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Corona: Israel verzeichnet Infektionsanstieg

ICEJ-Nachrichten vom 03. Juni 2020

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Posted on: 
3 Jun 2020
Corona: Israel verzeichnet Infektionsanstieg

Israel hat in den letzten Tagen einen Anstieg von Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Nachdem über mehrere Wochen die Zahl täglicher Neuinfektionen bei rund 50 lag, wurden letzte Woche Freitag mehr als 100 Personen positiv getestet. Seit letzter Woche häufen sich Fälle von Coronavirus-Infektionen in Bildungseinrichtungen. Zahlreiche Schulen und Kindergärten sind vorübergehend geschlossen worden, nachdem insgesamt 217 Fälle bekannt wurden. Aktuell sind mehr als 30 Einrichtungen betroffen, rund 10.000 Schüler und Lehrer befinden sich in Quarantäne. Gesundheitsminister Juli Edelstein warnte die Bevölkerung, die Schutzmaßnahmen nicht zu vernachlässigen. Er kündigte an, Covid-19-Tests auf Personen auszuweiten, die keine Symptome zeigten. Seine Forderung, alle weiterführenden Schulen bis zum Ende des Schuljahres zu schließen, hat Premierminister Benjamin Netanjahu vorerst abgelehnt.

Foto: ICEJ, Corona-Krise in Israel, Archivbild

Gebetsanliegen: Beten wir, dass sich das Coronavirus nicht erneut in Israel verbreitet und um gute Hygienekonzepte für Bildungseinrichtungen. Bitten wir um Heilung für die Erkrankten und um Ausdauer für die Israelis, sich an die Schutzmaßnahmen zu halten.

 

Jewish Agency erwartet rapiden Anstieg der Alijah

Die Jewish Agency, Israels Einwanderungsbehörde, erwartet, dass 2021 bis zu 50.000 Juden Alijah (Einwanderung nach Israel) machen werden. Das teilte Generalsekretär Josh Schwartz dem Knesset-Ausschuss für Alijah, Integration und Diaspora-Angelegenheiten am heutigen Mittwoch mit. 2019 kehrten rund 35.000 Juden nach Israel heim, 2018 waren es rund 28.000. Neben dem weltweit zunehmenden Antisemitismus nannte Schwartz als Grund die Covid-19-Pandemie, von der mehrere jüdische Gemeinschaften in der Diaspora schwer betroffen waren. Jüdische Organisation in den USA und Frankreich haben in den letzten Monaten ein wachsendes Interesse an Alijah verzeichnet. Viele Juden in der Diaspora sind der Ansicht, dass Israel eine bessere medizinische Versorgung bietet und sich rascher von den wirtschaftlichen Folgen der Krise erholen wird.

 

DNA der Qumran-Rollen analysiert

Wissenschaftler aus Israel, Schweden und den USA haben die DNA von 35 Fragmenten der Schriftrollen vom Toten Meer analysiert. Die Forschungsergebnisse des sieben Jahre dauernden Projekts sind am Dienstag in der Fachzeitschrift Cell veröffentlicht worden. Dabei mussten DNA-Proben entnommen werden, ohne die Pergamente zu beschädigen. Fast alle untersuchten Pergamente bestehen aus Schafshaut. Daraus lässt sich schließen, dass diese Fragmente möglicherweise aus der Judäischen Wüste stammen. Zwei Fragmente, die Teile des Buchs Jeremia enthalten, bestehen aus Rindsleder – ein in einer Wüstengegend höchst unüblicher Fund, der darauf hindeutet, dass diese Fragmente ursprünglich nicht aus Qumran stammen, sondern dorthin gebracht wurden. „Dies ist sehr wichtig, denn es gibt eine sehr alte Debatte über die Herkunft der Schriftrollen - welche von ihnen aus der sehr eigenartigen Welt der radikalen jüdischen Sekte, die vermutlich in Qumran siedelte, stammen, und welche von außerhalb kamen und das ganze Spektrum der damaligen jüdischen Gesellschaft wiederspiegeln“, erklärte Prof. Noam Mizrahi von der Abteilung für Biblische Studien der Universität Tel Aviv. Weitere 25.000 Fragmente warten darauf, analysiert zu werden. Die wichtigste Frage ist noch zu beantworten: wer verfasste die Schriftrollen und wer stellte sie zusammen?

 

Annexionspläne: Armee trifft Vorbereitungen, Verzögerung erwartet

Israels Verteidigungsminister Benny Gantz hat am Montag die israelische Armee angewiesen, verstärkt „Vorbereitungen“ für die anstehende Annexion des Jordantals und von Gebieten in Judäa und Samaria (Westjordanland), zu treffen. Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass die Annexionen, die die Regierung bereits im Juli in die Wege leiten möchte, zu gewaltsamen Unruhen in den Palästinensergebieten führen werden. Medienberichten zufolge könnten sich die Annexionspläne jedoch um Wochen oder Monate verzögern. Der Trump-Friedensplan, an dem sich die Annexionspläne orientieren, sieht vor, dass israelische und US-Beamte gemeinsam den künftigen Grenzverlauf festlegen. Aufgrund der Corona-Krise konnten wichtige US-Beamte bisher nicht die notwendigen Vermessungen vor Ort durchführen. Außerdem soll Jared Kushner, Berater und Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, die israelische Regierung gebeten haben, die Annexionspläne zu verzögern. Die US-Regierung sieht sich aktuell mit innenpolitischen Problemen konfrontiert, wie die Corona-Krise und deren wirtschaftlichen Folgen sowie die landesweiten Anti-Rassismus-Proteste.

Bennett warnt vor „Terrorstaat“

Bei einem Treffen mit Bürgermeistern der jüdischen Ortschaften (Siedlungen) in Judäa und Samaria am Montag, warnte Naftali Bennett, Vorsitzender der nationalreligiösen Jamina-Partei, die Errichtung eines „palästinensischen Terrorstaats im Herzen des Landes wäre eine existenzielle Bedrohung“ für Israel. Der Trump-Friedensplan befürwortet eine Annexion durch Israel, parallel dazu soll jedoch die Gründung eines Palästinenserstaats vorbereitet werden - vorausgesetzt, die Palästinenserführung erfüllt die nötigen Auflagen. Umfragen zufolge befürwortet rund die Hälfte der israelischen Bevölkerung die Annexionspläne.

 

Antikörpertests: 180.000-270.000 Israelis mit Coronavirus infiziert

Eine am Montag veröffentlichte Studie zu Antikörpertests belegt, dass 180.000-270.000 Israelis sich mit dem Coronavirus infiziert hatten - ca. 2-3% der Bevölkerung. Damit ist die Zahl der tatsächlich Infizierten 11- bis 16-mal höher als die Zahl der bestätigten Fälle, die bei rund 17.000 liegt. Bei dem repräsentativen Test, an dem rund 1.700 Probanden teilnahmen, war die Infektionsrate bei Männern (2,6%) doppelt so hoch wie bei Frauen (1,2%). Im Vergleich der verschiedenen Altersgruppen weisen die 40- bis 59-Jährigen die höchste Infektionsrate mit 3,6% auf, bei unter 20-Jährigen lag der Wert bei 0,8%. Weiterhin ist nicht bekannt, wie lange eine mögliche Immunität gegen das Virus erhalten bleibt. Die Studie wurde vom israelischen Gesundheitsministerium und der Universität Tel Aviv durchgeführt. In den kommenden Tagen will man eine umfangreichere Studie beginnen, für die bis zu 200.000 Antikörpertests vorgenommen werden sollen.

 


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