Alijah: 2.000 äthiopische Juden sollen noch 2020 einwandern

ICEJ-Nachrichten vom 10. September 2020

DruckversionSend by email
Posted on: 
10 Sep 2020
Alijah: 2.000 äthiopische Juden sollen noch 2020 einwandern

Die israelische Regierung hat am Mittwoch die Einwanderung von rund 2.000 äthiopischen Juden bis Ende 2020 genehmigt. Dabei handelt es sich um einen Kompromiss mit Pnina Tamano-Shata, Israels Ministerin für Einwanderung und Integration, die die Heimkehr von 4.500 äthiopischen Juden bis Ende 2020 gefordert hatte. Tamano-Shata, die selbst im Alter von drei Jahren Alijah (Einwanderung nach Israel) aus Äthiopien machte, plant außerdem bis Ende 2024 alle noch in Äthiopien lebenden Juden nach Israel zu bringen und die Transitlager in Addis Abeba und Gondar endgültig zu schließen. Schätzungen zufolge warten in den Transitlagern noch zwischen 7.000 und 8.000 Juden darauf, Alijah machen zu dürfen - viele von ihnen seit mehr als 20 Jahren. Das israelische Kabinett hatte im Februar die Alijah von 400 äthiopischen Juden genehmigt. 268 von ihnen sind seitdem in Israel eingetroffen. Die ICEJ sponserte ihre Flüge.

Foto: Shlomi Amsalem, Pnina Tamano-Shata und Isaac Herzog (Jewish Agency) begrüßen äthiopisch-jüdische Neueinwanderer,  21.05.2020,

Gebetsanliegen:Bitte beten Sie mit uns für die sichere und rasche Rückkehr der noch in Äthiopien lebenden Juden. Beten wir, dass die Alijah nicht aufgehalten oder aufgeschoben wird. Beten wir auch um Schutz und Bewahrung der Menschen in den Transitlagern angesichts der andauernden Lebensmittelknappheit in Ostafrika und des sich in der Region ausbreitenden Coronavirus.

Bitte helfen Sie uns, die Alijah äthiopischer Juden weiterhin zu unterstützen. Als Verwendungszweck bitte „Alijah“ angeben, herzlichen Dank!

Zum Spendenportal

Corona: Israels Kleinunternehmer warnen vor „Anarchie“

Israelische Kleinunternehmer und Selbstständige haben am Mittwoch vor „Anarchie“ gewarnt, sollte die Regierung erneut einen landesweiten Lockdown zur Eindämmung des Coronavirus verhängen. „Ein weiterer Lockdown ist ein Todesurteil für Unternehmen“, erklärte Roi Cohen, Vorsitzender des israelischen Kleinunternehmerverbands. Viele der Kleinunternehmer, die aufgrund des ersten Lockdowns im Frühjahr bereits finanziell angeschlagen sind, würden solche behördlichen Anweisungen missachten, vermutete Cohen. Sie müssten ihre Familien versorgen und würden daher nicht von Bußgeldern abgeschreckt werden. Die israelische Regierung hat am Mittwoch erneut die Möglichkeit eines landesweiten Lockdowns diskutiert. Berichten zufolge werden die seit Dienstag geltenden nächtlichen Ausgangssperren in rund 40 Städten von weiten Teilen der Bevölkerung missachtet und von der Polizei nicht durchgesetzt. Am Mittwoch wurden 3.904 Neuinfektionen bestätigt, der bisher höchste Anstieg innerhalb eines Tages seit Beginn der Krise.

Palästinenser kritisieren Arabische Liga

Die Palästinenserführung hat die Arabische Liga kritisiert, nachdem diese es am Mittwoch abgelehnt hatte, die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) zu verurteilen. Die Palästinenser hatten eine entsprechende Resolution eingereicht. Riad al-Maliki, Außenminister der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), warf der Arabischen Liga Nutzlosigkeit und Heuchelei vor. PA-Politiker Hussein al-Sheikh sagte, das Scheitern der Resolution sei der „Triumph des Geldes über die Würde“. Ahmed Aboul Gheit, Generalsekretär der Liga, betonte, die Arabische Liga sei der Arabischen Friedensinitiative von 2002 weiterhin verpflichtet, jedoch sei es das „Recht eines jeden Landes, seine Außenpolitik souverän zu gestalten.“ Israel und die VAE hatten am 13. August die Aufnahme diplomatischer Beziehungen angekündigt. Die Palästinenserführung kritisierte die Entscheidung der VAE, ihre Beziehungen mit Israel zu normalisieren, und bezeichnete sie als einen „Dolchstoß“. Ägypten, Jordanien, Oman und Bahrain begrüßten die Ankündigung. Die Unterzeichnung des Abkommens zwischen Israel und den VAE soll am 15. September in Washington stattfinden.

Malawi will Botschaft in Jerusalem eröffnen

Malawi plant die Eröffnung einer Botschaft in Jerusalem. Das sagte der malawische Präsident Lazarus Chakwera am Samstag. Die Botschaftseröffnung sei Bestandteil der Reformen des Außenministeriums, das den Ausbau internationaler Vertretungen des südostafrikanischen Landes plant. Chakwera, der am 6. Juli vereidigt wurde, führt einen Doktortitel in Theologie und war von 1989 bis 2013 Vorsitzender der Assemblies of God Malawi. Er gilt als Freund Israels. Israel und Malawi unterhalten seit 1964 diplomatische Beziehungen, haben jedoch keine Botschaften im Land des anderen. Israels Botschafter für Malawi residiert in Kenia. Malawi wäre das erste afrikanische Land, das eine Botschaft in Jerusalem eröffnen würde.

Österreich: Staatsbürgerschaft für NS-Opfer

Seit dem 1. September können Opfer des Nationalsozialismus, die vor dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet Österreichs gelebt haben, und deren direkte Nachkommen die österreichische Staatsbürgerschaft beantragen. Ein entsprechendes Gesetz wurde letztes Jahr vom Nationalrat verabschiedet. Das Gesetz sieht vor, dass die neu Eingebürgerten ihre bestehende Staatsangehörigkeit nicht aufgeben müssen. Infrage kommen NS-Opfer, die als Bürger Österreichs, als Staatangehörige der Nachfolgestaaten der österreichisch-ungarischen Monarchie oder als Staatenlose vor dem 15. Mai 1955 in Österreich gelebt hatten. Experten gehen davon aus, dass Juden aus der ganzen Welt, insbesondere aus Israel, Großbritannien und den USA, von diesem Recht Gebrauch machen werden. Bis 1938 lebten rund 200.000 Juden in Österreich. Über 65.000 von ihnen wurden im Holocaust ermordet, etwa 120.000 konnten emigrieren. Schätzungen zufolge leben heute zwischen 8.000 und 15.000 Juden in Österreich, die meisten von ihnen in Wien.


ICEJ-Nachrichten per E-Mail abonnieren

 

Share this: