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Israel begeht 73. Unabhängigkeitstag

ICEJ-Nachrichten vom 15. April 2021

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Posted on: 
15 Apr 2021
Israel begeht 73. Unabhängigkeitstag

Am heutigen Donnerstag begeht Israel seinen 73. Unabhängigkeitstag (Jom Ha’Atzmaut). Am Vormittag überflogen Flugzeuge und Helikopter der israelischen Luftwaffe das Land. Zu den offiziellen Feierlichkeiten zählten die Auszeichnung von 120 Soldaten durch Staatspräsident Reuven Rivlin und der Internationale Bibel-Wettbewerb für Schüler der Mittel- und Oberstufe. Am Abend findet die Vergabe des Israel-Preises, die höchste kulturelle Auszeichnung des jüdischen Staates, statt. Traditionell wird der Unabhängigkeitstag landesweit mit Freunden und Familie gefeiert, die Menschen treffen sich zu Grillpartys in den Nationalparks, in Naturreservaten und an den Stränden. Anlässlich des Unabhängigkeitstags hat Israels Zentrales Statistikamt aktuelle demographische Daten bekanntgegeben. Von den 9.327.000 Israelis sind rund 73,9 % (ca. 6,98 Millionen) Juden und rund 21% (ca. 1,96 Millionen) Araber, Drusen oder Tscherkessen. Rund 5% (ca. 467.000) sind nicht-arabische Christen, Angehörige anderer Religionen und Personen, deren Religion nicht im Bevölkerungsregister geführt wird. Der Anteil jüdischer Israelis ist so niedrig wie nie in der Geschichte des jüdischen Staates. 1948 lag er bei 82,1%, noch vor drei Jahren bei 74,5%. Etwa 78% der jüdischen Israelis sind im Land geboren. Seit letztem Jahr ist die Bevölkerung um 137.000 Personen gewachsen, was einen Zuwachs von 1,5% darstellt. Etwa 28,1% der Israelis sind jünger als 15 Jahre, lediglich 12% sind 65 Jahre alt oder älter.

Foto: GPO/Mark Neyman, Reuven Rivlin begeht Israels 73. Unabhängigkeitstag

Mord an Pariser Jüdin (65): Täter „schuldunfähig“

Frankreichs oberstes Gericht, der Kassationsgerichtshof, hat am Mittwoch geurteilt, dass der Mörder einer jüdischen Frau (65) schuldunfähig ist und nicht vor Gericht kommt. Sarah Halimi starb 2017, nachdem ihr Nachbar sie unter „Allahu Akbar“-Rufen verprügelt, dabei Koranverse zitiert und sie anschließend vom Balkon ihrer Pariser Wohnung gestoßen hatte. Der Gerichtshof bestätigte ein vorangegangenes Urteil, wonach der Nachbar aufgrund seines Drogenkonsums einen „Anfall von Wahn“ erlitten habe und daher nicht für seine Taten verantwortlich gemacht werden könne. „Ab heute können Juden absolut straffrei gequält und getötet werden“, kritisierte Francis Kalifat, Vorsitzender des Dachverbands jüdischer Gemeinden in Frankreich (CRIF), das Urteil. Das Simon Wiesenthal-Zentrum warnte vor einem Präzedenzfall für Hassverbrechen, indem die Täter vor ihren Verbrechen Drogen konsumieren. Durch die Handhabung des Falles Halimi sehen sich viele französische Juden in ihrer Ansicht bestätigt, dass der französische Staat im Vorgehen gegen den Antisemitismus versagt habe. Bereits nach dem Mord, der wenige Wochen vor den französischen Präsidentschaftswahlen verübt wurde, sahen sich die Regierung und die Medien Frankreichs heftiger Kritik ausgesetzt, die antisemitischen Motive der Tat verschleiern zu wollen. Die Anwälte der Familie Sarah Halimis kündigten am Mittwoch an, sich nun an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu wenden. Der Täter, bei dem vor der Tat keine psychische Erkrankung bekannt war, befindet sich in einer geschlossenen Psychiatrie. In Frankreich ist es in den letzten Jahren wiederholt zu islamistischen Anschlägen gegen Juden gekommen. 2012 tötete ein Attentäter drei Kinder und einen Lehrer vor einer Schule in Toulouse. 2015 nahm ein IS-Sympathisant Geiseln in einem jüdischen Supermarkt in Paris und tötete vier von ihnen. 2018 wurde eine 85-jährige Holocaustüberlebende in ihrer Pariser Wohnung brutal ermordet.

