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Special Reports

Antisemitismus im Internet

Zu den besorgniserregenden aktuellen Entwicklungen unserer Zeit gehört die Problematik des wachsenden Antisemitismus im Internet. Die Anonymität der virtuellen Welt senkt bei vielen die Hemmschwelle, sich beleidigend, aggressiv und auch antisemitisch zu äußern.

Foto: Pixabay, Symbolbild

Problematik des Antisemitismus im Internet

Mit rund 66 Millionen Nutzern in Deutschland (Stand 2020) ist das Internet aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken. Es spielt inzwischen eine wesentliche Rolle bei der Informationsbeschaffung und Meinungsbildung in weiten Teilen der Bevölkerung. Die globale Vernetzung von Menschen und Verbreitung von Informationen hat jedoch auch seine Schattenseiten. Antisemiten können sich mit Gleichgesinnten weltweit austauschen und organisieren. Antisemitisches Gedankengut, das einmal im Internet veröffentlicht wurde, ist weltweit einsehbar, wird mit anderen geteilt und selten wieder gelöscht. Am Beispiel der Attentäter von Halle und Jersey City wird deutlich, dass Antisemitismus im Netz den Weg in die reale Welt finden kann: Sie waren zuvor in antisemitischen Online-Foren unterwegs und posteten auch selbst antisemitische Inhalte.

Virale Verbreitung

Eine vom Jüdischen Weltkongress in Auftrag gegebene Studie untersuchte Millionen Beiträge, die im Laufe des Jahres 2016 in 20 verschiedenen Sprachen auf Social-Media-Plattformen veröffentlicht wurden. Rund 382.000 Beiträge antisemitischen Inhalts wurden gefunden und analysiert. (Antiisraelische Aussagen wurden nicht berücksichtigt.) Im Durchschnitt sind dies 1.046 antisemitische Beiträge am Tag. Nimmt man an, dass ein einzelner Beitrag von ca. 50-100 Nutzern gesehen wird, erreichten diese 382.000 Beiträge ca. 29 Millionen Internetnutzer.

Antisemiten erhalten kaum Widerspruch

Diese „virale“ Verbreitung von Inhalten führt dazu, dass Millionen Internetnutzer Judenhass und antisemitischen Verschwörungstheorien ausgesetzt sind – auch ohne explizit danach zu suchen. Oft werden antisemitische Aussagen widerspruchslos veröffentlicht und geteilt, deshalb werden sie von vielen als legitime Ansichten wahrgenommen. Angesichts der Bedeutung des Internets als Informationsquelle - insbesondere, aber nicht ausschließlich unter jungen Leuten - sind dies besorgniserregende Entwicklungen, die prekäre Folgen für unsere Gesellschaft haben können.

Mittelalterlicher Judenhass

Was sich konkret hinter dem Begriff „antisemitische Beiträge“ verbirgt, zeigt eine Langzeitstudie von Prof. Monika Schwarz-Friesel (TU Berlin) aus den Jahren 2007-2018, bei der über 60.000 Online-Kommentare untersucht wurden. 54,02% der antisemitischen Äußerungen weisen „klassische“ bzw. mittelalterliche judenfeindliche Stereotypen auf, wie z.B. die Behauptung, Juden seien „Weltverschwörer“. Neben antisemitischen Beiträgen mit Bezug auf den Holocaust (z.B. die Behauptung, Juden würden vom Holocaust profitieren), ist mit 33,35% der Kommentare auch israelbezogener Antisemitismus weit verbreitet, oft in Kombination mit „klassischen“ antisemitischen Beschuldigungen. Dabei wird Israel z.B. als „Krebsgeschwür“ oder als „Übel der Welt“, das verschwinden muss, diffamiert. Auffallend ist, dass diese Äußerungen bei Antisemiten in jedem politischen Lager, auch in der Mitte der Gesellschaft, zu finden sind.

Was können Christen gegen Antisemitismus online tun?

Als Christen, die Gottes Volk lieben, sehen wir es als unsere Aufgabe, der Ausbreitung judenfeindlicher Lügen entgegenzutreten. Dabei wollen wir uns nicht vor der scheinbaren Unendlichkeit des Internets und der globalen Verbreitung antisemitischen Gedankenguts entmutigen lassen. Wir können in unserem direkten Umfeld, sei es im realen Leben oder auf Social Media, aktiv werden und damit bereits viel erreichen. Beispielsweise können wir im persönlichen Gespräch antisemitischen Aussagen entgegentreten, ein verzerrtes Israel-Bild mit Fakten widerlegen oder pro-aktiv bei Freunden und Familie ein gesundes Interesse an Israel und dem jüdischen Volk wecken.


Youtube-Video: Antisemitismus im Internet


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Endlich in Israel!

Die Freude war groß, als Anfang Dezember 432 äthiopische Olim (Neueinwanderer) mit Evakuierungsflügen in Israel eintrafen. Es war der Beginn der Operation „Fels Israels“, mit der bis Ende Januar 2021 rund 2.000 äthiopische Juden Alijah (Einwanderung nach Israel) machen sollen.

Foto: Ankunft äthiopischer Neueinwanderer in Tel Aviv, 3.12. 2020, Olivier Fitoussi/Jewish Agency

Träume erfüllen

Nach dem langen Flug kamen die äthiopischen Neueinwanderer müde, aber mit gespannter Erwartung aus dem Flugzeug. Kaum waren sie die Gangway hinuntergestiegen, ließen sich viele auf die Knie nieder und küssten den Asphalt. Tief bewegt und voller Freude konnten sie es kaum fassen: Wir sind in Israel! Israels Premierminister Benjamin Netanjahu begrüßte die ersten 316 äthiopischen Olim am Flughafen in Tel Aviv. Sie wurden von Israels Ministerin für Alijah und Integration Pnina Tamano-Shata, die selbst im Alter von drei Jahren aus Äthiopien einwanderte, begleitet. Einen Tag später landeten weitere 116 äthiopische Juden in Israel, deren Flüge die ICEJ sponserte.

