Israel unterzeichnet Friedensabkommen mit VAE, Bahrain

ICEJ-Nachrichten vom 16. September 2020

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16 Sep 2020
Israel unterzeichnet Friedensabkommen mit VAE, Bahrain

Bei einer Zeremonie im Weißen Haus in Washington hat Israels Premierminister Benjamin Netanjahu am Dienstag Abkommen zur Normalisierung der Beziehungen Israels mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und dem Königreich Bahrain unterzeichnet. Die beiden Golfstaaten wurden von ihren Außenministern Abdullah bin Zayid Al Nahyan und Abdullatif bin Raschid al-Sajani vertreten. Inhalt der Vereinbarungen war u.a. die Erklärung, den Frieden, Wohlstand und die Sicherheit der beiden Länder und der Region fördern zu wollen. Außerdem enthalten sie die Absicht, die bilaterale Kooperation auf zahlreichen Ebenen auszubauen. In beiden Abkommen verpflichten sich die Unterzeichner, sich weiterhin um eine „gerechte, umfassende und dauerhafte Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts“ zu bemühen. Einen direkten Bezug auf die sogenannte Zwei-Staaten-Lösung gab es nicht. Neben den beiden Friedensabkommen unterzeichneten die drei Nahost-Staaten und US-Präsident Donald Trump das sogenannte „Abraham-Abkommen“. Darin heißt es: „Wir ermutigen Bemühungen zur Förderung des interreligiösen und interkulturellen Dialogs, um eine Kultur des Friedens unter den drei abrahamitischen Religionen und der ganzen Menschheit voranzubringen.“

Foto: GPO, Unterzeichnung der Friedensabkommen zwischen Israel, Bahrain und den VAE, 15.09.2020

 

Gaza-Terroristen feuern 13 Raketen auf Israel

Terroristen im von der islamistischen Terrororganisation Hamas beherrschten Gazastreifen haben am frühen Mittwochmorgen in mehreren Salven insgesamt 13 Raketen auf Israel gefeuert. In den südisraelischen Ortschaften nahe der Enklave wurde in der Nacht mehrmals Luftalarm ausgelöst. Acht Raketen fing das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) ab. Am Dienstagabend feuerten Terroristen zwei Raketen auf Israel, hunderttausende Israelis in den Küstenstädten Aschkelon und Aschdod mussten Schutzbunker aufsuchen. Eine Rakete schlug in der Küstenstadt Aschdod ein und verletzte zwei Menschen. Die israelische Luftwaffe reagierte mit dem Beschuss von Stellungen der Hamas im Gazastreifen. Bei dem Raketenbeschuss von Dienstag und Mittwoch handelt es sich um den ersten Angriff seit dem Ende August ausgehandelten Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas. Es war der schwerste Beschuss seit Februar. Beobachter gehen davon aus, dass es sich um eine Reaktion der Terroristen auf Israels Friedensabkommen mit Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten handelte.

 

Rosch HaSchana: Schana tova u’metuka!

Am Freitagabend beginnt das jüdische Neujahrsfest Rosch HaSchana. Dem jüdischen Kalender zufolge wird es am 1. Tischri gefeiert, der nach dem gregorianischen Kalender in den September oder die erste Oktoberhälfte fällt. Man isst in Honig getauchte Apfelspalten, die ein „süßes“, also ein gesegnetes und gutes neues Jahr symbolisieren, und wünscht sich „Schana tova u‘metuka!“ (ein gutes und süßes neues Jahr). Mit Rosch HaSchana beginnen die zehn ehrfurchtsvollen Tage (Hebräisch: Jamim Noraim), auch Tage der Umkehr genannt, die mit dem Versöhnungstag Jom Kippur enden. Juden überprüfen ihr Leben und bitten um Vergebung ihrer Sünden, um rein und ohne Schuld vor Gott zu stehen. Ein traditionelles Gebet, das an Rosch HaSchana gebet wird, findet sich in Micha 7,18-20.

