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Special Reports

Jugend-Alijah: Israels Kinder kehren nach Hause zurück

Die dramatischen Entwicklungen in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion bestärken die dort verbliebenen Juden und ihre Angehörigen (rund 900.000 Personen) in ihrem Wunsch, Alijah (Einwanderung nach Israel) zu machen. Der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem (ICEJ) ist es wichtig, insbesondere Kinder und Jugendliche auf diesen großen Schritt vorzubereiten. Diesen Sommer konnten wir rund 1.000 jüdischen Kindern die Teilnahme an Alijah-Ferienlagern ermöglichen. (Foto: JAFI, Jüdische Mädchen aus der Ukraine auf dem Ferienlager in Lithauen, Juli 2022)

Alijah aus dem Norden

Vor rund 2.700 Jahren kündigte der Prophet Jesaja die Heimkehr des jüdischen Volkes aus aller Welt an, explizit auch aus dem „Norden“ (Jesaja 43,6). Anfang der 1990er Jahre begann die wundersame Erfüllung dieser Worte: Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs bestiegen mehr als eine Million sowjetischer Juden Flugzeuge und Schiffe in Richtung Israel. Die jahrzehntelange religionsfeindliche Propaganda des Kommunismus konnte nicht verhindern, dass Juden dem Ruf Gottes folgten. „Es war, als wehte ein Wind, und wir wussten einfach, dass wir kommen mussten“, berichtete eine russische Neueinwanderin damals. Seit 2008 wächst die Alijah aus der ehemaligen Sowjetunion stetig. Doch was in den letzten Monaten geschah, hatte niemand erwartet. „Die Ereignisse in der Ukraine haben eine wahre Flutwelle ausgelöst. Allein zwischen Ende Februar und Ende Juli trafen rund 33.000 Juden aus Russland und der Ukraine in Israel ein“, erklärte Danielle Mor von der Jewish Agency (Israels Einwanderungsbehörde). Das sind mehr als dreimal so viele, wie im gesamten Vorjahr – und der Strom reißt nicht ab.

Bereit für die Zukunft

Auch zu Friedenszeiten ist die Alijah eine enorme Herausforderung, besonders für Kinder. Plötzlich müssen sie sich in einer fremden Umgebung zurechtfinden, deren Sprache und Kultur sie nicht kennen. Hier helfen Kinder- und Jugendprogramme. Die Jugend-Alijah geht zurück auf die 1930er Jahre, als jüdische Aktivisten versuchten, möglichst viele jüdische Kinder aus Nazi-Deutschland zu retten und nach „Eretz Israel“ zu bringen. Die heutigen Programme bereiten Kinder auf das Leben in Israel vor. Eine wichtige Rolle spielen die Alijah-Ferienlager, v.a. in den ehemaligen Sowjetrepubliken. Die Kinder schließen neue Freundschaften, lernen die Traditionen ihrer Vorfahren kennen und verstehen vielleicht zum ersten Mal die Bedeutung des Staates Israel als Heimat und Zufluchtsort des jüdischen Volkes. Das ist besonders wichtig, da viele Familien keinen Bezug mehr zur jüdischen Religion haben.

Junge Wegbereiter

Einige Jugendliche entscheiden sich, ihren Familien vorauszugehen und allein nach Israel einzuwandern. Begleitet von Jewish-Agency-Programmen machen sie in Israel ihr Abitur oder studieren. Kommen ihre Eltern und Geschwister nach, haben sie sich bereits eingelebt und können ihre Familien tatkräftig unterstützen.In diesem Sommer sponserte die ICEJ zehn Ferienlager, verteilt über acht Zeitzonen – von Belarus und dem Baltikum über den Ural und Sibirien bis in den Fernen Osten Russlands. Dank der Hilfe von Christen weltweit konnten wir u.a. die Transportkosten für rund 1.000 jüdische Kinder und Jugendliche, teilweise aus entlegenen Gebieten, übernehmen.

Erholung für ukrainische Kinder

Ende Juli fand in Litauen ein besonderes Sommercamp für 100 aus der Ukraine geflüchtete jüdische Kinder statt. Kaum vorstellbar, was sie in den letzten Monaten durchgemacht haben: Als sie eines Morgens erwachten, herrschte Krieg! Sie mussten ihr Zuhause verlassen, wurden von Freunden getrennt und haben ihre Väter oft seit Monaten nicht mehr gesehen (Männer unter 60 Jahren dürfen weiterhin nicht ausreisen). Nun leben sie mit dem bedrückenden Gefühl einer ungewissen Zukunft. Das Ferienlager mit abwechslungsreichen Aktivitäten an der frischen Luft inmitten traumhaft schöner Natur half ihnen, auf andere Gedanken zu kommen, und schenkte ihnen schöne, unvergessliche Momente. „Wir hatten eine prima Zeit“, schwärmte Nastia voller Begeisterung. „Das Programm war toll und ich habe neue Freunde gefunden. Ich hoffe, dass ich sie bald wiedersehe!“ Besonderer Höhepunkt war die gemeinsame, unbeschwerte Schabbatfeier. „Ihr habt eine Atmosphäre der Freude, der Erholung und des Friedens geschaffen. Unseren Kindern tat das richtig gut“, freute sich Inna. „Vielen Dank dafür!“ Alexej berichtete, sein Kind sei „überglücklich“ aus dem Ferienlager zurückgekehrt. „Riesigen Dank für euren Dienst an den Kindern!“ (Foto: JAFI)

Israels Söhne und Töchter nach Hause bringen

Wir wünschen uns, dass einige dieser Kinder sich entschließen, Israel, das Land ihrer Vorväter, zu ihrem neuen Heimatland zu machen, und möchten sie darin unterstützen. „So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will meine Hand zu den Heiden hin erheben und für die Völker mein Banner aufrichten. Dann werden sie deine Söhne in den Armen herbringen und deine Töchter auf der Schulter hertragen.“ (Jesaja 49,22)

Bitte helfen Sie uns, diesen Kindern Israels zu ermöglichen, Alijah zu machen. Als Verwendungszweck bitte „Alijah & Integration“ angeben, vielen Dank!

