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Special Reports

Endlich wieder Gemeinschaft!

Ende Februar gab es besonderen Grund zur Freude im Haifa-Heim der ICEJ für Holocaustüberlebende: Der Speisesaal wurde wieder geöffnet! Ein Jahr lang, in dem sie fast durchgängig isoliert in ihren Wohnungen essen mussten, hatten alle sehnsüchtig auf diesen Moment gewartet. Fröhliche Stimmen hallten durch den Speisesaal, die Bewohner grüßten einander begeistert und freuten sich sehr, Mahlzeiten gemeinsam einnehmen zu können. Die Heimbewohner, die inzwischen fast alle zweifach geimpft sind, machen sich nun jeden Tag zurecht, laufen zum Speisesaal und treffen dort Freunde. All das macht sie glücklicher und ist ihrem Wohlbefinden zuträglich.

Foto: ICEJ, Fanny freut sich über ihre Bastelarbeit

Kunsttherapie

Derzeit haben wir keine Kunsttherapeutin, aber unsere freiwilligen Helferinnen ermöglichen den Bewohnern regelmäßig künstlerische Betätigung. „Als ich sieben Jahre alt war, musste ich die Schule verlassen und konnte nichts lernen. Mit der Kunsttherapie kann ich endlich lernen und neue Dinge erschaffen. Das genieße ich sehr!“, strahlte Fanny.

Miriams 99. Geburtstag

Miriam wurde in Polen geboren und wuchs nahe der deutschen Grenze auf. Nur fünf Tage nach Kriegsausbruch, am 6. September 1939, kamen die Nazis in ihre Stadt. Bis zum Ende des Krieges musste Miriam in verschiedenen Ghettos ums Überleben kämpfen, darunter das Ghetto in Łódź(Litzmannstadt). 1944 wurde sie nach Auschwitz deportiert und überlebte. Im Februar hatten wir die Freude, ihren 99. Geburtstag zu feiern! Sie ist eine zufriedene und dankbare Dame. Zusammen haben wir gesungen und ihr Leben gefeiert. „Mögest du 120 Jahre alt werden!“, ist der übliche Geburtstagswunsch.

Briefe bringen Freude

In unserem Technologiezeitalter landen handgeschriebene Karten oder Briefe nur noch selten im Briefkasten. Doch viele, die eine Patenschaft für Holocaustüberlebende übernommen haben, scheuen keine Mühe, um mit „ihren“ Holocaustüberlebenden Kontakt zu halten. Unsere ICEJ-Mitarbeiter verteilen die Briefe, lesen sie vor oder übersetzen sie, wenn nötig, und schicken die Antworten der erfreuten Empfänger zurück. Als Rita einen Brief von einem neuen Paten erhielt, war sie tief berührt: „Ihre Worte und Gedanken haben meine Augen mit Tränen gefüllt – eine Mischung aus Traurigkeit, aber auch Freude, dass ich noch lebe. Ich bin Gott dankbar, dass ich mit Menschen wie Ihnen Kontakt habe, die so erfüllt sind mit Liebe für unser Land und unser Volk. Das bereitet mir große Freude!“ Ein herzliches Dankeschön an alle unsere Paten, die unseren Bewohnern ihre Liebe und Fürsorge schenken.

Manias Gedicht

Für die 87-jährige Mania ist die Corona-Krise eine schwierige Zeit, aber kreativ zu sein hilft ihr. „Wir müssen etwas erschaffen, unseren Geist beschäftigt halten und nicht nur passiv vor einem Fernsehgerät sitzen. Das macht uns nur depressiv“, sagt sie. Als begeisterte Künstlerin hat sie sich selbst beigebracht, auf dem Computer zu malen. Jeden Tag zeichnet sie ein neues Bild und schreibt ein Gedicht dazu.

Nostalgie von Mania

Eine Schule auf der anderen Straßenseite

Zusehen, wie Kinder vor meinem Fenster spielen.

Ihre einzigen Sorgen sind

Spielen, Hausaufgaben machen und lernen.

In meinem hohen Alter

Sehne ich mich zurück nach diesen Tagen …

Buchtipp: Manias GeschichteEine Kindheit im Schatten des Holocaust

Neue Heimbewohner erwartet

Wir freuen uns, dass die Renovierungsarbeiten im neuen ICEJ-Gebäude kurz vor dem Abschluss stehen. Sobald der Fahrstuhl eingebaut ist, werden hier Bewohner einziehen, die Rund-um-die-Uhr-Betreuung benötigen. In den freien Wohnungen können wir dann neue Heimbewohner willkommen heißen. Wir danken allen Spendern, die im vergangenen Jahrzehnt das Haifa-Heim unterstützt haben. Die Arbeit, die wir hier tun, berührt jeden Tag das Leben kostbarer Menschen.

Bitte beten Sie für unsere Haifa-Heim-Bewohner und helfen Sie uns, ihnen ein Leben in Würde und Gemeinschaft zu ermöglichen. Als Verwendungszweck bitte „Haifa-Heim“ angeben, herzlichen Dank!

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ICEJ sponsert Kreativspiel-Rucksäcke für arabische Kinder

Das kleine Fischerdorf Dschisr az-Zarqa liegt nördlich der wunderschönen historischen Stadt Caesarea an der Mittelmeerküste. Hier leben rund 15.000 israelische Araber und einige Beduinen. Das Dorf zählt zu den ärmsten arabischen Gemeinschaften in Israel. Seit Ausbruch der Corona-Krise ist die Zahl der Arbeitslosen besonders stark angestiegen. Viele Dorfbewohner leben unterhalb der Armutsgrenze und können sich nicht einmal das Notwendigste zum Leben leisten.

Foto: ICEJ, Arabisches Mädchen in Dschisr az-Zarqa

Leben im Lockdown

Da ganz Israel schwer von der Pandemie betroffen ist und Kinder wegen der Verlängerung der Lockdown-Maßnahmen noch immer nicht zur Schule oder in Betreuungseinrichtungen gehen können, wurde die ICEJ dringend gebeten, der Gemeinschaft in Dschisr az-Zarqa zu helfen. Die Kinder brauchen Bildungs- und Freizeitmaterialien für die Zeit, in der sie gezwungenermaßen weiterhin zuhause bleiben müssen und sich nicht treffen dürfen. Vor Kurzem konnte die ICEJ gefüllte Geschenk-Rucksäcke mit kreativen Lern- und Spielideen für die Kinder von 100 Familien im Dorf sponsern, die vom Sozialamt als bedürftig eingestuft wurden.

