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Special Reports

Junge Entdecker lernen gemeinsam fürs Leben

In Jerusalem gibt es viele verschiedene Lehr- und Lernansätze für die rund 280.000 Schüler der Stadt, die je nach Herkunft zumeist entweder auf Hebräisch oder auf Arabisch unterrichtet werden. Eine besonders wichtige Koexistenz-Initiative ist daher das gemeinsam von der Jerusalem Foundation und dem Bloomfield Museum für Naturwissenschaften seit 2018 angebotene MAKE-Programm für jüdische und arabische Schulkinder. Beim experimentellen Lernen und Entdecken begegnen sie einander, ihr Interesse für Wissenschaft und Technologie wird geweckt und gleichzeitig werden soziale, kulturelle sowie sprachliche Unterschiede überbrückt und das Verständnis füreinander gefördert. Der ICEJ ist es ein besonderes Anliegen, dieses Koexistenz-Projekt zu unterstützen. (Foto: Bloomfield Museum of Science, Arabische und jüdische Schüler lernen gemeinsam)

Das MAKE-Projekt

In Zusammenarbeit mit den Lehrkräften von vier hebräisch- und arabischsprachigen Jerusalemer Schulen stellte das Personal der Bildungsabteilung des Museums das Programm für den diesjährigen Kurs zusammen. Der reguläre Unterrichtsstoff der verschiedenen Klassen wird darin aufgegriffen. So beschäftigen sich die jüdischen und arabischen Schüler in diesem Schuljahr mit Projekten zu den Themen Klang, Illusion und Energie-Umwandlung. „Das MAKE Programm im Jerusalemer Wissenschaftsmuseum, an dem ich teilnehme, ist viel mehr als eine ‚Weiterbildung‘“, berichtete eine Lehrerin. „Für mich ist es eine Reise, auf die wir uns alle gemeinsam begeben.“

Dieses Schuljahr konnte der Auftakt des Projekts wieder im Bloomfield Museum stattfinden, einem einzigartigen Ort für die Beschäftigung mit Naturwissenschaften, Technologie und wissenschaftlicher Kreativität. Im Zeitraum von zehn Wochen finden während der Schulzeit fünf Treffen im Museum sowie fünf Videokonferenzen statt. „Als ich hörte, dass das Programm zur Hälfte über Zoom stattfindet, war ich besorgt, da wir bereits so viele Zoom-Meetings haben. Da ich aber zuerst alle im Museum persönlich kennengelernt habe, ist auch Zoom interessant. Wir machen die Experimente gemeinsam und jeder kann etwas dazu sagen. Ich freue mich sehr auf die weiteren Begegnungen“, berichtete eine Schülerin.

Gemeinsames Forschen

Vor dem ersten Treffen erhielten alle Kinder ein Paket mit Materialien, so dass sie auch vor dem Bildschirm unter Anleitung experimentieren und den anderen ihre Ergebnisse präsentieren können. Für eine leichtere Interaktion hat das Museum dazu ein eigenes Programm entwickelt. Zu Beginn der Treffen im Museum gibt es jeweils eine inhaltliche Einführung, bei der zugleich die soziokulturellen Kompetenzen der Teilnehmer geschult werden. Anschließend können die Jungen und Mädchen in schulübergreifend gemischten Gruppen gemeinsam experimentieren, Modelle bauen und die entsprechenden wissenschaftlichen Inhalte auf spielerische Weise erlernen. Alle Projekttreffen finden auf Hebräisch und Arabisch statt.

Einander kennenlernen

Viele der etwa 60 am MAKE-Programm teilnehmenden Schülerinnen und Schüler hätten ohne das Projekt kaum Gelegenheit, Gleichaltrige mit einem anderen kulturellen und sprachlichen Hintergrund kennenzulernen. „Die Koexistenz-Projekte der Jerusalem Foundation zielen darauf ab, durch gemeinschaftliches Lernen das interkulturelle gegenseitige Verstehen zu fördern“, erklärte Gabriele Appel, Deutschland-Direktorin der Jerusalem Foundation. „Wenn bereits in der Schule Begegnungen mit Andersgläubigen und Kindern anderer kultureller Herkunft alltäglich sind, führt das zu einem natürlichen Umgang miteinander im Erwachsenenleben. Durch Wissenschaft lernen hebräisch- und arabischsprechende Kinder voneinander, bauen Vorurteile ab und überwinden die bestehende Distanz.“ Ein Schüler erklärte: „Ich liebe die Sitzungen, da wir Experimente machen und dazu viele neue Freunde kennenlernen.“

Koexistenz leben

Das MAKE-Programm wurde für junge Entdecker von hebräischen und arabischen Schulen entwickelt, um ihren Wissensdurst zu stillen, durch Experimentieren und Beschäftigung mit Wissenschaft Freude am Ausprobieren zu wecken und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit zu geben, durch das Kennenlernen von Gleichaltrigen aus einem anderen sozio-kulturellen Umfeld zu jugendlichen Friedensbotschaftern zu werden. „Wir wünschen uns, dass die Jugendlichen zu jungen Führungskräften heranwachsen, die an gelebte Koexistenz glauben, weil sie diese selbst erlebt haben“, erklärte Gabriele Appel. „In acht Schuljahren kann in der Verständigungsarbeit eine Menge erreicht werden. Durch das Projekt können beispielsweise neue Freundschaften geschlossen und die Scheu vor dem Umgang mit ‚fremden Arabern‘ oder ‚nicht gekannten Juden‘ abgebaut werden.“ Das MAKE-Projekt ist auf finanzielle Förderung angewiesen. Es wird kostenlos angeboten, damit alle Schüler teilnehmen können – auch die, deren Eltern keine Projektgebühr zahlen könnten.

 

Bitte helfen Sie uns, Koexistenz-Projekte für junge Juden und Araber zu fördern und so zu einem friedlichen Zusammenleben der Bevölkerungsgruppen in Israel beizutragen. Als Verwendungszweck bitte „Koexistenz von Juden und Arabern“ angeben, herzlichen Dank!

 

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Hoffnung für Ismael - Frieden für Israel

Rund 700 Israelfreunde haben am Samstag vor Ort in Stuttgart und per Livestream an der Israel-Konferenz der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem (ICEJ) teilgenommen. Gottfried Bühler, Erster Vorsitzender der ICEJ-Deutschland, begrüßte die Gäste aus Israel, den jüdisch-messianischen Musiker Shilo Ben Hod mit seiner jungen Lobpreisband und den Palästinenser Tass Saada, ehemals Terrorist und Fatah-Kämpfer unter Jassir Arafat, der berichtete, wie er Jesus begegnete und anfing, Israel und die Juden zu lieben. „Im März war ich in Israel und habe in Gusch Etzion Palästinenser und orthodoxe Juden bei einem gemeinsamen Workshop getroffen“, berichtete Gottfried Bühler, Erster Vorsitzender der ICEJ-Deutschland, und wies darauf hin, dass Frieden in Israel möglich sei. „Gottes Verheißungen erfüllen sich, weil Gott über sein Wort wacht. Was würde geschehen, wenn mehr Christen für die arabische Welt beten würden? Es gibt eine Lösung für den Konflikt, das ist Jesus. Tass Saada ist ein Palästinenser, den Gott gebraucht, um seine Absichten mit den arabischen Völkern zu erreichen.“ In einer gemeinsamen Gebetszeit wurde um Weisheit für deutsche Politiker gebetet, dass Deutschland sich auf die Seite Israels stellt und dass in deutschen Städten nicht länger antiisraelische Demonstrationen genehmigt werden, auf denen wie jüngst u.a. in Berlin und Hamburg antijüdische Parolen gerufen werden. (Foto: Levi Dörflinger für die ICEJ, Gottfried Bühler (rechts) mit Tass Saada)

Vom Hass zur Freundschaft – Frieden ist möglich

Tass Saada, in Gaza geboren und in Saudi-Arabien und Katar aufgewachsen, berichtete, dass er Juden so sehr hasste, dass er Fatah-Kämpfer unter Jassir Arafat wurde und als Terrorist, Scharfschütze und Attentäter viele Juden und Christen tötete, was er heute zutiefst bedauert. 1974 ging er zum Studieren in die USA, heiratete und blieb dort. Durch einen befreundeten Christen hörte er nach 19 Jahren von Jesus und bekehrte sich, „obwohl dies bedeutete, dass ich einen der Juden lieben musste, die ich so sehr hasste“, sagte Saada. „Jesus sagte ‚liebt eure Feinde“. ‚Niemals!‘, dachte ich, aber ich spürte plötzlich keinen Hass mehr auf Juden, mein Herz war gereinigt von demselben Juden, den ich nun anbete.“ Tass Saada gründete mehrere Dienste, heute unter der Dachorganisation „Hope for Ishmael“ (Hoffnung für Ismael) zusammengefasst, um Muslime mit dem Evangelium zu erreichen, Versöhnung von messianischen Juden und christlichen Arabern zu fördern und Christen aufzufordern, für Muslime zu beten. „Hoffnung für Ismael bedeutet Hoffnung für Israel“, erklärte Tass Saada und forderte die Teilnehmer auf, sich dafür einzusetzen, ihre muslimischen Nachbarn in Liebe und mit Respekt mit dem Evangelium zu erreichen. „Wenn Ismael Frieden mit Gott hat, wird auch Israel Frieden haben. Betet immer für den Frieden Jerusalems, auch für die Araber dort.“

Die jungen Musiker aus Israel um Shilo Ben Hod begeisterten mit modernem israelischem Lobpreis auf Hebräisch und Englisch und mitreißenden Melodien. Besonders bewegend war der Abschluss, als Tass Saada mit den messianisch-jüdischen Musikern in freundschaftlicher Umarmung auf der Bühne stand, umgeben vom Team der ICEJ-Deutschland.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Foto: Levi Dörflinger für die ICEJ, Shilo Ben Hod und Tass Saada (beide Mitte) mit der Band aus Israel und ICEJ-Mitarbeitern bei der ICEJ-Konferenz am 30. April 2022 in Stuttgart.) 


