Israel: Terrorballons aus Gaza immer gefährlicher

ICEJ-Nachrichten vom 04. Februar 2020

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Posted on: 
4 Feb 2020
Israel: Terrorballons aus Gaza immer gefährlicher

Israelische Sicherheitskräfte warnen vor Terrorballons mit zunehmend ausgefeilten und damit gefährlicheren Sprengsätzen. Wie Ynetnews am Montag berichtete, statten Terroristen die Sprengsätze inzwischen mit kleinen Eisenkugeln aus, die bei einer Explosion schwere Verletzungen verursachen können. Seit 2018 schicken Terroristen aus dem von der islamistischen Terrororganisation Hamas kontrollierten Gazastreifen mit Brandmitteln und Sprengsätzen bestückte Helium-Ballons nach Israel. Allein am Montag landeten mindestens neun Terrorballons in Israel. Medienberichten zufolge explodierte ein Ballon in der Nähe eines Wohnhauses im Kibbuz Kfar Aza, ein weiterer landete bei Kiryat Gat nahe der Autobahn 6, die vorübergehend gesperrt werden musste. Auch der Zugverkehr in Südisrael kam kurzzeitig zum Erliegen, während die Polizei einen Sprengsatz entschärfte. Im Westjordanland (Judäa und Samaria) wurde ein Ballon im palästinensischen Dorf Al-Majd nahe Hebron, 45 Kilometer vom Gazastreifen entfernt, gefunden und von der palästinensischen Polizei entschärft. Die Hamas kündigte an, demnächst auch Tränengasgranaten an den Ballons befestigen zu wollen. In den vergangenen eineinhalb Wochen feuerten Terroristen im Gazastreifen mindestens elf Raketen und Mörsergranaten auf Israel und schickten dutzende Terrorballons. In Sderot erlitt ein drei Wochen altes Baby Kopfverletzungen als seine Mutter beim Aufsuchen des Luftschutzbunkers stürzte.

Foto: IDF, Terrorballons aus Gaza, Archivbild

 

Israel, Sudan wollen Beziehungen verbessern

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu und Abdel Fattah al-Burhan, Vorsitzender der sudanesischen Übergangsregierung, haben am Montag vereinbart, die Beziehungen der beiden verfeindeten Länder zu verbessern. Israelischen Medienberichten zufolge fand das geheime Treffen in der Residenz des ugandischen Präsidenten Yoweri Museveni in Entebbe statt. Israel will die diplomatischen Beziehungen zu afrikanischen und arabischen Staaten ausbauen. Dem Sudan, sowohl Teil Afrikas als auch der arabisch-islamischen Welt, kommt dabei eine Schlüsselfunktion zu. Verbesserte Beziehungen zum Sudan würden auch Israels zivilen Luftverkehr nach Südamerika erleichtern. Der Sudan ist seit einigen Jahren an einer Annäherung an Israel interessiert. Wie bereits sein Vorgänger, der 2019 gestürzte Staatspräsident Umar al-Bashir, hofft Burhan darauf, dass im Gegenzug die US-Sanktionen gegen sein Land aufgehoben werden. Die USA hatten den Sudan 1993 auf ihre Liste der Terrorismus unterstützenden Staaten gesetzt und mit Sanktionen belegt. Israel hatte bereits in den 1980er Jahren geheime Verbindungen zum Sudan, um die Evakuierung äthiopischer Juden aus dem Land zu ermöglichen.   

 

Arabische Liga, israelische Araber gegen Trump-Plan

Die Arabische Liga hat am Samstag bei einer kurzfristig einberufenen Sitzung in Kairo den Friedensplan von US-Präsident Donald Trump einstimmig abgelehnt. Die 22 Mitglieder verpflichteten sich außerdem, die USA bei der Umsetzung des Plans nicht zu unterstützen. Sie warnten Israel vor unilateralen Schritten wie z.B. der Annexion von Gebieten in Judäa und Samaria (Westjordanland). Nach der Veröffentlichung des Friedensplans am 28. Januar hatten mehrere arabische Staaten die Initiative der USA zunächst als Grundlage für neue Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern begrüßt.

