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Israel entfernt Metalldetektoren, Sicherheitskameras

Neue Sicherheitsmaßnahmen geplant

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Posted on: 
25 Jul 2017 (All day)
Israel entfernt Metalldetektoren, Sicherheitskameras

In der Nacht von Montag auf Dienstag hat Israel die Metalldetektoren und Sicherheitskameras, die an den Zugängen zum Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt aufgestellt worden waren, wieder entfernt. Sie wurden ursprünglich installiert, weil am 14. Juli zwei arabisch-israelische Terroristen mit auf dem Tempelberggelände versteckten Waffen zwei israelische Polizisten am Löwentor erschossen hatten. Das Aufstellen der Metalldetektoren führte zu wütenden Protesten in der muslimischen Welt und zu heftigen Zusammenstößen muslimischer Demonstranten mit israelischen Sicherheitskräften, in deren Verlauf vier Palästinenser ums Leben kamen. Als Reaktion auf die Sicherheitsmaßnahmen erstach ein Palästinenser letzten Freitag drei Israelis in Samaria, ein weiterer palästinensischer Attentäter verletzte einen arabischen Busfahrer, den er irrtümlich für einen Juden hielt, am Montag in Petach Tikva.

Status Quo versus Sicherheit
Die Palästinenser werfen Israel vor, durch die Sicherheitsmaßnahmen den Status Quo auf dem Tempelberg verändern und sich letztendlich der Al-Aksa-Moschee und des Felsendoms bemächtigen zu wollen. Israel, das nach dem Sechstagekrieg vor 50 Jahren die Verwaltung der islamischen heiligen Stätten freiwillig einer muslimischen Behörde, dem Wafk, übertragen hatte, weist dies von sich. Jerusalem macht ausschließlich Sicherheitsgründe und die Gewährung der Religionsfreiheit und Sicherheit aller Beter geltend. Jüdische Israelis und Touristen müssen seit Jahren Sicherheitsschleusen durchlaufen, wenn sie an der Klagemauer beten oder den Tempelberg betreten wollen. Auch die heiligen muslimischen Stätten in Mekka werden durch Metalldetektoren gesichert.

Kameraüberwachung
Der Abbau der Sicherheitseinrichtungen ist das Ergebnis von Beratungen des israelischen Sicherheitskabinetts, die am Montagabend stattfanden. Statt der Detektoren und Kameras sollen neue Sicherheitsapparaturen, die auf „hochentwickelter Technologie“ basieren innerhalb der nächsten sechs Monate für insgesamt 100 Millionen Schekel installiert werden. Man geht davon aus, dass es sich dabei um eine neue Art von Sicherheitskameras handelt, berichtet die „Times of Israel“. Einen Zusammenhang zwischen der Entscheidung des Kabinetts und der diplomatischen Krise mit Jordanien dementierten die Israelis. Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas hatte letzten Freitag aus Protest gegen die israelischen Sicherheitsmaßnahmen die Beziehungen der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) zu Israel eingefroren.

 

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