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Diplomatischer Streit zwischen Iran, Jordanien

ICEJ-Kurznachrichten vom 11.04.2017

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Posted on: 
6 Apr 2017 (All day)
Diplomatischer Streit zwischen Iran, Jordanien

Das jordanische Außenministerium hat am Montag den iranischen Botschafter vorgeladen, um heftig gegen die Bemerkungen aus Teheran, König Abdullah II. von Jordanien habe sich „dumm und verantwortungslos“ geäußert, zu protestieren. In einem Interview mit der Washington Post am 6. April hatte Abdullah erklärt, der Iran schaffe „strategische Probleme“ im Nahen Osten und versuche, „eine geografische Verbindung zwischen … dem Irak, Syrien und der Hisbollah im Libanon“ herzustellen. Dieser sich ausweitende Einfluss bringe Israel und die arabischen Staaten, die den Iran als Bedrohung ansehen, enger zusammen und schaffe eine echte Gelegenheit für bessere nachbarschaftliche Beziehungen in der Region.

Das einzige Problem, das zwischen Israel und den Arabern stünde, seien die Palästinenser, so Abdullah. „Wenn wir das Palästinenserproblem lösen können, kann es eine neue Ära der Stabilität in unserer Region geben, in der die Israelis wirklich ein Teil der Nachbarschaft sind.“

 

3.000 verletzte Syrer seit 2013 in Israel behandelt

In Israel sind seit 2013 bereits 3.000 syrische Zivilisten behandelt worden, die durch die andauernden Kämpfe im bürgerkriegsgeschüttelten Syrien verletzt wurden. Das berichtete Ynetnews am Samstag in einer Reportage über verletzte Syrer, die zum Grenzübergang auf den Golanhöhen kommen, von Sanitätern der israelischen Armee in einem dort aufgestellten Feldlazarett untersucht und ggf. zur weiteren Behandlung in israelische Krankenhäuser weitergeleitet werden. Zwar sei die Zahl im Vergleich mit den hunderttausenden Toten und Verletzten in dem seit sechs Jahren andauernden Krieg klein. Doch, so sind sich Ärzte und syrischen Patienten dem Bericht zufolge einig, habe sich die syrische Wahrnehmung Israels positiv verändert.

Noch vor ein paar Jahren wäre diese grenzübergreifende Hilfe aufgrund der erbitterten Feindschaft zwischen beiden Ländern nicht möglich gewesen. Jetzt verbreite sich langsam die Nachricht, dass verletzte Syrer von Israel kostenlose medizinische Hilfe erhalten.

FASZINATION ISRAEL, das TV-Programm der ICEJ, zeigt in der Folge „In Syrien attackiert, in Israel gerettet“, wie syrische Verwundete in einem israelischen Krankenhaus in Galiläa Hilfe erhalten.

 

Russland: Westjerusalem ist Israels Hauptstadt 

Das russische Außenministerium hat am Donnerstag in einer Stellungnahme erklärt, dass es Westjerusalem als Hauptstadt des Staates Israel anerkenne. „Wir bekräftigen“, erklärte das Ministerium, „dass wir den von den UN anerkannten Prinzipien für eine palästinensisch-israelische Abmachung verpflichtet sind. Das schließt den Status Ostjerusalems als Hauptstadt eines zukünftigen Palästinenserstaates ein. Gleichzeitig stellen wir in diesem Zusammenhang fest, dass wir Westjerusalem als Hauptstadt Israels ansehen.“ Es war das erste Mal, dass irgendein Land weltweit eine solche Erklärung abgab. Israelische Analysten wiesen darauf hin, dass Israel ganz Jerusalem als seine vereinigte Hauptstadt ansieht.

 

Israelisches Erdgas für Europa

Ab dem Jahr 2025 soll Europa israelisches Erdgas erhalten. Anfang April unterzeichneten die Energieminister Israels und der europäischen Staaten Zypern, Griechenland und Italien sowie der EU-Beauftragte für Energie eine gemeinsame Erklärung, um den Bau der weltweit längsten Unterwasser-Pipeline voranzubringen. Die geplante Erdgasleitung soll 2.200 Kilometer lang sein und von den Gasfeldern vor den Küsten Israels und Zyperns bis nach Griechenland und möglicherweise Italien führen. Die Kosten werden mit 5,6 bis 6,5 Milliarden Euro veranschlagt. „Dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen vier Mittelmeerländern“, erklärte Juval Steinitz, Israels Minister für Wasser und Energie.

Derzeit erhält die EU hauptsächlich Erdgas aus Russland und der Nordsee, doch die Vorkommen in der Nordsee vermindern sich rapide. Vom Leviathan-Erdgasfeld, das vor der Küste von Haifa gefunden wurde, soll ab 2019 Erdgas gefördert werden. Israel unterzeichnete bereits ein Gas-Abkommen mit Jordanien und hofft auf weitere Verträge mit Ägypten, der Türkei und der Palästinensischen Autonomiebehörde.

 

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