Rucksäcke gegen Langeweile

Freiwillige halfen beim Verteilen der Geschenk-Taschen an die Familien. Die Kinder hüpften aufgeregt auf und ab und jubelten vor Freude, als sie ihre Rucksäcke in Empfang nahmen, die mit Kreativspielzeug, Lehrmaterialien und interaktiven Beschäftigungsideen gefüllt waren – ein unterhaltsamer Zeitvertreib für junge wie auch ältere Familienmitglieder, während Schulen und Geschäfte wegen des andauernden Lockdowns noch immer geschlossen bleiben.

Gute Nachbarschaft

Es ist Teil des biblischen Mandats der ICEJ, Versöhnung zwischen verschiedenen Gemeinschaften in ganz Israel zu fördern. Deshalb unterstützen wir das „Good Neighbors Network“ (Netzwerk der guten Nachbarschaft), in dem Juden und Beduinen gemeinsame Projekte erarbeiten und umsetzen, die beiden Gemeinschaften zugutekommen. Dank dieser Zusammenarbeit haben tausende Beduinen, die in nicht anerkannten Dörfern im Osten der Negev-Wüste leben, während der Corona-Krise Lebensmittelpakete und wichtige Gesundheitsinformationen von der Regierung erhalten.

Gemeinsam helfen

Debbie Golan, die dem Netzwerk angehört, drückte uns ihre Dankbarkeit aus: „Vielen Dank an die ICEJ! Eure Unterstützung hat unser Netzwerk gestärkt und leistet einen wichtigen Beitrag dazu, dass wir dort helfen können, wo es am dringendsten benötigt wird. Ohne eure Unterstützung hätten diese beduinischen Familien nicht die notwendige Hilfe erhalten. Doch wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Keine der beiden Gemeinschaften hätte dieses Projekt alleine durchführen können.“

Danke für Ihre Unterstützung, durch die wir Israelis aus allen Gesellschaftsschichten segnen können. Bitte helfen Sie uns dabei auch weiterhin! Als Verwendungszweck „Zukunft & Hoffnung“ angeben, herzlichen Dank!

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Ich werde meine Familie umarmen und Gott danken

Im Dezember 2020 startete Israel die Operation „Fels Israels“, mit der 2.000 der rund 7.500 noch in Äthiopien verbliebenen Juden bis Mitte Februar nach Israel gebracht werden sollen. Die meisten von ihnen warten seit Jahrzehnten unter prekären Bedingungen darauf, ihre Angehörigen in Israel wiederzusehen. Die andauernde Ungewissheit über ihre Zukunft und die Trennung von ihren Lieben macht ihnen sehr zu schaffen. Eine von ihnen ist Yaliganesh Addis. Sie lebt mit ihrem Mann und vier Kindern in einem Transitlager in Gondar.

Foto: JAFI/Eyoel Abraham Kahssay, Yaliganesh Addis vor ihrer Lehmhütte in Gondar, November 2020

20 Jahre Trennung

Vor 20 Jahren sah Yaliganesh ihre Mutter Nana zum letzten Mal. Damals verließ Nana mit ihren drei Söhnen das Dorf Godscham, zog nach Gondar und stellte den Antrag auf Alijah (Einwanderung nach Israel). Die anderen vier Kinder, darunter Yaliganesh, blieben in Godscham zurück. Einige standen kurz vor der Heirat. Nachdem sie neun Jahre unter ärmlichen Bedingungen in einem Transitlager in Gondar gelebt hatten, erhielten sie endlich die Genehmigung, Alijah zu machen. „Wir freuten uns riesig“, erinnert sich ihr Sohn Kafale.

Tränen der Sehnsucht

Doch dann kam die Ernüchterung: Nur Mutter und Söhne durften einwandern. „Man sagte uns: ihr geht voraus und sobald ihr in Israel seid, kommen die anderen nach“, erzählt Kafale, der heute in Petach Tikwa lebt. Nach und nach konnten drei weitere Geschwister Alijah machen, doch Yaliganesh blieb zurück. „Ich weinte so sehr als sie nach Israel gingen und heute, zehn Jahre später, weine ich immer noch“, sagt sie. „Ich konnte mich nicht einmal von ihnen verabschieden.“ Auch ihre Familie leidet unter der Trennung. „Meine Mutter ist am Ende“, sagt Kafale. „Seit 20 Jahren ist sie von ihrer Tochter getrennt. Sie hat ihre vier Enkel noch nie gesehen.“

Allein zurückgelassen

Als junger Mann versuchte Kafale, sich für seine Schwester einzusetzen. Immer wieder vertröstete man ihn: „Deine Schwester wird schon irgendwann kommen.“ Nach seinem Militärdienst in der Fallschirmjäger-Einheit reiste er nach Gondar. Als Angehöriger der äthiopischen Gemeinschaft, in der das Leben innerhalb der Großfamilie von einem starken Zusammengehörigkeitsgefühl und großer Solidarität geprägt ist, war er erschüttert von dem, was ihn in Gondar erwartete: Umgeben von Armut war seine Schwester auf sich allein gestellt. „Es tat weh, meine Schwester so zu sehen. Wenn sie einmal krank ist, ist niemand da, der sich um sie kümmert“, erklärt Kafale unter Tränen. „Wir machen uns Sorgen um sie, schicken ihr Geld, damit sie über die Runden kommt.“

Prekäre Lebensbedingungen

Wie fast alle Juden in Gondar wohnt auch Yaliganesh in einer Lehmhütte. Elektrizität und fließend Wasser gibt es nicht, geheizt und gekocht wird mit Brennholz. Mit den Nachbarn teilt man sich eine Gemeinschaftstoilette. Yaliganeshs wenige Habseligkeiten sind seit Jahren in Koffern verpackt - stets bereit für die Rückkehr nach Israel. Die sechsköpfige Familie zahlt für die 25 Quadratmeter große Hütte eine Monatsmiete von 1.000 Birr (ca. 21 Euro), was sehr teuer ist. Viele Vermieter treiben die Mieten absichtlich hoch. „Sie denken, die Juden könnten schon nächste Woche nach Israel auswandern, also verlangen sie mehr Geld“, erklärt Adane Tadele, Repräsentant der Jewish Agency (Israels Einwanderungsbehörde) in Äthiopien. Außerdem vermieten sie nicht gerne an Familien mit Kindern. Yaliganesh kann also nicht lange an einem Ort bleiben: „Es ist schwer, in Gondar Kinder großzuziehen, ohne die Hilfe der Großfamilie. Ich habe niemanden hier“, sagt sie.