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Woher kommen die Bnei-Menasche-Juden?

Die Geschichte der Bnei-Menasche-Juden beginnt im Jahr in 732 v. Chr., als das Assyrische Reich den Stamm Manasse und andere israelitische Stämme gefangen nahm und sie im Gebiet des heutigen Iraks und Irans ansiedelte. Die Bibel sagt uns, dass sie „in Halach und am Habor, dem Fluss von Gosan, und in den Städten der Meder“. wohnten (2. Könige 17,6; 1 Chronik 5,26). Dort blieben sie bis zur Eroberung Alexanders des Großen 323 v. Chr., wie das erste Buch der Chronik und weitere Quellen berichten. Als Alexander mit der Eroberung Persiens begann, flohen die Bnei Menasche, um nicht von den Griechen versklavt zu werden, Richtung Norden und dann nach Osten. Der Legende nach wanderten sie entlang der Seidenstraße bis nach China, wo sie Teil der jüdischen Gemeinschaft von Kaifeng wurden. (Foto: ICEJ, Bnei Menasche nach der Landung in Israel, Archivbild 2016)

Juden in Westchina

Die frühen Steintafeln der Kaifeng-Juden zeigen, dass während der Han-Dynastie Chinas dort Israeliten lebten, von ca. 206 v. Chr. bis 220 n. Chr. Eine im Jahr 1512 errichtete Steele gibt einen detaillierten Einblick in die frühe Präsenz von Juden in Westchina nahe der Grenze zu Usbekistan. Diese Steintafeln bekräftigen die bisher unbestätigten forensischen DNA-Tests in Indien aus dem Jahr 2004. Sie zeigen, dass die weibliche mitochondriale DNA einiger Frauen der Bnei Menasche der DNA von Frauen jüdischer Gemeinschaften in Zentralasien ähnelt.

Usbekistan liegt in Zentralasien und die Seidenstraße von Kaifeng nach Jerusalem führt mitten durch diese Region. Tatsächlich gehörten Juden zu den erfolgreichsten Händlern der Seidenstraße. Laut der Kaifeng-Steele lebte die jüdische Gemeinschaft in Westchina, in einer Ansiedlung an den Ausläufern der Taklamakan-Wüste. Genau dort entdeckte der Han-General Li Guangli die Bnei Menasche während einer militärischen Expedition 108 v. Chr.

Im zweiten Jahrhundert n. Chr. begann der Zerfall der Han-Dynastie. Als sich die Han-Armee aus den westlichen Regionen zurückzog, wanderten die Juden in zentralere Regionen Chinas, da sie den Schutz der Han-Herrscher den Risiken der Tartaren-Herrschaft vorzogen. Sie zogen weiter nach Osten in eine Region, die heute Gansu-Provinz heißt. Nach den Erzählungen der Bnei Menasche zog der Stamm schließlich im Jahr 231 n. Chr. nach Kaifeng.

Bnei Menasche gehen ins Exil

Die Zeit nach der Han-Dynastie war von Kriegen und Nöten geprägt. Die Erzählungen der Bnei Menasche berichten uns, dass sie ins Exil geschickt wurden und ein chinesischer Herrscher ihnen ihre heilige Schrift, die Torah-Rollen, wegnahm. Nach dem Verlust der Torah gingen die Bnei Menasche wieder auf Wanderschaft. Viel ist nicht über diese Zeit bekannt. Sie lebten eine Zeit lang in Höhlen, bis sie schließlich nach Indien und Burma kamen. So erhielten sie den Namen „Shinlung“, der sich auf ein Tal von Höhlen bezieht, in dem sie einst Zuflucht suchten.

Schließlich ließen sie sich in den Provinzen Mizoram und Manipur im Nordosten Indiens nieder, ohne heilige Bücher oder geschriebene Geschichten. Doch ihre Priester gaben bis ins frühe 19. Jahrhundert die Traditionen mündlich weiter, einschließlich religiöser Rituale. 1813 wurden die Bnei Menasche schließlich von britischen Baptisten-Missionaren wieder entdeckt. Sie berichteten als erste von dem Auffinden möglicher Nachkommen der verlorenen Stämme.

Rückgabe des heiligen Buches

Eine der Legenden der Bnei Menasche besagt Folgendes: Obwohl ihnen ein chinesischer Herrscher ihr heiliges Buch weggenommen hatte, würde es ihnen eines Tages ein weißer Mann zurückgeben. Und bei diesem weißen Mann handelte es sich um christliche Missionare aus Europa. Ende des 19. Jahrhunderts kamen schließlich Missionare der großen Erweckungsbewegung von Wales. Viele Menschen in der Region wurden Christen, einschließlich vieler der Shinlung. Doch die Missionare waren auf ein Volk gestoßen, dessen mündliche Überlieferungen direkt aus dem ersten Buch Mose kamen, einschließlich einer großen Flut, einer dramatischen Sprachverwirrung und Geschichten über Patriarchen, die biblischen Personen entsprachen. Aus diesem Grunde nahmen die Bnei Menasche bereitwillig die Bibeln der Missionare an.

Als die britischen Missionare die Bibel in die lokalen Dialekte übersetzten und sie das Lesen lehrten, entdeckten die Bnei Menasche mit großer Freude, dass ihre Geschichten, Legenden und Lieder mit den biblischen Erzählungen übereinstimmten. Für sie bestätigte dies, dass sie die Nachkommen des Stammes Manasse waren und einige ihrer Sippen entschieden, an ihren israelitischen Bräuchen festzuhalten.

Die Heimkehr der Bnei Menasche nach Israel

In den 1950er Jahren versuchten einige Bnei Menasche, zu Fuß Israel zu erreichen. Doch ohne Erfolg. Dennoch gelang es den Bnei Menasche, mit den jüdischen Gemeinden der größeren indischen Städte Kontakt aufzunehmen. Die Nachricht ihrer Existenz erreichte schließlich den israelischen Rabbiner Eliezer Avichail, der die Region in den 1980er Jahren besuchte. Rabbi Avichail reiste in Begleitung des israelischen Autors Hillel Halkin, dessen bekanntes Buch „Beyond the Sabbath River“ (Jenseits des Sabbat-Flusses) seine Suche nach der Herkunft dieser Volksgruppe beschreibt.

Sie fanden heraus, dass es bei den Bnei Menasche bestimmte traditionelle Lieder gab, die vor ihrem Kontakt mit den Missionaren entstanden waren. Lieder, die von biblischen Ereignissen erzählten, die mit dem alten Israel zu tun hatten, beispielsweise vom Auszug aus Ägypten, der Wolken- und Feuersäule und der Teilung des Roten Meeres.

Michael Freund von der Organisation Schavei Israel wurde später zum größten Fürsprecher dafür, dass die Bnei Menasche mit dem jüdischenVolk im Land Israel wiedervereint werden sollten. Schließlich akzeptierte der sephardische Oberrabbiner Israels Schlomo Amar im April 2005 die Geltendmachung ihrer israelitischen Abstammung, hauptsächlich aufgrund ihrer Hingabe an das Judentum. Seine Entscheidung machte den Weg für die Bnei Menasche nach Israel frei. Eine erste Welle von 1750 Bnei Menasche kam bis 2007 ins Land. Inzwischen haben rund 3.000 Bnei Menasche Alijah (Einwanderung nach Israel) gemacht, rund ein Drittel von ihnen mit Unterstützung der ICEJ. Weitere knapp 7.000 warten weiterhin in Indien darauf, endlich ins Land ihrer Vorväter zurückzukehren. Dann werden ihre langen Wanderungen und ihre Wartezeit endlich ein Ende finden.

Bitte helfen Sie uns, weitere Bnei-Menasche-Juden nach Israel zu bringen. Als Verwendungszweck bitte „Alijah“ angeben, vielen Dank!

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Herzlich willkommen, Zelda!

Lange Zeit warteten Schalom Stamberg und seine Frau Zelda sehnsüchtig darauf, in das neue Gebäude unseres einzigartigen Heims für Holocaustüberlebende in Haifa einzuziehen. Leider verzögerte sich ihr Einzug, da eine Genehmigung für den Aufzug im neuen Gebäude auf sich warten ließ. Traurigerweise verstarb Schalom im August letzten Jahres. Einen Monat später war es seiner Frau Zelda endlich möglich, im Haifa-Heim einzuziehen. (Foto: ICEJ, Zelda freut sich, im Haifa-Heim zu sein)

Leben auf der Flucht

Zelda und Schalom hatten unser Heim fast täglich besucht und wir betrachteten sie als Teil unserer Haifa-Heim-Familie. Schalom überlebte das Warschauer Ghetto und fünf Konzentrationslager. Zelda wurde 1931 als zweites von fünf Kindern in Polen geboren. Als die Deutschen im Zweiten Weltkrieg in ihrer Heimatstadt Sarny (heute Ukraine) ein Ghetto errichteten, half ein Nachbar der Familie, mit dem Zug nach Russland zu fliehen. Dort wurde ihr Vater in die Rote Armee eingezogen. Er fiel im Krieg, während ihre Mutter mit fünf kleinen Kindern nach Sibirien weiterfloh. Sie überlebten unter sehr schweren Bedingungen. Nach dem Krieg kamen sie über Kiew zurück nach Sarny. Die halbe Stadt war zerstört, nur ein paar Bewohner des Ghettos hatten überlebt. Zeldas Familie fand ein stark beschädigtes Haus, in dem sie einige Monate unter dem Schutz eines freundlichen Polizisten leben konnten.

