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Ölpest: Israel verdächtigt griechischen Tanker

ICEJ-Nachrichten vom 23. Februar 2021

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Posted on: 
23 Feb 2021
Ölpest: Israel verdächtigt griechischen Tanker

Israel vermutet, dass die verheerende Ölverschmutzung an seiner Mittelmeerküste vom griechischen Tankschiff Minerva Helen verursacht wurde. Das Umweltministerium hatte zuvor Satellitenaufnahmen von Mitte Februar geprüft, auf denen rund 50 Kilometer vor der israelischen Küste ein möglicher Ölteppich zu sehen ist. Noch ist unklar, ob die Minerva Helen das Rohöl versehentlich oder absichtlich ins Meer abließ. Bereits 2008 hatte das Schiff vor der dänischen Hauptstadt Kopenhagen 200 Tonnen Rohöl verloren. Die Ölpest ist Israels größte Umweltkatastrophe seit Jahren. Nachdem am Donnerstag ein junger Finnwal bei Nizanim tot an Land gespült worden war, wurde an zahlreichen Mittelmeerstränden Teer gesichtet. Inzwischen steht fest, dass die gesamte Mittelmeerküste von Rosch Hanikra im Norden bis Aschkelon im Süden betroffen ist. Mitarbeiter von Israels Natur- und Parkschutzbehörde, Soldaten und tausende Freiwillige sind im Einsatz, die Strände von Teer zu reinigen und verletzte Tiere zu bergen. Am Wochenende mussten Helfer im Krankenhaus behandelt werden, nachdem sie giftige Dämpfe eingeatmet hatten. Umweltministerin Gila Gamliel nannte die Verschmutzung „herzzerreißend“ und ein „Verbrechen gegen die Umwelt und das Ökosystem“. „Wir werden alles tun, um die Verantwortlichen zu finden und bereiten uns auf die schwierige und lange Aufgabe vor, die Strände wiederherzustellen und Tiere vor weiteren Schäden zu schützen.“

Foto: GPO/Kobi Gideon, Netanjahu und Gamliel besuchen verschmutzten Strand in Aschdod, 21.02.2021

Israel will palästinensische Arbeiter impfen

Israel hat am heutigen Dienstag eine Covid-19-Impfstation am Kalandia-Grenzübergang zu den Palästinensergebieten eröffnet. Damit soll Palästinensern aus Ostjerusalemer Stadtteilen, die jenseits des Sicherheitszauns liegen, die Impfung ermöglicht werden. Außerdem wird Israel die rund 120.000 in Israel arbeitenden Palästinenser impfen lassen. Das haben Beamte von Israels Gesundheitsministerium am Freitag mit ihren Amtskollegen der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) in Ramallah vereinbart. Dabei soll der Moderna-Impfstoff zum Einsatz kommen. Israel hatte 2020 mehrere Millionen Dosen Impfstoff verschiedener Hersteller bestellt. In der landesweiten Impfkampagne wurde jedoch ausschließlich der Pfizer/BioNTech-Impfstoff eingesetzt. Die PA hatte Anfang Februar ca. 12.000 Dosen des russischen Sputnik V-Impfstoffes erhalten. 2.000 davon wurden vergangene Woche in den von der islamistischen Terrororganisation Hamas kontrollierten Gazastreifen geliefert. Am Sonntag trafen im Gazastreifen weitere 20.000 Dosen ein. Es handelt sich um eine Spende der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE).

