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Explosion in Natanz: Iran beschuldigt Israel

ICEJ-Nachrichten vom 13. April 2021

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Posted on: 
13 Apr 2021
Explosion in Natanz: Iran beschuldigt Israel

Der Iran hat Israel für den Zwischenfall in der Nuklearanlage in Natanz am Sonntag verantwortlich gemacht. Das Regime in Teheran sprach von einem „Akt des nuklearen Terrors“. Medienberichten zufolge soll eine schwere Explosion, ausgelöst durch eine dort zuvor platzierte Bombe, die stark geschützte, autarke Stromversorgung der unterirdischen Zentrifugen vollkommen zerstört haben. Auch Zentrifugen seien zerstört worden. Es werde sechs bis neun Monate dauern, bis die Produktion in Natanz, Irans wichtigster Atomanlage, wieder aufgenommen werden könne. Der Iran sprach von einer „kleinen Explosion“ und sagte, der Schaden sei schnell behoben worden. Israelische Medien hatten zuvor unter Berufung auf anonyme Geheimdienstquellen berichtet, es habe sich um einen Cyberangriff durch Israel gehandelt. Da die Militärzensur üblicherweise die Veröffentlichung geheimdienstlicher Informationen in israelischen Medien unterbindet, gehen Beobachter davon aus, dass Israel mit den Berichten seine Bereitschaft signalisieren will, eine iranische Atombombe mit allen Mitteln zu verhindern. Der Zwischenfall ereignete sich einen Tag nach dem iranischen „Nationaltag für Nukleartechnologie“, an dem neue Zentrifugen zur schnelleren Urananreicherung in Betrieb genommen wurden. Derzeit verhandelt der Iran mit Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Russland und China über eine Rückkehr zum Atomabkommen von 2015. Die EU warnte vor Versuchen, die „diplomatischen Bemühungen um das Atomabkommen“ mit dem Iran „zu unterminieren oder zu schwächen“. Der deutsche Außenminister Heiko Maas sagte, der Zwischenfall in Natanz sei „kein positiver Beitrag“.

Foto: Pixabay, Atomkraftwerk, Symbolbild

Iran: Mossad warnt Israelis im Ausland

Israels Geheimdienste Mossad und Schin Bet haben am Montag israelische Geschäftsleute, die im Ausland unterwegs sind, vor Treffen mit Internetbekanntschaften gewarnt. Iranische Agenten würden versuchen, mittels falscher Profile auf der Social Media-Plattform Instagram Israelis zu Zusammenkünften im Ausland zu locken, um ihnen „Geschäftsideen“ zu unterbreiten. Es bestehe eine „ernste Sorge“, dass Israelis zu Schaden kommen oder gar entführt werden. „Dies ist eine sehr bekannte Vorgehensweise, die der Iran in der Vergangenheit auch gegen Regime-Gegner in Europa angewendet hat“, erklärte der Schin Bet. Bereits im März, als Israel seine Ausreisebeschränkungen lockerte, warnte der Nationale Sicherheitsrat Staatsbürger vor iranischen Anschlägen im Ausland.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie mit uns für die Sicherheit von Israelis und Juden weltweit. Beten wir um Bewahrung vor Entführungen und Anschlägen.

Alijah aus Kasachstan: 102 Neueinwanderer landen in Israel

Am Sonntag sind 102 jüdische Neueinwanderer aus Kasachstan mit einem von der ICEJ gesponserten Evakuierungsflug in Tel Aviv eingetroffen. Viele der Neueinwanderer warteten seit Monaten darauf, Alijah (Einwanderung nach Israel) zu machen. Aufgrund des Lockdowns und der Einschränkungen im internationalen Flugverkehr musste ihre Alijah immer wieder verschoben werden. „Es ist uns eine besondere Ehre, die Rückkehr so vieler jüdischer Familien nach Israel in einer solch ungewöhnlich schwierigen Zeit unterstützen zu können“, sagte ICEJ-Präsident Dr. Jürgen Bühler. „Wir wünschen allen Neuankömmlingen viel Erfolg, sich im jüdischen Heimatland einzuleben.“ Es wird vermutet, dass heute noch zwischen 3.500 und 20.000 Juden in Kasachstan leben, sowohl bucharische als auch aschkenasische Juden. Die Vorfahren der bucharischen Juden blieben nach dem Ende des babylonischen Exils 539 v. Chr. im Perserreich und siedelten schließlich in Zentralasien. Die aschkenasischen Juden stammen aus Russland und Osteuropa und wurden vom stalinistischen Regime wegen des Praktizierens ihres Glaubens nach Kasachstan verbannt, bzw. suchten während des Holocaust dort Zuflucht. Nach dem Zerfall der Sowjetunion und der Unabhängigkeit Kasachstans 1991 emigrierten die meisten kasachischen Juden nach Israel. Die nichtjüdische Bevölkerung ist der weiterhin im Land lebenden jüdischen Minderheit weitgehend freundlich gesinnt.

Wir danken allen Freunden und Unterstützern, die diesen Flug ermöglicht haben. Bitte helfen Sie uns, noch weiteren Juden die Heimkehr nach Israel zu ermöglichen. Als Verwendungszweck bitte „Alijah und Integration“ angeben. Vielen Dank!

