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Special Reports

Holocaustgedenken: Ein generationenübergreifender Auftrag

Rund 750 Juden und Christen gedachten Ende Januar in der Liederhalle Stuttgart der sechs Millionen in der Schoa ermordeten jüdischen Männer, Frauen und Kinder. Anlässlich des Internationalen Holocaustgedenktags erzählte die Zeitzeugin und Buchautorin Eva Erben (Israel) ihre Geschichte. (Foto: Levi Dörflinger, Eva Erben im Gespräch mit Günther Jauch, Januar 2023)

Antisemitismus entgegentreten

„Ist so etwas schon einmal vorgekommen? Erzählt es euren Kindern, damit sie es ihren eigenen Kindern weitersagen und diese wieder der folgenden Generation!“, zitierte Gottfried Bühler, 1. Vorsitzender der ICEJ-Deutschland, den jüdischen Propheten Joel. „Dies ist ein allgemeiner pädagogischer Auftrag, jeglichen rassistischen und antisemitischen Ansätzen entgegenzutreten. Eine Aufgabe, die von Generation zu Generation neu zu leisten ist.“ Er verwies auf eine aktuelle Studie, wonach etwa die Hälfte der Deutschen forderten, einen „Schlussstrich“ unter die NS-Vergangenheit zu ziehen. „Danke, dass Sie heute gekommen sind, um die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten!“

Der heute wieder erstarkende Antisemitismus entlade sich vor allem über Israel, sagte Bühler. Die deutsche Erinnerungskultur reiche daher nicht aus, wenn zwar jährlich der Opfer des Holocaust gedacht, gleichzeitig aber der Staat Israel, die „einzige Lebensversicherung für alle Juden weltweit“ angegriffen und kritisiert werde. Doch trotz aller Kritik sei Israel ein Licht für die Nationen geworden, u.a. dank israelischer Innovationen, von denen auch Israels arabische Nachbarländer profitierten. (Foto: Gottfried Bühler)

Nicht aufhören, Gutes zu tun

„Zerreißt den Mantel der Gleichgültigkeit, den ihr um euer Herz gelegt habt!“, zitierte Michael Kashi, Vorstandsmitglied der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg (IRGW), die Widerstandsgruppe Weiße Rose um Sophie und Hans Scholl. Diese Gleichgültigkeit habe Millionen von Menschen das Leben gekostet. Kashi ermutigte seine Zuhörer, Gutes zu tun und nicht nachzulassen, auch wenn es frustrierend sei. „Wenn wir aufhören, das Richtige zu tun, legen wir einen Mantel um unser Herz und legen sehenden Auges die Basis dafür, dass sich die Geschichte wiederholt“, warnte er.

Jeder Einzelne zählt

Claudia Rugart, Schulpräsidentin im Stuttgarter Regierungspräsidium und Leiterin des Projekts SCORA (Schools opposing Racism and Antisemitism), betonte, das Nazi-System sei nur möglich gewesen, weil es sehr viele Mitläufer gegeben habe. SCORA-Schulen stellten sich daher die Frage, welchen Beitrag jeder Einzelne leisten könne, damit ein friedvolles Zusammenleben in einer vielfältigen Welt möglich werde. „Wir alle haben uns entschieden: wir lassen Antisemitismus, Ausgrenzung und Gewalt nicht zu. Auf jeden Einzelnen kommt es an.“

Die Erinnerung wachhalten

Die vor Lebensfreude sprühende Eva Erben (92) war aus Israel angereist, um als Zeitzeugin des Holocaust ihre Geschichte zu erzählen. Im Gespräch mit Fernsehmoderator und Journalist Günther Jauch, mit dem sie seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden ist, berichtete Eva, wie sie 1941 mit ihren Eltern aus Prag nach Theresienstadt deportiert wurde. Im überfüllten sog. „Musterghetto“ gab man trotz Krankheit, Hunger und Kälte die Hoffnung nicht auf. „Wir dachten, hier würden wir das Kriegsende erleben. Wir wussten nicht, dass Theresienstadt ein Wartezimmer auf den Tod war.“ (Foto: Eva Erben und Günther Jauch)

Drei Jahre später folgte die Deportation ins Vernichtungslager Auschwitz.Durch eine List entging die inzwischen 14-Jährige den Gaskammern. Nach einigen Wochen brutaler Gewalt, endloser Schikanen und täglich mit Tod und unbeschreiblichem Elend konfrontiert, wurde Eva ins Konzentrationslager Groß-Rosen verlegt, wo sie Zwangsarbeit leisten musste. Sie überlebte einen Todesmarsch und wurde, völlig entkräftet und orientierungslos, in den letzten Kriegstagen von einer christlich-tschechischen Familie versteckt und gesund gepflegt. 1949 wanderte sie mit ihrem Mann Peter, den sie in Theresienstadt kennengelernt hatte, nach Israel aus und half beim Aufbau des jungen jüdischen Staates. Eva, die Mutter und Vater in der Schoa verlor, hat heute drei Kinder, neun Enkel und 15 Urenkel. Voller Stolz präsentierte sie ein Foto ihrer Familie – die auch ihr persönlicher Triumph über das Nazi-Regime ist.

Fast 40 Jahre lang wollte Eva nicht über ihre schrecklichen Erfahrungen sprechen. Inzwischen reist sie immer wieder gerne nach Deutschland, um vor allem jungen Menschen ihre Geschichte zu erzählen und sie zu ermutigen, die Erinnerung an die Opfer der Schoa wachzuhalten und Judenhass entgegenzutreten.

Beeindruckende Lebensgeschichte

„Ich war erstaunt, dass Eva so ein fröhlicher Mensch ist, trotz ihrer schweren Kindheit“, bemerkte Jael (13) nach der Gedenkveranstaltung. „Sie war so stark, sie hat nie aufgegeben“, ergänzte Sara (13). Der 16-jährige Léon war davon beeindruckt, wie oft Eva nur knapp dem Tod entgangen war und äußerte darüber hinaus: „Das gemeinsame Singen der israelischen Nationalhymne fand ich sehr schön.“

Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Schülern des Musikgymnasiums Stuttgart, von Charlotte Bommas (Harfe), Elina Singer (Violoncello) und Aryan Dayyani (Piano) sowie von den Musikern Michael Schlierf (Piano), Adelheid Abt (Violine) und Stevenson Pierre (Gesang). Die Sängerin Martina Schwarz leitete das gemeinsame Singen der israelischen Nationalhymne „HaTikwa“ an.

 


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Deutsche schenken Holocaustüberlebenden eine Thorarolle

Am 8. November 2022, dem Vorabend des Gedenktags an die Reichspogromnacht, wurde in der Synagoge des Amigour-Seniorenzentrums für Holocaustüberlebende in Herzliya (Israel) eine neue Thorarolle eingeweiht – ein Geschenk von Menschen aus Deutschland. An der Zeremonie nahmen u.a. der deutsche Botschafter Steffen Seibert und verschiedene christliche Freunde Israels, darunter ICEJ-Präsident Dr. Jürgen Bühler, teil. (Foto: ICEJ, ICEJ-Präsident Dr. Jürgen Bühler setzt einen der letzten Buchstaben in die Thorarolle)

Ein freudiger und denkwürdiger Moment

In der Synagoge herrscht eine ausgelassene Stimmung. Männer singen und tanzen, fröhliches Lachen erklingt, ein silberner Tik, der detailreich verzierte hölzerne Kasten, in dem Juden die Thorarolle aufbewahren, wird von einer Person zur nächsten gereicht. Gefeiert wird die Fertigstellung einer neuen Thorarolle. Ein freudiges Ereignis, denn die Thora ist in vielerlei Hinsicht ein kostbarer Schatz!