Angespannte Ruhe im Westjordanland

Während seiner Rede am Samstag in Kairo kündigte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas an, die Sicherheitskooperation mit Israel und den USA zu beenden. Ein hochrangiger palästinensischer Beamter bestätigte der Times of Israel am Sonntag jedoch, die Beziehungen seien zwar angespannt, die Zusammenarbeit laufe aber weiter. Auch die erwartete Eskalation der Gewalt blieb aus. Die palästinensische Führung hatte am Mittwoch zu einem Tag des Zorns aufgerufen. Wie die israelische Tageszeitung Haaretz berichtete, waren die Protestkundgebungen im Westjordanland jedoch nicht stark besucht.

Israelische Araber protestieren

Israels Arabische Staatsbürger demonstrierten am Wochenende gegen einen Landtausch, den Trumps Nahost-Plan vorsieht. Demnach soll das „arabische Dreieck“, ein Gebiet südöstlich von Haifa nahe der „Grünen Linie“ (Waffenstillstandslinien von 1949), in einen künftigen Palästinenserstaat integriert werden. Im arabischen Dreieck, zu dem auch die Städte Umm al-Fahm, Tayibe und Kafr Qasim gehören, leben über 260.000 israelische Araber. „Wir sind Bürger Israels. Keine Feinde“, kritisierte Sha’a Mansour Massarwa, Bürgermeister der Stadt Tayibe, das Vorhaben.

 

See Genezareth: höchster Wasserstand seit 2013

Der Starkregen im Januar hat den Wasserstand von Israels größtem Frischwasser-Reservoir rapide steigen lassen. Israelischen Medienberichten zufolge stieg der Wasserpegel seit Beginn der Regenzeit im Oktober um 1,6 Meter, davon 1,27 Meter allein im Januar. Aktuell befindet er sich auf dem höchsten Stand seit 2013. Bis zum höchstmöglichen Pegel fehlen weiterhin 1,4 Meter. Mekorot, das für Israels Trinkwasserversorgung zuständige Unternehmen, hat angekündigt nun wieder Wasser aus dem See pumpen zu können. Aufgrund der trockenen Winter in den letzten Jahren wurde nur Israels Norden mit Trinkwasser aus dem See Genezareth versorgt. Nun wird Mekorot eine „optimale“ Kombination aus gefiltertem Genezareth-Wasser, entsalztem Meerwasser und Grundwasser an die israelischen Haushalte liefern. Yossi Yakovi, leitender Ingenieur bei Mekorot, erklärte, es sei nun wichtig den „Grundwasserreservoirs, die die Hauptlast der Wasserversorgung tragen mussten, wieder zu ihrem vorherigen Niveau zu verhelfen.“

 

Tempel aus der Zeit des Königreichs Juda entdeckt

Archäologen haben in Tel Motza, nur wenige Kilometer westlich von Jerusalem, einen Tempel aus der Zeit der Könige Judas entdeckt. Wie die Times of Israel am Montag berichtete wird vermutet, dass der Tempel von ca. 900 v.Chr. bis ins frühe sechste Jahrhundert v. Chr. in Gebrauch war. Die Funde weisen auf einen Gebäudekomplex hin, der dem Tempel Salomos in Jerusalem ähnelt. Zum Beispiel hatte der Tempel in Tel Motza einen rechteckigen Grundriss und eine Ost-West Ausrichtung. Im Vorhof befand sich ein Altar. Archäologen gehen davon aus, dass der entdeckte Tempel, der um ein Drittel kleiner als der salomonische Tempel ist, ebenfalls von phönizischen Bauarbeitern erbaut wurde. Die Bibel berichtet von der Verehrung heidnischer Gottheiten im Königreich Juda und von den „Höhen“, auf denen die Israeliten entgegen Gottes Willen Altäre bauten. 2. Könige und 2. Chronik beschreiben umfassende Reformen unter den Königen Hiskia und Josia, die die Altäre im Land zerstörten und den Jerusalemer Tempel wieder zum einzigen Heiligtum machten. In Tel Motza wurden auch kultische Gegenstände gefunden, jedoch ist unklar, ob dort heidnische Götzen verehrt wurden oder ob die Verehrung des Gottes Israels mit heidnischen Praktiken vermischt wurde. Mit Unterstützung von Mitarbeitern und Studenten der Universitäten in Tel Aviv, Prag, Osnabrück und Los Angeles hoffen die Archäologen 2020 und 2021 zu weiteren Erkenntnissen zu kommen.

 

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