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Haifa-Heim für Holocaustüberlebende

Würde und Gemeinschaft für bedürftige Überlebende der Schoah

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Ungefähr ein Drittel der in Israel lebenden 180.000 Holocaustüberlebenden sind verarmt, leiden unter Krankheiten oder leben alleine. Im Jahr 2009 begann die ICEJ eine Partnerschaft mit der in Haifa ansässigen Wohltätigkeitsorganisation Helfende Hände, um besonders einsamen Holocaustüberlebenden ein Zuhause zu bieten. Das Haifa-Heim ist eine ansprechende Einrichtung, die betreutes Wohnen und eine warme familiäre Umgebung bietet.

Das Haifa-Heim ist nach wie vor ein bedeutendes und notwendiges Projekt. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Partnerschaft mit warmen und vertrauensvollen Beziehungen zwischen den israelischen Mitarbeitern, den Bewohnern, Volontären und der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem.

Gemeinschaft im Haifa-Heim

In vielfacher Hinsicht ist das Heim einzigartig. Sein Zweck hat sich von dem einfachen Ziel, Holocaustüberlebenden eine Unterkunft zu bieten, dahingehend entwickelt, eine Gemeinschaft im wahrsten Sinne des Wortes darzustellen. Ortsansässige Überlebende aus Haifa werden im Heim herzlich willkommen geheißen, an verschiedenen Feiern, Aktivitäten und Dienstleistungen teilzunehmen. So besteht die Haifa-Heim-Familie nicht nur aus Bewohnern, sondern auch aus anderen Überlebenden.

Das Haifa-Heim hat Bedeutung und Einfluss auch außerhalb seiner Mauern. Aus der Umgebung in Haifa kommt warme Unterstützung in Form von freiwilligen Helfern, kostenlosen Dienstleistungen und Einladungen zu Ausflügen.

Viele Christen aus aller Welt wurden durch dieses Projekt berührt, als sie auf eine persönliche Weise von den Holocaustüberlebenden hörten. Im Gegenzug hat ihre Liebe und Unterstützung die Bewohner und die Mitarbeiter vor Ort tief berührt. Die ICEJ-Sozialabteilung ist sich dessen bewusst, dass es ein Privileg ist, Holocaustüberlebende zu unterstützen – aber auch, dass die Zeit dafür abläuft, da jedes Jahr 13.000 von ihnen sterben. Unsere Beteiligung und Verantwortung für das Heim ist lebenswichtig.

Treffen Sie einige Bewohner:

o   Rivka musste mit ihrer Familie in einem Ghetto leben. Sie sagt: „Ich kann das Gefühl des Hungers nicht vergessen. Das ist etwas, das man nicht los wird. Wir lebten in ständiger Angst. Immer sorgten wir uns, woher wir etwas zum Essen für morgen herbekommen würden.“Später kam sie in eine schwierige Situation und hatte am Ende keinen Ort zum Leben. „Ich hatte keine Möglichkeit, mich selbst zu versorgen und wollte nicht alleine leben. Dann kam ich zum Haifa-Heim und sie nahmen mich auf. Nun habe ich inneren Frieden und es gibt hier Leute, die sich um mich kümmern.“

o   Evas gesamte Familie, 18 Personen, wurde von den Nazis ermordet. Sie und ihr Onkel überlebten als einzige.

o    Sarah verbrachte einen Teil ihrer frühen Kindheit in Dunkelheit, da sie sich in einem unterirdischen Bunker unter ihrem früheren Zuhause verborgen hielt. Sie sagt: „Heute lebe ich im Haifa-Heim und ich liebte es von der ersten Minute an, als ich einzog. Ich bin sehr dankbar für all die Hilfe und Liebe, die ich erhalte. Ich weiß nicht, was ich ohne sie gemacht hätte.”

"Dankbar und barmherzig" - Die inspirierende Geschichte von Schimon Sabag, Gründers des Heims für Holocaustüberlebende in Haifa, lesen Sie hier.

IHRE HILFE WIRD GEBRAUCHT

Wir sind sehr dankbar für die Großzügigkeit der Unterstützer der ICEJ. Besonders der Deutsche Zweig hat die Gründung dieser so wichtigen Einrichtung ermöglicht. Doch eine fortlaufende finanzielle Förderung wird dringend benötigt. Für älter werdende Holocaustüberlebende zu sorgen ist ein kostspieliges Unterfangen.

Sie können sich auf folgende Weise einbringen:

1.       Übernehmen Sie eine Patenschaft für einen Holocaustüberlebenden im Haifa-Heim.

Informationen beim Deutschen Zweig der ICEJ per Email info@icej.de oder telefonisch: 0711-83889480

Informationen beim Österreichischen Zweig der ICEJ per info@icej.at oder telefonisch: +43(0)7227-211 83

2.       Unterstützen Sie das Haifa-Heim mit Ihrer Spende. Zum Spendenportal

3.       Beten Sie für die Bewohner des Heims für Holocaustüberlebende.

 

Bitte helfen Sie uns dabei, Holocaustüberlebenden einen würdigen Lebensabend zu ermöglichen! Die Zeit drängt, da die Überlebenden schon sehr alt sind. Jetzt können wir noch etwas für sie tun!

Über monatliche Patenschaften für Heimbewohner informiert sie das ICEJ-Büro in Österreich, info@icej.at.

Weitere Unterstützung benötigen wir für die laufenden Kosten der Einrichtung.

Hier klicken um zum Spendenportal der ICEJ Deutschland zu gelangen!

Hier klicken um zum Spendenportal der ICEJ Österreich zu gelangen!

 

Hintergrundinfos
Holocaustüberlebende in Israel

In Israel leben heute noch knapp 180 000 Holocaustüberlebende, ein Drittel von ihnen unterhalb der Armutsgrenze. Aufgrund der Schrecken und Traumata der Konzentrationslager gelang es vielen von ihnen nach ihrer Einwanderung nicht, in der israelischen Gesellschaft wirklich Fuß zu fassen oder einer geregelten Arbeit nachzugehen. Direkt nach der Staatsgründung Israels waren die individuellen Leidensgeschichten der Überlebenden zudem ein Tabu-Thema, sowohl bei den Betroffenen selbst als auch in der Gesellschaft. Erst in den 1960er Jahren, mit dem aufsehenerregenden Eichmann-Prozess, begann sich dies langsam zu ändern.

Von Deutschland getätigte Entschädigungszahlungen wurden unterdessen teilweise für den Aufbau des jungen, bedrängten Staates und die Bewältigung der großen Einwanderungswellen genutzt. Für Holocaustüberlebende, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs Anfang der 1990er Jahre aus Osteuropa endlich nach Israel einwandern konnten, waren Antragsfristen für „Wiedergutmachung“ schon längst abgelaufen.

Die von Deutschland bisher bezahlten 65 Milliarden Euro Entschädigungszahlungen decken nach Expertenschätzungen noch nicht einmal annähernd die rein „materiellen Schäden“ ab (geplündertes und enteignetes jüdische Eigentum), die auf 230 bis 380 Milliarden Dollar geschätzt werden. In diese Summe sind körperliche und seelische Schäden der Opfer sowie Opferrenten für jüdische KZ-Häftlinge, Zwangsarbeiter und Invaliden noch nicht eingerechnet.

Der sich im Alter schnell verschlechternde Gesundheitszustand der Überlebenden sowie schwerfällige bürokratische Antragsverfahren tragen zusätzlich zu der großen Versorgungslücke für Holocaustüberlebende in Israel bei.
 

 

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