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Israel beginnt Impfkampagne

ICEJ-Nachrichten vom 17. Dezember 2020

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Posted on: 
17 Dez 2020
Israel beginnt Impfkampagne

Israel wird am Sonntag seine Corona-Impfkampagne beginnen. Zunächst sollen im Gesundheitswesen Beschäftigte geimpft werden, gefolgt von Risikogruppen und älteren Menschen. Anschließend sollen Personen, die berufsbedingt dem Virus besonders ausgesetzt sind, wie Lehrer, Sozialarbeiter, Soldaten und Sicherheitspersonal, den Impfstoff erhalten. Der für den 27. Dezember angesetzte Beginn der Impfkampagne wurde vorgezogen, nachdem die US-Arzneimittelbehörde FDA vergangene Woche den Impfstoff des Pharmakonzerns Pfizer zugelassen hatte. Israels Staatspräsident Reuven Rivlin, Premierminister Benjamin Netanjahu und Aviv Kochavi, Generalstabschef der israelischen Armee, wollen sich am Wochenende impfen lassen. Die israelische Regierung rechnet mit 60.000 Impfungen täglich. Somit könnten bis Ende Januar rund zwei Millionen Israelis gegen das Coronavirus geimpft sein.

Foto: Unsplash, Impfstoff, Symbolbild

Impfbereitschaft bei 20%

Nur rund ein Fünftel aller Israelis würden sich in den ersten Monaten der Impfkampagne impfen lassen. Das ergab eine Umfrage der Universität Haifa. 20,3% der jüdischen Israelis und 16% der arabischen Israelis sagten, sie wären bereit, zu den ersten Impflingen zu gehören. 58,6% der jüdischen Männer und 41,2% der arabischen Männer gaben an, sie seien bereit sich impfen zu lassen, sobald tausende andere dies getan hätten. Bei Frauen ist die Diskrepanz größer. 41,4% der jüdischen Frauen und nur 25,2% der arabischen Frauen würden dann einer Impfung zustimmen. Unter arabischen Frauen ist eine grundsätzliche Ablehnung besonders hoch. 41,2% von ihnen sagten, sie würden sich „unter keinen Umständen“ impfen lassen. 17,2% der jüdischen Frauen, 7,7% der jüdischen Männer und 27,4% der arabischen Männer teilten diese Ansicht.

Israel: NeueEinschränkungenerwartet

In Israel werden kommende Woche neue Einschränkungen wegen des Coronavirus‘ erwartet. Am heutigen Donnerstag wurden den dritten Tag infolge mehr als 2.800 Neuinfektionen verzeichnet. Die Zahl der aktiven Fälle stieg auf 21.829, 392 Israelis sind schwer erkrankt. Joav Kisch, stellvertretender Gesundheitsminister, warnte, neue Einschränkungen seien „unvermeidlich“. Das israelische Kabinett hatte vergangene Woche beschlossen, restriktive Maßnahmen wiedereinzuführen, sobald dieZahl täglicher Neuinfektionen auf 2.500 oder die Reproduktionszahl (R-Wert) auf 1,32 steigen würde. Es wird erwartet, dass der Einzelhandel bereits nächste Woche schließen muss. Schulen sollen nach einem Plan des Gesundheitsministeriums nur in Hotspots geschlossen werden. In Orten mit niedriger oder mittlerer Infektionsrate würde der Unterricht fortgesetzt werden.

Knesset: Neuwahlen immer wahrscheinlicher

In Israel werden die vierten Parlamentswahlen innerhalb von zwei Jahren immer wahrscheinlicher. Am kommenden Dienstag um Mitternacht endet die gesetzliche Frist, innerhalb der die Regierung den Staatshaushalt für 2020 verabschieden muss. Sollte die Frist verstreichen, würde die Knesset automatisch aufgelöst werden. Neuwahlen würden voraussichtlich im März stattfinden. Bei dem seit Monaten andauernden Haushaltsstreit besteht Premierminister Benjamin Netanjahu darauf, nur den Staatshaushalt für 2020 zu verabschieden. Verteidigungsminister Benny Gantz wiederum will, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, den Haushalt für 2020 und 2021 gemeinsam verabschieden. Bei Verabschiedung des Haushalts für 2021 würde auch gesetzlich festgelegt werden, dass Gantz wie geplant im November das Amt des Premierministers übernimmt. Medienberichten zufolge erwägt Gantz, auf Netanjahus Forderung einzugehen, um Neuwahlen abzuwenden. Mehrere Abgeordnete von Gantz‘ Blau-Weiß-Partei planen bereits, die Partei zu verlassen, sollte er nachgeben. Über einen von den Oppositionsparteien eingebrachten Gesetzesentwurf zur Auflösung der Knesset soll kommende Woche erstmals abgestimmt werden. Damit das Gesetz in Kraft tritt, sind insgesamt drei Abstimmungen nötig. Es enthält Klauseln, die die Kürzung von Wahlkampfgeldern um 10% vorsehen und die Parteien zu mehr Transparenz bei der Wahlwerbung verpflichten. Sollte die Knesset jedoch infolge des Haushaltsstreits aufgelöst werden, bevor das Gesetz verabschiedet werden kann, würden diese Klauseln nicht in Kraft treten.

