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Bennett spricht vor UN-Vollversammlung

ICEJ-Nachrichten vom 29. September 2021

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29 Sep 2021
Bennett spricht vor UN-Vollversammlung

Israels Premierminister Naftali Bennett hat am Montag bei seiner ersten Rede vor der UN-Vollversammlung vor den Machenschaften des Iran gewarnt. „Der Iran versucht, den Nahen Osten zu dominieren – unter einem nuklearen Schirm.“ In den letzten Jahrzehnten habe der Iran in zahlreichen Ländern des Nahen Ostens Zerstörung und Chaos herbeigeführt. Er warnte auch vor dem iranischen Atomprogramm. „Alle Träumereien haben sich als falsch erwiesen. Der Iran verstößt gegen IAEA-Auflagen, Inspektoren werden belästigt, Uran wird auf 60 Prozent angereichert – und man lässt ihn gewähren.“ Das iranische Atomprogramm habe einen Wendepunkt erreicht, „genau wie unsere Toleranz auch. Worte können Zentrifugen nicht stoppen“, sagte er. „Wir werden dem Iran nicht erlauben, Atomwaffen zu haben.“ Bei einem Treffen mit UN-Generalsekretär Antonio Guterres in New York brachte Bennett die unfaire Behandlung Israels durch UN-Gremien zur Sprache. Wenn die UN wünschten, dass Israel die Gremien ernst nehme, müssten UN-Mitglieder Israel als ebenbürtigen Partner behandeln und nicht unverhältnismäßig angreifen. Das berichtete ein nicht namentlich genannter Diplomat. Bei einem weiteren Treffen mit Linda Thomas-Greenfield, UN-Botschafterin der USA, begrüßte Bennett, dass die neue US-Regierung UN-Gremien wie dem UN-Menschenrechtsrat wieder beigetreten sei. Es sei eine „gute Gelegenheit, für mehr Ausgewogenheit hinsichtlich Israels zu sorgen.“

Foto: GPO/Avi Ohayon, Bennett spricht vor UN-Vollversammlung, 27.09.2021

ICEJ feiert Online-Laubhüttenfest mit über 5.000 Teilnehmern

Am Montag ist das ICEJ-Laubhüttenfest 2021 zu Ende gegangen. Über 5.000 Teilnehmer aus mehr als 100 Ländern waren vertreten. Acht Tage lang wurde aus verschiedenen Orten in Israel ein abwechslungsreiches Programm übertragen, wie z.B. vom Jesus-Boot auf dem See Genezareth, und aus Qumran, wo u.a. die Bedeutung der Schriftrollen vom Toten Meer thematisiert wurde. Es folgte ein Abendmahlgottesdienst im Gartengrab in Jerusalem sowie eine gemeinsame Gebetszeit bei Sukkat Hallel, einem der ältesten Gebetshäuser Jerusalems, zu der Nationale Direktoren der ICEJ-Zweigstellen zugeschaltet waren. Pastoren aus Israel und den Nationen brachten tiefgehende und herausfordernde Botschaften. Für Abwechslung sorgten Liedbeiträge aus Israel und den Nationen, virtuelle Touren, die die Teilnehmer an archäologische Stätten in Israel mitnahmen, sowie Videoclips, die über den Einfluss christlicher Zionisten bei der Gründung des jüdischen Staates informierten. Ein besonderer Höhepunkt war für viele Teilnehmer die bewegende Lobpreiszeit mit dem jüdischen Israeli Shilo Ben Hod und dem arabischen Israeli Nizar Francis auf Hebräisch und Arabisch.

Bis Ende Dezember 2021 haben Sie die Möglichkeit, sich nachträglich zum Online-Laubhüttenfest der ICEJ anzumelden, oder Ihr reguläres Ticket bis Ende Juni 2022 zu verlängern. Zur Anmeldung

Gewalteskalation unter israelischen Arabern

Israels Premierminister Naftali Bennett hat ein Team aus Regierungsmitgliedern zusammengestellt, um Gewaltverbrechen in arabisch-israelischen Ortschaften zu bekämpfen. Der Inlandsgeheimdienst Schin Bet soll ebenfalls beteiligt sein. In den letzten Wochen hatte Israel eine Gewalteskalation verzeichnet. Allein im September wurden 15 Araber Opfer von Gewaltverbrechen. Seit Anfang des Jahres wurden 93 Araber - 78 arabische Israelis sowie 15 Palästinenser, die sich in Israel aufhielten, - getötet. Angehörige und Aktivisten organisierten Proteste gegen eine scheinbare Untätigkeit und Gleichgültigkeit seitens der israelischen Regierung und der Sicherheitskräfte. Der israelischen Tageszeitung Haaretz zufolge wurden bisher nur 21% der seit Jahresbeginn verübten Morde an Arabern aufgeklärt, im Vergleich zu über 50% der Morde an jüdischen Israelis. Die Behörden beklagen eine fehlende Kooperation seitens der arabischen Israelis bei der Tataufklärung. Omer Barlev, Minister für Öffentliche Sicherheit, erklärte angesichts der Proteste, „nach Jahrzehnten der Vernachlässigung, Geringschätzung und Furcht“ seitens der Behörden könnten diese Probleme nicht innerhalb weniger Wochen gelöst werden. Es handle sich um ein breites Phänomen innerhalb der arabisch-israelischen Gesellschaft, sagte er, und rief arabische Führungspersonen zur Zusammenarbeit auf. Am Freitag durchsuchte die israelische Polizei dutzende Häuser und Wohnungen in arabischen und drusischen Städten und Dörfern. Dabei wurden große Summen Bargeld konfisziert, sowie Waffen und militärisches Gerät. 15 Personen wurden wegen des Verdachts der Gewalttat, Erpressung und Geldwäsche verhaftet. Die meisten der in diesem Jahr Getöteten wurden Opfer des organisierten Verbrechens, von Familienfehden oder Ehrenmorden. Am Montag wurde ein 27-jähriger Mann angeklagt, seine Mutter (46) ermordet und ihren Leichnam versteckt zu haben. Als Mordmotiv wird ihre Konversion vom Islam zum Orthodoxen Christentum vermutet.