Sorgfältige Handarbeit

Ein ganzes Jahr dauert es, bis der Sofer, der Schreiber, die 304.805 Buchstaben der fünf Bücher Mose sorgfältig auf Pergament niedergeschrieben hat. Als Schreibwerkzeuge sind ausschließlich Vogelfeder oder Schilfrohr sowie koschere, d.h. schwarze, metallfreie und permanente Tinte erlaubt. Buchstabe für Buchstabe schreibt er das Wort Gottes von einer anderen Thorarolle ab, auch dann, wenn er den Text auswendig kennt. Schleicht sich ein Fehler ein, wird die gesamte Rolle unbrauchbar und er muss von Neuem beginnen. Schreibt der Sofer den Namen Gottes, ist er verpflichtet, sich zuvor in einer Mikwe, einem jüdischen Ritualbad, durch Untertauchen zu reinigen. Diese Regeln widerspiegeln auf eindrückliche Weise die Ehrfurcht des jüdischen Volkes vor dem Wort Gottes, das heilig, kostbar und unveränderlich ist.

Ein Geschenk aus Deutschland

Die Schriftrolle, die heute eingeweiht wird, ist aus einem weiteren Grund etwas Besonderes: Sie ist ein Geschenk von Menschen aus Deutschland. Eine große Bandbreite von Spendern aus Politik und Gesellschaft, Juden und Christen, Einzelpersonen und Organisationen, haben sich an der Aktion „Mit Buchstaben die Welt verbessern“ von Keren Hayesod Deutschland, langjähriger Partner der ICEJ, beteiligt und die rund 100.000 Euro, die eine handgeschriebene Thorarolle kostet, zusammengetragen. Dank unserer Unterstützer konnte die ICEJ-Deutschland ebenfalls einen Beitrag leisten.

Als Deutsche in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 hierzulande rund 1.400 Synagogen und jüdische Versammlungsräume in Brand steckten, wurden auch tausende, teilweise jahrhundertealte Thorarollen vernichtet. Für die Überlebenden im Seniorenzentrum in Herzliya ist es somit auch ein denkwürdiger Moment, wenn Deutsche ihnen heute, 84 Jahre nach diesen Verbrechen, eine Thorarolle schenken.

Die letzten Buchstaben

Heute Abend sind einige Gäste, darunter Botschafter Steffen Seibert und Dr. Jürgen Bühler, eingeladen, die letzten zwölf Buchstaben des 5. Buch Mose, „vor den Augen von ganz Israel“, zu schreiben. „Es ist nicht nur ein symbolischer Akt, diese Thorarolle am Vorabend des Gedenktags an die Reichpogromnacht einzuweihen“, sagt Bühler. „Für mich ist es eine große Ehre, selbst Hand anzulegen, um die letzten Buchstaben einzufügen. Dieses Projekt ist ein großes Zeichen der Solidarität mit dem jüdischen Volk und ich wünsche mir, dass in den kommenden Jahren weitere Projekte dieser Art folgen werden.“

Botschafter Steffen Seibert erinnert an die Novemberpogrome und zeigt sich besorgt über den in Deutschland und weltweit wiedererstarkenden Antisemitismus. Dass in Deutschland Synagogen und jüdische Schulen Polizeischutz benötigen, „beschämt mich persönlich“, sagt er. Darum muss die Erinnerung an den Holocaust an die nächste Generation weitergegeben werden. „Diese Verantwortung hört niemals auf.“

Bitte helfen Sie uns, ein Segen für das jüdische Volk und Israel zu sein. Als Verwendungszweck bitte "Spende für Israel" angeben, herzlichen Dank!

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Christen berühren das Leben tausender Israelis

„Wer sich des Armen erbarmt, der leiht dem HERRN, und der wird ihm vergelten, was er Gutes getan hat.“ Sprüche 19,17 (LUT)

Im Laufe des zurückliegenden Jahres konnte die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (ICEJ) dank der großzügigen Spenden unserer Freunde in Deutschland und weltweit das Leben tausender Israelis berühren, ihnen christliche Liebe zeigen und praktische Hilfe leisten. Und es gibt so viele, die unsere Hilfe brauchen! (Foto: Nicole Yoder, ICEJ-Vizepräsidentin für Alijah & Soziales begrüßt einen jungen, frischgebackenen Israeli)

Alijah-Rekordjahr

Im Januar hätten wir kaum gedacht, dass das Jahr 2022 zu einem Rekordjahr für die Alijah (Einwanderung nach Israel) werden würde! Bislang sind 66.648 Juden nach Israel eingewandert (Stand November) und es wird erwartet, dass es bis zum Jahresende mehr als 70.000 sein werden. Eine solche Einwanderungswelle hat der jüdische Staat seit den späten 1990er Jahren nicht mehr gesehen. Es sind vor allem der andauernde Krieg in der Ukraine und die Repressionen in Russland, die die Alijah in die Höhe schnellen ließen: ca. 80% aller Neueinwanderer stammen aus Russland (37.000), der Ukraine (14.500) und Belarus (2.000). Allein die russische Alijah hat sich im Vergleich zu 2021 vervierfacht - trotz des Vorgehens des russischen Justizministeriums gegen die Jewish Agency (Israels Einwanderungsbehörde). 

Dank der treuen Hilfe unserer Freunde konnte die ICEJ in diesem Jahr mehr als 5.500 Olim (Neueinwanderer) unterstützen:

Alijah-Flüge

Insgesamt sponserten wir über 1.560 Flüge, darunter 380 für Juden aus Äthiopien sowie knapp 1.100 für Juden aus der Ukraine. Unter den gesponserten ukrainischen Olim befanden sich 90 Holocaustüberlebende, die aus umkämpften Gebieten evakuiert werden mussten. Neben ihnen konnten wir zusätzlichen 100 Holocaustüberlebenden sowie 100 weiteren betagten Juden aus der Ukraine helfen, Alijah zu machen. (Foto: Yad Ezer Le'Haver, Shimon Sabag, Direktor des Haifa-Heims, mit einer ukrainischen Holocaustüberlebenden vor ihrem zerstörten Haus)

Alijah-Vorbereitung

Zusätzlich zu den Flügen unterstützten wir rund 2.400 Juden im Vorfeld ihrer Alijah, u.a. mit Zubringerflügen und speziellen Alijah-Vorbereitungsseminaren sowie bei sonstigen logistischen Herausforderungen, wie Konsulatsbesuche.

