Israel: Neues Schuljahr beginnt

ICEJ-Nachrichten vom 01. September 2020

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Posted on: 
1 Sep 2020
Israel: Neues Schuljahr beginnt

Für rund 2,4 Millionen israelische Schul- und Kindergartenkinder hat am heutigen Dienstag ein neues Schuljahr begonnen. Um Infektionen mit dem Coronavirus zu vermeiden soll ab der 3. Klasse in kleineren Gruppen unterrichtet werden. Ab der 5. Klasse ist der Präsenzunterricht reduziert, stattdessen soll der Schwerpunkt auf Online-Unterricht liegen. In 23 Städten mit hohen Infektionszahlen – zumeist arabische und einige ultraorthodoxe Städte - blieben die Schulen vorerst geschlossen. Eine Entscheidung des israelischen Kabinetts über ihre mögliche Wiederöffnung wird am Donnerstag erwartet. Der Schwerpunkt auf Online-Unterricht während der Corona-Krise stellt für viele Schüler eine besondere Herausforderung dar. Einem im August veröffentlichten Bericht der israelischen Hilfsorganisation Latet zufolge haben rund 20% der israelischen Schüler keinen Zugang zu einem Computer oder zum Internet.

Foto: Pixabay, Schüler mit Maske, Symbolbild

Die ICEJ konnte im Juli Computer an 69 bedürftige Familien in Ma’ale Adumim übergeben, damit die Kinder für den Online-Unterricht im neuen Schuljahr ausgestattet sind. Lesen Sie hier den Bericht: Online-Lernen in der Corona-Krise

Israelische Regierung stimmt Corona-Plan zu

Das israelische Kabinett hat am Sonntag einstimmig dem Plan des Corona-Beauftragten Ronni Gamzu, regionale Einschränkungen einzuführen, zugestimmt. Ab dem 6. September soll ein sogenanntes „Ampelsystem“ in Kraft treten. Entsprechend der Zahl bestätigter Coronavirus-Infektionen je zehntausend Einwohner und der Infektionsraten sollen Städte in die Kategorien rot, orange, gelb oder grün eingeteilt werden. In „roten“ Städten sollen demnach die striktesten Einschränkungen gelten, in „grünen“ Städten sollen die Maßnahmen gelockert sein. Alle zwei Wochen sollen die maßgeblichen Faktoren überprüft und der Status einer Stadt gegebenenfalls angepasst werden. Am Donnerstag will das Kabinett über Gamzus Forderung, dass Schulen in „roten“ Städten geschlossen werden müssen, beraten. Das Kabinett hatte dies zunächst abgelehnt, jedoch kurzfristig verfügt, dass zu Beginn des neuen Schuljahrs am heutigen Dienstag Schulen in besonders betroffenen Regionen geschlossen blieben. Die rasche Wiederöffnung der Schulen im Mai soll Experten zufolge wesentlich zur zweiten Corona-Welle in Israel beigetragen haben. Am Montag wurden in Israel 2.180 neue Infektionen bestätigt. Die Zahl der aktiven Fälle liegt bei 20.699, 438 davon gelten als „ernst“. 946 Menschen sind seit Beginn der Krise gestorben.

Israelische Delegation in Abu Dhabi

Eine Delegation von israelischen und US-amerikanischen Beamten ist am Montag mit dem ersten kommerziellen Flug zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) in Abu Dhabi gelandet. Dabei durfte ein israelisches Flugzeug erstmals durch den saudi-arabischen Luftraum fliegen. Angeführt wurde die Delegation von Jared Kushner, Berater und Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, und Meir Ben-Schabbat, nationaler Sicherheitsberater Israels. In Abu Dhabi trafen sie emiratische Regierungsbeamte unter der Führung von Tahnoun bin Zayed Al Nahyan, nationaler Sicherheitsberater der VAE. „Wir sind gekommen, um eine Vision Wirklichkeit werden zu lassen”, sagte Ben-Schabbat nach der Landung in Abu Dhabi. Er überbrachte den Gastgebern die Einladung des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu, Israel zu besuchen. Am heutigen Dienstagvormittag trafen sich Angehörige der israelischen Delegation und Mitglieder der jüdischen Gemeinde in den VAE zum gemeinsamen Morgengebet.

Gaza: Waffenstillstand vereinbart

Die islamistische Terrororganisation Hamas hat am Montag einem Waffenstillstand mit Israel zugestimmt. Israel hat eine solche Vereinbarung nicht bestätigt, jedoch angekündigt, die Fischereizone wieder freizugeben und die Grenzübergänge in den von der Hamas beherrschten Gazastreifen wieder zu öffnen. „Diese Entscheidung werden wir vor Ort testen. Sollte die Hamas ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, wird Israel handeln”, erklärte die israelische Armee. Seit Anfang August hatten Terroristen im Gazastreifen täglich Dutzende mit Brand- oder Sprengsätzen bestückte Ballons nach Israel geschickt und dort hunderte Brände verursacht. Die israelische Armee bombardierte fast täglich Stellungen der Hamas. Der Hamas zufolge soll der Waffenstillstand durch die Vermittlung des katarischen Unterhändlers zustande gekommen sein. Zudem kündigte die Terrororganisation „Projekte“ zur Bekämpfung des Coronavirus an. Seitdem vergangene Woche der erste unkontrollierte Ausbruch des Virus in dem dichtbesiedelten Küstenstreifen bekannt wurde, sind täglich rund ein Dutzend neue Infektionen bestätigt worden.

Erster Israeli bei der Tour de France

Erstmals in der Geschichte der Tour de France nimmt ein israelischer Radprofi an dem berühmtesten Straßenradrennen der Welt teil. Guy Niv (26) fährt für das Team „Israel Start-up Nation“. Niv ist der einzige Israeli in seinem Team. „Es ist eine Ehre und ein Privileg, mein Land und mein Team beim größten Radrennen zu repräsentieren“, sagte Niv. Der erste Israeli bei der Tour de France zu sein, sei sein „Lebenstraum“ gewesen. Das israelische Team war bereits im Februar bei der UAE Tour in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) am Start, die wegen des Ausbruchs der Corona-Pandemie vorzeitig abgebrochen wurde. Wie bereits in den VAE tragen die Radrennprofis auch in Frankreich ihr Team-Trikot mit der Aufschrift „Israel“.


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