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Abbas verschiebt Forderung nach UN-Resolution

ICEJ-Nachrichten vom 11. Februar 2020

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Posted on: 
11 Feb 2020
Abbas verschiebt Forderung nach UN-Resolution

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat seine Forderung einer Verurteilung des Nahost-Friedensplans von US-Präsident Donald Trump durch den UN-Sicherheitsrat vorerst verschoben. Abbas wollte das Gremium, in dem 15 Länder vertreten sind, am heutigen Dienstag auffordern, eine von Tunesien und Indonesien eingebrachte Resolution zu verabschieden. Laut dieser würde der Trump-Plan gegen internationales Recht verstoßen und von international befürworteten Mechanismen zur Erlangung eines dauerhaften Friedens, die in den entsprechenden UN-Resolutionen verankert seien, abweichen. Der Jerusalem Post zufolge konnte Abbas nicht die nötigen neun Unterstützer-Stimmen im UN-Sicherheitsrat sichern, die Palästinische Autonomiebehörde (PA) bestreitet dies. Außer den vier EU-Ländern im Rat tendierten nach Insiderangaben auch zwei weitere dazu, sich zu enthalten. Die USA wollten ggf. ihr Veto einlegen. „Die internationale Gemeinschaft möchte sehen, dass beide Parteien verhandeln“, erklärte ein US-Vertreter. „Jetzt ist nicht die Zeit für Resolutionen, die den Frieden nicht voranbringen.“ Israels UN-Botschafter Danny Danon erklärte, Mahmoud Abbas setze seinen diplomatischen Terror fort, indem er weiter aufhetze, zu Gewalt gegenüber Israelis ermutige und sich weigere zu verhandeln. Danon forderte Abbas auf, statt den Trump-Plan abzulehnen „seine Vision für die Zukunft“ vorzustellen und mit einer „Botschaft der Hoffnung, statt einer Botschaft des Hasses“ nach Jerusalem zu kommen.

Foto: Mahmud Abbas, Archivbild

 

Israel: 398 äthiopische Juden dürfen einwandern

Die israelische Regierung hat am Sonntag die Einwanderung von 398 äthiopischen Juden genehmigt. Die Entscheidung erfolgte auf Initiative des amtierenden Premierministers Benjamin Netanjahu und des Alijah- und Integrationsministers Yoav Galant. Die 398 gehören zu einer Gruppe von rund 1.000 äthiopischen Juden, die bereits 2019 hätten einwandern sollen, von denen aber nur 600 nach Israel kamen. Angesichts des Zeitpunkts des jüngsten Beschlusses werfen Kritiker der Regierung vor, die anstehenden Parlamentswahlen beeinflussen zu wollen. Die Lobbygruppe Campaign for Ethiopian Jews’ Aliyah (Deutsch: Kampagne für die Alijah äthiopischer Juden) bezeichnete die Entscheidung als „unzureichend“. Sie forderte die Regierung auf, ihren Beschluss von 2015, alle noch in Äthiopien verbliebenen Juden nach Israel zu bringen, unverzüglich umzusetzen. In den Städten Addis Abeba und Gondar warten noch mehr als 7.000 Juden – die meisten haben Angehörige in Israel – auf ihre Einwanderungserlaubnis, viele von ihnen seit 20 Jahren oder länger. Noch ist unklar, wann die 398 äthiopischen Juden in Israel eintreffen werden. Meldungen, sie würden noch vor den Parlamentswahlen am 2. März einreisen, wurden vom Büro des Premierministers nicht bestätigt.

Die Jewish Agency hat die Internationale Christliche Botschaft gebeten, die Heimkehr der äthiopischen Juden zu unterstützen. Die ICEJ hat zugesagt, ihre Flugtickets zu finanzieren. Bitte helfen Sie uns dabei! Herzlichen Dank!

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Libanon: Hisbollah verliert an Unterstützung

Angesichts der andauernden politischen und wirtschaftlichen Krise im Libanon verliert die dort ansässige schiitische Terrormiliz Hisbollah zunehmend an Rückhalt in der Bevölkerung. Seit Mitte Oktober 2019 fordern Demonstranten in landesweiten Protesten ein Ende des existierenden politischen Systems der konfessionellen Parität und eine neue, mit „Fachleuten“ besetzte Regierung. Die Einsetzung eines neuen Kabinetts Ende Januar wird von vielen Demonstranten als Farce gesehen. Der Hisbollah wird vorgeworfen, nicht nur an der neuen Regierung beteiligt zu sein, sondern sie maßgeblich zustande gebracht zu haben. Sie bekräftige so die Wahrnehmung der Bevölkerung, dass die Hisbollah Teil der korrupten politischen Elite sei. Wie die Jerusalem Post am Sonntag berichtete, würde die Terrororganisation damit ihrer Selbstdarstellung als Kraft, die sich dem „Widerstand“ gegen den Erzfeind Israel verschrieben habe, nicht gerecht. Angesichts der prekären wirtschaftlichen Lage sei das Interesse am „Widerstand“ gegen Israel generell geschwunden. „Die Menschen sind zu sehr mit der Armut beschäftigt“, zitiert die Jerusalem Post Charles Jabour, einen christlich-libanesischen Journalisten.

 

Al-Jazeera-Moderator lobt Zionismus, kritisiert arabische Regimes

Faisal al-Qassem, Moderator einer bekannten Talkshow des katarischen Fernsehsenders Al-Jazeera, hat in einem Tweet Israel als das „erfolgreichste Projekt“ der letzten 120 Jahre bezeichnet. Die meisten Araber benützten „Zionist“ als ein Schimpfwort, „obwohl sie wissen, dass das erfolgreichste Projekt des gegenwärtigen und vergangenen Jahrhunderts das zionistische Projekt ist“, schrieb er auf Twitter. „Alle arabischen Projekte, insbesondere der arabische Nationalismus, sind gescheitert.“ In einer Abstimmung fragte Qassem seine Twitter-Fans, ob sie Israel oder die arabischen Regime als „fortschrittlich, demokratisch, erfolgreich“ betrachteten; rund 82% stimmten für Israel. Qassem hat bereits in der Vergangenheit für Kontroversen gesorgt. Im Januar verspottete er das iranische Regime und seine oft wiederholte Ankündigung Jerusalem „befreien“ zu wollen, 2018 lud er den israelischen Armeesprecher in seine Sendung.

 

Professorin erhält Israel-Preis für Talmudstudien

Der Israel-Preis für Talmudstudien wird 2020 erstmalig an eine Frau verliehen. Professorin Vered Noam der Universität Tel Aviv wurde von einem Expertenkomitee aufgrund ihrer „Forschungsexzellenz“ ausgewählt. Bildungsminister Rafi Peretz, selbst ein orthodoxer Rabbiner, nannte Noam „eine Inspiration für eine ganze Generation Frauen, die die Thora studieren.“ Sie sei eine Pionierin, die vielen den Zugang zum Talmudstudium ermöglicht habe. Der renommierte Israel-Preis gilt als die höchste kulturelle Auszeichnung des jüdischen Staats. Seit 1953 wird er jedes Jahr am israelischen Unabhängigkeitstag in den Bereichen Geisteswissenschaften, Naturwissenschaft, Kultur und Lebenswerk vergeben. Das Studium des Talmuds, die rabbinische Auslegung der Thora und des Alten Testaments, ist traditionell Männern vorbehalten. Es ist Frauen nicht verboten den Talmud zu studieren, jedoch lehnen viele jüdisch-orthodoxe Gruppen dies ab.

 

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