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Bennett zu Besuch in Washington

ICEJ-Nachrichten vom 26. August 2021

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Posted on: 
26 Aug 2021
Bennett zu Besuch in Washington

Israels Premierminister Naftali Bennett wird am heutigen Donnerstag US-Präsident Joe Biden in Washington, D.C. treffen. Es ist Bennetts erste Auslandsreise als Premierminister. Am Mittwoch traf er bereits Verteidigungsminister Lloyd Austin, Außenminister Antony Blinken und den Nationalen Sicherheitsberater Jake Sullivan. Austin erklärte, das US-Verteidigungsministerium verpflichte sich „Israels militärischen Vorsprung zu erhalten, und sicherzustellen, dass Israel sich gegen Bedrohungen seitens des Iran, dessen Verbündeten und Terrorgruppen verteidigen kann.“ Der Iran müsse für seine „alarmierenden nuklearen Handlungen und seine andauernde regionale Aggression zur Rechenschaft gezogen werden“. Die USA wollen ihre „strategischen Beziehungen mit Israel stärken“ und seien „Israels Sicherheit und Recht auf Selbstverteidigung verpflichtet“. Außerdem wurden auch die jüngsten gewaltsamen Krawalle entlang der Gaza-Grenze besprochen. Israelischen Quellen zufolge macht die US-Regierung die islamistische Terrororganisation Hamas dafür verantwortlich. Ein weiteres Gesprächsthema waren die im Gazastreifen festgehaltenen Israelis. Bennetts wichtigste Ziele bei seinem US-Besuch sind, eine gute Beziehung mit Biden aufzubauen, eine Verpflichtung der USA, das Raketenabwehrsystem Iron Dome („Eisenkuppel“) wieder auszustatten, ein Abkommen über die visumfreie Einreise in die USA für Israelis voranzubringen und Verständnis für Israels Positionen angesichts des iranischen Atomprogramms zu gewinnen. Israelische Regierungsbeamte gehen davon aus, dass die US-Regierung ein Scheitern der Verhandlungen mit dem Iran über die Rückkehr zum internationalen Atomabkommen für möglich hält. Daher soll sie offen gegenüber israelischen Vorschlägen sein, wie die Gefahr eines nuklear bewaffneten Irans abgewendet werden kann.

Foto: GPO/Avi Ohayon, Naftali Bennett mit Antony Blinken, 25.08.2021

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für ein gutes Treffen zwischen Premierminister Bennett und Präsident Biden. Beten wir, dass Israels Anliegen, insbesondere angesichts des Iran, Gehör finden und die USA sich für die Sicherheit Israels einsetzen.

Gaza-Krawalle: Israelischer Polizist schwer verletzt

Bei Krawallen entlang der Gaza-Grenze ist am Samstag ein israelischer Grenzpolizist (21) durch einem Kopfschuss aus nächster Nähe schwer verletzt worden. Hunderte Palästinenser randalierten am Samstag stundenlang entlang des Grenzzauns zwischen Südisrael und dem von der islamistischen Terrororganisation Hamas beherrschten Gazastreifen. Die Randalierer griffen die Israelis mit Steinschleudern an und ließen brennende Autoreifen in Richtung Grenzzaun rollen. Die israelischen Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein und positionierten Scharfschützen entlang der Grenze. Laut Hamas-Gesundheitsministerium wurden 41 Palästinenser verletzt, zwei von ihnen schwer. Videoaufnahmen zeigten, wie ein Palästinenser mit einer Handfeuerwaffe durch ein Loch in der Grenzmauer mehrere Schüsse abfeuerte. Dabei wurde der dahinter stehende Polizist getroffen. Er musste notoperiert werden und befindet sich weiterhin in Lebensgefahr. „Es steht schlecht um ihn. Wir brauchen sehr viel Gebet. Ich flehe die Menschen an, bitte betet für ihn”, sagte seine Mutter am Montag. Israelischen Medienberichten zufolge hatte die Hamas geplant, rund einen Kilometer von der Grenze entfernt Demonstrationen durchzuführen. Sie verlor jedoch die Kontrolle über die Menschenmenge, die sich schließlich dem Grenzzaun näherte. Es war der erste gewaltsame Protest entlang der Gaza-Grenze seit Dezember 2019. In den Jahren 2018 und 2019 hatte es zahlreiche gewaltsame Zusammenstöße zwischen israelischen Soldaten und Anhängern der Terrororganisationen Hamas und Palästinensischer Islamischer Dschihad gegeben, hunderte Palästinenser kamen dabei ums Leben. Die jüngsten Krawalle erfolgten trotz einer Einigung am Donnerstag, wonach Israel wieder katarische Hilfszahlungen in Millionenhöhe für den Gazastreifen genehmigte, die dort von den Vereinten Nationen an Bedürftige verteilt werden sollen. In Reaktion auf die Krawalle ließ Ägypten am Montag den Grenzübergang Rafah zum Gazastreifen in beide Richtungen schließen.