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Jürgen Bühler: Gott in schwierigen Zeiten suchen

„An Israel sehen wir, dass es einen mächtigen Gott im Himmel gibt. Dem Gott Israels können wir vertrauen, auch in den Situationen, in denen wir uns befinden.“ Das sagte Gottfried Bühler, Erster Vorsitzender der ICEJ-Deutschland, beim ICEJ-Sommer-Event Ende Juli in Nürtingen. Er ermutigte die rund 200 Teilnehmer anhand des Beispiels David Ben Gurions, der trotz aller Widerstände und Bedrohungen am 14. Mai 1948 den Staat Israel ausrief, im festen Glauben an die Zusagen der Bibel. „Gott steht zu seinem Wort.“ Bühler zitierte auch aus dem Propheten Hesekiel: „Unser Gott, der Gebet erhört, sucht Menschen, die für Deutschland in den Riss treten. Er möchte, dass Deutschland zu ihm umkehrt.“ (Foto: Levi Dörflinger, Lobpreis beim ICEJ-Event in Nürtingen, 29.07.2022)

Gebet und Gemeinschaft mit Gott in schwierigen Zeiten

ICEJ-Präsident Dr. Jürgen Bühler, der mit seiner Frau Vesna aus Jerusalem angereist war, verglich in seiner Predigt die heutige Zeit mit der Zeit des Propheten Habakuks, die von geistlichen Schwankungen und politischen Unsicherheiten geprägt war. Auf Habakuks Klage hin kündigt Gott noch schwerere Zeiten an (Hab 1,5ff). Daraufhin entschließt Habakuk sich, ins Gebet zu gehen und zu hören, was Gott zu sagen hat (Hab 2,1). „Nie gab es eine Zeit, in der es dringender war zu beten als jetzt!“ Wenn wir Gott im Gebet suchen und uns Zeit nehmen, sein Reden zu hören, wird sich unser Leben in eine neue Richtung bewegen. Der klagende Prophet wurde zu einem Menschen, der anderen Orientierung geben konnte, erklärte Bühler. Habakuk schließt sein Zwiegespräch mit Gott mit einer Aussage, die Sorge vor der Zukunft ausdrückt. Dennoch entscheidet er sich, Gott zu loben, denn er weiß, dass Gott ihm Leichtigkeit und Strategien geben wird, mit den bevorstehenden Herausforderungen umzugehen (Hab 3,16-19). „Betet für Deutschland, betet für eine neue Ausgießung des Heiligen Geistes auf unser Land“, rief Jürgen Bühler seine Zuhörer auf. (Foto: Levi Dörflinger, Dr. Jürgen Bühler predigt in Nürtingen, 29.07.2022)

Gottes Schutz in der Ukraine

Ehrengäste des Abends waren Jaroslawa und Roman Vilko sowie Alexander Ivanenko, Älteste der messianischen Gemeinde in Kiew von Rabbi Boris Grisenko, die zugleich auch die größte messianische Gemeinde weltweit ist. Am 26. Februar, zwei Tage nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine, als noch viele Beobachter mit einer baldigen Einnahme Kiews rechneten, entschied die Gemeinde, wie jeden Schabbat zusammenzukommen und Gott zu feiern. Wie durch ein Wunder wurde die russische Armee vor den Toren Kiews aufgehalten. „Das war keine supergeistliche Entscheidung, sondern ein einfacher Vertrauensschritt. Wir sahen, dass es Gott gefällt, dass wir den Schabbat feiern und erlebten, wie Gott uns schützte“, berichtete Alexander. Seitdem hat die Gemeinde, die vor dem Krieg rund 2.500 Mitglieder zählte, keine einzige Schabbatfeier ausfallen lassen, auch die Kleingruppen treffen sich weiterhin. (Foto: Levi Dörflinger, Gottfried Bühler begrüßt Ehrengäste aus der Ukraine, 29.07.2022)

Neue Hoffnung für Geflüchtete

Jaroslawa und Roman sowie Alexander und seine Frau Julia hielten sich bei Kriegsbeginn außerhalb der Ukraine auf. Während sich in ihrer Heimat die Ereignisse überschlugen und große Ungewissheit herrschte, baten sie Gott um Weisung und entschlossen sich, ihren geflüchteten Landsleuten beizustehen. Inzwischen haben Jaroslawa und Roman in Stuttgart sowie Alexander und Julia in der Schweiz eine Gemeindearbeit unter Ukrainern begonnen. Sie hören zu, beten mit ihnen und erzählen ihnen von Jesus, der ihnen echten Halt und eine neue Perspektive schenken möchte. „Bitte betet für uns, das wäre uns eine große Hilfe“, bat Jaroslawa zum Abschluss.

Umrahmt wurde der Abend mit einem Beitrag der Tanzgruppe Profil zum Lied „Jerusalema“ und gemeinsamen Gebetszeiten und Lobpreis unter der Leitung von Dietmar Zappel und Vesna Bühler.


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ICEJ begrüßt äthiopische Juden in Israel

Im Juni sind 500 äthiopische Neueinwanderer mit drei Flügen in Tel Aviv gelandet. Sie sind die Vorhut der 3.000 äthiopischen Juden, die dieses Jahr mit der „Operation Tsur Israel“ (Fels Israels) Alijah (Einwanderung nach Israel) machen dürfen. Die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (engl. Abkürzung ICEJ) gehört zu den Hauptsponsoren. Nicole Yoder, ICEJ-Vizepräsidentin für Alijah & Soziales, begrüßte die Reisenden des ersten Fluges auf dem Rollfeld. (Foto: JAFI, Dieser äthiopische Junge freut sich, endlich in Israel zu sein, 21. Juni 2022)

Abschied in Äthiopien

Am 31. Mai verabschiedete die jüdische Gemeinde in Gondar mit einem feierlichen Gottesdienst in der großen Hatikwa-Synagoge 180 Gemeindemitglieder nach Israel. Hatikwa, Hebräisch für „die Hoffnung“, beschreibt die Gefühlslage tausender Äthiopier, die als Falasch Mura bezeichnet werden, gut. Sie sind Nachkommen äthiopischer Juden, die vor rund 200 Jahren, manchmal unter Zwang, zum Christentum konvertierten. „Jeder ist glücklich, denn heute ist ein Tag der Hoffnung“, erklärte Gemeindemitglied Abraham Zemenu, der noch auf seine Reise nach Israel wartet, gegenüber der Jewish Telegraphic Agency.

Politische Instabilität und Streit über die Falasch-Mura-Politik in Israel, die Corona-Pandemie und andere Gründe haben die äthiopische Einwanderung verzögert. Kefale Tayachew Damtie (56) gehörte zu den Glücklichen, die am 1. Juni nach Israel flogen. 23 Jahre wartete er darauf, Alijah zu machen. Jahrelang hat er seine Mutter, die in Israel lebt, nicht gesehen. In Gondar lebte Damtie mit seiner Frau und den sechs Kindern in einem 28m²-Raum ohne fließendes Wasser. Falasch Mura sind nur einwanderungsberechtigt, wenn ein Kind oder ein Elternteil in Israel lebt. Kinder können sie nur mitnehmen, wenn diese selbst unverheiratet und kinderlos sind. Als Damties Eltern nach Israel gingen, war er verheiratet und musste zurückbleiben. Da seine Kinder noch unverheiratet sind, dürfen sie ihn nach Israel begleiten. „Ich habe darauf gewartet, zu gehen, denn ich bin Jude und Zion ist meine Heimat“, sagte Damtie. „Wenn ich ankomme, werde ich erst meine Mutter umarmen. Und dann möchte ich Jerusalem sehen, die Stadt, von der ich immer geträumt habe.“

Willkommen in Israel!