Ohne Perspektive

Neben den hohen Lebenshaltungskosten stehen die Juden in Gondar vor einer weiteren Herausforderung: Die meisten von ihnen stammen aus ländlichen Gegenden und können sich nur schwer ins Stadtleben integrieren. Auf dem Arbeitsmarkt haben sie keine Chance, denn Arbeitgeber bevorzugen Arbeiter, die langfristig für sie arbeiten. „Sie wollen keine Juden einstellen, die jederzeit auswandern könnten“, erklärt Tadele. Somit sind die Juden auf die finanzielle Unterstützung ihrer Verwandten in Israel angewiesen. Die Jewish Agency versucht, das Elend zu lindern und kümmert sich um die medizinische Versorgung. Außerdem gibt es ein Ernährungsprogramm für Schwangere und unterernährte Kinder unter fünf Jahren, das die ICEJ mitfinanziert (wir berichteten). Im Monat erhält jede Familie bis zu 45 Kilogramm Teff, die in Äthiopien angebaute Getreideart.

Endlich Hoffnung

Im November 2020 erhält Yaliganesh schließlich die Genehmigung, Alijah zu machen. „Ich freue mich so sehr, meine Familie wiederzusehen. Es ist, als träumte ich“, sagt sie. Auch ihre Familie in Israel freut sich. „Nun ist die Zeit gekommen, sie endlich nach 20 Jahren das Weinens zu umarmen und diese aufgestaute Sehnsucht rauszulassen“, sagt Kafale erleichtert. Yaliganesh weiß bereits, was sie als erstes tun wird, wenn sie endlich in Israel ist: „Meine Familie umarmen und Gott danken.“

Ende 2020 landet Yaliganesh mit ihrer Familie in Israel. Nach der obligatorischen zweiwöchigen Quarantäne schließt sie ihre Mutter Nana und ihre Geschwister endlich wieder in die Arme!

1.270 der 2.000 äthiopischen Juden sind bereits mit der Operation „Fels Israels“ eingewandert. Die ICEJ hat bisher die Flugkosten für 502 von ihnen übernommen und möchte weitere Flugtickets finanzieren. Ein Ticket kostet derzeit rund 1.100 Euro.

Bitte beten Sie mit, dass die Flüge bald durchgeführt werden können, und helfen Sie uns, weitere äthiopische Juden bei ihrer Alijah zu unterstützen! Als Verwendungszweck bitte „Alijah & Integration“ angeben, herzlichen Dank!

Film-Hinweis: Auf unserem YouTube-Kanal finden Sie eine Reportage über Yaliganeshs Alijah: „Äthiopische Juden: Wiedersehen nach 20 Jahren“

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Sicherheit für Schülerinnen in Aschkelon

In der südisraelischen Küstenstadt Aschkelon leben viele einkommensschwache Familien. Die Stadt am Mittelmeer liegt nur 13 Kilometer nördlich vom Gazastreifen und damit leider in Reichweite palästinensischer Terroristen. Immer wieder wird die Stadt mit Raketen beschossen.

Foto: ICEJ, Nicole Yoder im Gespräch mit Schülerinnen in Aschkelon

Schutzlos  

Viele Familien in Aschkelon fühlen sich nicht sicher, weil es in ihrer Wohnung keinen Schutzraum gibt. Wenn die Alarmsirenen aufheulen, müssen sie zum nächstgelegenen Schutzbunker rennen. Damit Schulen auch bei verschärften Spannungen in der Region noch Unterricht anbieten dürfen, müssen auf ihrem Gelände Schutzbunker stehen. Es beruhigt die Eltern sehr zu wissen, dass sich ihre Kinder in Sicherheit bringen können, wenn sie bei Raketenalarm in der Schule sind.

Raketenangriff

Neulich besuchte die ICEJ die AMIT Hochschule für Technologie in Aschkelon, die mit engagierten Schülern und fortschrittlichem Lernen einen guten Ruf genießt. An einem Schabbat im Jahr 2014 während des Raketen-Krieges mit der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Terrororganisation Hamas wurde die Schule von einer Rakete getroffen und der Eingangsbereich sowie einige Klassenzimmer zerstört. Gott sei Dank befanden sich zum Zeitpunkt des Anschlags keine Kinder im Schulgebäude! Dennoch hat sich der Raketenangriff ins Gedächtnis der Gemeinschaft eingebrannt und bleibende Spuren hinterlassen.

Neustart

Die staatlich-religiöse Schule zählt rund 400 Schüler, hauptsächlich Jungen. Doch vor kurzem rief sie ein separates Programm für Mädchen ins Leben: Etwa 60 orthodoxe Schülerinnen sollten getrennt von den Jungen in ihrem eigenen Schulkomplex unterrichtet werden. Während der Umgestaltung des Gebäudes erfuhr die ICEJ, dass vor Ort dringend Schutzbunker benötigt wurden.

Liebesbeweis

Dank großzügiger Spenden von Christen aus den USA und der Schweiz konnte die ICEJ im neuen Schulbereich für orthodoxe Mädchen zwei Schutzbunker aufstellen. Bei der Übergabe erklärte Nicole Yoder, ICEJ-Vizepräsidentin für Alijah und Soziales: „Diese Schutzbunker sind ein Geschenk von Christen, die Israel lieben. In ihrem Namen wünschen wir allen Schülerinnen und ihren Lehrerinnen ein gesegnetes neues Jahr!“ Das an den Schutzbunkern angebrachte ICEJ-Schild ist eine beständige Erinnerung an diesen Liebesbeweis.