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Israel begeht Gefallenengedenktag

Israel gedenkt heute Abend und morgen der gefallenen Soldaten und der Terroropfer. Der Jom Ha‘Sikaron findet immer am Tag vor Israels Unabhängigkeitstag statt. Dadurch sollen Menschen bedenken, welches Opfer die Soldaten für Israels Unabhängigkeit und Sicherheit erbracht haben. Seit dem letzten Gefallenengedenktag 2020 sind 43 weitere Soldaten und Zivilisten getötet worden, 69 Veteranen starben infolge erlittener Kriegsverletzungen. Die Zahl der Gefallenen stieg somit auf 23.928 Personen. Letztes Jahr fanden Gedenkveranstaltungen aufgrund der Corona-Krise ohne Zuschauer statt. Dank der rückläufigen Infektionszahlen sind in diesem Jahr wieder Teilnehmer zugelassen. Entgegen der sonst üblichen Regelungen für öffentliche Veranstaltungen hat die israelische Regierung die Teilnahme von ungeimpften Angehörigen Gefallener explizit genehmigt. Am Mittwochabend wird die Trauer in Freude übergehen, wenn Israel seinen 73. Unabhängigkeitstag feiert.

Jom Ha’Schoa: Holocaustgedenktag in Israel

Israel hat am Donnerstag der Opfer des Holocaust und des Heldentums jüdischer Widerstandskämpfer gedacht. Um 10 Uhr Ortszeit heulten im ganzen Land Sirenen und das öffentliche Leben kam für zwei Minuten zum Stillstand. Bei einer Zeremonie in der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem (Jerusalem) legte die langjährige ICEJ-Mitarbeiterin Corrie van Maanen im Namen der ICEJ und der Christlichen Freunde Yad Vashems einen Kranz nieder. Corrie betreut im Rahmen des häuslichen Pflegediensts der ICEJ zahlreiche russischstämmige Israelis, die selbst Holocaustüberlebende sind. Die Gedenkveranstaltung, der auch Staatspräsident Reuven Rivlin, Premierminister Benjamin Netanjahu und weitere hochranginge Besucher beiwohnten, wurde im israelischen Fernsehen übertragen. Vor dem Heim für Holocaustüberlebende der ICEJ in Haifa entzündeten die Bewohner eine Gedenkflamme und gedachten ihrer ermordeten Familienmitglieder. Auf dem Youtube-Kanal der ICEJ-Deutschland gedachten hunderte Teilnehmer bei einer virtuellen Gedenkveranstaltung der Opfer des Holocaust.

Israel: 51% der Holocaustüberlebenden brauchen Lebensmittelhilfe

Rund 51% der Holocaustüberlebenden in Israel sind auf Lebensmittelpakete von Hilfsorganisationen angewiesen. Das ergab eine Umfrage des Wohlfahrtsamtes für Holocaustüberlebende, deren Ergebnisse am Jom Ha’Schoa veröffentlicht wurden. Etwa 33% der Befragten gaben an, sie könnten sich keine Zahnarztbesuche leisten, 27% fehlten die finanziellen Mittel für Hörgeräte. Laut Israels Zentralem Statistikbüro lebten Ende 2020 rund 179.600 Holocaustüberlebende in Israel. 64% von ihnen sind Überlebende des Holocaust in Europa, 35% erlitten Verfolgung im von Nazi-Deutschland oder seinen Verbündeten besetzten Nordafrika oder überlebten Pogrome im Irak, die von Nazi-Deutschland unterstützt wurden. Etwa 850 der Holocaustüberlebenden in Israel sind mindestens 100 Jahre alt. Im vergangenen Jahr wurden rund 3.500 Holocaustüberlebende positiv auf das Coronavirus getestet, rund 900 von ihnen sind mit oder an dem Virus gestorben.

Israelische Medien berichten über Haifa-Heim

Anlässlich des Jom Ha’Schoa haben zahlreiche israelische Medien über das Haifa-Heim für Holocaustüberlebende berichtet. Ein Artikel der Tageszeitung Haaretz thematisierte die herzliche Beziehung der Heimbewohner mit den drei christlichen Volontärinnen aus Deutschland. Haaretz berichtete von der Liebe der drei Deutschen zum jüdischen Volk und Israel und betonte ihre mutige Entscheidung, während der Corona-Krise in Israel zu bleiben und ihren Dienst an den Holocaustüberlebenden fortzuführen. (Link zum Artikel auf Haaretz | Auszüge auf der Internetseite der ICEJ Jerusalem) Am Vorabend des Jom Ha’Schoa brachte auch das israelische Fernsehen einen ausführlichen Bericht über das Haifa-Heim und den Dienst der ICEJ-Mitarbeiter und Volontärinnen.

Die ICEJ dankt allen Freunden und Unterstützern für Ihre treuen Gebete und Spenden für unser Haifa-Heim. Es ist dank Ihrer Hilfe, dass Israelis in Zeitungen, im Fernsehen oder auch im persönlichen Kontakt erfahren, dass es Christen gibt, die sie lieben und unterstützen.

Bitte helfen Sie uns, Holocaustüberlebenden ein Leben in Würde und Gemeinschaft zu ermöglichen. Als Verwendungszweck bitte „Haifa-Heim“ angeben, herzlichen Dank!

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