Mit Stimmengewirr und fröhlicher Musik wurden die ersten 180 äthiopischen Einwanderer auf dem Rollfeld in Tel Aviv erwartet. Der rote Teppich wurde ausgerollt und eine Menschenmenge drängte sich um das gelandete Flugzeug. Endlich öffnete sich die Kabinentür und die ersten äthiopischen Juden, viele in festliche Trachten gekleidet, kamen überwältigt die Gangway herunter, wurden mit Israelfähnchen freudig begrüßt. „Diese Familien sehnen sich seit Jahren danach, mit ihren Familien wiedervereint zu sein. Heute ist es so weit“, strahlte Nicole Yoder. „Wir danken allen unseren Freunden weltweit, deren großzügige Spenden dies möglich machen.“

Bitte helfen Sie uns, weitere äthiopische Juden bei der Einwanderung nach Israel zu unterstützen. Als Verwendungszweck „Alijah & Integration“ angeben, herzlichen Dank!

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Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf unser Haifa-Heim

Im Fernsehen sind immer wieder Bilder von Frauen, Kindern und alten Menschen in der Ukraine zu sehen, die nur mit einem kleinen Koffer und wenigen Habseligkeiten aus ihren Häusern flüchten. Diese Eindrücke bereiten unseren Bewohnern im Haifa-Heim große Not. Viele durchleben schreckliche Erfahrungen aus ihrer Kindheit während der Schoah aufs Neue. (Foto: Yad Ezer Le'Chaver, Shelia vor ihrem zerstörten Haus in Charkiw)

Beängstigende Erinnerungen

Wenn Chaya Caspi die Nachrichten aus der Ukraine sieht, werden beängstigende Erlebnisse aus der Vergangenheit in ihr wach. Bis heute plagen sie immer wieder qualvolle Erinnerungen an die Gräueltaten der Nazis. Sie hat großes Mitgefühl für die Menschen in der Ukraine. „Es schmerzt mich sehr, wenn ich an die Ukraine denke. Der Krieg wird nicht Mann gegen Mann ausgetragen, sodass es viele zivile Opfer gibt. Familien werden auseinandergerissen. Unschuldige Frauen und Kinder sterben durch Putins Bomben”, sagt Chaya.

Überlebensgeschichten

Chaya wurde in Rumänien geboren und war acht Jahre alt, als der Zweite Weltkrieg ausbrach. Beim Einmarsch der Nazis wurden Männer ab 15 Jahren zusammengetrieben und erschossen – darunter auch Chayas 19-jähriger Bruder. Ihr Vater und ihre jüngeren Brüder wurden später verhaftet und in Viehwaggons gepfercht. Acht Tage lang waren sie unterwegs, ohne Essen und Trinken. Am Ziel angelangt wurden die Türen der Waggons geöffnet und alle Toten herausgeworfen. Auch Chayas jüngster Bruder starb in diesem Zug. Wie durch ein Wunder überlebte ihr Vater den Krieg als Zwangsarbeiter und kehrte nach Kriegsende zu den Überlebenden seiner Familie zurück. (Foto: ICEJ, Chaya)

Auch Esti, in Polen geboren, hat den Holocaust überlebt. Ihr Vater wurde getötet, als die Deutschen einmarschierten und ihr Dorf niederbrannten. Esti floh mit ihrer Mutter und ihren Schwestern in den Wald und hielt sich dort neun lange Monate versteckt. Sie bauten kleine, behelfsmäßige Hütten und machten sich Decken aus Blättern. Eines Tages liefen deutsche Soldaten in den Wald und begannen, auf sie zu schießen. Esti musste mit ansehen, wie ihre Mutter und zwei ihrer Schwestern getötet wurden. Mit ihrer anderen Schwester gelang Esti die Flucht – bis heute weiß sie nicht, wie sie entkommen konnten.

Schmerzliches Mitgefühl

Wenn Esti von der Ukraine hört, kommen ihr die Tränen. Die Berichte erinnern sie an die Zeit, als die Ukrainer den Deutschen halfen, Juden zu ermorden. „Aber die heutigen Ukrainer haben nichts mit den vergangenen Generationen zu tun. Auch die Deutschen nicht. Ich liebe alle Helferinnen aus Deutschland, die sich heute hier im Haifa-Heim um mich kümmern. Sie trifft keine Schuld”, beteuert Esti. Sie empfindet, dass die Ukrainer Ähnliches durchleiden müssen wie sie damals. „Sie sind dazu gezwungen, von einem Moment auf den anderen ihre Sachen zu packen, werden aus ihrem Zuhause vertrieben und müssen mit ansehen, wie geliebte Familienmitglieder getötet werden. Doch ich bin dankbar, dass die Ukrainer so viel Hilfe erhalten und Zuflucht in aller Welt finden. Damals wollte uns niemand helfen, weil wir Juden waren”, erinnert sich Esti. (Foto: ICEJ, Esti)

Zufluchtsort Haifa-Heim

Wir arbeiten mit unserer Partnerorganisation Yad Ezer Le‘Chaver („Helfende Hände“) zusammenarbeiten, um Holocaustüberlebende wie Shelia aus der Ukraine zu retten. Im Haifa-Heim haben wir Räumlichkeiten vorbereitet und einige dieser Überlebenden bei uns aufgenommen. Wenn sie in Israel ankommen, kümmert sich zunächst die Jewish Agency, Israels Einwanderungsbehörde, um sie. In dieser Zeit treffen wir uns mit ihnen und überlegen, welche Überlebenden wir gut in unsere Heimgemeinschaft integrieren können. (Foto: Yad Ezer Le'Chaver, Shelia vor dem Abflug nach Israel)

Inzwischen konnten etliche Hürden zur Installation eines Aufzuges im jüngsten Gebäude unseres Wohnkomplexes, das vom Deutschen Zweig der ICEJ gekauft wurde, endlich genommen werden, sodass mit dem Fahrstuhleinbau begonnen werden konnte. In den Wohnungen dieses Hauses sollen in Kürze ukrainische Holocaustüberlebende untergebracht werden. Es ist kaum vorstellbar, was diese Menschen, die als Kinder so viel durchlebt und erlitten haben, nun in hohem Alter erleiden müssen. Als Christliche Botschaft wollen wir alles tun, was in unserer Macht steht, um diese zukünftigen Bewohner zu trösten und zu unterstützen.

Uns bleiben nur noch wenige Jahre, um den Holocaustüberlebenden Trost und Fürsorge zu schenken. Bitte helfen Sie uns mit ihren Gebeten und Gaben, diesen dringlichen, wertvollen Dienst zu tun. Als Verwendungszweck bitte „Haifa-Heim” angeben, herzlichen Dank!

