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Bennett in Bahrain

ICEJ-Nachrichten vom 15. Februar 2022

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Posted on: 
15 Feb 2022
Bennett in Bahrain

Israels Premierminister Naftali Bennett ist am heutigen Dienstag von König Hamad bin Isa Al-Khalifa in Manama empfangen worden. Zuvor hatte er seinen bahrainischen Amtskollegen Kronprinz Salman bin Hamad Al-Khalifa getroffen. Es ist der erste Besuch eines israelischen Regierungschefs im Golfstaat. Vor dem Amtssitz bin Hamads begrüßte eine Militärband Bennett mit der israelischen Nationalhymne „Hatikwa“. Am Nachmittag ist eine Rede Bennetts vor bahrainischen Universitätsstudenten geplant. Während seines Besuchs sollen mögliche bilaterale Kooperationen in den Bereichen Wirtschaft, Technologie und Innovation besprochen werden. Auch die Bedrohung durch das iranische Atomprogramm wird thematisiert werden. In einem Interview mit der bahrainischen Zeitung Al-Ayam, das am Dienstag veröffentlicht wurde, sagte Bennett, Israel werde den Iran und pro-iranische Milizen in der Region „Tag und Nacht bekämpfen“. „Wir werden unseren Freunden helfen, indem wir Frieden, Sicherheit und Stabilität stärken werden.“ Neben einer iranischen Atombombe fürchtet die bahrainische Regierung auch die Einflussnahme des schiitischen Iran auf die bahrainische Innenpolitik. Im Königreich herrscht eine sunnitische Minderheit, die Bevölkerung ist jedoch mehrheitlich schiitisch.

Foto: GPO/Haim Zach, Naftali Bennett und König Hamad bin Isa Al-Khalifa, 15.02.2022

Ägypten: Al-Sisi begeistert Israelis

Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat am Montag in Israel einen Sturm der Begeisterung ausgelöst. Auf einer im Internet kursierenden Videoaufnahme von der Egypt Petroleum Show (EGYPS) in Kairo, der wichtigsten Gas- und Öl-Konferenz Nordafrikas und des Mittelmeerraums, war zu sehen, wie al-Sisi zunächst unter lauten Fanfaren und dem Beifall der Teilnehmer die Konferenzhalle betrat. Nachdem er die Gäste begrüßt hatte, legte er sein Mikrofon ab und lief zum anderen Ende der Halle, um die israelische Energieministerin Karin Elharar persönlich willkommen zu heißen. Elharar, die an Muskeldystrophie leidet, wurde 2021 beim Klimagipfel in Glasgow weltweit bekannt, nachdem ihr wegen ihres Rollstuhls der Zutritt zum Konferenzgelände verweigert worden war. Israel nahm zum ersten Mal an der EGYPS teil. Israel und Ägypten unterzeichneten 1979 einen Friedensvertrag. Die Mehrheit der ägyptischen Bevölkerung lehnt Frieden mit Israel jedoch bis heute ab. Seit der Machtübernahme des damaligen Generals al-Sisi 2013 ist es zwischen den Regierungen beider Länder zu einer Annäherung gekommen. Die Tatsache, dass al-Sisi die israelische Ministerin persönlich begrüßte, sei „super aufregend und ein Zeichen dafür, dass die Beziehungen, die einst im Verborgenen stattfanden, nun ins Licht der Öffentlichkeit gekommen sind“, erklärte ein Sprecher des israelischen Energieministeriums. Israels Premierminister Naftali Bennett schrieb auf Twitter, der ägyptische Präsident „hat uns alle bewegt“.

Türkei, Israel vereiteln iranischen Mordanschlag

Der türkische und der israelische Geheimdienst haben einen iranischen Mordanschlag auf einen israelischen Geschäftsmann in der Türkei vereitelt. Wie am Freitag bekannt wurde, sollte der Israeli, dessen Zulieferunternehmen für die Automobil-, Luft- und Raumfahrtindustrie seinen Sitz in Istanbul hat, als Vergeltung für den 2020 getöteten iranischen Nuklearwissenschaftler Mohsen Fakhrizadeh ermordet werden. Noch ist unklar, warum gerade er als Ziel eines Mordanschlags ausgewählt wurde. Eine Terrorzelle, bestehend aus neun Iranern und Türken, wurde bei ihren Vorbereitungen vom türkischen Geheimdienst beschattet. Israels Geheimdienst Mossad wurde kurz vor dem Zugriff in die Operation eingeweiht. Die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei, ehemals enge Verbündete, hatten sich seit 2010 stark verschlechtert. 2018 wiesen beide Länder die Botschafter des anderen Landes aus. Die Türkei gilt als Unterstützer der islamistischen Terrororganisation Hamas. Israel hat der Türkei wiederholt vorgeworfen, Hamas-Führer auf türkischem Boden zu dulden, die von dort u.a. Terroranschläge gegen Israel planen würden. Seit 2020 zeichnet sich jedoch eine langsame Annäherung der Türkei an Israel ab. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat wiederholt seinen Wunsch nach einer stärkeren Zusammenarbeit mit Israel ausgedrückt. Es wird erwartet, dass Israels Staatspräsident Isaac Herzog bald nach Ankara reisen wird.

