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Israel feiert 71. Unabhängigkeitstag

ICEJ-Nachrichten vom 9. Mai 2019

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9 Mai 2019 (All day)
Israel feiert 71. Unabhängigkeitstag

Am heutigen Donnerstag feiert Israel seinen 71. Unabhängigkeitstag. Gefeiert wird traditionell mit Freunden und Familie, die Menschen treffen sich zu Grillpartys in den Nationalparks, in Naturreservaten und an den Stränden. Wie jedes Jahr begeisterte die israelische Luftwaffe heute mit einer „Luftparade“. Kampfjets, Transportflugzeuge und Hubschrauber überflogen das Land von Nord nach Süd und vollführten dabei waghalsige Manöver. Über Tel Aviv und Jerusalem fanden Flugshows statt. Mit einem speziellen Überflugmanöver erwiesen die Piloten in diesem Jahr den Bewohnern der israelischen Ortschaften nahe der Grenze zum Gazastreifen einen besonderen Ehrengruß. Es sollte ein Ausdruck des Respekts sein für die Menschen, die trotz ständiger Terrorgefahr das Leben in ihren Heimatorten nicht aufgeben. Die Unabhängigkeitsfeier begann gestern Abend mit der traditionellen Fackelzeremonie auf dem Herzlberg in Jerusalem. Die Fackeln wurden unter anderem von drei Müttern entzündet, deren Söhne 2014 von der Hamas ermordet wurden.

 

Rekord: Israel hat über neun Millionen Einwohner

Israel hat inzwischen mehr als neun Millionen Einwohner. Das zeigen die Zahlen zur aktuellen Bevölkerungsentwicklung, die das israelische Statistikbüro diese Woche veröffentlicht hat. Demnach gibt es 9.021.000 Israelis - ein neuer Rekord. Im Jahr zuvor lag die Zahl bei 8,842 Millionen. Im Jahr der Staatsgründung 1948 zählte man lediglich 806.000 Einwohner. Israels Bevölkerung setzt sich aus 6,697 Millionen Juden (74,2%) und 1,890 Millionen Arabern (20,9%) zusammen. 434.000 (4,8%) sind nicht-arabische Christen und Anhänger anderer Religionen sowie Religionslose, größtenteils aus der ehemaligen Sowjetunion. Im vergangenen Jahr wurden 188.000 Babys in Israel geboren, die durchschnittliche israelische Familie hat 3,11 Kinder. Etwa 31.000 Juden machten Alijah (Einwanderung nach Israel), rund 3.000 mehr als im Vorjahr. Seit der Staatsgründung sind rund 3,2 Millionen Menschen nach Israel eingewandert. Es gab 47.000 Todesfälle.

 

Netanjahu: Wir werden keine iranischen Atomwaffen erlauben

Israel wird nicht zulassen, dass der Iran Atomwaffen entwickelt. Das erklärte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu am Mittwoch bei einer Gedenkveranstaltung in Jerusalem zum israelischen Gefallenengedenktag. „Wir werden unsere Feinde weiterhin bekämpfen und in unserem Heimatland noch tiefer Wurzeln schlagen“, erklärte er. Wenige Stunden zuvor hatte der iranische Präsident Hassan Rouhani angekündigt, sein Land werde Teile des 2015 vereinbarten Atomabkommens nicht mehr einhalten und somit sein Atomprogramm wiederaufnehmen. Außerdem warnte er, der Iran werde weitere Vereinbarungen aufkündigen, sollten andere Länder es nicht vor Sanktionen schützen. Israel verdächtigt den Iran seit Jahren, insgeheim Atomwaffen entwickeln zu wollen. Die US Regierung warnte vor einer „nuklearen Erpressung Europas“ und rief die Weltgemeinschaft auf, den Druck auf das iranische Regime zu erhöhen. Die USA hatten das Atomabkommen vor einem Jahr einseitig gekündigt und Sanktionen gegen den Iran wieder in Kraft gesetzt. Frankreich ließ verlautbaren, Europa werde „verpflichtet sein, Sanktionen wieder einzuführen“, sollte der Iran das Abkommen brechen. Man hoffe aber auf ein positives Signal aus Teheran.

 

23.741 Gefallene und Terroropfer in Israel seit 1860

Am Mittwoch hat Israel den jährlichen Gefallenengedenktag „Jom HaSikaron“ begangen. Um 11.00 Uhr Ortszeit erklangen in ganz Israel zwei Minuten lang die Sirenen. Das ganze Land stand still im Gedenken an die 23.741 gefallenen israelischen Soldaten und 3.150 Terroropfer, die seit 1860 getötet wurden. Danach begannen im ganzen Land Trauerfeiern und öffentliche Gedenkveranstaltungen, unter anderem in der Knesset, an der Westmauer („Klagemauer“) und auf dem Herzl-Berg in Jerusalem. Das Verteidigungsministerium geht davon aus, dass rund 1,5 Millionen Israelis die Militärfriedhöfe im ganzen Land besuchten. Bereits gestern Abend um 20.00 Uhr erklangen eine Minute lang die Sirenen zum Auftakt des Gedenktags. Bei einer Zeremonie mit Israels Staatspräsident Reuven Rivlin und dem israelischen Generalstabschef Aviv Kochavi an der Westmauer in Jerusalems Altstadt wurden Gedenkfackeln für die israelischen Gefallenen entzündet. „Das Gedenken muss in unseren Herzen, durch gute Taten und unsere Hingabe für den Staat und das Volk Israels stattfinden“, betonte Israels Staatspräsident in seiner Ansprache. Bei Sonnenuntergang ab 20.00 Uhr gingen die Gedenkfeiern am Mittwochabend in die fröhlichen Feiern zu Israels 71. Unabhängigkeitstag, dem „Jom HaAzmaut“, über.

Das Jahr 1860 wird von vielen Historikern als Beginn der modernen zionistischen Bewegung angesehen, da in diesem Jahr Mischkenot Scha'ananim als erstes jüdisches Wohnviertel außerhalb der Altstadtmauern Jerusalems gebaut wurde. Israel gedenkt heute der Opfer dieser ersten Jahre ebenso wie der jüngsten Todesopfer. Allein im vergangenen Jahr wurden 56 israelische Soldaten und Polizisten sowie 13 israelische Zivilisten von Terroristen getötet. Außerdem starben 40 invalide Soldaten an Verletzungen, die sie während ihres Militärdienstes erlitten.

 

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