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Israel: Erste Lockerungen der Corona-Maßnahmen erwartet

ICEJ-Nachrichten vom 15. Oktober 2020

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Posted on: 
15 Okt 2020
Israel: Erste Lockerungen der Corona-Maßnahmen erwartet

Die israelische Regierung berät heute über erste Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Es wird erwartet, dass Vorschulen wieder öffnen und Restaurants Abholservice anbieten dürfen. Israel befindet sich seit dem 18. September in einem strikten landesweiten Lockdown, nachdem seit Mitte Juni die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus rapide angestiegen war. Am heutigen Donnerstag wurden 1.994 Neuinfektionen gemeldet. Der Anteil positiver Tests liegt aktuell bei ca. 8%. Es ist der niedrigste Wert seit Juli. Die Reproduktionszahl liegt bei unter 0,8. Auch die Zahl der schwer an Covid-19 Erkrankten ist in den letzten zehn Tagen von 878 auf 734 gesunken. Ronni Gamzu, Corona-Beauftragter der israelischen Regierung, äußerte sich optimistisch. „Ich glaube wir werden unsere Zielsetzung erreichen“, sagte er. Er warnte jedoch, dass ein erneuter Anstieg an Neuinfektionen nicht auszuschließen sei. Das Kabinett hatte u.a. einen Wochendurchschnitt von 2.000 Neuinfektionen pro Tag zur Bedingung für Lockerungen der Maßnahmen gemacht.

Foto: ICEJ, Corona-Krise in Israel, Archivbild

Sudanesen wollen Israel besuchen

40 sudanesische Zivilisten, darunter Künstler, Sportler und Geschäftsleute, wollen im November Israel besuchen. Damit beabsichtigen sie, die Normalisierung der Beziehung beider Länder voranzubringen. „Der Durchschnitts-Sudanese hat nichts gegen die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Israel“, erklärte Abu Al-Qasim Bortom, ehemaliger Abgeordneter des sudanesischen Parlaments und Initiator des geplanten Besuchs. Mit dem Besuch, bei dem es allein um „kulturell-humanistische“ Angelegenheiten gehen soll, hofft Bortom die „psychologische Barriere“ zwischen den beiden Ländern zu durchbrechen. In den vergangenen Monaten hatte es wiederholt Berichte gegeben, Israel und der Sudan stünden kurz vor der Aufnahme diplomatischer Beziehungen. General Abdel Fattah al-Burhan, Vorsitzender der Übergangsregierung, gilt als offen für diplomatische Beziehungen mit Israel, Premierminister Abdalla Hamdok lehnt diese jedoch ab.

Deutschland: Israel soll europäischen Impfstoff erhalten

Deutschland will Israel einen europäischen Covid-19-Impfstoff zur Verfügung stellen. Damit setzt Deutschland sich über eine EU-Regelung hinweg, die vorsieht, dass der Impfstoff zunächst nur an EU-Mitgliedstaaten verteilt wird. Die EU hat beim Pharmakonzern AstraZeneca die Produktion von 400 Millionen Dosen eines Covid-19-Impfstoffes in Auftrag gegeben. Der Impfstoff befindet sich zurzeit in Phase III der klinischen Prüfung. Sollte diese erfolgreich verlaufen, kann der Konzern die Zulassung beantragen. Israel könnte dann tausende Dosen zum Selbstkostenpreis erwerben. Außenminister Heiko Maas und Gesundheitsminister Jens Spahn hatten am Sonntag Jeremy Issacharoff, Israels Botschafter in Berlin, darüber informiert. Sie begründeten ihre Entscheidung mit der „besonderen Beziehung“ Deutschlands zu Israel.

Waldbrände in Israel, arabische Christen helfen

In Israel sind am Freitag rund 250 Wald- und Buschbrände ausgebrochen. Tausende Israelis mussten ihre Häuser verlassen, die Autobahnen 6 und 434 waren teilweise gesperrt. Besonders schwer betroffen war die galiläische Stadt Nof Hagalil, nahe Nazareth, wo rund 20 Häuser zerstört wurden. 5.000 Einwohner Nof Hagalils wurden evakuiert, zwei Menschen erlitten leichte Rauchverletzungen. Die arabische Kirchengemeinde in Nazareth Home of Jesus the King Churchverteilte Lebensmittelpakete an betroffene Familien. „Es war uns sofort klar, dass wir Gottes Liebe zu den Betroffenen - Arabern und Juden - bringen müssen“, sagte Pastor Saleem Shalash. Auch in anderen Städten des Landes mussten Bewohner ihre Häuser verlassen. In Kfar HaOranim, einer jüdischen Ortschaft in Judäa und Samaria, wurden mehrere Häuser zerstört. „Wir glauben, dass die meisten Brände von Menschen verursacht wurden. Wir wissen aber noch nicht, ob es vorsätzlich oder fahrlässig geschah“, erklärte Dedi Simchi, Kommissar des Feuerwehr- und Rettungsdienstes. In den von der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) kontrollierten Gebieten im Westjordanland wurden 60 Brände gemeldet.

Israel, Jordanien: Einigung im Flugverkehr

Israel und Jordanien haben vereinbart, dass internationale Fluggesellschaften ihre gemeinsame Grenze überfliegen dürfen. Bisher mussten Flugzeuge, die nicht in Israel starteten oder landeten, den israelischen Luftraum umfliegen. Aufgrund der in der vergangenen Woche getroffenen Vereinbarung dürfen nun auch Flüge, die in Saudi-Arabien, Katar und dem Irak beginnen oder enden, israelischen Luftraum überqueren. Außerdem werden die Flugzeiten zwischen Europa, Nahost und Ostasien verkürzt. Die Vereinbarung verdeutliche Israels zunehmende Integration im Nahen Osten, sagte Israels Verkehrsministerin Miri Regev. Im September hatte Saudi-Arabien seinen Luftraum für israelische Flugzeuge, die die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) anfliegen, freigegeben. Die für Oktober geplante Aufnahme von Direktflügen zwischen Israel und den VAE wurde jedoch aufgrund der aktuellen Krise auf Januar 2021 verschoben.


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