 

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Gebetsmarsch in Stuttgart

Rund 120 Israelfreunde sind Ende Juni in Stuttgart zu einem Gebetsmarsch mit anschließender Gebetsversammlung auf dem Stauffenbergplatz beim Mahnmal für die Opfer des Holocaust zusammengekommen, um für Deutschland zu beten und für Israel einzustehen. Betend trugen sie bunte Schilder mit Bibelversen sowie Israelfahnen durch die Stadt. Die Veranstaltung wurde bereits das dritte Jahr in Folge vom Deutschen Zweig der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem (ICEJ) organisiert. (Foto: ICEJ, Gebetsmarsch in Stuttgart, 25. Juni 2022)

Gottes Wort wird sichtbar

Gottfried Bühler, Erster Vorsitzender der ICEJ-Deutschland, begrüßte die Teilnehmer vor dem Marsch. „Wir beten heute in Stuttgart für unsere Städte, für Israel und Deutschland. Es ist unser Wunsch, dass Gottes Wort auf die Straßen kommt und dass Menschen in unserem Land sich Gott zuwenden“, sagte Bühler. „Gleichzeitig wollen wir ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen.“ Stephan Lehnert, Geschäftsführer der ICEJ-Deutschland, ergänzte: „Menschen, die sonst nie eine Bibel in die Hand nehmen, können heute das Wort Gottes lesen, es wird durch uns sichtbar in unserer Stadt.“ Betend liefen die Teilnehmer anschließend mit Gottes Wort durch die Stuttgarter Innenstadt, kamen u.a. an der Synagoge, der Börse sowie der Stiftskirche vorbei und kreuzten die große Fußgängerzone Königstraße.

Hoffnungsvolle Begegnungen

Interessierte Passanten blieben stehen, beobachteten den Zug und machten Fotos. „Der Marsch verlief sehr friedlich, es war eine schöne Einheit da und viele Leute am Rande wurden aufmerksam, haben geguckt und die Bibelverse gelesen. Genau dafür haben wir gebetet“, freute sich Petra Maier, die ein Schild mit dem Wort aus 2. Korinther 5,20 gewählt hatte: „Nehmt die Versöhnung an, die Gott euch anbietet!“ (GNB) „Es war richtig gut und ein wichtiges Zeichen, dass wir den Gebetsmarsch gemacht haben.“ Wolfgang Utz, der sich als Ordner engagierte, war ebenfalls begeistert. „Am Wegrand hat eine Frau plötzlich gerufen: ‚Könnt ihr bitte mit mir beten?‘“, erinnerte er sich. „Ein Gebetsmarschteilnehmer ist stehengeblieben und hat für die Frau gebetet. Das hat ihr so gutgetan, das war deutlich zu sehen.“

Die Stimme erheben

Auf dem Stauffenbergplatz wurde anschließend der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs mit Lobpreisliedern gepriesen und für Israel und Deutschland gebetet. ICEJ-Präsident Dr. Jürgen Bühler (Jerusalem) erklärte: „Es ist wichtig, dass wir für die Sache Gottes und die biblischen Werte aufstehen und unsere Stimme erheben. Es ist sehr passend, dass wir das hier auf dem Stauffenbergplatz tun.“ Er ermutigte die Beter, für ein klares Bekenntnis Deutschlands zu Israel und dem jüdischen Volk einzutreten. „Vor Kurzem hat Israels Oppositionsführer Benjamin Netanjahu erklärt, dass Christen bereits vor den Juden Zionisten waren. Christen wie Wesley und Spurgeon sagten, Gott werde eines Tages sein Volk zurückbringen, um den Staat wieder aufzubauen. Was Gott verheißt, wird er halten, das sehen wir heute an Israel. In 2. Chronik 7,14 heißt es, dass Gott vom Himmel hören und das Land heilen wird, wenn sich Gottes Volk demütigt, betet, sein Angesicht sucht und sich von der Sünde abwendet. In den Händen der Gemeinden, von euch, die ihr eine Beziehung zu Jesus habt, liegt der Schlüssel für unser Land“, schloss Bühler.

Ermutigung für Israelis

Michael Kashi, Vorstandsmitglied der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW) und geborener Israeli, lebt in Deutschland und setzt sich seit Jahrzehnten für gute Beziehungen zwischen Deutschen und Juden ein. „Danke, dass ich zu Ihnen reden darf. Der israelische Botschafter hätte nicht besser für Israel sprechen können als Herr Dr. Bühler gerade“, erklärte er und sprach auf Hebräisch und Deutsch ein Gebet für Frieden in der Welt. Anschließend wurde für jüdisches Leben in Deutschland gedankt und um Schutz und Segen für Juden in Stuttgart und ganz Deutschland gebetet. Bereits vor Beginn der Veranstaltung war eine israelische Reisegruppe sehr erstaunt, eine Bühne mit dem Wort „Jerusalem“ mitten in Stuttgart vorzufinden. Sie freuten sich und waren sehr ermutigt als sie hörten, dass Israelfreunde im Gebet für Israel und Deutschland eintreten.

Segensworte für unser Land

„Was für eine tolle Proklamation der Liebe Gottes für unsere Stadt und unser Land“, erklärte Roland Krumm, Vorstandsmitglied von „Gemeinsam für Stuttgart“ und Pastor der City Chapel Stuttgart. „Es ist etwas Gutes, Segensworte in die Stadt zu tragen. Wir haben Hoffnung, Glauben und die Liebe Gottes in dieser Zeitenwende für die Menschen, das gilt besonders für unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, da wir an diesem denkwürdigen Ort mit der Aufschrift ‚Nie wieder!‘ stehen.“ Christoph Scharnweber, Politikreferent und Gebetskoordinator der ICEJ, rief die Teilnehmer auf, für Politiker zu beten. „Unser Anliegen, ‚Nein‘ zu sagen zu Antisemitismus und Judenhass ist leider größer und aktueller geworden, wie aktuell die Documenta in Kassel zeigt. Lasst uns für unsere Mandatsträger beten, dass nicht nur ‚nie wieder‘ gesagt wird, sondern auch Handlungen folgen.“ Bewegend war auch die Bitte um Segen für die Ukraine. „Es ist gut, hier zu sein. Wir fühlen uns nicht wie Flüchtlinge, sondern als Geschwister“, erklärte Yaroslawa, die mit einigen anderen aus der größten messianischen Gemeinde in Kiew nach Deutschland gekommen ist, um hier ukrainischen Flüchtlingen, darunter auch Juden, zu helfen. Sie sprach ein hebräisches Segensgebet. Die Veranstaltung wurde mit dem gemeinsamen Gebet des Vaterunsers abgeschlossen.


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Junge Entdecker lernen gemeinsam fürs Leben

In Jerusalem gibt es viele verschiedene Lehr- und Lernansätze für die rund 280.000 Schüler der Stadt, die je nach Herkunft zumeist entweder auf Hebräisch oder auf Arabisch unterrichtet werden. Eine besonders wichtige Koexistenz-Initiative ist daher das gemeinsam von der Jerusalem Foundation und dem Bloomfield Museum für Naturwissenschaften seit 2018 angebotene MAKE-Programm für jüdische und arabische Schulkinder. Beim experimentellen Lernen und Entdecken begegnen sie einander, ihr Interesse für Wissenschaft und Technologie wird geweckt und gleichzeitig werden soziale, kulturelle sowie sprachliche Unterschiede überbrückt und das Verständnis füreinander gefördert. Der ICEJ ist es ein besonderes Anliegen, dieses Koexistenz-Projekt zu unterstützen. (Foto: Bloomfield Museum of Science, Arabische und jüdische Schüler lernen gemeinsam)

Das MAKE-Projekt

In Zusammenarbeit mit den Lehrkräften von vier hebräisch- und arabischsprachigen Jerusalemer Schulen stellte das Personal der Bildungsabteilung des Museums das Programm für den diesjährigen Kurs zusammen. Der reguläre Unterrichtsstoff der verschiedenen Klassen wird darin aufgegriffen. So beschäftigen sich die jüdischen und arabischen Schüler in diesem Schuljahr mit Projekten zu den Themen Klang, Illusion und Energie-Umwandlung. „Das MAKE Programm im Jerusalemer Wissenschaftsmuseum, an dem ich teilnehme, ist viel mehr als eine ‚Weiterbildung‘“, berichtete eine Lehrerin. „Für mich ist es eine Reise, auf die wir uns alle gemeinsam begeben.“

Dieses Schuljahr konnte der Auftakt des Projekts wieder im Bloomfield Museum stattfinden, einem einzigartigen Ort für die Beschäftigung mit Naturwissenschaften, Technologie und wissenschaftlicher Kreativität. Im Zeitraum von zehn Wochen finden während der Schulzeit fünf Treffen im Museum sowie fünf Videokonferenzen statt. „Als ich hörte, dass das Programm zur Hälfte über Zoom stattfindet, war ich besorgt, da wir bereits so viele Zoom-Meetings haben. Da ich aber zuerst alle im Museum persönlich kennengelernt habe, ist auch Zoom interessant. Wir machen die Experimente gemeinsam und jeder kann etwas dazu sagen. Ich freue mich sehr auf die weiteren Begegnungen“, berichtete eine Schülerin.

Gemeinsames Forschen

Vor dem ersten Treffen erhielten alle Kinder ein Paket mit Materialien, so dass sie auch vor dem Bildschirm unter Anleitung experimentieren und den anderen ihre Ergebnisse präsentieren können. Für eine leichtere Interaktion hat das Museum dazu ein eigenes Programm entwickelt. Zu Beginn der Treffen im Museum gibt es jeweils eine inhaltliche Einführung, bei der zugleich die soziokulturellen Kompetenzen der Teilnehmer geschult werden. Anschließend können die Jungen und Mädchen in schulübergreifend gemischten Gruppen gemeinsam experimentieren, Modelle bauen und die entsprechenden wissenschaftlichen Inhalte auf spielerische Weise erlernen. Alle Projekttreffen finden auf Hebräisch und Arabisch statt.

Einander kennenlernen

Viele der etwa 60 am MAKE-Programm teilnehmenden Schülerinnen und Schüler hätten ohne das Projekt kaum Gelegenheit, Gleichaltrige mit einem anderen kulturellen und sprachlichen Hintergrund kennenzulernen. „Die Koexistenz-Projekte der Jerusalem Foundation zielen darauf ab, durch gemeinschaftliches Lernen das interkulturelle gegenseitige Verstehen zu fördern“, erklärte Gabriele Appel, Deutschland-Direktorin der Jerusalem Foundation. „Wenn bereits in der Schule Begegnungen mit Andersgläubigen und Kindern anderer kultureller Herkunft alltäglich sind, führt das zu einem natürlichen Umgang miteinander im Erwachsenenleben. Durch Wissenschaft lernen hebräisch- und arabischsprechende Kinder voneinander, bauen Vorurteile ab und überwinden die bestehende Distanz.“ Ein Schüler erklärte: „Ich liebe die Sitzungen, da wir Experimente machen und dazu viele neue Freunde kennenlernen.“

Koexistenz leben

Das MAKE-Programm wurde für junge Entdecker von hebräischen und arabischen Schulen entwickelt, um ihren Wissensdurst zu stillen, durch Experimentieren und Beschäftigung mit Wissenschaft Freude am Ausprobieren zu wecken und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit zu geben, durch das Kennenlernen von Gleichaltrigen aus einem anderen sozio-kulturellen Umfeld zu jugendlichen Friedensbotschaftern zu werden. „Wir wünschen uns, dass die Jugendlichen zu jungen Führungskräften heranwachsen, die an gelebte Koexistenz glauben, weil sie diese selbst erlebt haben“, erklärte Gabriele Appel. „In acht Schuljahren kann in der Verständigungsarbeit eine Menge erreicht werden. Durch das Projekt können beispielsweise neue Freundschaften geschlossen und die Scheu vor dem Umgang mit ‚fremden Arabern‘ oder ‚nicht gekannten Juden‘ abgebaut werden.“ Das MAKE-Projekt ist auf finanzielle Förderung angewiesen. Es wird kostenlos angeboten, damit alle Schüler teilnehmen können – auch die, deren Eltern keine Projektgebühr zahlen könnten.

 

Bitte helfen Sie uns, Koexistenz-Projekte für junge Juden und Araber zu fördern und so zu einem friedlichen Zusammenleben der Bevölkerungsgruppen in Israel beizutragen. Als Verwendungszweck bitte „Koexistenz von Juden und Arabern“ angeben, herzlichen Dank!

 

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Hoffnung für Ismael - Frieden für Israel

Rund 700 Israelfreunde haben am Samstag vor Ort in Stuttgart und per Livestream an der Israel-Konferenz der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem (ICEJ) teilgenommen. Gottfried Bühler, Erster Vorsitzender der ICEJ-Deutschland, begrüßte die Gäste aus Israel, den jüdisch-messianischen Musiker Shilo Ben Hod mit seiner jungen Lobpreisband und den Palästinenser Tass Saada, ehemals Terrorist und Fatah-Kämpfer unter Jassir Arafat, der berichtete, wie er Jesus begegnete und anfing, Israel und die Juden zu lieben. „Im März war ich in Israel und habe in Gusch Etzion Palästinenser und orthodoxe Juden bei einem gemeinsamen Workshop getroffen“, berichtete Gottfried Bühler, Erster Vorsitzender der ICEJ-Deutschland, und wies darauf hin, dass Frieden in Israel möglich sei. „Gottes Verheißungen erfüllen sich, weil Gott über sein Wort wacht. Was würde geschehen, wenn mehr Christen für die arabische Welt beten würden? Es gibt eine Lösung für den Konflikt, das ist Jesus. Tass Saada ist ein Palästinenser, den Gott gebraucht, um seine Absichten mit den arabischen Völkern zu erreichen.“ In einer gemeinsamen Gebetszeit wurde um Weisheit für deutsche Politiker gebetet, dass Deutschland sich auf die Seite Israels stellt und dass in deutschen Städten nicht länger antiisraelische Demonstrationen genehmigt werden, auf denen wie jüngst u.a. in Berlin und Hamburg antijüdische Parolen gerufen werden. (Foto: Levi Dörflinger für die ICEJ, Gottfried Bühler (rechts) mit Tass Saada)

