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Israel, PA unterzeichnen Stromabkommen

Steinitz: Projekt ist Modell für zukünftige Kooperation

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Posted on: 
11 Jul 2017 (All day)
Israel, PA unterzeichnen Stromabkommen

Die Israelische und die Palästinensische Stromgesellschaft, letztere gehört der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), haben am Montag im Beisein von Israels Energieminister Yuval Steinitz und PA-Premierminister Rami Hamdallah ein Stromabkommen unterzeichnet. Demnach wird die israelische Gesellschaft Strom an ein neu gebautes Umspannwerk im arabischen Dorf Jalame außerhalb von Jenin liefern, um Jenin und Umgebung mit Elektrizität zu versorgen. Drei ähnliche Umspannwerke sollen bis 2018 in Ramallah, Nablus und Hebron gebaut werden und der Kontrolle der PA unterstehen. Hamdallah dankte Israel und den westlichen Geldgebern für die Zusammenarbeit. „Wenn wir miteinander reden und zusammenarbeiten, können wir gemeinsam Fortschritte erzielen“, erklärte Steinitz.

Das Projekt sei ein Modell für die zukünftige Kooperation zwischen der PA und Israel und ähnliche Projekte würden „unabhängig von der politischen Situation“ vorangebracht werden. Im September 2016 einigten sich beide Seiten darauf, dass die Elektrizitätsstruktur des Westjordanlandes an die PA zu übergeben. Hamdallah sagte, das Umspannwerk sei „ein wichtiger Bestandteil des palästinensischen Energiesektors und … wichtig, um den Bedarf der Bürger zu decken.“ USAID, die EU, die Investment-Bank der EU, Italien und Spanien finanzierten das zwölf Millionen Euro teure Umspannwerk.

Stromschulden des Westjordanlands

Steinitz erklärte, das Abkommen sei ein Gewinn für beide Seiten. Die Palästinenser erhielten mehr Strom auf zuverlässigere und nachhaltige Weise, und die Israelische Stromgesellschaft (IEC) sei nicht länger vorrangig für die Stromversorgung der Palästinenser verantwortlich. In der Vergangenheit hatte die IEC direkt mit örtlichen palästinensischen Firmen, Räten und Stadtverwaltungen zusammengearbeitet, die ihre Rechnungen häufig nicht bezahlten. Im Laufe der Zeit stiegen die Schulden der lokalen Behörden bei der IEC auf über zwei Milliarden Schekel (knapp 500 Millionen Euro), die nun in 48 Raten von der PA abbezahlt werden.

Stromkrise im Gazastreifen

Zur Stromkrise im Gazastreifen, wo es höchstens vier Stunden am Tag Strom gibt, erklärte Hamdallah, die PA wolle das Problem lösen, doch müsse die im Gazastreifen regierende islamistische Terrororganisation Hamas der PA erlauben, dort zu agieren. In den letzten Wochen reduzierte die PA die Stromlieferungen an Gaza, um die Hamas zur Aufgabe der Kontrolle über das Gebiet zu zwingen.

 

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