Change Region:Germany

Israel: Sorge um Angriff durch Huthi-Rebellen

ICEJ-Nachrichten vom 07. Januar 2021

DruckversionSend by email
Posted on: 
7 Jan 2021
Israel: Sorge um Angriff durch Huthi-Rebellen

Die israelische Armee hat am Mittwoch Batterien des Raketenabwehrsystems Iron Dome („Eisenkuppel“) und des Flugabwehrraketensystems Patriot in die südisraelische Stadt Eilat verlegt. Israel ist besorgt über einen möglichen Angriff durch die im Jemen agierenden pro-iranischen Huthi-Rebellen angesichts des ersten Jahrestags der Tötung Qassem Soleimanis. Der Kommandeur der iranischen Quds-Brigaden war am 3. Januar 2020 durch eine US-Drohne getötet worden. Außerdem starb Ende November 2020 der iranische Atomwissenschaftler Mohsen Fakhrizadeh bei einer gezielten Tötung, bei der Beobachter eine Beteiligung des israelischen Geheimdiensts Mossad vermuten. Der Iran hat wiederholt mit Vergeltung gedroht. Israel erwartet, dass ein solcher Vergeltungsangriff durch pro-iranische Milizen durchgeführt werden könnte, möglicherweise durch die Huthi, die in den vergangenen Jahren wiederholt Ziele in Saudi-Arabien angegriffen haben. Das Iron-Dome-System wehrt Kurzstreckenraketen und Mörsergranaten ab, Patriot-Raketen hingegen dienen der Abwehr von Kampfflugzeugen, ballistischen Mittelstreckenraketen und Marschflugkörpern. Die Sicherheitsvorkehrungen erfolgen inmitten einer angespannten Situation in Nahost. Ende Dezember passierte ein israelisches U-Boot den Suez-Kanal und nahm anschließend Kurs auf den Persischen Golf. Die israelische Armee kommentierte die Meldung nicht. Wenige Tage später erklärte Generalstabschef Aviv Kochavi, Israel werde „jeden angreifen, der sich an Aktivitäten gegen den Staat Israel oder israelische Ziele beteiligt.“

Foto: IDF, Iron-Dome-Raketenabwehrsystem, Archivbild

Gebetsanliegen:Bitte beten Sie mit uns für die Sicherheitslage in Israel. Beten wir, dass es nicht zu einem Angriff gegen Israel oder israelische Ziele kommt. Beten wir auch, dass jegliche Pläne, Israel oder dem jüdischen Volk zu schaden, aufgedeckt und vereitelt werden.

Israel geht in dritten Lockdown

Die israelische Regierung hat am Mittwoch angesichts steigender Coronavirus-Infektionen einen dritten landesweiten Lockdown beschlossen. Am Mittwoch wurden 8.175 Neuinfektionen mit dem Coronavirus bestätigt, aktuell gibt es 64.370 aktive Fälle. 1.460 Israelis werden in Krankenhäusern behandelt, 905 von ihnen sind schwer erkrankt. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 sind 3.527 Israelis mit oder an dem Coronavirus gestorben. Die neuen Einschränkungen sollen am heutigen Donnerstag um Mitternacht in Kraft treten. Alle Bildungseinrichtungen, einschließlich Kindergärten, müssen schließen. Ausgenommen sind sonderpädagogische Einrichtungen. Versammlungen sind auf fünf Personen in geschlossenen Räumen und zehn Personen im Freien begrenzt. Israelis dürfen sich maximal einen Kilometer von ihrem Haus entfernen, ausgenommen davon ist u.a. der Weg zur Arbeit. Private Besuche sind verboten, Reisen ins Ausland nur bei wesentlichen Gründen erlaubt. Kultur- und Freizeiteinrichtungen müssen schließen, Restaurants dürfen nur Lieferservice anbieten. Die Regelungen sollen mindestens zwei Wochen in Kraft bleiben. Premierminister Benjamin Netanjahu nannte die Maßnahmen „einen letzten Kraftakt“, um Covid-19 einzudämmen. Dazu soll auch das schnelle Impfen der Bevölkerung beitragen. Über 1,5 Millionen Israelis haben mindestens eine Dose des Pfizer-Impfstoffes erhalten, das entspricht rund 16% der Bevölkerung.