Vom Hass zur Freundschaft – Frieden ist möglich

Tass Saada, in Gaza geboren und in Saudi-Arabien und Katar aufgewachsen, berichtete, dass er Juden so sehr hasste, dass er Fatah-Kämpfer unter Jassir Arafat wurde und als Terrorist, Scharfschütze und Attentäter viele Juden und Christen tötete, was er heute zutiefst bedauert. 1974 ging er zum Studieren in die USA, heiratete und blieb dort. Durch einen befreundeten Christen hörte er nach 19 Jahren von Jesus und bekehrte sich, „obwohl dies bedeutete, dass ich einen der Juden lieben musste, die ich so sehr hasste“, sagte Saada. „Jesus sagte ‚liebt eure Feinde“. ‚Niemals!‘, dachte ich, aber ich spürte plötzlich keinen Hass mehr auf Juden, mein Herz war gereinigt von demselben Juden, den ich nun anbete.“ Tass Saada gründete mehrere Dienste, heute unter der Dachorganisation „Hope for Ishmael“ (Hoffnung für Ismael) zusammengefasst, um Muslime mit dem Evangelium zu erreichen, Versöhnung von messianischen Juden und christlichen Arabern zu fördern und Christen aufzufordern, für Muslime zu beten. „Hoffnung für Ismael bedeutet Hoffnung für Israel“, erklärte Tass Saada und forderte die Teilnehmer auf, sich dafür einzusetzen, ihre muslimischen Nachbarn in Liebe und mit Respekt mit dem Evangelium zu erreichen. „Wenn Ismael Frieden mit Gott hat, wird auch Israel Frieden haben. Betet immer für den Frieden Jerusalems, auch für die Araber dort.“

Die jungen Musiker aus Israel um Shilo Ben Hod begeisterten mit modernem israelischem Lobpreis auf Hebräisch und Englisch und mitreißenden Melodien. Besonders bewegend war der Abschluss, als Tass Saada mit den messianisch-jüdischen Musikern in freundschaftlicher Umarmung auf der Bühne stand, umgeben vom Team der ICEJ-Deutschland.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Foto: Levi Dörflinger für die ICEJ, Shilo Ben Hod und Tass Saada (beide Mitte) mit der Band aus Israel und ICEJ-Mitarbeitern bei der ICEJ-Konferenz am 30. April 2022 in Stuttgart.) 


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Woher kommen die Bnei-Menasche-Juden?

Die Geschichte der Bnei-Menasche-Juden beginnt im Jahr in 732 v. Chr., als das Assyrische Reich den Stamm Manasse und andere israelitische Stämme gefangen nahm und sie im Gebiet des heutigen Iraks und Irans ansiedelte. Die Bibel sagt uns, dass sie „in Halach und am Habor, dem Fluss von Gosan, und in den Städten der Meder“. wohnten (2. Könige 17,6; 1 Chronik 5,26). Dort blieben sie bis zur Eroberung Alexanders des Großen 323 v. Chr., wie das erste Buch der Chronik und weitere Quellen berichten. Als Alexander mit der Eroberung Persiens begann, flohen die Bnei Menasche, um nicht von den Griechen versklavt zu werden, Richtung Norden und dann nach Osten. Der Legende nach wanderten sie entlang der Seidenstraße bis nach China, wo sie Teil der jüdischen Gemeinschaft von Kaifeng wurden. (Foto: ICEJ, Bnei Menasche nach der Landung in Israel, Archivbild 2016)

Juden in Westchina

Die frühen Steintafeln der Kaifeng-Juden zeigen, dass während der Han-Dynastie Chinas dort Israeliten lebten, von ca. 206 v. Chr. bis 220 n. Chr. Eine im Jahr 1512 errichtete Steele gibt einen detaillierten Einblick in die frühe Präsenz von Juden in Westchina nahe der Grenze zu Usbekistan. Diese Steintafeln bekräftigen die bisher unbestätigten forensischen DNA-Tests in Indien aus dem Jahr 2004. Sie zeigen, dass die weibliche mitochondriale DNA einiger Frauen der Bnei Menasche der DNA von Frauen jüdischer Gemeinschaften in Zentralasien ähnelt.

Usbekistan liegt in Zentralasien und die Seidenstraße von Kaifeng nach Jerusalem führt mitten durch diese Region. Tatsächlich gehörten Juden zu den erfolgreichsten Händlern der Seidenstraße. Laut der Kaifeng-Steele lebte die jüdische Gemeinschaft in Westchina, in einer Ansiedlung an den Ausläufern der Taklamakan-Wüste. Genau dort entdeckte der Han-General Li Guangli die Bnei Menasche während einer militärischen Expedition 108 v. Chr.

Im zweiten Jahrhundert n. Chr. begann der Zerfall der Han-Dynastie. Als sich die Han-Armee aus den westlichen Regionen zurückzog, wanderten die Juden in zentralere Regionen Chinas, da sie den Schutz der Han-Herrscher den Risiken der Tartaren-Herrschaft vorzogen. Sie zogen weiter nach Osten in eine Region, die heute Gansu-Provinz heißt. Nach den Erzählungen der Bnei Menasche zog der Stamm schließlich im Jahr 231 n. Chr. nach Kaifeng.

Bnei Menasche gehen ins Exil

Die Zeit nach der Han-Dynastie war von Kriegen und Nöten geprägt. Die Erzählungen der Bnei Menasche berichten uns, dass sie ins Exil geschickt wurden und ein chinesischer Herrscher ihnen ihre heilige Schrift, die Torah-Rollen, wegnahm. Nach dem Verlust der Torah gingen die Bnei Menasche wieder auf Wanderschaft. Viel ist nicht über diese Zeit bekannt. Sie lebten eine Zeit lang in Höhlen, bis sie schließlich nach Indien und Burma kamen. So erhielten sie den Namen „Shinlung“, der sich auf ein Tal von Höhlen bezieht, in dem sie einst Zuflucht suchten.

Schließlich ließen sie sich in den Provinzen Mizoram und Manipur im Nordosten Indiens nieder, ohne heilige Bücher oder geschriebene Geschichten. Doch ihre Priester gaben bis ins frühe 19. Jahrhundert die Traditionen mündlich weiter, einschließlich religiöser Rituale. 1813 wurden die Bnei Menasche schließlich von britischen Baptisten-Missionaren wieder entdeckt. Sie berichteten als erste von dem Auffinden möglicher Nachkommen der verlorenen Stämme.

Rückgabe des heiligen Buches

Eine der Legenden der Bnei Menasche besagt Folgendes: Obwohl ihnen ein chinesischer Herrscher ihr heiliges Buch weggenommen hatte, würde es ihnen eines Tages ein weißer Mann zurückgeben. Und bei diesem weißen Mann handelte es sich um christliche Missionare aus Europa. Ende des 19. Jahrhunderts kamen schließlich Missionare der großen Erweckungsbewegung von Wales. Viele Menschen in der Region wurden Christen, einschließlich vieler der Shinlung. Doch die Missionare waren auf ein Volk gestoßen, dessen mündliche Überlieferungen direkt aus dem ersten Buch Mose kamen, einschließlich einer großen Flut, einer dramatischen Sprachverwirrung und Geschichten über Patriarchen, die biblischen Personen entsprachen. Aus diesem Grunde nahmen die Bnei Menasche bereitwillig die Bibeln der Missionare an.

