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Israel erwägt Grenzöffnung für Individualreisende

ICEJ-Nachrichten vom 14. Oktober 2021

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14 Okt 2021
Israel erwägt Grenzöffnung für Individualreisende

Israel erwägt, im November seine Grenzen für Individualreisende wieder zu öffnen. Unbestätigten Medienberichten zufolge sollen zunächst Reisende aus ca. 40 Ländern, mit denen Israel ein Abkommen über die gegenseitige Anerkennung von Impfungen geschlossen hat, einreisen dürfen, sofern ihre Zweit- oder Drittimpfung höchstens sechs Monate zurückliegt. Israel und die EU schlossen im September ein solches Abkommen. Mit den USA, Kanada und Großbritannien besteht ein solches Abkommen noch nicht. Unbestätigten Berichten zufolge sollen auch einige Regelungen für Reisegruppen gelockert werden. Diese sollen auch dann einreisen dürfen, wenn die letzte Impfung länger als sechs Monate zurückliegt. Reiseteilnehmer müssten dann aber vor dem Betreten von Sehenswürdigkeiten einen negativen Schnelltest vorweisen können. Für alle Einreisenden gelten weiterhin strenge Testregelungen, vor dem Abflug nach Israel und nach der Ankunft. Israel schloss im März 2020 seine Grenzen für fast alle Besucher aus dem Ausland. Seit Mai 2021 dürfen Reisegruppen unter strengen Auflagen einreisen. Personen, deren Verwandte ersten Grades in Israel leben, können eine Einreisegenehmigung beantragen. Die Covid-19-Zahlen sind weiter rückläufig. Die Zahl der aktiven Fälle liegt bei 22.107, die Zahl der Schwererkrankten ist auf 440 zurückgegangen.

Foto: Unsplash, Ben-Gurion-Flughafen, Symbolbild

Iran: Israel und USA besprechen „andere Optionen“

Um einen nuklear bewaffneten Iran zu verhindern, sind Israel und die USA bereit, sich „anderen Optionen“ zuzuwenden. Das sagten Israels Außenminister Jair Lapid und US-Außenminister Antony Blinken bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Mittwoch in Washington. Abdullah bin Zayed Al Nahyan, Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), war ebenfalls anwesend. Die Pressekonferenz folgte auf trilaterale Beratungen. Diplomatie sei das „effektivste Mittel“, iranische Atomwaffen zu verhindern, sagte Blinken, verwies aber auf Irans „Weigerung, guten Willen zu zeigen.“ „Die Zeit läuft aus. Wir nähern uns dem Punkt, an dem eine Rückkehr zum internationalen Atomabkommen keinen Nutzen mehr haben wird.“ Sollte der Iran nicht einlenken, seien die USA „bereit, sich anderen Optionen zuzuwenden.“ Wenn von „anderen Optionen“ die Rede sei, „versteht jeder, in den USA, in Israel, in den VAE und in Teheran, was wir damit meinen“, sagte sein Amtskollege Lapid. Israel habe nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, „jederzeit, auf jede Weise zu handeln“, erklärte er. „Der Iran hat öffentlich verkündet, uns auslöschen zu wollen. Wir haben nicht die Absicht, das geschehen zu lassen.“ Bin Zayed Al Nahyanwarnte vor den im Jemen agierenden, pro-iranischen Huthi-Rebellen. „Wir wollen keine zweite Hisbollah an der Grenze zu Saudi-Arabien.“ Die Huthis hätten ihre militärischen Fähigkeiten in den letzten Jahren schneller weiterentwickelt als die Hisbollah. Er erklärte außerdem, die VAE seien „sehr beeindruckt von unserer wachsenden Beziehung mit Israel“ und versprach, Israel bald zu besuchen.

