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2021: Israel erwartet 4,6% Wirtschaftswachstum

ICEJ-Nachrichten vom 19. Januar 2021

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Posted on: 
19 Jan 2021
2021: Israel erwartet 4,6% Wirtschaftswachstum

Israel erwartet für 2021 ein Wirtschaftswachstum von 4,6%. Das geht aus einem Bericht des israelischen Finanzministeriums hervor, der am Sonntag veröffentlicht wurde. Voraussetzung ist die erfolgreiche Eindämmung der Pandemie im ersten Halbjahr. Die Arbeitslosenquote würde dann bei 8,6% im Jahresdurchschnitt liegen. Sollte die Pandemie jedoch nicht bis Mitte 2021 überwunden sein und weitere Lockdowns verhängt werden, was laut Ministerium als unwahrscheinlich gilt, würden ein Wirtschaftswachstum von 1,9% und eine Arbeitslosenquote von 11,6% erwartet. Das Ministerium rechnet damit, dass die Wirtschaft 2020 um 3,3% geschrumpft ist (Deutschland: 5%; Euro-Zone: 7,5%). Dank Israels starker Position zu Beginn der Krise und seiner technologielastigen Wirtschaftszweige, die von der Krise weniger betroffen waren als z.B. der Tourismus, fiel das Negativwachstum geringer aus als zuvor erwartet. Die Arbeitslosenquote, die im April 2020 ein Rekordhoch von 36,1% erreichte, wird im Jahresdurchschnitt 2020 voraussichtlich bei 15,4% liegen. Der private Konsum ging in den ersten drei Quartalen 2020 um 10,2% zurück. Aus dem Bericht des Finanzministeriums geht außerdem hervor, dass Israels arbeitserhaltende Maßnahmen in der Corona-Krise wie monatelanger unbezahlter Urlaub für Beschäftigte und finanzielle Unterstützung vom Staat dem israelischen Arbeitsmarkt mehr schadeten als z.B. Kurzarbeit oder weitere flexiblere Systeme in anderen Industrienationen. Im zweiten Quartal 2020 nahm die Arbeitszeit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16,9% ab. Der EU-Durchschnitt liegt bei 14,4%. Spanien verzeichnete einen Verlust von 27% der Arbeitszeit, Dänemark und die Niederlande hingegen nur 3,75% bzw. 6,5%.

Foto: Pixabay, Skyline Tel Aviv, Symbolbild

Ratingagentur Fitch bestätigt Israels A+ Rating

Die internationale Ratingagentur Fitch hat Israels Bonitätseinstufung von A+ bestätigt. Fitch begründete dies mit Israels „starker Fremdfinanzierung“, diversifizierterWirtschaft und „solider institutioneller Stärke“. Diese Faktoren würden die Staatsverschuldung, die oberhalb des Medianwerts von 58% für Staaten mit A-Ranking liegt, die andauernde politische Unsicherheit und die geopolitischen Risiken ausgleichen, teilte Fitch vergangene Woche mit. Fitch erwartet, dass Israels Staatsverschuldung 2023 bei rund 80% des BIP ihren Höchststand erreichen wird. 2020 lag sie bei 76%, 2019 bei 60%. Die Neuverschuldung erreichte 2020 mit 11,7% ihren höchsten Wert, für 2021 erwartet Fitch eine Neuverschuldung von 9% des israelischen BIP. Im Oktober und November 2020 hatten die Ratingagenturen Moody’s und Standard & Poor‘s Israels Bonität unverändert mit A1 bzw. AA- eingestuft.

