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Impfungen, Antikörpertests für israelische Schulkinder

ICEJ-Nachrichten vom 19. August 2021

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Posted on: 
19 Aug 2021
Impfungen, Antikörpertests für israelische Schulkinder

Israel hat am heutigen Donnerstag mit Impfungen an Schulen begonnen. Schüler im Alter von mindestens zwölf Jahren können sich, mit schriftlicher Erlaubnis ihrer Eltern, auf dem Schulgelände impfen lassen. Die Entscheidung erfolgte trotz des Widerstands von Bildungsministerin Jifat Shasha-Biton, die Impfungen an Schulen ablehnt. Da an ultraorthodoxen Schulen das Schuljahr bereits mit dem jüdischen Monat Elul (dieses Jahr am 8. August) begonnen hat, das reguläre Schuljahr jedoch erst am 1. September beginnt, werden die Impfungen zunächst in ultraorthodoxen Schulen durchgeführt. Israel hatte seine landesweite Impfkampagne im Juni auf Kinder ab zwölf Jahren ausgeweitet. Kinder im Alter von drei bis elf Jahren werden zurzeit auf Antikörper getestet, um festzustellen, ob sie unwissentlich an Covid-19 erkrankt waren. Bei einem positiven Testergebnis sollen die Kinder als „genesen“ gelten und müssten sich, falls Mitschüler positiv auf das Coronavirus getestet würden, nicht in Quarantäne begeben. Vorläufige Testergebnisse in ultraorthodoxen Städten und Wohngebieten deuteten darauf hin, dass mehr als 20% der Kinder bereits an Covid-19 erkrankt waren. Bis zum 1. September sollen die Antikörpertests auch auf Schüler regulärer Schulen ausgeweitet werden. Am Sonntag will das Kabinett über eine mögliche Verschiebung des Schuljahresbeginns entscheiden. Am Mittwoch wurden 7.943 Israelis positiv auf das Coronavirus getestet. Die Zahl der aktiven Fälle stieg damit auf 62.163, von ihnen sind 603 schwer an Covid-19 erkrankt.

Foto: Unsplash, Schulkinder in der Corona-Krise, Symbolbild

Waldbrand bei Jerusalem gelöscht

Der rund drei Tage wütende Waldbrand in den Bergen westlich von Jerusalem ist am Mittwochmorgen gelöscht worden. Rund 10.000 Bewohner mehrerer Ortschaften hatten vorübergehend ihre Häuser verlassen müssen. Bei dem Waldbrand, einer der schwersten in der Geschichte Israels, wurden über 2.500 Hektar Waldgebiet zerstört, etwa 100 Hektar mehr als während des Waldbrandes auf dem Karmelgebirge 2010. Rund 1.500 Feuerwehrleute und 20 Löschflugzeuge waren tagelang im Einsatz. Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) entsandte 20 Feuerwehrleute, um ihren israelischen Kollegen zu helfen. Die israelischen Behörden gehen davon aus, dass der Waldbrand auf menschliches Handeln zurückzuführen ist. Noch ist nicht bestätigt, ob das Feuer vorsätzlich gelegt wurde. Neben anhaltender Trockenheit begünstigten auch starke Winde eine rasche Ausbreitung des Feuers. Ökologen gehen davon aus, dass zehntausende Reptilien und Insekten dem Feuer zum Opfer fielen. Größere Tiere wie Gazellen oder Rehe konnten in nahegelegenen Naturschutzgebieten Zuflucht finden. Wie am Dienstag bekannt wurde, entging Israel nur knapp einer noch größeren Katastrophe. Eine im betroffenen Waldgebiet gelegene psychiatrische Klinik drohte kurzzeitig vom Feuer eingeschlossen zu werden. Vor Ort befindliche Polizisten entschieden, das Klinikpersonal und 156 Patienten in Pkws zu evakuieren. Dank gezielter Bemühungen der Feuerwehr blieb das Gebäude von den Flammen verschont. Während der Waldbrände auf dem Karmelgebirge 2010 waren 37 Gefängnismitarbeiter und ihr Fahrer ums Leben gekommen, als ihr Bus von den Flammen eingeschlossen wurde. Außerdem starben damals drei Feuerwehrleute und drei Polizisten, die ihnen zu Hilfe geeilt waren.

Gebetsanliegen: Danken wir Gott für die erfolgreiche Bekämpfung des Waldbrandes und für die Bewahrung von Einsatzkräften und Anwohnern. Beten wir um Schutz vor weiteren Waldbränden.