Irak: Forderung nach Beziehungsaufnahme mit Israel

Mehr als 300 irakische Führungspersönlichkeiten haben auf einer Konferenz ihre Regierung aufgefordert, die Beziehungen mit Israel zu normalisieren. Die Konferenz fand am Freitag in Erbil, der Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan statt. Die Teilnehmer kamen aus sechs irakischen Provinzen und setzten sich aus sunnitischen sowie schiitischen Stammesoberhäuptern, Aktivisten, Politikern und ehemaligen Militärs zusammen. Die Konferenz wurde organisiert vom Center for Peace Communications (New York). „Wir fordern volle diplomatische Beziehungen mit Israel und eine Politik der Normalisierung, die auf persönlichen Beziehungen mit den Bürgern Israels gründet“, sagte Wisam al-Hardan, ein Stammesoberhaupt und ehemaliger Anführer sunnitischer pro-amerikanischer Milizen. „Wir fordern die Beteiligung des Iraks an den Abraham-Abkommen” sagte Sahar al-Tai, Leiterin für Forschung im irakischen Ministerium für Kultur. „Keine Macht hat das Recht, diese Forderung aufzuhalten.“ Der Irak befindet sich seit 1948 offiziell im Krieg mit Israel, irakische Truppen haben in drei arabisch-israelischen Kriegen gekämpft. Verbindungen zum „Zionismus“ oder „zionistische Aktivitäten“ waren bis 2010 mit der Todesstrafe belegt, seitdem droht eine lebenslange Haftstrafe. Al-Hardan bezeichnete dieses Gesetz als „moralisch widerwärtig“ und als „Angriff auf Menschenrechte und Meinungsfreiheit.“ Thematisiert wurde auch die Vertreibung irakischer Juden. Infolge von Pogromen und politischer Verfolgung flohen zwischen 1950 und 1952 mehr als 120.000 Juden aus dem Irak. Die meisten von ihnen ließen sich in Israel nieder, wo heute rund 450.000 irakisch-stämmige Juden leben. Der Irak müsse Beziehungen zu ihnen und ihren Nachkommen aufnehmen, forderte der ehemalige Generalmajor Amir al-Jubouri. „Der Großteil ihres Besitzes befindet sich weiterhin im Irak“, sagte er. „Der Staat Israel reicht seine Hand in Frieden“, schrieb Israels Premierminister Naftali Bennett auf dem Nachrichtendienst Twitter. „Dieser Ruf kommt vom Volk und nicht von der Regierung.“ Er lobte die „Anerkennung des historischen Unrechts, das den Juden Iraks angetan wurde.“ Israel und die Autonome Region Kurdistan unterhalten freundschaftliche Beziehungen. Die Regierung in Bagdad verurteilte die Konferenz und bezeichnete sie als „illegal“. Sie repräsentiere nicht die Meinung des Volkes. Der prominente irakische Geistliche Muktada al-Sadr bezeichnete die Konferenz als „zionistischen Terrorismus“ und forderte die Regierung auf, die Teilnehmer zu verhaften.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie für Bereitschaft in der irakischen Regierung diplomatische Beziehungen mit Israel aufzunehmen. Beten wir um Bewahrung der Konferenzteilnehmer und anderer Personen, die sich dafür einsetzen.

Hamburg: Täter nach antisemitischem Angriff gefasst

Nach einem antisemitischen Angriff in Hamburg hat die Polizei den mutmaßlichen Täter gefasst. Es handelt sich um einen 16-Jährigen aus Berlin. Der junge Mann hatte am 18. September Teilnehmer einer Mahnwache für Israel und gegen Antisemitismus antisemitisch beleidigt. Als einer der Teilnehmer ihn aufforderte, dies zu unterlassen, schlug der Täter ihm mit der Faust ins Gesicht. Das Opfer, ein jüdischer Mann (60), erlitt einen Joch- und Nasenbeinbruch, außerdem Verletzungen am Auge. Er musste im Krankenhaus operiert werden. „Wir stehen nur da, sprechen niemanden an“, erklärte das Opfer gegenüber der Hamburger Morgenpost. „Es kommen Menschen auf uns zu, Interessierte, denen wir dann erklären, wieso wir dort stehen.“ Verbale Anfeindungen erlebe er oft, jedoch sei er bisher nie gewalttätig angegangen worden.


 

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