Zufluchtsort Israel

Doch das Leben dort wurde für Juden zu gefährlich, sodass sie wieder fliehen mussten – diesmal nach Lodz (Polen). Dort erfuhren sie von der Möglichkeit, ins britische Mandatsgebiet Palästina auszuwandern. 1947 machten sich Zelda und ihr Bruder Zalman mit einer Gruppe jüdischer Waisen aus Polen auf nach Israel. Ihr Schiff namens Moledet wurde jedoch von den Briten aufgebracht und nach Zypern geschickt, wo sie in ein Internierungslager kamen. Im Dezember 1947 wurden sie ins britische Internierungslager Atlit bei Haifa verlegt. Erst einige Monate später, nach Israels Unabhängigkeit, kamen sie endlich frei und zogen in einen Kibbuz.

Ein neues Zuhause

In Atlit lernte Zelda ihren ersten Ehemann kennen – einen Überlebenden aus Ungarn. Sie heirateten und bekamen zwei Kinder. Leider starb ihr Ehemann unerwartet im Alter von 51 Jahren. Einige Jahre später traf sie Schalom, der ebenfalls Witwer war, und gemeinsam erlebten sie noch 37 gute Jahre! Zelda liebt das Leben im Haifa-Heim: „Ich möchte nicht allein sein und das Kochen fällt mir schwer”, erklärt sie. „Hier habe ich Freunde, es gibt Gemeinschaftsangebote und ich bin sehr dankbar, dass ich hier leben darf.“ Auch wir freuen uns sehr darüber, Zelda bei uns zu haben!

Nothilfe

Jehuda, ein marokkanischer Überlebender, wurde ebenfalls vor Kurzem im Haifa-Heim aufgenommen. Jehuda hatte es im Leben nicht leicht. Aufgrund einer Krankheit im Jugendalter wurde er taub. Viele Jahre lang hat er hauptsächlich auf der Straße gelebt. Seine wenigen Habseligkeiten verstaute er in Plastiktüten, die er in einem Einkaufswagen transportierte. Wir prüfen derzeit, ob das Haifa-Heim der geeignete Ort für Jehuda ist. Unser Sozialarbeiter Fadi bemüht sich, mehr über Jehuda zu erfahren, bevor wir entscheiden, was für ihn am besten ist. Unser ICEJ-Helferteam half Jehuda beim Einrichten seines Zimmers. Mehrmals brach Jehuda in Tränen aus, ganz überwältigt von der ihm entgegengebrachten Liebe und Fürsorge.

Geburtstagsfeiern

Es ist wunderbar, gemeinsam Geburtstag zu feiern. Wir besuchen die Bewohner, bringen ihnen Kuchen und erfreuen sie mit Musik. Yaacov, langjähriger Haifa-Heim-Bewohner, feierte vor Kurzem seinen 98. Geburtstag, Lydia wurde 84 Jahre alt. Aber auch sonst besucht unser christliches ICEJ-Hilfsteam die Haifa-Heim-Bewohner jeden Tag. Wir vereinbaren Arztbesuche für sie und gehen mit ihnen spazieren. Unsere Physiotherapeutin Birgit bringt die Überlebenden so oft es geht in Bewegung: Manche Bewohner nehmen an Gymnastikübungen teil, andere haben Nordic Walking für sich entdeckt. Will Setz besucht sie oft mit seiner Gitarre und erfreut sie mit Musik.

Liebevolle Versorgung

Einem im Januar veröffentlichten Bericht zufolge leben noch rund 165.800 Holocaustüberlebende in Israel. Mehr als 90 Prozent von ihnen sind 80 Jahre alt oder älter, etwa 950 Überlebende sind bereits über 100 Jahre alt geworden. Ca. 33 Prozent leben in Armut und rund 30 Prozent allein. Im Haifa-Heim der ICEJ können die Bewohner ihren Lebensabend in Würde und Gemeinschaft verbringen. Die Mitarbeiter, darunter unsere hingegebenen christlichen Helferinnen aus Deutschland, kümmern sich liebevoll um alles, was sie brauchen. (Foto: ICEJ, Physiotherapeutin Birgit macht Beweglichkeitsübungen mit den Heimbewohnern)

Mit den Gaben und Talenten jeder Helferin verbessern wir kontinuierlich unseren Dienst, um die Bewohner in ihren letzten Lebensjahren bestmöglich zu umsorgen. Gemeinsam richten wir die verschiedenen Gemeinschaftsräume im Heim neu ein. Mit neuen Möbeln und frisch gestrichenen Wänden werden diese Orte des Beisammenseins noch einladender für unsere Bewohner. Unseren Aktions- und Physiotherapie-Raum haben wir bereits renoviert. Andere Heim-Bereiche werden folgen. Vielen Dank, dass Sie dazu beitragen, betagten Überlebenden ein Zuhause schenken. Uns bleibt nicht mehr viel Zeit, sie nach vielen leidvollen Lebensjahren zu segnen.

Bitte unterstützen Sie weiterhin unser Heim für Holocaustüberlebende. Als Verwendungszweck bitte „Haifa-Heim“ angeben, herzlichen Dank!

 

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Die Liebe erträgt alles, auch in schweren Zeiten

Die Mitarbeiterinnen des häuslichen Pflegeprogramms der ICEJ kümmern sich liebevoll um ältere kranke oder behinderte Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion, darunter viele Holocaustüberlebende. Seit mehr als 20 Jahren besuchen sie auch Anna und ihre Familie. (Foto: ICEJ, ICEJ-Mitarbeiterin Corrie mit Anna, Evgeni und ihrer Tochter Julia)

Schwerer Start ins Leben

Als die deutsche Wehrmacht 1941 in die Sowjetunion einmarschierte, wähnte Annas Vater seine schwangere Frau und die vier Kinder beim Großvater in einem rund 300 Kilometer entfernten Dorf in Sicherheit. Aber das Dorf wurde besetzt, Großvaters Haus beschlagnahmt und als Unterkunft für hochrangige Wehrmachtsoffiziere genutzt. Die Familie musste im nasskalten Keller ausharren. Doch die dreijährige Anna, mit blonden Haaren und blauen Augen, hatte keine Angst vor den Soldaten. Vom Krieg verstand sie noch nichts, aber mit dem Hunger war sie vertraut. Sie schlich sich ins Haus zum Esstisch, an dem die Offiziere aßen. Annas kindlicher Charme erweichte ihre harten Herzen. Was sie zum Essen erhielt, teilte sie eilends mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern – als Ergänzung zu den Kartoffeln und Zwiebeln, die Annas Mutter aus dem gefrorenen Boden ausgrub.

Die Liebe einer Mutter

Inmitten dieser schweren Umstände wurde das fünfte Kind geboren. Die Liebe der Mutter war stark. Im eiskalten Wasser wusch sie die Windeln ihres Neugeborenen und wickelte sie zum Trocknen um ihren eigenen Körper. Annas Vater musste in einer Waffenfabrik arbeiten. Als er erfuhr, dass die Deutschen das Dorf besetzt hatten, glaubte er, seine Familie sei ermordet worden. Verzweifelt schloss er sich der Roten Armee an und fiel an der Front. Nach dem Abzug der Deutschen wurde das Haus der Familie niedergebrannt – aus Angst, es könnte vermint sein. Annas Mutter, damals Anfang Dreißig, floh mit der Familie nach Kasachstan. Dort arbeitete sie hart, um sich und ihre fünf Kinder durchzubringen. Lächelnd, aber auch unter Tränen erinnert sich Anna an die große Liebe ihrer Mutter, die Anna zutiefst geprägt hat.

Schicksalsschläge

Anna heiratete den Holocaustüberlebenden Evgeni. Versteckt vor den Deutschen hatte er die Kriegszeit mit seiner Familie überlebt. Sie freuten sich über die Erfolge ihrer einzigen Tochter Julia, die trotz des immer gegenwärtigen Antisemitismus in der Sowjetunion Journalistin wurde und eine vielversprechende Karriere vor sich hatte. Doch dann wurde Julia krank. Ein operativer Eingriff lief schief keine Behandlung half. Julia verlor zudem ihre Arbeit, ihre Hoffnung und ihre Träume. Sie ist bis heute von ihren inzwischen über 80-jährigen Eltern abhängig. Nach ihrer Einwanderung konnte ihr auch in Israel nicht geholfen werden. Inmitten dieser herausfordernden und herzzerreißenden Situation pflegt Anna ihre Tochter Julia mit derselben Stärke und Liebe wie ihre Mutter.

Das ICEJ-Pflegeteam besucht diese tapfere Familie wöchentlich und leistet finanzielle Unterstützung. „Ohne eure Hilfe würden wir es nicht schaffen“, sagt Anna dankbar. „Ihr seid Teil unserer Familie und habt einen Platz in unserem Herzen.“

Bitte tragen Sie dazu bei, dass wir hilfsbedürftige eingewanderte Familien langfristig unterstützen können. Als Verwendungszweck „Häusliche Pflege“ angeben, herzlichen Dank!

