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IAEA findet Uranspuren in Teheraner Lagerhalle

ICEJ-Nachrichten vom 10. September 2019

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Posted on: 
10 Sep 2019 (All day)
IAEA findet Uranspuren in Teheraner Lagerhalle

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat am Montag bekannt gegeben, auf dem Gelände einer Lagerhalle in Teheran Spuren von Uran gefunden zu haben. Die Bodenproben waren im April von Inspektoren entnommen worden. 2018 hatte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu die IAEA aufgefordert, dieses Gelände im Teheraner Stadtteil Turquzabad zu überprüfen. Dort sei unbekanntes radioaktives Material gelagert gewesen, das in der Zwischenzeit entfernt worden wäre, sagte Netanjahu damals. Der Chef der IAEA, Cornel Feruta, forderte den Iran am Montag zu einer umgehenden Stellungnahme auf. Bislang hat der Iran auf die Veröffentlichung nicht reagiert. Laut IAEA ist noch unklar, woher die Uranpartikel stammen, und ob sie möglicherweise auf Aktivitäten vor dem Atomabkommen von 2015 zurückzuführen seien.

Wenige Stunden nach der Meldung der IAEA präsentierte Netanjahu bei einer Pressekonferenz am Montagnachmittag neue Satellitenaufnahmen vom Juni, die eine bisher unbekannte Atomanlage in Abadeh nahe Isfahan zeigen sollen. Die Anlage sei den Aufnahmen zufolge im Juni noch in Betrieb gewesen, Aufnahmen vom Juli weisen aber auf ihre Zerstörung hin, möglicherweise um Spuren zu verwischen, sagte Netanjahu. Sollte Netanjahus Darstellung sich als wahr erweisen, würde dies belegen, dass der Iran wiederholt gegen das Atomabkommen von 2015 und den Atomwaffensperrvertrag verstößt. (Foto: Avi Ohayon/GPO, Benjamin Netanjahu vor der UN-Vollversammlung 2018)

 

Luftangriffe auf Waffendepot in Syrien

Bei einem Luftangriff auf ein Waffendepot in Syrien nahe der irakischen Grenze sind am Montag 18 pro-iranische Kämpfer getötet worden. Israelischen Medienberichten zufolge gehört das Depot einer irakischen Miliz, die dem Iran nahe steht, und wird auch von Einheiten der schiitisch-libanesischen Terrororganisation Hisbollah genutzt. Der US-Fernsehsender Fox News zeigte vergangene Woche Satellitenaufnahmen von neu errichteten Hallen, die zur Lagerung präzisionsgesteuerter Raketen genutzt werden können. Diese befinden sich in unmittelbarer Nähe der größten Militärbasis, die der Iran derzeit in Syrien baut. Wenige Stunden nach den Luftschlägen feuerten pro-iranische Kämpfer aus Syrien mehrere Raketen in Richtung Israel ab, die aber noch vor der syrisch-israelischen Grenze niedergingen.

Im Juli und August hatte es mehrere Luftangriffe auf Stellungen pro-iranischer Milizen in Syrien und dem Irak gegeben. Mutmaßungen internationaler Medien, die israelische Luftwaffe sei für diese wie auch für die Angriffe vom Montag verantwortlich, hat Israel bislang nicht bestätigt. Israel beschuldigt den Iran und seinen Verbündeten Hisbollah präzisionsgesteuerte Raketen zu bauen und diese gegen Israel einsetzen zu wollen. Am Montag begann die israelische Armee mit einer umfangreichen Militärübung, die vor allem den Generalstab und die verschiedenen Kommandozentralen auf einen möglichen Krieg mit der Hisbollah und anderen pro-iranischen Milizen vorbereiten soll.

 

Neuwahlen in Israel: aktuelle Prognosen

Bei den Neuwahlen in Israel am Dienstag, den 17. September, zeichnet sich weiterhin ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem amtierenden Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud-Partei) und dem Blau-Weiß-Bündnis ab. Jüngsten Umfragen zufolge hätte die Wahlliste „Blau-Weiß“ von Benny Gantz und Jair Lapid mit insgesamt 32 Mandaten einen Sitz mehr in der Knesset (israelisches Parlament) als der Likud. Die drittgrößte Fraktion bildet momentan die Vereinte Arabische Liste mit zehn Mandaten, gefolgt von der russisch-säkularen Partei Jisrael Beitenu des früheren Verteidigungsministers Avigdor Lieberman sowie der national-religiösen Neuen Rechten, die beide neun Sitze inne hätten. Aktuell scheint außerdem die ultra-nationale Partei Otzma Jehudit die 3,25%-Hürde zu meistern und würde vier Mandate erhalten.

 

Jerusalem: Siegel aus der Zeit des Ersten Tempels entdeckt

Ein 2600 Jahre altes Siegel aus der Zeit des Ersten Tempels (7. Jahrhundert v. Chr.) ist bei archäologischen Arbeiten im Nationalpark „Emek Tzurim“ nahe der Jerusalemer Altstadt gefunden worden. Das berichteten israelische Medien am Montag. Der Schutt, in dem das Siegel gefunden wurde, war im Jahr 2013 nahe der Klagemauer ausgehoben worden. Das Tempel-Siegel aus der Zeit des Königreichs Juda trägt die Inschrift: „Adoniyahu, oberster Verwalter des Königs“. Dieselbe Position wurde Josef vom Pharao in Ägypten verliehen (1. Mose 41, 40-42). Der Name ‚Adoniyahu‘ kommt mehrmals in der Bibel vor, sei jedoch nicht mit dem Zeitraum in Zusammenhang zu bringen, aus dem das Siegel stammt. Immer wieder werden bei Ausgrabungen am Tempelberg Artefakte gefunden, die die jüdische Geschichte der Stadt Davids bestätigen.

 

Äthiopischer Israeli seit fünf Jahren Geisel der Hamas

Seit fünf Jahren hält die im Gazastreifen herrschende islamistische Terrororganisation Hamas Avera Avraham Mengistu, Israeli mit äthiopischen Wurzeln, als Geisel gefangen. Mengistus Familie äußerte zum fünften Jahrestag seines Verschwindens ihre Enttäuschung über seine andauernde Gefangenschaft. Mengistu, der nach Angaben seiner Familie psychisch krank ist, hatte am 7. September 2014 nahe Zikim die Grenze zum Gazastreifen überquert. Seitdem hat es von ihm kein Lebenszeichen mehr gegeben. Am Sonntag warf Agarnesh Mengistu, die Mutter des jungen Mannes, dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu vor, sich nicht ausreichend für die Freilassung ihres Sohns einzusetzen. Neben Mengistu befindet sich ein weiterer Israeli, der Beduine Hisham al-Sayed, der ebenfalls psychisch krank sein soll, seit 2015 in der Gewalt der Hamas. Die israelische Regierung hat wiederholt versichert, sich für die Freilassung der beiden einzusetzen.

 

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