Sicherheit

Der Schuldirektor dankte allen Spendern und betonte, wie wichtig der Schule die Sicherheit ihrer Schüler ist. „Ohne die Schutzbunker hätten wir das neue Mädchenprogramm nicht beginnen können“, erklärte er. Nicole antwortete: „Auch wenn die Schülerinnen nun die Möglichkeit haben, sich in einen Schutzbunker zu flüchten, hoffen wir natürlich, dass sie es nie tun müssen!“ Die Schutzbunker tragen entscheidend dazu bei, dass die Mädchen sich entspannter auf den Unterricht konzentrieren können.

Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Gabe, weitere von Raketen und Terror bedrohte Orte in Israel zu schützen. Als Verwendungszweck bitte „Schutzbunker“ angeben, herzlichen Dank!

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Puppenspielerin ermutigt Neueinwanderer

Die Puppentheater-Künstlerin Ayala, eine russische Einwanderin, hat dieses Jahr den ersten Preis eines Wettbewerbs für soziale Unternehmerinnen gewonnen, den die ICEJ sponserte. Dieser war Teil eines Kurses für elf Unternehmerinnen aus der Peripherie in Israel, die mit ihren Kleinunternehmen etwas zum Familieneinkommen dazuverdienen. Sie erhielten Ratschläge und Informationen zur Geschäftsführung und zum Marketing. Der Wettbewerb forderte die Frauen heraus, einen sozialen Aspekt in ihr Geschäftsmodell aufzunehmen, durch den die israelische Gesellschaft gestärkt werden kann. Ayala erzählt in einem Puppenspiel ihre Geschichte und ermutigt damit andere Einwanderer.

Foto: Privat, Ayala beim Puppenspiel

Ayalas Geschichte

„Ich wurde als ‚Olga’ in Russland geboren. Meine Mutter ist jüdisch, mein Vater kam aus einer christlichen Familie“, erzählte Ayala. „Auch meine Großmutter ist Jüdin. Aber ‚Jude‘ genannt zu werden ist in Russland kein Kompliment. Daher sprach meine Familie nicht über ihre jüdische Herkunft.“ In Russland prägt meist der Vater die Familie. So wurde Olga getauft und ging zur Kirche. „In meinem Herzen wusste ich immer, dass es Gott gibt.“ Als sie in der Schule ‚Jude‘ genannt und manchmal auch geschubst wurde, war Olga geschockt – sie hatte immer geglaubt, Russin zu sein. Erst als sie mit zwölf Jahren ihre nach Israel ausgewanderte Großmutter besuchte, verstand sie, dass sie jüdischer Herkunft war. „Ich liebte Israel und beschloss hier zu leben, selbst wenn ich alleine kommen müsste“, erinnerte sich Ayala. Als 14-Jährige kam sie nach Israel – ohne ihre auseinanderfallende Familie.

Neustart in Israel

„Ich bewarb mich für eine jüdisch-religiöse Schule, obwohl ich nicht jüdisch erzogen worden war. Auf meine Nachfrage sagten sie, ich brauche nur einen Rock tragen und dass es keine Jungen dort gebe, das war alles“, lächelte sie in Erinnerung an die große Umstellung. „Aber plötzlich durfte ich mein Brot nicht mehr gleichzeitig mit Wurst und Käse belegen und am Schabbat keine Lichtschalter betätigen. Ich hatte keine Ahnung vom Schabbat oder den jüdischen Speisegesetzen. Aber ich musste ein neues Leben in Israel anfangen und Hebräisch lernen, damit meine Mutter und mein Bruder auch kommen konnten – was sie schließlich taten.“ Doch auch in Israel erlebte Olga als Immigrantin Ausgrenzung. „Du bist Russin, geh zurück nach Russland!“, wurde ihr gesagt, obwohl sie in Russland als Jüdin, nicht als Russin angesehen worden war. In der 11. Klasse wollte Olga nicht mehr als Russin gelten. Sie änderte ihren Namen in Ayala und entschied sich für den jüdisch-orthodoxen Glauben, obwohl ihre Familie nicht religiös war. „Es war nicht leicht und ich fühlte mich oft allein“, sagte sie.

Angekommen

Ayala studierte darstellende Kunst mit Schwerpunkt Puppentheater. Sie war sportlich und betrieb Triathlon. Dadurch wuchs ihr Selbstvertrauen. „Ich erkannte, dass ich besonders bin, ich spreche drei Sprachen und kam allein nach Israel“, erklärte die heute 33-Jährige. Sie heiratete und bekam vier Kinder. Aus ihren Erfahrungen wurde ihre Geschäftsidee geboren. Ihr Puppentheater „Ayaluschka“ weist auf ihre russische Herkunft hin. „Mit meiner Geschichte ermutige ich Neueinwanderer: Der Anfang ist schwer, ihr fühlt euch oft allein und braucht Hilfe, aber am Ende wird alles gut. Seht mich an!“, strahlte sie. „Ich danke Gott, dass er mich hergebracht hat, und für die guten Menschen, die mir geholfen haben.“

Bitte helfen Sie uns, Israelis zu unterstützen, die die israelische Gesellschaft stärken. Als Verwendungszweck bitte „Zukunft und Hoffnung” angeben, herzlichen Dank!

 

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Trotz Flughafen-Schließung: ICEJ bringt 302 Juden nach Israel

Der israelische Ben-Gurion-Flughafen ist im Kampf gegen die Corona-Pandemie seit Ende Januar für Passagierflüge geschlossen. Erstmals seit der Staatsgründung 1948 wurde auch die Alijah (Einwanderung nach Israel) ausgesetzt. Doch nun durfte ein von der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem (ICEJ) gesponserter spezieller Charterflug mit besonderer Erlaubnis landen. 302 äthiopisch-jüdische Neueinwanderer sind so am frühen Morgen des 12. Februar 2021 im Rahmen der Operation „Fels Israels” nach Israel zurückgekehrt. Es war der größte Alijah-Flug, den die ICEJ seit zwei Jahrzehnten gechartert hat – und er fand unter außergewöhnlichen Umständen statt.

