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Corona-Krise: Neue Ausgangssperren, Auswertungen von Handy-Daten

ICEJ-Nachrichten vom 02. Juli 2020

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Posted on: 
2 Jul 2020
Corona-Krise: Neue Ausgangssperren, Auswertungen von Handy-Daten

In Israel sind wegen eines rapiden Anstiegs der Coronavirus-Infektionen neue Ausgangssperren verhängt worden. Am heutigen Donnerstagvormittag wurden 905 neue bestätigte Fälle gemeldet. Es ist der höchste Anstieg innerhalb von 24 Stunden seit Beginn der Krise. Damit stieg die Zahl der Infektionen auf insgesamt 26.452, darunter 8.647 aktive Fälle. In Aschdod und Lod wurden Ausgangssperren über mehrere Stadtteile, die hohe Infektionsraten aufweisen, verhängt. In Bnei Brak wurde eine Straße abgesperrt, nachdem in einer dort gelegenen Jeschiwa Dutzende Studenten positiv auf das Virus getestet wurden. Die Behörden in Israels drittgrößter Stadt Haifa, die bislang eine geringe Infektionszahl verzeichnet hatte, sind besorgt angesichts eines rapiden Anstiegs der Infektionen. Von den in der Hafenstadt insgesamt bestätigten 304 Fällen sind 114 aktive Fälle. Die Knesset hat am Mittwoch ein Gesetz verabschiedet, das dem Inlandsgeheimdienst Schin Bet erneut erlaubt, Daten von Mobiltelefonen auszuwerten, um soziale Kontakte von Coronavirus-Infizierten ausfindig zu machen. Diese müssensich anschließend in häusliche Quarantäne begeben. Die Technologie war bereits von März bis Anfang Juni im Einsatz. In den Palästinensergebieten im Westjordanland (Judäa und Samaria) stieg die Zahl der Infektionen auf 2.686, 2.226 davon sind aktive Fälle. Die Palästinensische Autonomiebehörde hat ab Freitag eine fünftägige Ausgangssperre verordnet.

Gebetsanliegen:Beten wir, dass die Infektionszahlen zurückgehen und dass das Virus dauerhaft eingedämmt wird. Beten wir um die vollständige Genesung aller Erkrankten. Beten wir auch für die Bewohner und Mitarbeiter unseres Heims für bedürftige Holocaustüberlebende in Haifa, das Gott sie weiterhin vor einer Infektion bewahrt.

Foto: Pixabay, Symbolbild

 

Knesset will militärdienstleistende arabische Israelis fördern

Die Knesset hat am Donnerstag einen neuen Gesetzentwurf diskutiert, der militärdienstleistenden Angehörigen von Minderheiten eine leichtere Integration in die israelische Gesellschaft ermöglichen soll. Demnach sollen Drusen, Beduinen und Araber, die Militär- oder Zivildienst geleistet haben, bei Bewerbungen um eine Anstellung in Behörden und Regierungsorganisationen bevorzugt werden, wenn die anderen Bewerber keinen Militärdienst geleistet haben. Der Gesetzentwurf weist auf das „große persönliche Opfer“ hin, das arabische Militärdienstleistende erbringen, da sie oft Diskriminierung und Anfeindungen von ihren Familien und ihrer Gemeinschaft erleben. Außerdem steigen sie im Vergleich zu Israelis, die keinen Militärdienst leisten, erst einige Jahre später in den Arbeitsmarkt ein. Dass Minderheiten in der israelischen Armee dienen, sei nicht selbstverständlich, erklärte der Knesset-Abgeordnete Ofir Sofer (Jamina-Partei). Daher sei es notwendig, ihnen eine bevorzugte Behandlung zu gewähren.

 

Israel: Arbeitslosengeld soll weiter gezahlt werden

Israelis, die während der Corona-Krise ihre Anstellung verloren haben oder in unbezahlten Urlaub geschickt wurden, sollen weiterhin finanzielle Unterstützung erhalten. Das gab Premierminister Benjamin Netanjahu am Sonntag bekannt. Anfang Juli hätten rund 262.000 Arbeitslose ihren Anspruch auf finanzielle Unterstützung verloren. Seit Beginn der Corona-Krise ist die Zahl der Arbeitslosen rapide angestiegen. Der israelischen Sozialversicherung Bituach Leumi zufolge stieg die Zahl der Arbeitslosen in Jerusalem um 804% an, 82.450 Einwohner sind ohne Beschäftigung. Im Touristenort Eilat sind aktuell 14.257 Einwohner arbeitslos, verglichen mit 1.152 zu Beginn der Krise – ein Anstieg um 1.138%. Am schwersten betroffen sind die arabisch-israelischen Städte. Kfar Qasim in Zentralisrael verzeichnete einen Anstieg um 1.722%, 2.387 Einwohner sind arbeitslos im Vergleich zu 131 Anfang März. Auswertungen der israelischen Arbeitsagentur zufolge sind rund 48% der arbeitssuchenden Israelis jünger als 34 Jahre alt. Vor Beginn der Corona-Krise machte diese Altersgruppe rund 42% aller Arbeitssuchenden aus. Die Agentur warnte am Dienstag vor langfristigen Folgen der Corona-Krise unter jungen Leuten. Es bestehe die Gefahr, dass junge Leute es ähnlich wie nach der Wirtschaftskrise 2008 schwerer hätten, wieder eine Anstellung zu finden. Außerdem warnte sie vor einer sich verschlechternden Stellung Israels im OECD-Vergleich infolge der Corona-Krise.

 

Syrisches Baby erhält Herz-OP in Israel

Israelische Ärzte des Sheba Medical Centers in Ramat Gan haben im Juni ein zehn Tage altes syrisches Baby am Herzen operiert. Der Junge, in Begleitung seines Vaters aus Zypern eingeflogen, wurde mit hypoplastischem Linksherz-Syndrom geboren. Dabei handelt es sich um Fehlbildung der linken Herzhälfte, die die Blutzirkulation schwer beeinträchtigt und ohne medizinischen Eingriff zum Tod führt. Dr. Alain Serraf, Leiter des Herz-Zentrums im Kinderkrankenhaus von Sheba, gab sich nach der Operation „vorsichtig optimistisch“. In den nächsten Wochen wird sich das Baby in Israel von der Operation erholen und anschließend nach Zypern zurückkehren. In rund sechs Monaten ist ein weiterer Eingriff geplant. „Wenn alles läuft wie geplant, wird das Kind ein normales Leben führen können“, sagte Serraf. Der Vater des Jungen, ein syrischer Flüchtling, der in Zypern lebt, drückte dem Ärzte-Team seinen Dank aus. Es handelte sich um die erste Not-Operation seit Beginn der Corona-Krise, die an einem aus dem Ausland eingeflogenen Patienten vorgenommen wurde. Israelische Ärzteteams behandeln oft Patienten aus dem Ausland, auch aus Ländern wie Syrien und dem Irak.

 


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