Als die britischen Missionare die Bibel in die lokalen Dialekte übersetzten und sie das Lesen lehrten, entdeckten die Bnei Menasche mit großer Freude, dass ihre Geschichten, Legenden und Lieder mit den biblischen Erzählungen übereinstimmten. Für sie bestätigte dies, dass sie die Nachkommen des Stammes Manasse waren und einige ihrer Sippen entschieden, an ihren israelitischen Bräuchen festzuhalten.

Die Heimkehr der Bnei Menasche nach Israel

In den 1950er Jahren versuchten einige Bnei Menasche, zu Fuß Israel zu erreichen. Doch ohne Erfolg. Dennoch gelang es den Bnei Menasche, mit den jüdischen Gemeinden der größeren indischen Städte Kontakt aufzunehmen. Die Nachricht ihrer Existenz erreichte schließlich den israelischen Rabbiner Eliezer Avichail, der die Region in den 1980er Jahren besuchte. Rabbi Avichail reiste in Begleitung des israelischen Autors Hillel Halkin, dessen bekanntes Buch „Beyond the Sabbath River“ (Jenseits des Sabbat-Flusses) seine Suche nach der Herkunft dieser Volksgruppe beschreibt.

Sie fanden heraus, dass es bei den Bnei Menasche bestimmte traditionelle Lieder gab, die vor ihrem Kontakt mit den Missionaren entstanden waren. Lieder, die von biblischen Ereignissen erzählten, die mit dem alten Israel zu tun hatten, beispielsweise vom Auszug aus Ägypten, der Wolken- und Feuersäule und der Teilung des Roten Meeres.

Michael Freund von der Organisation Schavei Israel wurde später zum größten Fürsprecher dafür, dass die Bnei Menasche mit dem jüdischenVolk im Land Israel wiedervereint werden sollten. Schließlich akzeptierte der sephardische Oberrabbiner Israels Schlomo Amar im April 2005 die Geltendmachung ihrer israelitischen Abstammung, hauptsächlich aufgrund ihrer Hingabe an das Judentum. Seine Entscheidung machte den Weg für die Bnei Menasche nach Israel frei. Eine erste Welle von 1750 Bnei Menasche kam bis 2007 ins Land. Inzwischen haben rund 3.000 Bnei Menasche Alijah (Einwanderung nach Israel) gemacht, rund ein Drittel von ihnen mit Unterstützung der ICEJ. Weitere knapp 7.000 warten weiterhin in Indien darauf, endlich ins Land ihrer Vorväter zurückzukehren. Dann werden ihre langen Wanderungen und ihre Wartezeit endlich ein Ende finden.

Bitte helfen Sie uns, weitere Bnei-Menasche-Juden nach Israel zu bringen. Als Verwendungszweck bitte „Alijah“ angeben, vielen Dank!

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Herzlich willkommen, Zelda!

Lange Zeit warteten Schalom Stamberg und seine Frau Zelda sehnsüchtig darauf, in das neue Gebäude unseres einzigartigen Heims für Holocaustüberlebende in Haifa einzuziehen. Leider verzögerte sich ihr Einzug, da eine Genehmigung für den Aufzug im neuen Gebäude auf sich warten ließ. Traurigerweise verstarb Schalom im August letzten Jahres. Einen Monat später war es seiner Frau Zelda endlich möglich, im Haifa-Heim einzuziehen. (Foto: ICEJ, Zelda freut sich, im Haifa-Heim zu sein)

Leben auf der Flucht

Zelda und Schalom hatten unser Heim fast täglich besucht und wir betrachteten sie als Teil unserer Haifa-Heim-Familie. Schalom überlebte das Warschauer Ghetto und fünf Konzentrationslager. Zelda wurde 1931 als zweites von fünf Kindern in Polen geboren. Als die Deutschen im Zweiten Weltkrieg in ihrer Heimatstadt Sarny (heute Ukraine) ein Ghetto errichteten, half ein Nachbar der Familie, mit dem Zug nach Russland zu fliehen. Dort wurde ihr Vater in die Rote Armee eingezogen. Er fiel im Krieg, während ihre Mutter mit fünf kleinen Kindern nach Sibirien weiterfloh. Sie überlebten unter sehr schweren Bedingungen. Nach dem Krieg kamen sie über Kiew zurück nach Sarny. Die halbe Stadt war zerstört, nur ein paar Bewohner des Ghettos hatten überlebt. Zeldas Familie fand ein stark beschädigtes Haus, in dem sie einige Monate unter dem Schutz eines freundlichen Polizisten leben konnten.

Zufluchtsort Israel

Doch das Leben dort wurde für Juden zu gefährlich, sodass sie wieder fliehen mussten – diesmal nach Lodz (Polen). Dort erfuhren sie von der Möglichkeit, ins britische Mandatsgebiet Palästina auszuwandern. 1947 machten sich Zelda und ihr Bruder Zalman mit einer Gruppe jüdischer Waisen aus Polen auf nach Israel. Ihr Schiff namens Moledet wurde jedoch von den Briten aufgebracht und nach Zypern geschickt, wo sie in ein Internierungslager kamen. Im Dezember 1947 wurden sie ins britische Internierungslager Atlit bei Haifa verlegt. Erst einige Monate später, nach Israels Unabhängigkeit, kamen sie endlich frei und zogen in einen Kibbuz.

Ein neues Zuhause

In Atlit lernte Zelda ihren ersten Ehemann kennen – einen Überlebenden aus Ungarn. Sie heirateten und bekamen zwei Kinder. Leider starb ihr Ehemann unerwartet im Alter von 51 Jahren. Einige Jahre später traf sie Schalom, der ebenfalls Witwer war, und gemeinsam erlebten sie noch 37 gute Jahre! Zelda liebt das Leben im Haifa-Heim: „Ich möchte nicht allein sein und das Kochen fällt mir schwer”, erklärt sie. „Hier habe ich Freunde, es gibt Gemeinschaftsangebote und ich bin sehr dankbar, dass ich hier leben darf.“ Auch wir freuen uns sehr darüber, Zelda bei uns zu haben!

Nothilfe

Jehuda, ein marokkanischer Überlebender, wurde ebenfalls vor Kurzem im Haifa-Heim aufgenommen. Jehuda hatte es im Leben nicht leicht. Aufgrund einer Krankheit im Jugendalter wurde er taub. Viele Jahre lang hat er hauptsächlich auf der Straße gelebt. Seine wenigen Habseligkeiten verstaute er in Plastiktüten, die er in einem Einkaufswagen transportierte. Wir prüfen derzeit, ob das Haifa-Heim der geeignete Ort für Jehuda ist. Unser Sozialarbeiter Fadi bemüht sich, mehr über Jehuda zu erfahren, bevor wir entscheiden, was für ihn am besten ist. Unser ICEJ-Helferteam half Jehuda beim Einrichten seines Zimmers. Mehrmals brach Jehuda in Tränen aus, ganz überwältigt von der ihm entgegengebrachten Liebe und Fürsorge.