Foto: ICEJ, Dr. Jürgen Bühler und Nicole Yoder begrüßen die äthiopischen Neueinwanderer, 12.02.2021

Ein Traum wird wahr

„Für alle ist es eine schwierige Zeit, aber wir sind sehr dankbar, dass diese äthiopischen Neueinwanderer eine besondere Genehmigung für die Heimreise nach Israel erhielten“, erklärte ICEJ-Präsident Dr. Jürgen Bühler. „Sie haben sehr harte Bedingungen in Gondar ertragen und erwarteten jeden Tag, dass sie nach Israel gehen dürften – doch durch die aktuelle Schließung des Flughafens zerschlugen sich ihre Hoffnungen. Aber nun sind ihre Träume wahr geworden, endlich mit ihren Familien im verheißenen Land vereint zu sein. Wir danken den vielen Christen weltweit, die diesen Flug ermöglicht haben.“

Corona-Tests und Quarantäne

Alle äthiopischen Neuankömmlinge mussten einen Corona-Test machen und in Israel eine zweiwöchige Quarantänezeit antreten. Die Tests wurden diese Woche im äthiopischen Gondar vorgenommen. Anschließend traten die Olim (Neueinwanderer) mit Bussen die zwölfstündige Fahrt nach Addis Abeba an, wo sie ein Flugzeug für den vierstündigen Flug nach Israel bestiegen.

Unter den Neueinwanderern war auch der sechsjährige Benjamin, der eine Notoperation am Herzen benötigt. Er wurde sofort vom Flughafen in ein Krankenhaus in Tel Aviv gebracht. Bitte beten Sie für den kleinen Benjamin!

Operation „Fels Israels“

Das israelische Kabinett beschloss 2015, die letzten äthiopischen Juden, die unter prekären Bedingungen in Transitlagern in Gondar und Addis Abeba leben, nach Israel zu bringen. Manche warten bereits seit 20 Jahren auf ihre Alijah. Die ICEJ hat Alijah-Flüge für mehr als 2.700 äthiopische Juden, die seither nach Israel kamen, gesponsert. Doch der Einwanderungsprozess wurde immer wieder verzögert und die Herausforderungen für die Wartenden nehmen zu.

Die israelischen Behörden haben darauf reagiert, indem sie derzeit 2.000 äthiopische Juden nach Israel evakuieren. Der von der ICEJ gecharterte Flug ist Teil der israelischen Operation „Fels Israels“, die Anfang Dezember startete. In Äthiopien sind sie von Dürre, Heuschreckenschwärmen, wirtschaftlicher Not, dem Coronavirus und Stammeskriegen bedroht. Die ICEJ hat nun die Flüge für mehr als 500 der 2.000 äthiopischen Neuankömmlinge gesponsert.

Es befinden sich schätzungsweise noch 7.500 Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft in Äthiopien. Israels Alijah-Ministerin Pnina Tamano-Schata und Isaac Herzog, Vorsitzender der Jewish Agency (Israels Einwanderungsbehörde), wollen alle, die zur Einreise berechtigt sind, in den nächsten Jahren nach Israel bringen und dann die Transitlager in Äthiopien schließen.

Bitte beten Sie mit uns und helfen Sie uns, weiteren äthiopische Juden die Heimkehr nach Israel zu ermöglichen. Als Verwendungszweck „Alijah & Integration“ angeben, herzlichen Dank!

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Lernhilfe für neueingewanderte israelische Schulkinder

Für jüdische Neueinwanderer ist es eine riesige Herausforderung, ihre Länder zu verlassen, um nach Israel einzuwandern. Doch wie schwer muss das erst für ein Kind inmitten einer globalen Pandemie sein?

Foto: ICEJ, Ein äthiopisch-jüdisches Mädchen mit ihrem neuen Tablet

Schwerer Start

Die achtjährige Yirus machte vor Kurzem mit ihren Eltern und fünf Geschwistern Alijah (Einwanderung nach Israel) aus Äthiopien. Bei ihrem Schulstart in Israel war sie unmittelbar mit Herausforderungen wie der Sprachbarriere, kulturellen Unterschieden und der Schwierigkeit konfrontiert, wegen der neuen Corona-Maßnahmen von Zuhause aus zu lernen. Es gibt viele Kinder, die wie Yirus während dieser besonders herausfordernden Zeit nach Israel kommen. Derzeit benötigen fast 600 äthiopische Kinder und weitere 370 neueingewanderte Kinder aus anderen Ländern zusätzliche Unterstützung beim Einfinden in ein neues, nun auch noch weitgehend digitales Bildungssystem. „Grundlagen“ (Foundations) ist der Name eines wichtigen Bildungsprogramms, das Schülern ab acht Jahren bis zur 12. Klasse Hilfestellung gibt. Sie erhalten die benötigten Mittel, um am Online-Unterricht über die Internetplattform Zoom teilnehmen zu können. Darüber hinaus werden die Nachhilfeschüler täglich von einer Lehrkraft unterstützt, die ihnen bei technischen Problemen, Hebräisch und anderen Fragen hilft.

Widrige Umstände

Die meisten Kinder, die auf diese Hilfe angewiesen sind, kommen aus Äthiopien, doch das Programm steht auch Kindern aus anderen Einwandererfamilien offen, die in Integrationszentren der Jewish Agency wohnen. Der wegen der Coronakrise nötige Heimunterricht stellt sie vor große Herausforderungen, denn ihre Wohnungen sind oft sehr klein und einige neueingewanderte Familien können sich die zum Online-Unterricht benötigten technischen Geräte nicht leisten. Darüber hinaus lernen die Eltern selber erst die hebräische Sprache und Kultur kennen, sodass sie die Fragen ihrer Kinder meist nicht beantworten können.

Hilfe, die ankommt

Der 13-jährige Sergei und die 11-jährige Alisa sind aus Russland nach Israel eingewandert und haben durch das „Grundlagen“-Programm Hebräisch-Nachhilfe erhalten. Diese Unterstützung half Sergei enorm – sein Hebräisch macht große Fortschritte, er hat neue Freunde gefunden und Spaß in der Schule. Seit Beginn der Coronakrise hat die ICEJ für Sergei und Alisa Spiele, Hebräisch-Lernbücher, Schulsachen, Bücher und ein Tablet gesponsert.

