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Israel, PA kritisieren Besuch des Emirs von Katar in Gaza

Wahlergebnisse im Westjordanland deuten auf Fatah-Sieg hin

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Posted on: 
23 Okt 2012
Israel, PA kritisieren Besuch des Emirs von Katar in Gaza

Israel und die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) haben den Besuch Scheich Hamad bin Khalifa al-Thanis, des Emirs von Katar, im Gazastreifen kritisiert. Am heutigen Dienstag ist der Emir von Führern der dort regierenden Terrororganisation Hamas empfangen worden. Die von ihm geleitete Delegation plant humanitäre Wiederaufbauprojekte im Wert von 192 Millionen Euro im Gazastreifen. Al-Thani ist das erste Staatsoberhaupt, das die Enklave besucht, seit Ägypten und Israel nach der Machtübernahme der Hamas 2007 eine Blockade über das Gebiet verhängt haben. Dass Palästinenserpräsident Abbas beim Empfang des Gastes nicht geladen war, schädigt seinen Anspruch, der legitime und gewählte Präsident aller Palästinenser zu sein. (Foto: USA, Pentagon)

„Der Besuch dient nicht der Einheit der palästinensischen Gebiete, des Volkes und des politischen Systems. Im Gegenteil, der Besuch stellt eine Bedrohung der Einheit und unseres politischen Systems dar“, erklärte der politische Analyst Adel Abdel Rahman, der der Fatah-Partei von Abbas nahesteht. Erste Ergebnisse der nationalen Wahlen der PA, die am Samstag im Westjordanland abgehalten worden waren, deuten darauf hin, dass die Fatah die Wahl in vielen Wahlkreisen gewonnen hat. Die Hamas hatte die Wahlen boykottiert und sie im Gazastreifen nicht durchgeführt.

Auch Israel bedauert den Besuch des Emirs im Gazastreifen, da er das Hamas-Regime als Regierung legitimiert und den Gazastreifen als unabhängige politische und geographische Einheit anerkennt. „Dieser Besuch bedeutet, dass er sich auf die Seite der Hamas stellt, nicht auf die der PA, die er nie besucht hat“, erklärte Jigal Palmor, Sprecher des israelischen Außenministeriums. Mit Ausnahme einiger Länder wie Russland und der Türkei hat die internationale Gemeinschaft akzeptiert, dass die Hamas dem Terrorismus abschwören, Israel anerkennen und frühere palästinensische Vereinbarungen mit Israel akzeptieren müsse, bevor Beziehungen mit ihr eingegangen werden. Der Gedanke, dass die Hamas inzwischen eine positivere Rolle spiele sei angesichts der fortdauernd vom Gazastreifen auf Israel abgeschossenen Raketen „Unsinn“, erklärte ein israelischer Politiker.

 

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