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40 Jahre ICEJ-Deutschland

Vor 40 Jahren wurde die ICEJ-Deutschland gegründet. Voll Dankbarkeit sehen wir im Rückblick auf diese vier Jahrzehnte, dass Gott die kleinen Anfänge gesegnet und einen stetigen Segensstrom zwischen Deutschland und Israel hat anwachsen lassen. Dafür sei dem Gott Israels Dank und alle Ehre!

Gründung

Am 19. August 1981 wurde die „Internationale Christliche Botschaft Jerusalem, Deutscher Zweig e.V.“ gegründet. Gründungsmitglieder waren Pfarrer und Buchautor Dr. David Jaffin, Pfarrer Dr. W. Künneth (Paul-Gerhardt-Gemeinde München, „Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis“), Günter Maisch (Rechtsanwalt, Baptistengemeinde Ludwigsburg), Karl-Heinz Frenzel (Christliche Freunde Israels e.V.), Hans Köpke, Richard Habeck (Gemeinde der Christen e.V. Ecclesia), Margarete Habeck, Gerhard Kühl (Ev.-freikirchlichen Gemeinde Hagen) und Peter Hahn (Deutsche-Evangelische Allianz). Am 14. Januar 1982 erfolgte dann die Eintragung ins Vereinsregister Stuttgart.

Gebetsgrundlage

Die deutsche Zweigstelle wurde auf Gebet gegründet. Durch Gebetskreise für Israel sollte mehr Interesse am alten Bundesvolk der Bibel geweckt werden und der Gebets- und Informationsbrief aus Jerusalem wurde ins Deutsche übersetzt. Anfang der 1980er Jahre war die Freilassung sowjetischer Juden und Christen wichtiges Gebetsanliegen, das im Februar 1986 mit einer Demonstration vor der sowjetischen Botschaft in Bonn-Bad Godesberg unterstrichen wurde. (Foto: Joliene und Christian Stephan)

Pionierarbeit

Die ICEJ-Leitung in Jerusalem bat Christian Stephan (1924-2012) und seine Frau Joliene 1981, die Leitung der jungen ICEJ-Zweigstelle in Deutschland zu übernehmen. Schon vor seiner Zeit bei der ICEJ war Christian jedes Wochenende als Prediger und Evangelist in Deutschland, Europa und weltweit unterwegs, um Jugend-, Gemeinde- und Evangelisationsarbeit zu leisten. „Ausruhen kann ich mich im Himmel“, sagte er. Stephan, der als Junge das Nazi-Eliteinternat Napola besucht hatte, nahm nun Gottes klaren Auftrag an, die Liebe zum Volk Israel in die Gemeinden zu tragen, zu predigen, zu informieren und zum Gebet aufzurufen. Jedes Jahr luden Christian und Joliene zudem zu Reisen nach Israel und insbesondere zur ICEJ-Laubhüttenfestkonferenz nach Jerusalem ein. „Mein Vater hat seine Kontakte genutzt, Israel in die Gemeinden zu bringen, in die er zuvor Jesus getragen hatte“, erinnert sich seine Tochter Elisabeth Stephan-Brämer. Das deutsche ICEJ-Büro zog nach Michelstadt um, vorübergehend in den Israel-Laden von Joliene Stephan, die „Jerusalem-Boutique“ (Tel. 06061- 73416). Joliene führt sie bis heute, um Projekte in Israel zu unterstützen. „In der Anfangszeit haben wir ICEJ-Publikationen von unserem Wohnzimmer aus versandt, die ganze Familie half dabei“, erinnert sich Joliene.

Wichtige Projekte

Der enorme, persönliche Einsatz der Familie Stephan trug bald Früchte. Immer mehr Christen in Deutschland lernten den Dienst der ICEJ kennen und begannen, ihn durch Gebet und Gaben zu unterstützen. Viele wichtige Projekte wurden durch deutsche Spenden realisiert. Zum 50. Jahrestag der Reichspogromnacht 1988 beispielsweise der Ausbau einer neuen Synagoge in Ma’ale Adumim bei Jerusalem. Beim Besuch vor Ort sagte Christian: „Wir bitten euch um Verzeihung und versprechen, dass wir nie wieder tatenlos neben dem jüdischen Volk stehen wollen.“ Aber auch verschiedene Baumpflanzungsprojekte, um Israel zu begrünen und die Vision der blühenden Wüste umzusetzen, wurden unterstützt. Dank deutscher Spenden pflanzten wir mit dem KKL (Jüdischer Nationalfonds) zehntausende Bäume in Israel, u.a. den „Christian-Stephan-Wald“ bei Beerscheba.

Alijah-Charterflüge

Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Deutschen Zweiges war die Finanzierung des ersten ICEJ-Charterflugs für sowjetische Juden, die am 28. Mai 1990 in Tel Aviv ankamen. Durch deutsche Spenden wurden weitere 20 Charterflüge für sowjetische Juden gesponsert. Zudem waren der „Fischerdienst“ (Jeremia 16,16) in der ehemaligen Sowjetunion und die Unterstützung des EXOBUS-Projekts wichtige Dienste, die Deutschland unterstützte. Auch ältere, verarmte Juden, die keine Alijah machen konnten oder wollten, vergaß Christian nicht, und die Jugend-Alijah zu fördern war ihm ein besonderes Anliegen. Mit dem Fall der Berliner Mauer 1989 und der Wiedervereinigung weitete sich der Israeldienst in Zusammenarbeit mit Pastor Winfried Amelung, der schon in der DDR unerschrocken für Israel eintrat, auch auf Ostdeutschland aus.

Beistand für Israel

Als Saddam Hussein 1991 während des Golfkriegs Raketen auf Israel feuerte, reiste Christian nach Israel, um während der Bedrohung bei israelischen Freunden zu sein. „Wir danken dir, dass du uns auch in dieser Zeit nicht allein lässt, so treu bist und gleich rüberkommst und mit uns im Bunker sitzt“, erklärten die Israelis dankbar. Neben der Unterstützung von Terroropfern der beiden Intifadas und immer wieder dem Aufruf zum Gebet für Israel, förderte der Deutsche Zweig auch vielfältige soziale Projekte, Neueinwanderer, Berufsschulen sowie Behinderten- und Altersheime in Israel. Zum Beispiel wurde das Jugenddorf Kedma gesponsert. Ab 1994 unterstützte auch Vorstandsmitglied Norbert Spahn mit seiner Frau Liane von Herzen die verschiedenen Projekte, u.a. den Bau eines therapeutischen Schwimmbads für Kinder mit Behinderungen in Aschkelon (2005), und leitete Reisen nach Israel, z.B. zum Laubhüttenfest.

Holocaust-Gedenken

Während des Laubhüttenfests 1994 fand eine besondere Gedenkfeier in Yad Vashem statt. Viele größere israelische Medien berichteten darüber. Fast 3.000 Christen aus aller Welt, die bis dahin größte Versammlung von Christen in Yad Vashem, taten Buße über den Mord an sechs Millionen Juden im Holocaust. Christian Stephan, der in der Nazizeit aufwuchs, sagte: „Wir können keine Vergebung erwarten – der Schmerz ist zu groß, die Wunden zu tief –, aber ich wage alle unsere jüdischen Freunde im Namen aller hier anwesenden Christen zu bitten: Geben Sie uns die Chance, Ihre Freunde zu sein, Ihnen zur Seite zu stehen, Sie nie mehr allein zu lassen und zusammen mit Ihnen dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs zu dienen!“ (Foto: Christian Stephan in Yad Vashem)

Generationenwechsel

Im Herbst 2001 übergaben Christian und Joliene Stephan die Leitung des Deutschen Zweiges an Dr. Jürgen Bühler und seine Frau Vesna, die bereits seit 1999 Mitarbeiter der ICEJ-Hauptstelle in Jerusalem waren und eng mit der Deutschen Zweigstelle zusammenarbeiteten. „Christian und Joliene Stephan haben sowohl in Deutschland als auch in Israel viele segensreiche Spuren hinterlassen“, bedankte sich Jürgen für ihren Herzenseinsatz und ihren stetigen Aufruf an Christen in Deutschland, Israel praktisch und betend zu unterstützen.

Trostspender

Christians Motto „Israel, du bist nicht allein!“ wurde von Jürgen weitergetragen. Es war ein vielgebrauchter Ausruf während der von der ICEJ und anderen Israelwerken organisierten Solidaritätskundgebungen in Deutschland Anfang der 2000er Jahre, als Israel durch die zweite Intifada und viele tödliche Terroranschläge erschüttert wurde. Hilfe für Terroropfer und Gebet um Bewahrung und Frieden prägten diese Zeit. Die ICEJ-Deutschland finanzierte einen kugelsicheren Bus für die judäische Ortschaft Efrat in Judäa. Die Alijah zu unterstützen ebenso wie soziale Hilfsprojekte für Bedürftige blieb integraler Bestandteil des Dienstes. Der Deutsche Zweig stellte ab Frühjahr 2002 das Beit HaTikwa (Haus der Hoffnung) in Jerusalem als Gästehaus für hilfebedürftige Neueinwanderer zur Verfügung. Seit über zehn Jahren finanziert Deutschland einen Kleinbus, mit dem unsere Partnerorganisation Pitchon Lev Lebensmittelspenden für bedürftigen Israelis verteilt.