Integrationshilfe

Für viele Neueinwanderer ist die größte Herausforderung nicht der Umzug ins Gelobte Land, sondern das Zurechtfinden und Fußfassen in ihrer neuen Heimat. Ein wichtiger Schwerpunkt unserer Alijah-Arbeit ist daher die Integration in Israel. In diesem Jahr konnten wir mehr als 1.550 Neueinwanderern helfen, ein neues Leben im Land ihrer Vorväter aufzubauen. Unter anderem finanzierten wir für 50 ukrainische Familien die Unterbringung in Notunterkünften, sponserten Mentoringprogramme, die bei der Eingewöhnung halfen, und ermöglichten zahlreichen Olim die Teilnahme an Umschulungen und Fortbildungsprogrammen. Dieses Projekt unterstützen

Hilfe für Holocaustüberlebende

Im Sommer konnte unser Heim für bedürftige Holocaustüberlebende in Haifa ein neues, zusätzliches Gebäude in Betrieb nehmen. Finanziert wurde es ausschließlich von Freunden der ICEJ-Deutschland. Für die 17 ukrainischen Holocaustüberlebenden, die in diesem Jahr in unserem Haifa-Heim ein neues Zuhause fanden, geschah dies gerade rechtzeitig - einige von ihnen wohnen nun im neuen Gebäude. In unserem Haifa-Heim werden 54 Holocaustüberlebende von unserem Team aus Mitarbeitern und freiwilligen Helfern liebevoll versorgt und verbringen ihren Lebensabend in Würde und Gemeinschaft. Weitere 20 Holocaustüberlebende leben in der Nachbarschaft. Sie erhalten Unterstützung durch die Mitarbeiter unseres Heims und nehmen an den gemeinschaftlichen Aktivitäten, wie Tanz- und Musikabende, Kreativstunden und Gymnastikkursen, teil. (Foto: Gymnastikkurs im Haifa-Heim)

Telefonischer Hilfsdienst

Bei den von der ICEJ unterstützten telefonischen Hilfsdiensten für bedürftige Holocaustüberlebende gingen in diesem Jahr über 21.000 Anrufe ein. Vielen dieser betagten Israelis macht insbesondere die Einsamkeit zu schaffen. Die überwiegend ehrenamtlichen Mitarbeiter nehmen ihre Anrufe gerne entgegen, hören zu, muntern auf und nehmen Anteil. Immer wieder ist auch praktische Unterstützung gefragt, wie z.B. dringende Hausbesuche, die Bereitstellung neuer Möbel und Gebrauchsgegenstände oder die Durchführung wichtiger Wohnungsreparaturen. Mehr als 21.000 warme Mahlzeiten wurden an bedürftige Holocaustüberlebende verteilt, weitere rund 1.500 Lebensmittelpakete zu israelischen Feiertagen. Dieses Projekt unterstützen

Zukunft und Hoffnung für Benachteiligte

In der „Start-up-Nation“ leben rund 2,6 Millionen Menschen in Armut, darunter mehr als 1,17 Millionen Kinder. Für viele reichen die staatlichen Hilfen nicht aus, sie sind daher auf zusätzliche Unterstützung durch Hilfsorganisationen angewiesen. Ein großer Teil der Beschäftigten arbeitet zudem in schlecht bezahlten Jobs, die kaum Wachstumspotenzial bieten. Mit dem ICEJ-Projekt „Zukunft & Hoffnung geben“ greifen wir benachteiligten Israelis unter die Arme und bieten Hilfe zur Selbsthilfe. In diesem Jahr konnten wir rund 170 Frauen in Notsituationen beistehen, darunter hilfsbedürftige Schwangere sowie drogenabhängige und ausgebeutete Frauen auf den Straßen von Tel Aviv. Wir sponserten die Verteilung von Lebensmitteln an Bedürftige und ermöglichten 28 finanziell schwachen Familien dringende Wohnungsreparaturen. (Foto: Schabbatfeier mit schutzbedürftigen Frauen in einem Frauenhaus)

Hilfe zur Selbsthilfe

Dutzende Kleinunternehmer erhielten Hilfe, nach der Corona-Krise wieder auf die Beine zu kommen und alleinerziehende Mütter nahmen an Fort- und Weiterbildungsprogrammen teil. Mit einem speziellen Fotografie-Ausbildungskurs erhielten hörgeschädigte Personen die Möglichkeit, ihre kreative Begabung einzusetzen und als Fotografen ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Zu Pessach konnten wir 990 jüdische Familien mit Essenspaketen unterstützen und zu Weihnachten 1.300 christlichen Kindern und Familien in Nazareth und Haifa mit Geschenken und Essenspaketen eine Freude machen. Dieses Projekt unterstützen

Hilfe für Araber und andere Minderheiten

Araber, Beduinen und Drusen machen rund 21% der israelischen Bevölkerung aus. Die Beschäftigungsquote der über 15-Jährigen liegt weit unter der der jüdischen Bevölkerung (2021: 41,4% vs. 66,3%). Zum einen ist dies dadurch bedingt, dass weniger arabische Frauen einer Beschäftigung nachgehen, zum anderen leben die meisten arabischen Israelis in ländlichen Regionen wie Galiläa oder der Negev-Wüste, wo es kaum wirtschaftliche Infrastruktur gibt. Manchmal wird die Arbeitssuche auch durch unzureichende Hebräischkenntnisse und einer fehlenden Vertrautheit mit der israelischen Mehrheitskultur erschwert. (Foto: ICEJ-Mitarbeiterin Jannie Tolhoek (2.v.r.) besucht angehende arabische Programmierer)

Hürden mit Bildung überwinden

Der ICEJ ist es ein wichtiges Anliegen, jungen Drusen und Arabern eine bessere Zukunft und eine leichtere Integration in den israelischen Arbeitsmarkt zu ermöglichen. In diesem Jahr konnten wir dank eines Programmierkurses begabten jungen Arabern die Tür zu Israels boomender Hightech-Branche öffnen. Dutzende drusische Studenten erhielten Stipendien und in einer drusischen Schule weihten wir einen neuen Computerraum ein. In Nordisrael konnten wir einen arabischen Jugendclub mit neuen Möbeln, Geräten und Spielen ausstatten. Der hier angebotene Nachhilfeunterricht und die vielfältigen Freizeitaktivitäten helfen den Jugendlichen, die Schule nicht abzubrechen und halten sie von der Straße fern. Dieses Projekt unterstützen

Schutzbunker gegen Raketen-Terror

Seit 2001 haben Terroristen im von der islamistischen Hamas beherrschten Gazastreifen mehr als 27.500 Raketen auf Südisrael abgefeuert. In diesem Jahr waren es mehr als 1.175 Raketen, die meisten wurden im August innerhalb eines Zeitraums von drei Tagen abgefeuert. Währenddessen wächst an Israels Nordgrenze die Bedrohung durch die schiitisch-libanesische Hisbollah. Deren Arsenal wird auf rund 150.000 Raketen geschätzt, die mit Hilfe des Iran aufgerüstet werden. Trotz der Bedrohung leben in Nordisrael hunderttausende Menschen ohne adäquaten Schutz vor möglichen Angriffen. Israels Raketenabwehrsysteme wie der Iron Dome („Eisenkuppel“) haben sich als sehr effizient erwiesen, das Leben vieler unschuldiger Menschen zu retten. Doch in Ortschaften in unmittelbarer Nähe zur Grenze, wo meist nur 10-15 Sekunden bleiben, um sich in Sicherheit zu bringen, kann auch der Iron Dome oft nicht helfen. (Foto: OL, Bunkerübergabe für einen Kindergarten nahe der Gaza-Grenze)

Aus diesem Grund stellen wir, gemeinsam mit unserer Partnerorganisation Operation Lifeshield, mobile Schutzbunker in strategisch wichtigen Orten auf, wie z.B. in Kindergärten, Schulen und Gemeindezentren. In diesem Jahr konnten wir dank der großzügigen Unterstützung unserer Spender 17 solcher Schutzbunker aufstellen, zehn in der Region entlang des Gazastreifens und sieben an Israels Nordgrenze. Seit 2007 hat die ICEJ somit 182 Schutzbunker in Israel aufstellen können! Dieses Projekt unterstützen

Vielen Dank an all unsere Freunde und Unterstützer, die diese zahlreichen Projekte mit ihren Gebeten und Gaben ermöglicht haben! Sie haben im Leben tausender Israelis einen Unterschied gemacht!

Bitte helfen Sie uns, diese Projekte auch im neuen Jahr fortzuführen und dem jüdischen Volk zur Seite zu stehen. Bitte geben Sie als Verwendungszweck den jeweiligen Projektnamen an, herzlichen Dank!