Operation „Fels Israels“: 299 äthiopische Juden landen in Tel Aviv

299 äthiopisch-jüdische Neueinwanderer sind am Freitag in Tel Aviv gelandet. Die Olim (Neueinwanderer) trafen mit zwei Flugzeugen in den ersten Stunden des neuen Jahres in Israel ein. Die ICEJ übernahm die Flugkosten für 100 von ihnen. Am 22. Dezember landeten 219 äthiopische Olim in Israel. Inzwischen sind 950 der 2.000 äthiopischen Juden, die mit der Operation „Fels Israels“ bis Ende Januar Alijah (Einwanderung nach Israel) machen sollen, eingetroffen. Weitere Flüge sind für Ende Januar und Anfang Februar geplant. Im vergangenen Jahr machten trotz der Corona-Krise rund 20.000 Juden aus aller Welt Alijah. Die ICEJ unterstützte mehr als 3.000 von ihnen, für 1.624 Olim sponserte die ICEJ die Flugkosten.

Die ICEJ möchte die Flugkosten für so viele äthiopische Olim wie möglich übernehmen. Bitte helfen Sie uns, diese Alijah zu unterstützen und das jüdische Volk nach Hause zu bringen. Als Verwendungszweck bitte „Alijah und Integration“ angeben, vielen Dank!

Zum Spendenportal

Simon-Wiesenthal-Zentrum: „Deutsche Elite“ antisemitisch

Das Simon-Wiesenthal-Zentrum (Los Angeles) nennt die „deutsche Elite“ auf Platz sieben in seiner Liste der „10 schlimmsten antisemitischen Vorfälle 2020“. Deutsche Kultureinrichtungen und Intellektuelle hätten einen „Großangriff zur Re-Legitimierung“ der antiisraelischen Boykottbewegung BDS (Boykott, Kapitalentzug, Sanktionen) gestartet, kritisiert die jüdische Menschenrechtsorganisation. „Die Initiative verschiedener Kultureinrichtungen, die sich ein Jahr lang im Geheimen traf – darunter das Goethe-Institut, die Kulturstiftung des Bundes, das Deutsche Theater Berlin, das Künstlerprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, die Berliner Festspiele und das Einstein Forum –, griff den BDS-Beschluss des Bundestages als einen Verstoß gegen die Meinungsfreiheit an“, erklärt das Simon-Wiesenthal-Zentrum. Der Deutsche Bundestag hatte im Mai 2019 die BDS-Bewegung als antisemitisch eingestuft. In der weiteren Begründung führt das Simon-Wiesenthal-Zentrum außerdem einzelne Bundestagsabgeordnete für ihre Unterstützung der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft, die die BDS-Bewegung befürwortet, und die Solidaritätserklärung der Jusos mit der palästinensischen Fatah-Jugend vom November 2020 auf. Darin hatte die Jugendorganisation der SPD die Fatah-Jugend, die u.a. das Existenzrecht Israels ablehnt, als „Schwesterorganisation“ bezeichnet.

Marokko will Top-Urlaubsziel für Israelis werden

Marokkos Tourismusministerin Nadia Fettah Alaoui möchte ihr Land zu einem Top-Urlaubsziel für Israelis machen. „Ich habe gehört, dass viele Israelis nach den Friedensabkommen nach Dubai gereist sind“, sagte Alaoui. „Das überrascht mich nicht, aber ich möchte Marokko ganz oben auf die Liste beliebter Urlaubsziele bringen und Dubai überholen.“ Sie schätzt, dass mindestens 50.000 Israelis bereits Marokko besucht hatten, bevor die beiden Länder im Dezember diplomatische Beziehungen aufnahmen. „Wir möchten, dass jedes Jahr 200.000 Israelis kommen“, sagte sie. Verhandlungen über ein israelisch-marokkanisches Luftverkehrsabkommen seien derzeit in Gange. Geplant sei auch, Israelis bei der Ankunft in Marokko elektronische Visa zu erteilen, erklärte Alaoui. Auch im Land bereitet sich Marokko auf die israelischen Touristen vor. 119 jüdische Friedhöfe, auf denen sich auch die Gräber berühmter jüdischer Gelehrter befinden – ein beliebtes Ziel israelischer Besucher –, sollen ausgebessert werden. Geplant ist auch der Bau eines jüdischen Kulturzentrums in Fez. Die jüdische Gemeinde in Marokko bereitet sich ebenfalls vor, u.a. mit dem Ausbau ihrer Kapazitäten, koschere Verpflegung anzubieten. Ende Dezember reiste eine Delegation israelischer und US-amerikanischer Beamter unter der Leitung von Israels nationalem Sicherheitsberater Meir Ben-Schabbat und Jared Kuschner, Berater und Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, zur Unterzeichnung bilateraler und trilateraler Abkommen nach Rabat.
 


ICEJ-Nachrichten per E-Mail abonnieren

 

Share this: