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Israel: Armee eröffnet Corona-Krankenstationen

ICEJ-Nachrichten vom 13. Oktober 2020

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13 Okt 2020
Israel: Armee eröffnet Corona-Krankenstationen

Die israelische Armee hat am Sonntag zwei Corona-Stationen im Rambam-Krankenhaus in Haifa eröffnet. Es ist das erste Mal in der Geschichte des modernen jüdischen Staats, dass das Militär Zivilisten medizinisch versorgt. Rund 100 Militärärzte, Krankenpfleger, Sanitäter und andere Angehörige der Sanitätstruppe werden im Einsatz sein. Die wachsende Zahl schwerer Covid-19-Erkrankungen stellt viele israelische Krankenhäuser auf die Belastungsprobe. Am Montag gab das Ichilov Krankenhaus in Tel Aviv bekannt, es werde keine neuen Covid-19-Patienten aufnehmen, die besonderer Pflege bedürften. Aktuell sind 51.855 Israelis mit dem Virus infiziert, 1.553 von ihnen werden in den Krankenhäusern des Landes behandelt. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mehr als 292.000 Menschen mit dem Virus infiziert. 2.021 Menschen sind mit oder an dem Coronavirus gestorben, knapp die Hälfte von ihnen in den letzten sechs Wochen. Dreieinhalb Wochen nach Verhängung eines landesweiten Lockdowns ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen stark gesunken. Am heutigen Dienstag wurden 1.006 Neuinfektionen bestätigt, am 1. Oktober waren noch rund 9.000 Neuinfektionen gemeldet worden. Israels Gesundheitsministerium plant, den Lockdown über einem Zeitraum von vier Monaten sukzessive aufzuheben.

Foto: IDF, Sanitätstruppe der israelischen Armee eröffnet Corona-Stationen

Facebook will gegen Holocaustleugnung vorgehen

Facebook wird gegen Beiträge, die den Holocaust leugnen oder verharmlosen, vorgehen. Das kündigte Mark Zuckerberg, Geschäftsführer der Social-Media-Plattform, am Montag an. Zuckerberg sagte, er habe mit der „Spannung zwischen Meinungsfreiheit und dem Schaden, der durch die Verharmlosung oder Leugnung des Holocausts entsteht, gerungen“. Die neue Richtlinie sei jedoch „ausgewogen”, sagte er. Studien zufolge sind Facebook-Beiträge mit antisemitischen Inhalten, wie z.B. Verschwörungstheorien und Holocaustleugnung, in den letzten Jahren rapide angestiegen. Bisher hatte Zuckerberg es abgelehnt, sie von der Plattform zu entfernen. 2018 sagte der Unternehmer, er glaube, Holocaustleugner würden nicht „absichtlich“ Falschinformationen glauben und verbreiten. Außerdem lehnte er es ab, Beiträge, die nicht zu Gewalt aufrufen, zu entfernen. Facebooks Kurswechsel folgt auf eine Kampagne der Jewish Claims Conference (JCC), bei der Holocaustüberlebende in Videobotschaften, die auf Facebook veröffentlicht wurden, Maßnahmen gegen Holocaustleugnung auf der Plattform forderten.

Aschkenasi trifft emiratischen Amtskollegen in Berlin

Israels Außenminister Gabi Aschkenasi und sein Amtskollege Abdullah bin Zayed Al Nahyan aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) haben vergangene Woche gemeinsam das Holocaustmahnmal in Berlin besucht. Die beiden Politiker trafen sich in Berlin, um zukünftige Kooperationen in Handel und Tourismus zwischen ihren beiden Ländern zu besprechen. Es war das erste Treffen von Aschkenasi und Al Nahyan seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und den VAE. Der deutsche Außenminister Heiko Maas, der ebenfalls an dem Treffen teilnahm, sagte, es sei eine „große Ehre“, dass die beiden Berlin für ihr historisches erstes Treffen gewählt hatten. Aschkenasi erklärte, das Abkommen mit den VAE habe den Weg für weitere Abkommen mit anderen Golfstaaten geebnet. Diese müssten jedoch „mutig” sein, um diesen Schritt zu wagen. Er forderte außerdem die Palästinenserführung auf, wieder direkte Verhandlungen mit Israel aufzunehmen.

New York: Orthodoxe Juden demonstrieren gegen Corona-Maßnahmen

Orthodoxe Juden im New Yorker Stadtteil Borough Park haben vergangene Woche wiederholt gegen neue Corona-Maßnahmen demonstriert. Sie verbrannten Mundschutzmasken und blockierten den Straßenverkehr. Damit reagierten sie auf die Anordnung von Andrew Cuomo, Gouverneur des US-Bundesstaats New York, in einzelnen Stadtteilen der Metropole Schulen und „nicht wesentliche“ Geschäfte zu schließen, religiöse Versammlungen auf maximal zehn Teilnehmer zu beschränken und Großveranstaltungen zu untersagen. Die betroffenen Stadtteile haben einen hohen Anteil orthodoxer Bewohner. Viele von ihnen sind der Ansicht, dass die Maßnahmen sich gezielt gegen ihre Gemeinschaft richteten. Auch vier jüdische Lokalpolitiker protestierten gegen die Maßnahmen, diese seien „wissenschaftlich und verfassungsrechtlich fragwürdig“. Cuomos Wortwahl bei der Ankündigung neuer Einschränkungen sei „gefährlich und spalterisch und erweckte den Eindruck, dass orthodoxe Juden allein für die steigenden Corona-Fallzahlen im Staat New York verantwortlich seien“, kritisierten sie.

Bergkarabach-Konflikt: Armenien ruft Botschafter aus Israel zurück

Armenien hat vergangene Woche seinen Botschafter aus Israel abgezogen, um gegen Israels Waffenlieferungen an Aserbaidschan zu protestieren. Seit Ende September kommt es in der umstrittenen Grenzregion Bergkarabach zu heftigen Gefechten zwischen Armenien und Aserbaidschan. Dabei soll Aserbaidschan Waffen, die Israel in den letzten Jahren geliefert hatte, eingesetzt haben. Armenien und Aserbaidschan grenzen beide an den Iran. Armenien unterhält enge Beziehungen zum Mullah-Staat, Aserbaidschan ist ein Verbündeter Israels und gilt als wichtigster Erdöl-Lieferant des jüdischen Staats. Neben Handelsbeziehungen besteht auch eine enge Kooperation in der Sicherheitspolitik. Es wird vermutet, dass rund 60% der Waffen der aserbaidschanischen Armee aus Israel stammen. Israel und Armenien unterhalten seit 1992 diplomatische Beziehungen, die armenische Botschaft wurde jedoch erst am 18. September 2020 in Tel Aviv eröffnet.


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