Israel feiert Alijah-Tag

Israel hat am Mittwoch den Jom HaAlijah, den Alijah-Tag, gefeiert. An diesem Tag wird der Alijah (Einwanderung nach Israel) als Teil des Selbstverständnisses des jüdischen Staates gedacht und der wertvolle Beitrag der Olim (Neueinwanderer) für die israelische Gesellschaft geehrt. Der Jom HaAlijah wird in Israel an zwei verschiedenen Daten begangen: am 10. Nisan und am 7. Cheschwan. Laut Bibel überquerten die Israeliten am 10. Nisan unter der Führung Josuas den Jordan und kamen ins Gelobte Land (Josua 4,19). Es war somit die erste und umfassendste Alijah in der Geschichte des Volkes Israel. Da der 10. Nisan jedoch wenige Tage vor Pessach liegt, finden offizielle Veranstaltungen am 7. Cheschwan statt. Dieser Tag fällt in die Woche, in der in den Synagogen der Thora-Abschnitt „Lech Lecha“ gelesen wird, in der Gott Abram befiehlt: „Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will.“ (1. Mose 12,1) In diesem Jahr sind bereits 20.360 Juden nach Israel eingewandert, 31% mehr als im Vorjahreszeitraum. 4.876 Neueinwanderer kamen aus Russland, 3.062 aus den USA, 2.737 aus Frankreich, 2.090 aus der Ukraine und 1.589 aus Äthiopien. Seit der Staatsgründung Israels 1948 sind 3,3 Millionen Juden nach Israel eingewandert, 44% von ihnen seit 1990. Etwa 32% aller jüdischen Israelis wurden nicht in Israel geboren.

Vielen Dank an alle Freunde der ICEJ, die die Alijah in den letzten Jahren mit ihren Gebeten und Gaben unterstützt haben!

235 Bnei Menasche machen Alijah

Am Mittwoch ist ein Charterflugzeug mit 235 jüdischen Neueinwanderern aus Indien in Tel Aviv gelandet. Die ICEJ sponserte die Flüge für 50 von ihnen. Die Bnei Menasche („Söhne Manasses“) betrachten sich als Nachfahren von Israeliten, die vor rund 2.700 Jahren ins assyrische Exil gehen mussten. Sie siedelten später im Gebiet des heutigen Nordostindiens, Bangladeschs und Myanmars und hielten am jüdischen Glauben fest. Drei Bnei-Menasche-Familien mussten ihre Reise nach Israel unterbrechen, u.a. aufgrund von Covid-19-Erkrankungen. Sie müssen nun in Indien untergebracht und versorgt werden, bis sie ihren Flug nach Israel antreten können.

Bitte beten Sie mit uns für die rasche Genesung der positiv getesteten Bnei Menasche und für ihre baldige Alijah. Helfen Sie uns, ihre Heimkehr nach Israel zu unterstützen. Als Verwendungszweck bitte „Alijah“ angeben, herzlichen Dank!

Zum Spendenportal

Berlin: Reizgas-Angriff auf Israeli

Am Freitag ist in Berlin ein Israeli (29) mit Reizgas angegriffen worden. Der in Berlin wohnhafte Mann hielt sich vor einem S-Bahnhof im Bezirk Rummelsburg auf und trug einen Pullover mit dem Emblem der israelischen Armee. Ein Unbekannter sprach ihn auf seine Religionszugehörigkeit an, sprühte ihm anschließend und ohne Vorwarnung Reizgas ins Gesicht und stieß ihn zu Boden. Es ist unklar, ob es sich um einen oder um mehrere Täter handelte. Der Israeli konnte in einem nahegelegenen Laden die Polizei und Rettungsdienste alarmieren. Die Polizei bezeichnete den Angriff als „judenfeindlich“ und ermittelt wegen des Verdachts auf eine politisch motivierte Körperverletzung. 2020 wurden Polizeiangaben zufolge29 Personen infolge von politisch motivierten Straftaten mit antisemitischem Hintergrund leicht verletzt. Insgesamt wurden im letzten Jahr 2.428 antisemitische Straftaten gemeldet, darunter 57 Gewalttaten. 2021 wurden für das zweite Quartal 558 antisemitische Straftaten gemeldet, davon 16 Gewalttaten. Laut der Innenministerkonferenz, die im Juni 2021 stattfand, soll die Erfassung antisemitischer Straftaten künftig differenzierter erfolgen, um diese besser bekämpfen zu können. Bisher werden antisemitische Straftaten, die nicht eindeutig der rechtsextremistischen, linksextremistischen oder islamistischen Szene zugeordnet werden können, als rechtsextremistisch erfasst.


 

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