 

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Neue ukrainische Bewohner und Abschied im Haifa-Heim

Im Heim der ICEJ für bedürftige Holocaustüberlebende in Haifa haben wir in den letzten Monaten 15 Überlebende, die aus der Ukraine fliehen mussten, aufgenommen und uns über neue Mitarbeiter gefreut. Der Abschied von unseren jungen deutschen Helferinnen Kathlin und Steffi fiel uns dagegen schwer, sie fehlen uns sehr. (Foto: ICEJ, Yudit und Will Setz begrüßen Arnold und Alla)

Einzug ins neue Gebäude

Nach langen bürokratischen Verzögerungen ist nun endlich der Fahrstuhl in das neue Gebäude, das vom Deutschen Zweig der ICEJ gekauft wurde, eingebaut worden. Einige unserer neuen ukrainischen Bewohner sind bereits eingezogen. Maja und Anatoli wollten ihr Heim in der Ukraine eigentlich nicht verlassen. Aber als die Kämpfe näherkamen und Schützengräben rings um ihr Grundstück ausgehoben wurden, wussten sie: Es ist Zeit zu gehen. Über Nacht packten sie ihr Leben zusammen und waren am nächsten Morgen für die Abreise bereit. Sie mussten viele Straßensperren passieren. Über Charkiw ging es mit dem Bus in die Republik Moldau, wo ihre Dokumente bearbeitet wurden, bevor sie nach Israel flogen. Anfangs nahm sie ihr Sohn, der bereits in Haifa lebt, auf, doch kurze Zeit später waren sie die ersten Bewohner unseres neuen Gebäudes im Haifa-Heim. „Wir fühlen uns so willkommen und geliebt“, wiederholte Maja immer wieder. „Hier kümmern sie sich wunderbar um uns, wir sind sehr glücklich, hier zu sein.“

Erneut Kriegsflüchtling

Natalias Familie musste bereits im Zweiten Weltkrieg aus Odessa fliehen, als die Nazis einmarschierten. Sie erinnert sich noch deutlich an die beständige Angst. Die Familie kehrte nach Kriegsende in die Stadt zurück. Sie heiratete, doch ihr Mann ist inzwischen gestorben. Als Russland im Februar die Ukraine angriff, galt der Hafen von Odessa als ein Hauptziel. „Aber ich konnte mir nicht vorstellen, die Stadt zu verlassen“, sagte Natalia. Doch der Krieg stürzte sie in ständige Angst, zudem gab es nur wenige Luftschutzbunker für Zivilisten. So beschloss sie, nach Israel zu fliehen. „Ich habe das Gefühl, mein Vater hätte mir dabei geholfen“, weinte sie. „Obwohl er ein schweres Leben hatte, schaffte er es immer, die Familie zu beruhigen.“ Natalia ist sehr dankbar für die Fürsorge im Haifa-Heim, aber in ihrem Alter ist es nicht leicht, neu anzufangen. „Alle meine Freunde, mein ganzes Leben ist in der Ukraine“, vertraute sie uns an. „Ich bin nicht sicher, ob Israel mein neues Zuhause sein kann, das wird die Zeit zeigen.“

Zeit der Eingewöhnung

Unsere neuen Bewohner, die zugleich betagte Neueinwanderer sind, brauchen viel Zeit, um sich einzuleben und an ihr neues Umfeld zu gewöhnen. Das Trauma der plötzlichen Entwurzelung aus ihrem Heimatland, in dem sie so viele Jahre gelebt und sich ein Leben aufgebaut hatten, ist noch sehr frisch. Sie mussten fast alles zurücklassen. Der andauernde Krieg in der Ukraine, der Tod und Zerstörung bringt, lässt sie oft in Tränen ausbrechen. Unsere Mitarbeiter kümmern sich liebevoll um sie und helfen ihnen. Sie kaufen beispielsweise mit ihnen Kleidung und Schuhe oder nehmen sie in ein Möbelhaus mit, um eine bequeme Matratze auszusuchen. Durch die Fürsorge, Besorgungen und Ausflüge gewöhnen sich die ukrainischen Bewohner langsam ein.

Neue Mitarbeiterinnen

Wir sind sehr froh, dass Tanja seit einiger Zeit im Haifa-Heim arbeitet. Sie ist 1999 aus der Ukraine eingewandert und spricht die Sprache fließend. Außerdem kennt sie die Herausforderungen eines Umzugs nach Israel. Tanja hilft den neuen Bewohnern bei der Erledigung aller Einwanderungsformalitäten und begleitet sie zu Ärzten. „Ich helfe ihnen bei wichtigen und kleinen Dingen”, erklärte Tanja. „Dazu gehört auch, bei ihnen zu sitzen und zuzuhören, damit sie sich nicht allein fühlen. Ich möchte ihnen das Gefühl geben, dass sie zu Hause sind und eine neue Familie haben, die sich um sie kümmert.“ Außerdem haben wir gerade Ella in unser christliches Helferteam aufgenommen. Mit RussischundRumänisch ist sie zweisprachig aufgewachsen. Weil siein den letzten Jahren in Israel studierte, hat sie auchHebräischgelernt. Als Hilfskrankenschwester für unsererussischsprachigen Bewohnerist Ella eine perfekte Ergänzungund Gebetserhörung!

Abschied von Kathlin und Steffi

Die herzliche, tränenreiche Verabschiedung von Kathlin und Steffi, den jüngsten Mitgliedern unseres christlichen Helferteams im Haifa-Heim, fand während unseres wöchentlichen Tanzabends statt. Neun Monate lang kümmerten sich die beiden 19-Jährigen aus Deutschland liebevoll um unsere Holocaustüberlebenden. Ihr Lächeln und ihr jugendlicher Schwung brachten Leben in ihren Alltag und machten den Bewohnern viel Freude. Kathlin und Steffi besuchten sie jeden Tag und halfen ihnen beim Putzen, bei Besorgungen, Arztbesuchen und vielem mehr. „Wir werden euch sehr vermissen!“, sagte Sofie. „Ihr seid Teil unserer Familie geworden!“ Für die beiden jungen Frauen war die Zeit im Haifa-Heim eine wertvolle Erfahrung. „Als junge Leute sind wir oft mit unseren Handys und Social Media beschäftigt“, erklärte Kathlin. „Hier habe ich gelernt, wie wunderbar es ist, sich Zeit zu nehmen, um Beziehungen aufzubauen, zuzuhören und von älteren Menschen zu lernen.“ Steffi sagte mit Tränen in den Augen: „Ihr wurdet für uns zu Omas und Opas. Ich werde euch vermissen!“

Bitte beten Sie, dass sich die ukrainischen Überlebenden gut einleben, und helfen Sie uns, den Haifa-Heim-Bewohnern einen Lebensabend in Würde und Gemeinschaft zu ermöglichen. Verwendungszweck: Haifa-Heim, herzlichen Dank!

