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Hungerstreik verurteilter Palästinenser führt zu Zusammenstößen

ICEJ-Kurznachricht vom 17.04.2017

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Posted on: 
17 Apr 2017 (All day)
Hungerstreik verurteilter Palästinenser führt zu Zusammenstößen

Am Montag ist es in Bethlehem zu Zusammenstößen zwischen palästinensischen Demonstranten und israelischen Sicherheitskräften gekommen. Anlass war der „Gefangenentag“, an dem tausende Palästinenser im Westjordanland und im Gazastreifen auf die Straßen gingen, um den Hungerstreik von mehr als 1.100 verurteilten palästinensischen Sicherheitsgefangenen in israelischen Gefängnissen zu unterstützen. Fatah-Führer Marwan Barghouti, der als möglicher zukünftiger Palästinenserpräsident gehandelt wird, rief zu dem unbefristeten Streik auf. Barghouti wurde wegen mehrfachen Mordes und Mitgliedschaft in einer Terrororganisation zu fünfmal lebenslänglich verurteilt.

Israel wies die palästinensischen Behauptungen, Israels Gefängnisbehörde würde die Rechte palästinensischer Gefangener missachten, zurück und nannte ihre Forderungen wie Ausweitung der Besuchsrechte, Aufstellung öffentlicher Telefone in den Zellenblocks, Abschaffung von Einzelhaft und unbefristeter Untersuchungshaft unrealistisch. Die Gefangenen „werden dem internationalen Recht entsprechend angemessen behandelt“, erklärte Emmanuel Nachschon, Sprecher des israelischen Außenministeriums. Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas hatte die internationale Gemeinschaft aufgerufen, einzugreifen, „um das Leben palästinensischer Gefangener zu retten.“ In israelischen Gefängnissen sind Schätzungen zufolge 6.000 Palästinenser inhaftiert.

 

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