„Wir freuen uns, diese Neuankömmlinge der alten äthiopisch-jüdischen Gemeinde endlich hier in Israel zu sehen“, sagte ICEJ-Präsident Dr. Jürgen Bühler. „Die Evakuierungsflüge finden zu einem entscheidenden Zeitpunkt statt, da sich die Bedingungen in Äthiopien verschlechtern. Für die ICEJ ist es ein Privileg, diesen historischen und humanitären Einsatz unterstützen, äthiopische Familien wiedervereinen und die Träume vieler Generationen, ins jüdische Heimatland zu kommen, erfüllen zu können.“ Die Olim mussten noch zwei Wochen Quarantäne abwarten, bevor sie ihre Familienmitglieder in Israel nach Jahren wiedersahen.

Verzögerte Alijah

2015 hatte die israelische Regierung beschlossen, dass über 9.000 noch in Äthiopien lebende Juden im Rahmen der Familienzusammenführung nach Israel kommen dürfen. Aufgrund politischer und bürokratischer Schwierigkeiten trafen bisher jedoch nur 2.500 in Israel ein, von denen die ICEJ gut 2.200 sponserte. Aljah-Ministerin Tamano-Shata will bis Ende 2024 alle äthiopischen Juden nach Israel holen.

Krise in Äthiopien

Manche der noch in Äthiopien lebenden Juden warten seit Jahrzehnten darauf, mit ihren Lieben in Israel wiedervereint zu werden. Immer wieder wurde ihre Alijah verschoben. Seit 2019 leidet Äthiopien unter Nahrungsmittelknappheit, bedingt durch Dürre, Überflutungen und Heuschreckenplagen. Aufgrund der Corona-Krise sind die Preise für Grundnahrungsmittel weiter gestiegen. Die in den Transitlagern unter prekären Bedingungen verharrenden Juden sind besonders betroffen, denn viele sind auf finanzielle Unterstützung durch Verwandte in Israel angewiesen. Diese mussten jedoch ihre Überweisungen reduzieren oder gar einstellen, weil auch sie unter der Krise leiden. Hinzu kommt der vorerst beendete militärische Konflikt in Nordäthiopien, nur 70 Kilometer entfernt von Gondar, wo etwa drei Viertel der Juden leben. Beobachter befürchten, dass ein Guerilla-Krieg ausbrechen könnte.

Hilfe für äthiopische Juden

Wegen der sich verschlechternden Bedingungen ist die äthiopische Alijah zu einem dringenden Anliegen geworden. Die ICEJ möchte Evakuierungsflüge für so viele äthiopische Olim wie möglich sponsern. Der nächste Flug der Operation „Fels Israels“ ist für Ende Januar vorgesehen.

Gebetsanliegen:

Bitte beten Sie mit uns entsprechend Jesaja 43,6, dass „der Süden“ Gottes Söhne und Töchter nicht mehr zurückhält, sondern dass sie schnell ins Land Israel kommen können. Bitten wir um Schutz für die noch in Äthiopien wartenden Juden.

Bitte helfen Sie uns, die äthiopischen Juden in dieser Notzeit nach Israel heimzubringen. Als Verwendungszweck bitte „Alijah und Integration“ angeben, vielen Dank!

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Bunker für Drusen in Nordisrael

Vier Kilometer von Israels Grenze zum Libanon entfernt liegt das Dorf Hurfeisch. Hier wohnen Drusen und christliche Araber in friedlichem Miteinander. Die drusische Minderheit in Israel ist außerordentlich loyal. Viele dienen in der israelischen Armee und arbeiten danach in Sicherheitsdiensten. Doch sie leben unter der permanenten Raketen-Bedrohung durch die schiitisch-libanesische Terrormiliz Hisbollah. Bei einem Raketenbeschuss hat die Bevölkerung in Hurfeisch nur wenige Sekunden, um Schutz zu suchen.

Foto: ICEJ, Übergabe des Schutzbunkers im drusischen Dorf Hurfeisch

Bedrohter Norden

Israels Grenzregion im Norden ist hügelig und mit Wäldern bewachsen, hier und da sieht man malerische Dörfer wie Hurfeisch. Im gesamten Grenzgebiet leben rund 250.000 Menschen, ein Mosaik von jüdischen, drusischen und christlich-arabischen Städten und Landwirtschaftsbetrieben. Doch die Idylle trügt - überall fehlen Schutzbunker. Als sich der Konflikt mit der Hisbollah vor Kurzem zuspitzte, erfuhren einige Orte, dass die ICEJ mehr als 110 mobile Bunker vor allem in der gefährdeten südisraelischen Gaza-Grenzregion errichtet hat. Sie luden eine ICEJ-Delegation ein, ihre Region zu besuchen und zu erwägen, weitere Bunker für Nordisrael zu spenden. Nach Überprüfung des Bedarfs entschied die ICEJ, dass Hurfeisch als erstes Dorf Schutzbunker erhalten sollte. Im Herzen Hurfeischs liegt das örtliche Kulturzentrum. Es besteht aus Sportanlagen und einem Gemeindezentrum, in dem öffentliche Veranstaltungen, Schulungen und andere Aktivitäten stattfinden. Dank der großzügigen Spenden unserer deutschen Unterstützer konnte die ICEJ vor Kurzem zwei Schutzbunker auf dem Gelände des Zentrums aufstellen. Nun können diejenigen, die es nutzen, sich endlich sicher fühlen.

Lieferung mit Zwischenfall

Leider gab es bei der Lieferung der Schutzbunker einen Zwischenfall: Auf dem Weg hinauf nach Hurfeisch musste der LKW-Fahrer scharf bremsen und einem Motorradfahrer ausweichen. Dieser blieb verschont, aber die schwere Ladung des Lkws – jeder Bunker wiegt 23 Tonnen – kippte auf ein nahegelegenes Feld! Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Eine polizeiliche Untersuchung folgte und ein unabhängiger Gutachter prüfte die Bunker auf Schäden. Zu unserer Erleichterung waren nur Schönheitsreparaturen erforderlich - das bestätigt die Stabilität dieser Bunker, die Leben retten! Nach einem neuen Anstrich wurden sie wohlbehalten nach Hurfeisch geliefert. Nicole Yoder, ICEJ-Vizepräsidentin für Alijah und Soziales, freute sich, als sie die neben dem Kulturzentrum und den Sportanlagen aufgestellten Bunker sah. „Die ICEJ möchte gerne zusätzliche Bunker an weiteren schutzbedürftigen Orten aufstellen“, erklärte Nicole. „In Hurfeisch gibt es z.B. eine Dorfkirche, in der arabische Christen zu verschiedenen Aktivitäten zusammenkommen.“