Toda raba, vielen Dank!

Eine Mitarbeiterin der Jewish Agency, Danielle Mor, dankte Nicole Yoder, ICEJ-Vizepräsidenten für Alijah und Soziales, für die Unterstützung der ICEJ. „Ihr habt es uns ermöglicht, in einer Notzeit wie dieser zu helfen. Im Namen von Yirus, Sergei, Alisa und den vielen anderen Familien und Kindern, die vom „Grundlagen“-Programm profitiert haben, danken wir als Jewish Agency der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem herzlich. Dank eurer Unterstützung wird diesen Kindern beim Online-Schulunterricht von ausgebildeten, professionellen Lehrkräften geholfen.“

Wir sind sehr dankbar für die großzügigen Gaben unserer christlichen Freunde weltweit, die diese wichtige schulische Förderung ermöglicht haben. Es benötigen noch viele weitere neueingewanderte und benachteiligte israelische Kinder im ganzen Land unsere Hilfe. Für rund 500€ können wir diesen Kindern einen Computer kaufen oder in ein Bildungsprogramm für sie investieren.

Bitte helfen Sie uns, den Kindern einen guten Einstieg ins israelische Schulleben zu ermöglichen und damit eine wichtige Grundlage für ihre Zukunft zu legen! Als Verwendungszweck bitte „Zukunft und Hoffnung“ angeben, herzlichen Dank!

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Gemeinsam durch freudige und traurige Momente

Im Heim für Holocaustüberlebende der ICEJ in Haifa hat es seit seiner Eröffnung 2010 viele Veränderungen und Erweiterungen gegeben. Aus einigen wenigen schlichten Wohnungen ist es im Laufe der Jahre zu einem Großprojekt mit Wohnungen in etwa einem Dutzend Gebäuden, die über mehrere Straßen verteilt sind, herangewachsen. Hinzu kommen ein gemeinschaftlicher Speisesaal, ein Museum und ein Aufenthaltsraum.

Foto: ICEJ, Bluma genießt die Zeit mit Volontärin Debora

Neue Heimbewohner erwartet

Wir freuen uns über die jüngste Erweiterung unseres Haifa-Heims. Die Renovierungsarbeiten im ersten und zweiten Stockwerk unseres neuen ICEJ-Gebäudes stehen kurz vor dem Abschluss. Sobald der Fahrstuhl eingebaut ist, werden hier die Bewohner einziehen, die besondere Unterstützung und Rund-um-die-Uhr-Betreuung benötigen. Neben einigen unserer gegenwärtigen Heimbewohner werden auch neue Bewohner bald dazukommen. Außerdem können wir in den frei werdenden Wohnungen zusätzliche neue Heimbewohner willkommen heißen. Wir werden also bald einige neue Gesichter begrüßen dürfen - jeden mit seiner persönlichen Überlebensgeschichte.

Bluma

Bluma zog vor über einem Jahr ins Haifa-Heim. Zuvor hatte sie ganz in der Nähe gewohnt, im vierten Stock eines Hauses , in dem es jedoch keinen Fahrstuhl gab. Weil sie mobil eingeschränkt war und unter verschiedenen gesundheitlichen Problemen litt, konnte sie ihre Wohnung nicht mehr verlassen. Ihre Familie, die im Ausland lebt, suchte nach Alternativen für Bluma - leider erfolglos. Doch dann entschied Bluma, ins Haifa-Heim der ICEJ zu ziehen, an dem sie zuvor oft vorbeigelaufen war. Sie freute sich so sehr, Teil unserer „Haifa-Heim-Familie“ zu werden.

Invasion, Ghetto und Flucht

Als junges Mädchen hatte Bluma gerade ihr erstes Schuljahr begonnen, als die Deutschen eine Woche später in ihr Heimatland Polen einmarschierten. Ihre Familie wurde kurz darauf gezwungen, ins Ghetto von Lodz (Litzmannstadt) umzusiedeln. Ihnen gelang jedoch die Flucht nach Russland. Dort zogen sie von Ort zu Ort. Sie litten an Hunger, immer wieder wurden sie verjagt und verprügelt, mussten vor den Bombardierungen der deutschen Luftwaffe fliehen und landeten in Arbeitslagern. Im Holocaust verlor Bluma über dreihundert Familienangehörige, die in Polen zurückgeblieben waren. Doch sie überlebte und zog nach dem Krieg nach Israel. Dort lernte sie, Kleidung zu entwerfen und zu nähen – genau wie ihr Vater, der Schneider gewesen war.

„Meine Mutter war hier so glücklich“

Bis ins hohe Alter lebte Bluma sehr unabhängig und nähte weiterhin Kleidung - trotz ihres immer schwächer werdenden Augenlichts. Doch irgendwann kam der Tag, als sie auf die Hilfe anderer angewiesen war. Im Haifa-Heim der ICEJ genoss sie sichtlich die Fürsorge unserer Mitarbeiter.

Ende 2020 verschlechterte sich Blumas Gesundheitszustand rapide. Sie starb am 8. November. Ihre Tochter, die in den letzten Wochen ihres Lebens an ihrer Seite gewesen war, erzählte uns: „Meine Mutter war so glücklich hier im Heim und sie liebte euch alle sehr.“ Es war ein Vorrecht für uns, dass wir eine weitere heldenhafte Überlebende des Holocausts kennenlernen durften!

Ein herzliches Miteinander

Unser Team im Haifa-Heim besteht aus fünf Christen, darunter drei deutsche Volontärinnen, die inzwischen alle seit mehr als einem Jahr bei uns sind. Natalia, unsere Krankenschwester, ist sogar schon das dritte Jahr dabei. Es ist eine solche Freude, mit diesen engagierten, begabten und wunderbaren Menschen arbeiten zu dürfen.

