Change Region:Germany

Israel, Bahrain, VAE: Gemeinsames Seemanöver

ICEJ-Nachrichten vom 16. November 2021

DruckversionSend by email
Posted on: 
16 Nov 2021
Israel, Bahrain, VAE: Gemeinsames Seemanöver

Die Seestreitkräfte Israels, der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Bahrains haben an einem gemeinsamen Seemanöver im nördlichen Teil des Roten Meeres teilgenommen. Das Manöver erfolgte unter der Führung der US-Navy und gilt als Signal an den Iran. Der Iran und seine Verbündeten haben ihre maritime Präsenz um das Bab al-Mandab, eine Meerenge am Golf von Aden, ausgebaut. „Das beeinflusst die Bewegungsfreiheit Israels und wir sowie andere Partner, die ebenfalls davon betroffen sind, müssen den Iran vom Bab al-Mandab vertreiben“, erklärte ein Beamter der israelischen Marine. In den kommenden Monaten seien weitere Seemanöver mit der US-Navy geplant. Außerdem nehmen zurzeit etwa 500 Soldaten des US-Marinekorps in Israel an einer gemeinsamen Militärübung mit Spezialeinheiten der israelischen Armee teil. Israels Generalstabschef Aviv Kochavi erklärte vergangene Woche, die israelische Armee „beschleunige“ ihre „operative Planung und Bereitschaft, der Bedrohung durch einen nuklearen Iran entgegenzutreten.“ Medienberichten zufolge wird die israelische Luftwaffe in den kommenden Monaten das Training für Luftangriffe auf iranische Nuklearanlagen wieder aufnehmen.

Foto: IDF, Israelische Kriegsschiffe, Archivbild

Serbien, Kolumbien: Handelsbüros in Jerusalem eröffnet

Serbien hat vergangene Woche ein Innovations- und Handelsbüro in Jerusalem eröffnet. Das Büro untersteht der serbischen Handelskammer. Obwohl Serbien mit knapp 6,9 Millionen Einwohnern einen kleinen Markt darstellt, kann es für israelische Unternehmen als Brückenkopf in andere Balkanländer dienen. Außerdem verfügt Serbien über Freihandelsabkommen mit Russland, der Türkei und der EU. Im März 2020 hatte Serbiens Präsident Aleksandar Vučić die Eröffnung eines „offiziellen Staatsbüros“ in Jerusalem angekündigt. Nachdem Israel jedoch im September 2020 den Kosovo anerkannt hatte, verschlechterten sich die Beziehungen zwischen Belgrad und Jerusalem. Die Eröffnung des serbischen Handelsbüros wird von Jerusalem als positives Zeichen gewertet. Am Dienstag eröffnete Kolumbiens Präsident Ivan Duque ebenfalls ein Innovations- und Handelsbüro in Jerusalem. Es ist Kolumbiens erstes Büro dieser Art im Ausland.

Israel-VAE-Ölpipeline soll gestoppt werden

Eine Vereinbarung zur Beförderung arabischen Rohöls über den Hafen von Eilat soll aufgehoben werden. Das forderte Israels Energieministerin Karin Elharar vergangene Woche. Die 2020 unterzeichnete Vereinbarung zwischen einem staatlichen israelischen und einem israelisch-emiratischen Unternehmen sieht vor, dass Rohöl mit Tankschiffen zum Hafen von Eilat befördert werden und dort über eine Pipeline zur Mittelmeerküste weitergeleitet werden soll. Die Eilat-Aschkelon-Pipeline wurde 1968 als Gemeinschaftsprojekt Israels und des Irans gebaut und diente bis zur islamischen Revolution 1979 der Beförderung iranischen Rohöls in den Westen. Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten einen Ausbau der Pipeline geplant. Der Weg über Eilat wäre die kürzeste und kosteneffizienteste Route, Rohöl aus dem Persischen Golf nach Europa zu befördern. Laut Elharar bestehe jedoch ein zu großes Risiko für die Umwelt. Israelische Beamte gehen davon aus, dass statt der aktuell sechs Öltanker, die jeden Monat im Hafen von Eilat anlegen, künftig fünfzig Öltanker anlegen würden. Der Hafen befindet sich knapp 200 Meter von Eilats Korallenriff entfernt. Der Touristenort Eilat ist wegen seines Korallenriffs ein beliebtes Ziel von Schnorchlern, Tauchern und Forschern. Umweltschützer haben an den Obersten Gerichtshof appelliert, das Abkommen zu stoppen. Elharar betonte, VAE-Regierungsbeamte hätten ihr bereits zugesagt, sollte das Abkommen aufgehoben werden, würde dies sich nicht negativ auf die Beziehungen beider Länder auswirken.

Israel: Arbeitserlaubnis für palästinensische IT-Spezialisten

Israel hat ein Pilotprojekt gestartet, das die Beschäftigung von 500 Palästinensern aus dem Westjordanland in israelischen Hightech-Unternehmen vorsieht. Die aktuell rund 130.000 Palästinenser, die legal in Israel arbeiten, sind vor allem im Bauwesen und in der Landwirtschaft beschäftigt. Viele von ihnen sind Hochschulabsolventen, die im Westjordanland keine gut bezahlte Arbeit finden. Eine Arbeitserlaubnis für Stellen in der lukrativen israelischen Hightech-Branche erhalten Palästinenser bisher nur in Einzelfällen. Israelische Hightech-Unternehmen suchen dringend nach Fachkräften. Einige Unternehmen haben bereits Arbeitsbereiche ausgelagert und Aufträge an palästinensische Programmierer im Westjordanland und im Gazastreifen vergeben. „Im Westjordanland gibt es jedes Jahr 3.000 bis 4.000 Hightech-Absolventen“, erklärte Mahmud Khweis, Gründer von 50:50, einer gemeinnützigen Organisation, die israelisch-palästinensische Kooperation in der Start-up-Branche fördert. „Viele von ihnen arbeiten für palästinensische Subunternehmen, die von den Israelis unter Vertrag genommen wurden.“ Laut dem Plan der Regierung sollen 2022 zunächst 200 Palästinenser eine Arbeitserlaubnis erhalten. Bis 2024 sollen es 500 sein.

Südafrika: Druck auf Schönheitskönigin

In Südafrika wächst der Druck auf die amtierende Schönheitskönigin des Landes, ihre geplante Teilnahme am „Miss Universe“-Wettbewerb in Israel abzusagen. Nachdem Lalela Mswane sich geweigert hatte, den im Dezember in Eilat geplanten Wettbewerb zu boykottieren, distanzierte sich am Sonntag die südafrikanische Regierung von ihr. Die Regierung erklärte, als gewählte Volksvertretung dürfe sie nicht mit den „gut dokumentierten Gräueltaten Israels an den Palästinensern“ in Verbindung gebracht werden. Die Beziehungen zwischen Israel und Südafrika sind seit Jahren schwierig. Südafrikanische Politiker, insbesondere der regierenden ANC-Partei, haben Israel wiederholt der „Apartheid“ bezichtigt. Nach den palästinensischen Krawallen am Gaza-Grenzzaun 2018 rief Südafrika seinen Botschafter in Israel auf unbestimmte Zeit zurück. 2019 wurde die südafrikanische Botschaft in Tel Aviv zu einem Verbindungsbüro herabgestuft. Die Organisatoren des „Miss Südafrika”-Wettbewerbs wiesen die Forderungen zurück und betonten, der „Miss Universe“-Wettbewerb sei „nicht politisch inspiriert“.


 

Share this: