufgrund der Corona-Krise erklärt. Etwa 186 der Vorfälle hingen mit der Covid-19-Pandemie zusammen. 348 Vorfälle richteten sich direkt gegen Menschen, 515 hatten jüdische oder israelische Einrichtungen zum Ziel. Bei über 50% der Vorfälle gilt die Weltanschauung der Täter als unbekannt. 27% der Vorfälle gingen auf Rechtsextremismus zurück, 9% auf Verschwörungstheorien. 5% der Fälle waren antiisraelisch und 2% islamistisch motiviert. Die Zeit Online berichtet, RIAS ordne „die immer wieder vorkommenden antisemitischen Beschimpfungen in arabischer oder türkischer Sprache oder sonst aus der muslimischen Szene keiner politischen Richtung, sondern der Kategorie ‚Unbekannt‘ zu.“ Genaue Zahlen liegen daher nicht vor.


Krawalle in Jerusalem, Jaffa

Seit rund einer Woche kommt es in Israel täglich zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Arabern, Juden und der israelischen Polizei. Am vergangenen Dienstag, dem Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan, hatte die Polizei versucht, Menschenansammlungen vor dem Damaskus-Tor in Jerusalem zu verhindern. Der Bereich ist ein beliebter Treffpunkt junger Araber nach dem Fastenbrechen. Seitdem beschießen arabische Jugendliche jeden Abend die Polizisten mit Feuerwerkskörpern und bewerfen sie mit Steinen und Glasflaschen.Die Polizei setzt Wasserwerfer und Blendgranaten ein. In sozialen Medien kursierten zudem mehrere Videos, die zeigten, wie Araber junge religiöse Juden schlugen und traten. Am Montag griffen jüdische Jugendliche nahe des Jaffa-Tores mehrere arabische Passanten an und skandierten anti-arabische Parolen. Zudem bewarfen sie vorbeifahrende Autos mit Steinen. Im Tel Aviver Stadtteil Jaffa kam es am Sonntag und Montag ebenfalls zu Krawallen. Nachdem der Leiter einer Jeschiwa von arabischen Israelis geschlagen und getreten worden war, als er eine neue Immobilie für seine Talmud-Schule besichtigte, demonstrierten religiöse Juden gegen anti-jüdische Gewalt. Arabische Anwohner protestierten bei einer Gegendemonstration gegen den Zuzug jüdischer Israelis in den traditionell arabischen Stadtteil. Polizisten, die die Demonstranten auseinanderhielten, wurden mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen. Der Zuzug jüdischer Israelis nach Jaffa hat in den letzten Jahren wiederholt zu Spannungen zwischen den Bewohnern geführt.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für den Frieden Jerusalems und ganz Israels und für ein Ende der Krawalle. Beten wir, dass Gott Versöhnung zwischen Juden und Arabern in Israel bewirkt.

Foto: Border Police, Grenzpolizisten in Jerusalem, Archivbild

Israel: Krankenhäuser schließen letzte Corona-Stationen

Israel hat am Montag seine letzten beiden Corona-Stationen geschlossen. Die Krankenhäuser im Land hatten angesichts zurückgehender Corona-Zahlen in den letzten Wochen damit begonnen, die Stationen zu schließen und die verbleibenden Patienten in die Abteilungen für Innere Medizin zu verlegen. „Das sind sehr freudige und ermutigende Neuigkeiten“, sagte Dr. Erez Onn, Direktor des Baruch Padeh Medical Centers in Tiberias, wo im März 2020 Israels erster Corona-Patient behandelt worden war. „Unsere Mitarbeiter können nun endlich wieder in den geschäftigen Abteilungen für Innere Medizin arbeiten.“ Am Sonntag endete die Maskenpflicht im Freien, die seit einem Jahr in Kraft gewesen war. Sie gilt weiterhin in geschlossenen Räumen, die für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Außerdem dürfen seit Sonntag Schulen im Land wieder in allen Jahrgängen Präsenzunterricht durchführen, mit regulären Klassengrößen. Während des Unterrichts gilt weiterhin Maskenpflicht, jedoch nicht in den Pausen oder beim Sport. Am Montag wurden 171 Israelis positiv auf das Coronavirus getestet, die Zahl der aktiven Fälle liegt aktuell bei 2191 Personen. Zurzeit sind 187 Israelis schwer an Covid-19 erkrankt.

Gaza-Terroristen feuern Raketen auf Israel

Terroristen im von der islamistischen Terrororganisation Hamas beherrschten Gazastreifen haben vergangene Woche erneut Raketen auf Israel gefeuert. Es wurde niemand verletzt. Am Donnerstagabend, kurz nach Ende des israelischen Unabhängigkeitstags, schlug eine Rakete auf einem offenen Feld ein. In der Stadt Sderot und den Ortschaften Nir Am und Ibim wurde Luftalarm ausgelöst, die Bevölkerung musste Luftschutzbunker aufsuchen. Eine weitere Rakete wurde am Freitagabend, kurz nach Beginn des Schabbats, abgefeuert. Luftalarm erklang in den Ortschaften Holit und Sde Avraham. Die israelische Luftwaffe bombardierte daraufhin Stellungen der Hamas, u.a. eine Fabrik für Zement, der beim Bau unterirdischer Terrortunnel eingesetzt wird. Es ist unklar, ob die Raketen von Hamas-Kämpfern abgefeuert wurden. Die israelische Armee macht jedoch die in der Enklave herrschende Terrororganisation für alle Angriffe verantwortlich. 

20 Jahre Raketen-Terror aus Gaza

Am Freitag hat sich der Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen auf Städte und Dörfer in Südisrael zum 20. Mal gejährt. Terroristen feuerten am 16. April 2001 die erste Rakete auf Sderot. Seitdem sind tausende Raketen und Mörsergranaten abgefeuert worden, dutzende Israelis starben, hunderte wurden verletzt. Zusätzlich zur Bedrohung durch die Raketen leidet die Bevölkerung entlang der Enklave unter der enormen psychischen Belastung. Seit 20 Jahren hat es keine Rückkehr zum Normalzustand gegeben. Die Menschen leiden unter schlaflosen Nächten, Depressionen und durchleben ihr Trauma wieder und wieder, ohne damit abschließen zu können. Eine ganze Generation von Kindern ist unter Raketenbeschuss und immer wieder losheulendem Luftalarm aufgewachsen. Die ICEJ hilft mit der Errichtung von mobilen Schutzbunkern und der Förderung von Trauma-Zentren, in denen die Resilienz der Bevölkerung Südisraels gestärkt wird.

In unserer Faszination Israel-Sendung "Bunker gegen Raketen" berichten wir, wie von der ICEJ gesponserte Luftschutzbunker die Sicherheit von Israelis entlang des Gazastreifens erhöhen. Zur Sendung (auf Youtube).

Bitte helfen Sie uns, von Raketen und Terror bedrohte Orte in Israel zu schützen. Als Verwendungszweck bitte „Schutzbunker“ angeben, herzlichen Dank!

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USA: Zahlungen an UNRWA wieder aufgenommen

Die US-Regierung hat im April die finanzielle Unterstützung für die UN-Hilfsorganisation für Palästinenser (UNRWA) wieder aufgenommen. Neben den finanziellen Mitteln für die UNRWA in Höhe von rund 150 Millionen US-Dollar (124 Mio. Euro) sind weitere Zahlungen von 125 Millionen US-Dollar (104 Mio. Euro) für den Bau von Infrastruktur im Westjordanland und dem Gazastreifen, für friedensfördernde Programme und für Sicherheitsunterstützung vorgesehen. „Die Aufstachelung der UNRWA und das fiktive Narrativ, mit dem sie den Flüchtlingsstatus für Palästinenser definiert, erhält den Konflikt aufrecht und fördert Hass in der palästinensischen Öffentlichkeit“, sagte Gilad Erdan, Israels Botschafter in den USA und bei den UN. Er bedaure, dass die US-Regierung die Zahlungen wieder aufgenommen habe, ohne darauf zu bestehen, dass die UNRWA zuerst „die Aufwiegelungen stoppt und antisemitische Inhalte aus ihrem Schulunterricht entfernt.“ Kritik kam auch von republikanischen und demokratischen Kongress-Abgeordneten, die Hilfszahlungen an die Palästinenser an strengere Auflagen knüpfen wollen. Die USA hatten 2018 unter Präsident Donald Trump die Zahlungen an die UNRWA weitgehend eingestellt. Die Trump-Regierung warf der Organisation u.a. vor, gegen Israel zu sein und den Nahostkonflikt künstlich aufrechtzuerhalten. Die UNRWA überträgt den Flüchtlingsstatus der im israelischen Unabhängigkeitskrieg rund 600.000 geflüchteten Araber auf deren Nachfahren. Somit gibt es inzwischen ca. 5,7 Millionen Palästinenser mit Flüchtlingsstatus. Der ehemalige US-Außenminister Mike Pompeo erklärte kurz vor Ende seiner Amtszeit im Januar, er gehe von weniger als 200.000 tatsächlichen Flüchtlingen aus.


