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Online-Gedenkgottesdienst, 27. Januar 2021

Internationaler Holocaustgedenktag

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Teilnahme am Online-Gedenkgottesdienst zum Internationalen Holocaustgedenktag am Mittwoch, 27. Januar 2021, 19 Uhr:

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Der Online-Gedenkgottesdienst wird vorab aufgezeichnet und kann nach der Erstausstrahlung weiterhin angeschaut werden.


Gedenken an die Juden von Mykulytschyn wachhalten

Ruth Rosenstock wurde 1928 in Köningsberg geboren. Sie erlebte die Schoah im heute ukrainischen Dorf Mykulytschyn, das 1941 von der deutschen Wehrmacht besetzt wurde. Schon mit 13 Jahren besorgte sie durch Tauschgeschäfte mit Bauern Lebensmittel für ihre Familie. Ihr jüdischer Vater wurde von der Gestapo und deren ukrainischen Helfern mit den 205 Juden des Dorfes unter unmenschlichen Bedingungen zu einem frisch ausgehobenen Massengrab transportiert und dort per Kopfschuss ermordet. 

 

2010 reiste Frau Michel-Rosenstock in die Ukraine. "Ich habe das Grab gesucht und gefunden", erklärt sie. Es war völlig verwildert. Frau Michel-Rosenstock ließ es säubern, begrünen, neu einzäunen und eine Gedenktafel zur Erinnerung an ihren Vater Aaron Rosenstock und alle ermordeten Juden von Mykulytschyn anbringen. Noch muss man über eine wackelige Hängebrücke laufen und sich durch den Wald vorankämpfen, um zu der Gedenkstätte zu gelangen. Bis August möchte Frau Michel-Rosenstock für rund 20.000 Euro eine etwa zwei Kilometer lange, befahrbare Schotterstraße zur Gedenkstätte bauen lassen, um im 80. Jahr der Ermordung am Massengrab mit einem Rabbiner und weiteren Teilnehmern der Juden von Mykulytschyn zu gedenken. 

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns helfen, Ruth Michel-Rosenstock zu unterstützen, das Gedenken an die Juden von Mykulytschyn wachzuhalten! Als Verwednungszweck "Ruth Michel-Rosenstock" angeben, herzlichen Dank!

 

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Liebe Freunde,

in diesem Jahr wurden leider viele Veranstaltungen zum Internationalen Holocaustgedenktag abgesagt. Doch auch in Pandemiezeiten ist es unerlässlich, die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten und gemeinsam der Opfer und Überlebenden des Holocaust zu gedenken. Im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten laden wir Sie deshalb herzlich zu einem Online-Gedenkgottesdienst ein. Wir würden uns freuen, wenn Sie am Mittwoch, den 27. Januar 2021, ab 19 Uhr per Livestream dabei sein würden. „Erinnern für die Zukunft“ – unter diesem Leitwort wollen wir der Vergangenheit gedenken und unsere Solidarität mit dem jüdischen Volk und mit Israel ausdrücken.

Der Gedenkgottesdienst wird vorab aufgezeichnet und am 27. Januar ausgestrahlt werden. Aufgrund der Corona-Maßnahmen und Abstandsregeln wird es leider nur im kleinen Kreis möglich sein, mit geladenen jüdischen und christlichen Gästen einen Kranz an der Synagoge, dem Zentrum jüdischen Lebens in Stuttgart, niederzulegen. Anschließend wird es am Holocaust-Mahnmal die Lichtinstallation „Davidstern“ geben. Als Ehrengast erwarten wir die 92-jährige Holocaustüberlebende Ruth Michel-Rosenstock, die ihre Geschichte erzählen wird.

In der heutigen Zeit, in der Antisemitismus zunimmt und sich viele Juden in Deutschland Anfeindungen ausgesetzt sehen, wollen wir gedenken – und für eine bessere Zukunft eintreten. Zudem wollen wir unserer Verbundenheit mit dem jüdischen Volk und dem Staat Israel Ausdruck verleihen. Wir freuen uns, dass durch die Online-Ausstrahlung eine Teilnahme im ganzen Land möglich sein wird, und hoffen sehr, dass Sie dabei sein werden.

Mit freundlichen Grüßen

Gottfried Bühler
1. Vorsitzender - ICEJ Deutscher Zweig e.V.

 

EHRENGAST

Ruth Michel-Rosenstock (Stuttgart), Zeitzeugin

Ruth Rosenstock wurde 1928 in Königsberg geboren. Sie erlebte die Schoah im heute ukrainischen Dorf Mykulytschyn, das 1941 von der deutschen Wehrmacht besetzt wurde. Schon mit 13 Jahren besorgte sie durch Tauschgeschäfte mit Bauern Lebensmittel für ihre Familie. Ihr jüdischer Vater wurde von der Gestapo und deren ukrainischen Helfern mit anderen Juden des Dorfes unter unmenschlichen Bedingungen zu einem frisch ausgehobenen Massengrab transportiert und dort per Kopfschuss ermordet. Ihre Schwester starb an Tuberkulose. Als polnische Zwangsarbeiterin getarnt kehrte Ruth mit ihrer christlichen Mutter später nach Königsberg zurück. „Ich bin es Gott schuldig, meine Geschichte zu erzählen“, sagt die heute 92-Jährige, die in der Nähe von Stuttgart wohnt.

 

WEITERE EHRENGÄSTE

Michael Kashi (Stuttgart), Vorstandsmitglied IRGW

Shaya Ben Yehuda (Jerusalem), Director International Relations Division, Yad Vashem

 

MUSIK

Nathan GoldmanKantor

Michael Schlierf, Pianist

Musica-Salutare-Quartett unter der Leitung von Adelheid Abt

Martina Schwarz trägt die HaTikwa vor.


Ruth Rosenstock: Die Flucht nach vorne

Es ist Frau Michel-Rosenstocks Anliegen, ihre Überlebensgeschichte zu erzählen. Ihr Buch „Die Flucht nach vorne“ kann in unserem ICEJ-Shop bestellt werden: https://icej-shop.de/Die-Flucht-nach-vorne

 

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