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Österreich: Synagogen bleiben geschlossen

ICEJ-Nachrichten vom 03. November 2020

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Posted on: 
3 Nov 2020
Österreich: Synagogen bleiben geschlossen

Synagogen in Österreich bleiben am heutigen Dienstag geschlossen. In Wien werden zudem weitere jüdische Einrichtungen wie Schulen und koschere Supermärkte heute nicht öffnen. Am Montagabend hatte ein Terrorist nahe des Stadttempels in Wien, der Hauptsynagoge der Stadt, und des dazugehörigen Bürogebäudes auf Passanten geschossen. Mindestens vier Menschen wurden getötet, 22 teils schwer verletzt, bevor der 20-jährige islamistische Attentäter erschossen wurde. Keine der jüdischen Einrichtungen sei getroffen worden und es gebe keine Opfer unter den rund 7.000 Mitgliedern der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, sagte ihr Vorsitzender Oskar Deutsch. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz erklärte am Montag, das Motiv des Anschlags sei noch unklar, ein antisemitischer Hintergrund könne angesichts des Tatorts nicht ausgeschlossen werden. Wiens Oberrabbiner Jaron Engelmayer sagte, Juden in Wien befänden sich in einem „Zustand der Unsicherheit.“ Tschechien führte noch am Montagabend Grenzkontrollen ein und verstärkte die Sicherheitsvorkehrungen vor „wichtigen jüdischen Einrichtungen“ im Land. Auch Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt erhöhten am Dienstag den Schutz von Synagogen und anderen jüdischen Einrichtungen.

Gebetsanliegen:Bitte beten Sie mit uns um Schutz und Bewahrung unserer jüdischen Mitbürger. Beten wir, dass Anschläge gegen Juden verhindert werden und ihre Anliegen und Bedenken von den Behörden in ganz Europa ernstgenommen werden.

Foto: Pixabay, Wien, Symbolbild

Israel: Armee will zu Corona-Tests ermutigen

Die israelische Armee will Coronavirus-Teststationen in Eingangsbereichen von Einkaufszentren und Bürogebäuden eröffnen. Grund ist der Rückgang der täglich durchgeführten Tests angesichts der abnehmenden Infektionszahlen in Israel. Soldaten des Heimatfrontkommandos sollen daher in stark frequentierten Bereichen, wie z.B. Bürogebäude mit mehreren hundert oder tausend Angestellten, die Bevölkerung ermutigen, sich testen zu lassen. Des Weiteren ist eine engere Zusammenarbeit zwischen Militärbasen und den Stadtverwaltungen, die sich in ihrer direkten Umgebung befinden, geplant. Soldaten sollen demnach permanent zur Unterstützung der jeweiligen Stadtverwaltungen abgestellt werden. Am Montag wurden in Israel 774 Neuinfektionen bestätigt. Die Zahl der aktiven Fälle lag bei 9.769Personen, 382 von ihnen sind schwer erkrankt. Bei einer Kabinettssitzung am Montag erklärte Meir Ben-Schabbat, nationaler Sicherheitsberater, die aktuelle Reproduktionszahl in Israel liege bei „mindestens“ 0,8. Die Zahl der Neuinfektionen steige zwar noch nicht wieder an, jedoch habe sich der Infektionsrückgang verlangsamt, sagte er.

Israelisch-zypriotisches Innovationszentrum eröffnet

Auf Zypern ist am Wochenende ein neues Zentrum für Innovation und Unternehmertum eröffnet worden, das die regionale Zusammenarbeit fördern soll. Das Paphos Innovations-Institut (PPI) wurde von Uriel Reichman, Präsident und Gründer des IDC Herzliya, einer privaten Hochschule in Israel, ins Leben gerufen. Hochschulabsolventen aus der östlichen Mittelmeerregion sollen hier in weiterführenden Studiengängen an gemeinsamen Forschungsprojekten teilnehmen und unternehmerische Kooperationen aufbauen. Schwerpunkte sollen u.a. Wassertechnologie, Nahrungsmittelsicherheit, Energie und digitale Technologien sein. Aufgrund der aktuellen Krise wird der erste Studiengang erst im September 2021 beginnen. Bis dahin sollen einzelne Kurse mit begrenzter Teilnehmerzahl angeboten werden.

Dominikanische Republik erwägt Botschaftsverlegung nach Jerusalem

Die Dominikanische Republik erwägt, ihre Botschaft nach Jerusalem zu verlegen. Das gab das Außenministerium des karibischen Inselstaats am Freitag bekannt. Bei der endgültigen Entscheidung soll berücksichtigt werden, dass sich Israels Regierungssitz in Jerusalem befindet und der Inselstaat bereits zuvor seine diplomatische Vertretung in Jerusalem hatte. Die Dominikanische Republik hatte ihre Botschaft 1980 von Jerusalem nach Tel Aviv verlegt. Wann die endgültige Entscheidung vorliegen soll, ist nicht bekannt. 2018 verlegten die USA und Guatemala ihre Botschaften nach Jerusalem. Weitere Nationen, unter anderem Honduras, Brasilien und Malawi hatten in den letzten Monaten angekündigt, ihre Botschaften ebenfalls dorthin zu verlegen. Im September gaben auch Serbien und der Kosovo ihre Absicht bekannt, in Jerusalem diplomatische Vertretungen eröffnen zu wollen. Die EU-Kommission warnte die beiden Balkanländer, die mit der EU Beitrittsverhandlungen führen. „Es gibt keinen EU-Mitgliedsstaat mit einer Botschaft in Jerusalem“, sagte Peter Stano, Sprecher der EU-Kommission. „Alle diplomatischen Schritte, die die gemeinsame EU-Position zu Jerusalem in Frage stellen könnten, sind ein Grund für ernste Sorge.“

Gaza: Desinfektionsautomat soll vor Coronavirus schützen

Eine 37-jährige Palästinenserin aus dem von der islamistischen Terrororganisation Hamas kontrollierten Gazastreifen hat einen Automaten entwickelt, mit dem Supermärkte und Restaurants besser vor dem Coronavirus geschützt werden sollen. Das zwei Meter hohe Gerät, das im Eingangsbereich des Supermarkts aufgestellt wird, misst die Körpertemperatur des Kunden, während es zeitgleich Desinfektionsmittel zur Desinfizierung der Hände ausgibt. Deutet die Körpertemperatur auf ein Fieber hin, leuchtet eine rote Signallampe. Andernfalls öffnet sich die Tür zum Supermarkt und der Kunde kann eintreten. „Als Covid-19 den Gazastreifen erreichte, musste ich einen Weg finden, die Ausbreitung zu bekämpfen“, erklärte Heba al-Hindi. Die dichtbesiedelte Enklave war zu Beginn kaum von der Pandemie betroffen. Seit August sind die Infektionszahlen jedoch stark angestiegen. Inzwischen gibt es über 5.440 bestätigte Fälle, 31 Menschen sind an oder mit dem Coronavirus gestorben. Die studierte Mathematikerin al-Hindi leitet das Unternehmen Innovation Makers, das inzwischen acht Geräte zur Bekämpfung des Virus entwickelt hat. Ihr Automat wurde beim palästinensischen Wirtschaftsministerium in Ramallah patentiert. Dutzende Geräte wurden bereits verkauft; der Verkaufspreis liegt zwischen 550 und 1500 US-Dollar (ca. 470 bzw. 855 Euro).


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