Schutzbunker dringend benötigt

Schutzbunker werden dringend benötigt, denn der Libanon befindet sich in einer schweren Wirtschaftskrise, die auf den Missbrauch öffentlicher Gelder durch die Hisbollah zurückzuführen ist. Einige Nahostexperten befürchten, die schiitische Terrormiliz könne sich aus der Verantwortung ziehen, indem sie Israel angreift. Die israelische Armee ist vorbereitet, aber die Bewohner des Grenzgebiets benötigen mehr Zeit, um Bunker aufzustellen. Israels Rechnungsprüfer warnte in einem kürzlich veröffentlichten Bericht, dass 2,6 Millionen Israelis keinen Zugang zu intakten Schutzbunkern haben - viele davon in Nordisrael. In den Städten, die direkt an der Nordgrenze liegen, ist die Not ist am dringendsten. Kurzstreckenraketen können dort vom israelischen Raketenabwehrsystem Iron Dome („Eisenkuppel“) nicht abgefangen werden. Diese Dörfer suchen verzweifelt nach finanziellen Mitteln, um ihre Ortschaften besser zu schützen.

Durch Ihre Unterstützung ermöglichen Sie es uns, auch Nordisrael mit dringend benötigten Schutzbunkern zu versorgen. Als Verwendungszweck bitte „Schutzbunker“ angeben, herzlichen Dank!

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„Ihr Christen lasst Träume wahr werden!“

Zahlreiche Juden aus der ehemaligen Sowjetunion planten dieses Jahr, Alijah (Einwanderung nach Israel) zu machen. Überrascht von der Corona-Krise und den folgenden Grenzschließungen gerieten sie in eine prekäre Lage: viele hatten bereits ihre Arbeit und ihre Wohnungen gekündigt. Dank der Unterstützung von Christen weltweit konnte die ICEJ, gemeinsam mit der Jewish Agency (Israels Einwanderungsbehörde), mehr als 1.100 russischsprachige Juden mit Evakuierungsflügen nach Israel bringen. Die Neueinwanderer sind voller Dankbarkeit und haben beeindruckende Geschichten zu erzählen.

Foto: ICEJ, Das Team der ICEJ-Sozialabteilung besuchen Sergei, Tatjana und ihre Töchter

Sehnsucht nach Israel

„Ich bin Jüdin!“ Das war Leras Reaktion, als sie im Alter von 13 Jahren ein Sommercamp der Jewish Agency in Russland besuchte. Dort lernte sie jüdische Kultur und Geschichte kennen und verstand zum ersten Mal, dass sie Teil des jüdischen Volkes war. Jahrelang träumte sie von Israel, auch nach ihrer Heirat mit Ivan. „Ich wollte unbedingt nach Israel auswandern, aber mein Mann wollte nichts davon hören.“ Mit 29 Jahren reiste Lera für vier Monate nach Israel. „Ich hatte eine so tiefe Liebe zu diesem Land und wollte gerne dauerhaft dort leben. Es fiel mir sehr schwer, meine kleinen Kinder und Ivan zurückzulassen, aber ich musste ihm zeigen, dass es mir mit meinem Wunsch, Alijah zu machen, ernst war“, erklärte sie. In Israel machte Lera eine Ausbildung zum Life-Coach. Als ihr neuer Beruf in Moskau auf gute Resonanz stieß, begann Ivan seine Meinung zu ändern. Dennoch lehnte er es weiterhin hab, seine Karriere aufzugeben und nach Israel zu ziehen.

Neues Leben durch die Krise

Während des Corona-bedingten Lockdowns nutzte die Familie die gemeinsame Zeit, um Konflikte zu besprechen und zu lösen. Ivan arbeitete von Zuhause aus und stellte fest, dass er auf der ganzen Welt arbeiten könnte, ohne seine Karriere aufzugeben. Schließlich willigte er ein, Alijah zu machen. „Das hebräische Wort für Krise, mashber, wird auch im Kontext einer Geburt verwendet. In diesem Sinne entsteht aus einer Krise heraus neues Leben“, erklärte Lera. Ihr und ihrer Familie hat die Corona-Krise ein neues Leben in Israel ermöglicht.

Freudige Zukunft

Endlich in Israel angekommen, können Leras Kinder das Ende der Quarantäne kaum abwarten. „Sobald es geht, möchte ich im Meer baden“, freut sich ihr Fünfjähriger. Er möchte auf Rollerskates die Strandpromenade erkunden. Auch sein großer Bruder (9) und seine kleine Schwester, die bald ihren ersten Geburtstag feiert, freuen sich. Und Lera ist dankbar, den Traum ihres Großvaters zu erfüllen. Er starb, als sie vor rund 20 Jahren das Sommercamp der Jewish Agency besuchte. „Lieber Opa, du hattest nie die Möglichkeit, Schabbat-Lieder zu singen. Jetzt bin ich in dem Land, von dem du geträumt hast, und ich werde sie für dich singen.“

Suche nach Identität

In Ekaterinas Familie war ihre jüdische Abstammung zur Zeit des Kommunismus ein Tabuthema. Sie wuchs ohne Verbindung zu ihren jüdischen Wurzeln auf. Das änderte sich mit der Geburt ihrer Tochter. „In dieser Zeit las ich viele Bücher über Kindererziehung“, berichtete sie. „Ich stellte fest, dass viele Autoren, die über verantwortungsvolle Elternschaft schrieben, Juden waren.“ Ekaterina begann, über ihre jüdische Identität nachzudenken. Sie schloss sich der jüdischen Gemeinde in Moskau an und fasste den Entschluss, Alijah zu machen.

Herausforderungen und Hoffnung

Es war eine besondere Herausforderung, die nötigen Familiendokumente, die ihre jüdische Abstammung belegen, zusammenzutragen. „Als die Corona-Krise ausbrach, wurde es noch verrückter“, erinnerte sich Ekaterina. Doch mithilfe der Jewish Agency erhielt sie schließlich die Genehmigung für ihre Alijah. In Israel angekommen freut sich die Familie darauf, ihr neues Leben zu beginnen. „Wir wissen, dass unsere Tochter hier glücklich sein wird, denn Israel ist eine fortschrittliche Gesellschaft und Frauen können hier auf jedem Gebiet Erfolg haben.“

Alijah in letzter Minute

Vor elf Jahren erfuhr Sergei, damals 29 Jahre alt, dass er als Jude Alijah machen darf. Er begann, die nötigen Unterlagen zusammenzusuchen. „Dann lernte ich Tatjana kennen. Unsere älteste Tochter wurde geboren, dann unsere zweite. Schließlich begann ein neuer Lebensabschnitt mit seinen eigenen, alltäglichen Herausforderungen”, erinnerte er sich. Dennoch bereitete die Familie nach und nach ihre Alijah vor. Doch dann kam die Corona-Krise. Tatjana, schwanger mit Zwillingen, war verzweifelt. „Ich hatte gehofft, meine Söhne in Israel auf die Welt zu bringen.“ Ihr Flug wurde jedoch mehrmals verschoben und bald würde sie nicht mehr fliegen dürfen. Bei einer Zwillingsschwangerschaft ist das Fliegen ab der 32. Woche nicht mehr erlaubt. „Doch dann teilte man uns mit, dass wir am 12. Mai fliegen werden. Das war der letzte Tag, an dem ich noch fliegen durfte“, erzählte sie. Innerhalb von vier Tagen packte die Familie und traf die letzten Vorbereitungen für ihr neues Leben in Israel.

Voller Dankbarkeit

Als Sergei, Tatjana und ihre beiden Töchter endlich die zweiwöchige Quarantäne verlassen dürfen, stattet das Team der ICEJ-Sozialabteilung ihnen einen Besuch ab. Als Überraschung für die Kinder bringen sie einen Scooter, ein Fahrrad und einen Zwillings-Kinderwagen mit. Die Älteste hatte ihren Scooter am Flughafen in Moskau zurücklassen müssen! „Der Ruf, nach Israel zu kommen, war in unserem Blut“, erklärte Sergei. „Hier fühlen wir uns zu Hause. Es ist ein sicherer Ort für unsere Kinder.“ Sergei und Tatjana sind sehr dankbar für die Unterstützung der ICEJ und von Christen auf der ganzen Welt: „Ihr lasst die Träume anderer Menschen wahr werden! Vielen Dank für eure Hilfe!“

Vielen Dank an alle Unterstützer, die dazu beigetragen haben, Juden inmitten der Krise zurück nach Israel zu bringen. Bitte helfen Sie uns, weiterhin jüdische Familien in ihre Heimat zu bringen! Als Verwendungszweck bitte „Alijah“ angeben.

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Ein Licht in Krisenzeiten

Das Gewerbegebiet Nazareths ist der ungewöhnliche Standort einer arabisch-evangelikalen Gemeinde, die Arabern und Juden dient. Während der Corona-Krise sind Pastor Saleem Shalash und seine Gemeinde ein helles Licht für diese historische Stadt, in der es heute sowohl jüdische als auch arabische Wohngebiete gibt.

Foto: ICEJ, Nicole Yoder überreicht Arabern in Nazareth einen Korb mit Lebensmitteln

Araber helfen Juden

Aufgrund zunehmender Hilfsanfragen mobilisierte Pastor Saleem Freiwillige aus der Gemeinde, um Lebensmittelpakete für Rosch HaSchana zu packen und an bedürftige israelische Familien zu verteilen. Nicole Yoder, Vizepräsidentin für Alijah und Soziales, und ihre Assistentin Jannie Tolhoek fuhren nach Nazareth, um mitzuhelfen. Jannie freute sich, in der Gemeinde ein kleines humanitäres Hilfszentrum vorzufinden, in dem Bedürftige Kleidung, Schuhe und Haushaltsgegenstände erhalten. Viele Freiwillige packten freudig und lachend Lebensmittelpakete für rund 100 bedürftige Familien. Nicole Yoder erzählte Pastor Saleem, dass die ICEJ sich sehr über diese Zusammenarbeit mit seiner Gemeinde freut. Dankbar antwortete er: „Gott hat mir aufgetragen, sein Volk mit Essen zu versorgen und in schlechten Zeiten auf praktische Weise Gutes zu tun.“

Diesen Auftrag, den die ICEJ teilt, führt Pastor Saleems arabisch-christliche Gemeinde in Nazareth leidenschaftlich aus. Das israelische Sozialamt leitet viele Hilfsanfragen an die Gemeinde weiter, die sich um so viele Anliegen wie möglich kümmert. Als der jüdische Bürgermeister der nahegelegenen Stadt Nof HaGalil ihn fragte, weshalb sie als Araber die Juden unterstützten, sagte Pastor Saleem: „Wir wollen sie segnen, weil wir durch die jüdischen Schriften gesegnet sind.“ Damit begann eine wunderbare Beziehung, sodass seine Gemeinde nun sowohl Araber in Nazareth als auch Juden in Nof HaGalil helfen kann.

Segen für Bethlehem

Wenig später fuhr Jannie Tolhoek mit ICEJ-Mitarbeiterin Tricia Neighbors hinter die Grenze nach Bethlehem, um 70 Lebensmittelpakete zu verteilen, die unser ICEJ-Team in Jerusalem gepackt hatte. Nach einer herzlichen Begrüßung durch Pastor Naim und Elvira Khoury und dem Abendgottesdienst gaben sie die Geschenktaschen aus. Tricia bewegte besonders die Dankbarkeit der Menschen, die sich mit einem glücklichen Lächeln bedankten: „Schukran! Danke!“

Pastor Naim berichtete, dass es viele Menschen in Bethlehem schwer haben. Viele arbeiten in Israel, doch aufgrund des Corona-Lockdowns konnten sie nicht zur Arbeit gehen. Etliche wurden in unbezahlten Urlaub geschickt. Auch diejenigen, die vom christlichen Tourismus in Bethlehem abhängig sind, leiden sehr. Pastor Naim bedankte sich bei der ICEJ und betonte, wie wichtig die Hilfe für sie sei. „Die Menschen hier leiden, sie haben keine Arbeit, kaum zu essen und viele sind depressiv. Es ist eine Katastrophe! Eure Unterstützung kam genau zur richtigen Zeit”, sagte er.