Kerstin, eine deutsche Volontärin, die mit Worldwide Volunteers (Freiwilligenorganisation des BFP und Partner der ICEJ) nach Israel gekommen ist, ist immer bereit, dort zu helfen, wo es am dringendsten benötigt wird. Sie ist ein wahrer Sonnenschein und steckt jeden, der ihr begegnet, mit ihrer Freude an. Im Sommer entschloss sie sich, ein zweites Jahr bei uns zu bleiben. „Es ist so schön zu sehen, wie unsere Beziehung zu den Bewohnern gewachsen ist und wie nahe wir uns inzwischen stehen“, berichtet sie. „Ich spüre, dass ich aus einem bestimmten Grund hier bin und sehr gebraucht werde.“

Natalia fügt hinzu: „Es gibt nichts Schöneres, als mein Leben mit meiner ‚Familie‘ von Holocaustüberlebenden zu teilen! Wir gehen gemeinsam durch freudige und auch schwierige Momente. Wir lachen gemeinsam und weinen gemeinsam. So oft bin ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort, um zu helfen, und es gibt nichts, was mir mehr Freude bereitet.“

Sofies Geburtstag

Sofie wohnt seit zehn Jahren im Haifa-Heim, fast seit seiner Eröffnung. Vor kurzem wurde sie 93 Jahre alt. Das war ein guter Anlass, um zu einer kleinen Feier in unserem Aufenthaltsraum zusammenzukommen. Mit einer schönen Torte und einer kleinen Gruppe Heimbewohner war es eine schöne Zeit der Freude inmitten der schwierigen Corona-Krise. Sofie war überglücklich angesichts der Aufmerksamkeit und der Liebe, die ihr entgegengebracht wurden.

Wir danken allen Spendern, die im vergangenen Jahrzehnt das Haifa-Heim unterstützt haben. Die Arbeit, die wir hier tun, berührt jeden Tag das Leben kostbarer Menschen. Weitere Heimbewohner werden in Kürze, nach Abschluss der letzten Erweiterungen, einziehen können.

Aktuelle Lage im Haifa-Heim

Seit Beginn der Corona-Krise haben wir ganz klar gesehen, dass Gott seine Hand auf besondere Weise über dem Haifa-Heim, den Bewohnern und Mitarbeitern gehalten hat. „Ich bin sicher, dass die vielen Gebete unserer wunderbaren Unterstützer dazu beigetragen haben“, erklärte Yudit Setz, ICEJ-Koordinatorin im Haifa-Heim. Inzwischen haben die meisten Bewohner des Haifa-Heimes ihre erste und manche bereits die zweite Covid-19-Impfung erhalten, ebenso wie ein Großteil der Mitarbeiter. In der Hoffnung, dass im Februar fast jeder geimpft sein wird, können wir darüber nachdenken, den Speisesaal wieder zu öffnen, der seit März 2020 fast durchgängig geschlossen war. „Das wird unseren Bewohnern ein ganz neues Leben ermöglichen“, freute sich Yudit Setz. Die Isolation und fehlende persönliche Begegnungen mit anderen Bewohnern, Familie und Freunden und hat vielen Holocaustüberlebenden psychisch zugesetzt und auch ihr physisches Wohlergehen beeinträchtigt. Mit der Impfung wächst die Hoffnung, dass das Leben wieder „normaler“ werden kann.

Bitte helfen Sie uns, weiterhin liebevoll für die Holocaustüberlebenden im Haifa-Heim zu sorgen. Als Verwendungszweck „Haifa-Heim“ angeben, herzlichen Dank!

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Antisemitismus im Internet

Zu den besorgniserregenden aktuellen Entwicklungen unserer Zeit gehört die Problematik des wachsenden Antisemitismus im Internet. Die Anonymität der virtuellen Welt senkt bei vielen die Hemmschwelle, sich beleidigend, aggressiv und auch antisemitisch zu äußern.

Foto: Pixabay, Symbolbild

Problematik des Antisemitismus im Internet

Mit rund 66 Millionen Nutzern in Deutschland (Stand 2020) ist das Internet aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken. Es spielt inzwischen eine wesentliche Rolle bei der Informationsbeschaffung und Meinungsbildung in weiten Teilen der Bevölkerung. Die globale Vernetzung von Menschen und Verbreitung von Informationen hat jedoch auch seine Schattenseiten. Antisemiten können sich mit Gleichgesinnten weltweit austauschen und organisieren. Antisemitisches Gedankengut, das einmal im Internet veröffentlicht wurde, ist weltweit einsehbar, wird mit anderen geteilt und selten wieder gelöscht. Am Beispiel der Attentäter von Halle und Jersey City wird deutlich, dass Antisemitismus im Netz den Weg in die reale Welt finden kann: Sie waren zuvor in antisemitischen Online-Foren unterwegs und posteten auch selbst antisemitische Inhalte.

Virale Verbreitung

Eine vom Jüdischen Weltkongress in Auftrag gegebene Studie untersuchte Millionen Beiträge, die im Laufe des Jahres 2016 in 20 verschiedenen Sprachen auf Social-Media-Plattformen veröffentlicht wurden. Rund 382.000 Beiträge antisemitischen Inhalts wurden gefunden und analysiert. (Antiisraelische Aussagen wurden nicht berücksichtigt.) Im Durchschnitt sind dies 1.046 antisemitische Beiträge am Tag. Nimmt man an, dass ein einzelner Beitrag von ca. 50-100 Nutzern gesehen wird, erreichten diese 382.000 Beiträge ca. 29 Millionen Internetnutzer.

Antisemiten erhalten kaum Widerspruch

Diese „virale“ Verbreitung von Inhalten führt dazu, dass Millionen Internetnutzer Judenhass und antisemitischen Verschwörungstheorien ausgesetzt sind – auch ohne explizit danach zu suchen. Oft werden antisemitische Aussagen widerspruchslos veröffentlicht und geteilt, deshalb werden sie von vielen als legitime Ansichten wahrgenommen. Angesichts der Bedeutung des Internets als Informationsquelle - insbesondere, aber nicht ausschließlich unter jungen Leuten - sind dies besorgniserregende Entwicklungen, die prekäre Folgen für unsere Gesellschaft haben können.

