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316 äthiopische Juden in Israel eingetroffen

ICEJ-Nachrichten vom 03. Dezember 2020

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Posted on: 
3 Dez 2020
316 äthiopische Juden in Israel eingetroffen

316 äthiopische Juden sind am heutigen Donnerstag in Israel eingetroffen. Ministerin für Alijah und Integration Pnina Tamano-Shata begleitete die Olim (Neueinwanderer) auf dem ersten Flug der Operation „Fels Israels“, mit der bis Ende Januar 2021 rund 2.000 äthiopische Juden einwandern sollen. Am Flughafen wurden sie von Premierminister Benjamin Netanjahu, Verteidigungsminister Benny Gantz und Isaac Herzog, Vorsitzender der Jewish Agency (Israels Einwanderungsbehörde), begrüßt. Weitere rund 100 äthiopische Olim werden am Freitag erwartet. Die ICEJ sponsert ihre Flugkosten. „Wir freuen uns, diese Neuankömmlinge der alten äthiopisch-jüdischen Gemeinde endlich hier im Land Israel zu sehen“, sagte ICEJ-Präsident Dr. Jürgen Bühler. Die Evakuierungsflüge geschähen zu einem entscheidenden Zeitpunkt, da sich die Bedingungen für diejenigen, die nochin den Transitlagern in Gondar und Addis Abeba leben, sich verschlechterten. „Für die ICEJ ist es ein Privileg, diesen historischen und humanitären Einsatz zu unterstützen, äthiopische Familien wiedervereinen und die Träume vieler Generationen, das jüdische Heimatland zu erreichen, erfüllen zu können“, sagte Bühler. (Foto: JAFI, Äthiopische Neueinwanderer landen auf dem Flughafen in Tel Aviv, 3.12.2020.)

Bei den ca. 2.000 Olim der Operation „Fels Israels“ handelt es sich um Angehörige der Falasch Mura. Das sind Nachkommen von Juden, die vor einigen Generationen aufgrund wirtschaftlicher Not zum Christentum konvertierten. Die israelische Regierung hatte ihre Alijah (Einwanderung nach Israel) 2015 im Rahmen der Familienzusammenführung genehmigt. Aufgrund politischer und bürokratischer Schwierigkeiten sind seitdem jedoch nur 2.500 von ihnen nach Israel gekommen. Tamano-Shata, die im Alter von drei Jahren aus Äthiopien einwanderte, lässt zurzeit einen umfassenden Plan erarbeiten, um die Alijah aller noch in Äthiopien verbleibenden Juden zu ermöglichen.

Der nächste Flug der Operation „Fels Israels“ ist für Ende Dezember vorgesehen. Die ICEJ möchte die Flugkosten für so viele äthiopische Olim wie möglich übernehmen. Bitte helfen Sie uns, diese Alijah zu unterstützen und das jüdische Volk nach Hause zu bringen. Als Verwendungszweck bitte „Alijah und Integration“ angeben, vielen Dank!

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Corona: Israelische Behörden warnen vor „dritter Welle“

Beamte des israelischen Gesundheitsministeriums haben vor einer dritten Corona-Infektionswelle gewarnt. Am Donnerstag wurden 1.523 Neuinfektionen bestätigt, die Zahl der aktiven Fälle stieg damit auf 11.751. Es ist der höchste Wert seit Ende Oktober. 267 Israelis sind schwer erkrankt. Dr. Sharon Alroy-Preis, stellvertretende Leiterin der Abteilung für Öffentliche Gesundheit, nannte den Anstieg „besorgniserregend“. Die Auswirkungen der jüngsten Lockerungen, wie z.B. die Öffnung einzelner Einkaufszentren und die Wiederaufnahme des Schulunterrichts in den Klassen 5 und 6, seien in diesen Zahlen noch nicht erfasst. „Dies ist der Beginn der dritten Welle“, warnte sie. Die israelische Regierung erwäge, nächtliche Ausgangssperren zu verhängen, um Familienzusammenkünfte zu Chanukka und Weihnachten zu verhindern, erklärte der stellvertretende Gesundheitsminister Joav Kisch.

