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Israel erwartet Palästinensergewalt an Gaza-Grenze

ICEJ-Kurznachrichten vom 28. März 2019

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28 Mär 2019 (All day)
Israel erwartet Palästinensergewalt an Gaza-Grenze

Ein Jahr Grenzzaun-Proteste

Israel stellt sich für Samstag auf Gewalt und palästinensische Massenproteste am Gaza-Grenzzaun ein. Dann jähren sich die gewalttätigen Proteste, die seit dem 30. März 2018 unter dem Motto „Großer Marsch der Rückkehr“ wöchentlich am Grenzzaun zu Israel stattfinden, zum ersten Mal. „Ich habe eine Verstärkung unserer Truppen angeordnet, so dass wir für einen Großeinsatz bereit sind“, erklärte Israels Premierminister Benjamin Netanjahu am heutigen Donnerstag nach einem Besuch bei den an der Gaza-Grenze in Südisrael zusammengezogenen israelischen Truppen. „Wir ziehen den Sicherheitsring um den Gazastreifen enger.“ Wenn nötig werde Israel mit aller Härte gegen die im Gazastreifen herrschende islamistische Terrororganisation Hamas vorgehen, sollten alle anderen Optionen ausgeschöpft sein. Die israelische Armee stationierte zudem zusätzliche Scharfschützen an der Grenze, um die eigenen Soldaten vor palästinensischen Scharfschützen und bombenwerfenden Palästinensern zu verteidigen. Auch Drohnen und Kampfhubschrauber sind einsatzbereit. Die israelische Armee berichtete, dass die Luftwaffe heute gegen eine Gruppe Palästinenser vorgegangen sei, die vom nördlichen Gazastreifen aus Ballons mit Sprengsätzen nach Israel schicken wollte.

 

Ägypten vermittelt zwischen Hamas, Israel

Ägypten ist derzeit mit intensiver Pendeldiplomatie darum bemüht, die am Montag unter ägyptischer Vermittlung ausgehandelte brüchige Waffenruhe zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Terrororganisation Hamas zu bewahren und eine Konfrontation zwischen beiden Seiten zu verhindern. Nach palästinensischen Angaben forderten die Ägypter die Führer der Terrororganisationen Hamas und Islamischer Dschihad auf, die Grenzzaunproteste am Wochenende friedlich zu halten. Seit einem Jahr finden fast jede Woche gewalttätige Demonstrationen am Gaza-Grenzzaun statt. Israel habe erklärt, mit aller Härte gegen jeden Versuch von Terroristen vorzugehen, die Grenze zu stürmen und nach Israel einzudringen oder israelische Soldaten anzugreifen. Am heutigen Donnerstagnachmittag informierten die Ägypter in Israel über die Gespräche. Am Freitag werden sie wieder in Gaza erwartet.

 

Israel attackiert iranisches Munitionslager nahe Aleppo

Die israelische Luftwaffe soll Mittwochnacht ein iranisches Munitionslager in Syrien nahe Aleppo beschossen haben. Nach Angaben der syrischen Armee wurde der Angriff größtenteils abgewehrt, es habe lediglich Materialschäden gegeben. Laut der oppositionsnahen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien wurden jedoch mindestens sieben iranische Kämpfer getötet. Außerdem soll die Attacke zu einem Stromausfall in Aleppo geführt haben. Der israelische Außenminister Israel Katz reagierte in einem Interview am heutigen Donnerstagmorgen eher zurückhaltend und erklärte, laut ausländischen Medien stünde Israel hinter der Attacke. Eine offizielle Stellungnahme der Armee gab es allerdings nicht. Israel fürchtet, dass iranische Milizen ihren Einfluss in Syrien ausweiten und dass iranische Waffen über Syrien zur schiitischen Terrormiliz Hisbollah in den Libanon geschmuggelt werden könnten. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu macht schon seit langem deutlich, dass Israel solche Waffenlieferungen nicht hinnehmen werde.

 

Golanhöhen: UN und EU verurteilen US-Entscheidung

Die am Montag von US-Präsident Donald Trump getroffene Entscheidung, Israels Souveränität über die Golanhöhen anzuerkennen, ist am Mittwoch im UN-Sicherheitsrat und von allen 28 EU-Mitgliedsstaaten scharf kritisiert und zurückgewiesen worden. In einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats, in dem die USA als ständiges Mitglied vertreten sind, verurteilten alle anderen 14 Mitgliedstaaten die Haltung der USA und Israels als völkerrechtswidrig. Die Golanhöhen waren während des Sechs-Tage-Kriegs 1967 von Israel erobert und 1981 annektiert worden, nachdem die syrische Armee von dort aus immer wieder Angriffe auf Israel gestartet und Ortschaften beschossen hatte. „Kein Land der Welt würde ein militärstrategisch so wichtiges Gebiet seinem gefährlichsten Feind übergeben“, verteidigte Israels UN-Botschafter Danny Danon die Annexion der Golanhöhen vor dem UN-Gremium. Würde man die Golanhöhen Syrien überlassen, könne man iranische Soldaten bald am Ufer des Sees Genezareth finden, sagte Danon. Auch Trump nannte den Schutz der israelischen Bevölkerung als Grund für seine Entscheidung. Das iranische Regime und die mit dem Iran verbündete schiitische Terrormiliz Hisbollah aus dem Libanon bauen seit einigen Jahren ihre Präsenz in Syrien stark aus. Ende letzten Jahres entdeckte die israelische Armee mehrere Hisbollah-Angriffstunnel, die vom Libanon nach Israel gebaut worden waren, um eine Offensive gegen Israel im nördlichen Galiläa vorzubereiten. Die 28 EU-Mitgliedstaaten betrachten die Entscheidung der USA und die Annexion der Golanhöhen weiterhin als völkerrechtswidrig, betonte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Mittwoch. Israelische Politiker zeigten sich enttäuscht von der Haltung der EU-Staaten. „Schon tausende Jahre bevor Frankreich die Heimat der Franzosen und Großbritannien die Heimat der Briten wurde, waren die Golanhöhen, Jerusalem und das Land Israel bereits die Heimat des jüdischen Volkes“, erinnerte Bildungsminister Naftali Bennett.

 

Millionen Schmetterlinge besuchen Israel

Die Menschen in Israel freuen sich derzeit über ein außergewöhnliches Naturschauspiel: Unzählige Schmetterlinge flattern durch das Land und sorgten beim bunten Purimfest für zusätzliche fröhliche Farbtupfer. Die Schmetterlinge der Gattung „Vanessa Carudi“ kommen aus Saudi Arabien und Kuwait und ziehen weiter Richtung Europa. Der Wanderflug der Schmetterlinge, die in Deutschland als „Distelfalter“ bekannt sind, ist ein jährliches Schauspiel in Israel, doch selten waren die Schwärme so groß wie in diesem Jahr. Dubi Binyamini, Vorsitzender des israelischen Verbands der Schmetterlingsliebhaber, geht von 100 Millionen bis zu einer Milliarde Schmetterlingen pro Tag aus, die den Weg über die Grenze nach Israel finden.

 

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