Informieren über Israel

Jürgen und das deutsche Team fingen an, Israel-Konferenzen in Nord- und Süddeutschland mit Sprechern aus Israel zu organisieren, um eine biblische, prophetische Perspektive auf das Handeln Gottes in Israel, der Gemeinde und den Nationen zu geben. Ein besonderer Höhepunkt waren die Europa-Tourneen des von der ICEJ initiierten Musicals „Der Bund“, das die Geschichte des jüdischen Volkes und Israels erzählt.

Da es beim Europaparlament unter den damals 3000 Lobbygruppen keine gab, die Israel unterstützte, wurde 2002 mit vier anderen Pro-Israel-Organisationen die „Europäische Koalition für Israel“ gegründet. Als ICEJ-Vertreter setzte sich Jürgen gegen Anti-Israelismus und Antisemitismus in der EU ein und informierte Politiker über die Situation in Israel. Der Deutsche Zweig sponsert zudem die Pastorenkonferenzen, die erstmals 2010 von den „Christlichen Freunde Yad Vashems“, der Partnerschaft zwischen Yad Vashem und der ICEJ, in Israel angeboten wurden. Sie vermitteln die Themen Holocaust und Antisemitismus, auch im christlichen Kontext, auf konstruktive Weise.

Hilfe für Holocaustüberlebende

Ende 2009 erreichte die ICEJ die Hilfsanfrage von Schimon Sabag (Helfende Hände), ein Altersheim für arme und einsame Holocaustüberlebende in Haifa zu gründen. „Ich fühlte, dass der Herr zu mir sprach, und sagte zu, dass wir das Haus dafür kaufen würden“, erinnerte sich Jürgen. „Es war ein Wunder, dass innerhalb kürzester Zeit das nötige Geld dafür zusammenkam, zu 90% von Spendern aus Deutschland und Österreich.“ Seit über zehn Jahren werden dank vieler deutscher Spenden rund 70 bedürftige Holocaustüberlebende im Haifa-Heim liebevoll umsorgt.

Stabübergabe

Als Jürgen Bühler 2011 zum ICEJ-Gesamtleiter berufen wurde, war sein Bruder Gottfried Bühler bereit, die Leitung des Deutschen Zweiges zu übernehmen. Gottfried war bereits seit zehn Jahren aktives Vereinsmitglied und hatte schon 1992 eine Gedenkfeier zum 50. Jahrestag der Wannseekonferenz in Yad Vashem organisiert. 2012 initiierte er erneut dieses wichtige Gedenken zum 70. Jahrestag der Konferenz, auf der der Massenmord an den europäischen Juden geplant worden war. Unterstützung und Zusammenarbeit mit Yad Vashem, Holocaust-Gedenkveranstaltungen sowie die Unterstützung von Schoa-Überlebenden und die Initiierung von Bildungsprojekten und Begegnungen von deutschen Schülern mit Holocaustüberlebenden liegen Gottfried besonders am Herzen.

Einsatz für Israel geht weiter

Seit 2012 haben sich uns in Deutschland mehr als 100 Gebetskreise und Gemeinden beim „Jesaja-62-Gebet“ für Israel angeschlossen. Neben unseren Berichten über ICEJ-Projekte, Israel-Nachrichten, Konferenzen und Israel-Vorträgen sowie Predigten, um auf Gottes Pläne für Israel aufmerksam zu machen, haben wir seit 2015 die Möglichkeit, mit unserem TV-Magazin FASZINATION ISRAEL ein buntes, facettenreiches Bild von Israel zu zeigen. „Wir freuen uns über alle Freunde und Unterstützer, die den Dienst der ICEJ-Deutschland seit 40 Jahren durch ihre Gaben und Gebete möglich machen und stärken. Aber vor allem danken wir dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs dafür, dass wir sein geliebtes Land und Volk Israel von Deutschland aus segnen dürfen“, erklärte Gottfried Bühler.

 


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Äthiopische Israelis: ICEJ hilft Bildungslücken schließen

Die Rückkehr der äthiopischen Juden nach Israel entwickelt sich langsam zu einer echten Erfolgsgeschichte. Immer mehr äthiopische Israelis finden ihren Platz in Israels moderner Hightech-Gesellschaft. Dies forderte enorm viel Entschlossenheit und Einsatz von den äthiopischen Neueinwanderern. Die ICEJ sponsert Alijah-Flüge, hilft aber auch mit vielen Maßnahmen und Projekten bei ihrer Integration in Israel. (Foto: ICEJ, Computerkurse für junge äthiopisch-jüdische Israelis)

Äthiopische Alijah

In den letzten Jahrzehnten hat Israel mehr als 90.000 äthiopische Juden zurück ins Gelobte Land gebracht. Weitere etwa 60.000 sind hier im Land geboren. 2021, auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie, kamen weitere 2.000 äthiopische Juden nach Israel und in diesem Jahr plant Israel angesichts des schwelenden Bürgerkriegs und der drohenden Hungersnot in Äthiopien ab dem Frühjahr weitere 3.000 äthiopische Juden einzufliegen.

Seit die israelische Regierung 2015 die Wiederaufnahme der äthiopischen Alijah beschloss, hat die ICEJ die Flüge für 2.590 äthiopischer Juden übernehmen können – etwa die Hälfte der seitdem aus Äthiopien Eingewanderten. Wenn wir genügend Spenden erhalten, wollen wir im Laufe der anstehenden Evakuierung hunderte weitere sponsern. Neben der Übernahme der Flugkosten für diese Neueinwanderer ist es genauso wichtig, sie beim Einleben und bei der Integration zu unterstützen. Diese Phase dauert bei ihnen oft viel länger als bei den meisten anderen Einwanderern. Aus diesem Grund hat die ICEJ im letzten Jahrzehnt die Unterstützung für äthiopische Neuankömmlinge ausgeweitet, indem wir für sie Integrations-Projekte sponsern.

Erfüllte Träume

Als ICEJ haben wir die einzigartige Möglichkeit, ihnen zu helfen, sich schneller in Israel zurechtzufinden. Amira Ahronoviz, Direktorin der Jewish Agency (Israels Einwanderungsbehörde), hielt vor Kurzem vor Unterstützern der äthiopischen Alijah einen Vortrag, in der sie eine Beobachtung beschrieb, die sehr hoffnungsvoll stimmt. „Für äthiopische Juden erfüllt sich der Traum, das Gelobte Land zu erreichen, in dem Moment, in dem sie in Israel landen. Sie küssen den Boden, brechen in Tränen aus – und wir freuen uns mit ihnen“, erklärte sie. „Aber die wirkliche Arbeit beginnt erst, nachdem sie im Flughafen eingetroffen sind. Sie kämpfen mit Herausforderungen wie riesigen Bildungslücken und einer enormen Sprachbarriere. Ihnen fehlen Kenntnisse und Fertigkeiten, die sie für einen guten Arbeitsplatz auf dem israelischen Arbeitsmarkt benötigen. Wegen dieser Lücken dürfen äthiopische Neueinwanderer – als einzige Einwanderungsgruppe – zwei statt wie üblich ein Jahr kostenlos in den Integrationszentren wohnen.“

Bessere Zukunftsperspektive

Dann wies sie auf eine interessante Veränderung hin, die sie für die heutigen Neueinwanderer, anders als für die vorangegangenen, optimistisch stimmt. „Familien, die jetzt einwandern – 2.000 vom letzten Jahr und 3.000, die dieses Jahr kommen sollen – haben lange in einer eher städtischen Umgebung gelebt“, sagte Ahronoviz. „Sie haben ihre ländlichen Dörfer vor mehr als einem Jahrzehnt verlassen und viele der Kinder und jungen Erwachsenen sind in einer städtischen Umgebung großgeworden.“ Sie fuhr fort: „Viele von ihnen sind zur Schule gegangen, oder haben eine andere Art formeller Bildung erhalten. Sie waren Technologie und dem modernen Leben mehr ausgesetzt als ihre Eltern. In Israel angekommen, können sie sich besser in einer westlichen Gesellschaft zurechtfinden. Zum Beispiel haben inzwischen mehr als 100 Bewohner unserer Integrationszentren einen Universitätsabschluss. Mehr als 500 gingen 12 Jahre zur Schule. Das ist phänomenal, denn das beschleunigt ihre Integration in Israel enorm. In einigen Berufsausbildungskursen dachten wir, höchstens 20 Personen würden sich für Computerkurse anmelden. Aber dann gab es 80 Teilnehmer. Das ist fantastisch! So viele Interessenten hatten wir noch nie.“

Förderprogramm

Die gute Nachricht ist, dass viele der kürzlich neu eingewanderten äthiopischen Juden bereits Computer-Grundkenntnisse haben, die ihnen bei der Eingewöhnung in Israel nützen. Aber dennoch gibt es viele, die sich keinen Computer leisten können oder sich ein älteres Modell mit anderen Familienmitgliedern teilen müssen. Andere müssen zunächst noch ihren Schulabschluss machen, bevor sie sich an israelischen Universitäten oder für Ausbildungsprogramme einschreiben können. Um ihnen zu helfen, sponsert die ICEJ ein besonderes Programm: Etwa 25 junge Neueinwanderer mit acht bis elf Jahren Schulbildung können in neun Monaten ihren Schulabschluss machen. Unter anderem unterstützen wir sie mit Computern, die sie für diesen Kurs benötigen.