Gaza-Terroristen schicken Brandballons

Am Montag schickten Terroristen mit Brandsätzen bestückte Ballons nach Südisrael und verursachten damit neun Brände. Die israelische Luftwaffe bombardierte daraufhin eine Waffenfabrik der Hamas, den Eingang zu einem Terror-Tunnel und eine unterirdische Raketen-Abschussrampe, die sich in der Nähe einer Schule befand.

Israel: Ungeimpfte Lehrer drohen mit Klage

In Israel haben ungeimpfte Lehrer mit rechtlichen Schritten gedroht, sollten sie im neuen Schuljahr gezwungen werden, unbezahlten Urlaub zu nehmen. Aktuelle Regierungspläne sehen vor, dass Lehrer, beginnend mit dem 1. September, nur noch geimpft, getestet oder genesen unterrichten dürfen. „Wir werden zum Obersten Gerichtshof gehen, wenn ungeimpfte und nicht getestete Lehrer ohne Bezahlung zu Hause bleiben müssen“, sagte Ran Erez, Vorsitzender der Lehrervereinigung. „Wenn dies für den gesamten Öffentlichen Dienst gelten würde, dann wäre es in Ordnung. Aber wenn diese Regelung nur Lehrer betrifft, machen wir nicht mit.“ Jaffa Ben-David von der Lehrergewerkschaft warnte vor einem Lehrermangel, sollte die Regelung durchgesetzt werden. Die israelische Regierung bestätigte am Sonntag den Beginn des neuen Schuljahres am 1. September mit Präsenzunterricht. In Schulen, die sich in Hochrisikogebieten befinden, müssten Schüler der 8. bis 12. Klassen zum Online-Unterricht wechseln, sofern in ihrer Klasse weniger als 70% der Schüler geimpft sind.

Köln: Antisemitischer Angriff auf 18-Jährigen

Am vergangenen Freitag ist in Köln ein 18-jähriger Jude von einer Gruppe junger Leute antisemitisch beleidigt und geschlagen worden. Dabei erlitt er einen Jochbeinbruch. Bei dem Angriff in einem Park wurde ihm auch die Kippa vom Kopf gerissen. Felix Schotland, Vorstandsmitglied der Synagogen-Gemeinde Köln, erklärte, seine Gemeinde sei entsetzt angesichts des Angriffs und sorge sich um ihre Sicherheit. Die jüdische Gemeinde in Köln gehört zu den größten in Deutschland. „Der feige Angriff auf einen jungen Mann in der Nacht zu Samstag in Köln hat offensichtlich wieder einmal die hässliche Fratze des Antisemitismus in Deutschland sichtbar gemacht“, sagte Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Antisemitismusbeauftragte von Nordrhein-Westfalen. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki sagte, Kirche und Gesellschaft hätten eine besondere Verantwortung dafür, dass sich Juden in Deutschland sicher fühlen könnten. Die Polizei konnte mittels Überwachungskameras, die in der Nähe des Tatorts installiert waren, zwei der Täter bereits kurz nach der Tat identifizieren und festnehmen. Es handelte sich um einen 18- und einen 19-Jährigen.