 

Israel: Lockdown während der Hohen Feiertage

Das israelische Kabinett hat am Sonntag einen mindestens drei Wochen geltenden landesweiten Lockdown beschlossen. Dieser soll ab Freitagnachmittag, wenige Stunden vor Beginn des jüdischen Neujahrsfests Rosch HaSchana, in Kraft treten und bis mindestens 11. Oktober, nach Ende des Feiertags Simchat Thora, andauern. Israel ist damit das erste Land weltweit, das einen zweiten landesweiten Lockdown verhängt. Die Regierung betonte, die Einschränkungen seien gemäßigter als während des ersten Lockdowns im Frühjahr. Universitäten, Schulen und Kindergärten werden geschlossen, Versammlungen sind auf zehn Teilnehmer in geschlossenen Räumen und 20 Teilnehmer im Freien begrenzt. Geschäfte und Unternehmen, die keinen direkten Kontakt mit der Öffentlichkeit haben, dürfen geöffnet bleiben. Auch einige Einzelhändler dürfen weiterhin Kunden bedienen. Dazu gehören unter anderem Lebensmittelhändler, Apotheker und Optiker. Restaurants dürfen Lieferservice anbieten. Die Israelis dürfen sich maximal 500 Meter von ihren Wohnhäusern entfernen, mit Ausnahme von dringenden Besorgungen. Familien mit Kindern dürfen nahegelegene Parks und Spielplätze besuchen. Zwei Wochen nach Beginn des Lockdowns will das Kabinett anhand der dann aktuellen Corona-Infektionen über Maßnahmen nach dem 11. Oktober beraten. Es wird erwartet, dass das am 6. September in Kraft getretene „Ampelsystem” erneut angewendet werden wird. Demnach werden Städte entsprechend der Zahl bestätigter Coronavirus-Infektionen je zehntausend Einwohner und der Infektionsraten in die Kategorien rot, orange, gelb oder grün eingeteilt. In „roten“ Städten gelten die striktesten Einschränkungen, in „grünen“ Städten werden die Maßnahmen gelockert.

 

Israelis verärgert über erneuten Lockdown

Viele Israelis haben verärgert auf die Entscheidung ihrer Regierung, einen erneuten landesweiten Lockdown zu verhängen, reagiert. Kritiker werfen der Regierung vor, in den letzten Wochen und Monaten nicht ausreichend gegen Missachtungen der Corona-Maßnahmen, wie z.B. Abstandsregeln und das Tragen einer Maske, vorgegangen zu sein. Auch massive Verstöße gegen Auflagen für Veranstaltungen und Hochzeitsfeiern seien nicht geahndet worden. „Nun strafen sie uns alle kollektiv“, kritisierte Barak Yeivin, Direktor des Jerusalemer Konservatoriums für Musik und Tanz. Befürworter des Lockdowns sind der Ansicht, dass der wirtschaftliche Schaden aufgrund der Hohen Feiertage begrenzt sein wird. Dennoch besteht große Sorge hinsichtlich der Auswirkungen auf die emotionale Gesundheit vieler Israelis. Besonders ältere Menschen fürchten sich vor der erneuten Isolation, insbesondere während der Feiertage, die traditionell im Kreis der Familie begangen werden. Am Dienstag wurden in Israel 5.523 Neuinfektionen bestätigt, der bisher höchste Anstieg innerhalb eines Tages.Aktuell gibt es rund 44.000 aktive Fälle, 1.147 Israelis sind inzwischen an oder mit dem Coronavirus gestorben.

Gebetsanliegen:Bitte beten Sie mit uns für die israelische Bevölkerung, insbesondere für Holocaustüberlebende sowie ältere und alleinstehende Menschen, die unter dem Lockdown und der Isolation leiden. Beten wir, dass sie in dieser Zeit und während der Feiertage Gottes Gegenwart und Trost erleben.

 


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