 

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Soziale Kluft mit Technologie überbrücken

In vielen Berufen wird heute mit Computern gearbeitet, besonders in der „Start-Up-Nation“ Israel. Doch 25% der Israelis haben keine Computerkenntnisse. Für die Sozialabteilung der ICEJ ist es eine Freude, benachteiligte Familien in diesem Bereich zu unterstützen, um ihre Teilhabe-Chancen in der israelischen Gesellschaft zu verbessern. (Foto: ICEJ, Nicole hilft bei der Bereitstellung der Computer für bedürftige israelische Familien)

Computer-Reparaturwerkstatt

Die israelische Zeitung Globes berichtete kürzlich, dass die Hälfte der ärmsten jüdischen Familien und 60% aller arabischen Familien in Israel keinen Computer besitzen. Die ICEJ unterstützt ein besonderes Projekt, durch das benachteiligte Familien einen Computer erhalten. Gleichzeitig wird gefährdeten Jugendlichen und Menschen mit Behinderung geholfen, indem sie lernen, Computer zu reparieren. Ein ICEJ-Team besuchte das Projekt vor Kurzem im Ramot-Stadtteilzentrum in Jerusalem. Die hier ansässige Computer-Reparaturwerkstatt war an diesem Tag nach draußen verlegt worden. Begeisterte Jugendliche nahmen Reparaturarbeiten an Computern vor, während ausgewählte Familien aus der Nachbarschaft vorbeikamen, um sich einen PC abzuholen. Unsere ICEJ-Mitarbeiter halfen dabei, die instandgesetzten Geräte an die bedürftigen Familien auszugeben.

Soziale Aufstiegsmöglichkeiten

„Dank der Spenden unserer christlichen Freunde und Unterstützer konnten wir die Reparatur von 100 recycelten Computern finanzieren, inklusive Zubehör und benötigter Software für den reibungslosen Betrieb der Geräte“, erklärte Nicole Yoder, ICEJ-Vizepräsidentin für Alijah und Soziales. In der Computer-Reparaturwerkstatt helfen u.a. Jugendliche, die gefährdet sind, in Kriminalität abzurutschen, sowie Sozialdienstleistende mit Behinderung. Sie erhalten ein Stipendium für ihre Ausbildung als Computerreparateure. Wöchentlich nehmen sie an Computerkursen teil, nach deren Abschluss sie ein Cisco-Zertifikat im Bereich PC-Reparatur erhalten. Damit verbessern sie ihre beruflichen Qualifikationen und ihre Chancen auf einen sozialen Aufstieg.

Bildungspartizipation

Die Empfänger der wieder instandgesetzten PCs kommen aus allen Altersgruppen und sind von unterschiedlicher kultureller Herkunft. Sozialarbeiter schicken diejenigen, die dringend einen Computer brauchen, zum Ramot-Zentrum. Wenn sie ihn dort abholen, erklären ihnen die Jugendlichen und freiwilligen Helfer gerne die Funktionsweise. „Während der Coronakrise wurde der eklatante Mangel an Computern in den untersten Gesellschaftsschichten Israels schmerzlich deutlich“, erklärte Nicole. „Dies führte zu Bildungslücken, da die Kinder, die nicht am virtuellen Unterricht teilnehmen konnten, zurückfielen. Seit März 2020 wurden in der Computerwerkstatt 1250 Computer und Bildschirme repariert, die von Hightech-Unternehmen und Privatpersonen gespendet wurden.“

Ein Ehepaar schrieb in einem Dankesbrief: „Wir [Eltern] waren beide wegen Corona arbeitslos. Unsere fünf Kinder mussten ebenfalls zu Hause bleiben und sollten am Online-Unterricht teilnehmen. Doch wir besaßen keinen Computer. Ihr seid uns zu Hilfe gekommen und habt uns wirklich gerettet!“

Bitte helfen Sie uns, Israelis in einer Notlage Hoffnung zu geben und sie praktisch zu unterstützen. Als Verwendungszweck bitte „Zukunft & Hoffnung“ angeben, herzlichen Dank!

 

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Jugend-Alijah: Israels Kinder kehren nach Hause zurück

Die dramatischen Entwicklungen in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion bestärken die dort verbliebenen Juden und ihre Angehörigen (rund 900.000 Personen) in ihrem Wunsch, Alijah (Einwanderung nach Israel) zu machen. Der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem (ICEJ) ist es wichtig, insbesondere Kinder und Jugendliche auf diesen großen Schritt vorzubereiten. Diesen Sommer konnten wir rund 1.000 jüdischen Kindern die Teilnahme an Alijah-Ferienlagern ermöglichen. (Foto: JAFI, Jüdische Mädchen aus der Ukraine auf dem Ferienlager in Lithauen, Juli 2022)

Alijah aus dem Norden

Vor rund 2.700 Jahren kündigte der Prophet Jesaja die Heimkehr des jüdischen Volkes aus aller Welt an, explizit auch aus dem „Norden“ (Jesaja 43,6). Anfang der 1990er Jahre begann die wundersame Erfüllung dieser Worte: Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs bestiegen mehr als eine Million sowjetischer Juden Flugzeuge und Schiffe in Richtung Israel. Die jahrzehntelange religionsfeindliche Propaganda des Kommunismus konnte nicht verhindern, dass Juden dem Ruf Gottes folgten. „Es war, als wehte ein Wind, und wir wussten einfach, dass wir kommen mussten“, berichtete eine russische Neueinwanderin damals. Seit 2008 wächst die Alijah aus der ehemaligen Sowjetunion stetig. Doch was in den letzten Monaten geschah, hatte niemand erwartet. „Die Ereignisse in der Ukraine haben eine wahre Flutwelle ausgelöst. Allein zwischen Ende Februar und Ende Juli trafen rund 33.000 Juden aus Russland und der Ukraine in Israel ein“, erklärte Danielle Mor von der Jewish Agency (Israels Einwanderungsbehörde). Das sind mehr als dreimal so viele, wie im gesamten Vorjahr – und der Strom reißt nicht ab.

Bereit für die Zukunft

Auch zu Friedenszeiten ist die Alijah eine enorme Herausforderung, besonders für Kinder. Plötzlich müssen sie sich in einer fremden Umgebung zurechtfinden, deren Sprache und Kultur sie nicht kennen. Hier helfen Kinder- und Jugendprogramme. Die Jugend-Alijah geht zurück auf die 1930er Jahre, als jüdische Aktivisten versuchten, möglichst viele jüdische Kinder aus Nazi-Deutschland zu retten und nach „Eretz Israel“ zu bringen. Die heutigen Programme bereiten Kinder auf das Leben in Israel vor. Eine wichtige Rolle spielen die Alijah-Ferienlager, v.a. in den ehemaligen Sowjetrepubliken. Die Kinder schließen neue Freundschaften, lernen die Traditionen ihrer Vorfahren kennen und verstehen vielleicht zum ersten Mal die Bedeutung des Staates Israel als Heimat und Zufluchtsort des jüdischen Volkes. Das ist besonders wichtig, da viele Familien keinen Bezug mehr zur jüdischen Religion haben.

Junge Wegbereiter

Einige Jugendliche entscheiden sich, ihren Familien vorauszugehen und allein nach Israel einzuwandern. Begleitet von Jewish-Agency-Programmen machen sie in Israel ihr Abitur oder studieren. Kommen ihre Eltern und Geschwister nach, haben sie sich bereits eingelebt und können ihre Familien tatkräftig unterstützen.In diesem Sommer sponserte die ICEJ zehn Ferienlager, verteilt über acht Zeitzonen – von Belarus und dem Baltikum über den Ural und Sibirien bis in den Fernen Osten Russlands. Dank der Hilfe von Christen weltweit konnten wir u.a. die Transportkosten für rund 1.000 jüdische Kinder und Jugendliche, teilweise aus entlegenen Gebieten, übernehmen.