Pakete der Hoffnung

Naim und Elvira berichteten, die ICEJ sei die erste Organisation, die sich in dieser herausfordernden Zeit nach ihnen erkundigt und sie unterstützt habe. „Die Lebensmittelpakete sind eine Ermutigung für jeden von uns, es sind Pakete der Hoffnung und Bestätigung, dass Gott uns sieht und über uns wacht“, sagte Pastor Naim. „Ihr seid der ICEJ wahrhaftig wichtig und wir stehen zu euch, unseren arabisch-christlichen Geschwistern“, versicherte Jannie.

Wir danken allen treuen Spendern, die uns helfen, den Benachteiligten im Land besonders in diesen schweren Tagen beizustehen. Ihre Unterstützung bewirkt eine Fülle an Gutem! Als Verwendungszweck bitte „ICEJ-Hilfsfonds für Israel“ angeben. Dankeschön!

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Leben im Schatten von Corona

Die zweite Corona-Welle macht unseren geliebten Haifa-Heim-Bewohnern schwer zu schaffen. Viele der Holocaustüberlebenden kämpfen mit Depressionen, da ein Ende der Krise nicht absehbar scheint. Aber wir sind dankbar für Gottes Bewahrung, dass wir bisher keine Corona-Fälle im Heim hatten und auch sonst alle gesund sind – bis auf die altersbedingten Beschwerden. Wir spüren, dass für uns und das Heim gebetet wird, und können Gott nicht genug dafür danken!

Foto: ICEJ, Altenpflegerin Natalia Ochs mit Heimbewohnerin Chaya

Segen in schweren Zeiten

Am Anfang der Corona-Krise hofften wir, bald wieder normal leben zu können. Doch es ist einfach unmöglich, sich an ein Leben mit Masken, sozialer Distanz und wenig Gemeinschaft zu gewöhnen. Das Küchenteam bereitet leckere Mahlzeiten zu, aber alleine ohne Gesprächspartner zu essen ist nicht schön. „Wann werden wir wieder zusammen im Speisesaal essen?“, werden wir oft gefragt. Mit dem zweiten Lockdown kam das Leben erneut zum Stillstand. Unser ICEJ-Team begann wieder, an den Wochenenden zu arbeiten. Regelmäßig besuchen wir jeden einzelnen Bewohner. Es sind schöne, tiefe Beziehungen entstanden. In kleinen und größeren Dingen können wir ihnen helfen und beistehen – das ist der größte Segen inmitten dieser schwierigen Zeit. Unsere freiwilligen Helfer aus Deutschland werden sehr geschätzt. „Ihr arbeitet so hart und tut so viel für uns. Ich liebe die Deutschen, sie sind gute Menschen“, sagte Esti. „Ich schaue nicht auf das zurück, was früher passiert ist.“

Gemeinsam feiern

Die Tanzabende waren immer der Höhepunkt jeder Woche. Die erfreuten Bewohner fühlten sich wieder jung und beschwingt und bekamen dringend benötigte Bewegung. Auf all das müssen wir derzeit verzichten, aber dennoch gibt es Möglichkeiten, in kleinen Gruppen zu feiern. „Wir werden sehen, dass das neue Jahr gut sein wird“, sangen wir bei unseren kleinen Rosch-HaSchana-Partys für die Bewohner. Wir wünschten einander ein gesundes, gutes und süßes neues Jahr, dazu tauchten wir Apfelspalten in Honig. Das war eine große Freude! Auch Geburtstage werden mit ein paar Gästen im Aufenthaltsraum gefeiert. Amram feierte seinen 83. Geburtstag und Chaim sogar 90 Lebensjahre.

Renovierungsfortschritt

Die Renovierung des neuen ICEJ-Gebäudes, in dem pflegebedürftige Heimbewohner untergebracht werden sollen, ist fast abgeschlossen. Wir hoffen, dass die acht Wohneinheiten Ende des Jahres bezogen werden können. Jede hat auch einen eigenen Wohnraum für eine Pflegekraft.


Langfristiges Engagement in den Bereichen Altenpflege und Physiotherapie für das Haifa-Heim gesucht.

Zu den Stellenausschreibungen und dem Bewerbungskontakt.


Bitte beten Sie weiterhin für die Holocaustüberlebenden und helfen Sie uns, sie liebevoll zu versorgen. Als Verwendungszweck „Haifa-Heim“ angeben, herzlichen Dank!

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Heimkehr unter Tränen

Die ICEJ hat dieses Jahr inmitten der Corona-Krise mehr als 2.500 jüdischen Olim (Neueinwanderern) geholfen, Alijah (Einwanderung nach Israel) zu machen, u.a. auch 268 äthiopischen Juden. Unsere Hilfe ist prophetisch und humanitär. Denn nach Angaben der UN-Welternährungsorganisation bedrohen neben der Corona-Krise auch Überflutungen und eine seit Juni 2019 anhaltende Invasion von Wüstenheuschrecken die Ernährungssicherheit in Äthiopien.

Foto: Jewish Agency, Kasia ist mit ihren Geschwistern wieder vereint

Freude und Trauer

Seit die israelische Regierung im Jahr 2015 beschloss, die letzten in Äthiopien wartenden Juden nach Israel zu bringen, hat die ICEJ gut 2.000 von ihnen geholfen, ins Land ihrer Vorväter zurückzukehren. Manche warten bereits seit Jahrzehnten darauf, mit ihren Familien in Israel wiedervereint zu werden. Im Mai organisierte die Jewish Agency einen Charter-Flug für 119 äthiopische Juden, deren Flugtickets die ICEJ sponserte. Unter ihnen waren auch Kasia Workanech, ihr Ehemann und ihre beiden Kinder. Für die Familie bedeutete die Reise zugleich große Freude und tiefe Trauer. In Israel traf Kasia ihre fünf Geschwister wieder. Die älteste Schwester lebt bereits seit Jahren im Land, während vier weitere, unverheiratete Geschwister im Februar 2019 Alijah machten. Auch ihre Mutter sollte letztes Jahr nach Israel gehen, doch sie erkrankte und starb wenige Tage vor dem Abflug.