Israel begeht 73. Unabhängigkeitstag

Am heutigen Donnerstag begeht Israel seinen 73. Unabhängigkeitstag (Jom Ha’Atzmaut). Am Vormittag überflogen Flugzeuge und Helikopter der israelischen Luftwaffe das Land. Zu den offiziellen Feierlichkeiten zählten die Auszeichnung von 120 Soldaten durch Staatspräsident Reuven Rivlin und der Internationale Bibel-Wettbewerb für Schüler der Mittel- und Oberstufe. Am Abend findet die Vergabe des Israel-Preises, die höchste kulturelle Auszeichnung des jüdischen Staates, statt. Traditionell wird der Unabhängigkeitstag landesweit mit Freunden und Familie gefeiert, die Menschen treffen sich zu Grillpartys in den Nationalparks, in Naturreservaten und an den Stränden. Anlässlich des Unabhängigkeitstags hat Israels Zentrales Statistikamt aktuelle demographische Daten bekanntgegeben. Von den 9.327.000 Israelis sind rund 73,9 % (ca. 6,98 Millionen) Juden und rund 21% (ca. 1,96 Millionen) Araber, Drusen oder Tscherkessen. Rund 5% (ca. 467.000) sind nicht-arabische Christen, Angehörige anderer Religionen und Personen, deren Religion nicht im Bevölkerungsregister geführt wird. Der Anteil jüdischer Israelis ist so niedrig wie nie in der Geschichte des jüdischen Staates. 1948 lag er bei 82,1%, noch vor drei Jahren bei 74,5%. Etwa 78% der jüdischen Israelis sind im Land geboren. Seit letztem Jahr ist die Bevölkerung um 137.000 Personen gewachsen, was einen Zuwachs von 1,5% darstellt. Etwa 28,1% der Israelis sind jünger als 15 Jahre, lediglich 12% sind 65 Jahre alt oder älter.

Foto: GPO/Mark Neyman, Reuven Rivlin begeht Israels 73. Unabhängigkeitstag

Mord an Pariser Jüdin (65): Täter „schuldunfähig“

Frankreichs oberstes Gericht, der Kassationsgerichtshof, hat am Mittwoch geurteilt, dass der Mörder einer jüdischen Frau (65) schuldunfähig ist und nicht vor Gericht kommt. Sarah Halimi starb 2017, nachdem ihr Nachbar sie unter „Allahu Akbar“-Rufen verprügelt, dabei Koranverse zitiert und sie anschließend vom Balkon ihrer Pariser Wohnung gestoßen hatte. Der Gerichtshof bestätigte ein vorangegangenes Urteil, wonach der Nachbar aufgrund seines Drogenkonsums einen „Anfall von Wahn“ erlitten habe und daher nicht für seine Taten verantwortlich gemacht werden könne. „Ab heute können Juden absolut straffrei gequält und getötet werden“, kritisierte Francis Kalifat, Vorsitzender des Dachverbands jüdischer Gemeinden in Frankreich (CRIF), das Urteil. Das Simon Wiesenthal-Zentrum warnte vor einem Präzedenzfall für Hassverbrechen, indem die Täter vor ihren Verbrechen Drogen konsumieren. Durch die Handhabung des Falles Halimi sehen sich viele französische Juden in ihrer Ansicht bestätigt, dass der französische Staat im Vorgehen gegen den Antisemitismus versagt habe. Bereits nach dem Mord, der wenige Wochen vor den französischen Präsidentschaftswahlen verübt wurde, sahen sich die Regierung und die Medien Frankreichs heftiger Kritik ausgesetzt, die antisemitischen Motive der Tat verschleiern zu wollen. Die Anwälte der Familie Sarah Halimis kündigten am Mittwoch an, sich nun an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu wenden. Der Täter, bei dem vor der Tat keine psychische Erkrankung bekannt war, befindet sich in einer geschlossenen Psychiatrie. In Frankreich ist es in den letzten Jahren wiederholt zu islamistischen Anschlägen gegen Juden gekommen. 2012 tötete ein Attentäter drei Kinder und einen Lehrer vor einer Schule in Toulouse. 2015 nahm ein IS-Sympathisant Geiseln in einem jüdischen Supermarkt in Paris und tötete vier von ihnen. 2018 wurde eine 85-jährige Holocaustüberlebende in ihrer Pariser Wohnung brutal ermordet.

Israel: Präsenzunterricht an Schulen, Grenzöffnung für Reisegruppen

Israels Kabinett hat am Montag die Rückkehr zum Präsenzunterricht mit vollständigen Klassen beschlossen. Da Kinder unter 16 Jahren nicht geimpft werden, waren die strengen Corona-Regelungen für Schulen weiterhin in Kraft gewesen. Nun sollen mit Hilfe der Ausweitung von Tests mögliche Infektionen mit dem Coronavirus frühzeitig festgestellt und eingedämmt werden. Die Zahl der positiv getesteten Schüler lag diese Woche bei 877, vor etwa einem Monat waren es noch 9.820. An mehr als 90% der Schulen sind aktuell keine Fälle bekannt. Einem Bericht des Bildungsministeriums zufolge ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang der Bildungskompetenzen festzustellen. Bei Schülern der Klassen 1 bis 3 wurde ein Rückgang der grundlegenden Lesefertigkeit um 30% festgestellt. Bei den Jahrgängen 4 bis 10 nahmen die Kenntnisse und Fertigkeiten in den Fächern Mathematik, Fremdsprachen und Naturwissenschaften um 25-30% ab.

Am Dienstag kündigte Israels Tourismusministerium an, dass Reisegruppen ab dem 23. Mai wieder einreisen dürfen. Dies ist zunächst auf geimpfte Personen begrenzt, die sich vor dem Abflug und nach der Ankunft einem PCR-Test unterziehen müssen. Nach der Ankunft wird zudem ein Antikörper-Test vorgenommen. Einzelpersonen werden erst in der nächsten Phase der schrittweisen Grenzöffnung einreisen dürfen.

Israel: Hinweise auf Herdenimmunität

Es ist möglich, dass in Israel „eine Art Herdenimmunität” gegen das Coronavirus erreicht ist. Das sagte Eran Segal, Bioinformatiker am Weizmann Institut für Wissenschaften (Rehovot) am Samstag. Auch wenn dies noch nicht der Fall sein sollte, bestehe ein „breites Sicherheitsnetz“, weshalb weitere Einschränkungen ohne Bedenken gelockert werden könnten.Auch die Wiederöffnung vieler Wirtschaftszweige und private Zusammenkünfte zu Purim und dem Passah-Fest hätten nicht zu einem Neuanstieg geführt. Sollte sich Segals Einschätzung bestätigen, wäre Israel das erste Land weltweit, in dem eine Herdenimmunität eingetreten ist. Mehr als 5,3 Millionen Israelis (ca. 57,4% der Bevölkerung) haben bereits die erste Dosis des Covid-19-Impfstoffes erhalten, etwa 5 Millionen (53,3%) sind zweifach geimpft. Rund 830.000 Israelis sind seit Beginn der Corona-Krise positiv auf das Coronavirus getestet worden. Demnach könnten möglicherweise 65% der Bevölkerung Antikörper aufweisen. Professor Eyal Leshem, Direktor im Sheba Medical Center (Tel Hashomer), sagte vergangene Woche, Herdenimmunität sei die „einzige Erklärung” dafür, dass trotz der Lockerungen die Zahl positiv Getesteter weiterhin abnimmt. „Dies bedeutet, dass auch wenn eine Person infiziert ist, die meisten Menschen in ihrem Umfeld nicht von ihr angesteckt werden.“

Am Mittwoch wurden 170 Personen positiv auf das Coronavirus getestet, die Zahl der aktiven Fälle liegt bei 3.008. Das ist der niedrigste Wert seit Juni 2020, zu Beginn der zweiten Welle. 219 Israelis sind zurzeit schwer an Covid-19 erkrankt. Seit April 2020 sind 6.312 Menschen mit oder an dem Virus gestorben.

Gebetsanliegen:Danken wir Gott für den Rückgang der Infektionszahlen in Israel und für die Rückkehr zur Normalität. Beten wir, dass das Coronavirus in Israel und auch weltweit dauerhaft eingedämmt wird.

Israel: Mögliche Behandlung für tödlichen Hirntumor

Israelische Forscher haben eine Behandlung für das Glioblastom, die tödlichste Form hirneigener Tumoren, entwickelt, die die Krankheit „chronisch, aber behandelbar macht“ und sie „vielleicht heilbar“ machen kann. Das sagte Prof. Ronit Satchi-Fainaro, Direktorin des Forschungszentrums für Krebsbiologie an der Universität Tel Aviv. Die Weltgesundheitsorganisation WHO ordnet das Glioblastom Grad VI der Hirntumore zu, dem höchsten Schweregrad. Es gilt als höchst bösartig. Trotz operativer Eingriffe, Chemotherapie oder Bestrahlung liegt die Überlebenschance nach einem Jahr bei 40%, nach fünf Jahren bei 5%. In ihrer Studie, die Ende März in dem Wissenschaftsjournal Nature Communications veröffentlicht wurde, stellten Satchi-Fainaro und ihr Team fest, dass mit der Verabreichung einer speziellen chemischen Verbindung die Produktion des Proteins P-Selektin blockiert wird und somit das Wachstum des Tumors gestoppt werden kann. Der Blocker wurde an Mäusen und an einem Labormodell menschlicher Zellen erfolgreich getestet. Satchi-Fainaro hofft nun, dass bald erste Tests an Krebspatienten durchgeführt werden können und diese bestätigen, dass mit der Eindämmung von P-Selektin das Glioblastom erfolgreich behandelt werden kann. Der Blocker wird bereits bei anderen Krankheiten angewendet und muss daher nicht erst entwickelt werden.


Explosion in Natanz: Iran beschuldigt Israel

Der Iran hat Israel für den Zwischenfall in der Nuklearanlage in Natanz am Sonntag verantwortlich gemacht. Das Regime in Teheran sprach von einem „Akt des nuklearen Terrors“. Medienberichten zufolge soll eine schwere Explosion, ausgelöst durch eine dort zuvor platzierte Bombe, die stark geschützte, autarke Stromversorgung der unterirdischen Zentrifugen vollkommen zerstört haben. Auch Zentrifugen seien zerstört worden. Es werde sechs bis neun Monate dauern, bis die Produktion in Natanz, Irans wichtigster Atomanlage, wieder aufgenommen werden könne. Der Iran sprach von einer „kleinen Explosion“ und sagte, der Schaden sei schnell behoben worden. Israelische Medien hatten zuvor unter Berufung auf anonyme Geheimdienstquellen berichtet, es habe sich um einen Cyberangriff durch Israel gehandelt. Da die Militärzensur üblicherweise die Veröffentlichung geheimdienstlicher Informationen in israelischen Medien unterbindet, gehen Beobachter davon aus, dass Israel mit den Berichten seine Bereitschaft signalisieren will, eine iranische Atombombe mit allen Mitteln zu verhindern. Der Zwischenfall ereignete sich einen Tag nach dem iranischen „Nationaltag für Nukleartechnologie“, an dem neue Zentrifugen zur schnelleren Urananreicherung in Betrieb genommen wurden. Derzeit verhandelt der Iran mit Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Russland und China über eine Rückkehr zum Atomabkommen von 2015. Die EU warnte vor Versuchen, die „diplomatischen Bemühungen um das Atomabkommen“ mit dem Iran „zu unterminieren oder zu schwächen“. Der deutsche Außenminister Heiko Maas sagte, der Zwischenfall in Natanz sei „kein positiver Beitrag“.

Foto: Pixabay, Atomkraftwerk, Symbolbild

Iran: Mossad warnt Israelis im Ausland

Israels Geheimdienste Mossad und Schin Bet haben am Montag israelische Geschäftsleute, die im Ausland unterwegs sind, vor Treffen mit Internetbekanntschaften gewarnt. Iranische Agenten würden versuchen, mittels falscher Profile auf der Social Media-Plattform Instagram Israelis zu Zusammenkünften im Ausland zu locken, um ihnen „Geschäftsideen“ zu unterbreiten. Es bestehe eine „ernste Sorge“, dass Israelis zu Schaden kommen oder gar entführt werden. „Dies ist eine sehr bekannte Vorgehensweise, die der Iran in der Vergangenheit auch gegen Regime-Gegner in Europa angewendet hat“, erklärte der Schin Bet. Bereits im März, als Israel seine Ausreisebeschränkungen lockerte, warnte der Nationale Sicherheitsrat Staatsbürger vor iranischen Anschlägen im Ausland.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für die Sicherheit von Israelis und Juden weltweit. Beten wir um Bewahrung vor Entführungen und Anschlägen.

Alijah aus Kasachstan: 102 Neueinwanderer landen in Israel

Am Sonntag sind 102 jüdische Neueinwanderer aus Kasachstan mit einem von der ICEJ gesponserten Evakuierungsflug in Tel Aviv eingetroffen. Viele der Neueinwanderer warteten seit Monaten darauf, Alijah (Einwanderung nach Israel) zu machen. Aufgrund des Lockdowns und der Einschränkungen im internationalen Flugverkehr musste ihre Alijah immer wieder verschoben werden. „Es ist uns eine besondere Ehre, die Rückkehr so vieler jüdischer Familien nach Israel in einer solch ungewöhnlich schwierigen Zeit unterstützen zu können“, sagte ICEJ-Präsident Dr. Jürgen Bühler. „Wir wünschen allen Neuankömmlingen viel Erfolg, sich im jüdischen Heimatland einzuleben.“ Es wird vermutet, dass heute noch zwischen 3.500 und 20.000 Juden in Kasachstan leben, sowohl bucharische als auch aschkenasische Juden. Die Vorfahren der bucharischen Juden blieben nach dem Ende des babylonischen Exils 539 v. Chr. im Perserreich und siedelten schließlich in Zentralasien. Die aschkenasischen Juden stammen aus Russland und Osteuropa und wurden vom stalinistischen Regime wegen des Praktizierens ihres Glaubens nach Kasachstan verbannt, bzw. suchten während des Holocaust dort Zuflucht. Nach dem Zerfall der Sowjetunion und der Unabhängigkeit Kasachstans 1991 emigrierten die meisten kasachischen Juden nach Israel. Die nichtjüdische Bevölkerung ist der weiterhin im Land lebenden jüdischen Minderheit weitgehend freundlich gesinnt.

Wir danken allen Freunden und Unterstützern, die diesen Flug ermöglicht haben. Bitte helfen Sie uns, noch weiteren Juden die Heimkehr nach Israel zu ermöglichen. Als Verwendungszweck bitte „Alijah und Integration“ angeben. Vielen Dank!

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Israel begeht Gefallenengedenktag

Israel gedenkt heute Abend und morgen der gefallenen Soldaten und der Terroropfer. Der Jom Ha‘Sikaron findet immer am Tag vor Israels Unabhängigkeitstag statt. Dadurch sollen Menschen bedenken, welches Opfer die Soldaten für Israels Unabhängigkeit und Sicherheit erbracht haben. Seit dem letzten Gefallenengedenktag 2020 sind 43 weitere Soldaten und Zivilisten getötet worden, 69 Veteranen starben infolge erlittener Kriegsverletzungen. Die Zahl der Gefallenen stieg somit auf 23.928 Personen. Letztes Jahr fanden Gedenkveranstaltungen aufgrund der Corona-Krise ohne Zuschauer statt. Dank der rückläufigen Infektionszahlen sind in diesem Jahr wieder Teilnehmer zugelassen. Entgegen der sonst üblichen Regelungen für öffentliche Veranstaltungen hat die israelische Regierung die Teilnahme von ungeimpften Angehörigen Gefallener explizit genehmigt. Am Mittwochabend wird die Trauer in Freude übergehen, wenn Israel seinen 73. Unabhängigkeitstag feiert.

Jom Ha’Schoa: Holocaustgedenktag in Israel

Israel hat am Donnerstag der Opfer des Holocaust und des Heldentums jüdischer Widerstandskämpfer gedacht. Um 10 Uhr Ortszeit heulten im ganzen Land Sirenen und das öffentliche Leben kam für zwei Minuten zum Stillstand. Bei einer Zeremonie in der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem (Jerusalem) legte die langjährige ICEJ-Mitarbeiterin Corrie van Maanen im Namen der ICEJ und der Christlichen Freunde Yad Vashems einen Kranz nieder. Corrie betreut im Rahmen des häuslichen Pflegediensts der ICEJ zahlreiche russischstämmige Israelis, die selbst Holocaustüberlebende sind. Die Gedenkveranstaltung, der auch Staatspräsident Reuven Rivlin, Premierminister Benjamin Netanjahu und weitere hochranginge Besucher beiwohnten, wurde im israelischen Fernsehen übertragen. Vor dem Heim für Holocaustüberlebende der ICEJ in Haifa entzündeten die Bewohner eine Gedenkflamme und gedachten ihrer ermordeten Familienmitglieder. Auf dem Youtube-Kanal der ICEJ-Deutschland gedachten hunderte Teilnehmer bei einer virtuellen Gedenkveranstaltung der Opfer des Holocaust.

Israel: 51% der Holocaustüberlebenden brauchen Lebensmittelhilfe

Rund 51% der Holocaustüberlebenden in Israel sind auf Lebensmittelpakete von Hilfsorganisationen angewiesen. Das ergab eine Umfrage des Wohlfahrtsamtes für Holocaustüberlebende, deren Ergebnisse am Jom Ha’Schoa veröffentlicht wurden. Etwa 33% der Befragten gaben an, sie könnten sich keine Zahnarztbesuche leisten, 27% fehlten die finanziellen Mittel für Hörgeräte. Laut Israels Zentralem Statistikbüro lebten Ende 2020 rund 179.600 Holocaustüberlebende in Israel. 64% von ihnen sind Überlebende des Holocaust in Europa, 35% erlitten Verfolgung im von Nazi-Deutschland oder seinen Verbündeten besetzten Nordafrika oder überlebten Pogrome im Irak, die von Nazi-Deutschland unterstützt wurden. Etwa 850 der Holocaustüberlebenden in Israel sind mindestens 100 Jahre alt. Im vergangenen Jahr wurden rund 3.500 Holocaustüberlebende positiv auf das Coronavirus getestet, rund 900 von ihnen sind mit oder an dem Virus gestorben.

Israelische Medien berichten über Haifa-Heim

Anlässlich des Jom Ha’Schoa haben zahlreiche israelische Medien über das Haifa-Heim für Holocaustüberlebende berichtet. Ein Artikel der Tageszeitung Haaretz thematisierte die herzliche Beziehung der Heimbewohner mit den drei christlichen Volontärinnen aus Deutschland. Haaretz berichtete von der Liebe der drei Deutschen zum jüdischen Volk und Israel und betonte ihre mutige Entscheidung, während der Corona-Krise in Israel zu bleiben und ihren Dienst an den Holocaustüberlebenden fortzuführen. (Link zum Artikel auf Haaretz | Auszüge auf der Internetseite der ICEJ Jerusalem) Am Vorabend des Jom Ha’Schoa brachte auch das israelische Fernsehen einen ausführlichen Bericht über das Haifa-Heim und den Dienst der ICEJ-Mitarbeiter und Volontärinnen.

Die ICEJ dankt allen Freunden und Unterstützern für Ihre treuen Gebete und Spenden für unser Haifa-Heim. Es ist dank Ihrer Hilfe, dass Israelis in Zeitungen, im Fernsehen oder auch im persönlichen Kontakt erfahren, dass es Christen gibt, die sie lieben und unterstützen.

Bitte helfen Sie uns, Holocaustüberlebenden ein Leben in Würde und Gemeinschaft zu ermöglichen. Als Verwendungszweck bitte „Haifa-Heim“ angeben, herzlichen Dank!

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Netanjahu mit Regierungsbildung beauftragt

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin hat am Dienstag den amtierenden Premierminister Benjamin Netanjahu mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt. Zuvor hatten die 120 Knesset-Abgeordneten ihre Empfehlung aussprechen dürfen. Dabei gaben 52 Parlamentarier ihre Unterstützung für Netanjahu bekannt. 45 Abgeordnete empfahlen Jair Lapid von der links-liberalen Jesch-Atid-Partei, die sieben Abgeordneten der nationalreligiösen Partei Jamina sprachen sich für ihren Vorsitzenden Naftali Bennett aus. Die Abgeordneten der konservativ-nationalen Tikwa Chadascha sowie der arabischen Parteien Vereinte Liste und Ra’am empfahlen keinen Kandidaten. Nach Vereidigung der neuen Knesset rief Netanjahu die Parteien dazu auf, ihren „persönlichen Boykott“ zu beenden und sich seiner Regierung anzuschließen. Er wolle eine „starke Regierung für alle Bürger Israels“ bilden. Am Donnerstag will Netanjahu mit Bennett über eine mögliche Koalitionsbeteiligung der Jamina-Partei beraten. Sollte Bennett einer Koalition mit dem konservativ-religiösen Lager um Netanjahu zustimmen, würden Netanjahu weiterhin zwei Mandate zur nötigen Mehrheit fehlen. Medienberichten zufolge erwägt er eine Minderheitsregierung mit Unterstützung durch die islamistische Ra’am-Partei. Die Abgeordneten des Parteienbündnisses der Religiösen Zionisten, Verbündete Netanjahus, lehnen dies jedoch ab, da Ra’am als anti-zionistisch gilt. Sollte es Netanjahu nicht gelingen, eine regierungsfähige Mehrheit zu gewinnen, will Bennett gemeinsam mit Jair Lapid eine Regierungskoalition bilden. Neben den Mitte-Links-Parteien würden auch sie die Unterstützung einer arabischen Partei benötigen.

Foto: GPO/Kobi Gideon, Benjamin Netanjahu spricht in der Knesset, Archivbild

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für die laufenden Koalitionsverhandlungen. Beten wir, dass die israelischen Politiker aufeinander zugehen und eine stabile Regierung bilden. Beten wir für gottesfürchtige Männer und Frauen in Schlüsselpositionen.

Explosion auf iranischem Spionageschiff

Bei der Explosion an Bord eines iranischen Schiffes im Roten Meer am Dienstag soll es sich um einen israelischen Vergeltungsangriff gehandelt haben. Das berichtete die New York Times unter Berufung auf einen anonymen US-Beamten. Israel hat die Meldung nicht bestätigt. Die Saviz, ein Frachtschiff, das unter iranischer Flagge fährt, wurde unterhalb der Wasserlinie durch eine Haftmine beschädigt. Das Ausmaß des Schadens ist nicht bekannt. Israelischen und arabischen Medien zufolge dient die Saviz als Spionageschiff der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC). Demnach liegt das Schiff seit Monaten an einer strategisch günstigen Position im Roten Meer vor Anker, von der aus es Informationen über den passierenden Schiffsverkehr in Echtzeit sammeln und in den Iran übermitteln kann. Auch das US-Marineinstitut vermutet in der Saviz eine Einsatzbasis der IRGC. In den letzten Monaten hat es vermehrt Meldungen über eine Ausdehnung des israelisch-iranischen Konflikts auf die Weltmeere gegeben. Einem Bericht des Wall Street Journals vom März zufolge soll Israel seit 2019 mindestens 12 iranische Handelsschiffe - mit Kurs auf Syrien und beladen mit Waffen und Rohöl - im Mittelmeer und im Roten Meer angegriffen haben. Mindestens zwei Schiffe mussten aufgrund des entstandenen Schadens in den Iran zurückkehren. Im Februar und März wurden zwei israelische Schiffe im Golf von Oman durch Haftminen bzw. Raketenbeschuss beschädigt. Israel machte den Iran dafür verantwortlich. Beobachter gehen davon aus, dass der Iran aufgrund der neuen US-Regierung, die als weniger Iran-kritisch gilt als die Vorgängerregierung unter Donald Trump, seine Aktivitäten gegen Israel ausdehnt. Israel versucht seit Jahren, den Einfluss des Iran im Nahen Osten, insbesondere in Syrien, zurückzudrängen.

Neue Verhandlungen über das Iran-Atomabkommen

Die Unterzeichnerstaaten des internationalen Atomabkommens (Deutschland, Großbritannien, Frankreich, China, Russland und der Iran) sind am Dienstag zu ersten Gesprächen über den Wiederbeitritt der USA zu dem Abkommen zusammengekommen. Dabei einigte man sich, auf Expertenebene weitere Verhandlungen über die Einhaltung der Auflagen und die Aufhebung der Sanktionen zu führen. Da die iranische Delegation sich weigerte, mit den USA direkt zu verhandeln, solange US-Sanktionen in Kraft sind, waren die USA nur indirekt an den Gesprächen beteiligt - unter Vermittlung der EU. Die USA waren 2018 aus dem Atomabkommen ausgestiegen und hatten den Iran mit Sanktionen belegt. Der Iran hat wiederholt gegen Auflagen des Abkommens verstoßen. US-Präsident Joe Biden befürwortet einen Wiederbeitritt in das Abkommen, besteht aber darauf, dass der Iran zunächst die Auflagen einhält. Der Iran hingegen macht eine Einhaltung von der Aufhebung der Sanktionen abhängig. Er hatte im Januar mit der Anreicherung von Uran auf 20% begonnen. Technisch gesehen ist er damit nicht mehr weit von atomwaffenfähigem Uran entfernt, das zu 90% angereichert sein muss. Das internationale Atomabkommen von 2015 erlaubt dem Iran einen Vorrat von 202,8 Kilogramm Uran mit einem Anreicherungsgrad von 3,67%. Die Verhandlungen mit dem Iran stehen unter Zeitdruck. Bei den im Juni anstehenden iranischen Präsidentschaftswahlen darf Präsident Hassan Rohani, ein Befürworter des Abkommens, nach zwei Amtsperioden nicht erneut antreten. Es wird erwartet, dass Gegner des Atomabkommens die Wahlen gewinnen werden, was die Verhandlungen erschweren würde.

Sudan annulliert Anti-Israel-Gesetz

Das sudanesische Kabinett hat am Dienstag für die Annullierung des sogenannten Israelboykott-Gesetzes gestimmt. Das Gesetz von 1958 verhinderte die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit dem jüdischen Staat und verbot geschäftliche Beziehungen zu israelischen Staatsbürgern und israelischen Unternehmen sowie den Import israelischer Waren in den Sudan. Verstöße wurden mit hohen Geldstrafen und Gefängnisstrafen von bis zu zehn Jahren geahndet. Damit die Annullierung in Kraft tritt, ist eine weitere gemeinsame Abstimmung des Kabinetts und des Regierungsrates nötig. Der Sudan hatte im Januar das Abraham-Abkommen mit den USA unterzeichnet und damit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Israel zugestimmt. Seit 1948 befand sich das ostafrikanische Land offiziell im Krieg mit Israel.
 

EU: Zulassung für 20-Sekunden-Corona-Test aus Israel

Die EU hat vergangene Woche einen in Israel entwickelten Corona-Schnelltest zugelassen. Das tragbare Gerät namens SpectraLIT der israelischen Firma Newsight, das auf künstlicher Intelligenz basiert, kann innerhalb von 20 Sekunden feststellen, ob die getestete Person mit dem Coronavirus infiziert ist. Dabei wird Licht durch die entnommene Probe auf einen speziellen Chip gestrahlt, der die spektrale Signatur der Probe bestimmt. Der neue Test, der kostengünstig produziert werden kann und eine langwierige Untersuchung im Labor überflüssig macht, arbeitet mit einer Genauigkeit von 70-80%. Eyal Zimlichman, leitender Arzt des Sheba Medical Centers in Tel Haschomer, das an der Entwicklung beteiligt war, geht davon aus, dass sich die Genauigkeit im Laufe der Zeit verbessern wird. Eli Assoolin, leitender Entwickler bei Newsight, erwartet, dass der neue Schnelltest bald weltweit eingesetzt wird, auch im internationalen Flugverkehr. Den Test gibt es in zwei Versionen. Bisher hat die EU lediglich die Abstrichmethode zugelassen, Newsight rechnet jedoch mit baldiger Zulassung der Gurgelversion.


Israel: Erneutes Patt nach Knesset-Wahlen

Aus den vierten Parlamentswahlen innerhalb von zwei Jahren geht erneut kein klarer Sieger hervor. Nach Auszählung von 87% der Stimmen kommt die konservative Likud-Partei des amtierenden israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu voraussichtlich auf 30 der 120 Sitze in der Knesset. Im Vergleich zum Vorjahr hat sie damit sechs Sitze verloren. Die ultraorthodoxen Parteien Schas und Vereinigtes Thora-Judentum erhalten neun bzw. sieben Mandate, die nationalreligiöse Jamina-Partei von Naftali Bennett erhält ebenfalls sieben Mandate. Das Parteienbündnis der Religiösen Zionisten kommt auf sechs Sitze. Dem konservativ-religiösen Lager um Netanjahu fehlen somit zwei Sitze zur absoluten Mehrheit. Unter den Parteien, die eine Koalition mit Netanjahu ablehnen, wird Jair Lapids links-liberale Jesch Atid-Partei mit 17 Sitzen stärkste Kraft. Die zentrische Blau-Weiß-Partei von Verteidigungsminister Benny Gantz erhält acht, die Arbeitspartei und die russisch-säkulare Partei Israel Beitenu von Avigdor Lieberman erhalten jeweils sieben Mandate. Die konservative Tikwa-Chadascha-Partei von Gideon Sa’ar und die arabische Vereinte Liste kommen auf jeweils sechs Sitze, die sozialdemokratische Meretz-Partei auf fünf Sitze. Die islamistische Ra’am-Partei erhält ebenfalls fünf Mandate.

