Explosionsserie erschüttert den Iran

ICEJ-Nachrichten vom 07. Juli 2020

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Posted on: 
7 Jul 2020
Explosionsserie erschüttert den Iran

Der Iran wird seit Ende Juni von einer Serie von Explosionen erschüttert. Am heutigen Dienstagmorgen ereignete sich eine Explosion in einer Fabrik südlich der Hauptstadt Teheran. Dabei sollen drei Arbeiter ums Leben gekommen sein. Am Donnerstag brach nach einer Explosion in der Atomanlage Natanz, wofür Atomwaffen benötigter Kernbrennstoff produziert wird, ein Feuer aus.Die staatliche Nachrichtenagentur IRNA bestätigte am Sonntag, dass dabei ein „beträchtlicher“ Schaden entstanden sei, der die Entwicklung fortgeschrittener Zentrifugen um Monate zurückgeworfen habe.Israelische Medien berichteten, die Entwicklung sei um bis zu zwei Jahre zurückgeworfen worden. Es wird vermutet, dass die Explosion von einer in die Anlage geschmuggelten Bombe ausgelöst wurde. Am Samstag kam es außerdem zu einer Explosion in einem Kraftwerk. Wenige Stunden später trat in einer petrochemischen Fabrik Chlorgas aus, rund 70 Arbeiter erkrankten. Ende Juni ereignete sich eine Explosion auf einem Militärstützpunkt nahe Teheran, wo Experten zufolge in unterirdischen Anlagen Raketen produziert werden. Die New York Times berichtete unter Berufung auf einen anonymen Geheimdienstmintarbeiter, dass die Explosion in Natanz auf Israel zurückzuführen sei, die anderen Zwischenfälle jedoch nicht. Weder Israel noch der Iran bestätigten die Meldung. Israel soll sich jedoch bereits auf einen möglichen Vergeltungsangriff durch den Iran vorbereiten.

Foto: Symbolbild, Pixabay

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu kündigte am Sonntag an, die Amtszeit von Jossi Cohen, Direktor des israelischen Geheimdiensts Mossad, um sechs Monate, bis Juni 2021, zu verlängern. Experten vermuten, dass dies auf eine erwartete Eskalation des verdeckten Kriegs mit dem Iran hindeutet. Der Mossad soll vor kurzem mit Hilfe ausländischer Behörden iranische Anschläge auf israelische Botschaften vereitelt haben, unter anderem in Europa.

 

Netanjahu: Israel steht vor einem neuen Lockdown

Israel stehe „kurz vor einem neuen Lockdown“. Das erklärte Premierminister Benjamin Netanjahu bei einer Kabinettsitzung am Montag. Die Zahl der aktiven Coronavirus-Infektionen lag am heutigen Dienstag bei 12.717 Fällen, mehr als 6.000 Infektionen wurden allein im Juli festgestellt. Die Regierung beschloss am Montag weitere Einschränkungen, die insbesondere kulturelle Veranstaltungen, Sporteinrichtungen und die Gastronomie betreffen. Auf Druck von Innenminister Arye Deri von der ultraorthodoxen Schas-Partei bleiben Synagogen weiterhin geöffnet. Dort dürfen sich nun maximal 19 Personen aufhalten. Die Mehrheit der Kabinettsmitglieder forderte eine Schließung aller Gotteshäuser, da sie vermuten, dass dort stattfindende Versammlugen zur Verbreitung des Virus beitragen. In Israel wird die Kritik an der Regierung lauter. Sigal Sadetzki, Direktorin für Öffentliche Gesundheit im Gesundheitsministerium, erklärte am heutigen Dienstag ihren Rücktritt. Sie kritisierte insbesondere die Lockerungen im Mai und Juni, die ihrer Ansicht nach zu früh geschehen seien. Die Regierung habe bei der Reaktion auf die zweite Infektionswelle die „Richtung verloren“, sagte Sadetzki und bedauerte, dass ihre „professionelle Meinung“ nicht mehr akzeptiert werde. Jair Lapid von der linksliberalen Oppositionspartei Jesch Atid nannte die Handhabung der Corona-Krise ein „demütigendes nationales Versagen“. Israel sei das einzige Land der Welt, das auf die zweite Welle schlechter vorbereitet sei als auf die erste, sagte Lapid.

 

Banken verweigern Auszahlung von Terroristen-„Gehältern“

Vier im Westjordanland tätige Banken verweigern die Auszahlung von „Gehältern“, die die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) an verurteilte Terroristen und deren Familien zahlt. Das meldete die PA-Nachrichtenagentur WAFA. Es wird vermutet, dass die Banken, die nicht namentlich genannt wurden, israelische Strafmaßnahmen fürchten. Ein Erlass der israelischen Armee vom Februar erklärte Zahlungen, die terroristische Aktivitäten ermöglichen, fördern oder belohnen, zu einer Straftat. Israel versucht seit langem, die Zahlungen der PA in Höhe von hunderten Millionen US-Dollar zu unterbinden. Bereits im Mai schloss mindestens eine Bank im Westjordanland und Jordanien bestehende Konten von Terroristen. Insgesamt gibt es im Westjordanland 13 Banken, die in palästinensischem, jordanischem oder ägyptischem Besitz sind. Die PA hat angekündigt, eine eigene finanzielle Institution eröffnen zu wollen, um die Zahlungen an die Terroristen eigenständig abzuwickeln.

 

Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen

Terroristen im von der islamistischen Terrororganisation Hamas beherrschten Gazastreifen haben am Sonntag drei Raketen auf Südisrael gefeuert. Eine Rakete wurde vom Raketenabwehrsystem Iron Dome („Eisenkuppel“) abgefangen, die beiden anderen schlugen in unbewohntem Gebiet in der Region S’dot Negev ein. Die israelische Luftwaffe bombardierte daraufhin Stellungen der Hamas, darunter unterirdische Anlagen der Terrororganisation. Vergangenen Mittwoch feuerte die Hamas Raketensalven auf das Mittelmeer. Dabei habe es sich um eine Warnung an Israel gehandelt, keine Gebiete im Westjordanland (Judäa und Samaria) zu annektieren, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Die Hamas drohte angesichts der Annexionspläne der israelischen Regierung mit einer Gewalteskalation.

Lesen Sie hier einen Bericht, wie die ICEJ der israelischen Bevölkerung in S’dot Negev angesichts der Bedrohung aus dem Gazastreifen beisteht.

 

Schweiz: 50% der Juden wurden Opfer von Antisemitismus

Rund 50% der jüdischen Bevölkerung in der Schweiz sind in den letzten fünf Jahren Opfer antisemitischer Handlungen geworden. Darauf weist eine am Donnerstag veröffentlichte Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften hin, an der 500 Schweizer Juden teilgenommen hatten. Die häufigsten Handlungen waren verbale Bedrohungen und Beleidigungen, denen Juden am Arbeitsplatz, in Bildungseinrichtungen aber auch auf der Straße ausgesetzt waren. 6% der Befragten sagten, Opfer von Vandalismus geworden zu sein, 3,5% haben körperliche Gewalt erlebt. Ungewöhnlich sei, dass die Diskriminierung überwiegend von der „Mittelschicht“ ausgehe, erklärte Prof. Dirk Baier, Leiter der Studie. Dies sei einzigartig in Westeuropa, wo antisemitische Handlungen oft von links- oder rechts-extremen Gruppen und Menschen mit Migrationshintergrund ausgingen, sagte er. In der Schweiz leben rund 18.000 Juden, etwa 0,2% der Gesamtbevölkerung.

 


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