„Wieder einmal ist die ICEJ richtungsweisend mit einem Spitzenprogramm für äthiopische Neueinwanderer“, sagte Nicole Yoder, ICEJ-Vizepräsidentin für Alijah und Soziales. „Diese jungen Schüler benötigen Computer und andere Unterstützung, damit sie die Bildungslücken schließen und sich erfolgreich integrieren können. Während wir darauf warten, dass die nächsten Alijah-Flüge aus Äthiopien eintreffen, nutzen wir die Gelegenheit, den vor Kurzem eingewanderten äthiopischen Schülern zu helfen, sich rasch in Israel einzuleben und zurechtzufinden.“

Bitte helfen Sie mit, dass die Rückkehr der äthiopischen Juden nach Israel zu einer wahren Erfolgsgeschichte wird. Neben Alijah-Flügen sponsern wir Bildungsangebote und Computer, damit sie sich schnell in Israel einleben. Als Verwendungszweck „Alijah & Integration“ angeben, vielen Dank!

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Mutiger Einsatz für notleidende jüdische Flüchtlinge

Der Krieg in der Ukraine hat die größte Flüchtlingswelle der Nachkriegszeit in Europa ausgelöst. Laut UN-Angaben haben inzwischen mehr als 2,8 Millionen Menschen die Ukraine verlassen, die meisten von ihnen halten sich in Polen auf. Viele wollen in den Westen weiterziehen, andere in den Nachbarländern der Ukraine ausharren, in der Hoffnung, bald wieder zurückkehren zu können. Der Krieg und die sich abzeichnende humanitäre Katastrophe macht auch vor der jüdischen Gemeinde der Ukraine nicht Halt. Tausende Juden haben die Ukraine bereits verlassen, sie ereilt dasselbe Schicksal wie ihre christlichen Mitbürger: Männer zwischen 18 und 60 Jahren werden an der Grenze zurückgehalten, nur Frauen und Kinder dürfen ausreisen. Neben ihren Ehemännern und Brüdern lassen viele Frauen auch ihre Eltern und Großeltern zurück. Um jeden Preis wollen sie ihre Kinder in Sicherheit bringen. (Foto: ICEJ, Endlich in Israel! Eine ukrainisch-jüdische Mutter ist mit ihrer kleinen Tochter in Israel eingetroffen, 06.03.2022)

Gefährliche Evakuierung

„Angesichts der enormen Tragödie, die sich vor unseren Augen abspielt, ist es ein Vorrecht, helfen zu können“, erklärte Danielle Mor von der Jewish Agency (Israels Einwanderungsbehörde). „Wenn vor achtzig Jahren unsere Mitarbeiter an den Grenzübergängen gestanden hätten, welch einen Unterschied hätte dies gemacht! Dass es den Staat Israel heute gibt, ist allein der Treue Gottes zu verdanken. Wir sind dankbar, dass wir ein Land haben, in das wir unser Volk aufnehmen können, in dem wir ihnen Zuflucht bieten können.“ (Direkt zum Spendenportal: Hilfe für jüdische Ukraine-Flüchtlinge (Alijah & Integration))

Die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (ICEJ) unterstützt die Jewish Agency dabei, so viele jüdische Flüchtlinge wie möglich aus der Ukraine zu evakuieren. Doch angesichts der andauernden Kampfhandlungen sind Busse Mangelware. Wenn dennoch einer aufgetrieben werden kann, dann zu exorbitanten Preisen. Die Busfahrer riskieren ihr Leben dabei, Flüchtlinge auf unsicheren Straßen durch Kriegsgebiet zu befördern, und bestehen auf eine entsprechende Vergütung. Auch ein Sicherheitsmann muss angeheuert werden, zum Schutz der Flüchtlinge. (Foto: JAFI, Diese Mutter konnte mit ihrer kleinen Tochter evakuiert werden. Ihr Mann und ihre Großeltern blieben in der Ukraine zurück, 26.02.2022)

In einem Auffangzentrum in der Westukraine können rund 1.000 Flüchtlinge untergebracht werden, die von dort weiter nach Polen oder Ungarn reisen. Jenseits der Grenze, in Polen, Ungarn, Rumänien und Moldawien, wurden einige Hotels und Jugendherbergen angemietet, um die Flüchtlinge aufzunehmen. Dort sind sie erst einmal in Sicherheit, bekommen ein warmes Bett, drei Mahlzeiten am Tag und erhalten medizinische Versorgung und notwendige Kleidung. Das wichtigste ist jedoch: hier fassen sie wieder Hoffnung für die Zukunft. 

Erleichterte Einreiseregelung

Viele der Flüchtlinge entscheiden sich, nach Israel auszuwandern. Bereits in den ersten zwei Wochen des Krieges sind mehr als 2.000 ukrainische Juden nach Israel eingewandert. Um die große Flut an Einwanderungsanträgen zu bewältigen und auch wegen der fast überfüllten Notunterkünfte in Europa, will Israel nun seine Einwanderungsregelungen ändern. Statt die Einwanderungsanträge wie bisher vor der Abreise zu prüfen und Staatsbürgerschaft bei der Einreise zu erteilen, dürfen nun alle, die den israelischen Beamten ihre jüdische Abstammung glaubhaft machen können, nach Israel einreisen. Erst dann folgt der zum Teil langwierige bürokratische Prozess, in dem ihr Anspruch auf Staatsbürgerschaft geprüft wird.

Berührende Schicksale

Neben den besorgniserregenden Meldungen aus dem Kriegsgebiet und den belagerten Städten erreichen uns immer wieder zahlreiche bewegende Berichte über das Schicksal der Geflüchteten und den mutigen Einsatz von Mitarbeitern der ICEJ, der Jewish Agency und anderer Partnerorganisationen.

Tapfere Schwestern

Vor wenigen Tagen trafen in einer der Notunterkünfte in Warschau zwei jüdische Schwestern ein. Die beiden Mädchen, zwölf und dreizehn Jahre alt, waren allein aus der Ukraine geflüchtet. Ihre Mutter blieb zurück, um sich um ihre betagten Eltern zu kümmern. Rund 36 Stunden dauerte ihre Flucht. Sie reisten u.a. mit einem restlos überfüllten Zug. In ihrem Abteil, das für 40 Reisende ausgelegt war, befanden sich rund 400 Personen. An der polnisch-ukrainischen Grenze wurden sie von den Mitarbeitern der Jewish Agency in Empfang genommen und umgehend in Sicherheit gebracht. Da es sich um unbegleitete minderjährige Einwanderer handelt, stattete ihnen der israelische Botschafter noch einen persönlichen Besuch ab.

95-jähriger Holocaustüberlebender allein auf der Flucht

Auch ein 95-jähriger Holocaustüberlebender aus Kiew hat in Warschau Zuflucht gefunden. Als der Krieg ausbrach, weigerte er sich vehement, Kiew zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Schließlich konnte sein in Israel lebender Sohn ihn von der Dringlichkeit der Situation überzeugen. Insgesamt war der Vater drei Tage lang unterwegs, auf sich allein gestellt. Immer wieder halfen ihm Fremde. Als er in Lwiw eintraf und versuchte, eine Reisemöglichkeit zu finden, die ihn nach Polen bringen würde, musste er sieben Stunden lang anstehen. Verzweifelt und erschöpft brach er in Tränen aus, sein Sohn, per Handy mit ihm in Kontakt, sprach ihm immer wieder Mut zu. Inzwischen ist er wohlbehalten in Warschau eingetroffen und in einem Hotel untergebracht, sein Sohn ist bei ihm und sie warten auf den Flug nach Israel. (Foto: JAFI, Vater (95) und Sohn sind in Sicherheit)

 

Holocaustüberlebende gerettet

Schimon Sabag, Leiter unserer Partnerorganisation Yad Ezer Le’Chaver und Direktor unseres Heims für Holocaustüberlebende in Haifa, ist mit einem Team in die Ukraine gereist, um dort nach jüdischen Holocaustüberlebenden zu suchen. Viele von ihnen, geschwächt und gesundheitlich angeschlagen, harren in genau denselben Kellern und Verstecken aus, in denen sie bereits im Zweiten Weltkrieg Zuflucht suchen mussten. Die immer wieder aufheulenden Sirenen und die bedrohlichen Einschläge der Geschosse lassen alte Traumata des Krieges und der durchlebten Verfolgung wieder wach werden. Bis zum Donnerstag konnte Schimon in Kiew 37 Überlebende ausfindig machen, 27 von ihnen brachen noch am selben Abend mit einem Bus der Jewish Agency in Richtung Polen auf. Von dort sollen sie nach Israel gebracht werden, wo sie bei Angehörigen oder in Alters- und Pflegeheimen untergebracht und versorgt werden. Möglicherweise werden einige von ihnen sogar im Haifa-Heim ein neues Zuhause finden! (Foto: Yad Ezer le'Chaver, Schimon Sabag mit einem Geflüchteten in der Ukraine, März 2022)

Dringende Hilfsgüter für Warschau

 

Jani Salokangas, Direktor der ICEJ-Finnland, reagierte am Freitag auf einen Hilferuf des Oberrabbiners in Polen. Die jüdische Gemeinde hat ebenfalls zahlreiche jüdische Flüchtlinge aufgenommen und benötigt dringend Hilfsgüter, um sie weiterhin versorgen zu können. Mit einem kleinen Transporter machten Jani und sein Team sich auf den Weg von Helsinki nach Warschau. Die ICEJ-Finnland steht außerdem russischen Juden bei, die aus St. Petersburg nach Finnland ausreisen und Alijah (Einwanderung nach Israel) machen möchten. Es wird erwartet, dass in den kommenden Monaten der Strom jüdischer Neueinwanderer aus Russland via Finnland ansteigen wird. (Foto: ICEJ, Jani Salokangas beim Ausladen der Hilfsgüter in Warschau, 11.03.2022)

Evakuierung nach Rumänien

Die Zweigstelle der ICEJ in Rumänien hat einen Bus und mehrere Kleinbusse angemietet, um jüdische Flüchtlinge aus der Republik Moldau zu evakuieren. Am Donnerstag traf der erste Konvoi in Bukarest ein. Dort stellen die Flüchtlinge nun ihren Antrag auf Alijah. Pavel Antonesi, Direktor der ICEJ-Rumänien, berichtete von hunderten jüdischen Flüchtlingen, die in Kischinew ausharren. Die Betten in den Notunterkünften sind belegt, jeden Tag treffen neue Flüchtlinge aus der Ukraine ein. Die ICEJ möchte ihnen dabei helfen, nach Rumänien zu gelangen und von dort ihren Heimflug nach Israel anzutreten.

Telefonische Beratung für ukrainische Juden

Seit Beginn des Krieges in der Ukraine sind mehr als 16.000 Anrufe bei der Jewish Agency eingegangen. Etwa 7.000 Anrufer erkundigten sich über die Möglichkeit einer Einwanderung nach Israel. Um der Jewish Agency zu helfen, die Flut an Anfragen zu bewältigen, wurden vergangene Woche die von der ICEJ gesponserten telefonischen Anlaufstellen in Haifa und Jerusalem mit der Hotline der Jewish Agency verknüpft. Ukrainisch- und russischsprachige freiwillige Helfer, die sonst bedürftigen und alleinstehenden Holocaustüberlebenden zur Seite stehen, nehmen nun auch Anrufe von Juden in Russland und der Ukraine entgegen, geben wichtige Hinweise zu Notunterkünften und erklären ihnen, wie sie nach Israel einwandern können. (Foto: ICEJ, Telefonische Anlaufstelle in Haifa)

 

Moderner Exodus

In einem Monat feiern Juden weltweit das Passahfest und die Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten. Die aktuelle Alijah-Welle erinnert an diesen Auszug Israels: über Nacht, ohne Pläne schmieden zu können und ohne Vorbereitungen zu treffen, müssen diese Kinder Israels aufbrechen. Auch sie befinden sich auf der Flucht vor modernen Streitwagen. Mittellos kommen sie in Israel an, mit nichts als nur der Kleidung, die sie tragen, einer kleinen Tasche, ihrem Handy und den wichtigsten Dokumenten. Viele sind orientierungslos, im Schockzustand und voll Sorge um ihre Liebsten, die sie in der Ukraine zurücklassen mussten.

Für uns als Christen und Freunde Israels ist es ein großes Privileg, den ukrainischen Juden in dieser Not beizustehen und sie bei ihrer Heimkehr nach Israel zu unterstützen. Neben den Evakuierungsbemühungen und Flügen nach Israel unterstützt die ICEJ auch die vorübergehende Unterbringung der ukrainischen Juden in den Nachbarländern. Sobald sie in Israel eintreffen, werden sie zunächst in Notunterkünften untergebracht. Dort erhalten sie weitere Unterstützung wie psychologische Betreuung, Sprachunterricht und ggf. berufliche Weiterbildung, um in ihrem neuen Heimatland Fuß zu fassen und sich ein neues Leben aufzubauen.

Bitte helfen Sie uns, die Evakuierung jüdischer Flüchtlinge aus der Ukraine, ihren Flug und ihre Integration in Israel zu unterstützen. Als Verwendungszweck bitte „Alijah & Integration“ angeben, herzlichen Dank!

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Gebetsanliegen

Bitte beten Sie mit uns

·       um Schutz und Versorgung der ukrainischen Juden, die auf der Flucht sind oder in Verstecken ausharren,

·       für die Holocaustüberlebenden, die nun viele Traumata erneut durchleben, dass der Gott Israels ihnen Kraft und Trost schenkt und sie in Sicherheit gebracht werden können,

·       für die vielen Helfer, die jetzt in der Ukraine und in den Nachbarländern unermüdlich im Einsatz sind, dass Gott sie beschützt, ermutigt und leitet,

·       für die Juden in Russland, dass sie weiterhin bewahrt bleiben und dass auch sie ihren Wunsch, nach Israel auszuwandern bald umsetzen können,

·       für die deutsche Bundesregierung und andere Regierungen, die nun nach einer raschen und guten diplomatischen Lösung des Konflikts suchen, dass Gott ihnen Weisheit schenkt und sie leitet, damit dieser Krieg beendet wird.  


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Notfall-Evakuierung von Juden aus der Ukraine

 

„Ein Freund liebt allezeit, und ein Bruder wird für die Not geboren.“ (Sprüche 17,17)

Liebe Freunde und Unterstützer,

angesichts der dramatischen Lage der Juden in der Ukraine hat die Jewish Agency (Israels Einwanderungsbehörde) die ICEJ gebeten, dass wir bei ihrer Notfall-Evakuierung und Alijah (Einwanderung nach Israel) helfen. Heute wende ich mich an Sie, unsere treuen Freunde und Unterstützer, um Sie herzlich zu bitten: Lassen Sie uns gemeinsam dem jüdischen Volk in der Ukraine in dieser Notzeit beistehen und dazu beitragen, unsere jüdischen Geschwister nach Israel in Sicherheit zu bringen. Bitte beten Sie mit uns für ein Ende der Kampfhandlungen in der Ukraine, für die Sicherheit und Bewahrung aller Menschen dort und für eine rasche und sichere Evakuierung der jüdischen Bevölkerung. Vielen Dank für Ihre Gebete und Gaben. Gemeinsam können wir Hoffnung schenken!

Gott segne Sie,

Ihr

Gottfried Bühler

(Erster Vorsitzender, ICEJ-Deutschland)

Foto: JAFI, Eine jüdisch-ukrainische Mutter und ihr Baby sind in Israel eingetroffen, 06.03.2022


Zuflucht in Israel für ukrainische Juden

von Ester Heinzmann

Angesichts der Invasion Russlands in die Ukraine steigt die Sorge um die Sicherheit der ukrainischen Juden. „Es herrscht große Panik. Seit vier Uhr morgens klingeln bei uns die Telefone“, sagte ein Vertreter der jüdischen Organisation Tikwa in Odessa am 24. Februar, wenige Stunden nach Beginn der Invasion. „Im Moment weisen wir sie an, zu Hause zu bleiben. Immer wieder sind Explosionen zu hören und wir wissen nicht, ob es sicher ist, das Haus zu verlassen. Die Ausfallstraßen Odessas sind ohnehin bereits verstopft, weil so viele versuchen zu fliehen.“ Die Jerusalem Post berichtete, dass bereits am ersten Tag des Kriegs tausende jüdische Familien die Hauptstadt Kiew (Zentralukraine) verlassen und auf Zeltplätzen im Westen des Landes Zuflucht gesucht haben sollen.

Israel wartet mit offenen Armen

Israel, Zufluchtsort aller Juden weltweit, hatte bereits vor Kriegsbeginn seine Notfallpläne für eine Evakuierung der ukrainischen Juden aktualisiert. „Israel wird immer ihr Zuhause sein, in normalen Zeiten sowie in Notfällen. Wir warten mit offenen Armen“, versicherte Israels Alijah-Ministerin Pnina Tamano-Shata. Da der Luftraum über der Ukraine geschlossen ist, muss die Evakuierung auf dem Landweg erfolgen. Israel steht in Kontakt mit den Regierungen Ungarns, Polens, der Slowakei, Rumäniens und Moldawiens um die reibungslose Ausreise jüdischer Flüchtlinge zu gewährleisten. Zunächst müssen sie sicher von ihren Wohnorten in Aufnahmezentren in der Westukraine gebracht werden. Diejenigen, die nach Israel auswandern möchten, werden anschließend über ein Nachbarland nach Israel ausgeflogen. Nach ihrer Ankunft in Israel müssen sie in Notunterkünften, wie z.B. Hotels und Jugendherbergen, untergebracht werden.

Die Evakuierungskosten werden aktuell wie folgt eingeschätzt:

  • Evakuierung und Unterkunft, ggf. in einem Drittland, für ca. 2-3 Wochen bis zum Abflug nach Israel: ca. 760 EUR pro Person
  • Transport zum Flughafen und Flug nach Israel: ca. 720 EUR pro Person
  • Aufnahme und Notunterkunft in Israel für bis zu drei Monate: 1.120 EUR pro Person

Bitte helfen Sie uns, den Juden der Ukraine in dieser Notsituation beizustehen und unterstützen Sie ihre Evakuierung aus umkämpften Gebieten sowie ihre Heimkehr nach Israel. Als Verwendungszweck bitte „Alijah & Integration“ angeben, herzlichen Dank!

 

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Bringen wir bedrohte Juden nach Israel in Sicherheit!

von David Parsons, ICEJ-Sprecher und Vizepräsident

Wir leben in turbulenten Zeiten! Kaum scheint die weltweite Gesundheitskrise, verursacht durch das Coronavirus, bewältigt zu sein, kommt es zu einem Krieg in der Ukraine, der auch die jüdische Gemeinschaft im Land bedroht.

Eskalation in der Ukraine

Der seit 2014 schwelende Konflikt in der Ostukraine ist nun durch die breitangelegte Invasion der russischen Armee dramatisch eskaliert. In der Ukraine herrschen Schock und Furcht – viele hatten nicht damit gerechnet, dass die tobenden Kämpfe so schnell so nahe kommen würden. Wer weiß, wohin dieser Krieg noch führen wird? Bis kurz vor dem Einmarsch Russlands in die Ukraine hatte die israelische Regierung sich mit Äußerungen über die sich zuspitzende Krise vorsichtig zurückgehalten. In beiden Ländern existieren noch große jüdische Gemeinden. Außerdem könnte Russland Israels Sicherheitsinteressen schaden, da russische Truppen in Syrien stationiert sind und eine strategische Allianz mit dem Iran besteht.