Foto: GPO/Kobi Gideon, Sara und Benjamin Netanjahu im Wahllokal, 23.03.2021

Mögliche Koalitionen

Um die nötige Mehrheit für eine regierungsfähige Koalition zu bekommen, könnte Netanjahu Abgeordnete anderer Parteien ermutigen, die Seiten zu wechseln. Zudem spekulierten israelische Medien im Vorfeld der Wahlen, ob der Premierminister ein Abkommen mit der arabischen Ra’am-Partei eingehen würde, um zumindest deren Unterstützung zu sichern. Abgeordnete der Likud-Partei wollten am heutigen Mittwoch eine solche Zusammenarbeit nicht ausschließen. Es gelte, erneute Neuwahlen mit allen Mitteln abzuwenden, erklärte Likud-Fraktionschef Miki Zohar. Möglich wäre auch eine Koalition der Jamina-Partei mit Parteien des Mitte-Links-Lagers. Naftali Bennett hat dies bisher nicht ausgeschlossen. Für die nötige Mehrheit bräuchten sie aber die Unterstützung der arabischen Vereinten Liste oder der Ra’am-Partei. Sobald das Endergebnis feststeht und offiziell bestätigt ist, werden die Abgeordneten Staatspräsident Reuven Rivlin mitteilen, welchen Kandidaten sie als Premierminister unterstützen werden. Dieser Kandidat wird dann mit der Regierungsbildung beauftragt.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für die anstehenden Koalitionsverhandlungen. Beten wir, dass der Gott Israels den Politikern demütige Herzen schenkt, damit sie als Diener ihres Volkes das Wohl des Landes statt ihre eigenen politischen Interessen im Blick haben.

UNHRC fordert Waffenembargo gegen Israel

Der UN-Menschenrechtsrat (UNHRC) hat am Dienstag in einer Resolution ein Waffenembargo gegen Israel gefordert. 32 Mitglieder stimmten für die Resolution, einschließlich Deutschland, Dänemark, Frankreich, Polen, Italien und die Niederlande. Sechs Länder stimmten dagegen, darunter Österreich und Bulgarien. Acht Länder enthielten sich, u.a. Tschechien, Großbritannien und die Ukraine. Bahrain, das in der Vergangenheit antiisraelische Resolutionen unterstützt hatte, war erstmalig nicht anwesend. Die von der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) verfasste Resolution fordert UN-Mitgliedsstaaten auf, „keine Waffen [an Israel] zu liefern wenn sie [...] einschätzen, dass ein klares Risiko besteht, dass solche Waffen eingesetzt werden, um [...] Verstöße gegen internationale Menschenrechtsnormen oder schwerwiegende Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht zu begehen oder zu ermöglichen.“ Europäische UNHRC-Mitgliedsstaaten hatten in der Vergangenheit antiisraelische Resolutionen zunehmend abgelehnt. Sie begründeten dies mit der hohen Anzahl sich inhaltlich ähnelnder Resolutionen. Außerdem kritisierten sie den antiisraelischen Tagesordnungspunkt 7. Dieser schreibt vor, dass der Rat bei jeder Sitzung über die „israelischen Verletzungen der Menschenrechte in den palästinensischen Gebieten“ debattiert. Einen ähnlichen Tagesordnungspunkt zu anderen Ländern gibt es nicht. Um mehr Unterstützung zu erhalten, hatte die PLO die Resolution vom Dienstag unter Tagesordnungspunkt 2 eingebracht und mit einer anderen Resolution verknüpft. Elisabeth Tichy-Fisslberger, Österreichs UN-Botschafterin in Genf, dankte der „Vertretung Palästinas“ im Namen der EU dafür, den „zusammengeführten Text unter Tagesordnungspunkt 2 einzubringen und damit die Gesamtzahl der Resolutionen zu reduzieren.“ Die EU „anerkennt die beträchtlichen Bemühungen“ der palästinensischen Vertretung. Die israelische Vertreterin Meirav Schachar erklärte, die Verlegung antiisraelischer Resolutionen auf einen anderen Tagesordnungspunkt löse nicht das Problem der antiisraelischen Voreingenommenheit des Rats. „Die Resolution erhält weiterhin dasselbe einseitige, verzerrte Verständnis der Situation vor Ort.“ Sie sei „verwundert, dass Ratsmitglieder dies für eine faire und ausgewogene Resolution halten“, sagte sie. „Jedes Mitglied, das für diese Resolution stimmt und diese Sichtweise unterstützt, kann kein ehrlicher Vermittler für Frieden in Nahost sein.“

Israel feiert Passahfest

Das jüdische Passahfest (Pessach) wird dieses Jahr vom 28. März bis 4. April gefeiert. Jüdische Familien in Israel und weltweit erinnern sich während des Passahfestes voller Freude an die Wunder, die Gott beim Auszug der Israeliten aus Ägypten vollbrachte. In Vorbereitung auf die Festwoche wird das ganze Haus gründlich geputzt und Brotreste verbrannt, damit kein Krümel gesäuerten Brotes mehr zu finden ist. Eine Woche lang wird nur ungesäuertes Brot (Matzen) gegessen. Zum Auftakt des Festes versammelt sich die Großfamilie am Sederabend, dem Vorabend des Pessach-Festes, und genießen ein besonderes Festmahl. Die „Haggada“, die Erzählung vom Auszug aus Ägypten mit ihren besonderen Texten, Segnungen, symbolischen Handlungen und Liedern, führt durch den Abend. 2020 konnten die Israelis das Pessach-Fest nur mit den im selben Haushalt lebenden Familienmitgliedern feiern. Es wird erwartet, dass in diesem Jahr das gemeinsame Feiern wieder möglich sein wird. Das israelische Kabinett wird voraussichtlich am Donnerstag darüber entscheiden.

Israel-VAE: Rugby-Freundschaftsspiel in Dubai

Die Rugby-Mannschaften Israels und der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sind am Freitag zu ihrem ersten Freundschaftsspiel zusammengetroffen. In dem „Abraham-Abkommen-Freundschaftspokal“ in Dubai besiegten die Israelis das emiratische Team mit 33:0. Anschließend traten die Spieler in gemischten israelisch-emiratischen Mannschaften erneut gegeneinander an. Dieses Spiel endete 50:40. In einer Videobotschaft lobte Israels Staatspräsident Reuven Rivlin den „wunderbaren Ausdruck des neuen Friedens auf zwischenmenschlicher Ebene.“ Politiker könnten Abkommen unterzeichnen, „wahrer Friede bedarf es, dass Menschen auf beiden Seiten Freundschaft schließen und zusammenarbeiten.“ Nach Ende des Spiels feierte die israelische Mannschaft mit ihren Gastgebern Schabbat. Seit Unterzeichnung des Friedensabkommens zwischen Israel und den VAE im September 2020 haben zehntausende Israelis den Golfstaat besucht.


Rivlin, Kochavi in Berlin, Wien

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin und Generalstabschef Aviv Kochavi haben diese Woche bei Besuchen in Berlin, Wien und Paris um die Unterstützung Israels beim Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag geworben und vor dem iranischen Atomprogramm gewarnt. „Wir vertrauen darauf, dass unsere europäischen Freunde sich zu uns stellen und gegen diesen Missbrauch des IStGH vorgehen“, sagte Rivlin bei einem Treffen mit dem deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier am Dienstag. Der IStGH hatte Anfang März Ermittlungen gegen Israel wegen angeblicher Kriegsverbrechen in den Palästinensergebieten und Ostjerusalem aufgenommen. Deutschland, Österreich, Ungarn und Tschechien kritisierten die Entscheidung. „Der wesentliche Unterschied zwischen uns und unseren Feinden ist, dass wir alles daran setzen, unschuldigen Zivilisten nicht zu schaden. Unsere Feinde hingegen tun alles, um unseren Zivilisten zu schaden“, unterstrich Kochavi. Heute sei die Kriegsführung „hoch komplex” und der IStGH „muss sich dieser neuen Realität anpassen.“ Angesichts drohender Haftbefehle gegen israelische Soldaten sagte Kochavi an Steinmeier gerichtet, „Ihren Soldaten könnte es genauso ergehen.“ Steinmeier bezeichnete Israels Friedensabkommen mit arabischen Ländern als „historisch“. Er lobte außerdem Israels „effiziente“ Covid-19-Impfkampagne und sagte, Deutschland könne „viel von Israel lernen.“ Bei einem anschließenden Treffen mit Bundesaußenminister Heiko Maas lobte Rivlin Deutschlands „deutlich verbessertes Abstimmungsverhalten“ in internationalen Gremien. Er warnte zudem vor einer Rückkehr zum internationalen Atomabkommen mit dem Iran.

