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Corona: Israel verhängt Reiseverbot in die PA-Gebiete

ICEJ-Nachrichten vom 12. November 2020

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Posted on: 
12 Nov 2020
Corona: Israel verhängt Reiseverbot in die PA-Gebiete

Israels Verteidigungsministerium hat Israelis die Reise in die Palästinensergebiete im Westjordanland untersagt. Grund ist der erneute Anstieg der Corona-Infektionen unter arabischen Israelis. Israels Gesundheitsministerium geht davon aus, dass viele der Infektionen auf Reisen in die Gebiete der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) zurückzuführen sind. Im September waren rund 30% der Infektionen mit dem Coronavirus in arabischen Ortschaften festgestellt worden, obwohl arabische Israelis nur 20% der Bevölkerung ausmachen. Während des landesweiten Lockdowns sank die Infektionsrate auf 7% der aktiven Fälle. Am Montag wurde bekannt, dass erneut 38% aller Infektionen in Israel unter arabischen Staatsbürgern festgestellt wurden. Der stellvertretende Corona-Beauftragte Ayman Seif geht davon aus, dass jede Woche zehntausende arabische Israelis in die PA-Gebiete reisen. Medienberichten nach werden dort Kontaktverbote und andere Maßnahmen kaum befolgt. Es wird außerdem vermutet, dass viele arabische Israelis ihre Hochzeitsfeiern in den PA-Gebieten abhalten, da in Israel Hochzeitsfeiern mit mehr als 20 Teilnehmern weiterhin untersagt sind. Das Reiseverbot soll zunächst einen Monat lang in Kraft bleiben. Israelische Studenten, die an Universitäten im PA-Gebiet studieren, sollen jedoch weiterhin einreisen dürfen. Auch die rund 100.000 Palästinenser, die in Israel und israelischen Ortschaften in Judäa und Samaria arbeiten, sind von dem Verbot nicht betroffen.

Foto: Israel Border Police, Israelischer Grenzpolizist, Archivbild

Aktuell gibt es in Israel 8.105 aktive Fälle. 304 Menschen sind schwer erkrankt. Am Mittwoch wurden 663 Neuinfektionen bestätigt, die Reproduktionszahl liegt zurzeit bei 0,92. Aussagen des israelischen Gesundheitsministeriums zufolge sollen weitere geplante Aufhebungen des Lockdowns verschoben werden, bis eine Reproduktionszahl von unter 0,8 erreicht ist. Dann wäre die Wiedereröffnung von Einkaufszentren, Märkten, Fitness-Studios und die Wiederaufnahme des Unterrichts für die Klassen 5 und 6 möglich.

IAEA: Irans Uranvorrat verstößt gegen Atomabkommen

Der Iran verfügt über die zwölffache Menge an angereichertem Uran als die 2015 im Atomabkommen vereinbarte Höchstmenge. Das bestätigte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) am Mittwoch. Die erlaubte Höchstmenge liegt bei 300kg angereichertem Uran, das entspricht 202,8 kg Uran. Laut IAEA verfügt der Iran jedoch inzwischen über 2.442,9 kg angereichertes Uran. Außerdem bestätigte die IAEA Aussagen des iranischen Regimes, dass die in der Nuklearanlage von Natanz befindlichen Zentrifugen unterirdisch installiert worden sind. Dies wurde veranlasst, nachdem Natanz bei einer Explosion im Juli erheblich beschädigt wurde. Wer hinter der Explosion steht, ist weiterhin unklar. Der Iran sprach von einem Sabotageakt. Die IAEA forderte außerdem eine „vollständige und unverzügliche Erklärung“ über die in einer Lagerhalle gefundenen Uranspuren. Die bisher vom Iran gegebenen Erklärungen seien „technisch nicht glaubwürdig”, sagte die IAEA. Um welche Lagerhalle es sich handelt, sagte die Behörde nicht. Es wird vermutet, dass es sich um einen Standort in Turkusabad, Tehran, handelt. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hatte 2018 in einer Rede vor der UN-Vollversammlung die Existenz der geheimen Lagerhalle bekanntgemacht.

Umfrage: Araber sehen Israel kritischer als den Iran

Die Bevölkerungen Saudi-Arabiens und Bahrains sehen Israel und nicht den Iran als größte Gefahr für den Frieden in Nahost. Das ergab eine von der Konrad-Adenauer-Stiftung in Auftrag gegebene Umfrage, deren Ergebnisse am Mittwoch veröffentlicht wurden. 33% der Befragten in Saudi-Arabien sagten demnach, Israel gefährde die Stabilität in der Region, verglichen mit 25%, die dies über den Iran sagten. In Bahrain lagen die Umfragewerte bei 24% bzw. 18%. Auch in Marokko (43%), Katar (39%) und den Palästinensergebieten (37%) sagte eine Mehrheit, Israel gefährde die Lage in Nahost. Lediglich Israelis (45%) und Bürger der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE, 27%) sahen im Iran die größte Bedrohung in der Region. Angesichts dieser Umfrageergebnisse scheinen die Bevölkerungen der arabischen Golfstaaten die Meinung ihrer Regierungen nicht einmütig zu teilen. Nahostexperten zufolge suchen insbesondere die Regierungen von Saudi-Arabien, Bahrain und den VAE eine Annäherung an Israel - aus Sorge vor dem iranischen Atomprogramm. Die Teilnehmer wurden auch nach ihrer Einstellung gegenüber verschiedenen Ländern gefragt. Die Mehrheit der Befragten in Marokko (70%), Saudi-Arabien (65%), Katar (59%) und den PA-Gebieten (56%) gaben an, sie betrachteten Israel negativ. 46% der Befragten in Deutschland waren ebenfalls negativ gegenüber Israel eingestellt. Nur 26% der Deutschen sahen Israel positiv. In den USA und den VAE sagten 53% bzw. 46%, sie hätten ein positives Bild von Israel. In Israel gaben die meisten Befragten an, ein positives Bild von den USA, Deutschland und allen genannten arabischen Staaten zu haben. Nur gegenüber den PA-Gebieten war die Mehrheit der Israelis (73%) negativ eingestellt. Auch in Deutschland (48%) und in den USA (42%) sah eine Vielzahl der Befragten die PA in einem schlechten Licht. Auf die Frage, wie sie die Unterzeichnung der Friedensverträge zwischen Israel, Bahrain und den VAE sehen, sagte eine Mehrheit der Israelis (86%; 72% der israelischen Araber), Emiratis (69%), US-Amerikaner (67%) und Deutschen (59%), sie unterstützten die Abkommen. Auch eine Vielzahl der Befragten in Bahrain (46%) äußerte sich positiv. Eine Mehrheit in den PA-Gebieten (70%), Marokko (63%), Katar (52%) und Saudi-Arabien (48%) lehnte die Abkommen ab.

Bahaa Hariri: Libanon und Israel sollten Frieden schließen

Bahaa Hariri, Sohn des 2005 ermordeten libanesischen Premierministers Rafik Hariri und älterer Bruder des designierten Premierministers Saad Hariri, hat den Libanon und Israel aufgefordert, Frieden zu schließen. Der Unternehmer und Milliardär, der in der Schweiz lebt, bezeichnete die laufenden Verhandlungen zwischen den beiden Ländern über den Verlauf ihrer Seegrenzen als „positiv“. Israel und der Libanon sollten jedoch auch ihren Streit um die Landesgrenzen beilegen, insbesondere um die Schebaa-Farmen am Westhang des Berges Hermon. Der Streit um dieses Gebiet sei eine „offene Wunde“, die die schiitisch-libanesische Terrororganisation Hisbollah ausnutzen würde, sagte Hariri. Israel hatte die Schebaa-Farmen im Sechstagekrieg 1967 erobert. Das Gebiet war seit 1950 unter syrischer Kontrolle, wird jedoch vom Libanon beansprucht. Heute befinden sich dort Außenposten der israelischen Armee. „Ich möchte, dass meine Kinder in Frieden, nicht im Krieg leben“, sagte Bahaa Hariri. Der älteste Sohn Rafik Hariris war in der Vergangenheit nicht politisch aktiv, hat jedoch in den letzten Monaten seine Unterstützung für die andauernden Anti-Regierungsproteste im Libanon zum Ausdruck gebracht. Bahaa Hariri warnte zudem seinen Bruder Saad vor einer erneuten Koalition mit der Hisbollah. Ein solcher Schritt würde die regionale und internationale Unterstützung, die der Libanon dringend brauche, unterminieren. Er sagte auch, die Hisbollah sollte zu einer Terrororganisation erklärt werden. Saad Hariri war im Oktober 2019 zurückgetreten. Vor rund drei Wochen wurde er vom libanesischen Staatspräsidenten Michel Aoun erneut mit der Regierungsbildung beauftragt. Aoun selbst hatte im August angedeutet, Friedensverhandlungen mit Israel seien möglich. Es gebe jedoch Streitpunkte, die zuerst ausgeräumt werden müssen, sagte er.

Israel: Festung aus der Zeit König Davids gefunden

Archäologen haben Überreste einer befestigten Siedlung auf den Golanhöhen ausgegraben, die aus der Zeit König Davids stammen könnte. In der Festung, die über fast 1,5 Meter breite Mauern verfügte, fanden die Archäologen u.a. in Fels eingravierte Zeichnungen, einen Altar und rituelle Gegenstände. Sie datierten sie ins 11. bis 10. Jahrhundert vor Christus. Die Funde ähneln Ausgrabungen aramäischer Siedlungen in der Region. Es sei möglich, dass die Geschuriter - eine aramäische Volksgruppe, die am Ostufer des Sees Genezareth siedelte - die Festung auf den Golanhöhen zum Schutz ihres Territoriums errichteten, erklärte die israelische Altertumsbehörde. Geschur, dessen Hauptstadt im heutigen Betsaida vermutet wird, wird mehrmals in der Bibel erwähnt. In Josua 13 heißt es, dass die Israeliten unter Josua das Land Geschur noch nicht eingenommen hatten. Laut 2. Samuel 3,3 war eine der Frauen König Davids - Absaloms Mutter - eine Tochter des Königs von Geschur. Die Festung wurde bei der Planung eines neuen Wohngebiets in der Ortschaft Chispin entdeckt.

Sehen Sie hier einen kurzen Videoclip der israelischen Altertumsbehörde über die Ausgrabungen in Chispin (auf Englisch).


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