Israel: Präsenzunterricht an Schulen, Grenzöffnung für Reisegruppen

Israels Kabinett hat am Montag die Rückkehr zum Präsenzunterricht mit vollständigen Klassen beschlossen. Da Kinder unter 16 Jahren nicht geimpft werden, waren die strengen Corona-Regelungen für Schulen weiterhin in Kraft gewesen. Nun sollen mit Hilfe der Ausweitung von Tests mögliche Infektionen mit dem Coronavirus frühzeitig festgestellt und eingedämmt werden. Die Zahl der positiv getesteten Schüler lag diese Woche bei 877, vor etwa einem Monat waren es noch 9.820. An mehr als 90% der Schulen sind aktuell keine Fälle bekannt. Einem Bericht des Bildungsministeriums zufolge ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang der Bildungskompetenzen festzustellen. Bei Schülern der Klassen 1 bis 3 wurde ein Rückgang der grundlegenden Lesefertigkeit um 30% festgestellt. Bei den Jahrgängen 4 bis 10 nahmen die Kenntnisse und Fertigkeiten in den Fächern Mathematik, Fremdsprachen und Naturwissenschaften um 25-30% ab.

Am Dienstag kündigte Israels Tourismusministerium an, dass Reisegruppen ab dem 23. Mai wieder einreisen dürfen. Dies ist zunächst auf geimpfte Personen begrenzt, die sich vor dem Abflug und nach der Ankunft einem PCR-Test unterziehen müssen. Nach der Ankunft wird zudem ein Antikörper-Test vorgenommen. Einzelpersonen werden erst in der nächsten Phase der schrittweisen Grenzöffnung einreisen dürfen.

Israel: Hinweise auf Herdenimmunität

Es ist möglich, dass in Israel „eine Art Herdenimmunität” gegen das Coronavirus erreicht ist. Das sagte Eran Segal, Bioinformatiker am Weizmann Institut für Wissenschaften (Rehovot) am Samstag. Auch wenn dies noch nicht der Fall sein sollte, bestehe ein „breites Sicherheitsnetz“, weshalb weitere Einschränkungen ohne Bedenken gelockert werden könnten.Auch die Wiederöffnung vieler Wirtschaftszweige und private Zusammenkünfte zu Purim und dem Passah-Fest hätten nicht zu einem Neuanstieg geführt. Sollte sich Segals Einschätzung bestätigen, wäre Israel das erste Land weltweit, in dem eine Herdenimmunität eingetreten ist. Mehr als 5,3 Millionen Israelis (ca. 57,4% der Bevölkerung) haben bereits die erste Dosis des Covid-19-Impfstoffes erhalten, etwa 5 Millionen (53,3%) sind zweifach geimpft. Rund 830.000 Israelis sind seit Beginn der Corona-Krise positiv auf das Coronavirus getestet worden. Demnach könnten möglicherweise 65% der Bevölkerung Antikörper aufweisen. Professor Eyal Leshem, Direktor im Sheba Medical Center (Tel Hashomer), sagte vergangene Woche, Herdenimmunität sei die „einzige Erklärung” dafür, dass trotz der Lockerungen die Zahl positiv Getesteter weiterhin abnimmt. „Dies bedeutet, dass auch wenn eine Person infiziert ist, die meisten Menschen in ihrem Umfeld nicht von ihr angesteckt werden.“

Am Mittwoch wurden 170 Personen positiv auf das Coronavirus getestet, die Zahl der aktiven Fälle liegt bei 3.008. Das ist der niedrigste Wert seit Juni 2020, zu Beginn der zweiten Welle. 219 Israelis sind zurzeit schwer an Covid-19 erkrankt. Seit April 2020 sind 6.312 Menschen mit oder an dem Virus gestorben.

Gebetsanliegen:Danken wir Gott für den Rückgang der Infektionszahlen in Israel und für die Rückkehr zur Normalität. Beten wir, dass das Coronavirus in Israel und auch weltweit dauerhaft eingedämmt wird.

Israel: Mögliche Behandlung für tödlichen Hirntumor

Israelische Forscher haben eine Behandlung für das Glioblastom, die tödlichste Form hirneigener Tumoren, entwickelt, die die Krankheit „chronisch, aber behandelbar macht“ und sie „vielleicht heilbar“ machen kann. Das sagte Prof. Ronit Satchi-Fainaro, Direktorin des Forschungszentrums für Krebsbiologie an der Universität Tel Aviv. Die Weltgesundheitsorganisation WHO ordnet das Glioblastom Grad VI der Hirntumore zu, dem höchsten Schweregrad. Es gilt als höchst bösartig. Trotz operativer Eingriffe, Chemotherapie oder Bestrahlung liegt die Überlebenschance nach einem Jahr bei 40%, nach fünf Jahren bei 5%. In ihrer Studie, die Ende März in dem Wissenschaftsjournal Nature Communications veröffentlicht wurde, stellten Satchi-Fainaro und ihr Team fest, dass mit der Verabreichung einer speziellen chemischen Verbindung die Produktion des Proteins P-Selektin blockiert wird und somit das Wachstum des Tumors gestoppt werden kann. Der Blocker wurde an Mäusen und an einem Labormodell menschlicher Zellen erfolgreich getestet. Satchi-Fainaro hofft nun, dass bald erste Tests an Krebspatienten durchgeführt werden können und diese bestätigen, dass mit der Eindämmung von P-Selektin das Glioblastom erfolgreich behandelt werden kann. Der Blocker wird bereits bei anderen Krankheiten angewendet und muss daher nicht erst entwickelt werden.


 

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