Gebetsanliegen:Bitte beten Sie mit uns für eine Einigung im Haushaltsstreit. Beten wir, dass die von den verschiedenen Ressorts dringend benötigten finanziellen Mittel freigesetzt werden. Beten wir für eine stabile Regierung, die gute und weise Entscheidungen trifft.

Erneut Verhandlungen über israelische Geiseln

Israel verhandelt erneut über die Freilassung der Israelis, die im von der islamistischen Terrororganisation Hamas beherrschten Gazastreifen festgehalten werden. Medienberichten zufolge soll die Hamas bereit sein, Israels Hilfe bei der Bekämpfung des Coronavirus‘ als Teil einer Vereinbarung zu akzeptieren. Israel würde außerdem inhaftierte palästinensische Terroristen freilassen, die ein geringes Sicherheitsrisiko für den jüdischen Staat darstellen. „Die Coronavirus-Pandemie hat eine nicht zuvor dagewesene Möglichkeit geschaffen“, sagte Avriam Shaul am Mittwoch. Shaul ist der Bruder von Oron Shaul, einer von zwei im Gazakrieg 2014 getöteten israelischen Soldaten, deren sterbliche Überreste sich in Gewalt der Hamas befinden. Aviram Shaul forderte die israelische Regierung auf, sich mit der Hamas zu einigen. Die Freilassung von Terroristen sei unvermeidlich, sagte er, denn nur so könne die Hamas ihr Gesicht wahren. Zudem sei die Eindämmung des Coronavirus‘ im Gazastreifen im Interesse Israels, damit dieser „stabil“ bleibe, sagte Shaul. Neben der Rückführung der Leichname von Oron Shaul und Hadar Goldin verhandelt Israel auch über die Freilassung desäthiopisch-jüdischen Avera Mengistu und des Beduinen Hisham al-Sayed. Beide wurden 2015 als Geiseln genommen, nachdem sie über den Gaza-Grenzzaun geklettert waren. Ihren Familien zufolge sind beide psychisch krank. In der Vergangenheit hat es wiederholt Berichte über eine bevorstehende Freilassung gegeben, die Verhandlungen scheiterten jedoch, da keine Einigung erzielt wurde.

Gebetsanliegen:Bitte beten Sie mit uns, dass die Israelis, die sich in der Gewalt der Hamas befinden, bald wieder nach Hause kommen. Beten wir für die Familien, dass Gott sie stärkt und ihnen Trost schenkt.

Israelis ermöglichen nachhaltigen Reisanbau

Das israelische Unternehmen Netafim hat ein Tröpfchen-Bewässerungssystem für nachhaltigen Reisanbau entwickelt. Dieses soll den traditionellen Nassreisanbau, mit dem ca. 80% der Weltreisernte erzeugt wird, ersetzen. Beim Nassreisanbau werden pro erzeugtem Kilogramm Reis 3.000-5.000 Liter Wasser benötigt, was zu regionaler Trinkwasserknappheit führen kann. Außerdem entsteht ein für methanbildende Bakterien idealer, anaerober (sauerstoff-freier) Lebensraum. Man geht davon aus, dass rund 17% des Treibhausgases Methan in der Erdatmosphäre auf den Nassreisanbau zurückgehen. Bei der Tröpfchen-Bewässerung, bei der perforierte Wasserleitungen eingesetzt werden, wird der Wasserverbrauch um die Hälfte reduziert. Außerdem wird der Reis in einer aeroben (sauerstoffreichen) Umgebung angebaut. Die Methanfreisetzung ist daher „gleich null“, erklärte Gabi Miodownik, Geschäftsführer von Netafim. Des Weiteren wird die Aufnahme des giftigen Halbmetalls Arsen um bis zu 90% reduziert. Netafim hatte in den 1960er Jahren Tröpfchen-Bewässerungssysteme für die Landwirtschaft entwickelt. Für den Reisanbau musste jedoch eine neue Vorgehensweise gefunden werden, was etwa zehn Jahre in Anspruch genommen hat. Reis ist ein Grundnahrungsmittel für mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung. 2020 wurden rund 500 Millionen Tonnen Reis produziert, bis 2050 soll die Nachfrage um 25% steigen.

 


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