Geburtstagsfeiern

Es ist wunderbar, gemeinsam Geburtstag zu feiern. Wir besuchen die Bewohner, bringen ihnen Kuchen und erfreuen sie mit Musik. Yaacov, langjähriger Haifa-Heim-Bewohner, feierte vor Kurzem seinen 98. Geburtstag, Lydia wurde 84 Jahre alt. Aber auch sonst besucht unser christliches ICEJ-Hilfsteam die Haifa-Heim-Bewohner jeden Tag. Wir vereinbaren Arztbesuche für sie und gehen mit ihnen spazieren. Unsere Physiotherapeutin Birgit bringt die Überlebenden so oft es geht in Bewegung: Manche Bewohner nehmen an Gymnastikübungen teil, andere haben Nordic Walking für sich entdeckt. Will Setz besucht sie oft mit seiner Gitarre und erfreut sie mit Musik.

Liebevolle Versorgung

Einem im Januar veröffentlichten Bericht zufolge leben noch rund 165.800 Holocaustüberlebende in Israel. Mehr als 90 Prozent von ihnen sind 80 Jahre alt oder älter, etwa 950 Überlebende sind bereits über 100 Jahre alt geworden. Ca. 33 Prozent leben in Armut und rund 30 Prozent allein. Im Haifa-Heim der ICEJ können die Bewohner ihren Lebensabend in Würde und Gemeinschaft verbringen. Die Mitarbeiter, darunter unsere hingegebenen christlichen Helferinnen aus Deutschland, kümmern sich liebevoll um alles, was sie brauchen. (Foto: ICEJ, Physiotherapeutin Birgit macht Beweglichkeitsübungen mit den Heimbewohnern)

Mit den Gaben und Talenten jeder Helferin verbessern wir kontinuierlich unseren Dienst, um die Bewohner in ihren letzten Lebensjahren bestmöglich zu umsorgen. Gemeinsam richten wir die verschiedenen Gemeinschaftsräume im Heim neu ein. Mit neuen Möbeln und frisch gestrichenen Wänden werden diese Orte des Beisammenseins noch einladender für unsere Bewohner. Unseren Aktions- und Physiotherapie-Raum haben wir bereits renoviert. Andere Heim-Bereiche werden folgen. Vielen Dank, dass Sie dazu beitragen, betagten Überlebenden ein Zuhause schenken. Uns bleibt nicht mehr viel Zeit, sie nach vielen leidvollen Lebensjahren zu segnen.

Bitte unterstützen Sie weiterhin unser Heim für Holocaustüberlebende. Als Verwendungszweck bitte „Haifa-Heim“ angeben, herzlichen Dank!

 

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Die Liebe erträgt alles, auch in schweren Zeiten

Die Mitarbeiterinnen des häuslichen Pflegeprogramms der ICEJ kümmern sich liebevoll um ältere kranke oder behinderte Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion, darunter viele Holocaustüberlebende. Seit mehr als 20 Jahren besuchen sie auch Anna und ihre Familie. (Foto: ICEJ, ICEJ-Mitarbeiterin Corrie mit Anna, Evgeni und ihrer Tochter Julia)

Schwerer Start ins Leben

Als die deutsche Wehrmacht 1941 in die Sowjetunion einmarschierte, wähnte Annas Vater seine schwangere Frau und die vier Kinder beim Großvater in einem rund 300 Kilometer entfernten Dorf in Sicherheit. Aber das Dorf wurde besetzt, Großvaters Haus beschlagnahmt und als Unterkunft für hochrangige Wehrmachtsoffiziere genutzt. Die Familie musste im nasskalten Keller ausharren. Doch die dreijährige Anna, mit blonden Haaren und blauen Augen, hatte keine Angst vor den Soldaten. Vom Krieg verstand sie noch nichts, aber mit dem Hunger war sie vertraut. Sie schlich sich ins Haus zum Esstisch, an dem die Offiziere aßen. Annas kindlicher Charme erweichte ihre harten Herzen. Was sie zum Essen erhielt, teilte sie eilends mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern – als Ergänzung zu den Kartoffeln und Zwiebeln, die Annas Mutter aus dem gefrorenen Boden ausgrub.

Die Liebe einer Mutter

Inmitten dieser schweren Umstände wurde das fünfte Kind geboren. Die Liebe der Mutter war stark. Im eiskalten Wasser wusch sie die Windeln ihres Neugeborenen und wickelte sie zum Trocknen um ihren eigenen Körper. Annas Vater musste in einer Waffenfabrik arbeiten. Als er erfuhr, dass die Deutschen das Dorf besetzt hatten, glaubte er, seine Familie sei ermordet worden. Verzweifelt schloss er sich der Roten Armee an und fiel an der Front. Nach dem Abzug der Deutschen wurde das Haus der Familie niedergebrannt – aus Angst, es könnte vermint sein. Annas Mutter, damals Anfang Dreißig, floh mit der Familie nach Kasachstan. Dort arbeitete sie hart, um sich und ihre fünf Kinder durchzubringen. Lächelnd, aber auch unter Tränen erinnert sich Anna an die große Liebe ihrer Mutter, die Anna zutiefst geprägt hat.

Schicksalsschläge

Anna heiratete den Holocaustüberlebenden Evgeni. Versteckt vor den Deutschen hatte er die Kriegszeit mit seiner Familie überlebt. Sie freuten sich über die Erfolge ihrer einzigen Tochter Julia, die trotz des immer gegenwärtigen Antisemitismus in der Sowjetunion Journalistin wurde und eine vielversprechende Karriere vor sich hatte. Doch dann wurde Julia krank. Ein operativer Eingriff lief schief keine Behandlung half. Julia verlor zudem ihre Arbeit, ihre Hoffnung und ihre Träume. Sie ist bis heute von ihren inzwischen über 80-jährigen Eltern abhängig. Nach ihrer Einwanderung konnte ihr auch in Israel nicht geholfen werden. Inmitten dieser herausfordernden und herzzerreißenden Situation pflegt Anna ihre Tochter Julia mit derselben Stärke und Liebe wie ihre Mutter.

Das ICEJ-Pflegeteam besucht diese tapfere Familie wöchentlich und leistet finanzielle Unterstützung. „Ohne eure Hilfe würden wir es nicht schaffen“, sagt Anna dankbar. „Ihr seid Teil unserer Familie und habt einen Platz in unserem Herzen.“

Bitte tragen Sie dazu bei, dass wir hilfsbedürftige eingewanderte Familien langfristig unterstützen können. Als Verwendungszweck „Häusliche Pflege“ angeben, herzlichen Dank!

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