Israel, Polen: Botschafter zurückberufen

Polen hat am Montag seinen Botschafter aus Israel zurückberufen. Zwei Tage zuvor hatte Israel der polnischen Regierung mitgeteilt, dass der polnische Botschafter nicht aus seinem Heimaturlaub zurückkehren sollte, und zugleich seinen eigenen Botschafter aus Warschau zurückbeordert. Israel protestierte damit gegen ein Gesetz, das Rückgabeforderungen für Eigentum, das u.a. während der Besetzung durch Nazi-Deutschland oder unter dem kommunistischen Regime konfisziert wurde, zeitlich befristet. Die polnische Regierung begründete das Gesetz damit, Sicherheit auf dem Immobilienmarkt schaffen zu wollen. Gegner des Gesetzes sehen darin jedoch die Benachteiligung enteigneter Eigentümer, insbesondere Holocaustüberlebender und deren Nachfahren, die oft erst sehr spät Ansprüche geltend machen konnten. Polens Präsident Andrzej Duda hatte das Gesetz am Samstag unterzeichnet, trotz Protesten aus Israel und den USA. Israels Außenminister Jair Lapid bezeichnete das Gesetz als „unmoralisch und antisemitisch“. Infolge des diplomatischen Schlagabtausches kündigte Polens stellvertretender Außenminister Pawel Jablonski an, seine Regierung erwäge, jährlich stattfindende Besuche junger Israelis in Polen auszusetzen. Jedes Jahr bereisen tausende israelische Schüler Polen und besuchen KZ-Gedenkstätten und im Holocaust zerstörte Zentren jüdischen Lebens. Jablonski warf Israel vor, Schulkindern u.a. auf diesen Reisen „Propaganda, die auf polenfeindlichem Hass gründet“, zu vermitteln.

Israelische Sportler bei den Paralympischen Spielen

Ab kommenden Dienstag werden 33 israelische Athleten in insgesamt elf Sportarten bei den Paralympischen Spielen 2020 in Tokio antreten. Seit 1960 hat Israel 375 paralympische Medaillen, darunter 123 Goldmedaillen, geholt. Die meisten Medaillen gewannen israelische Sportler in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren, in einer Zeit, als nur wenige Dutzend Nationen bei den Spielen vertreten waren. Außerdem sei Israel damals mit großen Delegationen angetreten, denen zahlreiche verwundete Kriegsveteranen und Polio-Überlebende angehörten, erklärte Ron Bolotin, Direktor des israelischen Paralympischen Komitees. Heute führe Israel nicht nur weniger Kriege, sondern verfüge auch über bessere medizinische Möglichkeiten, die eine vollständige Genesung begünstigen. Der diesjährigen Delegation gehören drei verwundete Veteranen an. Bei den Olympischen Spielen hat Israel bisher 13 Medaillen gewonnen, davon vier dieses Jahr in Tokio. Am vorletzten Wettkampftag holte Linoy Ashram Israels erste Goldmedaille in Rhythmischer Sportgymnastik (Mehrkampf Einzel). Die 22-Jährige aus Rischon LeZion ist damit die erste israelische Frau, die olympisches Gold gewonnen hat. Außerdem ist sie die erste nicht-russische Goldmedaillengewinnerin seit 20 Jahren in dieser Disziplin.

Lapid in Marokko

Israels Außenminister Jair Lapid hat vergangene Woche ein Verbindungsbüro in Marokko eröffnet. Es war der erste offizielle Besuch eines israelischen Außenministers in dem nordafrikanischen Land seit 2003. Israel und Marokko unterhalten bisher keine vollen diplomatischen Beziehungen, jedoch geht Israel davon aus, dass die Regierung in Rabat langfristig an der Aufwertung der Beziehungen interessiert ist. Im Dezember 2020 hatten die beiden Länder vereinbart, auf eine Normalisierung ihrer Beziehungen hinzuarbeiten, u.a. durch wirtschaftliche Zusammenarbeit und die Eröffnung von Verbindungsbüros. Vergangene Woche unterzeichneten Lapid und sein Amtskollege Nasser Bourita Abkommen zu politischen Konsultationen sowie zur Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur, Jugend und Sport. Israel und Marokko hatten in den 1990er Jahren Verbindungsbüros in Rabat bzw. Tel Aviv eröffnet, ließen diese jedoch 2002 nach Ausbruch der Zweiten Intifada wieder schließen.


 

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