Israel beschränkt Einreise auf 200 Personen täglich

Israels Regierung plant, ab nächster Woche die Einreise auf 200 Personen am Tag zu beschränken. Vergangene Woche war zunächst beschlossen worden, bis zu 2.000 Personen am Tag einreisen zu lassen unter der Auflage, dass diese sich in sogenannte „Quarantäne-Hotels“ begeben. Diese Auflage endet jedoch am heutigen Dienstag und wird vom zuständigen Knesset-Ausschuss nicht erneuert. Stattdessen hat der Ausschuss die Regierung aufgefordert, alternative Wege zu finden, die Selbstisolation von Einreisenden durchzusetzen. Israels Grenzen sind seit Ende Januar geschlossen, um zu verhindern, dass neue Coronavirus-Varianten eingeschleppt werden. Die Grenzschließung gilt bis mindestens 6. März. Die Einreise aus humanitären Gründen soll von der neuen 200-Personen-Regelung nicht betroffen sein. Weiterhin sind zehntausende Israelis im Ausland gestrandet. Der kommerzielle Flugverkehr ist weitgehend eingestellt und spezielle Evakuierungsflüge dürfen nur nach vorheriger Genehmigung durch ein Sonderkomitee angetreten werden. Nachdem die Einwanderung nach Israel vorübergehend ebenfalls ausgesetzt worden war, genehmigte Israel diese Woche sechs Sonderflüge mit rund 900 Neueinwanderern aus Südamerika, Frankreich, Russland, der Ukraine und Äthiopien an Bord.

Ausbesserungsarbeiten an der Klagemauer

Die Klagemauer in Jerusalem ist im Rahmen von Erhaltungsmaßnahmen ausgebessert worden. Zuvor waren Schäden an der äußeren Schicht mehrerer Steine festgestellt worden. Bei den unter der Aufsicht von Rabbinern durchgeführten Arbeiten wurden gelöster Stein und Mörtel auf Kalksteinbasis in Lücken und Risse „injiziert“. „Dies ist die bestmögliche Methode, die Steine zu ‚heilen‘, und bietet den bedeutsamsten Steinen der Welt bestmöglichen Schutz vor Witterungseinflüssen“, erklärte Jossi Vaknin, Chef-Konservator der israelischen Altertumsbehörde, am Montag. Die Reparaturen erfolgten unter Rücksichtnahme auf das Ökosystem der Klagemauer, wie z.B. Pflanzen und Vogelnester. Die Klagemauer wird halbjährlich untersucht: vor dem Passah-Fest – das dieses Jahr am 27. März beginnt – und vor den Hohen Feiertagen im Herbst, wenn üblicherweise zehntausende Beter die Klagemauer besuchen. 2018 hatte sich nahe des Robinsonbogens, südlich des traditionellen Gebetsbereichs, ein rund 100 Kilogramm schwerer Stein aus der Ummauerung des Tempelbergs gelöst und war in der Nähe einer Besucherin aufgeschlagen. Es wurde niemand verletzt.

Judo-Turnier: Iraner holt Silber in Tel Aviv

Beim Judo Grand Slam in Tel Aviv hat der Iraner Saeid Mollaei am Freitag die Silbermedaille in der 81-Kilo-Klasse geholt. Mollaei war bei den Judo-Weltmeisterschaften 2019 in Tokio vom iranischen Verband angewiesen worden, im Halbfinale nicht anzutreten, nachdem der Israeli und spätere Weltmeister Sagi Muki bereits das Finale erreicht hatte. Mollaei befolgte die Anweisungen nicht, verlor das Halbfinale aber knapp. Anschließend konnte er nicht mehr in den Iran zurückkehren. Inzwischen repräsentiert er die Mongolei, deren Staatsbürger er geworden ist. Mollaei freute sich, in Israel zu sein: „Heute habe ich mit dem israelischen Team trainiert und sie waren sehr nett zu mir. Das werde ich nie vergessen.“ Sagi Muki schied bereits in der Vorrunde aus. In der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm holte Tohar Butbul Bronze für Israel. Bei den Frauen gewannen Timna Nelson Levy Gold (bis 57 Kilogramm) und Gili Cohen Silber (bis 52 Kilogramm). Judo ist eine der wichtigsten Sportarten in Israel: Fünf seiner insgesamt neun Olympischen Medaillen gewann es im Judo. Das Turnier hatte im Vorfeld für heftige Kontroversen gesorgt, da israelische Staatsbürger derzeit aufgrund der Flughafen-Schließung nur unter strengen Auflagen einreisen dürfen. ZumJudo-Turnier konnten jedoch rund 600 Sportler und Betreuer aus aller Welt anreisen.

 

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