Bei Besprechungen mit Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Sebastian Kurz am Mittwoch sagte Rivlin bezüglich des iranischen Atomprogramms: „Genau hier muss die internationale Gemeinschaft einschreiten. Nicht auf dem Gebiet des Völkerrechts, das auf so zynische Weise zu politischen Zwecken missbraucht wird, um Israel zu schwächen.“ Rivlin bedankte sich bei Österreich für die Unterstützung Israels in internationalen Gremien. Van der Bellen sagte, es sei „unsere Pflicht, jedem Wiederaufkommen der Unmenschlichkeit, des Rassismus und Antisemitismus entschieden und kompromisslos entgegenzutreten.“

Foto: GPO, Kochavi, Rivlin in Berlin, 16.03.2021

Corona: Sinkende Zahlen, weitere Lockerungen

Angesichts sinkender Corona-Zahlen hat die israelische Regierung am Donnerstag weitere Regelungen gelockert. Geschäfte, die bisher nur für Geimpfte zugänglich waren, dürfen nun auch Nichtgeimpfte bedienen. Dazu ist vor Betreten ein Corona-Schnelltest notwendig. Veranstaltungszentren dürfen bis zu 5% ungeimpfte Teilnehmer zulassen, sofern diese einen negativen Corona-Test vorweisen können, der nicht länger als 48 Stunden zurückliegt. Während des Passah-Fests, das kommende Woche beginnt, dürfen Hotels ungeimpfte Gäste mit negativem Testergebnis, das nicht älter als 72 Stunden ist, aufnehmen. Inzwischen haben mehr als 5,15 Millionen Israelis mindestens eine Covid-19-Impfung erhalten, von ihnen erhielten ca. 4,5 Millionen beide Impfungen. Am Donnerstag wurden 1.225 Personen positiv auf das Virus getestet, die Zahl der aktiven Fälle liegt zurzeit bei 21.143. Von ihnen sind 558 schwer erkrankt. Das ist die niedrigste Zahl seit Ende Dezember. Rund 1,9% der durchgeführten Tests haben ein positives Ergebnis, im Januar lag der Wert bei über 10%. Die Reproduktionszahl (R-Wert) liegt zurzeit bei 0,68. Seit Pandemie-Beginn wurden 822.217 Israelis positiv auf das Coronavirus getestet, 6.071 sind mit oder an dem Virus gestorben.

Oberster Gerichtshof: Maßnahmen verletzen Grundrechte

Israels Oberster Gerichtshof hat am Mittwoch geurteilt, dass die aktuell geltenden Einreisebeschränkungen für Staatsbürger das „Grundrecht, nach Israel ein- und auszureisen, und andere demokratische Grundrechte“ verletzen. Die Richter forderten die Regierung auf, die tägliche Obergrenze von 3.000 einreisenden Personen bis Samstag aufzuheben. Sie kritisierten, die Quote sei willkürlich festgelegt worden und basiere nicht auf konkreten Daten, wie z.B. wie viele Staatsbürger aus dem Ausland zurückkehren möchten. Die Bedrohung durch das Coronavirus würde in der „nahen Zukunft“ weiterbestehen, daher bedürfe es eines ausgewogenen Plans, wie das Risiko eingeschleppter Mutationen reduziert werden kann, ohne Grundrechte unverhältnismäßig einzuschränken. Bereits vergangene Woche hatte der Gerichtshof eine andere Corona-Maßnahme der israelischen Regierung kritisiert. Mit einer einstweiligen Verfügung stoppten die Richter die Übermittlung der Daten Nichtgeimpfter an Kommunen. Die Knesset hatte im Februar ein entsprechendes Gesetz verabschiedet, das dem Gesundheitsministerium erlaubt, Daten über einen Zeitraum von drei Monaten an Kommunen und das Bildungsministerium weiterzugeben. Diese sollen Nichtgeimpfte dazu ermutigen, sich impfen zu lassen. Israels oberste Richter urteilten, das Gesetz verletze das Grundrecht auf Privatsphäre.

Totes Meer: Archäologen entdecken Bibel-Fragmente

Die Israelische Altertumsbehörde (IAA) hat am Dienstag neu entdeckte Fragmente einer rund 2.000 Jahre alten biblischen Schriftrolle vorgestellt. Archäologen hatten diese in der „Höhle des Grauens“ - oberhalb des Nachal Chever, eines am Toten Meer gelegenen Wadis, und nur durch Abseilen erreichbar - entdeckt. Bei den Funden, die ersten dieser Art seit 60 Jahren, handelt es sich um griechische Übersetzungen der Bücher Sacharja und Nahum aus der Zeit des Bar-Kochba-Aufstands (132-136 n. Chr.). Bislang konnten elf Zeilen - Sacharja 8,16-17 und Nahum 1,5-6 - rekonstruiert werden. Neben den Fragmenten fanden die Archäologen einen vollständig erhaltenen, aus Schilf gewebten Korb. Es soll sich um den ältesten erhaltenen Korb der Welt handeln. Außerdem entdeckten sie die in Stoff gewickelte, mumifizierte Leiche eines ca. sechs bis zwölf Jahre alten Kindes. Seit 2017 durchforscht die IAA systematisch die Höhlen der Judäischen Wüste, um dort befindliche Artefakte vor Plünderern zu retten. Bisher wurden auf einem Gebiet von 80 Kilometern Länge 500 Höhlen durchforscht. Da viele der Höhlen sehr schwer zugänglich sind, sind die Teams der IAA mit Drohnen sowie hochmoderner Abseil- und Bergsteigausrüstung im Einsatz. 

Arabischer Israeli spricht vor UNHRC

„Jede Behauptung, Israels Impfkampagne sei rassistisch, ist ein dreister Versuch, Israel zu diffamieren.“ Das sagte Joseph Haddad, arabisch-israelischer Aktivist aus Nazareth, am Dienstag vor dem UN-Menschenrechtsrat (UNHRC). Vertreter des Iran, Katars, Indonesiens und der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) hatten Israel beschuldigt, den Palästinensern gezielt Impfstoff vorzuenthalten und die Lieferungen von Impfstoff an die PA zu verhindern. „Ich, meine Familie, Freunde und hunderttausende andere arabische Israelis sind geimpft worden“, sagte er. „Israel – nicht die PA – hat tausende Palästinenser geimpft, obwohl dies laut Oslo-Abkommen nicht unsere Pflicht ist.“ Hingegen habe die PA nur ihre „eigenen Beamten und Freunde“ geimpft. Israel hat bisher mehr als 50.000 der rund 120.000 in Israel und Judäa und Samaria beschäftigten Palästinenser geimpft. Haddad warf dem UN-Gremium vor, die PA nicht „zur Rechenschaft zu ziehen“. Außerdem ignoriere es Menschenrechtsverletzungen seines Mitgliedes China, das gerade einen „Völkermord gegen Muslime“ begehe. „Stattdessen diffamieren Sie mein Land.“ Er sei ein stolz, Araber und Israeli zu sein, denn „Israel sorgt für alle seine Bürger und sogar andere.“ Haddad ist Geschäftsführer der Organisation „Together – Vouching for Each Other“, die sich dafür einsetzt, israelische Araber besser in die Mehrheitsgesellschaft zu integrieren. Unter anderem hält die Organisation seit 2019 Gedenkveranstaltungen anlässlich des israelischen Holocaustgedenktags Jom HaSchoa ab. Haddads Rede vor dem UNHRC erfolgte auf Einladung der Nichtregierungsorganisation UN-Watch.

Iran: Israel, USA wollen zusammenarbeiten

Israel und die USA haben die Bildung einer Arbeitsgruppe zum Austausch geheimdienstlicher Informationen über das iranische Atomprogramm vereinbart. Über die gemeinsamen strategischen Beratungen vergangene Woche - unter der Leitung Jake Sullivans, Nationaler Sicherheitsberater der USA, und seines israelischen Amtskollegen Meir Ben-Schabbat - zeigten sich die Israelis zufrieden. „Im Allgemeinen sind wir in der Auswertung geheimdienstlicher Informationen einer Meinung“, zitierten israelische Medien einen anonymen Beamten. Sullivan versprach den Israelis Transparenz hinsichtlich der Iran-Politik der USA und sagte, er erwarte dies auch von Israel. In wenigen Wochen wollen beide Länder über das iranische Raketenprogramm und die Einflussnahme des Mullah-Regimes im Nahen Osten beraten. Während der ersten Amtszeit von US-Präsident Barack Obama hatte es eine ähnliche Arbeitsgruppe gegeben. Als die damalige US-Regierung jedoch auf ein Abkommen mit dem Iran hinarbeitete, endeten die Treffen. Es kam zu öffentlichen Auseinandersetzungen zwischen den Regierungen Israels und der USA. Die Wiederbelebung der Arbeitsgruppe soll erneuten Streitigkeiten vorbeugen. Die USA waren unter Präsident Donald Trump 2018 aus dem Atomabkommen ausgestiegen, der amtierende Präsident Joe Biden will ihm wieder beitreten. Israel lehnt dies ab.


Israel: Wahlumfrage deutet auf erneutes Patt hin

Eine Umfrage vom Sonntag deutet darauf hin, dass es bei den Knesset-Wahlen am 23. März erneut keinen eindeutigen Sieger geben könnte. Demnach würden bei Israels vierten Parlamentswahlen innerhalb von zwei Jahren die konservativ-nationale Likud-Partei von Premierminister Benjamin Netanjahu und seine Verbündeten 58 der insgesamt 120 Mandate erhalten. Den Umfragen zufolge käme die Likud-Partei auf 28 Sitze, die nationalreligiöse Jamina-Partei von Naftali Bennett auf elf Sitze, die ultraorthodoxen Parteien Vereinigtes Thora-Judentum und Schas auf sieben bzw. sechs Sitze. Die nationalistische Partei Tknuma („Wiedergeburt“) käme ebenfalls auf sechs Sitze. Parteien, die eine Koalition mit Netanjahu ausgeschlossen haben, würden ebenfalls 58 Mandate erhalten. Netanjahus stärkster Herausforderer ist Jair Lapid. Seine Partei Jesch-Atid würde 20 Mandate, die neugegründete konservativ-nationale Partei Tikwa Chadascha des ehemaligen Likud-Ministers Gideon Sa’ar neun Mandate erhalten. Das arabische Parteienbündnis Vereinte Liste käme auf acht Sitze, Avigdor Liebermans russisch-säkulare Partei Israel Beitenu auf sieben. Die Arbeitspartei erhielte sechs Mandate, die sozialdemokratische Meretz-Partei und die zentrische Partei Blau-Weiß von Verteidigungsminister Benny Gantz kämen beide auf vier Sitze. Die islamistische Ra’am-Partei, die Umfragen zufolge auf vier Sitze käme, könnte somit neuer „Königsmacher“ werden, dessen Mandate für eine mehrheitsfähige Koalition benötigt würden.