 

Netanjahu: „Wir brauchen keine Neuwahlen“

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat Verteidigungsminister Benny Gantz aufgefordert, den von der Opposition eingebrachten Antrag, die Knesset aufzulösen, nicht weiter zu unterstützen. „In dramatischen Zeiten wie diesen brauchen wir keine Neuwahlen“, sagte Netanjahu. „Das israelische Volk will Einheit und nicht Neuwahlen. Es will einen Impfstoff, keine Wahlwerbung.“ Gantz‘ Blau-Weiß-Partei hatte am Mittwoch den Misstrauensantrag unterstützt. Der Antrag erhielt somit eine Mehrheit der Abgeordneten. Sollte auch in den drei weiteren Lesungen eine Mehrheit für den Antrag stimmen, würden die Knesset aufgelöst und Neuwahlen angesetzt werden. Es wären die vierten Parlamentswahlen in Israel innerhalb von zwei Jahren. Einer der zentralen Streitpunkte zwischen den beiden Koalitionspartnern ist der Staatshaushalt. Gantz besteht darauf, einen wie im Koalitionsvertrag vereinbarten Zwei-Jahres-Haushalt zu verabschieden. Netanjahu lehnt dies jedoch ab.Gantz warf Netanjahu „wirtschaftlichen Terror” inmitten einer „medizinischen und gesellschaftlichen Krise“ vor.

 

Israel erhält hochmoderne Kriegsschiffe

Im israelischen Hafen von Haifa hat am Mittwoch das erste von vier neuen Kriegsschiffen angedockt. Die Korvette der Sa’ar-6-Klasse wurde in der deutschen Werft ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) in Kiel produziert. Die Produktionskosten der vier Schiffe belaufen sich auf rund 430 Millionen Euro. Deutschland beteiligt sich mit ca. 115 Millionen Euro. „Wir sind sehr stolz darauf, zur Sicherheit Israels beizutragen", sagte TKMS-Chef Rolf Wirtz im November bei der Übergabe des Schiffes in Kiel. Die Schiffe verfügten über das „anspruchsvollste Radarsystem der Welt“, erklärte Konteradmiral Eyal Harel, Leiter der israelischen Marineoperation. Damit könne die Marine nun besser die vor Israels Mittelmeerküste gelegenen Erdgas-Förderplattformen schützen. Diese wären bei einem möglichen künftigen Krieg mit der schiitisch-libanesischen Terrororganisation Hisbollah besonders bedroht, sagte Harel. Die drei weiteren Schiffe sollen 2021 geliefert werden. Die Bewaffnung der Korvetten wird in Haifa erfolgen. Vorgesehen sind neben automatischen und ferngesteuerten Kanonen auch Flugabwehrraketen, Abfangraketen des Abwehrsystems Iron Dome („Eisenkuppel“) und Torpedos. Außerdem können die Schiffe mit Drohnen und einem Hubschrauber ausgestattet werden.

 

Verzögerung bei israelischem Corona-Impfstoff

Ein in Israel produzierter Impfstoff gegen das Coronavirus wird voraussichtlich erst im Sommer 2021 auf den Markt kommen. Das sagte Prof. Shmuel Shapira, Direktor des Israelischen Instituts für Biologische Forschung (IIBR), ein Regierungsinstitut für Verteidigungsforschung, am Montag. Er warf der Regierung vor, die Entwicklung des israelischen Impfstoffes verzögert zu haben. „Ohne Überregulierung hätten wir schneller Fortschritte machen können. Eigentlich sollten wir bereits in Phase III der klinischen Tests sein. Wir werden nun erst im April damit beginnen können“, sagte er. Phase I der Tests, bei denen der Impfstoff namens „Brilife“ an 80 Personen getestet wurde, ist letzte Woche abgeschlossen worden. Das IIBR will noch im Dezember mit Phase II beginnen – hier soll der Impfstoff an rund 1.000 Personen getestet werden. Das Verteidigungsministerium hat bereits mit der Massenproduktion des Impfstoffes begonnen. Shapira kritisierte auch die Bestellung ausländischer Impfstoffe. Stattdessen hätte die Regierung die heimische Produktion unterstützen sollen. Israel hat bei den Herstellern Pfizer und Moderna Impfstoffdosen für rund eine Million Schekel (ca. 251.000 Euro) bestellt.


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