Mittelalterlicher Judenhass

Was sich konkret hinter dem Begriff „antisemitische Beiträge“ verbirgt, zeigt eine Langzeitstudie von Prof. Monika Schwarz-Friesel (TU Berlin) aus den Jahren 2007-2018, bei der über 60.000 Online-Kommentare untersucht wurden. 54,02% der antisemitischen Äußerungen weisen „klassische“ bzw. mittelalterliche judenfeindliche Stereotypen auf, wie z.B. die Behauptung, Juden seien „Weltverschwörer“. Neben antisemitischen Beiträgen mit Bezug auf den Holocaust (z.B. die Behauptung, Juden würden vom Holocaust profitieren), ist mit 33,35% der Kommentare auch israelbezogener Antisemitismus weit verbreitet, oft in Kombination mit „klassischen“ antisemitischen Beschuldigungen. Dabei wird Israel z.B. als „Krebsgeschwür“ oder als „Übel der Welt“, das verschwinden muss, diffamiert. Auffallend ist, dass diese Äußerungen bei Antisemiten in jedem politischen Lager, auch in der Mitte der Gesellschaft, zu finden sind.

Was können Christen gegen Antisemitismus online tun?

Als Christen, die Gottes Volk lieben, sehen wir es als unsere Aufgabe, der Ausbreitung judenfeindlicher Lügen entgegenzutreten. Dabei wollen wir uns nicht vor der scheinbaren Unendlichkeit des Internets und der globalen Verbreitung antisemitischen Gedankenguts entmutigen lassen. Wir können in unserem direkten Umfeld, sei es im realen Leben oder auf Social Media, aktiv werden und damit bereits viel erreichen. Beispielsweise können wir im persönlichen Gespräch antisemitischen Aussagen entgegentreten, ein verzerrtes Israel-Bild mit Fakten widerlegen oder pro-aktiv bei Freunden und Familie ein gesundes Interesse an Israel und dem jüdischen Volk wecken.


Youtube-Video: Antisemitismus im Internet


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Endlich in Israel!

Die Freude war groß, als Anfang Dezember 432 äthiopische Olim (Neueinwanderer) mit Evakuierungsflügen in Israel eintrafen. Es war der Beginn der Operation „Fels Israels“, mit der bis Ende Januar 2021 rund 2.000 äthiopische Juden Alijah (Einwanderung nach Israel) machen sollen.

Foto: Ankunft äthiopischer Neueinwanderer in Tel Aviv, 3.12. 2020, Olivier Fitoussi/Jewish Agency

Träume erfüllen

Nach dem langen Flug kamen die äthiopischen Neueinwanderer müde, aber mit gespannter Erwartung aus dem Flugzeug. Kaum waren sie die Gangway hinuntergestiegen, ließen sich viele auf die Knie nieder und küssten den Asphalt. Tief bewegt und voller Freude konnten sie es kaum fassen: Wir sind in Israel! Israels Premierminister Benjamin Netanjahu begrüßte die ersten 316 äthiopischen Olim am Flughafen in Tel Aviv. Sie wurden von Israels Ministerin für Alijah und Integration Pnina Tamano-Shata, die selbst im Alter von drei Jahren aus Äthiopien einwanderte, begleitet. Einen Tag später landeten weitere 116 äthiopische Juden in Israel, deren Flüge die ICEJ sponserte.

„Wir freuen uns, diese Neuankömmlinge der alten äthiopisch-jüdischen Gemeinde endlich hier in Israel zu sehen“, sagte ICEJ-Präsident Dr. Jürgen Bühler. „Die Evakuierungsflüge finden zu einem entscheidenden Zeitpunkt statt, da sich die Bedingungen in Äthiopien verschlechtern. Für die ICEJ ist es ein Privileg, diesen historischen und humanitären Einsatz unterstützen, äthiopische Familien wiedervereinen und die Träume vieler Generationen, ins jüdische Heimatland zu kommen, erfüllen zu können.“ Die Olim mussten noch zwei Wochen Quarantäne abwarten, bevor sie ihre Familienmitglieder in Israel nach Jahren wiedersahen.

Verzögerte Alijah

2015 hatte die israelische Regierung beschlossen, dass über 9.000 noch in Äthiopien lebende Juden im Rahmen der Familienzusammenführung nach Israel kommen dürfen. Aufgrund politischer und bürokratischer Schwierigkeiten trafen bisher jedoch nur 2.500 in Israel ein, von denen die ICEJ gut 2.200 sponserte. Aljah-Ministerin Tamano-Shata will bis Ende 2024 alle äthiopischen Juden nach Israel holen.

Krise in Äthiopien

Manche der noch in Äthiopien lebenden Juden warten seit Jahrzehnten darauf, mit ihren Lieben in Israel wiedervereint zu werden. Immer wieder wurde ihre Alijah verschoben. Seit 2019 leidet Äthiopien unter Nahrungsmittelknappheit, bedingt durch Dürre, Überflutungen und Heuschreckenplagen. Aufgrund der Corona-Krise sind die Preise für Grundnahrungsmittel weiter gestiegen. Die in den Transitlagern unter prekären Bedingungen verharrenden Juden sind besonders betroffen, denn viele sind auf finanzielle Unterstützung durch Verwandte in Israel angewiesen. Diese mussten jedoch ihre Überweisungen reduzieren oder gar einstellen, weil auch sie unter der Krise leiden. Hinzu kommt der vorerst beendete militärische Konflikt in Nordäthiopien, nur 70 Kilometer entfernt von Gondar, wo etwa drei Viertel der Juden leben. Beobachter befürchten, dass ein Guerilla-Krieg ausbrechen könnte.

Hilfe für äthiopische Juden

Wegen der sich verschlechternden Bedingungen ist die äthiopische Alijah zu einem dringenden Anliegen geworden. Die ICEJ möchte Evakuierungsflüge für so viele äthiopische Olim wie möglich sponsern. Der nächste Flug der Operation „Fels Israels“ ist für Ende Januar vorgesehen.

Gebetsanliegen:

Bitte beten Sie mit uns entsprechend Jesaja 43,6, dass „der Süden“ Gottes Söhne und Töchter nicht mehr zurückhält, sondern dass sie schnell ins Land Israel kommen können. Bitten wir um Schutz für die noch in Äthiopien wartenden Juden.

Bitte helfen Sie uns, die äthiopischen Juden in dieser Notzeit nach Israel heimzubringen. Als Verwendungszweck bitte „Alijah und Integration“ angeben, vielen Dank!

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