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Iran feiert neue Präzisionsrakete – EU jetzt in Reichweite

ICEJ-Kurznachrichten vom 5. Februar 2019

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Posted on: 
5 Feb 2019 (All day)
Iran feiert neue Präzisionsrakete – EU jetzt in Reichweite

Der Iran hat das 40. Jubiläum der Islamischen Revolution am Wochenende mit dem Test-Start einer neuen Langstreckenrakete gefeiert. Der neue Raketentyp besitzt offenbar eine Reichweite von 1.200 Kilometern mit hoher Präzision und könnte damit nicht nur Israel, sondern auch europäische Länder erreichen. Man werde die Reichweite noch vergrößern, kündigte der Iran an. Amirali Hajizadeh, der Leiter der iranischen Luftraumabteilung, drohte mit dem Beschuss von US-Stützpunkten im Nahen Osten, „falls die USA sich bewegen.“ Die EU äußerte sich in einer Stellungnahme am gestrigen Montag besorgt über das iranische Raketenprogramm. Irans Führung wies die Kritik der EU heute als „unbegründet und nicht konstruktiv“ zurück und warnte vor einer Verschlechterung der Beziehungen.

 

Staatsbesuch aus Österreich, Bekenntnis zur Mitschuld

Österreichs Präsident Van der Bellen ist derzeit mit einer hochrangigen Delegation auf Staatsbesuch in Israel. Nach seiner Ankunft am Sonntag pflanzte er gestern mit Ehefrau Doris Schmidauer in Jerusalem einen Baum im „Wald der Nationen“. Bei seinem Besuch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Begleitung von Israels Präsidenten Reuven Rivlin betonte Van der Bellen die Mitverantwortung Österreichs für den Holocaust und stellte klar: "Viele Österreicher waren unter den Tätern". Man verneige sich in Demut und Respekt vor den Opfern. "Wir haben unsere Verantwortung zu spät eingestanden und das hat am Anfang Probleme in unseren Beziehungen verursacht", bedauerte Van der Bellen. An der bis Donnerstag dauernden Reise nehmen auch der österreichische Bildungsminister Heinz Faßmann und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck teil.

 

Neuer Besucherrekord in Israel

Für Januar hat der israelische Tourismusminister Yariv Levin erneut Rekordbesucherzahlen vermeldet: Ein Plus von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Mit insgesamt vier Millionen Besuchern war bereits 2018 ein Rekordjahr. 150.000 Israelis waren am Wochenende als Inlandstouristen unterwegs. Sie feierten in den Naturparks des Landes das Erblühen der Anemonen. Alljährlich um diese Jahreszeit verwandeln große Anemonenfelder Israels Wüsten für wenige Wochen in farbenprächtige Blumenteppiche. Das Ereignis wird als „Adom Darom“ („Roter Süden“) gefeiert. In den Naturparks nahe der Grenze zum Gazastreifen wurden die Blumen dieses Jahr mit besonderer Begeisterung und Ehrfurcht begrüßt, denn große Flächen dieser Naturschutzgebiete waren im vergangenen Jahr von Terroristen aus dem Gazastreifen mit Feuerdrachen und brennenden Ballons abgebrannt worden. Da die im Gazastreifen regierende islamistische Terrororganisation Hamas weiterhin mit Brandsätzen und teilweise Granaten oder Sprengfallen bestückte Drachen und Ballons über die Grenze nach Israel schickt, rät die israelische Sicherheitsbehörde Besuchern dieser Gebiete zu erhöhter Wachsamkeit. 

 

Anschläge und Verhaftungen

Zwei Palästinenser haben am Montag einen Sprengsatz auf israelische Soldaten am Gilboa-Checkpoint im Westjordanland (Judäa und Samaria) geworfen. Die Soldaten schossen zurück. Einer der Terroristen wurde dabei getötet. Unter den Soldaten gab es keine Verletzten. Gestern wurden im Westjordanland außerdem 25 als Terroristen gesuchte Palästinenser verhaftet. Gegen Angriffe aus dem Gazastreifen will sich Israel künftig mit einem sechs Meter hohen und 65 Kilometer langen, elektrisch gesicherten Zaun schützen. Die letzte Ausbauphase der neuen Sperranlage begann Ende letzter Woche, teilte das Verteidigungsministerium am Sonntag mit. Zur Sperranlage gehört auch eine unterirdische Betonmauer gegen Terrortunnel. Das libanesische Fernsehen strahlte am Sonntag ein zwei Wochen altes Video aus, das zeigt, wie ein israelischer Soldat von einem Scharfschützen aus dem Gazastreifen beschossen und am Kopf getroffen wird. Der Soldat überlebte, weil die Kugel von seinem Helm abgefangen wurde. Die vom Iran gesteuerte palästinensische Terrororganisation Islamischer Dschihad reklamierte den Terroranschlag für sich.

 

Judenfeindlichkeit an deutschen Schulen

Judenfeindlichkeit ist an Schulen in Deutschland weit verbreitet und wird von Lehrern oft toleriert oder nicht erkannt. Zu diesem Ergebnis kommt eine letzte Woche veröffentlichte Studie zum Thema „Antisemitismus in der Schule“ des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA) der TU Berlin und des Instituts für Politikwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen. Die Wissenschaftler kritisieren, dass Judenfeindlichkeit an Schulen nur im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus gelehrt wird und islamischer Antisemitismus bzw. anti-jüdische Texte des Korans unerwähnt bleiben. Außerdem berichten viele Schulbücher einseitig pro-palästinensisch. Beim Thema Antisemitismus sei zudem die von der Kultusministerkonferenz geforderte „Multiperspektivität“ schädlich, denn sie impliziere eine falsche Auffassung von Toleranz und führe dazu, dass Judenfeindlichkeit akzeptiert und relativiert werde. Die Studie kann hier nachgelesen werden.

Ein Bericht, den das israelische Ministerium für strategische Angelegenheiten am Montag veröffentlichte, zeigt unterdessen, dass in Deutschland mehrere „Humanitäre Hilfsorganisationen“ mit aktiven oder ehemaligen palästinensischen Terroristen zusammenarbeiten, darunter die „Volksfront zur Befreiung Palästinas“ (PFLP) und verschiedene Gruppen der Israel-Boykott-Bewegung BDS (Boykott, Kapitalentzug, Sanktionen).

 

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