Mansour Abbas: Keine „Apartheid“ in Israel

Der Ausdruck „Apartheid“ ist für die Beziehungen zwischen Juden und Arabern in Israel nicht zutreffend. Das sagte Mansour Abbas, Vorsitzender der islamistisch-arabischen Ra’am-Partei, vergangene Woche bei einer Online-Veranstaltung des Washington Institute for Near East Policy, eines US-amerikanischen Think-Tanks. „Ich würde es nicht als Apartheid bezeichnen“, sagte er und wies darauf hin, dass er Koalitionspartner der aktuellen israelischen Regierung sei und dem Kabinett angehören könnte, wenn er wollte. „Ich ziehe es vor, die Realität objektiv zu beschreiben. Wenn es in einem bestimmten Bereich Diskriminierung gibt, dann sagen wir, ‚in diesem Bereich gibt es Diskriminierung‘.“ Sein Fokus sei, Juden und Araber zusammenzubringen, um soziale und wirtschaftliche Herausforderungen anzugehen. „Ich versuche, nicht zu verurteilen. Ich versuche, nicht zu sagen ‚du bist rassistisch, oder der Staat ist rassistisch‘.“ Als politische Führungsperson sehe er seine Aufgabe vielmehr darin, Differenzen zu überbrücken. Im Juni 2021 brach Abbas’ Ra’am-Partei mit dem Grundsatz, der arabische Parteien seit Jahrzehnten geleitet hatte: israelische Regierungsbildungen zu boykottieren. Ra’am schloss sich der von Naftali Bennett geführten Koalitionsregierung an, u.a. mit der Begründung, so die Interessen der arabischen Israelis besser vertreten zu können.

Ukraine: Hilfsorganisationen bereiten Evakuierung vor

Jüdische Hilfsorganisationen stehen bereit, tausende ukrainische Juden zu evakuieren. Wie die Jewish News (London) vergangene Woche berichtete, seien geheime, detaillierte Pläne ausgearbeitet worden, die konkrete Städte, Altersgruppen, Transportmittel, Routen und Aufnahmeländer umfassen. „Wir retten Juden, die sich in Gefahr befinden“, erklärte das Joint Distribution Committee (JDC), eine der mehr als ein Dutzend in der Ukraine vertretenen jüdischen Hilfsorganisationen, die v.a. in den USA und Großbritannien ansässig sind. „Wir haben die Kontakte und die Ressourcen, um zu handeln.“ Das JDC war maßgeblich an der Operation Salomo beteiligt, mit der 1991 an einem einzigen Wochenende 14.000 Juden aus Äthiopien evakuiert wurden. Paul Anticoni, Vorsitzender der britischen Organisation World Jewish Relief (WJR) warnte, „es steht viel auf dem Spiel. Der Gedanke daran, was ein militärischer Konflikt hier verursachen würde, erfüllt mich mit Entsetzen. Wir müssen vorbereitet sein.“ Die Mehrheit der in der Ukraine lebenden Juden sei bereits älter und der Ukraine sehr verbunden, erklärte Anticoni. „Die, die auswandern wollten, haben das bereits getan und die, die bleiben wollten, sind geblieben. Aber wer weiß, welches Ereignis sie umstimmen wird.“ Jack Rosen, Präsident des American Jewish Congress (AJC) geht davon aus, dass die ukrainischen Juden im Falle eines Kriegs mit Russland nach Israel auswandern werden. „Als Juden haben wir genügend Probleme auf dieser Welt. Aber wenn es ein Problem gibt, das bereits gelöst ist, dann ist es, dass wir einen Zufluchtsort haben – Israel.“ Er erwartet, dass Israel eine solche Evakuierung anführen wird. Schätzungen zufolge leben in der Ukraine noch mindestens 48.000 Juden, insgesamt hätten jedoch 200.000 Personen nach dem israelischen Rückkehrgesetz, das Personen mit mindestens einem jüdischen Großelternteil die Staatsangehörigkeit gewährt, das Recht, nach Israel einzuwandern. Die Geschichte der Juden in der Ukraine geht bis aufs 10. Jahrhundert zurück. Das Land gilt als Wiege des Chassidismus, der modernen hebräischen Literatur und des modernen Zionismus. Jüdische Führungspersonen wie Golda Meir und Seew Jabotinsky wurden in der Ukraine geboren. Ab Ende des 18. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts erlaubte das russische Zarenreich Juden ausschließlich die Niederlassung im sogenannten „Ansiedlungsrayon“, einem Gebiet, auf dem sich heute Teile von Polen, Belarus, Moldawien, Litauen und der Ukraine befinden. Zweitweise lebten dort rund fünf Millionen Juden. Im Holocaust wurde das jüdische Leben in der Ukraine fast vollständig ausgelöscht.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für den Schutz der Menschen in der Ukraine, insbesondere der jüdischen Bevölkerung. Beten wir, dass ein militärischer Konflikt abgewendet wird und dass die ukrainischen Juden in Frieden nach Israel zurückkehren.


 

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