Foto: GPO/Kobi Gideon, Knesset-Gebäude in Jerusalem, Archivbild

Islamisten als „Königsmacher“?

Die Ra’am-Partei trennte sich im Januar von der arabischen Vereinten Liste. Ihr Vorsitzender Mansour Abbas hatte im Dezember eine pragmatischere Politik angekündigt. Er sagte, vor allem konservativ-nationale Politiker seien daran interessiert, die zivilbürgerlichen Angelegenheiten der arabischen Bevölkerung „voranzubringen“. Daher schließe er Absprachen oder gareine Regierungsbeteiligung nicht mehr grundsätzlich aus. Abbas hat inzwischen bekanntgegeben, dass er sich nicht auf eines der beiden politischen Lager festlegen wolle.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für die anstehenden Knesset-Wahlen. Beten wir, dass Gott die Herzen der Wähler und Politiker entsprechend seines Willens lenkt. Beten wir auch, dass er Männer und Frauen in die Knesset und in die Regierung beruft, die ihrem Volk dienen und Israels zahlreiche Herausforderungen mit Weisheit angehen werden.

Jerusalem: Kosovo eröffnet Botschaft, Tschechien Außenstelle

Der Kosovo hat am Sonntag seine Botschaft in Jerusalem eröffnet. Der Balkanstaat und Israel hatten im Februar diplomatische Beziehungen aufgenommen. Der Kosovo ist somit das erste europäische Land und nach den USA und Guatemala das dritte Land weltweit, dass eine Botschaft in Jerusalem unterhält. Vergangene Woche eröffnete Tschechien ein „diplomatisches Büro“ in Jerusalem. „Wir halten unser Versprechen“, sagte der tschechische Premierminister Andrej Babis während der Eröffnungsfeier und erklärte, das Büro diene als Außenstelle der Botschaft in Tel Aviv und werde für „vieles“ zuständig sein, wie z.B. politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Tschechiens Präsident Milos Zeman hatte 2018 die Verlegung der tschechischen Botschaft nach Jerusalem angekündigt, Premierminister Babis lehnt dies bisher aufgrund der EU-Außenpolitik ab. 2019 hatte bereits Ungarn ein Handelsbüro mit „diplomatischem Status“ in Jerusalem eröffnet.

Österreich: 31% teilen antisemitische Ansichten

Einer am Freitag veröffentlichten Studie zum Antisemitismus in Österreich zufolge teilen 31% der 2.000 Befragten antisemitische Ansichten. Die „Antisemitismus-Studie 2020“ wurde im Auftrag des österreichischen Parlaments durchgeführt und enthielt Aussagen wie „Juden versuchen heute Vorteile daraus zu ziehen, dass sie in der Nazi-Zeit Opfer waren“ (28% der Befragten stimmten zu) oder „Juden haben zu viel Einfluss in Österreich“ (11% stimmten zu). Die Studie enthielt auch Aussagen, anhand derer die Verbreitung von „Nicht-Antisemitismus“ festgestellt werden sollte. Die Ansicht „Wegen der Verfolgung im Zweiten Weltkrieg haben wir heute eine moralische Verpflichtung, den Juden in Österreich beizustehen“ teilten 47% der Befragten, 37% lehnten sie ab. In einer vergleichbaren Studie von 2018 hatten noch 46% der Befragten antisemitischen Aussagen zugestimmt, erklärte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka bei der Pressekonferenz am Freitag. Zur Erinnerungskultur Österreichs, wie z.B. der Durchführung von Gedenkveranstaltungen oder der Errichtung von Denkmälern, sagten 20% der Befragten, die österreichische Politik tue in diesem Sinne „zu viel“, 57% fanden es „gerade richtig“ und 16% waren der Ansicht, es werde „zu wenig“ unternommen. Die österreichische Regierung hatte im Januar eine Nationale Strategie zum Schutz jüdischen Lebens und zur Bekämpfung von Antisemitismus vorgestellt. Zu den 38 Maßnahmen gehören u.a. mehr Schutz von Synagogen, bessere Aufklärungsarbeit über das Judentum und härtere Ahnung antisemitischer Hassverbrechen. 2019 seien 550 antisemitische Vorfälle gemeldet worden, erklärte Europaministerin Karoline Edtstadler. „Das sind doppelt so viele wie noch vor fünf Jahren.“

Israel-Jordanien: Diplomatischer Schlagabtausch

Infolge eines diplomatischen Schlagabtauschs mit Jordanien hat Israels Premierminister Benjamin Netanjahu vergangene Woche seinen Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) abgesagt. Jordanien hatte ihm die Überfluggenehmigung nicht rechtzeitig erteilt. Am Vortag hatte der jordanische Kronprinz Hussein bin Abdallah einen Besuch auf dem Tempelberg in Jerusalem abgesagt, nachdem israelische Behörden seinem Sicherheitspersonal die Einreise verweigert hatten. Israel erklärte, bin Abdallah sei mit einer größeren Entourage am Allenby-Grenzübergang erschienen, die schwerer bewaffnet gewesen sei, als zuvor vereinbart. Als israelische Behörden darauf bestanden, dass bin Abdallah sich an die Vereinbarung halte, sagte er den Besuch ab. Trotz des 1994 unterzeichneten Friedensvertrags ist die Beziehung zwischen Israel und Jordanien schwierig. Streitpunkt ist dabei oft der Tempelberg, über den Jordanien seit 1924 die Hoheitsgewalt hat. Für seine Reise in die VAE lehnte Netanjahu eine südlichere Flugroute über Saudi-Arabien ab, aus Sorge vor einem Raketenangriff der im Jemen agierenden pro-iranischen Huthi-Rebellen.


Yad Vashem: Der Erinnerung einen persönlichen Bezug geben

Den sechs Millionen im Holocaust ermordeten Juden eine Stimme geben – das ist das Anliegen der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem (Jerusalem), erklärte Dr. Noa Mkayton von der Internationalen Schule für Holocaust-Studien in Yad Vashem am Montag. Zu dem Vortrag der ICEJ-Academy auf der Videoplattform ZOOM hatten sich mehr als 120 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zugeschaltet. „Die Geschichte wird aus der Sicht des Siegers geschrieben, nicht des Besiegten“, erklärte Dr. Mkayton. Daher dokumentierten Juden noch während des Holocaust – in den Ghettos und Konzentrationslagern – ihre Erlebnisse, Erinnerungen und Gedanken. Sie waren besorgt, dass all dies nach ihrem Tod, den sie Tag für Tag vor Augen hatten, verloren gehen würde. Daran knüpfe Yad Vashem an, sagte Dr. Mkayton. Die Holocaustgedenkstätte rückt die Erinnerung an den Einzelnen in den Fokus. „In der jüdischen Erinnerungskultur braucht man einen persönlichen Bezug.“ Die Geschichte der Ermordeten – vor und während des Holocaust – müsse mit ihrer eigenen Stimme erzählt werden, anhand von Fotos, Briefen und Augenzeugenberichten. Nur auf diese Weise könne man die von den Nazis so perfide betriebene „Entmenschlichung“ der Juden in der Erinnerung rückgängig machen. Sari Granitza, Direktorin der Christlichen Freunde Yad Vashems, betonte die wichtige Funktion der Informations- und Aufklärungsarbeit im Kampf gegen den Antisemitismus und dankte den Teilnehmern für ihre Unterstützung.

Foto: Yad Vashem, Jüdische Kinder im Holocaust, Symbolbild

Save the date: Die nächste ICEJ-Academy wird am Montag, 19. April 2021, um 19.30 Uhr stattfinden (auf Zoom). Thema: Schriftrollen von Qumran - Die Jesaja-Rolle und ihre Bedeutung für die Wiederherstellung Israels.Referent: Alexander Schick.

Weitere Informationen und Anmeldung in Kürze auf unserer Webseite.

Israel: Fünf Millionen geimpft

Israels Impfkampagne hat am Montag die Fünf-Millionen-Marke überschritten. Von den fünf Millionen Personen, die die erste Dosis des Covid-19-Impfstoffes erhalten haben, haben rund 3,8 Millionen bereits beide Dosen verabreicht bekommen. Am Sonntag veröffentlichte Daten des Gesundheitsministeriums deuten darauf hin, dass der Impfstoff schwere Covid-19-Erkrankungen verhindert. Von den 6.096 Personen, die seit Beginn der Impfkampagne Ende Dezember wegen Covid-19 im Krankenaus behandelt werden mussten, hatten nur 175, d.h. 2,87%, beide Impfdosen erhalten. Im Vergleich dazu waren 4.589 von ihnen, 75%, nicht geimpft. Trotz der Wiedereröffnung des Bildungssystems und verschiedener Wirtschaftszweige ist die Zahl der Neuinfektionen in Israel weiterhin rückläufig. Am Sonntag hatten 3,7% der durchgeführten Tests ein positives Ergebnis, die niedrigste Rate seit Mitte Dezember. Die Zahl der aktiven Fälle liegt bei 37.698. Anfang Februar lag diese Zahl bei über 84.000 Personen. Die Reproduktionszahl (R-Wert) lag am Montag bei 0,95.

Corona: Sorge um arabische Israelis

Israels Gesundheitsbehörden sind besorgt über die steigenden Infektionszahlen unter arabischen Israelis. Zurzeit sind etwa die Hälfte der schwer an Covid-19 Erkrankten Araber. Der arabische Bevölkerungsanteil liegt bei ca. 21% der Gesamtbevölkerung Israels. Aktuell sind 25 der 30 Städte mit den höchsten Infektionsraten in Israel arabische Städte, wie z.B. Umm al-Fahm und Nazareth. „Vor knapp einem Monat waren wir in einer besseren Situation als die jüdischen oder die jüdisch-orthodoxen Israelis. Aber heute sind wir schlimmer dran als sie beide“, erklärte Dr. Bischara Bischarat, der für Israels Gesundheitsministerium arbeitet. „Wir erwarten, dass die Zahlen weiterhin steigen“, sagte Dr. Zahi Said, Berater des israelischen Gesundheitsdienstleisters Clalit. „Ich hoffe, wir irren uns, denn bald ist Ramadan und wir wollen nicht, dass es zu einer Katastrophe kommt.“ Die Impfrate bleibe unter arabischen Israelis „weiterhin niedrig“, erklärte Said. „Der Grund sind die Fake News, die sich wie ein Lauffeuer auf Social Media verbreiten“, insbesondere unter den Beduinen in Südisrael, von denen bisher nur wenige geimpft worden seien. 67% der arabischen Israelis über 16 Jahre haben mindestens eine Dosis des Covid-19-Impfstoffes erhalten oder sind von Covid-19 genesen. Unter ultraorthodoxen Juden liegt der Anteil bei 70%, unter Israelis, die weder arabisch noch ultraorthodox sind, bei 90%.

Israelische Armee will mehr weibliche Offiziere

Aviv Kochavi, Generalstabschef der israelischen Armee, will in den nächsten fünf Jahren den Anteil der Frauen unter den hochrangigen Offizieren um 50% erhöhen. Das gab er am Montag anlässlich des Internationalen Frauentags bekannt. Die Zahl weiblicher Offiziere mit höheren Diensträngen ist in den letzten Jahren drastisch gesunken. Der letzte weibliche Generalmajor ging 2014 in den Ruhestand und aktuell gibt es nur sechs weibliche Brigadegeneräle. Unter den 200 Offizieren, die in den letzten zwei Jahren von Kochavi zum Oberst befördert wurden, waren nur 19 Frauen. Israelische Frauen sind seit 1948 wehrpflichtig. Seit dem Jahr 2000 hat die israelische Armee nach und nach Einheiten und Positionen Frauen zugänglich gemacht, die ihnen bisher verwehrt gewesen waren. So können Frauen inzwischen eine Ausbildung zur Pilotin machen oder in Kampfeinheiten dienen. In der Regel setzt die israelische Armee Soldatinnen, die Kampfeinheiten angehören, nur in Situationen ein, in denen Kampfhandlungen unwahrscheinlich sind. Dennoch müssen sie bereit sein, auf Kampfhandlungen zu reagieren, sollte es dazu kommen.

Israel, Österreich, Dänemark: Gemeinsame Impfstoffforschung

Israel, Österreich und Dänemark wollen einen Fonds für die gemeinsame Impfstoffforschung und -entwicklung ins Leben rufen. Das gaben die Regierungschefs der drei Länder am Donnerstag bei einem Treffen in Jerusalem bekannt. „Wir wissen nicht, wie lange der Impfstoff wirksam bleibt“, erklärte Israels Premierminister Benjamin Netanjahu. „Wir müssen unsere Bevölkerung gegen das Wiederaufflammen dieser Pandemie und vor Mutationen schützen.“ Dänemarks Premierministerin Mette Frederiksen sagte, die drei Länder hätten seit Beginn der Corona-Krise „sehr eng zusammengearbeitet“. Man überlege, „im Bereich klinischer Tests zu kooperieren“. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz lobte Netanjahu, der einer der ersten gewesen sei, der 2020 die Gefahr der Corona-Pandemie erkannt habe. „Vielleicht war dies der Hauptgrund, warum wir in Österreich so früh reagiert haben.“ Er lobte Israels erfolgreiche Eindämmung des Coronavirus. „Die Welt blickt voller Bewunderung nach Israel.“ Kurz kritisierte die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) als „zu langsam“ bei der Zulassung von Impfstoffen. Auf die Kritik Frankreichs, der EU-Impfbedarf müsse innerhalb der EU gelöst werden, um die „Solidarität unter den Mitgliedstaaten zu sichern“, sagte Kurz: „Wir müssen innerhalb der EU kooperieren, aber auch weltweit.“


Einreisebestimmungen: Israel plant Lockerung

Israels Regierung plant, ab Sonntag 3.000 Staatsbürgern pro Tag die Einreise zu erlauben. Eine vorherige Einreiseerlaubnis würde dann für Israelis nicht mehr nötig sein. Ausländische Staatsbürger müssten eine Einreise jedoch vorab genehmigen lassen. Der Plan sieht vor, dass nicht geimpfte Personen sich nach der Einreise in ein staatlich betriebenes „Quarantäne-Hotel“ begeben müssen. Wer sich zu Hause isolieren möchte, muss ein elektronisches Armband tragen. Auslandsreisen sind für nicht-geimpfte Israelis nur nach vorheriger Ausreiseerlaubnis möglich. Der Plan muss noch dem Kabinett zur Abstimmung vorgelegt werden. Eine weitere für Sonntag vorgesehene Lockerung ist die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts für die Klassen 7-10 in Gebieten mit niedriger oder mittlerer Infektionsrate. Die ebenfalls vorgesehene Wiedereröffnung von Gastronomiebetrieben ist aufgrund der steigenden Reproduktionszahl (R-Wert) noch unsicher. Es wird vermutet, dass der Anstieg trotz fortgeschrittener Impfkampagne auf Virus-Mutationen zurückgeht, die als ansteckender gelten. Außerdem sind knapp 50% der zurzeit positiv Getesteten Kinder und Jugendliche, für die der Impfstoff nicht zugelassen ist.

Foto: Unsplash, Ben-Gurion Flughafen, Symbolbild

Israel: Schwere Covid-19-Fälle rückläufig

699 Israelis sind zurzeit schwer an Covid-19 erkrankt. Das gab Israels Gesundheitsministerium am heutigen Donnerstag bekannt. Es ist der niedrigste Wert seit Dezember. Am Mittwoch wurden 4.143 Personen positiv auf das Virus getestet, die Zahl der aktiven Fälle liegt bei 42.276. Mindestens 50% der derzeit positiv Getesteten sind Kinder und Jugendliche, nur 5,4% sind älter als 60 Jahre. Der hohe Anteil an Kindern und Jugendlichen ist laut Gesundheitsbehörden darauf zurückzuführen, dass Personen unter 16 Jahren bisher nicht geimpft werden. Für etwa drei Millionen Israelis kommen die Impfungen nicht in Frage – aufgrund ihres jungen Alters oder wegen möglicher gesundheitlicher Risiken. Rund 1,2 Millionen Personen, die über 16 Jahre alt sind und sich impfen lassen könnten, sind bisher noch nicht geimpft worden.

Tödlicher Zwischenfall bei Corona-Protesten in Jerusalem

Die israelische Polizei hat 14 Personen verhaftet, die am Sonntag bei Protesten gegen die Corona-Maßnahmen in Jerusalem mehrere Fahrzeuge angegriffen hatten. Einer der Angriffe richtete sich gegen den arabischen Fahrer eines Kleinbusses. Als dieser versuchte zu entkommen, fuhr er einen Passanten an und verletzte ihn tödlich. Alle Verhafteten, darunter fünf Minderjährige, seien an dem Angriff „aktiv beteiligt“ gewesen, erklärte die Polizei. Der arabische Fahrer, der bei dem Angriff verletzt worden war, wurde am Dienstag aus der Untersuchungshaft entlassen. Ihm droht eine Anklage wegen Totschlags. Der Tod des Passanten „bricht mein Herz“, erklärte er. Er warf den Demonstranten vor, ihn aus rassistischen Motiven angegriffen zu haben. „Sie wollten mich umbringen, weil ich Araber bin.“ Die Familie des Getöteten erklärte, sie mache die Demonstranten für den Tod ihres Angehörigen verantwortlich. Zwei der Verhafteten waren Polizeiangaben zufolge auch an einem weiteren Angriff auf einen Krankenwagen beteiligt, der eine schwangere Frau zur Entbindung in ein Krankenhaus befördern sollte.

IStGH nimmt Ermittlungen auf

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag hat am Mittwoch die Aufnahme von Ermittlungen gegen Israel wegen angeblicher Kriegsverbrechen bekanntgegeben. Die Untersuchungen würden „unabhängig, unparteiisch und objektiv“ sein, sagte Chefanklägerin Fatou Bensouda. Entsprechend des Antrags der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), die sich 2019 an den IStGH gewandt hatte, konzentrieren sich die Ermittlungen jedoch nur auf Ereignisse ab dem 13. Juni 2014, die in Zusammenhang mit Israels Militäroperation „Starker Fels“ vom Sommer 2014 stehen. Ereignisse vor dem 13. Juni 2014, wie z.B. die Entführung und Ermordung der drei israelischen Teenager Eyal Yifrach (19), Gilad Shaar (16) und Naftali Frenkel (16) in Gusch Etzion durch palästinensische Terroristen am 12. Juni 2014, werden somit vom IStGH nicht berücksichtigt. Israel hatte die Militäroperation u.a. infolge dieser Entführung gestartet. Die PA begrüßte die Aufnahme der Ermittlungen. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu nannte sie den „Inbegriff des Antisemitismus und der Heuchelei“. Israels Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit sagte, die Ermittlungen gegen Israel „schaden der Legitimität“ des Gerichtshofs. Er unterstrich, dass Israel und andere Länder der Ansicht seien, dass der IStGH keine Gerichtsbarkeit über den Fall habe. Israel ist kein Mitglied des Gerichtshofs und „Palästina“ sei kein Staat. „Die Richter entschieden, die ihnen vorgelegten ernsthaften rechtlichen Einwände zu ignorieren“, erklärte Mandelblit.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für ein Ende der voreingenommenen, ungerechten Behandlung Israels durch internationale Gremien. Beten wir auch für die Regierungen Israels und befreundeter Nationen, gegen die Ermittlungen des IStGH vorzugehen.


 

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