Erholung für ukrainische Kinder

Ende Juli fand in Litauen ein besonderes Sommercamp für 100 aus der Ukraine geflüchtete jüdische Kinder statt. Kaum vorstellbar, was sie in den letzten Monaten durchgemacht haben: Als sie eines Morgens erwachten, herrschte Krieg! Sie mussten ihr Zuhause verlassen, wurden von Freunden getrennt und haben ihre Väter oft seit Monaten nicht mehr gesehen (Männer unter 60 Jahren dürfen weiterhin nicht ausreisen). Nun leben sie mit dem bedrückenden Gefühl einer ungewissen Zukunft. Das Ferienlager mit abwechslungsreichen Aktivitäten an der frischen Luft inmitten traumhaft schöner Natur half ihnen, auf andere Gedanken zu kommen, und schenkte ihnen schöne, unvergessliche Momente. „Wir hatten eine prima Zeit“, schwärmte Nastia voller Begeisterung. „Das Programm war toll und ich habe neue Freunde gefunden. Ich hoffe, dass ich sie bald wiedersehe!“ Besonderer Höhepunkt war die gemeinsame, unbeschwerte Schabbatfeier. „Ihr habt eine Atmosphäre der Freude, der Erholung und des Friedens geschaffen. Unseren Kindern tat das richtig gut“, freute sich Inna. „Vielen Dank dafür!“ Alexej berichtete, sein Kind sei „überglücklich“ aus dem Ferienlager zurückgekehrt. „Riesigen Dank für euren Dienst an den Kindern!“ (Foto: JAFI)

Israels Söhne und Töchter nach Hause bringen

Wir wünschen uns, dass einige dieser Kinder sich entschließen, Israel, das Land ihrer Vorväter, zu ihrem neuen Heimatland zu machen, und möchten sie darin unterstützen. „So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will meine Hand zu den Heiden hin erheben und für die Völker mein Banner aufrichten. Dann werden sie deine Söhne in den Armen herbringen und deine Töchter auf der Schulter hertragen.“ (Jesaja 49,22)

Bitte helfen Sie uns, diesen Kindern Israels zu ermöglichen, Alijah zu machen. Als Verwendungszweck bitte „Alijah & Integration“ angeben, vielen Dank!

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Jürgen Bühler: Gott in schwierigen Zeiten suchen

„An Israel sehen wir, dass es einen mächtigen Gott im Himmel gibt. Dem Gott Israels können wir vertrauen, auch in den Situationen, in denen wir uns befinden.“ Das sagte Gottfried Bühler, Erster Vorsitzender der ICEJ-Deutschland, beim ICEJ-Sommer-Event Ende Juli in Nürtingen. Er ermutigte die rund 200 Teilnehmer anhand des Beispiels David Ben Gurions, der trotz aller Widerstände und Bedrohungen am 14. Mai 1948 den Staat Israel ausrief, im festen Glauben an die Zusagen der Bibel. „Gott steht zu seinem Wort.“ Bühler zitierte auch aus dem Propheten Hesekiel: „Unser Gott, der Gebet erhört, sucht Menschen, die für Deutschland in den Riss treten. Er möchte, dass Deutschland zu ihm umkehrt.“ (Foto: Levi Dörflinger, Lobpreis beim ICEJ-Event in Nürtingen, 29.07.2022)

Gebet und Gemeinschaft mit Gott in schwierigen Zeiten

ICEJ-Präsident Dr. Jürgen Bühler, der mit seiner Frau Vesna aus Jerusalem angereist war, verglich in seiner Predigt die heutige Zeit mit der Zeit des Propheten Habakuks, die von geistlichen Schwankungen und politischen Unsicherheiten geprägt war. Auf Habakuks Klage hin kündigt Gott noch schwerere Zeiten an (Hab 1,5ff). Daraufhin entschließt Habakuk sich, ins Gebet zu gehen und zu hören, was Gott zu sagen hat (Hab 2,1). „Nie gab es eine Zeit, in der es dringender war zu beten als jetzt!“ Wenn wir Gott im Gebet suchen und uns Zeit nehmen, sein Reden zu hören, wird sich unser Leben in eine neue Richtung bewegen. Der klagende Prophet wurde zu einem Menschen, der anderen Orientierung geben konnte, erklärte Bühler. Habakuk schließt sein Zwiegespräch mit Gott mit einer Aussage, die Sorge vor der Zukunft ausdrückt. Dennoch entscheidet er sich, Gott zu loben, denn er weiß, dass Gott ihm Leichtigkeit und Strategien geben wird, mit den bevorstehenden Herausforderungen umzugehen (Hab 3,16-19). „Betet für Deutschland, betet für eine neue Ausgießung des Heiligen Geistes auf unser Land“, rief Jürgen Bühler seine Zuhörer auf. (Foto: Levi Dörflinger, Dr. Jürgen Bühler predigt in Nürtingen, 29.07.2022)

Gottes Schutz in der Ukraine

Ehrengäste des Abends waren Jaroslawa und Roman Vilko sowie Alexander Ivanenko, Älteste der messianischen Gemeinde in Kiew von Rabbi Boris Grisenko, die zugleich auch die größte messianische Gemeinde weltweit ist. Am 26. Februar, zwei Tage nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine, als noch viele Beobachter mit einer baldigen Einnahme Kiews rechneten, entschied die Gemeinde, wie jeden Schabbat zusammenzukommen und Gott zu feiern. Wie durch ein Wunder wurde die russische Armee vor den Toren Kiews aufgehalten. „Das war keine supergeistliche Entscheidung, sondern ein einfacher Vertrauensschritt. Wir sahen, dass es Gott gefällt, dass wir den Schabbat feiern und erlebten, wie Gott uns schützte“, berichtete Alexander. Seitdem hat die Gemeinde, die vor dem Krieg rund 2.500 Mitglieder zählte, keine einzige Schabbatfeier ausfallen lassen, auch die Kleingruppen treffen sich weiterhin. (Foto: Levi Dörflinger, Gottfried Bühler begrüßt Ehrengäste aus der Ukraine, 29.07.2022)

Neue Hoffnung für Geflüchtete

Jaroslawa und Roman sowie Alexander und seine Frau Julia hielten sich bei Kriegsbeginn außerhalb der Ukraine auf. Während sich in ihrer Heimat die Ereignisse überschlugen und große Ungewissheit herrschte, baten sie Gott um Weisung und entschlossen sich, ihren geflüchteten Landsleuten beizustehen. Inzwischen haben Jaroslawa und Roman in Stuttgart sowie Alexander und Julia in der Schweiz eine Gemeindearbeit unter Ukrainern begonnen. Sie hören zu, beten mit ihnen und erzählen ihnen von Jesus, der ihnen echten Halt und eine neue Perspektive schenken möchte. „Bitte betet für uns, das wäre uns eine große Hilfe“, bat Jaroslawa zum Abschluss.

Umrahmt wurde der Abend mit einem Beitrag der Tanzgruppe Profil zum Lied „Jerusalema“ und gemeinsamen Gebetszeiten und Lobpreis unter der Leitung von Dietmar Zappel und Vesna Bühler.


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ICEJ begrüßt äthiopische Juden in Israel

Im Juni sind 500 äthiopische Neueinwanderer mit drei Flügen in Tel Aviv gelandet. Sie sind die Vorhut der 3.000 äthiopischen Juden, die dieses Jahr mit der „Operation Tsur Israel“ (Fels Israels) Alijah (Einwanderung nach Israel) machen dürfen. Die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (engl. Abkürzung ICEJ) gehört zu den Hauptsponsoren. Nicole Yoder, ICEJ-Vizepräsidentin für Alijah & Soziales, begrüßte die Reisenden des ersten Fluges auf dem Rollfeld. (Foto: JAFI, Dieser äthiopische Junge freut sich, endlich in Israel zu sein, 21. Juni 2022)

Abschied in Äthiopien

Am 31. Mai verabschiedete die jüdische Gemeinde in Gondar mit einem feierlichen Gottesdienst in der großen Hatikwa-Synagoge 180 Gemeindemitglieder nach Israel. Hatikwa, Hebräisch für „die Hoffnung“, beschreibt die Gefühlslage tausender Äthiopier, die als Falasch Mura bezeichnet werden, gut. Sie sind Nachkommen äthiopischer Juden, die vor rund 200 Jahren, manchmal unter Zwang, zum Christentum konvertierten. „Jeder ist glücklich, denn heute ist ein Tag der Hoffnung“, erklärte Gemeindemitglied Abraham Zemenu, der noch auf seine Reise nach Israel wartet, gegenüber der Jewish Telegraphic Agency.

