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„Nakba“-Tag-Demonstrationen eskalieren

ICEJ-Kurznachrichten vom 15. Mai 2017

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15 Mai 2017 (All day)
„Nakba“-Tag-Demonstrationen eskalieren

In Bethlehem und Ramallah im Westjordanland ist es am heutigen Montag im Rahmen von Demonstrationen zum „Nakba“-Tag zu Zusammenstößen zwischen Steine werfenden Palästinensern und israelischen Soldaten gekommen. Etwa zehn Palästinenser wurden verletzt. Der verstorbene, ehemalige Palästinenserpräsident Jassir Arafat führte 1998 den „Nakba“-Tag (arabisch für „Katastrophe“) ein, der seitdem jedes Jahr am 15. Mai stattfindet. Als Katastrophe bezeichnen die Palästinenser die Staatsgründung Israels am 14. Mai 1948 und den folgenden Unabhängigkeitskrieg, in dem viele Palästinenser ihre Häuser verloren und flüchteten. In den letzten Jahren sind Proteste am „Nakba“-Tag zunehmend gewalttätiger geworden.  

 

Netanjahu: US-Botschaft in Jerusalem hindert Frieden nicht

„Die US-Botschaft nach Jerusalem zu verlegen wird dem Friedensprozess nicht schaden.“ Mit diesen Worten reagierte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu am Sonntag auf eine Äußerung des US-Außenministers Rex Tillerson. „Das Gegenteil ist wahr. Eine historische Ungerechtigkeit würde korrigiert, indem der [Friedensprozess] vorangebracht und das palästinensische Hirngespinst, Jerusalem sei nicht Israels Hauptstadt, zerschlagen würde“, sagte Netanjahu. Tillerson hatte erklärt, US-Präsident Donald Trumps Ansicht zu einen Umzug der US-Botschaft würde durch Gespräche mit allen Beteiligten geprägt. Dabei sei besonders Israels Sicht wichtig, „ob Israel es als hilfreich für eine Friedensinitiative oder vielleicht als Ablenkung“ ansehe, sagte Tillerson. Trump will Israel am 22./23. Mai besuchen.

 

Israel entgeht größtenteils weltweitem Cyber-Angriff

Israel ist dem weltweiten Cyber-Angriff am Freitag größtenteils entgangen. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu erklärte am Sonntag, die kritische Infrastruktur im Land sei nicht betroffen gewesen. „Neue Bedrohungen“ durch die wachsende Zahl von Cyber-Angriffen würden weiter bekämpft. Von der massiven Cyber-Attacke waren laut der europäischen Polizeibehörde Europol mindestens 200.000 Computersysteme in 150 Ländern betroffen. Israels Armee verstärkte ihre Cyber-Abwehr durch hunderte zusätzliche, spezialisierte Soldaten, 30 Prozent mehr im Vergleich zum letzten Jahr. „Man muss proaktiv vorgehen. … Routine ist auch ein Feind im Cyber-Kampf“, erklärte ein israelischer Militärangehöriger.

 

Jordanier greift israelischen Polizisten an

Am Samstag hat der Jordanier Mohammed Abdullah Salim al-Kasaji (57) versucht, einen israelischen Polizisten in der Jerusalemer Altstadt nahe dem Löwentor niederzustechen. Dem leicht verletzten Polizisten gelang es, den Terroristen abzuwehren und zu erschießen. Ein Ladenbesitzer wurde festgenommen, da er versucht hatte zu verhindern, dass zwei vorbeikommende Israelis dem Polizisten halfen. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu kritisierte die Reaktion Jordaniens auf den Terrorangriff scharf. „So wie Israel Terroranschläge in Jordanien verurteilt, muss Jordanien Terrorangriffe in Israel verurteilen. Terror ist Terror“, erklärte Netanjahu. Ein Sprecher der jordanischen Regierung hatte Israel für die Erschießung Kasajis verantwortlich gemacht ohne dessen Angriff zu erwähnen.

 

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