Gebet um Bewahrung

Wir als ICEJ sorgen uns um die Menschen in der Ukraine und Russland, auch um die dort lebenden Gläubigen, die dank ihrer Identität in Christus miteinander versöhnt und vereint sind. Wir beten für ihrer aller Sicherheit und dass sie in dieser schweren Zeit Zuversicht und vollkommenes Vertrauen in Gott haben. Wir beten auch, dass inmitten dieser brisanten Krise wahrhaftige Friedensstifter aufstehen, die Gewalt und Blutvergießen rasch beenden können. Die dramatische Eskalation des Ukraine-Konflikts ist eine Tragödie. Lassen Sie uns als Christen, die Israel lieben, den aus der Ukraine flüchtenden Juden beistehen.

Beistand für ukrainische Juden

Die ICEJ ist schon seit den 1980er Jahren in der ukrainischen Alijah (Einwanderung nach Israel) involviert. Insbesondere in den frühen 1990er Jahren halfen wir über 35.000 ukrainischen Juden auf ihrem Weg nach Israel, indem wir das „Exobus-Projekt“ sponserten. Weitere 7.000 Juden folgten später mit besonderen Minibus-Konvoys, die die ICEJ-Schweiz sponserte. Seit der Konflikt in der Ostukraine 2014 ausbrach, hat die Christliche Botschaft mehr als 2.000 ukrainische Juden bei ihrer Heimkehr nach Israel unterstützt.

Angesichts der aktuellen Situation hat sich die Jewish Agency (Israels Einwanderungsbehörde) an die ICEJ gewandt und um Unterstützung ihrer Notfall-Pläne zur Evakuierung gefährdeter jüdischer Familien gebeten. Insgesamt gibt es in der Ukraine noch rund 200.000 Personen, Juden und ihre engsten Familienangehörigen, die Alijah machen könnten. Die Jewish Agency geht davon aus, dass zunächst rund 3.000 Juden evakuiert und in Notunterkünften, wahrscheinlich in einem Drittland, untergebracht werden müssen. Von dort werden sie mit Bussen zum Flughafen gebracht, um ihren Flug nach Israel anzutreten. Auch in Israel müssen sie wieder in Notunterkünften untergebracht und versorgt werden.

Gebetsanliegen: Die Evakuierungsbemühungen sind schwierig und gefährlich für alle Beteiligten. Bitte beten Sie mit uns um göttlichen Schutz für die israelischen Beamten und Mitarbeiter der Jewish Agency sowie für all die jüdischen und christlichen Freiwilligen, die vor Ort in der Ukraine mithelfen. Beten wir auch für die jüdischen Familien, die sich nun auf den Weg nach Israel machen.


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Der Herzschlag eines neuen Lebens

Die traurige Wahrheit ist, dass Abtreibungen in Israel alltäglich sind – und bis zur Geburt sogar legal. So viele kostbare Leben sind bereits genommen worden und viel zu viele Frauen sind innerlich zerrissen und tragen schwer an Gefühlen des Verlusts und der Schuld, die sie zutiefst quälen. Durch unser ICEJ-Programm „Zukunft und Hoffnung geben“ stärken wir israelische Familien und setzen uns auch für den Schutz ungeborenen Lebens ein.

Foto: ICEJ, Nicole Yoder überreicht Anat und Ischai Brenner eine Kleiderspende

Verlorenes Leben

In Israel gibt es jedes Jahr rund 170.000 Geburten und schätzungsweise 40.000 Abtreibungen. 2020 zahlte der Staat Israel für 18.000 Abtreibungen, doch die Dunkelziffer könnte höher sein. Seit 1948 wurden in Israel mehr Babys abgetrieben, als Kinder im Holocaust ermordet wurden. Diese herzzerreißende Realität bewegt die ICEJ, in Israel Initiativen für ungeborenes Leben zu unterstützen. ICEJ-Mitarbeiterin Jannie Tolhoek sprach mit Sandy Shoshani und Anat Brenner, beide seit Jahren Fürsprecherinnen und Direktorinnen von Organisationen, die sich für das Leben einsetzen.

Grob geschätzt wird eines von fünf Babys in Israel abgetrieben. Sandy erklärt, warum sie sich so leidenschaftlich für das Leben einsetzt: „Nichts schmerzt den Geist Gottes mehr, als wenn unschuldiges Blut vergossen wird. Nur 50% der Abtreibungen werden von Alleinstehenden vorgenommen, 49% sind verheiratet! Es handelt sich vor allem um 20- bis 35-jährige Frauen, darunter viele Geschiedene und verheiratete Paare, die sich ein weiteres Baby nicht leisten können. Viele Abtreibungen werden vorgenommen, wenn die Gesundheit der Mutter, auch ihre psychische Gesundheit, gefährdet ist. Wenn sie sagt, dass sie schlecht schläft oder gestresst ist und die Lage nicht zu meistern glaubt, wird eine Abtreibung oft erlaubt.“

Schuldgefühle und Trauer

Auch Anat leitet Beratungs- und Unterstützungsprogramme für leidende Frauen. Während ihres Dienstes in der israelischen Armee wurde sie selbst schwanger und dachte, ein Baby würde ihr Leben zerstören. „Ich werde keine Zukunft haben”, glaubte sie. „Ich hatte niemanden, der mich unterstützte und sagte, dass es ganz anders kommen kann und dass es viele Optionen gibt. Deshalb hatte ich eine Abtreibung. Das hat mich fertig gemacht, denn es gab einen Moment in der Schwangerschaft, an dem ich mich sehr gut fühlte. Ich hielt meinen Bauch umfasst und das war so ein schönes Gefühl. Aber weil ich das Kind nicht wollte und mich nicht als Mutter gesehen habe, brachte ich diese Gedanken zum Schweigen und ignorierte das gute Gefühl.“

Sie fuhr fort: „Direkt nach der Abtreibung wurde mir klar, dass das Leben, das ich in mir getragen hatte, niemals zurückkommen würde. Ich hatte etwas Unumkehrbares getan und ich war am Boden zerstört. Ich konnte nicht aufhören zu weinen und viele Monate lang litt ich unter Depressionen. Ich musste in ein anderes Armeequartier umziehen, da mich alles an die Abtreibung erinnerte, ich kam nicht mehr gut klar mit dem Leben. Als ich zum Glauben fand, war es eines der ersten Dinge, die der Herr in meinem Leben veränderte: Er heilte mich von meiner Abtreibungserfahrung. Mich erfüllte das starke Verlangen, anderen Frauen zu helfen, die unter den Konsequenzen einer Abtreibung litten, die innerlich zerbrochen waren und nie um ihr Baby getrauert hatten, das sie durch die Abtreibung verloren hatten.“

Hilfe für Verzweifelte

Heute setzt sich Anat mit aller Kraft dafür ein, Schwangeren zu versichern, dass sie jemanden haben, der sie unterstützt. Sie berät Frauen, damit diese sich entscheiden, keine Abtreibung vorzunehmen. Sie richtete eine Hotline ein, über die Frauen in Notlagen, wenn sie nicht wissen, was sie tun sollen, oder ungewollt schwanger sind, Hilfe erhalten. „Ich glaube, wenn die Frauen jemanden haben, der sie unterstützt, wenn sie denken, dass eine Abtreibung die einzige Lösung ist, dass Gott eingreifen kann – so dass sie Alternativen sehen können. Sie spüren, dass es jemanden gibt, der Mitgefühl hat, sie versteht und mit ihnen geht“, erklärte Anat.

Sandy denkt ebenfalls, dass diese Frauen dringend emotionale und praktische Hilfe brauchen. „Wir bieten der Mutter Hoffnung an, praktische Hilfe und Heilung. Diese drei Dinge sind so wichtig. Viele der Mütter sagen: Ihr habt mir die Möglichkeit gegeben, mein Kind mit Würde großzuziehen, nicht in Armut.“ Mehr als 3.500 Frauen haben Sandy und ihr Team bisher geholfen. „Niemand sollte wegen Geldsorgen abtreiben“, betonte Sandy.

Danke für eure Liebe

„Ich danke der ICEJ und ihren Freunden von ganzem Herzen!“, sagte Sandy. „Ihr habt im Laufe der Jahre so viele Babys unterstützt und Leben gerettet, Frauen vor einer Abtreibung bewahrt und einen Unterschied gemacht. Gelobt sei Gott! Vielen Dank für eure Liebe, Fürsorge, Unterstützung und eure Gebete. Gott segne euch, weil ihr die Mütter und Babys in Israel liebt und für sie sorgt.“ Auch Anat ist von Herzen dankbar. „Ich danke der Christlichen Botschaft, dass ihr von Herzen zu uns steht. Ich weiß, dass Gott euch gebraucht und wir sind so dankbar für eure Gebete, Unterstützung, Liebe und dass ihr mit uns in diesem Kampf für das Leben steht. Ihr seid Werkzeuge Gottes, die helfen, unsere Hände im Kampf um die Babys in Israel zu stärken. Vielen Dank!“

Bitte helfen Sie uns, verzweifelten Schwangeren beizustehen und ungeborenes Leben zu schützen. Als Verwendungszweck bitte „Zukunft & Hoffnung“ angeben, herzlichen Dank!

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