Wunder der Alijah

Kasia war somit die letzte ihrer Familie, die noch in Äthiopien lebte. Ihre Verwandten in Israel beteten unablässig, dass sie ebenfalls kommen könnte. Doch dann brach die Corona-Krise aus. Die Hoffnung der Geschwister, ihre Schwester wiederzusehen, sank. Doch auf wundersame Weise öffnete sich die Tür für Alijah! Nach ihrer Ankunft begaben sich Kasia und ihre Familie für zwei Wochen Quarantäne nach Nordisrael. Anschließend wurden sie in ein Integrationszentrum in Beerschewa gebracht, wo auch ihre Geschwister seit deren Ankunft im letzten Jahr leben. Als Kasia das Zentrum betrat, wurde sie mit Freudentränen und Umarmungen willkommen geheißen. „Ich hätte nie erwartet, dass dieser Alijah-Flug mitten in der Corona-Krise organisiert werden könnte. Ich war so überrascht“, sagte Getanech, ihr ältester Bruder. „Seit wir erfuhren, dass dieses Wunder geschehen würde, zählten wir die Tage bis zu Kasias Ankunft.“

Erfüllter Traum

Die Wohnung von Kasias Familie liegt auf demselben Stockwerk wie die Unterkünfte ihrer Geschwister. Getanech erzählte, dass sie zusammen alles für die Ankunft ihrer Schwester vorbereiteten. In das freudige Wiedersehen der Geschwister mischt sich die Trauer darüber, dass ihre geliebte Mutter nicht mehr unter ihnen ist. Doch sie finden auch Trost bei dem Gedanken, dass sich der größte Wunsch ihrer Mutter erfüllt hat. „Unsere Mutter hat immer gesagt, es sei ihr größter Traum, dass wir alle zusammen in Israel sind. Leider konnte sie die Erfüllung dieses Traums nicht erleben. Aber Dank unserer Mutter sind wir nun alle zusammen hier“, sagte Genatech. „Ich bin sicher, sie schaut vom Himmel auf uns herab und ist sehr glücklich.“

Weitere jüdische Familien warten in Äthiopien darauf, dass auch sie mit ihren Familien und ihrem Volk in Israel wiedervereint werden. Bitte helfen Sie uns, ihre Alijah inmitten der Corona-Krise zu unterstützen. Als Verwendungszweck „Alijah und Integration“ angeben, herzlichen Dank!

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Neuigkeiten aus dem Haifa-Heim

 

In unserem Haifa-Heim für Holocaustüberlebende liegen Freude und Trauer oft nah beieinander. Die Corona-Krise macht den Bewohnern besonders zu schaffen. Durch Isolation und Alleinsein kehren bei ihnen dunkle Erinnerungen an die Zeit des Holocaust zurück.

Foto: ICEJ, Nahum und Klara

Abschied von Nahum

Mitte Juli ist Nahum, der mit seiner Frau Klara zu den ersten Bewohnern des Haifa-Heimes gehörte, im Alter von 91 Jahren gestorben. Nahum und Klara waren 72 Jahre lang glücklich verheiratet und sein Verlust trifft Klara sehr. Auch alle anderen im Haifa-Heim vermissen den freundlichen, hilfsbereiten Mann. „Wir sind alle sehr traurig, denn wir haben einen guten Freund verloren“, sagte Yudit Setz, ICEJ-Koordinatorin im Haifa-Heim. „Immer grüßte er freundlich, auch im letzten Jahr, als sich sein Gesundheitszustand stark verschlechterte. Nahum war ehrlich und direkt, dieser Mann hatte außergewöhnlichen Mut. Sein Leben lang konnte er nicht über die vielen Grausamkeiten sprechen, die er als Jugendlicher im Holocaust erlebte, die Erinnerungen waren zu schmerzlich und überwältigend. Erst nach und nach erzählte er mir einzelne Begebenheiten.“

Nahum wurde in Belarus (Weißrussland) geboren. Als 13-Jähriger musste er sich sechs Monate lang allein in einem dunklen, unterirdischen Bunker verstecken. Dann schloss er sich den Partisanen an. Seine gesamte Familie sah er nie wieder. Mit 16 Jahren floh er nach Rumänien, wo er die Mutter seiner zukünftigen Frau Klara kennenlernte. Trotz seines jugendlichen Alters brachte er 35 Juden über Griechenland nach Palästina. Dort heiratete Nahum seine große Liebe Klara. Nach der Staatsgründung Israels wurde er ein erfolgreicher Bauunternehmer im Großraum Haifa. Nahum und Klara haben zwei Kinder, Enkel und Urenkel.

Corona-Einschränkungen

Nach der langen Zeit des Corona-Lockdowns in Israel freuten sich die Bewohner sehr, dass sie Ende Mai gemeinsam im Speisesaal Schawuot, das Wochenfest, feiern konnten. Festlich gekleidet genossen die Bewohner ein leckeres Essen, doch der größte Segen war es, Zeit miteinander zu verbringen. Als Rivka hereinkam, weinte sie und sagte: „Das sind Freudentränen! Ich bin so glücklich, alle gesund wiederzusehen.“ Mania hatte eigens für den Anlass ein Gedicht verfasst:

Unser Wiedersehen (von Mania)

„Endlich sehen sich die Haifa-Heim-Bewohner wieder,
Das grässliche Coronavirus sperrte sie zu Hause ein.
Gott sei Dank, der „unwillkommene Besuch” kam nicht vorbei.

Mit Gottes Hilfe ging er an uns vorüber.

Wie erfreulich und schön ist es, wieder Freunde zu treffen.
Speise und Worte miteinander zu teilen.
Wir hoffen auf weitere Begegnungen hier und da,

Auf schöne Ereignisse und Feiern.

Unser Wunsch: Jeder sei gesund, guter Laune und habe Perspektive
In guter Atmosphäre werden wir Erfahrungen teilen.

Willkommene Gäste werden uns wieder mit Freude besuchen.

Wir wünschen Schimon und dem ICEJ-Team,
die von Herzen in allen Dingen für uns sorgten,
Gesundheit und ein dienstbereites Herz, jetzt und alle Zeit.”

Leider währte die Freude des Wiedersehens nicht lange. Seit die Corona-Neuinfektionen in Israel vor einigen Wochen anfingen zu steigen, müssen die Holocaustüberlebenden wieder in ihren Wohnungen bleiben und bekommen dort auch ihre Mahlzeiten serviert. Diese zweite Zeit der Isolation ist hart für sie und die Angst vor dem Virus ist groß. Das ICEJ-Team besucht die Bewohner weiterhin treu jeden Tag, kümmert sich um ihr Wohlergehen, nimmt sich Zeit für Gespräche und hilft bei kleinen und großen Anliegen.

Das Leben feiern

Aufmerksamkeit und Liebe sind gerade in diesen schweren Zeiten besonders wichtig und bewirken Wunder. Im neuen Gemeinschaftsraum konnte unser Team bereits mehrere Bewohner mit kleinen Geburtstagsfeiern überraschen - mit Luftballons, Kuchen und Musik. „Ihr macht mir eine Riesenfreude! Ich fühle mich so geliebt und wertgeschätzt, es ist ein besonderer Tag”, wiederholte Rita wieder und wieder, als sie entdeckte, dass es an diesem Tag nicht nur eine Tasse Kaffee gab, sondern eine Party zu ihrem 86. Geburtstag.

Farbenfrohe Kunst

Im Kunstraum erschaffen einige Bewohner farbenfrohe Kunstwerke. Unsere Kunsttherapeutin Claudia, deren eigene Familie ebenfalls vom Holocaust betroffen ist, hilft ihnen ganz wunderbar. Trotz schwindender Sehkraft kommt Bluma jeden Nachmittag in den Kunstraum, um ihre kreativen Ideen umzusetzen: Sie bastelt eine Aufbewahrungsbox für Medikamente oder erstellt eine Vase für die wunderschönen Blumen, die sie von Freunden geschenkt bekam.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie für Klara, die um ihren Ehemann Nahum trauert, und für alle Haifa-Heim-Bewohner um Frieden, Trost und Geduld, die Isolation erneut durchzustehen. Die monatelange Sondersituation in der Corona-Krise mit vielen Extradiensten geht auch an unseren ICEJ-Mitarbeitern nicht spurlos vorüber. Bitte beten Sie für alle für täglich neue Kraft und Erfrischung.


Langfristiges Engagement in den Bereichen Altenpflege und Physiotherapie für das Haifa-Heim gesucht.

Zu den Stellenausschreibungen und dem Bewerbungskontakt.


Bitte helfen Sie uns, die betagten Holocaustüberlebenden im Haifa-Heim liebevoll zu versorgen. Als Verwendungszweck bitte „Haifa-Heim“ angeben, herzlichen Dank!

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Hoffnung für den krebskranken, siebenjährigen Maxim

Unter den Olim (jüdischen Einwanderern), die Ende Juni in Israel eingetroffen sind, war auch der siebenjährige Maxim aus St. Petersburg. Seine Alijah (Einwanderung nach Israel), die von der ICEJ gesponsert wurde, ist ein besonderes Wunder und verdeutlicht die schwierige Situation vieler jüdischer Familien in Russland.

Foto: Jewish Agency, Maxim und seine Eltern vor dem Abflug nach Israel

Aussichtslose Lage

Vor rund eineinhalb Jahren wurde bei Maxim akute lymphatische Leukämie festgestellt. Nach monatelangen Behandlungen in einem der besten Krankenhäuser St. Petersburgs und strikter Selbst-Isolierung der Familie schöpften sie neue Hoffnung. Doch am 16. Juni bestätigten Tests, dass der Krebs sich ausgebreitet hatte. Maxim benötigte dringend eine Knochenmarktransplantation. Bereits unter normalen Umständen wäre eine solche Behandlung schwierig gewesen, erklärte sein Vater Boris. Doch inmitten der Corona-Pandemie hatte Maxim in Russland keine Chance auf Heilung.

Verzweifelte Kontaktaufnahme

Freunde erzählten den Eltern von einer jüdischen Familie, die in einer ähnlichen Notsituation nach Israel ausgewandert war. Dort wurde ihr Kind medizinisch behandelt. „Wir waren noch nie in Israel und wussten auch nicht, wie wir Alijah machen könnten“, erklärte Boris. Am 20. Juni kontaktierte er das israelische Konsulat und das Büro der Jewish Agency in St. Petersburg per E-Mail. Verzweifelt bat er um Hilfe für seinen Sohn, wagte aber kaum zu hoffen.

Schnelles Wunder

Doch bereits am nächsten Tag erhielt er einen Anruf von David Mamistvalov, Vertreter der Jewish Agency. „Wir Israelis lassen Kinder nie im Stich“, ermutigte dieser die erstaunten Eltern. Seine Mitarbeiter setzten sich mit Hochdruck daran, die benötigten Dokumente der russischen und israelischen Behörden für die Alijah zusammenzutragen. Am 24. Juni erhielt die Familie ihre Reisepässe. Dank der großzügigen Spenden unserer Freunde und Unterstützer konnte die ICEJ-Deutschland die Kosten für ihre Flüge nach Moskau und Israel übernehmen. Bereits am 30. Juni, zehn Tage nach Boris‘ verzweifelter Kontaktaufnahme, landeten sie in Tel Aviv.

Behandlung in Israel

Maxim wurde unverzüglich medizinisch behandelt, während seine Eltern in einer Mietwohnung nahe des Jerusalemer Krankenhauses die vorgeschriebene Quarantäne einhielten. Der Siebenjährige blieb während des Umzugs sehr tapfer. „Wir erklärten ihm, dass wir einen Krieg gegen Bakterien führen und dass diese nun leider zurückgekommen sind. Jetzt müssen wir bessere Waffen einsetzen, aber wir werden gewinnen“, erzählte der Vater. Die Familie ist erstaunt und sehr dankbar für die Anteilnahme von allen Seiten. „Das gibt uns Hoffnung auf Heilung für unseren Sohn.“

So geht es Maxim und seiner Familie aktuell

Am 20. Oktober erhielten wir von der Jewish Agency die Information, dass Maxim inzwischen zwei Chemotherapie-Behandlungen erhalten hat. Sein Immunsystem ist sehr geschwächt. Er und seine Familie sind sehr vorsichtig und Maxim verlässt das Krankenhaus nicht. Er ist sehr geschwächt und müde. Seine Eltern verlassen seine Seite nur für kurze Zeit. Die Ärzte sind optimistisch. Auch die Eltern und Maxim sind hoffnungsvoll und beten. In diesen Tagen werden Testergebnisse erwartet und je nachdem, wie sie ausfallen, werden die Ärzte über einen OP-Termin für eine Knochenmarktransplantation entscheiden, die ihm das Leben retten könnte.

