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Israel reagiert auf Angriffe aus dem Gazastreifen

ICEJ-Kurznachrichten vom 08. Januar 2019

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Posted on: 
8 Jan 2019 (All day)
Israel reagiert auf Angriffe aus dem Gazastreifen

Nach erneuten Angriffen aus dem Gazastreifen hat die israelische Armee am Montag mehrere militärische Einrichtungen der dort herrschenden islamistischen Terrororganisation Hamas zerstört. Am Sonntagabend wurde vom Gazastreifen aus eine Rakete auf die israelische Stadt Aschkelon abgefeuert. Sie konnte vom israelischen Raketenabwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) unschädlich gemacht werden. Zuvor hatten palästinensische Terroristen mithilfe einer Drohne Dutzende Luftballons mit Sprengsätzen nach Israel transportiert. Die USA verurteilten die neue Gewalt aus dem Gazastreifen, insbesondere den Drohnen-Angriff. Wer Sprengsätze mit Luftballons verschicke und Waffen als Spielzeug tarne, nehme ganz bewusst Kinder als Opfer in Kauf, sagte der US-Sonderbeauftragte Jason Greenblatt. Verwerflich sei auch, dass die Drohne von Studenten der Ingenieur-Hochschule von Gaza konstruiert worden sei. Angesichts der neuen Angriffe kündigte Israels Premierminister Benjamin Netanjahu an, die seit einigen Wochen laufenden Hilfsgeldzahlungen aus Katar für den Gazastreifen stoppen zu wollen. UN-Sonderbeauftragter Nikolaj Mladenow betonte hingegen gestern Abend, er schätzte die Situation an der Grenze als ruhig ein. Deshalb werde die ursprünglich für Mittwoch vorgesehene dritte Zahlung von Hilfsgeldern in Höhe von umgerechnet 13 Millionen Euro wie geplant stattfinden. Das Geld ist für Beamte im Gazastreifen vorgesehen, deren Gehälter die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) nicht auszahlt. Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas will dadurch die Hamas schwächen. Aus Wut über die einbehaltenen Gehälter stürmten aufgebrachte Palästinenser am Freitag die Büros des offiziellen Fernsehsenders der PA im Gazastreifen.

 

Knesset aufgelöst - Neuwahlen im April

Die Knesset, Israels Parlament, hat am 26. Dezember ihre Auflösung beschlossen. Am 9. April sollen vorgezogene Neuwahlen stattfinden. Regulär wäre in Israel erst im November neu gewählt worden. Auslöser dieser politischen Entwicklung ist der Rücktritt des damaligen Verteidigungsministers Avigdor Lieberman im November und der Rückzug seiner Partei „Israel Beitenu“ aus der Regierungskoalition. Danach verfügte die israelische Regierungskoalition von Premierminister Benjamin Netanjahu nur noch über eine knappe Mehrheit von 61 der 120 Abgeordneten. Mit dem Rücktritt protestierte Liebermann gegen eine als zu schwach empfundene Reaktion Israels auf den massiven Raketenbeschuss Südisraels Ende Oktober durch Terroristen aus dem Gazastreifen.

 

Winter mit Rekordregen – zu viel Schnee auf der Piste

Israel erlebt aktuell einen Winter mit Rekord-Niederschlägen. Aufgrund zu starken Schneefalls musste am Wochenende Israels Skigebiet auf dem Berg Hermon im Norden des Landes gesperrt werden. Im vergangenen Monat verzeichnete Israel den nassesten Dezember seit fast 30 Jahren. Es gab mehrere Überflutungen. Teilweise liegt die Regenmenge um 140 Prozent über dem Durchschnitt. Bereits jetzt ist die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge gefallen. Der Niederschlag ist gut für die Wasserspeicher des Landes, doch die ungewohnte Kälte und die heftigen Regenfälle richten vielerorts auch Schäden an. Es gibt Berichte über Verletzte und einen Todesfall.

 

USA, Israel: Austritt aus der UNESCO

Wie Ende 2018 angekündigt, haben die USA und Israel ihre Mitgliedschaft in der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) zum neuen Jahr beendet. Beide Länder werfen der UNESCO eine systematische Diskriminierung Israels vor. „Die UNESCO gehört zu den korruptesten und politisch voreingenommensten UN-Organisationen“, begründete Nikki Haley, UN-Botschafterin der USA, die Entscheidung in der vergangenen Woche. Der Rückzug Israels aus der UNESCO hat keine konkreten Folgen für die UNESCO-Kulturerbe-Stätten in Israel.

 

Ägypten: 37 Tunnel aus dem Gazastreifen zerstört

Das ägyptische Militär hat 2018 insgesamt 37 Tunnel der islamistischen Terrororganisation Hamas zerstört, die vom Gazastreifen aus auf ägyptisches Gebiet führten. Um die Tunnel zum Einsturz zu bringen, wurden hunderte Häuser auf ägyptischer Seite zerstört. Ägypten kämpft seit Jahren gegen die Tunnel, die von der Hamas zum Schmuggeln und für Terroraktivitäten in Ägypten genutzt werden. In der Vergangenheit ließ Ägypten die Grenzregion deshalb teilweise mit Meerwasser überschwemmen. Die Zahl der Tunnel hat sich seither stark reduziert. Vor einigen Jahren ging man noch von über 2.000 Tunnelsystemen aus. Sie dienten als wichtige Einnahmequelle für die Hamas. Von der israelischen Armee wurden 2018 insgesamt 15 Tunnel der Hamas auf israelischem Gebiet entdeckt und zerstört.

 

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