Gebetsanliegen: Bitte beten sie mit uns, dass die jüdische Bevölkerung in unserem Land in Sicherheit leben und die herannahenden Hohen Feiertage in Freude feiern kann.

Jerusalem: Angriff auf arabischen Arbeiter

Ein arabischer Arbeiter (20) aus Ostjerusalem ist vergangene Woche von einer Gruppe jüdischer Gewalttäter angegriffen und mit einem Messer verletzt worden. Ahmed Salima, der auf dem Mahane-Jehuda-Markt in Westjerusalem arbeitete, wartete nach seinem Feierabend auf ein Taxi, als er von mehreren jungen Männern angegriffen wurde. Sie verprügelten ihn und stachen mit einem Messer mehrmals auf ihn ein. Passanten eilten dem am Boden Liegenden zu Hilfe. „Zwei Juden retteten mich. Einer zerriss mein Hemd und stoppte mit seiner Hand die Blutung“, berichtete Salima. Die israelische Polizei hat Ermittlungen wegen Terrorismus-Verdacht aufgenommen. Auf dem Mahane-Jehuda-Markt wurde bereits während des Hamas-Raketenkriegs im Mai ein 25-jähriger Araber, Angestellter eines Burger-Restaurants, mit einem Messer attackiert. Er erlitt dabei Stichwunden in Lunge und Leber. Gegen vier jüdische Männer wurde daraufhin Anklage wegen Terrorismus und versuchten Mordes erhoben. Im Mai war es in zahlreichen israelischen Städten zu Krawallen und gewaltsamen Übergriffen gekommen, bei denen Dutzende Menschen verletzt wurden. Zwei Personen, ein jüdischer und ein arabischer Israeli, kamen ums Leben.

Gebetsanliegen: Beten wir für eine rasche Genesung Salimas und eine erfolgreiche Fahndung nach den Tätern. Beten wir auch für Versöhnung zwischen Juden und Arabern und gute, nachbarschaftliche Beziehungen der Bewohner Jerusalems.

Israel: Alter und Impfung beeinflussen Covid-19-Verlauf

Das Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken, ist bei ungeimpften Personen ab dem Alter von 60 Jahren achtmal höher als bei geimpften Personen gleichen Alters. Darauf deuten Daten des israelischen Gesundheitsministeriums hin, die Mitte August veröffentlicht wurden. 159 von je 100.000 Ungeimpften im Alter von mindestens 60 Jahren erlebten demnach einen schweren Covid-19-Krankheitsverlauf, jedoch nur 20 von je 100.000 der zweifach Geimpften. Bei Personen, die jünger als 60 Jahre alt waren, erkrankten 2,4 bzw. 0,9 je 100.000 Personen schwer. Die Daten weisen auch darauf hin, dass für Personen über 70 Jahre bzw. über 80 Jahre das Risiko einer schweren Erkrankung weiter zunimmt. „Wenn man sich den Anteil der schwer erkrankten Israelis über 60 Jahren anschaut, dann sieht man, dass unter den Ungeimpften ein beträchtlich höherer Anteil schwer erkrankt war, als unter den Geimpften“, erklärte Prof. Ran Balicer, Vorsitzender des Corona-Expertenteams der israelischen Regierung. Der Epidemiologe Prof. Nadav Davidovitsch erklärte, dass obwohl die Wirksamkeit des Impfstoffs im Verlauf der letzten Monate möglicherweise nachgelassen habe, Geimpfte dennoch fünf bis zehnmal besser geschützt seien als Ungeimpfte. Sowohl das Alter des Patienten als auch die Länge der Zeit, die seit der Impfung verstrichen sei, könnten die Schwere der Covid-19-Erkrankung beeinflussen. Ende Juli gab das Gesundheitsministerium bekannt, dass die Wirksamkeit des Pfizer/BioNTech-Impfstoffes gegen Ansteckung und leichte Symptome auf 40% gesunken sei, jedoch schwere Krankheitsverläufe zu 91% verhindere.


 

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