Evakuierungsflüge

Alijah innerhalb von zehn Tagen zu machen ist eine Ausnahme, die aufgrund der Krankheit des Kindes und der guten Behandlungsaussichten in Israel möglich wurde. Mit sogenannten „Evakuierungsflügen“, die von der ICEJ gesponsert werden, bringt die Jewish Agency inmitten der Corona-Krise wöchentlich vor allem Menschen in Notsituationen nach Israel. Betroffen sind Familien und Einzelpersonen, die wegen ihrer Alijah-Pläne bereits ihre Arbeit und Wohnung gekündigt haben, infolge der Grenzschließungen aber nicht mehr ausreisen konnten.

Bitte helfen Sie uns, Alijah-Flüge für weitere jüdische Familien zu sponsern. Als Verwendungszweck bitte „Alijah“ angeben, herzlichen Dank!

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ICEJ erhöht die Sicherheit von Schülern in Kfar Silver

Die ICEJ steht Israel in der aktuellen Corona-Krise bei, hilft aber auch angesichts der seit Jahren andauernden Bedrohung durch den Raketen-Terror der Hamas aus dem Gazastreifen. Im Mai lieferten wir drei lebensrettende mobile Bunker an den Kibbuz Kfar Silver nahe der Gaza-Grenze. Acht weitere Schutzbunker für die Region folgten.

Foto: ICEJ, Einer der ICEJ-Schutzbunker wird in Kfar Silver aufgestellt

Hilfe aus aller Welt

In Kfar Silver, nördlich vom Gazastreifen gelegen, gibt es ein Jugenddorf, in dem rund 250 Kinder wohnen. Viele von ihnen sind erst kürzlich mit ihren Familien nach Israel eingewandert, andere kommen aus zerrütteten Familien. 700 Schüler aus der Umgebung gehen dort ebenfalls zur Schule. Die ICEJ entschied sich, Bunker für das Jugenddorf zu spenden, da es für die Kinder draußen auf dem Spielplatz oder in den neu errichteten Klassenzimmern außerhalb des Hauptgebäudes keinen ausreichenden Schutz gab. Die finanziellen Mittel für zwei Bunker kamen durch eine Online-Kampagne der ICEJ zusammen. Einige Bewohner von Kfar Silver berichteten in kurzen Videobotschaften, wie gefährdet die Schüler bei plötzlichen Raketenangriffen aus dem Gazastreifen waren: Bei Raketenalarm haben sie weniger als 30 Sekunden Zeit, Schutz zu suchen. Sie freuten sich zu hörten, dass ihre Videobotschaften die Herzen von Christen auf der ganzen Welt berührt hatten und u.a. aus Mexiko, den Philippinen, Australien, Deutschland, Indien, Israel, den Niederlanden, Singapur, Südafrika, Spanien, Thailand und den USA gespendet wurde.

Lieferung zur rechten Zeit

Nachdem Regenwetter und aufgeweichte Böden die Lieferung der tonnenschweren Schutzbunker bis in den Mai verzögert hatten, kamen sie dennoch zu einem guten Zeitpunkt: Am ersten Schultag nach dem Lockdown, der zu Beginn der Corona-Krise in Israel angeordnet worden war. „Die Eltern konnten es kaum glauben, dass wir die Bunker lieferten, obwohl überall gerade so viel Hilfe benötigt wird. Sie haben größeren inneren Frieden im Wissen, dass ihre Kinder im Ernstfall Schutz finden. Es ist ein Segen, ihnen helfen zu können!“, freute sich Nicole Yoder, ICEJ-Vize-Präsidentin für Soziales und Alijah. Zwei Bunker wurden neben einem Spielplatz und neuen Klassenzimmern der Sadot-Silver-Grundschule aufgestellt. Der dritte Bunker, eine Spende der ICEJ-USA, wurde bei den Mitarbeiterunterkünften des Jugenddorfs platziert, damit auch sie vor Raketenangriffen aus Gaza geschützt sind. „Wir sind sehr froh, diese Bunker zu haben”, sagte Leo, Vorsitzender des Elternbeirats der Grundschule. „Als ich Fotos von der Lieferung an die Eltern schickte, erhielt ich umgehend zahlreiche Dankes-Nachrichten zurück. Vielen Dank für die Unterstützung!”

28% der Israelis ohne Schutz vor Raketenangriffen

Rund 2,6 Millionen Israelis, etwa 28% der Bevölkerung, sind nicht ausreichend vor Raketenangriffen geschützt. Das berichtete Israels Rechnungsprüfer im August. 38% der Privathäuser haben Schutzbunker, 27% der Mehrfamilien- und Hochhäuser Gemeinschaftsbunker und etwa 500.000 Menschen (ca. 6%) sind auf öffentliche Bunker angewiesen. Mindestens die Hälfte der öffentlichen Bunker, die zuletzt 2015 geprüft wurden, ist in schlechtem Zustand. Die israelische Armee besserte in den letzten Jahren mehr als 500 von ihnen an Israels Nordgrenze aus. Dennoch haben rund 50.000 Israelis, die weniger als 9 km von der syrischen Grenze entfernt leben, keine Bunker. Auch 231.000 Israelis, die rund 40 km von der Gaza-Grenze entfernt wohnen, sind ohne Schutz.

Bitte helfen Sie uns, an gefährdeten Orten in Israel weitere dringend benötigte Bunker zum Schutz vor Raketenangriffen aufzustellen. Als Verwendungszweck „Schutzbunker“ angeben, herzlichen Dank!

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