Politische Instabilität und Streit über die Falasch-Mura-Politik in Israel, die Corona-Pandemie und andere Gründe haben die äthiopische Einwanderung verzögert. Kefale Tayachew Damtie (56) gehörte zu den Glücklichen, die am 1. Juni nach Israel flogen. 23 Jahre wartete er darauf, Alijah zu machen. Jahrelang hat er seine Mutter, die in Israel lebt, nicht gesehen. In Gondar lebte Damtie mit seiner Frau und den sechs Kindern in einem 28m²-Raum ohne fließendes Wasser. Falasch Mura sind nur einwanderungsberechtigt, wenn ein Kind oder ein Elternteil in Israel lebt. Kinder können sie nur mitnehmen, wenn diese selbst unverheiratet und kinderlos sind. Als Damties Eltern nach Israel gingen, war er verheiratet und musste zurückbleiben. Da seine Kinder noch unverheiratet sind, dürfen sie ihn nach Israel begleiten. „Ich habe darauf gewartet, zu gehen, denn ich bin Jude und Zion ist meine Heimat“, sagte Damtie. „Wenn ich ankomme, werde ich erst meine Mutter umarmen. Und dann möchte ich Jerusalem sehen, die Stadt, von der ich immer geträumt habe.“

Willkommen in Israel!

Mit Stimmengewirr und fröhlicher Musik wurden die ersten 180 äthiopischen Einwanderer auf dem Rollfeld in Tel Aviv erwartet. Der rote Teppich wurde ausgerollt und eine Menschenmenge drängte sich um das gelandete Flugzeug. Endlich öffnete sich die Kabinentür und die ersten äthiopischen Juden, viele in festliche Trachten gekleidet, kamen überwältigt die Gangway herunter, wurden mit Israelfähnchen freudig begrüßt. „Diese Familien sehnen sich seit Jahren danach, mit ihren Familien wiedervereint zu sein. Heute ist es so weit“, strahlte Nicole Yoder. „Wir danken allen unseren Freunden weltweit, deren großzügige Spenden dies möglich machen.“

Bitte helfen Sie uns, weitere äthiopische Juden bei der Einwanderung nach Israel zu unterstützen. Als Verwendungszweck „Alijah & Integration“ angeben, herzlichen Dank!

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Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf unser Haifa-Heim

Im Fernsehen sind immer wieder Bilder von Frauen, Kindern und alten Menschen in der Ukraine zu sehen, die nur mit einem kleinen Koffer und wenigen Habseligkeiten aus ihren Häusern flüchten. Diese Eindrücke bereiten unseren Bewohnern im Haifa-Heim große Not. Viele durchleben schreckliche Erfahrungen aus ihrer Kindheit während der Schoah aufs Neue. (Foto: Yad Ezer Le'Chaver, Shelia vor ihrem zerstörten Haus in Charkiw)

Beängstigende Erinnerungen

Wenn Chaya Caspi die Nachrichten aus der Ukraine sieht, werden beängstigende Erlebnisse aus der Vergangenheit in ihr wach. Bis heute plagen sie immer wieder qualvolle Erinnerungen an die Gräueltaten der Nazis. Sie hat großes Mitgefühl für die Menschen in der Ukraine. „Es schmerzt mich sehr, wenn ich an die Ukraine denke. Der Krieg wird nicht Mann gegen Mann ausgetragen, sodass es viele zivile Opfer gibt. Familien werden auseinandergerissen. Unschuldige Frauen und Kinder sterben durch Putins Bomben”, sagt Chaya.

Überlebensgeschichten

Chaya wurde in Rumänien geboren und war acht Jahre alt, als der Zweite Weltkrieg ausbrach. Beim Einmarsch der Nazis wurden Männer ab 15 Jahren zusammengetrieben und erschossen – darunter auch Chayas 19-jähriger Bruder. Ihr Vater und ihre jüngeren Brüder wurden später verhaftet und in Viehwaggons gepfercht. Acht Tage lang waren sie unterwegs, ohne Essen und Trinken. Am Ziel angelangt wurden die Türen der Waggons geöffnet und alle Toten herausgeworfen. Auch Chayas jüngster Bruder starb in diesem Zug. Wie durch ein Wunder überlebte ihr Vater den Krieg als Zwangsarbeiter und kehrte nach Kriegsende zu den Überlebenden seiner Familie zurück. (Foto: ICEJ, Chaya)

Auch Esti, in Polen geboren, hat den Holocaust überlebt. Ihr Vater wurde getötet, als die Deutschen einmarschierten und ihr Dorf niederbrannten. Esti floh mit ihrer Mutter und ihren Schwestern in den Wald und hielt sich dort neun lange Monate versteckt. Sie bauten kleine, behelfsmäßige Hütten und machten sich Decken aus Blättern. Eines Tages liefen deutsche Soldaten in den Wald und begannen, auf sie zu schießen. Esti musste mit ansehen, wie ihre Mutter und zwei ihrer Schwestern getötet wurden. Mit ihrer anderen Schwester gelang Esti die Flucht – bis heute weiß sie nicht, wie sie entkommen konnten.

Schmerzliches Mitgefühl

Wenn Esti von der Ukraine hört, kommen ihr die Tränen. Die Berichte erinnern sie an die Zeit, als die Ukrainer den Deutschen halfen, Juden zu ermorden. „Aber die heutigen Ukrainer haben nichts mit den vergangenen Generationen zu tun. Auch die Deutschen nicht. Ich liebe alle Helferinnen aus Deutschland, die sich heute hier im Haifa-Heim um mich kümmern. Sie trifft keine Schuld”, beteuert Esti. Sie empfindet, dass die Ukrainer Ähnliches durchleiden müssen wie sie damals. „Sie sind dazu gezwungen, von einem Moment auf den anderen ihre Sachen zu packen, werden aus ihrem Zuhause vertrieben und müssen mit ansehen, wie geliebte Familienmitglieder getötet werden. Doch ich bin dankbar, dass die Ukrainer so viel Hilfe erhalten und Zuflucht in aller Welt finden. Damals wollte uns niemand helfen, weil wir Juden waren”, erinnert sich Esti. (Foto: ICEJ, Esti)

Zufluchtsort Haifa-Heim

Wir arbeiten mit unserer Partnerorganisation Yad Ezer Le‘Chaver („Helfende Hände“) zusammenarbeiten, um Holocaustüberlebende wie Shelia aus der Ukraine zu retten. Im Haifa-Heim haben wir Räumlichkeiten vorbereitet und einige dieser Überlebenden bei uns aufgenommen. Wenn sie in Israel ankommen, kümmert sich zunächst die Jewish Agency, Israels Einwanderungsbehörde, um sie. In dieser Zeit treffen wir uns mit ihnen und überlegen, welche Überlebenden wir gut in unsere Heimgemeinschaft integrieren können. (Foto: Yad Ezer Le'Chaver, Shelia vor dem Abflug nach Israel)

Inzwischen konnten etliche Hürden zur Installation eines Aufzuges im jüngsten Gebäude unseres Wohnkomplexes, das vom Deutschen Zweig der ICEJ gekauft wurde, endlich genommen werden, sodass mit dem Fahrstuhleinbau begonnen werden konnte. In den Wohnungen dieses Hauses sollen in Kürze ukrainische Holocaustüberlebende untergebracht werden. Es ist kaum vorstellbar, was diese Menschen, die als Kinder so viel durchlebt und erlitten haben, nun in hohem Alter erleiden müssen. Als Christliche Botschaft wollen wir alles tun, was in unserer Macht steht, um diese zukünftigen Bewohner zu trösten und zu unterstützen.