Gaza-Terroristen feuern Raketen auf Aschdod

Terroristen im von der islamistischen Terrororganisation Hamas beherrschten Gazastreifen haben am Montag zwei Raketen auf die israelische Hafenstadt Aschdod gefeuert. Die beiden Raketen fielen ins Meer, der Raketenalarm musste nicht ausgelöst werden. Kampfflugzeuge der israelischen Luftwaffe bombardierten daraufhin Stellungen der Hamas im südlichen Gazastreifen, wo die Terrororganisation den Bau unterirdischer Tunnel vorantreibt. Der Raketenbeschuss vom Montag folgte auf einige Wochen relativer Ruhe entlang der Gaza-Grenze. Ende Dezember hielten die Hamas, der Palästinensische Islamische Dschihad und andere in der Enklave agierende Terrororganisationen gemeinsame Militärübungen ab, bei denen u.a. Raketen aufs offene Meer gefeuert wurden, um „dem zionistischen Feind eine deutliche Botschaft“ zu senden. Wenige Tage vor den Übungen feuerten Terroristen Raketen auf Südisrael, die jedoch auf offenes Gelände fielen.

Palästinenser: Erste Wahlen seit 2006 angesetzt

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat am Freitag per Dekret die ersten palästinensischen Wahlen seit 2006 angesetzt. Am 22. Mai sollen Wahlen zum Palästinensischen Legislativrat (dem Parlament) stattfinden, am 31. Juli Präsidentschaftswahlen und am 31. August Wahlen zum Nationalrat der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO). Abbas, der zuletzt 2005 für eine vierjährige Amtszeit gewählt wurde, hatte in der Vergangenheit wiederholt die Durchführung von Wahlen angekündigt. Sie wurden jedoch aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zwischen Abbas‘ Fatah-Partei und der mit ihr rivalisierenden islamistischen Terrororganisation Hamas immer wieder aufgeschoben. Bei den letzten Parlamentswahlen 2006 hatte die Hamas 74 der 132 Mandate im Legislativrat erhalten. Seitdem sie 2007 gewaltsam die Kontrolle im Gazastreifen übernahm, ist der Legislativrat nicht wieder zusammengekommen. Gesetze werden von Präsident Abbas per Dekret erlassen, was die Hamas jedoch nicht anerkennt. Noch ist unklar, ob Israel - wie von der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) gefordert - eine Wahlbeteiligung der in Ostjerusalem lebenden Palästinenser erlauben wird. Israel betrachtet Ostjerusalem als Teil seines Staatsgebiets und lehnt Aktivitäten der PA dort ab. Die in Ostjerusalem lebenden Palästinenser besitzen den Status „ständiger Einwohner“ Israels, nur eine Minderheit von ihnen sind jedoch israelische Staatsbürger. Bei den palästinensischen Wahlen 2006 hatte Israel ihre Beteiligung trotz vorheriger Ablehnung genehmigt.

Marokko will Antisemitismus und Antizionismus bekämpfen

Die Mimouna-Vereinigung, eine marokkanische Organisation zum Erhalt des marokkanisch-jüdischen Kulturerbes, hat sich am Freitag in einem Abkommen mit dem US-Außenministerium zum Kampf gegen Antisemitismus und Antizionismus verpflichtet. Die Absichtserklärung, unterzeichnet von El Mehdi Boudra, Vorsitzender der Mimouna-Vereinigung, und Elan Carr, US-Sonderbeauftragter für den Kampf gegen Antisemitismus, verpflichtet beide Seiten zur Bekämpfung „aller Formen des Antisemitismus, einschließlich des Antizionismus und der De-Legitimierung des Staates Israel“ und zur „Bekämpfung anderer Formen der Intoleranz, einschließlich der Islamophobie“. Ein ähnliches Abkommen wurde im Oktober von Carr und einer bahrainischen Organisation unterzeichnet. Bahrain und Marokko sind somit die ersten arabischen Nationen, die versprechen, gegen Antisemitismus und Antizionismus vorzugehen. In beiden Ländern handelt es sich bei den Unterzeichnern um Nichtregierungsorganisationen, die jedoch die Unterstützung der Königsfamilie ihres jeweiligen Landes genießen. Die Mimouna-Vereinigung wurde 2007 von Muslimen mit dem Ziel gegründet, das jüdische Erbe Marokkos zu erhalten und zu fördern. Mimouna ist eine traditionelle, von nordafrikanischen Juden nach dem Ende des Passah-Fests gehaltene Feier.


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