Uns bleiben nur noch wenige Jahre, um den Holocaustüberlebenden Trost und Fürsorge zu schenken. Bitte helfen Sie uns mit ihren Gebeten und Gaben, diesen dringlichen, wertvollen Dienst zu tun. Als Verwendungszweck bitte „Haifa-Heim” angeben, herzlichen Dank!

 

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Gebetsmarsch in Stuttgart

Rund 120 Israelfreunde sind Ende Juni in Stuttgart zu einem Gebetsmarsch mit anschließender Gebetsversammlung auf dem Stauffenbergplatz beim Mahnmal für die Opfer des Holocaust zusammengekommen, um für Deutschland zu beten und für Israel einzustehen. Betend trugen sie bunte Schilder mit Bibelversen sowie Israelfahnen durch die Stadt. Die Veranstaltung wurde bereits das dritte Jahr in Folge vom Deutschen Zweig der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem (ICEJ) organisiert. (Foto: ICEJ, Gebetsmarsch in Stuttgart, 25. Juni 2022)

Gottes Wort wird sichtbar

Gottfried Bühler, Erster Vorsitzender der ICEJ-Deutschland, begrüßte die Teilnehmer vor dem Marsch. „Wir beten heute in Stuttgart für unsere Städte, für Israel und Deutschland. Es ist unser Wunsch, dass Gottes Wort auf die Straßen kommt und dass Menschen in unserem Land sich Gott zuwenden“, sagte Bühler. „Gleichzeitig wollen wir ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen.“ Stephan Lehnert, Geschäftsführer der ICEJ-Deutschland, ergänzte: „Menschen, die sonst nie eine Bibel in die Hand nehmen, können heute das Wort Gottes lesen, es wird durch uns sichtbar in unserer Stadt.“ Betend liefen die Teilnehmer anschließend mit Gottes Wort durch die Stuttgarter Innenstadt, kamen u.a. an der Synagoge, der Börse sowie der Stiftskirche vorbei und kreuzten die große Fußgängerzone Königstraße.

Hoffnungsvolle Begegnungen

Interessierte Passanten blieben stehen, beobachteten den Zug und machten Fotos. „Der Marsch verlief sehr friedlich, es war eine schöne Einheit da und viele Leute am Rande wurden aufmerksam, haben geguckt und die Bibelverse gelesen. Genau dafür haben wir gebetet“, freute sich Petra Maier, die ein Schild mit dem Wort aus 2. Korinther 5,20 gewählt hatte: „Nehmt die Versöhnung an, die Gott euch anbietet!“ (GNB) „Es war richtig gut und ein wichtiges Zeichen, dass wir den Gebetsmarsch gemacht haben.“ Wolfgang Utz, der sich als Ordner engagierte, war ebenfalls begeistert. „Am Wegrand hat eine Frau plötzlich gerufen: ‚Könnt ihr bitte mit mir beten?‘“, erinnerte er sich. „Ein Gebetsmarschteilnehmer ist stehengeblieben und hat für die Frau gebetet. Das hat ihr so gutgetan, das war deutlich zu sehen.“

Die Stimme erheben

Auf dem Stauffenbergplatz wurde anschließend der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs mit Lobpreisliedern gepriesen und für Israel und Deutschland gebetet. ICEJ-Präsident Dr. Jürgen Bühler (Jerusalem) erklärte: „Es ist wichtig, dass wir für die Sache Gottes und die biblischen Werte aufstehen und unsere Stimme erheben. Es ist sehr passend, dass wir das hier auf dem Stauffenbergplatz tun.“ Er ermutigte die Beter, für ein klares Bekenntnis Deutschlands zu Israel und dem jüdischen Volk einzutreten. „Vor Kurzem hat Israels Oppositionsführer Benjamin Netanjahu erklärt, dass Christen bereits vor den Juden Zionisten waren. Christen wie Wesley und Spurgeon sagten, Gott werde eines Tages sein Volk zurückbringen, um den Staat wieder aufzubauen. Was Gott verheißt, wird er halten, das sehen wir heute an Israel. In 2. Chronik 7,14 heißt es, dass Gott vom Himmel hören und das Land heilen wird, wenn sich Gottes Volk demütigt, betet, sein Angesicht sucht und sich von der Sünde abwendet. In den Händen der Gemeinden, von euch, die ihr eine Beziehung zu Jesus habt, liegt der Schlüssel für unser Land“, schloss Bühler.

Ermutigung für Israelis

Michael Kashi, Vorstandsmitglied der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW) und geborener Israeli, lebt in Deutschland und setzt sich seit Jahrzehnten für gute Beziehungen zwischen Deutschen und Juden ein. „Danke, dass ich zu Ihnen reden darf. Der israelische Botschafter hätte nicht besser für Israel sprechen können als Herr Dr. Bühler gerade“, erklärte er und sprach auf Hebräisch und Deutsch ein Gebet für Frieden in der Welt. Anschließend wurde für jüdisches Leben in Deutschland gedankt und um Schutz und Segen für Juden in Stuttgart und ganz Deutschland gebetet. Bereits vor Beginn der Veranstaltung war eine israelische Reisegruppe sehr erstaunt, eine Bühne mit dem Wort „Jerusalem“ mitten in Stuttgart vorzufinden. Sie freuten sich und waren sehr ermutigt als sie hörten, dass Israelfreunde im Gebet für Israel und Deutschland eintreten.

Segensworte für unser Land

„Was für eine tolle Proklamation der Liebe Gottes für unsere Stadt und unser Land“, erklärte Roland Krumm, Vorstandsmitglied von „Gemeinsam für Stuttgart“ und Pastor der City Chapel Stuttgart. „Es ist etwas Gutes, Segensworte in die Stadt zu tragen. Wir haben Hoffnung, Glauben und die Liebe Gottes in dieser Zeitenwende für die Menschen, das gilt besonders für unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, da wir an diesem denkwürdigen Ort mit der Aufschrift ‚Nie wieder!‘ stehen.“ Christoph Scharnweber, Politikreferent und Gebetskoordinator der ICEJ, rief die Teilnehmer auf, für Politiker zu beten. „Unser Anliegen, ‚Nein‘ zu sagen zu Antisemitismus und Judenhass ist leider größer und aktueller geworden, wie aktuell die Documenta in Kassel zeigt. Lasst uns für unsere Mandatsträger beten, dass nicht nur ‚nie wieder‘ gesagt wird, sondern auch Handlungen folgen.“ Bewegend war auch die Bitte um Segen für die Ukraine. „Es ist gut, hier zu sein. Wir fühlen uns nicht wie Flüchtlinge, sondern als Geschwister“, erklärte Yaroslawa, die mit einigen anderen aus der größten messianischen Gemeinde in Kiew nach Deutschland gekommen ist, um hier ukrainischen Flüchtlingen, darunter auch Juden, zu helfen. Sie sprach ein hebräisches Segensgebet. Die Veranstaltung wurde mit dem gemeinsamen Gebet des Vaterunsers abgeschlossen.


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